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Jüdische Rundschau · 1936-11-27 · Heft 95 (27.11.1936) · page 14

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e •. JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 95, 27. XI. 1936 Wim | j־K י > ־.. i fll t 14 Im Geiste Brenners Aus Tel-Awiw wird 1111s geschrieben: Im ״Dawar“ zitiert D. Kimm elf eld die bekannten Worte Brenners über seine Begegnung mit arabischen E f f c n 11 i s, die seinen Gruß böswillig nicht erwidern und über ein freundschaftliches Ciesprach mit einem junge״ I eüaehen, der sich von ihm mit herzlichen Gruß verabschiedet. Wer von uns kennt nicht diese beiden Typen, mit denen Brenner einige Tage vor seiner Ermordung wahrend der Arabcrimruhcn 1021 zusaimnentraf? Sic haben sich freilich inzwischen etwas gewandelt. Der Effendi bückt noch finsterer und haßerfüllter als damals, ia es könnte sein, daß er in Erwiderung auf den Gruß zur Waffe griffe. ־— Und auch den zweiten Typus kennen wir. Wir sahen ihn an jenem 19. April, als er eine Gruppe Juden aus der Jaffaer ilöile errettete und sie im Boot nach Tel-Awiw schaffte, ohne dafür Bezahlung anzunehmen. Er war es, der Juden in seinem Hause versteckte, um sie vor der verhetzten Menge in Sicherheit zu bringen. Seitdem ihn Brenner trat, hat er sielt in manchem verändert. Er ist kein Kind mehr, ist nicht mehr stolz auf sein Gespräch mit einem Erwachsenen, aber er ist noch fröhüeh und erfreut jeden, der mit ihm zu tun hat. — Das Schicksal hat es über uns verhängt, daß wir mit beiden Typen zusammen leben müssen. Noch lange Zeit werden sich beide ihre charakteristischen Züge bewahren, denn der Orient ist konservativ. Was wir aber tun sollen, zeigen uns die Worte Brenners: ,,Keine Politik! Sie wird vielleicht unsere Aufgabe sein, wir werden 1ms wider Willen mit ihr befassen müssen, weil wir keine andere Wahl haben werden. Nein, nicht sie, sondern den Kontakt von Seele zu Seele! Gt׳m׳mfi< inenlang ... viele Tage lang ... ohne Ziel ... ohne Absichten ... außer der einen Absicht: Bruder, Freund, Gefährte ..." Wir sind gezwungen, die Wege der Politik zu gehen, aber hahen wir nicht darüber den Weg zum Herzen jenes arabischen Knaben vernach- Lisfigt'׳ Und warum beleidigen wir ihn, indem wir den Uebel- Eiter als ״Araber“ bezeichn 1׳n? Gibt es keine spezielleren Ausdrücke'' Wir sind nicht daran interessiert, alle Araber in einen Fapl zu werfen. Wir sind im Gegenteil an der Klärung und Scheidung interessiert. Vergessen wir Brenners Testament nicht! ״Eine vernachlässigte Aufgabe" Im ..Pinkess“, dem Organ der Beamten und Angestellten, behandelt AL B a k i die g c r i n g e Teil n .11 <־ me der Ju■ d e n :1 m ״ f f e n f! i c 11 e!1 I) i e n s te: Warum sind nur verlulfrioui gi!!; wenig Juden Staatsbeamte in Palästina geworden־‘ IV ist f;1 Och. diese Tatsache ans der Vorliebe der Engländer für die Araber zu erklären. W i r selbst sind für diesen ZuM.-ind zu einem großen Teile verantwortlich. Wir sahen in der Mcamtcnlaiifha Im einen Beruf wie alle anderen, die lugend aber er/mmn wir für die Arbeiten, die innere Befriedig!mg und Erneuerung des Lebens versorachen. Die Rur!;kehr zum Boden ging allem voran, das Land war der Stadt vor/ii/iehen, neue produktive Arbeiten denen, die 'vir in der < ialnih srlum :Uisgcübt hat len, und alles war besser, als Beamter zu werden. Beamtentum galt als Jagd nach der Kamen• und narb einem leichten l.eben. Und da die Arbeit ni; ht des chahi/Bachrn Nimbus teilhaftig wurde, so verfielen ihre Träger leicht einer außerüdien Assimilation und einem großstädtische« Snobismus. Viele, denen diese Atmosphäre nicht recht war, verließen den Dienst, wenige und nieist einflußlose Hieben zurück. Das Feld blieb den Engländern und den Arabern, die sich enger aneinander an• schlossen. Die Vision unserer Renaissance, wie sie in Tcl-Awhv lind auch im Lmek ihren Ausdruck fand, hat den palästinensichert buten zu einem Robinson Crusoe gemacht, ln Reaktion auf da‘־- helien unter Fremden in der Diaspora wollten wir liier alles nl'ein und seihst m.-Hien. Weil wir uns aber nicht auf einer cins.imen Insel befinden, so konnten wir nicht angestraft die bri'ische und arabische Umgehung vergessen und den ganzen Staatsapparat Palästinas vernachlässigen. Wir träumten davon, uns innerhalb der Schale der Ko'onialverwaltung unser eigenes Svster« zu errichten, und dieser Schale nicht zu bedürfen. Die Schab* aber wuchs, und jetzt droht sie, sich um uns zu sei’ließen. Jetzt erst sehen wir, daß wir uns in eine Art (i h e t t o ein״c*=cl!Ir>««en hahen. Es ist ein < »hc'tto der srhüpferis-lien Pion-emrheit, es ist ein freiwilliges (ilmtto, aber es Ist ein noli';-ches Ghetto, das von andern bewacht 11ml ver\vV4of wird. Unter uns muß eine P,f4..1!'״g ersichcn. die die K״;(U• anfnifi und erzieht, die für alle die vielfältigen Zweige des Staatsdienstes nötig sind. Wer vertritt die Stadt Jerusalem? Der Td-Aviwer ״II a?! r e t/“ schrieb 1!rc1!׳ dem Empfang der Kgl. Konuir-slon in einem I eitartik;•!: Mit f!•staunen und Bedauern bube die indisch!> Bevölkerung?׳;'*gestellt, daß der s t e 1 I v p r f r e t e!1 d e B ii r g e rmcisti-r v 0 n J e r u s a - I e m zur 1>!fi/i׳־׳l!<1!׳ Fröffituiigsfeier der k’oval Commission nicht gehi len war. I'iderblbh die f'in'.idung nur des halb, weil er!kr Repräsentant des jüdischen Jerusalem ist? Man kann sieh des 1:11dl url•;• nicht eris ein eil, daß hier eine besonder,. Ahskiit vor!,1g. I )r. Khahli kt ein Mann der 1'k>׳nu11 11־kz:p!'׳n. Er wurde zur reckten Zeit krank, Iber Befehl des Mufti ist ihm oberstes G1--1-f/. Aus Haifa lind Tel-An iw wurden die Biirgcruieister-Stelh!■Ureter eingeladen. Fs kr׳ also sicherlich Ab-ächt darin, in dieser Zeit nicht zu demonstrieren, daß feniwilrm im Grunde keine arabische, sondern eine jüdische Stadt ist. Diese Kleinlichkeit wird den I 'rhebci'i nichts luit/cn. Sie werden das wahre Gesicht Jerusalems nicht verbergen können. Die Bezahlung der streikenden Beamten. Zu dieser Frage schriebt der Tcl-Awiwcr ״Davar‘‘, wie uns aus Tel-Awiw berichtet wird, 11.;!.: Die (iehaltszahluni» an die Regiert!ngsbeamten, die sich am Streik beteiligt hatten, erfolgte, als wäre es ganz selbstverständlich, daß der Staat Angestellte ernähren muß, mich wenn sie sich weigern, den Dienst zu versehen, für den sie besoldet werden. Besonders pikant wird diese rasche Lösung, wenn man bedenkt, wie groß der Beitrag der Juden, gegen die ■sich doch der Streik vor allem richtete, zu dein Staatssäckel ist, aus dem die arabischen Lehrer und die streikenden Mukhtare bezahlt werden. So groß war die Langmut der Regierung, daß sie sogar den nach Sarafeiul verbannten Lehrern, also Leuten, von denen die Regierung selbst annahm, daß sie ein gcfälirliebes politisches Element bilden und isoliert werden müssen, mit regelmäßiger Pünktlichkeit ihr Gehalt auszahlie. Dagegen gibt es eine andere politisch-finanzielle Frage, die Frage der Entschädigung der Opfer der Unruhen; diese Frage ist immer noch in der Schwebe. Zwischen Jemen Die täglichen Meldungen aus den unabhängigen arabischen Staaten bezeugen die überall herrschende recht beträchtliche Gärung, die nicht zuletzt auf das Widerspiel der im Vorderen Orient besonders interessierten europäischen Staaten zurückzuführen ist. Der Jemen, wo seit einigen Jahren ein starker englisch-italienischer Konkurrenzkampf im Gang ist, steht vermutlich vor großen Umwälzungen, die einem immer klarer werdenden Gegensatz zwischen dem alten, mehrmals schon totgesagten Autokraten Jahjah und seinem Sohn folgen dürften. Dali dies den Gegner der jemenitischen Unabhängigkeit, den Freund Englands, König Ihn Saud, zu erhöhter Auimerksamkeit zwingt, ist ebenso selbstverständlich wie etw a die Tatsache, daß England die transjordanische Grenze gegen Syrien und gegen den Irak zu befestigen und eine Eisenbahn von Palästina nach dein sehr wichtigen Akaba zu bauen edenkt. Alle diese Dinge sind keineswegs Vorzeichen neuen onstruktiven Aufbaus, sondern hängen intim mit der Unübersichtlichkeit der Situation in Europa zusammen. Es ist demnach selbstverständlich, daß auch die Türkei ihre Existenz im arabischen Orient mit Nachdruck bemerkbar macht. Abgesehen von den nicht widerlegten Gerüchten, daß der Türke Hekmet und der Kurde Bekr Zidky, die die irakische Revolution machten, von Ankara Unterstützt werden, hat sich die Türkei für manche Bestrebungen Ihn Sauds sehr interessiert, und wendet nun auch dem Jemen erhöhtes Interesse zu. Ein Gesandter der a-religiösen Türkei wird bald — neben dem Vertreter Rußlands — an jedem Freitag in der Moschee des orthodox-religiösen Imam von Jemen zu sehen sein. Aber auch in Syrien beginnt die Türkei Einfluß 7.11 nehmen, der sich, nicht wie bisher, auf rein kommerziellem Gebiet, min auch in der mit der Aufhebung des Mandats zusamnienh,äugenden Innenpolitik bemerkbar macht und den Charakter eines diplomatischen Konflikts anzunehmen droht. Der Sandjak (Provinz.) Alexandrette, gelegen am Nord- Von der Woche In den letzten Tagen hat es in Palästina große Regenfälle gegeben. Ganze Straßen in Jerusalem und Tel-Awiw w-aren überschwemmt. Durch die großen Regenmassen sind auch zahlreiche Transportwege im Lande unterbrochen worden. , Der Stadtrat von Tel-Awiw hat beschlossen, zwei Straßen nach dem in der vergangenen Woche verstorbenen Mosche Beilinson, dem Schriftleiter des ,,Dawar“, und dem jüdischen Schriftsteller Salman Epstein, der ebenfalls in der vergangenen Woche verstorben ist, zu bcnennen. Arn vergangenen Sonnabend verrichteten etwa 500 Juden ihre Gebete an der Klagemauer. Nachdem während der ganzen Monate der Unruhen kein Jude bei der Klagemauer zu erblicken war, wurden jetzt auch Wieder die Mitternachtsgcbetc und die Nachtwachen in der üblichen Weise gelialten. Die deutsche Kolonie Sarona bei Tel-Awiw hat beim High Commissioner und heim deutschen Konsul Protest eingelegt gegen die in Airssicht genommene Verwaltung■«- reform, durch die Sarona in den Verwaltungsbezirk von Tel-Awiw einbezogen würde. Ein Teil des dem Scheich Muni gehörenden Landbesitzes nordöstlich vom Jarkon ist in die Grenzen von Tel* A w i w einbezogen worden. In der arabischen Zeitung ״Al-Liwa“ werden Beschwerden laut über dic geplante elektrische Eisenbahn- I i n i e zwischen Tel-Awiw und H a i f a, die durch jüdische Siedlungen führen soll und die den völligen Niedergang des Jaffaer Hafens bedeuten würde. Die jüdischen und arabischen Lokomotivführer haben beschlossen, gemeinsam Protest einzttlegen gegen die Verlängerung der Arbeitswoche von 48 auf 60 Stunden. Die frans jordanische Regierung hat sich vergeblich bemüht, eine Anleihe von 20 000 Pfund von der transjordariisdien Bank zur Unterstützung der notleidenden I Teppiche / Möbelstoffe /״ Gardinen H BLUMENFELD, Nürnberg, AdleratraBe 36 [ Bauern des Landes zu erhalten. Es heißt, daß Emir Abdullah sich jetzt bemüht, die Palästina-Regierung zur Ge- Währung eines Darlehens von 15 000 Pfund zu bewegen. Ein englisches Verkehrsflugzeug der Linie Haifa —Port Said wird vermißt. Der ägyptische Rundtunk hat die britischen Zerstörer ersucht, die Suche nach dem Flugzeug atifz.unchmeii- Laut Nachrichten, die aus Jemen in Palästina eingetroffen sind, herrscht bereits seit drei Monaten dort eine starke Typhus-Epidemie, besonders unter der jüni sehen Bevölkerung in einer der jemenitischen Provinzen Guban. Bis zu den Mittelfeiertagen von Sukkoth sind 50 Juden an der Seuche gestorben, darunter fünf jeinenitische Rabbiner. Heute ist die Zahl der Opfer bereits höher. Die große arabische Zeitung ״Alif-Ba“ in Damaskus wendet sich heftig gegen den Beschluß des Obersten Arabischen Rates Palästinas, die Royal Commission zu boykottieren. 111N111111!111111111111111111!n1f111111M1!111m111t11111111111n111H11nm111111111111w(1111111111!n11n1t1mtm111m111mm1111m1111Ht!11111 Die Toscanini-Konrerfe Wie uns aus Tel-Awiw telegraphiert wird, verlaufen die Orchesterproben des neuen Orchesters, über dessen Konstituierung wir in Nr. 93 ausführlich berichtet haben, sehr erfolgversprechend. Der Klang der Streichinstrumente, so habe sieh gezeigt, sei den bedeutendsten Orchestern vergleichbar, und auch die Bläser seien von besonderer Qualität. Die Konzerte unter der Leitung von T oscanini sind nunmehr endgültig wie folgt festgelegt; Tel-Awiw: 26. Dezember, Jerusalem: 30. Dezember, Haifa: 31. Dezember. Die zweite Abonnement-Serie der Konzerte wird unter der Leitung von Kapellmeister Steinberg vom 17. bis 21. Januar unter Mitwirkung des Geigen Adolf Busch als Solisten stattfinden. und Alexandrette ende Syriens, also unweit der türkischen Grenze, ist seit jeher ein Brennpunkt türkischer Interessen, da die Bevölkerung dieses Gebietes zum Großteil aus Türken besteht. Die Türkei setzte es, als eine Angliederung des Sandjaks an die Türkei auf den Widerstand der Mächte stieß, durch, daß das Gebiet ein eigenes Statut erhielt und im Rahmen des Mandatslandes mehr oder weniger autonom wurde. Der in Ankara im März resp. Oktober 1921 geschlossene türkisch-französische Vertrag dem zwischen 1926 und 1932 einige Aenderungen hinzugefügt wurden, sieht vor, daß in dieser Provinz, in der unter 300 (XKJ Einwohnern eine Vierteimillion Türken leben, tiirkische Beamte eingesetzt und die türkische Sprache als offi. ziellc anerkannt wurde. Als nun der syrisch-französische Vertrag geschlossen wurde, verlangte Ankara, daß nicht Syrien allein für das Schicksal der Türken in Alexandrette verantwortlieh sei, sondern daß eine gemischte Kommission ein neues Statut aufzusetzen habe. Ein Großteil der türkischen Presse fordert sogar Abtretung des Gebietes an die Türkei. Syrien ist natürlich dagegen und erklärt diese Einmischung als Angriff auf seine Souveränität. An eine Abtretung von Alexandrette kann nicht gedacht werden, schon deshalb nicht, weil Alexandrette der natürliche Hafen von Syrien ist, um so mehr als Beyruth zum unabhängigen Frei- Staat Libanon gehör». Im übrigen, erklärt Damaskus, betrage das türkische Element nur ein Drittel der Bevölkerung von Alexandrette und werde, wie jede andere Minorität, wie Juden und Armenier, ohne äußere Einmischung von Syrien geschützt. Sicher aber ist, daß die allgemeine Unruhe, in der sich die westasiatischen Lcbemrlumie befinden, eine Situation schafft, die die Türkei natürlich ebenso wenig ungenutzt Vorbeigehen lassen will, wie etwa der Irak oder wie der Mufti von Jerusalem oder der gekrönte oder der noch nicht ge• krönte Herr der Arabia felix, des Jemen, M. Y. Ben-gavriel, Jerusalem Der Karmel-Hof in SIchron Jaakow Erholungsheim ״Neues Leben" Einer der herrlichsten Punkte des Landes ist der un■• mittelbar über dem Meer, mitten in 40 Dunam Nadel- und Laubwald, gelegene Karmel-Hof in der alten Kolonie Sichren Jaakow, unweit von Haifa. Ein altes Herrenhaus, ein alter Park. Ucppigste Vegetation, eine Palmenallcc, reich gc« pflegte Bäume und Büsche, herrlicher Rasen, Rosen, Blumen, Gibt es so etwas wirklich in Palästina? Und noch da/u Unmittelbar über dem leuchtend blauen Mittelmeer, mit dem Weiten Blick gegen die Bucht von Haifa und Akko. Schon vor zehn Jahren lernte ich es als den jahrelangen Besitz einer amerikanischen Zionistin, die mich zu sich geladen hatte, kennen. Schon damals war ich überwältigt vcm der Schönheit der Lage, von der Herrlichkeit dieses Gartens, Seither aber ist das halbverschlafene, lange nur von einem Verwalter bewohnte Haus in vollstem Wortsinne zu ״neuem Leben־‘ erwacht. Kein besserer Name konnte dafür gefunden werden. Die neue Pächterin des ausgebauten und modern eingerichteten Karmel-Hofes, Frau Dora Schwarz, eine langjährige Vorkämpferin des Zionismus und der Wizo in der österreichischen Provinz, hat sich als überzeugte Anhängern des Naturheilverfahrens und der vegetarischen Diät Dr. Bircher- Benners (Zürich) entschlossen, ihre Tatkraft und ihre Kenntnis der Naturhcibnethode dem Lande Israel dienstbar zu machen. Sie hat ungefähr vor Jahresfrist dieses Reform-Erholungs. heim auf den Ausläufern des Karmels errichtet. Gerade für das palästinensische Klima ist die vegetarische Diät aus• nehmend geeignet. Es wird Normal- und Heilkost verabreicht, wozu das in eigener Wirtschaft biologisch-dynamisch ge* zogenc Gemüse verwendet wird. Traubenkuren aus eigenem Weingarten, die verschiedensten Bäder in besteingerichteter Badeanlage, Kaltwasser- und Lehmkuren nach Kneipp, Pricfinitz und Felke, Massage, Lichtbäder, künstliche Höhensonne, abgeschlossenes Sonnen- und Luftbad, ein ausgezeichneter Badeplatz in der nahen Meeresbucht, Atemübungen und tägliche Morgengymnastik gestalten das Reformhaus, dessen Leiterin jahrelang der Idee der Gesundung durch die Natur dient, zu einem idealen Heim, das bleibende Kräftigung und Gesundung zu bieten ver• mag. Denn es stellt seine Gäste über die Erholungszeit hinaus auf die neue gesunde Lebensweise dauernd ein und macht so die modernsten und anerkanntesten Errungenschaften auf dem Gebiete der Naturheilkunde auch in Erez Israel heimisch. Dr. Martha Hofmanii Die Finanzen der Regierung In den ersten sechs Monaten des laufenden Budgetjahres vom 1. April bis zum 31. September betrugen die Einnahmen der palästinensischen Regierung 1 948 935 Ptund, die Ausgaben 1 962 473 Pfund. Diese sechs Monate der Unruhen im Land•-■ hat die Regierung demnach mit einem geringen Defizit von 13 538 Pfund abgeschlossen. Der Gesamt iiberschu ß der Einnahmen über die Ausgaben, der sich heute im Staatsbudget der palästinensischen Regierung befindet, beträgt 6 254 272 Pfund. Besserung der Wirtschaftslage In einem Wirtschaftsbericht der Barclays Bank aus eruSalem wird festgesfellt, daß die Lage des palästinensischen landeis sich fortschreitend verbessert. Der Ge■! treidemarkt sei zufriedenstellend gewesen. Die Vorräte att Kolonialwaren sind im allgemeinen gering, doch treffen jetzt neue große Einfuhrnmigen ein. Der Mehlpreis ist gestiegen. Der Umsatz in Kaffee war normal, die Vorräte sind jedoch gering. Die Bautätigkeit nimmt zu. Gute Ergebnisse erwartet man von der nächsten Zitruscrntc, die auf 9 bis 10 Millionen Kisten geschätzt wird. Am 20. November hat der Orangen-Export begonnen. Eine Anthologie jüdischer Autoren erscheint Ende November im Manfred Rothschild Verlag, Jerusalem, P.O. B. 918; das Sammelheft enthält Beiträge von: Else Laskcr-Schiik-r, Alfred Wolfenstein, Ernst Lissauer, Georg Hirschfeld, Oskar Baum, Rudolf Fuchs, Friedrich Torherg, Ludwig Strauß, Heinz. Politzer, M. Y. Bcn-Oavricl, Hilde Marx, Schalom Ben-Chorin, Adolf Chajes, Trude (Jrzidil und Werner Kraft. 3. HALLENSPORTFEST des BAR KOCHBA-FRANKFURT a. Main, im Hippodrom am Sonntag, dem 29. November 1936 Beginn 11 Uhr Vorktmpfe 10 Uhr Ansprachan: Au* dem Programm: Leichtathletik• Handball Massengymnastik Boxen Ringen •Turnen Dr. Hans Friedenthal-Berlin Rabb. Dr. Heinrich Lernte• Frankfurt a.M.

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