Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 96 (1.12.1936)
- Date
- 1936-12-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 96, 1. XII, 1936 JODISCHE RUNDSCHAU Seite 3 Als Auswanderer in Italien In unserem Bestreben, in der ״Jüdischen Rundschau“ Berichte aus allen Ländern, die ausgewanderte Juden aus Deutschland auf genommen haben, zu geben, bringen wir nachstehend eine Darstellung der Verhältnisse in Italien, aus der Feder eines Auswanderers, der selbst seit drei Jahren in Italien lebt und über die einschlägigen Fragen Erfahrungen gesammelt hat. — Red. Der größte Vorteil des Landes im Vergleich zu vielen anderen Ländern bestellt darin, daß die Einwanderung keiner Beschränkung oder Bewilligung unterliegt. Sofern man sich des Besitzes eines gültigen Auslandspasses erfreut, überschreitet man unbehelligt die Grenze und hat dann nur die Pflicht, sich bei dem zuständigen Polizeipräsidium, italienisch Questura, zu melden und um Ausstellung einer Aufenthaltscrlaubnis, perinesso di soggiorno, zu bitten. Das Papier wird im allgemeinen ohne weiteres ausgehändigt. Es empfiehlt sich, alsbald auch die Eintragung beim Einwohnermeldeamt (Anagrafe) fiir sich und seine Angehörigen 2u erwirken, womit man die Residenza besitzt, Mancherlei Rechte hängen vom Nachweis der Residenza ab. Die Gebühr dafür betrug bis vor einem Jahr 60 Lire und beträgt jetzt 72 Lire; sie wird nur einmal für die ganze Familie erhoben. Ueber die Frage, ob es den Emigranten möglich ist, das italienische Slaatsbiirgerrccht (Cittadinariza) zu erwerben, läßt sich Bestimmtes nur schwer aussagen. Erkundigungen, auch an amtlichen Stellen, ergeben widersprechende Auskünfte. Nach dem Gesetz ist die Einbürgerung erst nach fünf Jahren, vom Erwerb der Residenza an gerechnet, möglieh, unter besonderen Umständen früher. Ob jüdische Emigranten aus Deutschland nach Verlauf dieser fünf Jahre italienische Staatsbürger werden können, bleibt abzuwarten. Man muß wohl 'mit größter Zurückhaltung des italienischen Staates in der Gewährung dieser Gunst rechnen. Vielleicht wird Entgegenkommen geübt werden gegenüber Bewerbern, die ihre Schulzeit in Italien verbracht haben. Ziemlich bestimmt wird versichert, daß derjenige italienischer Staatsbürger werden dürfe, der im italienischen Heere dient; aber es gibt keine Gewißheit, ob jemand ohne den Besitz des Staatsbürgerrechtes ins italienische Heer aufgenommen werden kann. Was nun die Gründung einer Existenz in Italien betrifft, so haben eine Reihe Aerzte aus Deutschland ihre Zulassung erhalten, sind daraufhin ziemlich rasch in die Praxis hineingekommen und dürfen sich als arriviert fühlen. Alle haben, ohne Rücksicht auf ihre frühere Tätigkeit, sämtliche Examina, die von italienischen Studenten verlangt werden, nachmachen müssen. Diese glückliche Zeit ist leider vorbei, die Zulassung für fremde Aerzte ist gesperrt. Dennoch haben jüdische Emigranten nicht aufgehört, an italienischen Universitäten Medizin zu studieren oder das angefangene Studium fortzusetzen. Beides ist also auch heute noch möglich. Sie werden ihre Examina ablegcn dürfen, auf Zulassung nach den jetzigen Bc- Stimmungen aber nicht rechnen können. Auch nicht in den Kolonien. Hoffnungen auf die Möglichkeit irgendeiner Ver- Wertung, vielleicht im Ausland, vielleicht auf Grund kiinftiger Erleichterung der Zulassung, werden offenbar trotzdem gehegt. Alles das trifft auch für Zahnärzte zu, die übrigens die Ausbildung von Aerzten genossen haben müssen, da die Zahnheilkunde als Teil der allgemeinen Medizin gilt. Für die Zulassung zur Universität wird das deutsche Reifezeugnis ohne weiteres anerkannt. Sonst muß und darf das Abiturium in Italien bestanden werden. Es gibt die Entsprechung des Gymnasiums (Licco classico) und des Realgymnasiums (Licco scentifico). Die Anforderungen im Abiturientenexamen, abgesehen von der verlangten Beherrschung der italienischen Sprache, sind außerordentlich hoch, der humanistische Charakter des Gymnasiums ausgeprägter als in Deutschland. Es gibt ferner «ine Reihe qualifizierter Fachschulen, die fiir vielerlei Berufe vorbereiten und in die der Schüler manchmal in so jungen Jahren eintritt, daß er einen Teil seiner allgemeinen Schulkenntnisse auf diesen Fachschulen erwirbt. Für die Zulassung werden verschiedene Forderungen gestellt, für die das Wissen in Italien erworben oder durch Prüfungen nachgewiesen werden muß. Von akademischen Berufen darf als nicht aussichfslos gelten der des Lehrers, Es haben Emigranten, die an einer italienischen Universität ihr Doktorexamen ״in lettere“ (das entspricht etwa dem deutschen Doktorexamen in der philosophischen Fakultät) abgelegt haben, Lehrerstellen an höheren Schulen angeboten bekommen. Italiener sind sehr dankbar jtir jede wissenschaftliche Bemühung um ihr Kulturgut, sei sie literarischer, historischer oder philologischer Art. Auf Grund solcher Beschäftigung haben einige Emigranten Lehrerlaubnis an italienischen Universitäten erhalten, freilich unbezahlt. Ein Fall von Berufung auf einen etatsmäßigen und also bezahlten Posten an einem staatlichen Lchrcrbildungsinstitut ist bckanntgewordcn. Alle so Begünstigten hegen die Hoffnung, daß sich auf Grund ihrer ferneren Leistungen als Forscher und Lehrer an die vorläufige Beschäftigung eine endgültige Bestallung anschlicßen könnte, die zu einer Existenz führt. Sonst, das heißt im Handel und Gewerbe, darf Anstellung mir auf Grund einer Arbcitscrlaubnis erfolgen, die in der Regel nicht erteilt wird. Versuche der Umgehung können rigorose Maßnahmen der italienischen Behörden zur Folge haben. Junge Damen, die andere Wege des Erwerbs verschlossen finden, treten häufig in italienische Haushaltungen als ״Kinderfräulein“ ein. Man trifft in solchen Stellungen nicht wenige ehemalige Studentinnen, auch solche, die schon graduiert sind. Diese Posten sind nicht immer anfenehm. Das Verhältnis der italienischen Familie zu ihrem lauspersonal ist ganz allgemein das von Herrschaft zu Diener• schaff, es wird von der einen Seite ohne Skrupel geübt, von der anderen ohne Widerstand ertragen. Die Emigrantin, und wenn sic noch so gebildet ist, wird von dieser Behandlung nicht ausgenommen. Arbeit im fremden Haushalt macht noch überdies gcsellschaftsunfähig. Andere Emigrantinnen dagegen haben Italiener geheiratet, auch solche in bester Position, und sind damit nicht nur in die italienische Staatszugehörigkeit, sondern auch in die italienische Gesellschaft aufgenommen worden. Für kaufmännische Unternehmungen bedarf es einer Lizenz. Sie wird dann nicht erteilt, wenn das neue Unfernehmen als eine Konkurrenz zu bestehenden italienischen Unternehmungen angesehen wird. Für Fremdenpensionen ist aus diesem Grunde nur schwer die Konzession zu erhalten, leichter ist der Weg über de« Kauf einer bestehenden und konzessionierten Pension. Auf diesen Erwerbszweig haben sich so viele Emigranten geworfen, daß die Aufnahmefähigkeit als erschöpft gelten kann. Mangel herrscht an gepflegten Studentenpensionen mit guter Kost bei mäßigen Preisen in Universitätsstädteii. Sic würden sich vermutlich rentieren, vorausesetzt, daß die Uebertragung der Studiengelder keine Unterrechung erleidet. Für den Kaufmann, der prozudieren will, ist ein Verfahren, das sehr naheliegt, unbedingt falsch. Der aus Deutschland stammende Fremde entdeckt sehr rasch, daß es mancherlei Bequemlichkeiten und Gebrauchsgegcnsfändc, an die er in Deutschland gewöhnt war, in Italien nicht gibt. Er hält sich also für berufen, den Italienern diese Wohltaten zu bringen. Der Italiener wünscht das aber von seiten des Fremden durchaus nicht zu wissen. Mit anderen Worten: es ist verfehlt, einen «licht vorhandenen Bedarf wecken zu wollen; der Versuch würde jedenfalls einer langwierigen und kostspieligen Propaganda bedürfen und am Ende vielleicht doch fehlschlagen. Der rechte Weg für den Produzenten ist vielmehr dieser. Er muß zu erforschen suchen, welche Waren in Italien zwar gebraucht und also gekauft, aber nicht borg«stellt, sondern aus dem Ausland eingeführt werden. Bei seinen Nachforschungen darf er aber nicht unterlassen, zu prüfen, oh die Fabrikation in Italien auch möglich ist. Bei manchen Artikeln wird sie durch die Rohstofflage oder durch das Klima voreitelt. Fabriziert er dann seinerseits im Inland, so wird er ohne Zoll und also billiger verkaufen können und darf aut Absatz rechnen. Für derartige Unternehmungen wird er auch jede Förderung von seiten der italienischen Behörden finden. Als Sitz fiir Industrieunternehmungen kommen in Betracht: Mailand, Rom, Genua (alle drei teuer); ferner Turin, die erste italienische Hauptstadt; Triest, dessen Industrialisierung von der Regierung protegiert wird; und endlich der im Auf- Schwung begriffene Adriahafen Bari, der die jährliche Levantemesse beherbergt. Auch Neapel wäre zu nennen; aber je weiter südlich, desto schwerer das Einleben. Alle derartigen Pläne hängen davon ab, daß der Einwanderer über Kapital verfügt. Die Möglichkeit des Kapitaltransfers von Deutschland nach Italien hat seit Beginn der Emigration mehrfach gewechselt, künftige Aenderungen sind wahrscheinlich, Voraussagungen lassen sich nicht machen und Ratschläge nicht geben, Ueber die Aufnahme, die den Juden in Italien bereitet wird, darf folgendes gesagt werden: Es gibt offiziell keinen Antisemitismus, obwohl (wie von der ״J. R.“ berichtet) ge- Icgentlich eine gereizte Abwehr einer vermeintlichen antifaschistischen Einstellung des Weltiudentums. Die einheimisehen Juden scheinen unbefangen mit den Italienern zu leben, manche vor Jahrzehnten cingewandcrte dcutschsprechcndc Juden haben es zu Wohlstand und Ehren gebracht. Die italie- Prof. Marcus Hajek 75 Jahre alt Von unserem Berichterstatter J. R. Wien, 29. November Am 26. November wurde der berühmte Wiener Laryngologe, der langjährige Vorstand der hiesigen laryngologischen Klinik, Univ.-Prof. Dr. Marcus Hajek, 75 Jahre alt. Der Jubilar, der als der Schöpferder mor~ dernenLaryngologie gilt, war I aus diesem Anlasse Gegenj stand zahlreicher Ehrungen. Für die Laryngologische Klinik, an der Professor Hajek; vom Jahre 1919 bis zum i Jahre 1933 als Vorstand gej wirkt hat, überbrachte deren! jetziger Vorstand, Univcrsi- tätsprofessor Dr. Heinrich N cumann (gleichfalls ein Jude), die Glückwünsche. Professor Hajek ist überzeug- ter Jude und sollte bei der letzten Kultuswahl eine parteilose ״Liste der Prominenten“ führen; der Versuch mißlang jedoch. In einem Gespräch mit Ihrem Korre- ן spondenten brachte Profes- £ sor Hajek seine innere Verbundenheit mit dem Palästina-Werk rum Ausdruck, Er billige dieses Werk aus vollstem Herzen und wolle seine reichhaltige Bibliothek der Jerusalemer Universität widmen. Von der Wiener jüdischen Aerzfeschaft Unser Wiener JR.-Korrespondent berichtet: Dieser Tage fand die Jahreskonferenz der ״Vereinigung der ji'1dischen Aerzte Wiens“ statt und wählte Universitätsprofessor Dr. Herbert Elias zum Präsidenten. Professor Elias, der seit einigen Monaten ein Primariat is!1 Rothschild- Spital inne hat, erklärte, sich mit größter Energie der Heranbildung des jüdischen Aerztenacliwuchscs zu widmen. Der Vizepräsident der Vereinigung, I>r. J el H n e k, der den Jahresbericht erstattete, gab zur großen Ucbcrraschung der Konferenz bekannt, daß, entgegen den mehrfachen Zusagen von maßgebenden Stellen, der Wiener jüdischen Aerzteschaft eine Vertretung im Vorstand der Wirtschaftsorganisation der Aerzte Wiens zuzubil'.tgen, dies noch immer nicht durchgeführt wurde. Schließlich sprach Vizepräsident Dr. Siegfried Plaschkes in einem Referat ״Hodegetik des jüdischen Arztes“ über den Pilichtenkreis des jüdischen Arztes von heute. Der ״Jugend-Shilling“. Anläßlich der Eröffnung der Mifal- Bizzaron-Aktion in Schweden wurde, wie uns unser Stockholmer H. R.-Korrespondent schreibt, aus Jugemlkreisen die Idee propagiert, die jüdische Jugend dadurch aktiv in die Aktion einzuschaltcn, daß jeder junge Mensch eine sch wedi sehe Krone opfere. Jeder jüdische Jugendverein solle diese Jugendaktion organisieren. irischen Juden fühlen sich als Italiener, sind italienische Patrioten und verhalten sich in selbstverständlicher Loyalität zum faschistischen Regime. Dies alles oft unbeschadet eines treuen Festhaltens an der jüdischen Ucbcrlieferung und am_ jüdisehen Ritual. Andere Kreise haben sich von der jüdischen Gemeinschaft in weitem Umfang gelöst, noch andere hängen mit leidenschaftlicher Uchcrzeiigiing und großer Aktivität dem Zionismus an. Neuerdings sind einige Hachscharah-ßetriebe auf italienischem Boden gegründet worden. Gern wird Italien als Vorbereitung für Palästina gepriesen. Das stimmt nur mit Einschränkungen. Zwar läßt sich in Italien die Kultur mancher Gewächse erlernen, die fiir Palästina wichtig sind (Olive, Wein, Orange); das Klima zeigt auch schon eine gewisse Achnlichkeit mit dem palästinensischen; indessen es ist «och immer der europäische Zivilisationskreis, es ist im ganzen üppiger Boden, und cs fehlt daher die Härte der Lebensführung, die von den Siedlern in Erez Israel gefordert wird. Im ganzen sind die jüdischen Emigranten in Italien, wie vermutlich überall in der Welt, auf ihre eigene Kraft angewicsen. Daß sie sich dem Regime gegenüber völlig loyal verbalten, erwarten die italienisdn n Wirte von ihnen, dasselbe dürfen die italienischen Juden erwarten, die jeden Verstoß mit zu spüren bekommen würden. Dies vorausgesetzt, können sich die ,Emigranten in Italien frei u!1d unbefangen bewegen und werden sich inmitten des liebenswürdig :n, warmherzigen und hochkultivierten italienischen Volkes wohlfühlcn. Vi״’cs ist anders, als der Emigrant es zu Hause gewohnt war. Je größer seine Bereitwilligkeit ist, die Veränderungen als mit Land und Volk gegeben hin/unchmen und ohne Kritik sieb darauf einzustelien, desto leichter wird er sich einleben. Der ״ewige Frühling Italiens" ist ein Märchen: der Winter (gut 5 Monate dauernd) ist ungemütlich, durch I eiichtiylwit und Wind lästig. Aber auch das ist ein Märchen, daß mau es im Sommer nicht in Italien aushalte. Wer irgend kann, meidet im Juli und August die Stadt. Aber nicht nur in den Bergen (Alpen und Appenin), sondern auch etwa an der iigurmchen Knute /«׳Klieii Viareggio und Marina di Ma-m! ward man in lieilien Summern zwar bei Tage vor der I lit/e Schutz suchen, häufige!■ aber abends vor der Kuhle. Wer so gestellt ist. daß er ohne Arbeit von seinem Oelde zu leben vermag, der wird sich nichts Besseres autun können, als sich etwa in der Umgebung von Floren/ niedcr/u'3'■n 11. Fs gibt weiträumige Wohnungen mit üheiwaliieender Ausu Irt zu billigen Preisen. Billig ist alle Handarbeit, teuer Kohle, Zucker. Benzin; Lebensmittel wie anderwärts. Mit 20:10 'Ihre zirka £ 22) monatlich kann eine Familie schon stattlich leben. Das ist etwa, was sich nach bisherigen Erfahrungen raten läßt. Es geschieht mit allem Vorbehalt, nach dem. wie cs bisher war und noch ist, ohne jede Gewähr ftir die Zukunft. Die Entscheidung muß schließlich jeder aut eigene Gefahr treffen. IN ALLER KURZE Nach einem Referat des Abgeordneten Dr. Cliaim Kugel nahm der Kulturausschuß des tschechoslowakischen Abgeordnetenhauses das Gesetz über die Organisation der I s r a e I i t i - sehen Kultusgemeindcn in Böhmen und Mährisch- Schlesien an. Der Vertreter des Schulministeritims betonte bei dieser Gelegenheit die Notwendigkeit der Errichtung einer israelitisch-theologischen Fakultät in der Tschechoslowakei, da jetzt die Rabbiner gezwungen sind, im Ausland zu studieren. Der Keren Kajcmeth LejisracI wird in Kürze in der Tschechoslowakei eine Anleihe von C 100 000 aufnehmen. Diese Tranche ist ein Teil einer großen Anleihe, die in der ganzen Welt aufgelegt werden soll. Die Bewilligung der Tschechischen Nationalbank ist bereits erteilt worden. Der polnische Hand eis minister Roman hat den jüdischen Abgeordneten Dr. Sommerstein und den jüdisehen Senator Trockenheim empfangen. Er besprach mit ihnen Einzelheiten der Durchführungsverordnungen zum Schachtgesetz, das am 1. Januar 1037 in Kraft tritt. Das Gesetz wird eine sehr große Zahl jüdischer im Fleischgewerbe tätiger Arbeiter erwerbslos machen. Der Di* rektor des polnischen Arbeits-Fonds hat einer Abordnung zugesagt, daß er Projekte prüfen wolle, die dieser Arbeitslosigkeit voTbeugcn wollen. ln Paris starb im Alter von 62 Jahren der Gründer der Warschauer jüdischen Tageszeitung 1״ lajnt", der Journalist Schmuei Jacob J atz kan. jat/kan gehörte der zionistischen und später der territorialistischen Bewegung an. Das Lodzer Gericht verurteilte •den Reserveoffizier Wladislaw Trcnis, der den jüdischen Sejm-Deputierten Minzberg aut der Straße überfiel, ihn blutig mißhandelte und versucht hatte, ihm den Brut atiszureifkn, zu 80 Zloty Geldstrafe oder sieben Tagen Arrest. Der Herzog von K e n t, der Bruder König Eduards Vf ff., besuchte vor einigen Tagen ein jüdisches Altersheim in Wandswortli. Irr ließ sich von der Leitung des Heimes sämtliche t inridituiigen zeigen und unterhielt sich mit verschiedenen Insassen. Wie bereits gemeldet, hat der Schriftsteller Hermann Burte auf Anregung der NS.-Kulturgcmemde zur Musik des Händelschcn O r a t o r i 11 m s ״Judas Makkabäu s“ einen neuen Text geschrieben. Er ist den Gefallenen des Weltkrieges gewidmet und trägt den Titel ״Held und Friedenswerk'‘. Der Ort Vaihingen ist, wie der ״Enz-Bote“ vom 27. November mittcilt, judenfrei, nachdem der letzte Viehhändler foHgczogen ist. Im Alter von 100 Jahren und vier Monaten starb das älteste Mitglied der Deutsch-Israelitischen Gemeinde H ambürg, Hermann Mund hei in. Er hatte einst das Schuhmacherhandwerk erlernt und sich dann in Paris als Spezialist für Bühnenschuhe niedergelassen. Zu seinem 100. Geburtstag im Juli wurden ihm noch große Ehrungen zuteil, die er in .voller Frische entgegennahm. Dr. Albrecht M c ח d e 1 s s o h n - B a r t h c I d y, ehemals Professor des Völkerrechts in Hamburg, Herausgeber der ״Europäischen Gespräche“ und des ״Handbuchs der Politik“, starb in Oxford im Alter von 62 Jahren. Die Firma Louis Schwarz, Schwiebus, ist in arischen Besitz übergegangen. iversitälsprofessor . Marcus Hajek Folo : Archiv JASTIK .114, HOSSUL R9 120 HERIS 1079 180x1■* SCHIRAS 1047Q ־גז 142 SCHIRWAN 18a HÄHEDAH 100 Oft 190 Ulli־ Verkauf nur Berlin C2 Spandauer Straße32 * %