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Jüdische Rundschau · 1936-12-23 · Heft 102-103 (23.12.1936) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 102-103 (23.12.1936)
Date
1936-12-23
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 102/103, 23. XII. 1936 JÜDISCHE RUNDSCHAD Seife 7 Antisemitisches aus Ungarn Von unserem Berichterstatter Budapest, 18. Dezember Minister des Innern Nikolaus von Kozina empfing In Berlin den Berichterstatter des ״Berliner Tageblatts“, dem gegenüber er sich über die oft beklagte Einwanderung: von Ostjuden in die nordöstlichen Komitate des Landes folgendermaßen äußerte: ״Eine derartige Einwanderung gibt es nicht, weder in legaler, noch in illegaler Form. Erst jüngst habe ich die Bewohnerschaft dieser Gegend einer gründlichen Re- Vision unterzogen; Aufenthaltsbewil ignngen werden keine erteilt, die unerwünschten Elemente ausgewiesen. Wir wün* sehen keinerlei jüdische Einwanderung.‘• Trotzdem geht die Hetze gegen die ״Oalizianer“ in allen Tonarten weiter. Bei den jüngsten, mit Judcnfratzen versehenen Plakaten stellte sieh heraus, daß sie auf Grund einer gefälschten Unterschrift des Bürgermeisters angeklebt wurden.. Bei den Demonstrationen der letzten Straßenkrawalle aber, die von der Universität ausgingen, stellte die Polizei fest, daß sie zum größten Teil jugendliche waren, oder Erw achsene, die mit den I lochschulcn keinerlei Verbindung hatten. Auch der diese Woche unter allerhöchster Patronanz abgehaltene Kongreß für die Reform des Hoch- Schulunterrichtes — au dem übrigens nur Rabbiner Dr. Alexander Brich ler aus Keszthely, Privatdozent für jüdische Geschichte, als Jude teilnahm, gab der Hochsclmljugend, die wohl geladen, aber nicht zu Worte gelassen wurde, Anlaß zu Demonstrationen gegen einzelne ihr mißliebige Professoren. Sie boykottierte die Vorlesungen oder störte sie durch Stinkbomben. Eine Gruppe von Studenten stürmte sogar die Technische Hochschule, an der Prüfungsarbeiten stattfanden, und da ein Assistent sich mit zwei jüdischen Hörern beschäftigte, gossen sie ilun Buttersäure (nicht gefährlich) ins Antlitz. Eine Aktion gegen die jüdischen Kaufleute wurde ebenfalls auf dem Wege von Plakaten cingelcitet, die vor den Feiertagen die Bewohnerschaft auffordert, nur bei christlichen Kaufleuten und Gcwcbelreibcuden einnikaufcn. Wie ״Esti K u r i r“ mehlet, wurde dieser Tage aber auch eine Broschüre ähnlichen Inhaltes vom ,,Nationalen Verband der ungarischen Ingenieure und Architekten“ versandt, in dessen Vorstand pensionierte und aktive Ministeriatbeamte sitzen. Der neue reformierte Bischof von Debrecen, Karl von Makläry, sagte in seiner Installationsrede u. a.: ״Als erster unter den Meinen rufe ich jedermann zu b r ü d e r - lieber Einheit. Ich schaue nicht, wer Protestant ist, wer Katholik oder Jude; jeder ist mir Bruder, der mit mir davon überzeugt ist, daß wir Söhne desselben Vatei landes sind, durch Gottes ewigen RatsclilnB hierher gesetzt, um gemeinsam Freuden und Leiden und Hoffnungen zu teilen. Die P e s 1 e r Israelitische Gemeinde legte in der vergangenen Woche ihren Jahres- und Tätigkeitsbericht vor. Von den Verhandlungen wären die der Unterrichts- und der Wohltätigkeitssektion zu erwähnen. In letzterer brachte Dr. Nissan K a!1 a n die Anomalie zur Rede, daß das ungarische Judentum für die Auswanderer aus Deutschland pro Jahr kaum 20 000 Petigö zuwendet. Auch beanstandete er, daß die Gemeinde sich zu wenig mit konstruktiver sozialer Hilfe befasse, wie z. R. die in Deutschland so segensreich wirkenden Darlehnskassen, die auf altruistischer Grundlage •Klcinexistenzen aufbauen helfen. Er empfahl auch die Hachschar ah der intensiveren Unterstützung der Gemeinde, von denen sich eben jetzt eine Mädchengruppe auf gescllsehnftheil er Grundlage In der Hauptstadt gegründet habe. — Im Unterrichtsausschuß referierte Vorsteher Dr. Samtie! Glückst h a I über den Stand des Schulwesens, dessen Budget wieder mehr als ■eine halbe Million betrage, doch machte er die Mitteilung, daß die Anzahl der jüdischen Schüler in Budapest im Laufe von 20 Jahren 11111 42 0/0 abgenommen habe. Als Ansporn für den Bestich jüdischer Schulen werde er den Unterrieht in den Volksschulen vollständig gebührenfrei gestalten. Dr. A. F. Palästina •Kundgebung in Amerika Eine Konferenz führender Persönlichkeiten der Protestantischen und der Katholischen Kirche Amerikas, in der über die wachsende Bedeutung des Jüdischen Nationalen Heimes als Zufluchtsort für die Juden Europas beraten wurde, fand vorige Woche in New York statt. Die Konferenz wurde vom amerikanischen Pro-Palästina-Verband einberufen, dessen Vorsitzender Charles Russell ist. Die Konferenz nahm einen Beschluß an, in dem erklärt wird, daß der natürlich gegebene Zufluchtsort für jüdische Flüchtlinge Palästina ist und die englische Regierung zur Erfüllung —MAGISTER KIRSCH— Der gute Likör Magister-Likörfabrik, Manchen VII ihres Versprechens an das jüdische Volk und die ganze Welt aufgefordert wird. Die Konferenz drückte ihre Ueberzeugung aus, daß das christliche Amerika hinter der von ihr ausgesprochenen Forderung an Großbritannien steht, die ungesetzliche, ungerechte und unhaltbare Teilung Palästinas rückgängig zu machen und Transjordanien in seinen rechtmäßigen Zustand als Bestandteil Palästinas zuriiekzuversetzen. Ferner forderte die Konferenz die Aufhebung samtlieber Beschränkungen jüdischer Einwanderung nach allen Gebieten Palästinas. Der amerikanische Minister des Inneren, Mr. H. Ickes, erklärte in einem an die Konferenz gerichteten Schreiben, daß das Palästina-Experiment durch ungenügende Mittel und noch mehr durch die Drohungen und wiederkehrende Ausbrüche seitens derjenigen behindert werde, die die Bcdeutung des jüdischen Aufbauwerkes nicht erkennen. Es sei wahrlicn eine Bewegung, deren Förderung echten Christen gezieme. Unter den Anwesenden waren die Herren Rohinson, Präsident des New-Yorker City College; Henry Haskell vom Carnegie-Institut für Internationalen Frieden; Bischoff Francis McConndl; Rev. Christian Rcisner; Norman Hapgood; Rev. Henry Leiper, Sekretär des Christlichen Weltrates, und Rev. Walter Howlett, Sekretär des New-Yorker Jnter-Faith Committee. _ Der Oberrabbiner von Kopenhagen, Dr. Friediger, feiert am 25. Dezember sein 25jähriges Rabbinerjubiläum. Nach Absolvierung des Rabbinerseminars in Berlin ging Dr. Friediger als Rcligionslchrcr nach Prag. 1920 wurde <3־ als ' Oberrabbincr nach Kopenhagen berufen. Im Alter von 57 Jahren ist in New York der jüdische Sozialarbeiter Henry Moskowitz, Vorsitzender der Exekutive des ORT-Verbandcs Amerikas und Mitglied der Exekutive des Joint Distribution Committee, gestorben. Im jüdisehen Bereich hat sich Henry Moskowitz, der in früher Jugend aus Rumänien nach Amerika gekommen ist und auch in Deutschland studiert hat, insbesondere auf dem Gebiete der Wiederaufbauarbeit in Osteuropa betätigt Rumäniens Füderman bei König Carol Bukarest, 20. Dezember. (JTA.) Der geschäftsführendc Vorsitzende des Zentralrats der Juden Rumäniens und Präsidenf der Union rumänischer Juden, Dr. Wilhelm F i l d e r in a 11, ist am 18. Dezember vom König Carol in Audienz ein pfangen worden. Der Zentralrat der Juden Rumäniens, ein Ausschuß zur Wahrung der staatsbürgerlichen Rechte der jüdischen Bcvölkerung, ist von den beiden großen politischen Organisationen der Juden Rumäniens, der Jüdischen Reichspartei und der Union rumänischer Juden, als oberstes Exekutivorgan geschaffen worden, nachdem durch eine systematische Propaganda zur Abschaffung der bürgerlichen ('ileichbcrech'igting der Juden lind eine Reihe verfassungswidriger Ucbcrgriffe in der Verwaltung eine für die rumänische Judcnhcit bedrohliche Situation entstanden war. Dem Präsidium des Zentralrats g<- hören außer Dr. Filderman auch der Vorsitzende der Ji'ulisehen Partei und ehemalige Abgeordnete Dr. Theodor Fischer und der Vertreter der jüdischen Rcligionsgemcin- Schaft im rumänischen Senat, Oberrabbiner I. Niem er ower, an. Das Präsidium des Zentralrats hat bercils eine Reihe von Aktionen zur Wahrung -der jüdischen Gleichberechtigung bei den zentralen Stellen unternommen und erreicht, daß vom Ministerpräsidenten Tatarescu und anderen Mitgliedern des Kabinetts erklärt wurde, daß eine Verletzung der in der Verfassung verankerten und durch die Minderheitenschutz-Verträge bekräftigten Gleichberechtigung der jüdischen Bevölkerung nicht geduldet werden würde, jetzt hat sich der Zentralrat offenbar veranlaßt gesehen, auch die Krone über die geschaffene Lage zu informieren. Ein Buch über Rumänien Rumänien — diesseits und jenseits der Karpathen. Von Wolfgang 11 ö p k c r. 127 Seiten und eine Karte. Verlag Knorr 8t Hirth G. m. b. H., München, 1936. 3,90 RM. Rumänien ist eines der Länder, das eine sehr große Zahl Juden beherbergt. Nach einer Statistik, die im vorliegenden Buche enthalten ist, beträgt die Zahl der Juden in Rumänien 778 091. Sie stehen damit an dritter Stelle der rumänischen Nationalitäten, und zwar unmittelbar hinter den Rumänen und Magyaren (die aber hauptsächlich in einem einzigen Gebietsteil, nämlich in Siebenbürgen, konzentriert sind). An vierter Stelle folgt dann die deutsche Minderheit mit 713 564. Die jüdische Minderheit beträgt in Rumänien 4,9 ״'<> der Oesamtbevölkerung. Sie ist auf alle Gebietsteile Rumäniens verteilt, am stärksten (mit mehr als 10 0״־) in der Bukowina und in Bessarabicn vertreten. Die Gestaltung der politischen Verhältnisse in Rumänien ist daher eine Angelegenheit, die auch unter jüdischen Gesichtspunkten von hohem Interesse ist. Das Buch von Höpker gibt über die Eigenart Zionistische Arbeit in Holland Von unserem Berichterstatter RL. Den Haag, 16. Dezember Im Jahresbericht für die Zeit vom 1. Juh 1935 bis 30. Juni 1936 gibt der Niederländische Zionistenbund einleitend einen Ueberblick über den allgemeinen Zustand des jüdischen Volkes und die Lage in Palästina. Uebcr die organisatorischen Verhältnisse innerhalb des Niederländischen Zionistenbundes wird gesagt, der Bund habe in seiner großen Mehrheit von jeher den Grundsatz vertreten, daß für die Entwicklung des zionistischen Gedankens, für die Führung zionistischer Propaganda und im allgemeinen für die Zweckmäßigkeit jeder zionistischen Arbeit keine andere als die I a n d e s ni .:i ß i g e Organisationsform geeignet sei. Dieses Prinzip verlange, daß jeder Zionist individuell in einer einzigen Landesvereinigung organisiert und der organisatorischen Disziplin dieser Vereinigung unterworfen sei. Innerhalb dieses Bundes bestehe völlige Freiheit für zionistische Partcibildung. Die Zahl der Mitglieder hat im Jahre 1935/1936 uni fast 300 zugenommen. Am 30. Juni dieses Jahres waren es 3187 gegenüber 3193 gegenüber dem gleichen Stichtage des Vorjahres. Besondere Aufmerksamkeit wurde der Propagandafätigkeit gewidmet. Auf Grund der in Holland lierrsehenden Auffassung wurde an Stelle einer Schekelaktion im März dieses Jahres eine Aktion zur Werbung neuer Mitglieder durchgeführt. Auch die hebräische Arbeit wird nach Möglichkeit gefördert. Vor allem die Zusammenarbeit mit der Jugendföderafion spielt hier eine Rolle. Diese gibt auch einen schriftlichen Kurs heraus. In verschiedenen Orten werden S’ichoth veranstaltet. Störend macht sich das Fehlen gemögenden Lehrmaterials in holländischer Sprache bemerkbar. Die Aufgabe des P a 1 ä s t i n a - A ni t s, das erheblichen Einfluß auf die Hachscharah in Holland ausübt, soll künftig auch auf das Erteilen wirtschaftlicher Ratschläge für die Niederlassung in Palästina und eine Vcrinittlungstätigkeit ausgedehnt werden. In der Berichtszeit sind aus Holland nach Palästina a 11 sgewandert: 42 unverheiratete Arbeiter (davon 30 Chaluzim nach beendeter Hachscharah und 12 andere), 30 Chaluzoth, 21 Ehepaare, 66 Kapitalisten, 1 Junge und 6 Mädchen mit der Jugendalijah und schließlieh 5 Schülerinnen der Wizo. Dazu wird bemerkt, daß das Verhältnis der Anzahl Kapitalisten zur Oesamtzahl der Auswanderer durch zufällige Umstände dieser Periode in einem sehr wesentlichen Maße abweicht von den Wahrnehmungen in anderen Ländern. Der Prozentsatz In Holland ist ungefähr 38 <V0, der in aneieren Ländern, nach der Oesamiziffer gerechnet, 10—15 <>’«. Ferner wird bemerkt, daß die genannten Ziffern (mit Ausnahme der der Kapitalisten) ein Minimum darstellen, da eine weitere Auswanderung aus Holland stattgefunclen habe, die jedoch der Kontrolle des Palästina-Amts entzogen gewesen sei. Die Zahl der holländischen Zionisten, die im Laufe der Jahre nach Palästina gegangen seien, sei zwar nicht genau festzusfeilen, doch dürfte es nicht übertrieben sein, ihre Zahl mit 1200 anzugeben. Die noch immer nicht zum Stillstand gekommene wirtschaftliche Depression und die stets zunehmende Zahl von Geldsammlungen verschiedener Art erschwerten die Bcmühungen, die Einkünfte des Jüdischen N a t i o n a I f o 11 d s gegenüber den vergangenen Jahren erheblich zu erhöhen. Sie betrugen 39 713 Gulden im Jahre 5696 gegenüber 32 506 Gulden im Jahre 5695. In Anbetracht der Umstände werden diese Ergebnisse als befriedigend befrachtet. Trotz des ständigen Rückgangs des durchschnittlichen Inhalts der Nationalfonds-Biicliseii brachte die Leerung einen Rekordbetrag von über 8300 Gulden. Die zun» 26. und 27. Dezember d. J. einberufene Jahres- Versammlung des Niederländischen Zionistenbundes wird über diese Arbeit des vergangenen Jahres verhandeln, eine neue Leitung zu wählen und die Richtlinien für die künftige Arbeit festzulegen haben« Judenfrage dieses durch allmähliche Hinzufügung verschiedener Gebietsteile entstandenen Reiches eine vorzügliche sachliche Information; das vorwiegend psychologisch-kulturelle Problem, aus der verschiedenartigen Bevölkerung, deren einzelne Teile eine ganz differente politische und kulturelle Vergangenheit haben, ein Einhcitsrcicli zu formen, ist gewiß nicht einfach. Es ist ein weltpolitisch bedeutsames Problem der Ver* Schmelzung westlich und östlich gerichteter Kulturkreise zu einer neuen Einheit. In einzelnen Kapiteln wird auch die Judenfrage behandelt. Die Eigenart der Judenfragc im Vergleiche mit den anderen Minderheitenfragen sieht der Autor darin, daß die Juden sich um das Eindringen in das Staatsvolk bemühen, während die anderen Minderheiten gerade um die Aufrechterhaltung ihrer kulturellen Sonderstellung kämpfen. Den Juden gegenüber haben die Rumänen nicht die Tendenz der Assimilation, sondern der Dissimilation. Die Minderheitenbewegung der übrigen Volksgruppen geht mit den Juden höchstens in dein Streben nach Gleichberechtigung zusammen, dann aber trennen sich die Wege. Der Verfasser betont aber, daß es auch innerhalb der jüdischen Minderheit Gegenströmungen gibt, vor allem die Orthodoxen und die Zionisten, und er meint, daß man die Kräfteverhältnisse zwischen diesen Gruppen besonders in den ehemals russisehen Gebieten nicht übersehen könne. In der Praxis sei aber der Wille zur Assimilierung immer stärker geworden. Da die Rumänen das Volk mit der größten'Geburten- Ziffer Europas sind, so haben sie eine Abneigung gegen Aufsaugung andersvölkischer Gruppen. Anders liegt der Fall hei den Magyaren, die als geburtenschwaches Volk den jüdischen Zuwachs in gewisser Hinsicht begrüßen. Aus dieser Tatsache um! audem Umstand, daß die Magyaren der jüdischen Assimilation immer sehr freundlich gegenüberstanden, erklärt der Verfasser auch die Magyarophilic der jüdischen Bevölkerung Transsylvaniens. Er hehaliptet, daß diese jüdische Bevölkerung durch die (irenzzerschncidung Ungarns wirtschaftlich empfindlich getroff «1 wurde und auch aus diesem Grunde Sympathien für Ungarn habe. In dieser Konstellation findet der Verfasser auch eine Erklärung dafür, daß in Ungarn von seiten der Regienmg — trotz der dort starken rassenschiitzlerisehen Bcstrebungen —- der Antisemitismus offiziell bekämpft wird; denn che Sympathien der Juden in den Gren/gchicten betrachte Ungarn als ein starkes politisches Aktivum. Wir verzeichnen diese Dar-tellung, die auf Seiten der rumänischen Juden Widerspruch finden durfte: es ist jedenfalls interessant,, dah der Autor die Sympathien der Juden in derartigen Gebieten als einen po'iii.M'h wiehtigm kaktor anerkennt. Die kurze Studie über die B u k o w i 11;1 scheint uns im wesentliehen die richtigen (ieMchfspunkte zu enthalten, obw'ohf gerade über die Geschichte des Nationalitätenproblems in diesem Lande noch so manches Interessante hinzuzufügen wäre. 1. IN ALLER KURZE Vor 800 Studenten des Jewish Theological Scminary hielt ן der Gouverneur des Staates New York, Colonel Herbert H. Lehman, anläßlich des 50jährige11 Jubiläums der Anstalt1 eine Ansprache, in der er Krieg, Wirtschaftsnot und Unduld« samkeit als die drei llaupiprobieme der heutigen Zivilisation bezeiehnete. Die Rettung für die Welt müsse aus der Re• ligion kommen. Au diesem Werk müßten die Juden ihren vollen Anteil haben. Der Vorsitzende der Exekutive des Seminars, Sol M. Stroork, feierte in einer Rede den Richter am Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten, Louis G. Brandais, der vor kurzem das 80. Lebensjahr vollendet hat. Die Jüdische G e in e i n d e von Saloniki hat ein Comtminiqud heraus!:egeben, in dem die Freude darüber zun» Ausdruck gebracht wird, daß die Griechische Regi_e«j rung nunmehr den viralen jüdischen Fragen_ eine günstig« Behandlung zuteil werden läßt, nachdem einer jüdischen Dele-I gation Gelegenheit gegeben wurde, hohe Regier!!ngsbeamt« in Athen über eine Anzahl jüdischer Probleme aufzukläreruj Die Agudas Jisroel vennstalletc in London eine! Kundgebung, bei der der politische Sekretär der Organi« sation, H. A. Gooilmnnn, und PräMdent Jacob Rosen• h e i ni den agudisii -. hcn Standpunkt erörterten. Goodman erklärte, die Agudnl» habe gegenüber der Kgl. Kommission zum Ausdruck gebrorlit, daß sie sich vollständig dem von den Juden in der ganzen Welt vertretenen Standpunkt anschließe, wonach es eine unauflösliche Verknüpfung des jüdischen Volkes mil dem jüdischen Land gibt, eine Verknüpfung, die seit der göttlichen Verheißung an Abraham nicht schwächer geworden ist. Iin übrigen vertraten die Redner die agudistischen I ordmmgen und verlangte 11 stärkere Beobachtung der Religion in Palästina. Das ״Israelitische (icmeimlchiatt" Mannheim berichtet, daß die Synagoge in Konstanz von einen» schwerer» Unglück iieinigesiicht worden sei. Lin Brand, dessen polizciliclic Untersuchung noch im Gange ist, vernichtete den Aaron Hakodesch, s.muinhe Thorarollen und verschiedene Kultgegeiistände. Auch die Orgel ist durch das 1 euer zer* stört worden. Der Synagogenrat in F 1־ e i b u r g veranstaltet eine Um* frage, ob die Einrichtung von sogenannten W o 11 n ge rn c i n schäften ein Bedürfnis ist. Die Gemeinde will ein Haus oder eine größere Wohnung mieten und an ältere Leute je ein oder zwei Zimmer ahgeben, die von den Benutzern mit eigenen Möbeln ausgestattet werden. Für die gesamte wohn• gemeinschaft soll gemeinsam gekocht werden. Die Koste!! sollen sich auf keinen I all höher stellen als im Einzel• hauslialt. Das ״Israelitische ücmeindcblatt“ in Mannheim vermerkt die Namen von zwei Familien mit insgesamt acht Persotten, die aus der Israelitischen Gemeinde in Schwetzingen ausgetreten sind. Nach Meldung des ״Generalanzeiger“ in Ltidwigshafert hat der Landeshanernführer den Ortsbauernführer in Bann mit sofortiger Wirkung von seinem Posten enthoben, da er erwiesenermaßen in der letzten Zeit mehrfach Geschäft«! mit Juden getätigt und sich damit des Ehrenamtes eine» ürtsbauernführers unwürdig erwiesen habe. Die Israelitische Kultusgcmcinde in Fußgönheim?1! der Pfalz ist laut Beschluß des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeimkm der Pfalz aufgelöst worden. Die Synagoge wurde verkauft. Sic war im Jahre 1902 erbaut worden. Die Anzahl der Gemeindemitglicdcr in Fußgönheim beträgt zusammen mit den Ortschaften Schauemheim und Ellerstadt, die dazu gehören, 15 Personen, darunter fünf erwachsene Männer. Dem Ausschuß für \ oikerbundsreform ist vorn Jüdischen Weltkongreß in Genf ein Memorandum vorgclegt worden, in dem auf die Notwendigkeit einer Verbesserung des Minderheitenschutzes im Fall einer Reform des Völkerbundspaktes hingewiesen wird.

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