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Jüdische Rundschau · 1936-12-01 · Heft 96 (1.12.1936) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 96 (1.12.1936)
Date
1936-12-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 96 1. XII. 1936 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 5 Wie grestalte ich den Schahhai? Für Schabbat, 5. Dezember Wochenaltschnitt ״Wafeschew" (Kap. 37-4») Im Anschluß an unsere Ausführungen über Ibn Esra als Bibel-Kommentator wollen wir uns a!1 diesem Schabbat mit dem Raschbam (Rabbi Schmuei bar Meir), einem Enkel Raschis, befassen. Anlaß hierzu bietet die bekannte Stelle aus dem Kommentar des Raschbam zum 2. Vers des Wochenabschnittes, der von den תולדות יעקב berichten will und das Schicksal Josefs erzählt. Viele Erklärer haben nun das Wort תולדות so deuten wollen, wie wir es im Neubeb! aisdien gebrauchen, im Sinne von Geschichte. Demgegenüber vertritt Raschbam den Standpunkt, daß תולדות in der Bibel immer im Sinne des Stammes ילד gebraucht wird und demgemäß mit Geburtsfolgen zu übersetzen ist. Er versucht dann den 10 g i - sehen Zusammenhang auf andere Weise herzustellen. Die Stelle im Raschbam lautet im Auszug: ״Es mögen doch die Freunde der Vernunft einsehen, was unsere weisen gesagt haben: daß ein Vers immer nach seinem Wortsinn zu erklären ist. ... Die früheren (Erklarer) neigten wegen ihrer großen Frömmigkeit dazu, den ״Drasch“ zu bevorzugen und können deshalb in die Tiefe des einfachen Wortsinns nicht mehr eindringen. Auch unser Lehrer Schlomo (Raschi), der Vater meiner Mutter, der die Augen der Gola erleuchtet und die Thora, die Propheten und die Schriften erklärt hat, hat darauf geachtet, den einfachen Wortsinn des Scfiriftverses wiederzugeben. Auch habe ich, Schmuel, der Sohn Meirs, seines Schwiegersohnes, mit ihm diskutiert und er hat mir zugestanden, daß er, wenn er Zeit gehabt hätte, eine andere Erklärung hätte schreiben müssen, die dem Pschat mehr entspricht.“ Die große Popularität Raschis beruht allerdings gerade auf der wunderbaren Mischung von ״Pschat* und ״Drasch“. Und bei einer einseitigen Betonung des einfachen Wortsinncs wäre eine so schöne Erklärung, wie die folgende, die Raschi bringt, um den Zusammenhang zwischen dem 1. und dem 2. Vers unserer Sidra zu deuten, uns vorenthalten worden: ״Jakob wollte in Frieden leben. Da kam sofort ...■■■.- וווו—וו—■■ Bei BlOMCiuS Berlin W50 Joachim Print ILL. JÜDISCHE GESCHICHTE ״.«m mit 25 Tafeln, (־. Abb. im Text u. 1 Karte. — In Leinen M 5.80 rnt.T großen (iesk *sonn kten u. in fVs>it?irnlrr Spr־<n׳'he v«nnittt;lt Joachim Prinz. dasWisst'ti vom Judentum, «las Verständnis seiner Eigenart und die Kenntnis sdm-r geschtehtlli■ hnn Fmwicklimg. (Cjemeindeblntt, Dresden.) .Joachim Print DER FREITAG-ABEND Gebet und Sinn I Taschenformat in Leinen M 1.20 Di«tt*s Büchlein gibt s.muliche Gt beie dei >'» eitag •Abend und deren Sinn und Auslegung, In den jüdischen Buchhandlungen erhältlich der Kummer um Josef über ihn. Wenn Fromme in Frieden leben wollen, spricht der Heilige, gelobt sei Er: ״Den Frontmen ist nicht genug, was für sie bereitet ist in der kiinftigen Welt. Sie wollen auch in dieser Welt in Frieden Vbcnl“ I, E. Oie Weiterentwicklung der Haiacha (I) Die Mischua R. Jehudas hat zwar viel Material, bei weitem aber nicht den ganzen mündlich überlieferten Lehrstoff aufgenommen. Viele Halacbotli und Lehrsätze sind außerhalb der Mischna-Sainmlung geblieben und so machte sich die Gelchrtengeneratioit nach R. Jchuda, insbesondere seine Nachfolger R. Chija, Uschaia und der in Babylonien virkende Abba Areka, daran, das Material zu sichten und das Werk R. Jehudas dutcli zwei neue supplementäre Sammlungen zu vervollständigen. Auf diese Weise «ntstand die ״ßerajta“ (die draußen, außerhalb der Mischna gebliebenen Lehren) und die ״T o s e p 111 a‘׳ (wörtlich: Hinzufügung, Zusatz). Während uns die ßarajta als eine selbständig existierende Sammlung nicht erhalten geblieben ist (sie wird nur fragmentarisch in der Geniara zitiert), stellt die Tosephta eine der Misclma nahe verwandte und nach demselben ürdmmgsprinzip (hirdigdiibite Sammlung tannaitischer Lehrsätze und Ucbcrlicfertingen dar. Der Talmud. Mit der Misclma, ßarajta und Tosephta war das Fundament zu einer ausgedehnten Forschertätig* keit der kommenden Odehrtengenerationcn gegeben. Die vor¬ DEBORA BARON: Am Anfang Aus dem Hebrüisehcn übersetzt von R EC HA FREIER Eine der bedeutendsten Erzählerinnen der modernen hebräischen Schriftsleliergeneration ist Uehora Baron, die dem deulsehlvsendcn Publikum bisher ziemlich unbekannt lieblichen ist. Es ist daher ein verdienstvolles Werk, daß llechu dreier sich der Aul gäbe unterzogen hat, eine Heilte 1'on Novellen dieser Schriftstellerin zu übersetzen. IFit:!vir hären, beabsichtigt der Schochen-Verlag eine Sammlung von Novellen von Debora Baron in deutscher Uehersetzung herauHZtigehen. Wir bringen nachstehend einen Abschnitt aus dieser Sammlung aus dem heben einer kleinen jüdischen Landstadt Litauens nun Abdruck. (Red.) Von meiner Mutter, der Rebbizdn von Sehusthikowka, erzählt man in meinem Städtchen, wie sie, die Rebbiz.in, v״r Jahren von weither aus einer Großstadt des König- 1’eichs Polen dorthin gekommen war. In der fernen polnischen Großstadt hat len ihre Eltern ein llaus aus Stein, fast wie ein Schloß, mit Ualkonen und Säulen, zehn polnische Dien hoch, und einen Purk daneben, Illumenbeete unter den Bäumen und steinerne Springbrunnen, aus denen Wasser sprudelte und von selber emporstieg nach der Art von lind irwasser. Als die Rcbbezin nun in dem kleinen Schuschikovvka angekommen war, das baufällige Gemeindehaus und seinen verlassenen Hof erblickte, blieb sic stocksteif nn der Türe stehen und wollte uni keinen Preis hineingehen. Kann man ‘ht das verdenken? Später tat sie es allerdings doch. Sie nahm den Hut von dem Scheitel*) herunter, der aus lauter Locken war, *) Perücke, rituelle Kopfbedeckung der verheirateten Frau, handelten Texte und Sammlungen erheischten eine weitere Klärung und Auslegung, und so begann das große Werk des Talmuds, an dem wiederum Generationen jahrhundertelang zu arbeiten hatten. Während in Palästina zur Zeit der Amoraim seit dem 3. Jahrhundert die Forscherarbeit an den Hochschulen der Städte Seppboris, Tiherias, Cäsarea und Lydda fortgesetzt werden konnte, entstanden in Babylonien neue geistige Zentren in Nahardea, Sura, Pumbaditha und später in Aiachusa am Tigris, wo die goldene Kette der jüdisehen Tradition! jahrhundertelang fortgesponnen werden konnte. Der Weg der Diaspora. Die Entstehung des geistigen Zentrums in Babylonien, wohin mit der Zeit, besonders seit dem Erlöschen des judäischen Patriarchats tun 425 die geistige Hegemonie und der Schwerpunkt der datnaligen Judenheit tibergegangen war, führte eines uns zur Behandlung der Frage der Diaspora. Schott früher bestanden größere Auswandcrungszcntren in Klciitasien, in Rom, Griechenland, auf den Inseln des Aegäischen Meeres, Halter Prostauer JUofr-UHdwU Schicksalsfragen und Gottes- 4 antirort.M ' Ira besten Sinne aktuell iiir die Juden der Gegenwart. — Bei Brantlus, Berlin W 50 in Babylonien und Nordafrika. Der Auswandererstrom, der nach der Tcmpelzerstörung schon sehr groß war, nahm naclt dem unglücklichen Ausgange des Bar-Kocliba-Atifstandes um 138 ganz beträchtlich zu. Neben Syrien hatten auch Kappadokien und Palmyra eine große jüdische Diaspora aufzuweisen. Alexandrien, das in den früheren Jahrhunderten eine blühende jüdische Gemeinde auf/itweisen hatte, war bereits im Niedergange begriffen und ein dichter Emigrationsström ergoß sich von da nach den nordafrikattisclien Pro* vittzen wie Tripoiitanien, Mauretanien und Nuntidien (Algerien, Tunis und Marokko), die in der späteren arabischen Epoche sich zu großen jüdischen Zentren herausbildctcn. Parallel zu der großen jüdischen Diaspora im römischen Reich bestand eine solche im Reiche der Parther. Dieses uralte Land, das zwischen Tigris und Euphrat lag, kam um die Mitte des II. vorcltr. Jahrhunderts unter die 1 lerrscliaft der Parther, wo unter der Arsaeiden-Dynnstie die Juden in Wohlstand und Unabhängigkeit lebten. In dieses friedliche Land flohen eben* falls große Massen aus Juda nach dem niedergeschlagenen Aufstande Bar Kochbas und suchten hier Schutz und Rettung. Die Kultur der Parther, die eine Mischkultur aus persischen und griechischen Elementen war, hinderte die Juden nicht am Ausbau ihres autonomen Lebens und ihrer innerjüdischen Institutionen. Als zu Beginn des Hl. Jahrhunderts 11. Chr. die Herrschaft an die Sassatiiden, die die Begründer des neupcrsisclteii Reiches waren, »iberging, war das babylonische Judentum so weit geistig erstarkt, daß cs seine eigene, vom Mutterlande Palästina 01t unabhängige Entwicklung fortsetzen konnte, bis es einst dominierend für das ganze Judentum der damaligen Welt wurde. Literatur: Grätz, Dubnow {lies. Band III, § 25 u. 26). _______ J.M. Juden und Jüdisches im Rundfunk Dienstag, 1. Dezember! Luxemburg (1304). 8.30, 12.00: P.a. Moverbeer. — Xitnct (201), 13.50: D.3. Offen!!.ich und MinhUohn..- Toulouse (387). 17: Oigelmtisik von Mendelssohn. __ Paris (1048), 17.30: tT. a. Moszkotvski. — Beromünster (540), 20.25: Sinfoniekonzert aus Ilern, Mitw,: Arthur Schnabel. — Paris (1648), 21: Vortrag von Julien Bvnda ״La <|U0s!i״tt de lVlile“. — London (342), 21.50: U. a. MeudeFsoli«: Ouvertüre zu ״Sommernacht;,-! raum“. Mittwoch, 2. Dezember! Paris (1648), 17: U. a. Mcyerbeor: fingenoticn. — Poste Fanden (312), 19: La voix d’lWl. Rabbiner Henri Champagne; 19.55: MenücUsotus: Scherzo, gespielt von iirailow-kv. — O.lo (1154), 19.40: Saint-Sacns: Ua!eh,'!nr:l ans: ״Samson und Dalila“. — Prag, fäblitz (470). 20.35: Kuhinstein: i.e-girtka. — Straßhurg (349), 21.30: D. :1. Mendelssohn: Fingalsgiotte. — Kahmdhorg (1250), 22.20: Ottenbach: Ouvertüre zu: ,,Die .schöne Helena‘'. Donnerstag, 3. Dezember! Hilversum II (302), 11.10: Fehallgl.itten: MendcHsohn: Violinkonzert!■-Noll. — Luxemburg (1304), 13.45: F. a. Moszkotvski: Serenade. — Warschau (1339). 19.30: U. a. l.etvandowski: Oberek. — Po.te Pari den (312), 19: Sehallplnlten: hach: Violinkonzert, gespielt von iluberman. — Lille (247), 21.30: l'. a. Ilalevy: ״Die Jüdin“. Freitag, 4. Dezember! Paris (1048). 12.45: Jüdische Sendung, Civisniex't Religion. 3 Redner verschiedener Konfessionen. — Lille (247), 17: lT. rt. Mendelssohn: Finals•. — I.vnn (215), 21: Mcvrrbeer aus: ״Afrikancrm“. — Pari• (1648), 21.45: Ouenbarh: ״l’ericliole“. Sonnabend, S. Dezember: Nimes (201), 13.50: Mrycrbocr: L'Eluilc du Nord. — Kalundborg (1250), 14.15: Mu.iltow 4si: Spanische Tänze. — I’aria PTT. (431). 15.30: V. :1. Mendelssohn: Romauze. — Biii-sol (484), 19.15: Miiliaud. Nr. 7. D I E 11—111■■■ Bei Bl&ftduS Berlin W50 GROSSEN ROMANE DER POJAZ Karl. Emil J'ranzos Ein Roman aus dem Osten. *.',.Tausend. Leinen M 4.— Margarete Moses ״DIESEN UND AUCH JENEN HAT /ך/ ידי rr rr\ r> T? “bA ■% r> rr rr •* Bin Palästina-Roman* C* CJ i I, C7 £j .M A C H 7 5. Tausend. Geb. M3.— In den j ii d i « c h e n Buchhandlungen erhältlich Postschlüsse nach Uebersee vom 1, Dezember bis 8. Dezember (Abkürzungen: PA. =־ Postamt; BPA. Bahupostamt; FH1. Flughafen) Palästina. Schiff: I. 12. Frankfurt a. M. (BPA. 19) 19 Uhr; 2. 12. München (BIEN. 1) 9 Uhr; 3. 12. Frankfurt a. M. (BPA. 19) 18 Uhr; 3. 12. München (BPA. 1) 20 Uhr; 4.!2. Hamburg (PA. 1) 13 Uhr. — Bahn: 3. 12.; 5. 12. München (BPA. I) 9 Uhr (Leitvermcrk: ״via Belgrad— Aleppo“). — Luft: I. 12.; 3. 12.; 4. 12.; 5. 12.; 8. 12. München (BPA. 1) IS Uhr; 2. 12.; 5. 12. Berlin (PA. C 2) 6 Uhr; 3. 12.; 6. 12. Berlin (PA. C 2) 10 Uhr. Vereinigte Staaten von Nordamerika. Schiff: 3. 12. Ham* bürg (PA. 1) 19 Uhr; 4. 12. Berlin (PA. C 2) 8 Uhr zu ,,Bremen“ 5. 12, Cherbourg. — 7. 12. Hamburg (PA. 1) 19 Uhr; 8. 12. Berlin (PA. C 2) 8 Uhr zu ״Queen Mary“ 9. 12. Cherbourg. — Luft:!־'ährten des Luftschiffes ״I linden» bürg“ und Nachbringeflüge von Köln zum Dampfer finden bis auf weiteres nicht statt. Südamerika. Schiff: 3. 12. Berlin (PA. C 2) IS Ufir; 4. 12, München (BPA. 1) 9 Uhr zu ״( )ccania“ 5, 12. Neapel. — 4. 12. Hamburg (PA. 1) 10 Uhr; I. 12. Berlin (PA. C 2) 21 Uhr ־zu ״Cap N'orte“ 3. 12. Bremerhaven. — Luft: 2. 12. Berlin (PA. C 2) 21 Uhr; 2. 12. Frankfurt a. M. (BPA. 19 oder F1 h.) 21 Uhr Deutsche Lufthansa. 5. 12. Berlin (PA. C 2) 9 Uhr; 5. 12. Frankfurt a. M. (BPA. 10 oder 1 111.) 13 Uhr Air France. Südafrika. Schilf: 1. 12. Hamburg (PA. 1) 18 Uhr; 2. 12. Frankfurt a. M. (BPA. 19) 19 Uhr zu ״Duilio“ d. 12. Marseille nach Kapstadt, Johannesburg und Pretoria. — 2. 12. Hamburg (PA. 1)!') Uhr; '5. 12. Köln (BPA. 10) 17 Uhr zu ״ Winchester Castle“ ■1. 12. Southampton nach Kapstadt, Johannesburg und Pretoria. — Luft: 1. 12.; 4. 12.; 8. 12. Berlin (PA. C 2) 22 Uhr und München (BPA. 1) 24 Uhr. _ Das ״Philo-Zitaten-Le.xikon“ (Philo-Verlag, Berlin) ist ein Buch von 200 Seiten, von dem verstorbenen Dr. Fugen T a 11 n e n b a 11 m geplant mul fast vollendet, nach dessem frühzeitigen Tod von Dr. Frust i ränkei zusammen mit der Gattin des Verstorbenen zu Ende geführt. Diese Sammlung jüdischer Worte, jüdischer Weisheit, jüdischer Lehre und jüdischen Erlebens reicht von der Bibel über die hellenistischrömische Zeit, die Epoche des Talmud und die CJeisteswclt des Mittelalters bis in unsere Tage. Natürlich haftet der Auswahl stark der Charakter des Zufälligen an, doch wird das Buch, auf das wir noch zuriickkomnien, vielen reiche Anregung bieten. Die jüdische Jugend-Föderation in Holland (Amsterdam, Den Tcxtstraat 38) hat soeben in holländischer Sprache einen Almanach herausgegeben unter dem Titel ״Palcstina, Problemen cn Perspccticven“. Das Buch enthält mehrere interessante Beiträge über das Palästina von heute und wird gewiß zur Vorbereitung des Palästina-Gedankens unter den holländischen Juden beitragen. Am Schluß ist ci:1 Gedicht von Lamdan ,,Das Gehet“ im hebräischen Urtext mit holländischer Ucbcrsetzimg abgedntekt. mmmmmmmmammmtmtm Bei BWO'tClltö Berlin W50 »ER NEUE GROSSE ROMAN Sn l matt Sc/in cur Hoal) Itenöre i™׳: Die Kritik: ״Dipse ,־item r.m Ihm! <1י\ iu7.׳mbe! ־׳ י) **!׳!!׳sch Ich!•״ .“־tTiidii, wie der junge Dickens gvu-hrk‘l>rn inftu. wem! er p.־w1־vn v־«rc‘“, ״Sciininir überströmt von Du» 11‘.*:״. di•• er uns 7u -.!ו!״•״ hat״. || 1ת den jüdischen B 11 ch h a 11 dl u n £ e n rrlwiltlich B mmmmmmmmmmmmmmmmmmmummmmmmmBamammmamammm und trat ein. Aber am Abend nach der Begrüßung, als die Gäste ulle nach Hause gegangen waren, war! sie sich in ihr״״ großstädtischen Kleide auf die rohe Bank in der Gemeindestube und weinte. Weinte, weinte und hörte nicht auf; und er, ihr junger Ehcgemabl, in seidenem Mantel und mit rabbinisehem Gurte gegürtet, stand ratlos neben ihr. Aber eigentlich sollte nmn diese Geschichte ganz anders beginnen, und zwar folgendermaßen: Als der neue Rabbi ankommen und den Flahbinersitz besteigen sollte, hatte der Gemeindevorsteher befohlen, die Straßen zu kehren und die Synagoge zu tünchen wie vor Pcßaeh und den hohen Feiertagen. Da der Gast am Freitagnachmittag in! Städtchen erwartet wurde, heizte man düs Badehaus ausnahmsweise schon am Donnerstag vor Sonnen- Untergang und am selben Abend auch Ofen und Herd in cdein Hause. An der Küclienwand entlang standen die xinder, todmüde und bitterlich weinend; denn während die Väter auf die Sehabbathrole im Ofen aufpnssen mußten, um sie rechtzeitig herauszuziehen, nahmen sich die Mütter ihre Kinder vor, kämmten und bürsteten sie kräftig und behende und nlihten ihnen die Risse in den Kleidern 7,u, um der Gemeinde keine Schande zu machen heim Empfange am Bahnhof. Am niidisten Morgen, als die Sonne über dem Dach der Synagoge herntifkam, bewegte sich die Gemeinde samt Kindern und Frauen auf den Wegen zum Bnhnliof dahin. Wnhr* Iiaftig ein sonderbares Bild, wie sie durch die weiten Felder zogen, bunt ««»staffiert, in der morgendlichen Sonne. Die Bäuerinnen, über ihre Gemüsebeete gebeugt, richteten sieh aut, eine nach der anderen, standen und staunten, legten die Hände über die Augen und sahen lange dem bunten Haufen nach, wie er so dahinschwankte, und sich schließlieh auf der grünen Fläche ringsherum verteilte. Als die Wanderer am Flüßchen Schuschik nngekommen waren, gineen viele hinab zum Ufer, und während die weibliche Jugend des Städtchens ins Schilf kroch, uni sich im Flusse zu spiegeln, schöpften die Alten Wasser mit der holden Hand, wuschen sich, schlürften und stillten ihren Durst. Dann gingen sie ein bißchen zaghalt über eine Weide, au! deic die Schäferhunde frei herumlielen wie junge Rinder, und dann über ein offenes Fehl, auf dem noch die Stoppeln standen und ihnen die muhten Füße /erstachen. /Aber endlich war der Bahnhof in Sieht; das bunt, gestrichene Holzhaus mit den!)linden Fenstern, das einsuiric Kupferbeek eit neben der Für, darüber der kleino verrostete Trinkbecher an der Kette. — Eine Glocke ertönt: eins, zwei, drei. Zischen, Dröhnen, Riiderknirsehon. Und an dem Zug, der fauchend und kreischend neben dem .Stationshause einfährt, drängen sich zwei Vorsteher der Gemeinde, hocligcvviichscne bärtig« Fmnilieimitcr, aus deren abgetragenen Sclvihbat rücken neue tadellose WullUvmel wunderlich hervorsehen — und strecken dem jungen Rabbi den: Rabbinatsbricf entgegen. Ja, mit den ei «genullten neuen Acrmcln sahen die Rücke dieser Männer noch schäbiger und alter aus als sie waren, und die junge Rcbbezin, mit großstädtischer Anmut auf ihren weißen Sonnenschirm gelehnt, fuhr mit der Hand bestürzt über das Gesicht. Sie traute ihren Augen nicht! Ach, fast die halbe Gemeinde burfuß! Schaudernd überlief es sie, wie sie die glühende Schar betrachtete, die immer lebhafter wurde, sieh immer dichter um ihren jungen Elieirmnn drängte und hei vielen, die barfuß gingen, waren die Füße bis zu den Knöcheln mit Schmutz bedeckt, obgleich sie sieh erst gestern abend im Badchaus sorgfältig gewaschen hat( en. Da erzittert die Luft: Trompetensehall, Paukcnschlag und das Brummen einer Baßgeige, und der Zug setzt sich in Bewegung. In der Mitte der junge Rabbi in seidenem Mantel, rcebts und links die Familienväter, würdige Männer der Gemeinde, ringsherum die Meng«. Freudenianfuren, Staubsiiulen! Und in einem jammervollen Gespann hinterher die ReLbezin mit weißen Glacehandschuhen, eine Straußenfeder auf dem Hute, die beim Schwanken des Wagens in der Luft hin und her wippt. Nun tauchen sie der Reihe nach auf: das Wäldchen heim Bahnhof, dürftige Getreidehauten, ein paar Achren am Feldrande, gedrungene litauische Bäuerinnen, die Säuglinge auf dem Rücken in leinene Wiegen eingebunden, faule Dorfhurnle, die heiser und verdrießlich bellen, und endlich das Sl&dtehen selbst, mit seinem Hunten armseliger Häuser, die hie;( und dort mit Balken gestützt sind. Einsam hängt der

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