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Jüdische Rundschau · 1936-12-18 · Heft 101 (18.12.1936) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 101 (18.12.1936)
Date
1936-12-18
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 11 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 101, 18. XII. I?3d Träume ״am Scheidewege“ Aus dem Artikel eines Engländers Vor einiger Zeit — noch während der Unruhen — hat ein in Palästina lebender Engländer namens Nevilf Barbour eine Broschüre veröffentlicht, In der er verschiedene Vorschläge für die Lösung des jüdisch-arabischen Problems in Palästina macht. Diese Broschüre hat erhebliches Aufsehen erregt; sie wurde in Palästina in jüdischen, in englischen und arabischen Kreisen lebhaft diskutiert (über eine solche Aussprache im jüdischen Kreis berichtet« die ״Jüdische Rundschau“ in Nr. 77). Auch die Londoner ״T i m e s“ hat die Vorschläge Barbours sehr ausführlich abgedruckt. Es haben sich dann noch eine Reihe öffentlicher Aeußerungen angeschlossen, insbesondere in Form von Briefen an die Redaktion in der englisch geschriebenen jüdischen ״Palestine Post“. Def Verfasser dieser Broschüre, Nevill Barbour, scheint in der letzten Zeit vollständig auf die arabische Seite iibergegangen zu sein, offenbar verstimmt darüber, daß seine Vorschläge auf jüdischer Seite sehr kühl aufgenommen wurden. Ef veröffentlicht jetzt in der von den Arabern in englischer Sprache herausgegebenen Zeitschrift ״Pale st ine and T r a n s j o rda 11“ einen Aufsatz ״Am Scheidewege“, der eine Art kurzen Ueberblick über die Geschichte des Zionismus gibt und sich dann über die gegenwärtige Situation äußert. Wir geben diesen Teil seiner Ausführungen nachstehend wieder, weil wir es für notwendig halten, daß auch jüdische Kreise darüber informiert sind, was in den englisch-arabischen Zirkeln in Palästina gedacht und zum Teil recht wirksam als Propaganda in die englische Oeffentliehkeit lanciert wird. Das Bild, das Nevill Barbour sich über die Möglichkeiten der nächsten Entwicklung macht, sieht folgendermaßen aus: ״Nehmen wir an, die Regierung bestehe auf einer Fortsetzung der Massenein Wanderung, so stimmen die meisten Beobachter darin iiberein, daß dies einen neuen schrecklicheren Aufstand als den letzten bedeuten würde. Um ihn zu unterdrücken, müßte die Regierung ihre Militärmacht wieder auf bieten, und diesmal rücksichtslos. Die Folgen würden nicht vorauszasehen sein, die Kosten gewaltig, wenn die arabische Welt niedergekämpft ist. Di« jüdischen Minoritäten in anderen arabischen Ländern würden es inzwischen für ratsam halten, neue Länder aufzusuchcn, und da es viele Leute in der ganzen Welt gibt, die der Anwendung von Gewalt in diesen! Ausmaß zur Unter- Stützung des Zionismus scharf widersprechen, so kann eine noch me dagewesene antisemitische Explosion in England und anders wo vorausgesagt werden. Nimmt man andererseits an, dal) die Einwanderung auf eine Zahl reduziert wird, bei der die anderen Teile der Bevölkerung sich nicht mehr bcdroht fühlen, etwa auf 5000 pro Jahr, so würde in diesem Falle sicherlich die gesamte Jtidenhcit der Welt protestieren und verzweifelte Versuche machen, den englischen Premierminister zu überreden, die Entscheidung in einem neuen Brief an Dr. Weizmann zu widerrufen. Man würde einen Appell an den Völkerbund richten, aber in diesem Fall würde der Irak oder einige andere Staaten den Artikel 26 heranziehen. Der Haager Scliiedsgerichtshot würde dann angerufen werden zu entscheiden, ob Art. ft, der die Einwanderung abhängig davon macht, daß die Rechte oder die Lage der anderen Teile der Bevölkerung nicht beeinträchtigt werden, zu vereinbaren sei mit einem Grad der Einwanderung, die nur durch den Gebrauch eines britischen Armeekorps ״erleichtert“ werden kann. Ein Boykott britischer Waren könnte vorgeschlagen werden (gemeint ist wohl: von den Juden — A. d. R.) und die Möglichkeit ist nicht ausgeschlossen, daß die Heissporne von Tel-Awiw mit den ״Birjoniin“ und mit Bar Kochba wetteifern und eine Revolte entfachen würden. Solch ein Abenteuer könnte natürlich mir ein Ende nehmen. In Polen und anderswo ist den jüdischen Massen lange gesagt worden, daß der blaue Himmel und die goldenen Orangen Palästinas mit offenen Armen warten, sie zu empfangen, und daß das einzige Hindernis der Einwanderung britische Bosheit und die Selbstsucht der reichen arabischen Feudalherren ist, die die Emanzipation der arabischen Massen durch den jüdisehen Sozialismus fürchten. Eine einschneidende Herabsetzung der Einwanderung würde sicher unter den jüdischen Massen in diesen Ländern eine bittere Enttäuschung hervorrufen, und es würde zu antibritischen Demonstta״ t i o n e n kommen.! Die Extremisten der Zionistischen Organisation wür-1 den sich vielleicht den Revisionisten anschließen, um abzuwarten, welche Möglichkeiten der nächste Welt* krieg mit sich bringen mag. Die Gemäßigten würden voraussichttich nach einer Zeit der Verwirrung fortfahren, das bestehende Nationalheim fortzuentwickeln, indem sie mehr die Qualität als die Quantität in den Vordergrund stellen; während die Zionistische Organisation wahrscheinlich ihre Energien darauf richten würde, in weniger bevölkerten Kontinenten neue Zentren für die jüdische Ansiedlung zu suchen (1 — A. d. R.). Die britische und polnische Regierung würden vielleicht die Führung in der Einberufung einer internationalen Konferenz zur Untersuchung des jüdischen Wanderproblems übernehmen; diese beiden Länder haben in der Tat eine solche Verantw Ortung für die gegenwärtige Lage, daß es ihre Pflicht wäre, so zu handeln. In Palästina wird voraussichtlich ein beträchtlicher Rückgang der Regierungsein 11 ah men stattiinden; aber die Nachteile daraus würden in gewissem Maße ausgeglichen werden durch die Ausschaltung vieler Unwirtschaftlieber und deshalb ungesunder kommerzieller Aktivität. Das Nationalheim würde als das geistige Zentrum der Judenheit bestellen bleiben.* Befreit von der Feindschaft, die seine verdächtigen politischen Ziele bisher in gewissen Kreisen erregt haben, würde es die Sympathie der Welt behalten für die wundervolle Verbesserung, die es in geistiger und materiellcr Beziehung für diejenigen Juden hervorgerufen bat, die das Glück hatten, sich dort niederzulassen oder die indirekt durch seinen verjüngenden Einfluß erreicht worden sind. In dein Bestreben, die notwendigen Anpassungen in einer Weise zu machen, die allen Teilen die größtmögliche Befriedigung gewährt und ein Minimum von Verstimmung schafft, steht die Königliche Kommission vor einer Aufgabe von beträchtlicher Schwierigkeit.“ Es braucht kaum gesagt zu werden, daß diese Vorstellungen von jüdischer Seite nicht annehmbar sind. Die Entwicklung in Palästina muß einen anderen Weg nehmen, zum Nutzen der Juden und Araber (und auch der Engländer). Diesen zu finden, bedarf die Kommission einer höheren Weisheit. Von der Woche Dr. Weizmann verbrachte den 14. Dezember mit seiner Gattin, Frau Dr. Vera Weizmann, als Gast im Regierungsliaus in Jerusalem. Er verließ es, nachdem er das Dinner in Gesellschaft des Chefsekretärs der Palästinaregierung, John Hathorn Hall, und des Mitglieds der Kgl. Kommission, Prof. Reginald Coupland, genommen hatte. In den letzten Wochen sind einer Reihe arabischer Lehrer an Regicrungsschulen Kündigungsschreiben zugestdlt worden. Diese Lehrer hatten in der Zeit der Unruhen eine lebhafte Hetzpropaganda getrieben und die arabische Dorfjugend für die Aufstandsbewegung organisiert. Ferner wurden von der Palästinaregierung mehrere Beamte des Gesundheits-Departements entlassen, denen nachgewiesen worden war, daß sie sich im regierungsfeindlichen Sinn betätigt haben. In Jerusalem sind Meldungen eingetroffen, wonach das Koloniemininisterium sich damit einverstanden erklärt haben soll, da II ein Betrag von 50 IKK) Pfund zur Errichtung eines Dorfes bewilligt werde, in dem die Araber untergebracht werden sollen, die früher die Häuser in der Altstadt von Jaffa bewohnten, die in der Zeit der Unruhen durch englische Truppen niedcrgerisseri wurden. ״Haaretz“ bringt eine unbestätigte Meldung, wonacli die Regierung ihre sämtlichen Abteilungen instruiert haben soll, keine Haurancr bei öffentlichen Arbeiten zu bescliäftigen und für die Abschiebung von Hauranern über die Landesgrenzen Sorge zu tragen. Diese Maßnahme soll angesichts der Aufrollung der Frage der illegalen Einwanderung von Hauranern vor der Königlichen Kommission beschlossen worden sein, Vor einigen Tagen wurden in Haifa auf dem Markt z. a 11 1 r e! e h e Haurancr von arabischen A r b e i - lern, die mit Stöcken bewaffnet waren, überfallen und geschlagen. Der Ucberfall ist darauf zurückzuführen, daß die palästinensischen arabischen Arbeiter unter der l.ohiufrückerei der Haurancr, die oft für einen halben Schilling am Tage arbeiten, schwer zu leiden haben. Der Akkocr Korrespondent der arabischen Zeitung ״El Di-chamca t-1 Islamia“ meldet, daß an der syrischen Grenze eine g 1 o ß c Gruppe von Juden verhaftet worden sei, die versucht habe, ohne Visa nach Palästina zu kommen. Die arabischen Zeitungen melden aus Beirut, daß sieh in letzter Zeit ein lebhafter Waffenhandel im Lib a 11 o n - (i e b i e t entwickelt hat. Die Grenzpolizei hat Automobile beschlagnahmt, die in Mehlsäcken verborgene Waffen mit siel! führten. 250 Gewehre wurden von der Polizei besdilagiirslimt. Täglich treffen neue Meldungen über Gewehr- Schmuggel ein. Die Zeitungen erklären, daß ein großer Teil der Waffen, die wahrend der Unruhen nach Palästina geschmuggelt wurden, aus dem Libanon stammten. F!!!sprechend der von der Mehrheit des Tel-Awivver StmhraUs angenommenen Taktik ist Bürgermeister Rokach wieder aus zwei Stadtratskommissionen mit 8 gegen 7 Stimmen ausgeschlossen worden. Während der Debatte über den Ausschluß des Bürgermeisters aus der Hafenkommission brach das Teuer auf dem Messcgelände aus und die Sitzung mußte unterbrochen werden. Der Verband der Schab bat-Hüter organ isierte am Baltnhof von Tcl-Awiw, wo trotz des Schabbats gearbeitet wurde, «ine Demonstration, die von der Polizei unter Anwendung von Stöcken auscinandcrgctrieben wurde. Elf Personen wurden verhaftet und eine Anzahl leicht verletzt. 111 Anwesenheit des Bürgermeisters Rokach, zahlreicher hebräischer Schriftsteller und Männer des öffentlichen Lebens fand in Tel-Awiw die Einweihung des neuen Gcb ä u d c 5 für die Städtische Bibliothek statt. Mit Rücksicht auf die Häufung von Unglücksfällen in der letzten Zeit beabsichtig( die Tcl-Äwiwcr Polizei, durchgreifende Aenderungm in der Regelung des S t r a II e n Verkehrs vorzunehiiR'ii. Zahlreiche Straßen sollen zu Einb a 11 n s f r a ß e n erklärt werden. Der Verkehr von bespannlen Fahr Zentren und Handwagen soll von den Hauptstraßen zwecks Erleichterung des Verkehrs der Autobusse abgclenkt werden. Die hebräische Presse protestiert gegen die Weg- I ri c■ s 11 11 g g e w j s s c r Gesetze, di« von größter Wichtigkeit fur das Jüdische Nationalheim sind, aus der soeben veröii'entlidilen P a 1 ä s t i n a - G e s c t z s a m 1111 u n g. So fehlt in dem Band z. B. das 1020 erlassene Gesetz, wodurch die drei offizielle Sprachen Palästinas anerkannt wurden, sowie das Afi kommen zwischen 1'•'״ gl and und dni Vereinigten Staaten. mit welchem letztere das Mandat anerkannten. Neye Terrorakte Eine starke Bande bewaffneter Amber hat einen Angriff auf eine Stcinbruchanlagc in Migdal Zedek unternomrnen. Der Wächter wurde von den Terroristen entwaffnet und gi lessclt, sodann wurden sämtliche Maschinen und die I e׳1׳11.׳t'.ug:.anlagc vernichtet. Bevor die alarmierte Polizei auf dein Schauplatz dutraf, waren die Täter bereits entfidlen. Spaier wurden im Zusammenhang mit diesem lieberfall zwei Araber verhaftet. Einer von ihnen ist Beander in dem Departement fur Oeffentliehe Arbeiten der Regierung. Auf ■das Haus des Bürgermeisters von Beisan wurden von Arabern Schüsse abgegeben, durch welche der Sohn des Bürgermeisters verwundet wurde. Vor einem Monat hatten Terroristen sein Geschäft niedergebrannt. Eine Gruppe jüdischer Landvermesser wurde auf Keren Kajcmetii-Boden frei Beisan, wo eine neue Siedlung geplant wird, von Arabern beschossen, Die Kugeln beschä* digten das Auto, in dem die Landvermesser saßen, ohne sie selbst zu treffen. Ein mit einem Revolver bewaffneter und maskierter Araber versuchte in der Jerusalemer Altstadt, einen Juden an/ugreifen, wurde jedoch durch das Erscheinen von Passanten in I lucht versetzt. Im arabischen Dorfe Safariah wurde ein Druse durch die Explosion einer Bombe, die er bei sich trug, getötet; sein Begleiter wurde ernst verletzt. In den Morgenstunden des letzten Sonntags wurde die Stadt Hebron durch eine Schießerei aufgeschreckt, die sich zwischen Terroristen und Militär ir. den Straßen entwickelt hatte und eine halbe Stunde dauerte. Bei Bala, in der Nähe von Dschenin, wurde eine Po- I i z c i P a t r o u i 11« durch arabische Terroristen beschossen. Verwundet wurde niemand. Ein nach Safed fahrendes Auto wurde in einiger Entfernung von der Stadt durch Hindernisse, die über die Straße gelegt worden waren, aufgehalten. Als die Passagiere versuchten, die Hindernisse zu entfernen, wurden sie beschossen. Ein Araber, der Widerstand leistete, wurde durch Messerstiche schwer verwundet Die Haltung der Araber Obwohl das Arabische Oberste Komitee die Meldung, daß die Araber demnächst vor der Kgl. Kommission erscheinen werden, dementiert hat, erfährt ״Palcor“ aus zuverlässiger Quelle, daß das Komitee bereits Material zur Vorlage an die Kommission zusammengetragen hat. Außerdem ist bekannt, daß der Bürgermeister von Gaza, ein Verwandter des Mufti, eine Denkschrift an die Kommission gerichtet hat, und daß das Oberste Komitee gegen diesen Schritt nichts einzuwenden hatte. Anläßlich des mohammedanischen Feiertages sind die arabischen Zeitungen Mittwoch in vergrößertem Format erschienen. Sie enthalten besonders scharfe Artikel, in denen gegen Juden und gegen England agitiert wird, sowie Aufrufe vom Mufti und von Fauz.i Kaukji zur Fort- Setzung des Kampfes. Die arabische Zeitung ״A Difaa“ schlägt vor, in einem der Dörfer Balaa, Dscliabad oder Beit Uinrcin ein Denkmal für den ,,Unbekannten Soldaten" des arabischen Aufstandes zu errichten. Die Zeitung ״El Dschamea cl Islamia“ setzt sich für die Schaffung von Hcldendenkmälern in jeder Stadt und in jedem Dorf ein. Zur Frage der ״Parität“ Die von der Jewish Agency in Jerusalem herausgegebene offizielle ״Palcor“ verbreitet am 16. Dezember nachstehende Notiz: Die von einer Nachrichtenagentur verbreitete Meldüng, wonach das Kleine Aktions-Comitö eine ״p o 1 i - tische Parltä!“-Formel angenommen haben soll, entbehft jeder Grundlage. Das Kieme A.-C. konnte eine solche Formel nicht angenommen haben, da Uber einen dlesbezügliehen Antrag gar nicht abgestimmt wurde. Dfe olltische Formel, die tatsächlich angenommen wurde, war ereits anläßlich des XVII. Kongresses von Nahum Sokolow vorgeschlagen worden und stellt fest, daß die Juden ״weder zu herrschen noch beherrscht zu werden“ wünschen. Das vorstehende Dementi, das reichlich spät kommt, bezieht sich offenbar auf die JTA.-Meldung, die wir in Nr. 95 der ״Jüdischen Rundschau“ vom 27. November abgedruckt haben. Man kann sich vorstellen, wie dieses Dementi zustande gekommen ist. Anscheinend haben diejenigen Kreise, deren Meinung im Kleinen Aktions-Comitö in der Minderheit war, und die nachher bestritten haben, sie hätten der Exekutive ein ״Ultimatum“ gestellt, nun doch in irgendeiner Form — natürlich nicht in einem ״Ultimatum“ — eine derartige Erkiätung der Exekutive gefordert. In einer Situation, wo es gewiß vor allem darauf ankommt, die jüdische Einigkeit zu wahren, hat man es offenbar für richtig gehalten, wieder eine ausweichende Formulierung zu wählen. Wir fürchten aber sehr, daß die Entwicklung schneller geht als die Entschlüsse des Kleinen A.-C. und daß die Prinzipien, um die man sich dort streitet, bald überhaupt keine Aktualität mehr haben werden. Familien - Nachrichten Heir Dr. med. Erwin Meyer, Tel-Awiw, Allenbystr. SB (früher Berlin -Sieglitz) begeht am 27. Deternber seinen 50. Geburtstag. Herr Herrmann Schwarz und Frau Else, geb. Steinberg, Jeru- «dem, I.O.B. 932, begehen am 25. Deiembei die SilberhocWit. Mohammedaner gegen Christen Die seit einiger Zeit bestehende Spannung zwischen mohamrnedanischen und christlichen Arabern in Palästina hat im Laufe des Sonntags zu einigen Zwischenfällen geführt. Die Veranlassung hierzu bot die mohammedanische Boykott-Aktion, die sich seit neuestem nicht nur gegen die Juden, sondern auch gegen christliche Araber richtet. Schon bald nach dem Abbruch des Araberstreiks hat es sich gezeigt, daß die Freundschaft zwischen mohammedanisehen und christlichen Arabern in Palästina brüchig geworden war. Die Mohammedaner erklärten in ihrem Streben nach wirtschaftlicher Expansion ganz offen, daß sich der Boykott auch gegen christliche Araber richten müsse. Als es dann nach dem Abschluß des französischsyrischen Abkommens zu blutigen Zusammenstößen zwischen Mohammedanern und Christen in Beirut kam, nahmen die palästinensischen Mohammedaner offen für ihre syrischen Glaubensgenossen Partei und legten gegenüber den Christliehen Arabern Palästinas eine ausgesprochen feindliche Gesinnung an den Tag. Vor kurzem wurden nun in der Altstadt von Jerusalem mohammedanische Boykottposten vor Christliehen Läden aufgestcllt, die mohammedanische Käufer am Betreten der Geschäfte hinderten. Die christlichen Geschäftsleute meinten zunächst, daß es sich um einen Irrtum handelt, wurden aber bald darüber belehrt, daß sie als ״Verräter“ angesehen wurden, weil sie sich an dem Boykott gegen die Juden nicht b etciligen; deshalb müsse der Boykott auch gegen sic gerichtet werden. Zu einem Zwischenfal! kam es auch bei dem Gebäude der Yoüng Men’s Christian Association, wo ebenfalls Posten aufgestellt wurden, die jeden Mohammedaner am Eintritt hinderten. Laut ״Palcor“ werden die Meldungen über Reibungen zwischen mohammedanischen und christlichen Arabern in der arabischen Presse energisch dementiert. Die Tatsache jedoch, daß sowohl das Arabische Oberste Komitee, wie auch die arabische Presse, eifrige Propaganda für Einigkeif betreiben, wird allgemein als Beweis dafür angesehen, daß Mißstimmigkciten bestehen, die sich auch in den täglichen Meldungen über Streitigkeiten zwischen Christen und Mohammedanern bestätigen. Ein Streit in einem Jerusalemer Caf£ führte letzten Sonntag sogar zu einem Handgemenge. Ein von mohammedanischen Chauffeuren Unterzeichneter Aufruf au die Mohammedaner, die von christlichen Arabern geleitete Nationale Autobus-Gesellschaft zu boykottieren, wurde in Form von Flugblättern in Jerusalem verbreitet. Es handelt sich um eines der größten arabischen Unternehmen im Lande. Chantikkah- Feiern In Tel-Awiw fanden am Montag, dem 14. Dez., abends die traditionellen C 11 anukkah- Feuerwerke und Pro- Zessionen statt. Tausende von singenden Schulkindern mit brennenden Kerzen bildeten zwei Prozessionen, geführt von Pfadfindergruppen mit brennenden Fackeln und Musikkapellen. Eine Prozession zog durch den nördlichen, die andere durch den südlichen Staatteil. Die Fenster waren mit Leuchtern illuminiert; Tausende von Zuschauern waren auf den Straßen, die einen eindrucksvollen Anblick boten. Dt. Weizmann wohnte einer Chanukkah-Feier für 1000 Kinder bei, die in der Jeschurun-Synagoge zu Jerusalem abgehalten wurde, und wurde von den Kindern bejubelt. In einer kurzen Ansprache gab er seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß sie die Erfüllung der jüdischen nationalen Hoffaungen mit eigenen Augen schauen werden.

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