Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 97 (4.12.1936)
- Date
- 1936-12-04
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit« 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 97, 4. XII. 1936 daß der High Corrmiissioner in einer Tagung der Ständigen Mandatskommission erklärt habe, daB die Kapitalisten sich bewährt hätten. Als I)r. Senator erklärte, daß die Mittdsfands-Einwanderer neue Bedürfnisse schufen und den Lebensstandard hohen, warf Lord Beel ein: ״Ich bin froh, auch einmal etwas Gutes über sie zu hören; ich bin es gewohnt, daß man sie stets angreift.“ In diesem Zusammenhang muß erwähnt werden, daß Lord Peel seit Beginn der Sitzungen es verstanden hat, die Aufmerksamkeit der Zuhörer durch gelegentliche humoristische Bemerkungen auch bei Aufzählung der trockensten Tatsachen wach zu erhalten. Als Dr. Senator im Laufe seiner Ausführungen über die Mittelstands- Einwanderung sagte, daß er von der Erwähnung der hebraisclien Kamen der Siedlungen abselien werde, bemerkte Lord Beel, dab er mm beginne, hebräische Namen zu verstellen. I)r. Senator sagte aus, daß die Juden aus Deutschland im Jahre 1013 55 1!'o, im folgenden Jahre 35 <r0, im Jahre 1035 20 H der Gesamteimv,וווderung bildeten. Ferner führte er aus, 11 aß die A u f n a!1 111 efähigkeit des Laudes die Schließung der H a n d w e r k c r - K a t e g o r i e nicht rechtfertige. Sodann fing Dr. Senator an, die Jugend- Alijah zu schildern, durch welche es in den letzten zweieinhalb Jahren gelungen sei, 1400 Jugendliche ins Land zu bringen. Als er bei diesem Punkte angelangt war, wurde die Sitzung geschlossen und auf Mittwoch vertagt. Nachdem Lord Beel die Sitzung geschlossen hatte, sagte er zu Schertok: ,,Es ist das erstemal, daß man vor mir die Kapitalisten als ,A. V bezeichnet.“ (Eine Anspielung auf die Einwanderungskategorie A. 1.) Jugend ali jah Vor Beginn der Zeugenaussagen in der Mittwoch- Sitzung forderte der Vorsitzende Lord Peel M. Schertok auf, eine in knapper Form gehaltene, übersichtliche Auf- Stellung der j n d i s c heu Beschwerden der Kommission demnächst vorzulegen. 1 Ir. Werner Senator setzte seine Aussagen bezüglich Jugend-Alijah fort. Fr beklagte sich über die neue Praxis der Regierung, die Zertifikate für Jugendliche im Rahmen der allgemeinen Einwaiiderungs-Schcdule zu gewähren, anstatt, wie früher, Sonderzertifikaie für Jugendirnmigratiori außerhalb der hclicdule zu bewilligen. Zu diesem Punkte führte Schertok seinerseits aus, daß Palästina die einzige Rettungsh Öffnung der jiidisehen Jugend mancher europäischer Länder darstelle. Die neue Praxis der Regierung sei geeignet, diese letzte Hoffnung zu gefährden. Schertok schilderte die Weise, in der jüdische Jugendliche in der (iahitli für Palästina vorbereitet werden und erkl.iite, wie wichtig cs sei, daß diese jungen Menschen baldmöglichst nach Palästina kommen, insbesondere da ihre Einwanderung für das Land von großem Nutzen sei. Die Kon1missi״n<mitglieder folgten den Ausführungen mit dem größten Interesse. Angehörige von Immierantea Dr. Senator wandte sich sodann der Frage der Fainilienangchüri gen von Immigranten zu, wobei die Kommissionsmitglicdcr Fragen in bezug auf das zahlenmäßige Verhältnis der Angehörigen zur Gesamteinwanderimg an ihn richteten. Senator erklärte, daß die vor kurzem in Ersehet• mmg getretene Erhöhung der Anzahl von Angehörigen größtcnteils auf die Tatsache zurückzuführen sei, daß vor Reorganisation des Einwanderungs-Departements der Regierung im Jahre 1931 große Rückstände von Gesuchen sicli angesammelt hatten. Die jetzige Durchschnittszahl sei ein Angehöriger pro Einwanderer. Er beschwerte sich über den Ausschluß von Geschwistern unter 18 von der Kategorie der Angehörigen; diese Maßnahme habe zur Folge, daß große Geldbeträge aus Palästina nach dem Ausland zwecks Unterstützung von Angehörigen geschickt werden, was für die Wirtschaft Palästinas schädlich sei. Er bat die Kommission, dies als eine der von den Juden vorgebrachten Beschwerden zu notieren. Der Vizevorsit/eude Sir Horacc Rumbold erkundigte sich nach der Einwanderung von Kommunisten, die er als sehr unerwünscht bezvichnete. Schertok erwiderte darauf, daß die Jewish Agency alle ihr zu Gebote stehenden Mittel an wende, um die Einwanderung von Kommunisten zu unterbinden; er fugte hinzu, daß die Zahl der in Palästina befindlichen Kommunisten sehr unbedeutend sei. Nichtjüdische Einwanderung* aus Nachbarländern Herr E. Epstein, der vor kurzem im Aufträge des Politischen Departements der Jewish Agency eine Studienreise nach den arabischen Nachbarländern machte, sagte über die Pal.isti11;!.f־.inwumieru11g von Arabern ausTransj o r d a n i e 11, 11 e!11 11 a u r a 11 und anderen Ländern aus. Er führte Tatsachen an, aus denen ersichtlich ist, daß die arabi-ehe Einwanderung nach Palästina weder vorüber- }gellend noch saisonmäßig ist, und erkläite, daß die Araber nicht nur nach Palästina kommen, weil das Land für sie besonders anziehend sei, sondern auch infolge der großen Armut in ihrer Heimat. Er sehiif/te, daß im Laufe der Jahre 1931 und 1935 mindestens 23 0UU Hauraner nach Palästina gekommen sind. I)a eine Besserung der Lage im Hauran nicht zu erwarten sei, so bestehe auch keine Aussicht auf eine Verminderung der Einwandertmgs/iffcr, es sei denn, daß die Hauraner an der Grenze angehalten werden. Die Anzahl der illegal im Lande verbliebenen Hauraner schätzte Herr Epstein aut 81X30. Er wies daraul hin, daß diese Einwanderung ein ernstes Problem darstelle. Herr Epstein wird seine Aussagen in einer Sitzung der Kommission am 8. Dezember fortsetzen. Der Antisemitismus in Südafrika Der Jahrcskongreti der Nationalistischen Par• tei von Transvaal beschloß, Juden aus der Par• te! a u s z u s c h I i c b e n. Der nationalistische Parteiführer Dr. Marian erklärte öffentlich, wenn Juden als Einwanderer das Land betreten, so gehen sie ein Risiko ein; denn es besteht keine Garantie dafür, daß diese Einwanderer nicht früher oder später des Landes verwiesen werden. (Vgl. die Darstellung der politischen Verhältnisse Südafrikas in Nr. 93 der ״J. R.“) __ ln einer Zuschrift an den ״Westdeutschen Beobachter“ wird beanstandet, daß bei einer W i c d e r s e it e n s f e i e r der ehemaligen Schüler einer Schule auch Juden anwesend gewesen seien. Wenn diese den Drang in sich verspüren, sich ebenfalls nach Jahren wiederzusehen, so sollten sie das ruhig unter sich ausmachen. Judendebatte im Sejm יי Humane Verdrängung der Juden“ Was meinte Sladkowski? Warschau, 2. Dezember. (JTA.) Im polnischen Sejm kam am 2. Dezember die Frage der jüdischen Auswanderung aus Polen zur Sprache. Der Angcordnetc Surz.ynski, Vertreter des Kreises Posen, gab seiner Genugtuung darüber Ausdruck, daß der polnische Außenminister Beck sich vor dem Völkerblind mit jüdischer Auswanderung und Kolonisation befaßt habe; denn es sei ״notwendig, daß die Zahl der Juden in Polen, insbesondere in den Städten, drastisch verringert“ w e r d e. Der Abgeordnete äußerte weiter die Ansicht, daß nicht nur polnische Bauern, sondern auch polnische Händler und Handwerker aus der Provinz Posen in die Städte des ehemaligen Russisch-Polen einwandern. Zum Schluß forderte der Redner eine ״h umane Lösung“ der Judenfragedurch A u s w a 11 d e r u n g. Der Abgeordnete Rudzinski, der sicli im vergangenen Jahr besonders durch sein eifriges Eintreten für den Schachtverbots-Antrag hervorgetan hat, erklärte, die gestrige Rede des Ministerpräsidenten über die Unterdrückung Judenfeindlicher Ausschreitungen und die von dem Ministerpräsidenten als erfreulich bezeichnet« Tatsache, daß polnische Bauern jetzt in die Städte einströmen, habe ihn nicht befriedigt. Dies sei nictit genug, es sei vielmehr notwendig, daß der Zustrom aus den Dörfern in die Städte sich schneller vollziehe mul Hand in Hand gelle mit einer Verdrängung der Juden aus Handel und Handwerk. Die Judenfrage sei ein schwieriges Problem, dem man nicht ausweichen könne. In der Dienstags-Sitzung des Sejm hatte der polnische Ministerpräsident Skladkawski die Forderung nach ״sozialer Gerechtigkeit für alle Teile der Bevölkerung“ erhoben. Wir sorgen dafür, so sagte der Ministerpräsident in diesem Zusammenhang, daß keine Judenfeindliehen Ausschreitungen sich ereignen. Alle Fälle judenfeindlicher Ausschreitungen werden streng bestraft. Etwas später aber erklärte der Ministerpräsident: [dieselbe soziale Gerechtigkeit gebietet uns, es freudig zu begrüßen, daß die jungen Bauern, die in den Dörfern nicht existieren können, in die Städte kommen, um sich nach einem ehrlichen Erwerb in Handel und Handwerk umzusehen. Diese Acußerung des Ministerpräsidenten wird in jüdischparlamentarischen Kreisen als Bestätigung der Auffassung angesehen, die in der bekannten Acußerung des Muiistcrpräsrdeuten vom Vorjahr: ״Wirtschaftlicher Kampf gegen die Juden — bitte sehr“ zum Ausdruck kam. Es ist daher anzunehmen, daß diejenigen Kreise, die den Wirtschaftsboykott gegen die Juden propagieren, den Eindruck gewinnen werden, daß der Ministerpräsident ihre Bestrebungen gutheißt. Der Abgeordnete Rabbiner Rubinstein aus Wilna hat in einer Interpellation im polnischen Sejm schwere Beschuldigungen gegen die Polizei von Wilna erhoben. Er stellte u. a. fest, daß bei den judenfeindlichen Ausschreitungen, die sich in Wilna am 23. November ereigneten, 46 Juden von der Polizei mißhandelt und verletzt worden seien. Die jüdischen Zeitungen, die den Wortlaut der Interpellation des Abg, Rubinstein veröffentlicht haben, sind Beschlag- «ahmt worden. Polens Palästina-Wünsche Eden über Becks Intervention fm englischen Unterhaus gab am 2. Dezember Außenminister Eden auf eine Anfrage des Abgeordneten Captain Cazalet Auskunft über seine Besprechungen mit dem polrtischen Außenminister Beck, soweit sie sich auf Palästina und die Auswanderung aus Polen bezogen. Der Abgeordnete hatte gefragt, ob bei den jüngsten Besprechungen mit Oberst Beck Palästinas Erwähnung getan worden sei, und ob der Minister dem Hause Mitteilung machen könne, welcher Art diese Bemerkungen waren. In seiner schriftlichen Antwort bejahte der Außenminister die Frage und gab bekannt, daß der polnische Außenminister sich der Schwierigkeiten der Lage in Palästina zwar vollkommen bewußt war, andererseits aber auf die große jährliche Zunahme der Bevölkerung in Polen und auf die Probleme himvies, vor die seine Regierung itifolge der Einwanderungs-Einschränkungen in denjenigen Ländern sich gestellt sehe, in die polnische Staatsangehörige früher auszuwandern pflegten. Arierparagraph in der Advokatenkanuner Lublin Warschau, 1. Dezember. (JTA.) Nach den Genera!- Versammlungen der Advokafenkammern von Warschau und Krakau hat nunmehr auch die Lubtiner Advokatenkammer eine solche Versammlung abgehalten. Im Gegensatz zu Warschau und Krakau ist es hier eien Nationaldemokraten gelungen, den Arierparagraphen durch* zusetzen. Von den 160 Teilnehmern an der Versammlung haben 104 für den nationaldemokratischen Antrag, in Zukunft Juden nicht mehr als Mitglieder aufztmehmen, gestimmt. Die jüdischen Mitglieder der Advokatenkanuner haben gegen den Beschluß Protest eingelegt und den Saal demonstrativ verlassen. (Es ist anzunehmen, daß I Teppiche / Möbelstoffe / Gardinen BLUMENFELD, Nürnberg, Adlerstraße 36 die polnische Regierung diesen Beschluß der Kammer ats verfassungswidrig auf heben wird, wie sie es s. Zt. mit ähnlichen Beschlüssen des Lodzer .Stadtrates getan hat. Trotzdem gibt die Annahme eines solchen Beschlusses ein Bild der Lage. — A. d. ״J. R.“) Der Terror Die Wilnaer Juden 11 eit hielt zum Protest gegen di« pogrornartigen Ausschreitungen einen Protest-Tag ab der ruhig und würdig verlief. Sämtliche jüdischen Geschäfte Büros und Werkstätten waren geschlossen. Die nationaldemokratischen Studenten in Wilna habe! vor den jüdischen Geschäften 1׳ osten auf gestellt, di! nichtjüdische Käufer am Betreten der Geschäfte hindern. Di« Posten wurden vielfach von der Polizei vertrieben, kehrte! j'edoch immer wieder zurück. Der Korps -Kommandant von Lemberg, Gene ral Tokarzcwski, hat Vertreter des Verbandes polnische! Studenten zur Verteidigung der Ehre Polens zu sich berufe! und ihnen seine Anerkennung für den Kampf ausgesprochen den sie gegen die Erregung jude 11 feindlicher Exzesse führen. In dem Städtchen Minsk-Mazowiec!!, in dem es vor einiger Zeit zu pogrornartigen Ausschreitungen gekommen ist, herrscht immer noch nicht vollkommen Ruhe, in den letzten Tagen wurden wiederholt Schaufenster jüdischer Geschäfte zertrümmert. Ein jüdischer Lebensmittelhnndler wurde schwer mißhandelt. In einen Laden drangen Exzedenten ein. Der auf die Hilferufe des Ueberfallenen herbeieilenden Polizei leisteten sie heftigen Widerstand, Endlich wurden sie überwältigt und in Ketten abgeführt. Die judenfeindliche Presse berichtet erfreut, daß am letzten Markttag sämtliche jüdischen Geschäfte geschlossen waren. Die Schaufenster der jüdischen Geschäfte waren mit Brettern vernagelt. England und Irak Di« Ehningen Kaukijs Fanzi in Bagdad Im englischen Unterhaus wurde am 30. November von dem Abgeordneten Wedgwood in einer Anfrage die Haltung de s Irak zu dem P a 1 ä s t i n a P r o b 1 e m zur Sprache gebracht. Ohne den Rebellenführer Fauzi ei Kaukji ausdrücklich zu nennen, wies der Abgeordnete aut die befremdliche Art hin, in der dieser Aufrührer im Irak offiziell gefeiert worden ist. Wedgwood fragte den Außenminister Eden, ob er mit Rücksicht darauf, daß England 1500 000 Pfund jährlich für Streitkräfte ausgegeben hat, um zu verhindern, daß der Irak an die Türkei zurückfalle, während dort eine cnglandfcindliche Einstellung herrsche, wie sich dies in der Einmischung des Irak in Palästina und dem offiziellen Empfang für den Organisator der Mordtaten in Palästina zeige, der Regierung des Irak mitteilen wolle, daß die englischen Luftstreitkräfte aus jenem Lande in naher Zukunft zurückgezogen werden würden. Bevor die Anfrage formell gestellt wurde, meldete sich Captain B a I f o u r zum Wort, um die Zulässigkeit der Anfrage anzuzweifeln. Er erklärte, daß die Anfrage eine direkte Beschuldigung enthalte und annehme, daß eine Person des Mordes schuldig sei, obwohl kein Gericht noch über diese Person geurteilt habe. Dürfe ein solches Urteil durch einen Abgeordneten in einer Anfrage vorweggenommen wer* den? Dazu fragte der Abgeordnete Wedgwood, ob der Minister gleichzeitig bekanntgeben wolle, daß von der Palästina-Regieriing ein Preis auf den Kopf dieser Person ausgesetzf worden ist. Der Speaker erklärte, die Anfrage scheine ihm nicht unzulässig zu sein. Der Abgeordnete, der sie gestellt habe, müsse die Verantwortung für sie übernehmen. In Beantwortung der Hauptfrage erklärte Außenminister Eden unter Beifall, er könne nicht die Voraussetzungen akzeptieren, auf denen diese Frage beruhe, und fügte hinzu: Ich beabsichtige nicht, irgendwelche Mitteilungen der erwähnten Art an die Irak-Regierung zu richten. Amsterdam, Im Anschluß an unseren Artikel ״Das jiidisehe Amsterdam“ (״J. R “ Nr, 89) sei auf den soeben in der Reihe ״De Schoonheid van ons Land“ (Verlag Contact, Amsterdam) erschienenen Bilderband ״Amsterdam“ hingewiesen. Neben zahlreichen ausgezeichneten Bildern enthält der Band interessante Betrachtungen über das Amsterdamer Leben, bei denen naturgemäß auch die Juden gebührend gewürdigt werden. R. L. Zionisten Amerikas danken Weizmann New York, 30. November. (JTA.) Dreihundert Dele• gierte des amerikanischen Zionismus sprachen auf der am 29. November in New York cröffneten Tagung des National Council on Paiestine dem Präsidenten der Jewish Agency, Chaim Weizmann, für seine kraftvolle Vertretung der jüdischen Sache vor der Kgl. Kommission den Dank aus. Dem Richter am Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten, Louis G. Brand eis, der vor kurzem seinen 80. Geburtstag feierte, sprach die Tagung herzliche Glückwünsche aus. Der Vorsitzende der Exekutive der Zionistischen Organisation Amerikas, Morris Rottenberg, entwickelte die Forderungen, die von jüdischer Seite gegenüber der Kgl. Kommission erhoben werden müssen. In einem Bericht wurde darauf hingewiesen, daß seit dem Ende des Weltkrieges durch Juden 80 Millionen Pfund nach Palästina gebracht worden sind. Der Council beschloß, eine Palästina-Landeskonferenz im Januar nach Washington einzuberufen und faßte eine Resolution, in der das Interesse der amerikanischen Judenheit an dem Heiligen Land hervorgehoben wird. In der Resolution wird zum Ausdruck gebracht, daß die amerikanische Judenheit sich verpflichtet fühle, für jene hilflosen Juden aufzutreten, die keinen anderen Protektor hätten. Die Resolution wurde der in Palästina tagenden Kgl. Kommission zugesaudt. Kenntlichmachung der arischen Betrieb«. In der ״Oberlausitzer Tagespost“ in Görlitz erscheint ein Aufruf des Kreisobmanns der Deutschen Arbeitsfront Görlitz, womit alle Betriebe aufgefordert werden, im Rahmen der Aktion ״Kenntlichmachung der Gemeinschaft“ ihre Mitgliedschaft zur Arbeitsfront zu erwerben. Jedes arische Geschäft erhalte dann das Abziehplakat ״Mitglied der Deutschen Arbeitsfront“. Damit bei der arischen Bevölkerung nicht der Eindruck entstehe, daß es sich bei diesem oder jenem Geschäft, welches sich noch nicht durch das Abziehplakat der Deutsehen Arbeitsfront kenntlich machen konnte, um einen nichtarischen Betrieb handelt, werden die noch Abseitsstehenden aufgefordert, ihre Mitgliedschaft zur DAF. zu erwerben. ״Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront“, heißt es zum Schluß, ״achtet beim Weihnachtseinkalif darauf, kauft nur in deutschen arischen Geschäften, die die Bezeichnung tragen ,Mitglied der Deutschen Arbeitsfront‘. Ihr habt dadurch die Gewähr, nicht in jüdischen Geschäften oder solchen, die keine Verbundenheit mit euch haben wollen, g«- kauft zu haben.“ TEPPICHHAUS ZENTRUM AeuQorste Preise fdr Teppiche - Gardinen - Läufer Berlin CS, Spandauer StraBe SB an der Köntgstraßa