Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 100 (15.12.1936)
- Date
- 1936-12-15
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seife!2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 100, U. XM. 193« Der Wandel des Geschichtsbildes wieder vermissen an den unruhigen Juden jene staatstnännische Gelassenheit, die eben ein Charakteristikum des englischen Volkscharakters geworden i*t. Denn Schicksale formen Volker, und da ist cs nicht verwunderlich, daß Juden, seit Jahrhunderten fast nur auf Abwehr gegen eine feindliche Umwelt und gegen die Gefahreu der Assimilation eingestellt, nicht mit gleichen Maßen messen wie England. Zudem geht cs, was Palästina betrifft, für die Juden um Sein oder Nichtsein, um die heiß erstrebte Gelegenheit, die eigene Kraft zum Aufbau zu beweisen und die innere schöpferische Energie zur Entfaltung zu bringen, während für die Engländer, bei aller Sympathie, die sie dafür haben mögen, doch nur eines ihrer vielen administrativen Experimente vorliegt. Das englische Weltreich und nicht zuletzt das englische Nation;!!״efiihl ruht auf so festen Grundlagen, daß das englische Volk auch innere Krisen mit Festigkeit und Ruhe tragen kann. Wir Juden, die unter englischer Obhut unser Natiouallieiin auf bauen, können in mancher Hinsicht durch die englische Schule gehen, und wir müssen wünschen, daß das gegenseitige Verständnis der beiden Völker an dem historischen Treffpunkt im Raume Paiiistinas über alle Hindernisse hinweg zu einer echten Zusammenarbeit führt. Dieser Wunsch ist besonders jetzt wieder lebendig, wo eine englische Kgl. Kommission, also Abgesandte des Königs — nun des neuer» Königs — die Lage in Palästina zu prüfen haben. Manches ist da schwer zu verstehen. Die Juden, Kopf und Herz bis zu tu Rande ungefüllt mit den angesichts der immerfort citisti'ömenden Unglücks-Nachrichten sich ständig steigeinden Sorgen, mögen die Geste der kühlen Beamten- Objektivität nicht immer der Sache angemessen finden, um die cs geht. Auf der anderen Seite nimmt der Englautier, (.lern als das Geheimnis der Stabilität seines Reit lies die unbedingte Legalität des Staatsbürgerliehen Handelns erscheint, Anstoß an manchen Absuiiderltclikeiten lies noch recht ungefcstigten paliistiiieiMsdieti Daseins. Die stärkste Dissonanz wahrend der palästinensischen Untersuchung ist, worauf wir bereits liingcwieseu haben, hei der Behandlung der sogenannten ,.illegalen Einwanderung“ entstanden. Ls geltort keine Ihophetengabe dazu, um vorauszusehen, daß dieser ihinkf, der uns, gemessen ntt den anderen Kernfragen, nur als Teilproblem erscheint, in dem Bericht der Kumliiiwitm eine erhebliche Rolle spielen wird. Wie können, so fingt der Lord, die Juden Palästinas und die jüdisehen Instanzen sielt der Pflicht eut/ielien, bei der Lntlammg von illegal eittgewanderten Juden der Polizei, also dem Organ des Königs, iltre Hilfe zu gewähren! Er übersieht, daß die palästinensische Juden heit noch nicht diese selbstverständliche innere Beziehung zur Legalität haben k;1 n!1 wie das in diesen Vorstellungen erzogene englische Volk, weil umgekehrt auch die Sache des jüdischen Volkes nicht ein so selbstverständlicher Bestandteil des englischen Genieiuschaftsinteresses bildet. Hier ist nicht zu moralisieren, sondern erzieherisch zu handeln, und es ist eine Aufgabe für wirklich große staatsiniinnische Fähigkeiten. Die Krise in England ist überwunden. Mit verstärkte!• Kraft werden die Aufgaben des Tages in Atigriff genommen. Unter diesen Aufgaben ist auch die Lösung des dornigen Problems Palästinas, und auf diesein Teilgebiet -. einem winzigen Teil innerhalb des (iesamtbercielics der englischen Krone — ist das jüdische Volk bereit mit/u,arbeiten, und erwartet vertratiensvoll, daß der englische König über das Wort wachen wird, das England für diese Sache eingesetzt hat. Oie Verteidigung der jüdischen Idee. Im Ralvmcn der K'uift iinzen des ״S! hm 3 Israi I“, die in Paris »tattfanden, sprach, nach einem Bericht unseres Pariser K-Korrespondentoi, der bekannte französische Zionist Ai me Pailiere (ib r ak katholischer I ran/ose geboren und n.־u 1111er aus lieber- /e'.ii'iing /uni Judentum ubergetreten ist) über die Präge: ..i-t das jiiilnihim partikulari-tisi t! .*" Der Redner bidonte, daß «las Judentum nur im gleiehen Sinne partikiilaristi'di sei, wie all!׳ Rei!1;•1 ■nen, d. 11. dal! es sein besonderes Dogma und m ח׳,•!» -•nid■ re!!geiiart hat. Dieser!׳.׳;!time jüdische Par- 1ikn!;u ׳,-nr,!-. i-1 die Voraussetzung «Ser Lrhaitung des Judentmiis. I!11t/1h i!1 wir 11 der Jude auf die Präge nach der Al)- soiiilernm! ,Ir•, Judentums eine negative Antwort geben, da er ihrui aMi hnendiui Sinn Itt'rausfülilt. Der Jude lebe nicht in einer ab,;•-rlilo-snicn Welt, die ganze jüdische Tradition sei vielmehr von dem (käste der Universalität durch- «Innigen. I s :ו!!•!׳• «men ״Katholizismus" Israels. Der jtidisehe Part1k1!l׳־!ris!m!s ist der (ieist der (״amilie, aber der Zusammenschluß in der Pamilie bedeut«*! nicht die Absonde* rung von der Außenwelt, In dem (jeist seiner Religion finden sieh Israel und die Menschheit vereint." R, R, Lambert, der Chefredakteur des ״tDivers Israelitc“, sprach In dem gleichen Rahmen über: ״Ist «las Judentum revolutionär?“ Der Redner betonte, «lall das Jiulentmti keineswegs in seinen Anbangem den («eist der Ordnung zerstört. Im Gegenteil, das Judentum schließt clie strengste Disziplin auf allen Gebieten des menschlichen Lebens ein. Das Judentum würde itiir dann zerstörend wirken, wenn 1111m es mit Tagesfrageil poli* tischer oder sozialer Art verquickt und vor allein, wenn cs das Bewußtsein seiner eigenen Aufgaben verliert, [)er Redner schlägt daher Zwei Lösung«! vor: das Judentum auf einer hohen Ebene, außerhalb der Tages kämpfe zu halten und das Judentum unangreifbar zu machen, In dem es mit derb Gewissen de« freien Menschen verschmilzt, ln diesem Sinne nimscil die Juden an dem Aufbau einer neuen Menschheit mihvirkeii. Die Landesorpnlsation dar Atfuda* Jisroel in Deutsch- Lind erläßt folgenden Aufruf: ״Der Landesvorstand der Agtidas Jisroel weiß sieb eins mit unseren Brüdern in ErCz Israel in Ihrem schwüren Ringe« um die jüdische Position und spricht die feste Uebcrzetigung aus, daß diesem Ringen Erfolg!)«■schieden »ein wird. Unsere Gesinnungsgenossen in Deutschland fördern Wir auf, durch den vollen Einsatz ihrer Persönlichkeit de« Aufbau Efez Israels auf agudistischer Grundlage zu fördern und clmnlt zur Gestaltung eines vorn Geiste der Tauroh getragenen Gemeinschaftslebens bei* zutragen.“ Ei ist für denjenigen, der den geistigen Schaffeniprazeß unserer Zeit verfolgt, eine» der erregendsten und wesentlichsten Ereignisse, wie allmählich das Geschichtsbild, das sich im Laufe zahlreicher Jahrhunderte hcrouskristallisiert hat, auf Grund neuer Voraussetzungen zu wandeln beginnt und wie neue Wertungen eingeführt werden. Es ist noch nicht abzusehen, welche Folgen diese Umwälzung im historischen Denken für das Abendland haben wird. Wir können nur registrieren, wie sich dieser Prozeß allmählich vollzieht. So lesen wir in der pädagogischen Zeitschrift ״Vergangenheit und Gegenwart“ (Heft 11) einen Auszug aus einem Vortrag von Wilhelm Erbt über ״Die alte Geschichte“, in dem der Verfasser versucht, von rassischer Grundlage aus die Geschichte des Altertums zu betrachten. Das Juden tum sieht er folgendermaßen: ״Das assyrische Weltreich gibt uns den Anlaß, zwei Erscheinungen ins Auge zu fassen. Wir beobachten, wie cäie soziale Bewegung das Morgenland ergreift. Die Unterschicht, die Lohnarbeiter, die Handwerker in «len Städten, die Land- und Herdenpächter des Krön- und Tempelguts und der Geschäftsleute, sie wehren lieh gegen die ihnen drohende Gefahr, ihren Menschenwert zu ver- Heren. Die Sprachen der Vorderasiaten unterscheiden bezeichncndcrweise nicht wie wir das Geschlecht, sondern Person und Sache. Der Angehörige der Unterschicht will nicht zur Sache werden. Aus dieser sozialen Bewegung entsteht die übervölkische und Überstaat■ liehe Gesellschaft des Judentums, Indem es ihr gelingt, einen Tempel und seine Gottheit, den Zion in Jerusalem, zu erobern. Nun steht gegen das durch Waffengcvvalt geschaffen« und gehaltene Weltreich das Gottesreich, beide von derselben Zielsetzung be*timmt, Lebensanschauung, Wirtschaft und Verkehr der Welt zu beherrsehen; und auch sein letztes Mittel ist der Krieg. Immer wieder wird dieses Judentum, solange es bestellt, an die Unterschicht sich wenden oder eine Unterschicht künstlich zu schaffen suchen, um sein Ziel zu erreichen. 1111 alten Morgenlandc eroberte cs sich der damaligen Wirkungsmöglichkeit entsprechend als Stützpunkt einen Tempel, in unserer Zeii der veränderten Weltlage, sich unpassend, Kußland, ein Reich mit seinen Hilfsmitteln.“ Einen ähnüclien Versuch der Geschichtsbetrachtung ( auf rassischer Grundlage unternimmt Ferdinand Friedrich Z i m - ruermann in der Zeitschrift des Reichsnährstandes ״Odal“ (Novenihcrhcft) in einem Aufsatz ״Rom und Juda. Der Untergang des alten Kaisertums“, worin die Zeit nach der Zerstörung Karthagos untersucht wird. Aus den umfangreichen Untersuchungen können wir nur zwei Stellen her- Vorlieben: ״Die Entwicklung des semitischen Puniertums geht in Verbindung mit dem Judentum auf einen ganz, bewußten Verzicht eigener Staatenbildung, auf Ausbreitung Jüdischer Vertreter in Estland Der Staatspräsident von Estland hat den Vorsitzenden des Jüdischen Kulturrats, Hirsch Aisenstadt, in längerer Audienz empfangen und ihm mitgeteilt, daß er beabsichtige, einen Vertreter «ler jüdischen Minderheit im estnischen Parlament zu ernennen. Die Ernennung soll aut Grund eines Vorschlags des Jüdischen Kulturrats, des Organs der jüdischen Kulturautonomie in Estland, erfolgen. Nach der Verfassung hat der Staatspräsident das Recht von den SO Mitgliedern des Parlaments 10 zu ernennen, Die Ankündigung des Staatspräsidenten wurde von der jüdischen Bevölkerung mit großer Genugtuung aufgenon! men. Arabische Propaganda ln Jugoslawien Von unserem Berichterstatter J. H. Beograd, 8. Dezember Dieser Tage weilte Emir Arslan, der Genfer Vertreter der syrischen Araber, in Sarajewo, «ler Hauptstadt Bosniens. Er entfaltete eine antizionistische Propaganda zugunsten der Araber in Palästina. Es ist interessant zu vermerken, daß Emir Arslan von gewissen Kreisen seht warm aufgenoinnicn wurde, obzwar die bosnischen Muslimanen in fast gar keinen Be- Ziehungen zu Palästina stehen. Der Grund dieser warmen Aufnahme wird Vielmehr im immer größeren A 111 i s e m i - t Ismus der bosnischen Musllnianen zu suchen sein, die in der Aktion Arslan eine Gelegenheit judenfeindlicher Aeußerungen sehen. . Die Festschrift für Casslref. Im Mal d. J. erschien im Verlag der Oxford University Press (Claredon Press) eine Festschrift für f‘r0f. Ernst Cassirer, dem ehemaligen Ordinarius für Philosophie a!1 der Hambtirglschen Universität, anläßlich seines (נ(). Geburtstags. Pas Buch, herausgegeben von R. Klibansky, Oxford (ehemals Heidelberg), und El. J. Pa ton, Glasgow, vereinigt unter dem Titel ״Philosophy and History“ 21 Beiträge der namhaftesten PhilosopliciL und Historiker der Verschiedensten Länder und Schulen; unter ihnen sind zu nennen: die englischen Philosophen Prof. Alexander in Manchester und C. J. Webb, Professor ot the Philosopliy of the Christian Religion In Oxford; di« Italiener Senator G. Gcntilc und G. Calogero, Professor der Philosophie in Pisa; die Pariser Professoren E. Gllsofi, Brehier, finnischvig, Lcvy-Btuhl; die Holländer Huizlngä*Leydert Und Pos- Amsterdam; der Spanier Ortega v Gasset; ferner ft. Gröet* hausen, und F, Medieus-Zilricn. Außerdem enthält der Band aus dem Nachlaß Friedrich Güiidolfs die Einleitung Seiner noch unveröffentlichten ״Geschichte der Deutschen Ge* scliichtsschfeibuHg•1. Die englischen Kritiker nehmt״« das Buch zum Anlaß einer eingehenden Würdigung VOtt Casslrers Werk und Leistung. So sagt das Literafy Supplement der ״Times": ״CassirCra Ruf als schöpferischer Philosoph 1111t einer eigenen Botschaft beruht wohl zur Hauptsache auf seiner ״Philo* sophle der symbolischen Formen", aber als Kritiker und Meister der gan/e« Skala spekulativen Denkens zeigt er eine ungewöhnliche Weite und Vielseitigkeit, und »eine Arbeiten über die Griechen im allgemeinen und Plato im besonderen, über die modernen Systeme von Descartes, Lelbtilz, Kant, Natorp und Cohen stempeln ihn zu einem der umfassendsten F>enker unserer Zeit.“ — Lord Listowel im ״Burlington Magazine“ nennt den Band eine passende Huldigung für den hervorragenden philosophischen Denket־. — in der philosophiseheft Zeitschrift ״Mind“ hebt Professor de Rurgh die Bedeutung des Bandes für das zeitgenössische Denken hervor und bemerkt, die Gabe sei besonders geeignet für Cflsalrer, der mehr als alle anderen Denker der Gegenwart durch sein Werk zur Erfüllung von Diithey* Forderung einer Verbindung d«r Philosophie und Geschichte buigetragen habe. Jacob Hornstein der einzelnen and ihre Zerstreuung unter die bestehenden Staatsgebilde In der Absicht Und mit der Wirkung, diese dadurch allmählich aufzulockern oder gar aufzulösen Dein ersten Rassenkampf der Weltgeschichte, der in «lern Erliegen der Sumerer geendet hatte, war der zweite gefolgt, bei dem die Römer die Panier vor die Klinge gezwungen und sie dadurch niedergerungen hatten, Aber jetzt folgte erst der eigentliche Entscheidungskampf der Rassen, bei dem die Semiten nicht mit dem ihnen ungewohnten Schwert, *ondern mit ihren ureigenen alten Waffen kämpften, die Ihnen noch aus der Wüste her mitgegeben sind und mit denen sie immer noch erfolgreich gewesen waren. Sie setzten Hinterlist gegen Heldenmut, Betrug gegen Mut, Bestechung gegen Einsatzbereitschaft kurz, Geld gegen Blut.“ -- Ztrni Schluß heißt es u. a.: ״Diese Semiten konnten keinen Staat atifbauen, sondern nur einen Staat zerstören. Sie korinten keine Wirtschaft gestalten, sondern nur eine Wirtschaft J>ewuchern. Sie konnten keine Kulturgüter schaffen, sondern nur Kulturgüter stehlen oder vernichten. Sie konnten keine Geschichte machen, sondern nur Geschichte fälschen. Und* so gehen sie ihren Weg weiter durch die Weltgeschichte.“ Wir weisen schließlich noch auf einen in der Zeitschrift ״Die Welt als Geschichte“ (II, 5) abgedrucktett Vortrag d«s Berliner Orientalisten Prof. H. H. Schaed-er über ״Die Orientforschung und «las abendländische Geschichtsbild“ hin, In dem er die Auffassungen Rankes, Burckhardts, Wellhausens und anderer Forscher von der Bedeutung des Orients für die europäische Oeschichte analysiert und zum Schluß die Frage aufwirft: Wie stellen sich zu der europäischen Geschichtsforschung die orientalischen Nationen, die eben jetzt im Begriff sind, sich ihr eigenes Geschichtsbild zu schaffen? Die Hoffnung, daß sie sich den europäischen Auffassungen anschlicßcn würden, bezeichnet Schauder als aus- Buhtslos. ״Die Geschichtsbetrachtung, die heute bei den einzdnen orientalischen Nationen entsteht, weicht von «kr abendländischen Ansicht der Dinge stark ab bis zum entschicdeiicn, sei es unbewußten, sei es bewußten Gegensatz.“ Sthacder gibt dann der Hoffnung Ausdruck, dal) die Gegensät/e zu einer Klärung gebracht werden können: ״Aber So kraß werden die Gegensätze nicht immer sei« — daß überh.iupt Gegensätze auftreten, können wir flicht ändern, und könnten wir cs, so wäre es unbillig, wenn wir es wollten. Wir gestehen aus eigener Erfahrung jedem Volke, das sieh für sein Dasein und für seine Ehre einsetzt, das Recht zu, den Sinn einer Geschichte selber zu d e u - t«n — in der zuversichtliche« Uebcrzetigung, daß Cs unlösbare Konflikte zwischen nationalem Geltung«afisprtich und wissenschaftlichem Wahrheitsanspruch wenigstens auf die F>,mer nicht gebe« kann. So Wird es auch nicht ausbleibcü, daß die abendländische Deutung der Orientgeschichte und ihre Auffassung auf orientalischer Seite einander begegnen.“ Der Sandschak - Konflikt (Von unserem Pariser Berichterstatter) K. Paris, Im Dezember Der Konflikt zwischen Frankreich und der Türkei, der ittl Zusammenhang mit der Gründung des neuen syrischen Staates über die Frage des Saiidschöks von Alexandrette ent- Stauden ist, wird jetzt vor dem Völkerbund diskutiert Werden. Sowohl Frankreich wie die Türkei haben sich bereit erklärt, in freundschaftlicher Welse diesen Konflikt fall dem Völkerhund vorziilegen und dessen Schiedsspruch anzunehmcti. Doch dürfte die Angelegenheit nicht auf der außerordentlichen Tagung behandelt werde«, die jetzt wegen der spanischen Frage einberufen worden ist, sondern erst auf der ordentlichen Tagung des Völkerbundes am 17. Januar 19)7. Der französische Dolegierte (Staatssekretär Vienot) wlr-d dem Völkerbund die Entsendung einer Stildienkommisslon nach dem Vorderen Orient Vorschlägen, die sich aus Mitgliedern der Mandatskonim ixsion sowie des Völkerbundssckretarlates zusammensetzen wird. Diese Kommission wird wahrscheinlich das syrische Minderheitenproblem in seiner Gesamtheit untersuchen. In den letzten Tagen ist eine gewisse Entspannung der Gegensätze zwischen den verschiedenen Völkerschaften der neuen Syrischen Republiken eingetreten; sowohl Alouiten Wie Drusen haben sjch bereit erklärt, ihre kulturelle Autöhomic nur im Rahmen des neuen Staates aufrechtzuerhaltcn. I irt Gegensatz zu dieser Annäherung zwischen den ethnischen Bevölkerung»- gruppen hält die Spannung zwischen der cllristliehen und in oh a m medan Ischen Bevölkerung an, wenn es auch seit den blutigen Unruhen in Beyrouth, Tri poli usw. bisher zu keinen bedeutenden Zusammenstößen mehr gekommen ist, Wieder eine Warschauer Gemeinde * Sitzung aufgelöst Warschau, im Dezember. (JTA.) Eine Sitzung der Rcnräsentantenversainmlung der Warschauer Jüdischen Gc* mcinde ist von dem Vertreter der Behörde aufgelöst worden: die Vertreter der Bundistcn und der linken Poale Zioft hatten sich vorher in scharfen Reden gegen die Einmen* giing der Behörden in die inneren Angelegenheiten der Jiidi« sehen Gemeinde ausgesprochen. Fünfzehn Galcriebesuchif wurden verha ltet. (Schon zirka zwei Wtxhcn zuvor wurde eine Sitzung der Warschauer Gemeinde wegen der schaifen Protestreden gegen das Urteil von Lublin aufgelöst, — A.d. Red.) _ Mendelssohns ״Elias“ hebräisch. Aus Prag wird uns berichtet: Die ״Prager Jüdische Sltlgvercinigung“ brachte zusammen mit dem Teplltzer (jüdischen) Gesangverein eine Aul* führung von Mendelssohns ״Elias“, die deshalb besondere Erwähnung verdient, weil sie die Uraufführung dieses Werkes in hebräischer Sprache war. Erich Wachtel, der verdienstvolle Leiter des Chors, hatte die Uebefiotztmg des Textes vorgenortimen, die als sehr geglückt tu bezeichnen ist und unzweifelhaft eine wertvolle Bereicherung jüdischen KulturglltCs darstell(. Die Wiedergabe des Werkes, bei der auch eine Reihe guter Solisten mitwifkte, hat beim Prager KonzertpUblikum größte(! Interesse erweckt und war ein voller Erfolg• flauptschriflleiter: Dr. Robert Welltch, Berlin - Charlottenburg 8 (auch verantwortlich für die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter! Kurt Leeweniteln, Berlin W 18 Afueigenkiter und verantwortlieh für den tiihalt der Armeigent Hermann P1 h n, Berlin W Gültig Anzeigen - Preisliste t vom 1• April 1938, Verlag und All*- eeigenveiwahungi Jüdische Rundechau, Bizlin W15, Meinekeatr* Uh D.A. November 35 125. *— Druck: Siegfried Seholem, Bln.-Schöaeb«tß