Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1932-05-01 · 5 (5.1932) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
1 (1932)
Issue
5 (5.1932)
Date
1932-05-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/10855476-10855472-2653358--041-2691691
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

6 entity mentions

Monatsausgabe Nr. 5, Mai 1932 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 3 Das Tor der Hoffnung Die Bewilligung von 2000 Zertifikaten für Arbeiter- Einwanderer nach Palästina im laufenden Halbjahr ist in allen Zentren, wo jüdische junge Menschen sich1 zur Uebersiedlung vorbereiten, mit Freude aufgenommen worden. Zwar hat die Jewish Agency eine größere Anzahl von Zertifikaten angefordert, zwar ist das Bedürfnis der Hechaluz-Organisationen aller Länder weit größer als die jetzt gebotene Einwanderungsmöglichkeit, aber trotzdem wird die Ausgabe der Zertifikate als Erleichterung empfunden, als eine Durchbrechung der Stagnation, als Abkehr von dem früheren Verhalten der Regierung, die für das verflossene Halbjahr bekanntlieh überhaupt keine Zertifikate ausgegeben hat. Sehen wir einmal von der umstrittenen Ziffer ab: Die neuen Zertifikate sind ein Symptom. Man muß das ganze Bild betrachten. Seit fast einem Jahre hat sich die Welt wesentlich gewandelt, die Verhältnisse in allen Ländern haben sich verschlechtert, die Wirtschaftskrise, die Zollmauern, die Autarkiebestrebungen, der übertriebene Nationalismus haben den freien Verkehr selbst zwischen Nachbarländern immer mehr erschwert; überall herrscht Arbeitslosigkeit, die Länder sperren sich gegen Einwanderung ab, die auf dem Arbeitsmarkt Konkurrenz machen könnte, und in den meisten Fällen fehlt auch der Anreiz zur Einwanderung, weil der Einwanderer nicht hoffen kann, an seinem neuen Wohnsitz Arbeit zu finden. Mit Recht wurde jüngst darauf hingewiesen, daß noch vor drei Jahren den meisten materiell leidenden osteuropäischen Juden die Einwanderung nach Amerika als überaus erstrebenswertes Ziel erschienen ist. In Amerika, so meinte man, könne in einer beständig aufsteigenden, sich weitenden und florierenden Wirtschaft jeder Mensch sein Glück machen. Heute ist es so, daß in Amerika Arbeitsloseri-Revolten an der Tagesordnung sind, Juden wie Nichtjuden sind dort verarmt, Neuankömmlinge haben nichts zu hoffen, ja zahlreiche amerikanische Juden sind zur Auswanderung gezwungen. Es gibt heute kein Land, das auch nur.die geringste Einwanderung ermutigen würde (vielleicht abgesehen von Sowjetrußland, das gewisse Kategorien von Spezialarbeitern braucht, wo aber im übrigen durch die Vermischung von Propaganda, Politik und Wirtschaft die Verhältnisse etwas undurchsichtig sind). Wenn in dieser Zeit das kleine Palästina, nach genauer Prüfung aller Umstände durch recht vorsichtige Regierungsorgane, neue arbeitsuchende Einwanderer zuläßt, so ist dies ein Beweis, daß in der Tat dieses Land heute eine Sonderstellung unter allen Ländern einnimmt. Das hat jüdische Tatkraft erreicht. Und dies ist ein Umstand, der ganz unabhängig von der Parteicinstellung von jedem objektiven Beurteiler gewürdigt werden müßte. Vor allem müßten Juden, die nicht in ganz engherzigem Egoismus befangen sind, sondern eine Mitverantwortung für die Allgemeinheit empfinden, verstehen, daß Palästina heute längst nicht mehr ein Gegenstand theoretischer Diskussionen ist, sondern ein Hoffnungsstrahl für große Teile eines leidenden, in allen seinen Positionen erschütterten Volkes. ,Wir sind gewiß weit entfernt davon, die momentane Aufnahmefähigkeit Palästinas in quantitativer Hinsicht zu überschätzen, wir wissen auch trotz der jetzt herrschenden Hochstimmung, daß wieder Rückschläge eintreten können, aber in der heutigen Zeit, in der Ratlosigkeit und Ziellosigkeit der jüdischen Galuthexistenz, kommt es vor allem darauf an, eine Richtung und eine Hoffnung zu haben; eine Aufgabe, an der sich die zum Brach- Hegen verurteilten Kräfte des Volkes und vor allem der Jugend bewähren können. Man bedenke: Zehntausende junger jüdischer Mensehen wachsen heute in Ost- und Mitteleuropa heran, ohne jede Aussicht, auch nur eine materielle Existenz in ihren Wohnländern zu finden. Lastet der Fluch der Arbeitslosigkeit bei allen Völkern vor allem auf der erwachsenen Jugend, so wird diese unerträgliche psychologische Lage bei Juden noch hundertfach kompliziert. Und wie immer wir uns eine allmähliche Entwirrung der Krise auch vorstellen mögen, als sicher kann dabei betrachtet werden, daß die jungen jüdischen Mensehen es weit schwerer haben werden als alle anderen, in der neuen Stmktur der Wirtschaft und Gesellschaft ihren Platz zu finden. Noch ist dieses Problem nicht in seiner ganzen Aktualität sichtbar, weil die Jugend, um die es sich handelt, noch Schulen besucht, trotz allen Schwierigkeiten auch Universitäten, aber wenn schon alle die neuerwachten und staatlich neu organisierten Nationen eine große Ueberproduktion an Intelligenz und Akademikern haben, wie soll in Zukunft der jüdische Akademiker sich behaupten, wie soll die kaufmännische Jugend, der der Boden unter den Füßen weggezogen wurde, weiter existieren, wohin sollen diese Menschen sich wenden? Hier ist ein ungeheures Problem im Werden, das wie eine Lawine über uns herein brechen kann. Jeder erlebt es heute schon im eigenen Kreise. Als B i a 1 i k von seiner Reise durch Osteuropa Anfang dieses Jahres nach Berlin kam, berichtete er in einem Freundeskreis über die jüdische Jugend, die er in Osteuropa gesehen hat, prachtvolle, willige und idea- Iistische Jungen und Mädchen, die keinen Weg vor sich sehen. Man müßte, so meinte er, eine Petition an den Völkerbund machen, die das entstehende neue Luftmenschentum und die sich vorbereitende Verzweiflung schildert. Größere Arbeitsmöglichkeiten in Palästina durch internationale Hilfe — das müßte die Losung sein. Wir wissen nicht, ob diese Anregung — es war wohl mehr ein hingeworfener Gedanke als ein wohl- Die hebrälsdie Unlversuai Jerusalem Feier des Gründungstages Am 1. Mai veranstaltete aus Anlaß der siebenten Wiederkehr des Gründungstages der Hebräischen Universität in Jerusalem das amerikanische Komitee der Freunde der Hebräischen Universität in New York eine Feier, deren Verlauf durch den amerikanischen Rundfunk übertragen worden ist, Im Mittelpunkt des Interesses standen telephonische Ansprachen aus Europa, und zwar des englischen Innenministers Sir Herbert Samuel, des französischen Oberrabbiners Israel Levi, James de Rothschild, Thomas Manns und des Führers der Jewish Agency in Deutschland, Direktor Oscar Wassermann. Sir Herbert Samuel führte aus: Ideen, nicht Sachen, beherrschen die Welt; intellektuelle und geistige Kräfte, nicht materielle und ökonomische. Wir leben in einem Zeitalter des Uebergangs, nirgends aber war die Veränderlichkeit der Dinge einschneidender als im Nahen Osten. Ein schlagendes Beispiel ist die völlige Umbildung und Umwertung in der Türkei. Eine rapide Entwicklung nahmen auch die von der Türkei als Ergebnis des Weltkrieges abgetrennten Länder, vor allem Palästina, das kleinste und dennoch wichtigste dieser Länder, mit seiner -einzigartigen Geschichte, seinem religiösen Appell an die Menschheit, seinen das Interesse der ganzen Welt in Anspruch nehmenden Gegenwarts- Problemen. Dort leben Seite an Seite und auch durcheinandergemischt zwei hochintelligente Völker: die Araber und die Juden; Völker, die in den finsteren Zeiten des Mittelalters gemeinsam die Fackel der Gelehrsamkeit brennend erhielten. Ich glaube, diese beiden Rassen sind immer noch dazu berufen, freundschaftlich zusammenzuarbeiten, zu ihrem eigenen Nutzen, zum Nutzen Palästinas und der ganzen Welt. Diesem Ziele dient auch die Hebräische Universität in Jerusalem. Die Idee einer Universität ist der Idee eines engeren Nationalismus scharf entgegengesetzt. Die Hebräische Universität in Jerusalem darf nicht eine trennende, sie muß eine v e r e i n i - gende Kraft sein. Im Zentrum der Alten Welt, sichtbar auf den Hügeln über der erlesensten aller Städte erbaut, unsichtbar über den Jahrtausenden bedeutsamer Geschichte thronend, steht die Hebräische Universität. Ihre Eröffnung vor sieben Jahren war die denkwürdigste Feier in den fünf Jahren meiner Regentschaft in Palästina. Die die Menschheit trennenden und entzweienden Kräfte sind außerordentlich mächtig und in diesen Tagen besonders aktiv, aber ihnen zum Trotz kommt die Einigung der Welt zustande. Leichtere Verbindungsmittel helfen dazu. Die Möglichkeit einer internationalen Radio-Uebertragung, wie diese heute, ist ein Beispiel hierfür. Aristoteles, an Kleine Stadt- Staaten gewöhnt, sagte, ein Staat wäre dann zu groß, wenn nicht die Stimme eines einzigen Herolds von allen Menschen im Staate gehört werden könne. Heute vermag die Stimme eines einzigen Herolds in die entferntesten Winkel der. Welt zu dringen und — für eine nicht so ferne Zukunft, wie die meisten Menschen denken mögen — zuerst die geistige, dann die politische Einigung der Menschheit prophezeien. In dieser großen Evolution wird, so glaube ich, der Mittlere Osten — Palästina im besonderen ־— eine führende, eine inspirierende Rolle spielen. Auch Direktor Oscar Wassermann hielt seine telephonische Ansprache aus Berlin in englischer Sprache. Sie lautet in gekürzter deutscher Uebertragung ungefähr: * Die Hebräische Universität in Jerusalem steht da als die Verkörperung unseres Aufbauwillens. Die Juden, Schöpfer einer alten Zivilisation, haben in Palästina dem Geiste ihrer Rasse eine Heimstätte errichtet. Die Universität, das intellektuelle Zentrum einer lebenskräftigen und hoffnungsvollen jüdischen Bevölkerung, ist bestimmt, dauernde Fundamente für die nationale Renaissance zu legen. Noch einmal wenden wir uns dem Osten zu, aus dem so viele große Zivilisationen kamen, und mit dem unsere Geschichte seit ihren ersten Anfängen verknüpft ist. Die Herrlichkeit dieser Welt, ihre zahllosen blühenden, auch an Schätzen des Wissens reichen, Städte sind verschwunden. Das ausgedehnte Gebiet, einst die Heimstätte vieler Millionen, ist heute spärlich bevölkert. Ruinen bezeichnen die Stätten einstiger Größe. Aber das Rad derQeschichte wendet sich, schon schütteln diese Länder, die die Wiege der Zivilisation waren, den Schlaf der Jahrhunderte von sich ab; die Rückkehr der Juden in das Oelobte Land wird sie vollends wachrütteln. Wir in Erez Israel haben die Pflicht, den Völkern, die uns Nachbarn und Verwandte sind, zu helfen, ihre Kräfte zu entwickeln, so daß der Fortschritt des Jüdischen Nationalheims von einer geistigen Wiederbelebung des Nahen Ostens begleitet werde. In unserem alten Vaterlande war es uns luden vergönnt, Gott so zu erleben, daß die Begriffe Gerechtigkeit und Sittlichkeit der Stoff geworden sind, aus dem unsere Bibel geformt ist. Mit der Erneuerung des jüdischen Lebens in Palästina fühlen wir das Gewicht der Verantwortung, die uns unsere Erbschaft auferlegt, und wir wissen, daß, was immer die jüdische Gemeinschaft in Erez Israel vollbringen mag, um ihr eigenes Schicksal zu vollenden, auch einen uni ver seilen Wert haben muß. Dieser Verantwortung vor allem muß sich die Hebräische Universität bewußt sein. Aber um die höchsten Ziele zu erreichen, müssen wir Juden unser Leben so formen, daß unsere Nachbarn die Gaben der Kultur, die wir ihnen bringen, anerkennen und bereitwillig annehmen. Nicht mit Worten, sondern mit. dem schweigenden Zeugnis unserer Taten wollen wir überzeugen; dies nicht nur im'Orient, sondern überall in der Welt, wo Juden fortdauernd Feindseligkeiten ausgesetzt sind. Apologetik hat nie viel genutzt, sie hat die Feinde der Judenheit nicht daran gehindert, uns bis auf den heutigen Tag mit den gleichen falschen und törichten Anschuldigungen zu verfolgen. Die wahre Natur des Judentums wird sich in der Welt in Palästina offenbaren, wo unser Leben und unsere A r b e i t für uns sprechen. Die jüdische Wissenschaft in Europa und in Amerika ermangelt des natürlichen Echos in der gesamten Judenheit. Die Arbeiten einzelner Gelehrter in der Diaspora können nur verhältnismäßig kleine Kreise inspirieren, In Palästina aber lebt der hebräisch schreibende und lehrende jüdische Gelehrte mitten in einer hebräisch sprechenden jüdischen Bevölkerung, die mit unserer alten Literatur vertraut ist, die die Werke unserer mittelalterlichen Schriftsteller kennt und die gewohnt ist, hebräisch zu denken. Hier gibt es die natürliche Wechsel- Wirkung zwischen Wissenschaft und Leben, von der die Wissenschaft nicht weniger Nutzen hat als das Leben. Die Wasser des Schiloach fließen langsam und wir wissen, daß die großen Werke des menschlichen Geistes nur allmählieh zur vollen Reife kommen. Da wir Außerordentliches erstreben, sollen wir nicht allzu frühe Früchte erwarten. Wir wünschen der Universität ein organisches Reifen und strenge Selbstkritik gegenüber ihren eigenen Leistungen. Auf diese Weise wird die Universität ihrer dreifachen Aufgabe gerecht werden: ein wissenschaftliches Institut von hohem Rang zu sein, das jüdische Leben in Erez Israel und in der Welt zu fördern und zu bereichern und den geistigen Mittelpunkt für alle Teile des Vorderen Orients zu bilden. James Rothschild erinnerte in seiner Rede an das Interesse, das sein Vater, Baron Edmund, stets für die Sache der Hebräischen Universitat genommen hat. Als einer der Augenzeugen der Grundsteinlegung der Universität während des Krieges im Jahre 1918 schilderte der Vortragende dieses Ereignis und verbreitete sich dann über die einzelnen gegenwärtig bestehenden wissensehaftlichen Institute und ihre Aufgaben. Am Genfer See, so schloß der Redner, zeigt man den Besuchern, wie die Rhone als ein deutlich erkennbarer weißer Strom durch das dunkle Wasser des Sees hindurchfließt. Ebenso hat die jüdische Kultur sich durch 20 Jahrhunderte rein erhalten, während sie durch die Kulturen vieler Länder und Völker hindurchfloß; Wenn die Rhone den See verläßt, nimmt sie ihren Weg zum Meere wieder auf und verbreitet längs ihres Weges Fruchtbarkeit und Segen. So hat auch der Strom des jüdischen Wissens und Denkens heute seinen eigenen Weg wieder aufgenommen, und die Hebräische Universität zeigt uns, daß er frisch und lebensspendend geblieben ist. lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllinilllllllllllliaillllllllllllllllllllllHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIllllllllllllllllllllltlllllllllltlllllllin überlegter Plan — ausführbar oder erfolgversprechend ist, aber das Eine wissen wir: daß zumindest von jüdischer Seite alles geschehen müßte, um die Arbeitsmöglichkeiten und Lebensmöglichkeiten dieser jüdischen Jugend an dem einzigen Orte, der ihr heute offen steht, zu vergrößern. Die Zahl der Zertifikate ist keine Angelegenheit der Palästina-Regierung; sie ist eine Funktion der in Palästina angelegten Energie, die neues schöpferisches Leben hervorbringt und immer mehr Menschen in den Schaffensprozeß eingliedern kann. Zweitausend Zertifikate sind wenig, gewiß, aber wenn die zweitausend untergebracht und absorbiert sind, werden neue kommen; und daneben geht der Strom derer, die kein Zertifikat benötigen, weil sie noch etwas Geld gerettet haben (solche kommen vorwiegend aus Amerika und Polen). Durch Zähigkeit, Ausdauer, Fleiß und Entbehrungen schaffen sie sich einen Platz; sie haben es nicht leicht, vielleicht werden manche versagen; aber wichtiger als die materielle Existenz ist die Möglichkeit, sich ganz einzusetzen, das Bewußtsein einer sinnvollen Zukunft. Palästina ist heute ein Lichtblick in der umdüsterten jüdischen Welt. Zweitausend Menschen, die neu hingehen können, schlagen zweitausend Brücken. Sie haben in dieser Zeit noch mehr Bedeutung als sonst. Der Botanische Garten eingeweiht Jerusalem, 2. Mai. (J. T. A.) Am 1. Mai wurde unter Teilnahme der Professoren- und Studentenschaft der Botanische Garten der Hebräischen Uni versität eingeweiht. Das Grundstück und die Summe zur Erhaltung des Gartens stifteten die Brüder Lamport in New York. Die Festrede hielt im Namen der Verwaltung der Universität Dr. Schlössinger, der ausführte, dieser bisher einzige Botanische Garten im Nahen Osten werde in wissenschaftlicher und in praktischer Beziehung von großem Nutzen für den gesamten Nahen Osten werden. Der! Stiftern, Brüder Lamport, sprach er den Dank der Universität aus. BUcherspenden für die Jüdische National-Bibliothek. Frau S. Preciado in Bukarest, die ersrt vor kurzem einen Fonds zur Schaffung architektonischer Werke auf den Namen ihres verstorbenen Sohnes Jonah Jonel Preciado der Bibliothek übergeben hatte, hat nun auch die Büchersammlung des Verstorbenen der Bibliothek übersandt Die Sammlung umfaßt eine Reihe von Zeitschriften aus dem Gebiete der Architektur und Kunst sowie über 200 gutgewählte Bücher aus diesen Gebieten. Eine zweite Sammlung von Werken über Architektur wurde der Bibliothek von Herrn E. J. L e v y in Kairo übersandt. Es handelt sich dabei um über 100 Bände in französischer, englischer und deutscher Sprache, Die meisten Bücher sind wertvolle Standard-Werke über Architektur. Die Sendung enthielt ferner eine große Zahl von Werken allemeinen Interesses. — Der Deutsche Verband zur örderung der Universität Jerusalem in Berlin (Prof. Citron), sandte wiederum fünf Kisten mit Büchern und Zeitschriften an die Bibliothek. Die Hauptspender dieser Sendung waren Dr. Julius Misch und Frau Dr. July Zadek, Berlin. Dr. Misch sandte zwei Kisten mit Zeitschriften, Büchern und Separat* abdrücken aus dem Gebiete der Zahnmedizin, die er regelmäßig der Jüdischen National* und Universitätsbibliothek über* gibt. Frau Dr. July Zadek sandte über 80 Bände der beiden Zeitschriften ״Neue Zeit“ und ״Sozialistische Monatshefte“ aus dem Nachlasse ihres verstorbenen Mannes, Dr. Ignaz Zadek, Berlin. — Das Warschauer Komitee der Bibliothek, welches seine Büchersammluingen für die Bibliothek unermüdlich fortsdzt, sandte wiederum etwa 1000 Bände. Durch die aktive Mitarbeit des Komitees ist es der Bibliothek möglich, fast alle Veröffentlichungen[ in hebräischer und jid* discher Sprache, die in Polen erscheinen und die für die Bibliographie der von der Bibliothek herausgegebenen bibliographi* sehen Vierteljahrsschrift ״Kirjath Sepher“ notwendig sind, zu erhalten. Die Sendung war, wie alle früheren des Warschauer Komitees, mit außerordentlicher Sorgfalt zusammengestellt Das Komitee der Bibliothek in Kopenhagen überwies zwei Kisten mit Werken hauptsächlich aus dem Gebiete der Natur- Wissenschaft. _ Prof. Wilhelm Kahl, der soeben verstorbene berühmte Jurist, war ein Freund des Gedankens eines Jüdischen Nationalhciins und Mitglied des Deutschen Komitees Pro Palästina, Graf Bernstorff hat im Namen des Deutschen Komitees Pro Palästina folgendes Beileidstelegramm an Frau üeheimrat Kahl gerichtet: ״Das Präsidium des Deutschen Komitees Pro Palästina beklagt aufs tiefste den Heimgang seines hochverehrten Mitgliedes und spricht Ihnen die herzlichste Anteilnahme aus. Unser Komitee wird dem Verstorbenen, der unsere Bestrebungen seit vielen Jahren gefördert hat, ein treues Gedenken bewahren. Der Vorsitzende: Graf Bernstorff.“

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.