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Jüdische Rundschau · 1932-01-01 · 1 (1.1932) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
1 (1932)
Issue
1 (1.1932)
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Monatsausgabe Nr. 1, Januar 1932 JÜDISCHE RUNDSCHAU Zionismus und Zeitgeist Anmerkungen zum deutschen Nationalismus, zum Kommunismus, zur Judenfrage Die jüdische Renaissance des letzten Jahrhunderts, die ihren deutlichsten Ausdruck im Zionismus fand, war ein Erwachen des Judentums aus Starrheit, Passivität und Selbstaufgabe. Sie war die Entdeckung des ״Blutes“ als der tiefsten, beherrschenden Schicht unseres Seins, in ihrer Denkungsart war sie beeinflußt von dem Nationalismus des 19. Jahrhunderts, der ein Produkt des Liberalismus und der Romantik war. Seine innerste Bewegkraft war der Wunsch nach Freiheit und Selbstbestimmung. Der Zionismus empfand sich selbst als Teil der allgemeinen Welle der natio• nalen Bewegungen. Heute hat sich der Nationalismus um uns gewandelt. Auch wo er saturiert wurde, ist er unduldsam, selbstherrlich und triebhaft. In Deutschland steht vor uns ein Nationalismus von ungeahnter Stärke, der blutbestimmt und rassengläubig, zugleich aber aggressiv judenfeindlich ist. Er ist unser Feind und wir müssen uns wehren, für unser Volk und unsere Menschen einstehen. Wenn wir einmal jenseits der politischen Kampfarena, gleichsam als ״Theoretiker“ des Nationalismus, diese Bewegungen betrachten, so finden wir manche geistig charakteristische Züge. Es ist hier nicht die Rede von der nationalsozialistischen Partei, sondern von dem ״Jung-Nationalismus“, der erst jetzt sich seine Ideologie schafft. Es gibt dort mehrere Gruppen, die sich zum Teil um bestimmte Zeitschriften scharen (z. B.• ״Die Tat“, ״Der Ring“ ״Deutsches Volkstum“ u. a.), auch durchaus nicht einheitlich sind, aber ein Bild des Denkens der jüngeren Generation bieten. Das Oemein• same ist die Abkehr vom Rationalismus. Diese Bewegung rühmt sich dessen, nicht eine logische Erkenntnis-, sondern eine elementare ״Instinkt-Bewegung“ zu sein, die grundsätzlich auf einem anderen Boden steht .als alle bisherige Politik; denn diese war in allen ihren Teilen, auch im Konservativismus und Sozialismus, ein Produkt liberalen Denkens und bediente sich der politischen Instrumente des liberalen Zeitalters. Der neue Nationalismus beruht nicht auf einer beweisbaren Ueberzeugung, sondern auf Glauben und Hingabe. Er hat den Charakter eines geweihten Bundes, und daraus erklärt es sich, daß seine Ausdrucksweise oft aus der mystisch-religiösen Sphäre herstammt. Auch das Wort ״Reich“ hat diesen sakralen Beiklang; es ist ein Wort, das aus der jüdischen Gedankenwelt stammt und seine erste Prägung in dem Bundes-Worte vom ״Reich der Priester und heiligen Volk“ gefunden hat. Das Reich als Ziel und Ende aller Menschheitsgeschichte, das ״Reich Gottes“, ist der Gedanke des jüdischen Messianismus. Wenn die Nationalisten ״Reich“ sagen, so meinen sie etwas Gottgewolltes, auch wenn sie (wie Stapel) es nur ״Nomos“ nennen und eschatologische Formeln ablehnen. Ein jüdischer Zaungast dieses neuen deutschen Nationalismus, Rudolf Borchardt, schrieb kürzlieh: ״Es ist ganz gleichgültig, aus welchen Buchstaben sich die Namen der Symbole zusammensetzen, vor deren Aussprache der Widerspruch lautlos verstummt und in den Herzen die plötzliche Gewalt dunkler Gefühle sich entbindet.“ Es kommt also gar nicht auf einen begreifbaren Sinn an, sondern auf die Magie des Symbols. Diese Abwendung von der Ratio ist ein Phänomen der Zeit, das wir auf allen Gebieten des Lebens finden. Dieser Geisteshaltung gegenüber ist das kritische Argument machtlos. Aber es wäre falsch, zu verkennen, daß diese Wendung aus tiefer Enttäuschung über die äußeren und inneren Ergebnisse des liberalen Zeitalters entstanden ist. Am deutlichsten zeigen sich diese Früchte in Politik und Wirtschaft, wo die liberalen Einrichtungen sich selbst ad absurdum geführt haben. Wir Zionisten, deren Bewegung als Protest gegen den jüdischen Individualismus und aus der Sehnsucht nach schöpferischer Gemeinschaft entstanden ist, sehen bei einem Teil der deutschen Jugend Ge* fühlsreaktionen, für die gerade wir Verständnis haben müssen. Es ist die Abwendung von den Entartungserscheinurgen des — wie man es nennt — ״heutigen Systems“, der Abscheu vor einer geistigen Haitung, der im Grunde nichts heilig ist, die in aufgeblase- 11er Selbstgerechtigkeit alles mit technischen Mitteln zu beherrschen glaubt und dann in entscheidenden Momenten kläglich versagt. Wir brauchen nur an die Korruptions-Sk .*dale der letzten Jahre zu denken, an denen leider mehrmals auch Juden beteiligt waren. Wer etwa den Sklarek-Prozeß verfolgt, dessen Berichte taglieh die Zeitungen füllen, wird begreifen, daf3 sich gerade der bessere, der idealistische Teil der deutschen Jugend angewidert von dieser versumpften Welt abwendet. Und nun sagt man den jungen Menschen, hieran seien ״die Juden“ schuld. Alle die Anomalien der modernen Ge- Seilschaft mit ihren Börsenjobbern und Generaldirektoren, die in der Zeit der Prosperity hinter einem Schleier verdeckt waren und sich jetzt enthüllen, dieser ganze Rattenkönig von Gemeinheiten, dies alles weckt die Sehnsucht nach etwas Neuem, nach Abbruch und Neubeginn, Aufbau von Grund auf, Sehnsucht nach Adel, Heldentum, Größe. Nur Banausentum kann die großen Erfolge des Nationalismus nur aus ״wirtschaftlichen“ Gründen erklären wollen. Ein solches Wachstum, besonders unter der Jugend, wäre unmöglich ohne sittliehe Triebkräfte. Ist nicht der Zionismus aus ähnlichen Wurzeln entstanden? Am Anfang des Zionismus steht Herzls ״Mausch-el“, steht die Ablehnung des schauspielernden, kriecherischen, geschäftemachenden Judentums der assimilatorischen Aera. Der Zionismus vor dem Kriege hat viel von deutschen Denkern gelernt, etwa von Fichte und Lagarde. Auch wir wußten, daß es auf neue Lebensgrundlagen, auf Rückkehr zu den Müttern ankommt, nicht auf geschickte Dialektik. ״Instinkt- Bewegung“ nennen sie sich! Schrieb nicht Martin Buber vor etwa 25 Jahren: ״Das ist das rechte Judentum, in dem der Geist Wille und die Erkenntnis Instinkt geworden ist“! Dieser Tage hat Dr. Gustav Krojanker, der sich bereits seit Jahren um ein tieferes Verständnis des deutschen Nationalismus und unserer Beziehungen zu ihm bemüht, in einem Vortrag im K. J.V. (über den noch zu reden sein wird) u. a. darauf hingewiesen, daß der Zionismus, der als Abkehr vom jüdischen Liberalismus ins Leben trat, doch von der liberalen Anschauungswclt so durchsetzt war, daß er eine restlose Auseinandersetzung nicht bewerkstelligen konnte. Krojanker weist auf die Notwendigkeit hin, zu der Ur- Sprungssituation des Zionismus zurückzukehren; das zionistische Denken muß sich innerhalb der heutigen Welt und heutigen Problematik neu orientieren, um den echten Kern des zionistischen Königsgedankens von den Schlacken einer Epoche zu befreien, die mit Recht als überwunden gilt. Zugleich aber zeigt er die Notwendigkeit, unseren Nationalismus in einem neuen und reineren Sinn unter die Idee der Humanität zu stellen. Für jeden Nationalismus ist es u. E. die Schicksalsfrage, ob er den Weg zur Idee de* Humanität findet; dann erst entscheidet sich, ob er eine schöpferische, geistige oder eine zerstörende, dämonische Macht ist. * Für uns Juden ist geboten, uns nicht nur um oberflächliches, sondern um tieferes Verständnis des deutsehen Nationalismus zu bemühen, denn nur dann können wir auch unsere jüdische Haltung dieser Weit gegenüber bestimmen. Es ist keine Kunst, gegen diesen Nationalismus Argumente zu finden, ihn zu verspotten oder in seiner Rückständigkeit bloßzustellen. Man wird damit auch bei sich selbst und bei seinesgleichen Beifall finden können, und dies ist es offenbar, was eine bestimmte Kategorie jüdischer und auch nichtjüdischer Schriftsteller und Publizisten erstreben. Es kommt aber darauf an, sich klarzumachen, daß diese Art der Bekämpfung wirkungslos an den Mauern einer Bewegung abprallen muß, die prinzipiell eine Diskussion verwirft und für die es ein dogmatisches A priori gibt, das jenseits aller Vernunfterwägungen steht. Dazu gehört auch das Rassen- Vorurteil. Darum ist heute besonders offenkundig, was der Zionismus seit Beginn seines Bestehens immer wieder ungläubigen Ohren gepredigt hat: Daß eine verstandesmäßige ״Widerlegung“ des Antisemitismus, eine Erschütterung des antisemitischen Dogmas durch die Mittel der Polemik und der Ueberredung, unmöglieh ist. Gegenüber dieser nationalen Strömung, die sich auf völkischer Basis zusammenschließt und die Juden als Fremdkörper ausstößt, gibt es nur eine würdige Haltung: keine Anbiederung, keine Gleichheitsbeteuerung, sondern die Sammlung des Judentums, Sammlung im äußeren und im inneren Sinne, d. h. organisatorischen Zusammenschluß und zugleich Selbstbe3innung, Bereicherung des eigenen jüdischen Ich, Treue zu den eigenen Symbolen. Wenn wir in diesem Zusammenhang das Wort ״Kultur“ gebrauchen, so sollten wir es tief ernst nehmen, etwas ganz Großes und Starkes meinen, das Ringen unserer inneren jüdischen Kräfte nach einer neuen Gestalt, das Einreihen in die Kontinuität des jüdischen Geisteszusammenhangs, an dessen Anfang große Wunder und große Verheißungen stehen. Es muß wahrlich enttäuschen, wenn eine große jüdische Organisation, der ״Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens“, unter dem Schlagwort ״Kulturtag“ eine Reihe von Veranstaltungen durchführt, die nur einer Wiederholung der alten Qeste gleichkommen. Nicht daß diese Tagung nicht vieles Interessante und auch Richtige gebracht hätte; was uns aber verfehlt erscheint, ist die Aufrcchterhaltung der Fiktion, als ob man durch solche Veranstaltungen vor ausschließlieh jüdischem Publikum, das sich selbst mit dem Prädikat ״wir Deutsche“ belegt, irgendwie auf die Außenweit oder auf die wahre Lage der Dinge wirken könnte. Wir verstehen sehr gut die Situation dieses Judentums, das in tiefster Seele verwundet, die Gefahr empfindet, daß die Welt, in die es sich eingewurzelt wähnte, ihm unter den Füßen wegschwimmt. Man versucht, die Zusammengehörigkeit, die einem streitig gemacht wird, durch ״Kulturtage“ zu retten, aber das Fundament, auf dem diese Versuche errichtet werden könnten, existiert nicht mehr, daher ist das Ganze ein Schlag ins Wasser und eine Illusion, die nur von den bitteren Notwendigkeiten, die vor dem Judentum stehen, ablenkt. Ist so den Identitäts-Wünschen des Juden durch die völkische Bewegung der Boden entzogen, so versucht er es an dem anderen Pol der Entwicklung, in einer Welt, die mit den geistigen Bindungen der Vergangenheit brechen und nur rationalistische Maßstäbe anerkennen will. In diesem Bereich, das heute durch den Kommunismus repräsentiert wird, glauben manche Juden eine neue Heimat finden zu können, genau wie sie es vor 150 Jahren in der Welt der Aufklärung, die nur den ״Menschen“ schlechthin kannte, hofften. Auch dort wird der Grundsatz proklamiert, daß Blutunterschiede zwischen Menschen nicht gelten, daß alle — in diesem Falle alle Proletarier — gleich sind. Wenn auch der empirische Kommunismus viel von seiner abstrakten Theorie abgeben und die nationalen Bindüngen anerkennen muß, so sind es auch hier vor allem die Juden, die für sich und von sich aus gesehen die Aufhebung aller geschichtlichen und blutmäßigen. Unter- Seit» $ a schiede dekretiert sehen möchten. Wir können uns vorstellen, daß auch der Kommunismus der jüdischen nationalen Idee respektvolle Anerkennung zollen könnte; immer aber waren es Juden, die aus Angst, ihren Platz zu verlieren, besonders fanatisch gegen alle jüdischen j Erhaltungstendenzen kämpften. So sind es auch heute jüdische Kommunisten, die die Parole vom ,,Untergang des Judentums“ ausgeben und sich gar nicht genug; tun können in ekstatischer Bejahung dieses Untergangs; eine perverse Erscheinung der Weltgeschichte, die wir bei keinem anderen Volk finden; bei uns ist sie eine permanente Begleiterscheinung unserer Geschichte, gar nicht 90 neu, wie diese selbstgefällig auftretenden Agitatoren meinen; eine Erscheinung, die gar nichts mit der Frage Kapitalismus oder Kommunismus zu tun hat, sondern einfach?ine neue Form des jüdischen Selbsthasses und der jüdischen Selbstflucht, die noch niemals zu einer Erlösung geführt haben, wohl aber oft abschreckend Anlaß gaben zu einer Selbstbesinnung und Aktivierung derjenigen Teile des Volkes, die sich schicksalhaft und unabänderlich in einem be- >׳ stimmten Blut- und Traditionszusammenhang wissen und aus diesem in ihnen glimmenden Funken neues Leben schaffen wollen. * Die Diagnose der Judenfrage, die der Zionismus vor 30 Jahren stellte, ist heute als unanfechtbare Wahrheit im Oesamtbewußtsein anerkannt. Daß die zionistische Botschaft damals von der Mehrheit der Juden der Westländer nicht gehört wurde und daß man in den falschen Bahnen der Assimilation weiterwandelte, hat uns in die heutige verschärfte Not gebracht. Wenn heute noch die Juden nicht erkennen, daß ihre Theorien falsch waren, daß der erlösende Fortschritt nicht kommt, daß wir uns von jener für die Juden relativ günstigen Epoche des Liberalismus, des Individualismus, der freien geistigen, politischen und Wirtschaftliehen Betätigung, mit rapiden Schritten immer mehr entfernen, dann wäre in der Tat wenig Hoffnung für die Zukunft des Judentums. Wir glauben aber, daß diese Erkenntnis heute reif ist, und darum rufen wir die Juden ins zionistische Lager, zu der Bewegung, die allein eine jüdische Zukunft sichern und verbürgen kann. Der Zionismus steht in schwerem Kampf, auch er ist furchtbar hart betroffen durch die Wirtschaftliehe Vernichtung eines großen leiles des jüdischen Volkes, ur hat mit politischen und materiellen Widerständen zu tun, aber auf der anderen Seite zeigt sich besonders deutlich seine elementare Notwendigkeit. Und wenn heute Juden verstehen, daß sie gar keine andere Möglichkeit haben als die der nationalen Selbsthilfe, dann glauben wir, daß die aus solcher letzter innerer Notwendigkeit zu uns gekommenen Menschen uns fe&teF-vr verbunden sind als die durch äußere Versprechungen angelockten. In der großen Auseinandersetzung der kommenden Tage, die nicht nur um eine Neu-Regelung der Wirtschaftsverhältnisse, nicht nur um die Frage der Gesellschaftstruktur, sondern um das Wort •des Geistes, um Glauben und Berufung der Menschheit gehen wird, muß das jüdische Volk auf seinem Platz stehen. Dieser Platz aber, geschichtlich und geistig eindeutig bestimmt, kann, so viele Juden es auch anderwärts geben mag, nur Erez-lsrael sein. Alle müssen mithelfen, dafür zu sorgen, daß es da ist, wenn sein Tag anbricht. R. W. Der Antisemitismus in der deutschen Republik. Von Dr. Fritz Marburg, Verlag Josef Brenner, Wien, 1931. In vier Hauptkapiteln (geteilt auf 33 Abschnitte) und einem Schlußwort registriert Dr. Fritz Marburg die Erscheinungsformen des Judenhasses in der Zeit seit dem Entstehen der deutschen Republik bis auf den heutigen Tag. Ohne sich in lange Schilderungen einzulassen, reiht er Tatsache an Tatsache una schafft dadurch ein erschütterndes Dokument. Soweit erfüllt diese Sammlung ihren Zweck. Wenn dies die Absicht des Verfassers war, so kann man sagen, daß er seiner Aufgabe gerecht geworden ist. Wo der Autor aber selbst spricht und nicht die von ihm aneinander gereihten Phänomene des Judenhasses zu Worte kommen, da läßt dieses Buch leider erkennen, daß sich Fritz Marburg erst in den Vorzimmern des Gesamt- Problems befindet. Schon in der Einleitung stellt er die Frage, ob es ein Judenproblem oder nur ein Problem des Judenhasses gebe. Ohne es klar auszusprechen, scheint er sich der Ansicht Wilhelm Michels (ausgesprochen im Sammelheft des ״Juden“) anzuschließen, daß ״es keine Judenfrage gibt, sondern nur eine Frage des Judenhasses“. Damit beweist der Autor leider, daß er wohl Bescheid weiß in den Manifestationen des neudeutschen Radau-Antisemitismus, aber keine Ahnung hat vom Wesen der iudenfrage. Wenn man auch gerechterweise zugeben muß, daß die Iudenfrage als solche vielleicht nicht in den Rahmen der von Marburg durchgeführten Aufgabe paßte, so wäre es andererseits doch zu wünschen, daß man, auf einer tiefgründigen Kenntnis des ganzen Problemkomplexes fußend, sich an die Bewältigung auch von Teilaufgaben heran wage. Wo der Autor im Buche spricht, da kommt eine Lamentation des noch-jüdischen deutschen Assimilationsjuden heraus, der der Meinung ist, daß die Welt zugrunde geht, weil die National- Sozialisten ״raubtierhaft mittelalterlich“ sind, weil die ״deutsche Demokratie versagt“ usw. usw. Darf man an das Märchen vom verwundeten Füchslein erinnern, welches behauptete, daß die Welt untergehe, weil es dem Tode geweiht war? Liebes Füchslein, die weit geht nicht unter. . . . Trotz Nationalsozialismus, trotz Judenhaß wird weder Deutschland zugrunde gehen, noch werden Judentum und jüdisches Volk verschwinden. Was in diesem Ringen die Existenz verlieren wird* Ist der gtoße historische Irrtum, dem sich die deutschen Juden seit den Tagen der Emanzipation hingegeben haben, nämlich daß sie durch die Hintertür der Emanzipation aus der großen Schicksalsgemcinschaft des historischen. Judentums entwichen seien. Nach wie vor besteht das Problem, wie man jüdisches Volk und Juderttum mit der Welt versöhnen und in Einklang bringen soll. Wie wäre es, wenn sich auch der jetzt zum Denken aufgescheuchte, über den Neoantisemitismus entsetzte Teil des iüdiochen Volkes in Deutschland dazu entschlösse, den weg echter Versöhnung mit Welt und Menschheit zu beschreiteri? s. n.

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