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Jüdische Rundschau · 1936-11-27 · Heft 95 (27.11.1936) · page 24

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 95 (27.11.1936)
Date
1936-11-27
Page
– (sequence 24)
Language
German
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Seite 2 Nr. 22 KINDER-RUNDSCHAÖ gesehen zu haben. Das Meer schimmerte weit, glitzernd und durchsichtig, und seltsame braune Menschen schrieen und gestikulierten um ihn herum. Es seien Araber, sagte der weitgewandte Koffer noch, dann sah ihn unser Lift zum letzten Male. Denn nun schwenkte ihn der Kran auf einen steinernen Kai gerade vor eine lange Reihe schöner neuer Häuser. ״Da kommt unser Lift!“ sagte ein kleines schwarzhaariges Mädchen. ״Guck, Papa, ich habe einen Magen David daran gemalt und Mirjam darunter geschrieben. Hast du auch meinen Puppenwagen schön mitgebracht, alter Lift?“ Ach, es gab wieder viel zu staunen für den guten Lift, Solche Bäume hatte er noch nicht gesehen, wie sie hier wuchsen, mit gelben Kugeln daran, solche Häuser noch nicht, und so große Tiere mit Schwanenhälsen und einem Man machte ein Haus aus ihm Höcker auf dem Rücken auch noch nicht, wie sie hier manchmal durch die Straßen trotteten. Endlich wurde er ausgepackt; die eine Seite wurde wieder abgenommen und all der Krimskrams herausgeschafft, den er nun ein paar Wochen in seinem Bauch beherbergt hatte. Ordentlich leicht wurde ihm. Ach, wie freuten sich die braunen Araber über das Klavier, das eine Weile allein auf der Straße stehen blieb! Drei oder vier spielten gleichzeitig darauf aus Leibeskräften. — Freilich, Mirjams Vater schien gar nicht so fröhlich, als er dazu kam. Er jagte die Araber weg und seufzte dann, als er nun selbst probierte. Denn da kamen ziemlich viel Jammertöne hervor. ״Was machen wir nun mit diesem Riesenkasten?“ sagte das kleine Mädchen, das froh war, seinen Puppenwagen wieder bekommen zu haben. O nein, man zerschlug ihn nicht, wie er gefürchtet hatte. Da kamen schon Leute und kauften ihn, brachten ihn aus der Stadt heraus ins freie Feld und stellten ihn auf Blechkannen, in denen früher Benzin oder Oel gewesen sein mochte. Nein, das war ja nun wieder wunderlich! Man machte wahrhaftig ein Haus aus ihm! Groß genug dazu war er ja. Die Klappe wurde zu einer Tür, die man aufstellen konnte, um ein Sonnendach zu haben, in die Wände sägte man Fenster, und zu Möbeln, zu Tischen, Stühlen und als Liegestatt nahm man wieder ganz einfach diese Blechkannen. Großartig sah das nicht aus, auch nicht elegant, aber es ging. Una die Leute, die nun in ihm wohnten, unser Lift mußte manchmal schmunzeln: nein, was waren diese Leute vergnügt! ״Alter Lift“, sagte manchmal der eine, ein schmucker, braungebrannter Bursche, ״alter Lift, gut wohnt sich’s in dir. Es wird mir geradezu leid tun, wenn ich eine richtige Wohnung gefunden habe und dich wieder verlassen muß.“ Das freute unsern Lift: er fühlte sich überhaupt wohl in diesem hellen Lande, das die Leute Erez Israel nannten, und in dem sie fleißig bauten und säten und Bäume pflanzten.... Er steht noch heute da am Rande der Stadt, der brave Lift und spielt Wohnhaus für Leute, die noch keine andere Wohnung haben. — Bronia Schattenstein. — Zeichnungen von Mirjam Jochai Ich wünsche einen Briefwechsel Mit 15—lßjährigem Mädchen. Manfred L-emberger, München, Thiersch- Straße 25, bei Kaufmann. — Mit einer Gruppe von 10- bis 12jährigen Mädchen (Habonini). Ruth Holzmann, Wiesbaden, Luisenstr. 47. — Mit Jungen oder Mädel von 16 Jahren. Thea Urbach, Dresden-A. 5, Berliner Str. 56; Rösi Jucht, Dresden-A. 1, Räcknitzstr. 7. die nächste Hindu-Rundschau erscheint am Dienstag, dem 8. Dezember. Redaküonsschluß hierfür am Montag, dem 30. November KISLEW Raub der heiligen Geräte durch Antiochus — Zeichnung von Hans Le fl (13 Jahre), Berlin, Schule Rykestr. "4M*'' 9Sii*w J \ ■''t■ ו*•:•- Auflösung des hebräischen Buchstaben-Rätsels aus der Klnder-Rundschau Nr. 2t. 1) תיבדאת. 2) לח* 3) אהבה* 4) בית חנן. 5) בן שמן" Euer Wunsch zu Chanukkah: Land der Jugend Das Buch der Klnder-Rundschau Aus dem Inhalt: Barak, da* Fällen![von C. Z. Klötzel) — Das ist Tel-Awiw (Bilder und Verse von Wolf Hamburger) — Wir erlösen den Boden — Vom Leben in Ben Schemen — Theodor Herzl in Rechowoth (von Mosche Smilansky) — Die Schuhputsmeistersdisft — ״Alijah" (Eine Erzählung in Versen und Bilden» von Ben Uri) — Kindergedichte von Bialik — Unsere Weisen (von Bklik-Rawnitzki) — Der Tag des Bundes — Moschko und die Talmudfolianten — Bibbi, Ester und der Papagei (von Mascha Kaliko) — Wie prüfe ich meine Eignung für einen Beruf? — und vieles andere mehr 112 Seiten mit 79 Bildern in Halbleinenband mit mehrfarbigem, schönem Titelblatt Preis RM 2,85 Bittet Eure Eltern um dieses Bach als Geschenk! Es ist za beziehen durch Euren Buchhändler oder direkt beim VERLAG DER JÜDISCHEN RUNDSCHAU Berlin W 15, Meinek estraße 10 gegen Voreinsendung des Betrages zuzüglich RM 0,30 Porto auf das Postscheckkonto der Verlags-Abteilung Berlin 71567

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