Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 104-105 (30.12.1936)
- Date
- 1936-12-30
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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4 ו jnDlSCHE RllMnsrHAfl Nr. 104V105, 30. XII. 1936 Vertreter des Jischuw sagen aus Oefffentliche Sitzungen der Königlichen Kommission freilich schon ein anderes entwickelteres jüdisches Gernein• wesen in Palästina vor. Aber gerade Jerusalem, wo das Zentrum seiner Arbeit war, zeigt noch heute die Nach- Wirkungen jener destruktiven Kräfte, die das System der Chahtka zur Entfaltung brachte. In dieser Gemeinschaft hat er sein Bankinstitut errichtet und ausgebaut. Und so gebiilirt ihm sicher ein großer Anteil an der wirtschaftlichen Erziehung und Regeneration der betroffenen Volksteile, und das Gelingen seiner Arbeit bedeutet nicht nur wirtschaftliches Gelingen, sondern auch ein Stück Volkserziehuug. Wer die vielen Bände seiner Erinnerungen liest, den mag verwundern, wie ihr Verfasser bei seiner Kenntnis so vieler Probleme eigentlich problemlos war. Jeder auftauchenden!־"rage steht schon der ablielfendc Rat zur Seite, vielleicht ein vorschneller, allzu optimistischer Rat, aber stets ein Rat, dem die Tat nahe ist. Wer hier kritisch werden will, soll nicht vergessen, welche Tatkraft diese Unentwegtheit in sich birgt. Er soll unter diesem Gesichtswinkel einmal die Kriegserinnernngen Mordcehai ben Hillels lesen, die Erinnerungen aus einer Zeit, wo der Jischuw nicht nur am Rande eines Abgrundes lebte, sondern wohl schon in den Abgrund der Vernichtung versunken war. Die Hälfte hafte Palästina verlassen, ein anderer Teil war aus dem Kriegsgebiet evakuiert, l ausende lebten unstet und flüchtig ohne festen Wohnsitz. Dali sich in solcher Zeit eine ganze Reihe von Männern fand, die unter höchster Gefahr mit Umsicht und Glück die Angelegenheiten der jüdischen Bevölkerung führten, das ist ein Ruhmesblatt in der Geschichte des Jischuw. Von diesen Männern war Mordechai ben Hillel einer. Er ist ein würdiger Repräsentant jener aufbauenden und wachsamen jüdischen Intelligenz, des alten Rußland, die heule im Bereich des jüdischen Lebens initiier seltener wird. _ Escha Bergmann Von der Woche Die ersten Orangen der Saison wurden im Tel• Awiwer Hafen verfrachtet, darunter Kisten fiir den König von England, Mr. Bakiwin, Mr. Ormshy-Gor« und Oberrabbiner Hertz. Mr. Hooficn erklärte in einer Ansprache an die amvesemleii Vertreter der nationalen Institutionen: ״Was Sie hier heute sehen, ist noch nichts im Vergleich zu dem, was wir 111 di es uu Hafen schaffen wollen.‘ Die ,.Official Gazette“ enthält die Ankündigung׳ daß im Verlauf des Jahres 1937 nur dreißig Lizenzen an ncueinw.-iiHlernde jüdische Mediziner zur Ausgabe gelangen werden. Im Anschluß an eine Unterredung Schertoks mit dem High Gommissiiiner im Zusammenhang mit der Frage der Vi/c-Burgcr Meisterschaft von Jerusalem fetzte der Gouvcr• ncur die I Unten Khaki! und Auster von Sir Arthur WSuichopes Beschluß in Kenntnis, der zwar auf ein vor der Wahl getroffcncs Abkommen beziiglieh der besonderen Kompetenz des jüdischen Vize-Hürgrrniristcrs gegründet ist, jedoch diese Kompetenz etwas tausch rankt. Mr. Auster hat sich seine Antwort Vorbehalten, da er die .Angelegenheit erst mit den jüdischen Stadträten beraten will. ,.Daily Telegraph" berichtet, daß High Commissioner Sir Arthur Wnuchope eine Verstärkung der britis c!1 e 11 P o 1 i / ei in 1* ,1׳ I ä s t i n a verlangt habe. I ת London seien bereits von den Kronngcnten fiir die Kolonien 40 bis 50 Mann angeworben worden. Diese Rekruten sollen Anfang Januar nach Palästina geschickt werden. Es werden jedoch noch weitere Polizisten benötigt. Geboten wird ein Monatssold von elf Pfund nebst Quartier und Verpflegung. Eine von Abdul I ladi geführte Abordnung des Obersten Arabischen Komitees verließ Bagdad, um sich nach tl eil sch a s zu begeben, wo sie mit König Ibn Saud Zusammentreffen wird, um ihre Haltung gegenüber der Kgl. Kommission endgültig festzulegen. Emir Abdullah und Kronprinz Tallal fuhren von Amman nach Bagdad, wo sie die Gäste von König Gha/1 sein werden. Die arabische Presse ist der Ansicht, daß auch dieser Besuch im Zusammenhang mit der Kgl. Kommission steht. Wie die JTA. erfährt, sind die Behörden einer illegalen arabischen Organisation auf die Spur gekommen, die hauptsächlich aus syrischen Arabern bestellt und sich ,,Palästinensisch-syrischc eiserne Front“ nennt. Das Ziel dieses Geheimverbandes ist es, judenfeindliche Ausschreitungen in Palästina vor/ubcreiien. Beamte der Kriminalahteilung der Palästina-Polizei haben einen Sonderauftrag zur lieberwachung dieser Terroristenorganisation erhalten. Britische Truppenabte׳ iunpeii haben im Zusammenhang <1 a mit am Dienstag unter der Führung von Polizeioffi/iemi Streifzüge durch verschiedene Teile Palästinas unternommen. Im 1 mife der letzten Tage haben 415t) Gemeine und 2il < )ffiziore‘ von den in Palästina stationierten Truppen che Rückreise nach England angetrefe«. Ls wird allgemein angenommen, daß die ständige Garnison, die vor den Unruhen aus zwei Bataillonen 'bestand, nunmehr acht Bat a 1 1 I o 11 o umfassen wird. Ls verlautet, daß mit Wunsch von Jaküb F a r r a j, einem dt::-fliehen Mitglied des Arabischen Obersten Komite«s, c;1tc Sitzung einberufen worden ist. in der über den Konflikt / w i s c he 11 M o h a rn m e ei a n e r n und Christen, beraten werden soll. Trotz wiederholter Dementis kann nicht bc-tritten werden, daß die Spannung zwischen diesen beiden Bmulkerungstcilcn tägiicli an Schärte zunimmt. Gegen militärische Entblößung Der Londoner ״Daily Mirror“ veröffentlicht ein Interview mit dem früheren Chef der Kriminalpolizei Palästinas und der Polizei von Tel-Awiw J. F. B r o a d 11 u r s t, in dem dieser davor warnt, Palästina militärisch zu entblößen. Die arabischen Fülirer, so erklärt Brondhurst, warten nur auf den Tag, an dem die letzten Reservisten das Land verlasssen haben werden. Dann werde ein Guerillakrieg größeren Umfangs als jemals zuvor ausbrechen, der sich auch gegen die britischen Rcgierimgsbeamfen richten werde. Broadhurst weist auf seine über dreißigjährige Etlahruug in Palästina hin und betont, daß er auch später durch die dortige Regierung sowie durch arabische und jüdische Kreise in Fühlung mit palästinensischen Angelegenheiten geblieben sei. Von allen Seiten fürchte man eine Erneuerung der Unruhen in verschärfter Form. Mit der Einschränkung der jüdischen Einwanderung gäben sich die Araber nicht zufrieden, sondern verlangten ihre völlige Einstellung. Seitdem Woche für Woche Hunderte Reservisten aus Palästina abberufen werden, nähmen die Raubüberfälle und Angriffe von Tag zu Tag zu. Wenn der ״Loslag“ da sein werde, würde cs der Britischen Regierung schwer fallen zu erreichen, daß die Reservisten wieder ihrem Rufe folgen. Zum Schluß erklärt Broadhurst, cs werde zur Aufrechterhaltung des Friedens in Palästina stets notwendig sein, größere T ruppenmengen in Bereitschatt zu halte n. Sonst würde wieder eine Lage entstehen wie im Jahre 1929, als der damalige High Commissioner, Fcldmarschall Lord Plumcr, das Land von Truppen entblößt hatte. Daraufhin sei der Aufruhr ausgebrochen und es mußten Verstärkungen aus Aegypten herangeholt werden. Zu solchen Zuständen dürfe man es nicht wieder kommen lassen. Jerusalem, 28. Dezember. (JTA.) Die Kgl. Kommission hat am Montag, dem 28. Dezember, ihre durch die Weihnachtspause unterbrochenen Arbeiten mit einer öffentlichen Sitzung wieder aufgenommen. Zu Beginn der Sitzung überbrachte Rabbi Joseph L.evi der Kommission die Grüße des sephardischcn Oberrabbiners Jacob Mar und des palästinensischen Oberrabbinats. Das Rabbinat, erklärte er, bete dafür, daß die Bemühungen der Kgl. Kommission, Frieden in Palästina zu stiften, Erfolg haben mögen. Der Vorsitzende der Kommission, Lord Peel, sprach dem Rabbinat den Dank der Kommission für diese Kundgebung aus. Im Namen der Knesset Jisrael, der öffentlich-rechtlichen Zusammenfassung der Angehörigen der jüdischen Gemein• Schaft Palästinas, gab sodann der Vorsitzende des Jüdischen Nationalrats (Wand Lcnmi), Jizchak Ben Zwi, Erldärungen vor der Kommission ab. Ben Zwi erläuterte den Aufbau und die Funktion der Knesset Jisrael und betonte, daß dieser überwiegende Teil des Jischuw sich mit den zionistisehen Zielen völlig identifiziere. Sir Horace Rumbol d fragte Ben Zwi, ob die Knesset Jisrael an die Araber Proklamationen gerichtet habe, in denen zum Frieden zwischen Juden und Arabern aufgefordert wird. Ben Zwi: Jawohl, zu wiederholten Malen. Sir Horace Suntbold: Und sie sind erfolglos geblieben? Ben Zwi: Leider. Als nächster Zeuge erschien vor der Kommission der Vorsitzende des palästinensischen Bet Din, Rabbi Frank. Er erklärte, es gebe keine religiösen Verschiedenheiten zwisehen den Teilen des jüdischen Volkes. Das jüdische Volk sei durch Tltora und Land geeint. Zu diesen beiden Bindüngen trete die hebräische Sprache als Nationalsprache hinzu. Die Ausführungen Rabbi Franks gipfelten in der Forderung nach Verordnungen zur Sicherung des Scliabbatsclmtz.es. Im Namen der orientalischen Juden Palästinas erklärte der stellvertretende Vorsitzende des Waad Leumi, Abraham E 1 in a I e h, daß ein Viertel des Jischuw aus orientalischen Juden bestehe. Diese seien der zionistischen Bewegung angeschlossen und empfänden die Forderungen, die der Kgl. Kommission unterbreitet wurden, als ihre eigenen. Um das Schulwesen Ferner wurde Montag Elijahu Berligne vernommen, der einen Bericht über die finanzielle Situation des dem Waad Leumi unterstellten Schulwerkes erstattete. Sir Laurie H a m m 0 n-d richtete an den Zeugen die Frage, ob der Standard des jüdischen Erziehungswesens höher sei als der des arabischen. Eliescr Berligne bejahte dies. Sir Laurie Hammond! Ist es nicht die Pflicht der Regierung, den niedrigeren Standard zu heben? Dr. Josef Lurle (Leiter des Erziehungs-Departements des Waad Leumi): Aber nicht den höheren herabzudrücken. Elijahu Berligne: Die Palästina-Regierung gibt nur S—6 °0 ihrer Gesamtausgabe dem Erziehungswesen. Sir Laurie Hammond: Was kommt zuerst: Oeffentliehe Sicherheit oder soziale Arbeit? Elijahu Berligne: Oeffentlkhe Sicherheit steht überall an erster Ste'le, aber auf anderen Gebieten der Regierungsarbeit wurden keine Kürzungen vorgenommen so wie hier. Sir Laurie Hammond: Ist es Ihnen bekannt, wieviel die Regierung wegen der Unruhen ausgegeben hat? Elijahu Berligne: Ungefähr. Sir Laurie Hammond: Ich will es Ihnen sagen. Das Budget der Regierung ist von 1 700 000 Pfund im Jahre!929 auf 2 250 000 Pfund im Jahre 1936 gestiegen. Das sollte Immer wieder Terrorakte Nach einer Meldung im ״Dawar“ fand in Haifa eine g e 11 e i m e Konferenz arabischer Terroristen statt, auf der beschlossen wurde, den Terror gegen reiche Araber, die Beiträge zu den Fonds der Banden verweigern, zu verstärken. Ferner wurde der Beschluß gefaßt, neue Mitglieder für die Banden in den Dörfern anzuwerben und den Boykott gegen die Juden zu verstärken. Eine bewaffnete Araberbande drang in ein griechisches Kloster bei Nablus ein und zwang den zelebrierenden Priester, ihnen 30 Pfund auszultändigen. Eine andere bewaffnete Bande verübte einen Uebcrfal! auf ein Eiseiibalinarb tierlager bei Raselain, Nach dem Abfeuern mehrerer Schüsse, wodurch zwei arabische Arbeiter verwundet wurden, machten sich die Banditen an das Ausrauben des Lagers und der Arbeiter. Eine bewaffnete Araberbande überfiel einen Kameltransport in Galiläa und raubte alles, was ihr wertvoll erschien, Ein Araber wurde verhaftet und als Mitgled der Räuberbande wiedererkannt. Meldungen aus arabischen Quellen besagen, daß die bewaffneten Banden, die zur Zeit die Gegend um Tulkerem und Dschenin unsicher machen, sich aus palästinensischen, syrischen und Drusenbanden zusammensetzen; unter ihnen befindet siel! auch der berüchtigte Bandenführer Ismad, der im Libanon zum Tode verurteilt wurde, jedoch entkommen ist. Ein Ratibüberfall fand bei Nazareth statt, wo sechs bewaffnete Araber Lastautos anhielten und die Insassen beraubten, nachdem sie sie mißhandelt hatten. Michel Mitri, Vorsitzender des arabischen Arbeiterver- Bandes in Jaffa, der seinerzeit im Konzentrationslager von Sarafend interniert war, wurde auf offener Straße!ח Jaffa von einem Araber angeschossen und verwundet. Mitri ist Christ. Als Ergebnis des Attentats hat die Spannung zwisehen mohammedanischen und christlichen Arabern stark zugenommen. Im Laufe des Tages ist es wiederholt zu Streitigkeiten zwischen den beiden Bevölkerungsteilen von Jaffa gekommen. Zum erstenmal seit Beendigung des Streiks wurden wieder jüdische Arbeiter in E jn Charod überfallen. Aus der Richtung von Gilboa wurden Schüsse auf die Arbeiter abgefeuert, die in einer Plantage Schutz suchten und unverletzt blieben. In der Nähe von Akko wurden nachts zwei Autos von fünf bewaffneten Arabern aufgehalten, die die Passagiere völlig ausranbten. Rina S 11 w i k i, eine syrische Jüdin, wurde aut einer Autofahrt mit einem Freunde, Shimshi Hussein!, Beamter der Jerusalemer Stadtverwaltung und Schwager des Mufti, auf der Jericho Jerusalemer Chaussee von urem Begleiter angeschossen und schwer verwundet, nachdem dieser versucht hatte, sie zu vergewaltigen. In dem Glauben, daß -sein Opfer tot sei, kehrte Husseini naeti Jerusalem zurück, Ihnen eine genügende Erklärung dafür sein, warum nur 5 ״/*] für Sozialarbeit bestimmt wurden, Elijahu Berligne: Aber das Schatzamt hat große Ueberschüsse gehortet. Sir Laurie Hammond: Sie wissen nicht, für welche Zwecke diese bestimmt sind. In Beantwortung einer Frage von Prof. Reginald Coup« I a n d erklärte sodann Dr. L u r i e, daß von den jüdischen Kindern fast 100 0׳״ bis zum 11. Jahr, 90 °/0 bis zum 14. Jahr und 70 0/0 bis zum 16. Jahr die Schule besuchen. Prof. Coupland bemerkte, dies sei eine große Errungenschaft auf dem Gebiete des Erziehungsweseas. Bert Katzenelson und Henrietta Szold Am Nachmittag wurden von der Kommission der Haupt- Schriftleiter des ״Dawar“ Berl Katzenelson, Miß Henrietta Szold und Dr. J. Kliegler von der Hadassah über Ge״ sundheitsfürsorge und Sozialarbeit vernommen. Der Vorsitzende Lord Peel forderte die Zeugen auf zu erklären, zu welchem Berichtspilnkt der Kommission sic Beanstandungen zu machen wünschten. Die Zeugen antworteten, daß sie gewisse Beschwerden der jüdischen Bevölkerung Vorbringen wollten. Als von den Zeugen Klage darüber geführt wurde, daß die Beihilfe der Regierung für das jüdische Gesundheitswesen und die Sozialarbeit unzureichend seien, fragte Sir Laurie Hammond, ob nicht die Tatsache, daB die Regierung den Arabern doppelt so viel Beihilfe gewährt, wie den Juden damit zu begründen sei, daß es doppelt so viel Aaraber im Lande gibt wie Juden. » Die Erklärungen, die die Vertreter der Aguda® Jis« roel vor der Kgl. Kommission abzugeben wünschten, konn* ten aus Zeitmangel nicht in vollem Umfang mündlich vorgetragen werden und wurden deshalb der Konimission Schriftlieh überreicht. Aus dem Wortlaut dieser Erklärungen ist zu ersehen, daß die Agudah-Vcrtrcter unter Betonung ihres durchaus religiös unterbauten Standpunktes sich mit der» Forderungen der übrigen Judcnhcit nach Wiederaufbau eines jüdischen Palästina ausdrücklich solidarisch erklärt haben. Werden die Araber aussagen? Jerusalem, 23. Dezember. (Palcor.) Die Kgl. Kornmission hielt heute zwei geschlossene Sitzungen ab, in denen Dr. Weizmanra seine Aussagen abschloß. Seine Vcrnehmung unter Ausschluß der ()Öffentlichkeit hat insgesamt zehn Stunden gedauert. Es ist nicht ausgeschlossen, daß er, nachdem alle jüdischen Zeugen ihre Aussagen gemacht haben werden, noch einmal vor der Kommission erscheinen wird. Die Kommission hat heute der Presse eine Erklärung übermittelt, die als Einladung an die Araber gedeutet werden kann, ihre Beschwerden zu unterbreiten. Das Communiquö hat folgenden Wortlaut: ״Die Kgl. Kommission wird das Verhör von Zeugen im Lande demnächst abschließen. Körper« schäften oder Einzelpersonen, die Aussagen zu machen wünscheu, wollen sich unter Beilage einer Notiz, in der das zu behandelnde Thema angegeben wird, schriftlich beim Sekretär der Kommission anmelden.“ ״Felestin“ bekämpft noch immer die Entscheidung des Obersten Arabischen Komitees, den Boykott der Kommission fortzusetzen und weist darauf hin, daß cs für die Araber durchaus günstig wäre, als letzte Zeugen vor der Kommission zu erscheinen. Es verlautet, daß die Kommission hohe arabische Regierungsbeamte, darunter Ruhi Abdul Hadi, den Ersten Hilfssekretär der Regierung, und Musa El Alami, einen Regicrungsamvalt, zur Zeugnisablegung aufgefordert hat. Die Kommissionsmitglieder werden voraussichtlich zwi« sehen 20. und 25. Januar Palästina verlassen. wo er angab, von Banditen überladen worden zu sein. Nach einer späteren Meldung ist das Mädchen seinen Verletzungen erlegen, konnte jedoch noch vor ihrem Tode Aussagen machen, auf Grund deren dann Husseini verhaftet wurde. Auf die Geburtskirche in Bethlehem wurden um Mitternacht, als die Kirchenglocken läuteten, Schüsse von den benachbarten Hügeln abgegeben. Polizei und Militär, die herbeieiiten, konnten keine Spur von den Tätern entdecken. Die Kirche war dieses Jahr nicht so stark besucht wie in früheren Jahren. fn Haifa wurde auf ein Haus im arabischen Viertel geschossen und ein zweijähriges Kind verwundet. Ein verdäclitiger Araber wurde verhaftet. Alfred Rock, der christliche Araberfülirer und Mitglied des Obersten Arabischen Komitees, wurde in einem Kaffeehaus in Jaffa von Arabern überfallen und mißhandelt. Die Täter flüchteten. Jüdisches Nationalheim und Großarabien Jerusalem, 27. Dezember. (JTA.) Wie die arabische Presse berichtet, hat Dr. Achmed K a d r i e, ein jetzt im Irak lebendes Mitglied der arabischen Delegation, die unter der Führung des damaligen Emirs und späteren Königs vom Irak, Fcisal, zu den Friedensverharullurigen nach Paris entsandt worden war, der Kgl. Kommission eine Denkschrift zugesandt, die sich mit der Haltung Feisals zur Frage der Schaffung eines Jüdischen Nationallleims in Palästina befallt. Dr. Kadrie bestätigt die von Dr. Weizmann in der ״Times“ veröffentlichte und dann in seiner Rede vor der Kgl. Kommission wiederholte Mitteilung, daß König Feisai sich mit der Errichtung eines jüdischen Nationalheims ln Palästina einverstanden erklärt hat. Diese Zustimmung sei jedoch an die Voraussetzung gebunden gewesen, daß das Jüdische Nationalheim in Palästina eingeschlossen werden soll in ein großarabisches Reich. Da ein solches Reich nicht geschaffen wurde, so sei schon damit allein die Dr. Weizmann von dem verstorbenen König erteilte Zu- Stimmung hinfällig geworden. Fauzi Bey wartet ab Dem ״Haarcz“ wird aus Amman gemeldet, der arabische Rebcllenführer Fauzi Bey e 1 Kaukji habe Vertretern der englischen Regierung in London, Jerusalem und Amman, sowie arabischen Notabein die Erklärung gesandt, er warte die Ergebnisse der von der Kgl. Kommission durcheführten Untersuchung und die Beschlüsse der Britischen egierung ab. Solange die jüdische Einwanderung fortgesetzt wird, werde die ״Erhebung in Arabien“ fortdauem.