Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 95 (27.11.1936)
- Date
- 1936-11-27
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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JÜDISCHE RUNDSCHAU NR. 95, 27. NOVEMBER 1936 Kommission behandelt Bodenfragen Gedanken auf dem Lande Von unserem nach Palästina entsandten Sonder-Berichterstatter K.L. Jerusalem, VI November Ein paar Tage Tel-Awivv kosten auch in dieser Zeit, in der das Leben im Lande um einen Ton gedämpfter pulsiert als in der Prosperity-Periode, Nerven. Die Entfernungen sind nicht klein, vielmehr durch die Erschließung neuer Viertel teilweise noch größer geworden. Zwar bedeutet die Einfiihrung des ״Tor“ (Reihenfolge) /wischen Eisenbarrieren und die Bilicttvcrkäuferin an den wichtigsten Autobushaltcstellen einen Fortschritt zur ruhigeren Abwicklung des Verlehrs, gewiß ist heute mancher telephonisch zu erreichen, der es früher nicht war — dennoch ist jeder Weg in dieser Stadt mit einer gewissen Anstrengung verknüpft, zumal die Temperatur über Mittag selbst in dieser Jahreszeit noch recht hoch ist. Geschäftigkeit und Hast drücken Tel-Awivv ihren Stempel auf, und es scheint, daß sich dies nicht 50 bald ändern wird. Der Tel-Auiwer selbst empfindet das gleichfalls. Wer nicht gerade ins Ausland, nach Europa, den Libanon oder nach Cypcrn reisen konnte, war in diesem Sommer an die Stadt und ihren allzu belebten Strand gefesselt. Viele Monate hindurch ließen die Sicherheitsverhältnisse keine Ausflüge aufs Land zu, die für den Tcl-Avviwcr ״Großstädter“ eine beliebte Erholung darstellen. Jetzt endlich ist diese Schranke gefallen, und über Schabbat kann man wieder in die umliegenden Siedlungspunktc fahren, um Verwandte und Freunde zu besuchen und dabei ansziiruhen. Dar Blickpunkt von außen Ein solcher Besuch auf dem Lande zeigt, mit welchen Schwierigkeiten es verknüpft ist, sich über die Erscheinungen des palästinensischen Lebens ein Urteil zu bilden. Wir sind in Europa oft geneigt, private Schilderungen aus Palästina, die die Sorgen des Einzelnen und die Probleme der Gesamtheit darstellen, als bedrückend zu empfinden. Und in der Tat gehen diese Briefe ein Bild von vielen Seiten des Lebens hier im Lande. Dennoch machen wir hei ilircm Studium leicht einen fehler: Wir bewerten sie anders, als es die Absender selbst tun. Juden, die in der Golalt leben, neigen dazu, alle Sorgen und Nöte des Tages mit dem Vorzeichen der Ausweglosigkeit und Aussichtslosigkeit ztt versehen. Wir fragen uns, wenn wir auf unser eigenes Leben schauen: ״Wozu dies alles?“ Und wir vermögen in dem Geschehen sehr oft keinen Sinn mehr zu erblicken. Diese Bewertung übertragen wir auch auf Palästina und vergessen dabei, daß hinter den Sorgen, auch hinter den Klagen aus diesem Lande bei den meisten, die darüber be* richten und die oft erbittert sind, weil sie liier Schweres erleben, doch ein starker Glaube und die tiefe Zuversicht besteht, daß die Leiden des Tages in sich, einen Sinn bergen, daß hinter den Widerwärtigkeiten der Zeit ein neues \iaet! hervorleuchtet, wenn nicht mehr für diese Generation, Ämn für ihre Kinder. Wie sehr offenbart sich dies gerade auf dem Lande! Crewiß, ein Teil von denen, die mit jeder Alijah aufs Land fdien, hält dort nicht aus imd versucht, in der Stadt einen Weg ■zu finden, der eher zu einer Existenz führt und leichtere Widerstände bietet. Dennoch nehmen immer neue Schichten der Einwanderung es auf sielt, auf dem Laude auszuharren. jeder Einzelne unter ihnen verdiente, als Sonderschicksal festgehalten z.u werden. Fs würde sich eine Uebcrschau üher menschliche Leiden, Kraft und auch Schwächen ergeben, wie sic sonst kaum zu finden ist; denn hier werden die physischen und psychischen Funktionen «des Menschen in sonst kaum geahnter Weise in Bewegung gesetzt. Das Gesicht der Wirklichkeit Die Schwierigkeit der Einordnung in das Landleben kann wahrscheinlich der nicht unmittelbar Betroffene gar nicht erfassen. Dies gilt natürlich hesonders von dem Lehen derer, die wirklich als Chaluzirn, als mittellose Arbeiter auf dem Lande bleiben wollen. Man hört cs immer wieder -- und gerade von den Besten unter diesen Kreisen, sowohl in Kvvuzoth und Kibbuzim wie auch in Moschawoth seitens dieser Lin/elarbeiter —, wie tief die Kluft zwischen den Vorstellungen ist, die sie sich in der alten Heimat von dem Leben gemacht haben, das sie in Palästina erwartet, und der Realität ihres jetzigen Da- 5eins. Es ist schwer zu entscheiden, wen die Schuld daran trifft: die Vorstellungskraft derer, die für Palästina vorbereitet werden, ist vielleicht beschränkt, und sie wird von (fern Komplex der Hoffnungen getrübt, die besonders junge Menschen mit Palästina verbinden. Dennoch muß immer wieder geprüft werden, ob wir selbst die richtigen Worte gefunden haben, um ein Bild von dem wirklichen Leben hier zu entrollen, das frei von Romantik und Sentimentalität die Aufgaben zeigt, die den Einwanderer liier erwarten, die wirklichen Schwierigkeiten, vor die er gestellt sein wird, und dennoch den tiefen Sinn dieses Lehens. Die jüdische Landwirtschaft Palästinas hat schwere Monate hinter sich- Noch immer ziehen Nacht für Nacht die Wächter hinaus, um Haus und Hof zu bewachen. Dennoch gibt cs für sie auch in dieser Zeit gewisse Lichtblicke. Die Ernährung der jüdischen Stadt mit den Pro* dukten jüdischer Siedlungen brachte diesen z. T. Sondergewinne,” da die Preise sehr bald heftig anzogen. Davon Profitierten in erster Linie die Siedlungspunkte, die Gemüse, Tier und Milchprodukte in erheblichem Umfang liefern können. Allerdings klagt man gelegentlich darüber, daß der Zwischen- Handel den Hauptnutzen bei dieser Entwicklung gehabt habe, so daß den Landwirten selbst nicht allzu viel übriggcbliel'en sei. Anfangs-Krankheiten Wenn mau die wirtschaftliche Lage der Sied- I e r beurteilt» so muß man stets bedenken, daß alle Siedhingen, die in den letzten Jahren geschaffen worden sind, noch durchaus in den Anfängen stecken. Ländliche Siedlung ist eben ein auf lange Siel:{ angelegtes Unternehmen, und "er an sic mit Ungeduld herangcht, wird stets enttäuscht 8ein. In dieser Tatsache liegt die Ursache dafür, daß jede Siedlung, die ausschließlich mit privaten Mitteln durchgeführt Vernehmung von Beamten Jerusalem, 20. November. (Palcor.) Die zweite öffentliehe Sitzung der Untcrsuchungskommission war den Fragen der Bodenpolitik der Regierung gewidmet. Als Zeugen erschienen die Herren Harris, Bewässerungs-Fachmann der Regierung; Andrews, Bodencntwicklungs-Refcreut; ferner Salmon und Ben nett, Beamte des Boden- Departements: sie wurden gleichzeitig vernommen, indem jeder von ihnen Fragen beantwortete, die sich auf sein Ressort bezogen. Die Herren Dr. Huppin, Dr. Mexter, l)r. Thon, Granowsky und Joseph wohnten der Sitzung als Vertreter der Jewish Agency bei. Der einzige anwesende Araber war George Antonius, der politische Berater des Mufti und Leiter des aus einer aiiicri- Kaiiisehen Duelle subsidierten Instituts für die Fragen des Nahen Ostens. Die Fragen der Kommissionsniitgiieder ergaben die Tat- Sache, daß die anbaufähige Bodenfläche Palästinas 7 Millionen Dunam, die n'chtanbaufähigc (einschließlich der Waldüngen) 6׳L׳ Millionen Dunam beträgt, wobei der Bezirk Beer Sehe ha in die Berechnungen nicht ein bezogen wurde. Es sei unrichtig, daß die Staatsländereien ll(K)000 Dunam betragen. Seit 1020 haben Juden ()82*100 Dunam, derer! Wert aui L 7 73IOOO geschätzt wird, käuflich erworben. Die Gesamt bodenfläche in jüdische in Besitz, beträgt gegenwärtig 1 332 000 Dunam. Sämtliche Ziffern wurden von den Zeugen genau begründet. Die Kommissionsniitgiieder zeigten lebhaftes Interesse für die Methode der Errechnung. Auf die Frage Lord Peels, welche Schritte die Regierung unternommen habe, um laut Punkt 6 des Mandats in Zusainmcnarbeit mit der Jewish Agency die geschlossene S i e d I u n g v o 11 Juden auf äent Lande zu fördern, erklärte Mr. Harris, daß im allgemeinen die gesamte Politik der Regierung diesem Zwecke diene. Uni nähere Angaben befragt, konnte er nur auf Straßenbau, Trockenlogung von Sümpfen, landwirtschaftliche Versuchsstationen, Zuschüsse an die Versuchsstationen der Jewish Agency sowie Unterstützung der Landwirtschaftlichen Hypothekenbank hinweisen, ferner auf die großen Ausgaben für Sicherheit, die aut das Bestehen geschlossener Siedlungsgebiete zurückzuführen seien. Mr- Andrews sagte aus, daß die Bodenpolitik der Regierung den Arabern mehr als den Juden zugute kom rn c, da der Bodenbesitz der crstcren hauptsächlich aus Getreideböden besteht. Lord Red stellte fest, daß die Bodenpolitik der Regierung in der Formel ״Erst Urbarmach urig, dann geschlossene Ansiedlung“ zusamrnengefaßt weiden könne. Sir Lattrie Hammond erkundigte sich, unter Bezugnähme auf die Tatsache, daß gegenwärtig 50000 Juden auf dem Lande angesiedejt sind, nach der Möglichkeit der Ansiedlung weiterer Juden auf Staatsboden. Die Zeugen Rennctt und Andrews erklärten, daß Reinerlei S t a a t s1änd e r eie n für jüdische Siedlung verfügbar seien, da der urbare Teil dieser Böden für die Wiederansiedlttng von Arabern vorgemerkt sei. Mr. Harris, der über Wasserversorgung befragt wurde, gab zu, daß die Regierung so gilt wie gar nichts zur Entdeckung neuer Wasscrquellcn beigetragen habe. Auf die Frage, ob Juden sich in dieser Riehtung betätigen, antwortete Harris verneinend; Mr. Anei r c w s jedoch warf ein, daß ihm von erfolgreichen Brunnenbebrungen in Javnicl und an anderen Orten bekannt sei. Lord Peel erklärte nach Einsichtnahme in die statistisehen Vorlagen, daß trotz der bedeutenden Bodenlläche, die seit 1920 in jüdischen Besitz überging, dl« Zahl der verdrängten Araber minimal sei. Mr. Andrews sagte unter Anführung des Beispiels von Einek Jcsreel, dal! der Bodenbesitz einer arabischen Familie durchschnittlich 300 Dunam ausgemacht habe; auf diese Weise habe es sich ergeben, daß die Zahl der verdrängten Araber viel kleiner war, als man es erwartet hatte. Seit den Untersuchungen Sir John Simpsons sei viel wird, in sich den Gefahrenherd birgt, daß der Siedler mit seinen Mitteln während der sehr langen Anlaufszeit bis zur völligen Konsolidierung der Wirtschaft nicht ausreicht. Aus diesem Grunde bietet die ländliche Kolonisation auch dort, wo sie privater Initiative entspringt, der öffentlichen Hand (d. 11. bei uns den nationalen Instanzen) ein wichtiges Feld der Betätigung, Diese Erkenntnisse drängen sich bei dem Besuch sehr vieler palästinensischer Siedlungspunktc auf, die ja zum großen Teile noch sehr jungen Datums sind und daher mit den Sorgen der Anfangszeit z.u kämpfen haben. Dies gilt nicht zuletzt von den Siedlungen, die von Juden aus Deutschland geschaffen wurden, und die ja sämtlich erst in den letzten 3'1׳ Jahren mit ihrer Arbeit begonnen haben. Dabei darf man nicht übersehen, daß man bei der Installierung dieser Siedler noch Erfahrungen erst in der praktischen Arbeit sammeln mußte, da es sich insbesondere bei nicht mehr ganz jungen, aus anderen (bfirgcrUchen) Berufen umgeschichteten Menselten um ein Siedlcrelcment handelte, das in dieser Art noch nirgendwo zur Ansiedlung gebracht worden war. So stellte z. B. die!Tage der Unterbringung ein Kapitel für sich dar, und viele der sehr komfortablen ff ä u s c r, in denen die Siedler wohnen, werden von ihnen heute als eine wirtschaftliche Last empfunden, die ihnen viel Kopf/erbrechen macht. Auch das Problem der Kapitalrcscrvcn, die der Siedler im Hin blick auf wirtschaftliche Rückschläge oder später erforderlich werdende Neuinvcstitioncn besil/cn muß, 11m nicht kaum tragbare Zinslasten auf sich zu nehmen, wird Jieute viel klarer gesehen als zu Beginn dieser Arbeit, nachdem praktische Erfahrungen in größerem Umfange gesammelt werden konnten. Fortschritte, trotz allem Dennoch ist der w i r f sc h a f 11 i c h -1 ec 11 n i s c h e Fortschritt, der von Monat zu Monat, vott Jahr zu Jahr erzielt we delt kannte, ganz gewaltig. Mag mancher Einzelne auch unterlieget! und den Kamuf aufgeben — di« Siedlung arabisches Land in intensive Bearbeitung genommen worden, wodurch Arbeifsmögliclikeiten für eine große Anzahl von Arabern entstanden seien; diese Tatsache müsse als WidCT- 1 e g u 11 g d e r B c 11 a u 1ן tung der S ha w -Kommiss 1 11 ס angesehen werden, derzufoltje keine weiteren Juden angesiedclt werden können, ohne Araber zu verdrängen. Als Beispiel führte der Zeuge die Beduinen an, die jetzt auf Boden angesiedelt sind, welchen der Keren Kajemeth an Stelle von Staatslämlerden im Wadi Cliawarith zur Verfügimg gestellt hat, und die sämtlich als Lohnarbeiter auf benachbartem arabischem Boden oder i!1 jüdischen Siedlungen beschäftigt werden. Vor Schluß der Sitzung, die den ganzen Vormittag gcdauert halte, erklärte Lord Peel, daß am Mittwoch Dr. Weizmann und andere jiidiwhe Vertreter ihre Aussagen machen werden. Ls sei wahrscheinlich, daß die Regierungs/eugcn noch einmal vor die Kommission zitiert werden würden, um gewisse schwierige Punkte zu erläutern; unter den Fragen, zu denen w eitere E r k 1 ä r u n g c 11 erwünscht seien, befindet sich die Frage der Bodenfläche der Regie* r u n g s I ä n d e r e i e 11. Aus den Aussagen der Regierungs/eugen geht hervor, daß der Ausdruck ״anbaufähiges Land“ von der Regierung i>11 Sinne von .,Boden, der mit den Mitteln des durchsclinittliehen Bauers bestellt worden kann“, gebraucht wird, wobei an den Du rc lisch 11 ittsa r a lu r gedacht wird. Line, weitere interessante Feststellung ist, daß Sa 11 dil 1111 cn von derselben Beschaffenheit wie die Dunen, auf denen Tel- Awi vv erbaut wurde, als nicht anbaufähig betrachtet werden; daraus ergibt sieh, daß Staat-Haudereien für städtisehe Ansiedlung v e r f ü g I! a 1־ mihI. Liner der Zeugen erklärte, daß einige der 054 ״verdrängteil“' arabischen I amiheu sich geweigert hätten, Boden int Bezirke Beisan anzimeh men, mit der Begründung, d;J5 er ungesund sei: Mr. Andrews stellte fest, daß der in frage stehende Beulen in nächster Nahe von Beth Alfa, der erfolgreichsten Siedlung im I nick, gelegen ist. Sir Florcire Rum bald fragte, was mit den Arabern geschehen sei, die ihren Boden aiifgeben mußten. Andrews sagt, daß mehrere von ihnen in die Städte gegangen seien; andere wollen kein Land mehr bearbeiten. Es wurde erklärt, daß die Juden sich bereit erklärt hätten, einen Vertreter als Beirat der tur die Bodenentvickhing verantwortlichen Beamten zu eniemmi, daß die Araber hingegen sich geweigert hatten, ihrerseits einen Vertreter namhaft zu machen. (lieber die Vernehmung Dr. W e i z תו a n n s 3tn Mitfwoch berichten wir auf der ersten Seite.) Während des letzten Wochenendes auf ihrer Reise durch Nordpal,ästina haben du- Mitglieder der Kommission (las Hui «-Gebiet besichtigt und die jüdischen Sied- I urigen in Klar Gil’adi, Metulla, Roscli Pina und Saled besucht. Wie verlautet, soll der Leiter des Ein Wanderung«-Amtes der Regierung, Mills, in der nichtöffentlichen Sitzung neue R i c h 11 i n i e n f ü r die Einwanderungspolitik «ntwickelt haben. ״EI L i w a a“ richtet an die Kommission die Forderung, sie solle zu dem ״einzig möglichen“ Ergebnis ihrer Arbeit kommen, nämlich die Schaffung einer arabischen Nat i on a I - R e g i c r u n g in Palästina, eine Einwanderungssperr« für Juden und das Verbot des Rodenkaufes durch Juden empfehlen. Auch soll die Kommission sich auf den Standpunkt stellen, daß die Fragen der Einwanderung und des Bodenkaufes ausschließlich in die Kompetenz der kiinftigen arabischen National-Regicrung fallen. Abdullah will vermitteln Emir Abdullah Inch sich anfangs dieser Woche in Jerusalem auf, wo er das Grab seines Vaters, des Königs Hussein, auf dem Haritn ei Scheid houchte und Sonntag abend mit dem Mufti zusammentraf. .Allem Anschein nach versucht der Emir, seinen Einfluß zugunsten einer B c e n d i - gung des Boykotts der Kgl. Koumio-ion geltend zu machen. Montag abend waren die Miig'icder des t >11e!>tcn Arabischen Komitees CFiste des Emir zum Abemlc-scii. Der!:mir begab sich später zu Aum Abdul lladi. mit dem er die Besprechung über den Boykott der K«mini-Mon fortsetzte. als solche schreitet fort! Ueberall, wohin man kommt, finden wir Ausweitung der Wirtschaft, neue Gebäude, neue Kidturen, gepflegtere Felder und Gärten. In! Kampf mit der Wüste, der in allen Teilen Palästinas geführt wird, siegt der Mensch, und unaufhörlich dringt das jüdische Kulturland an den Rändern der Siedlungen vor. Was man vor zwei Jahren sah, erscheint allenthalben als ein armseliger Vorläufer dessen, was heute existiert: mehr Baume, mehr Blumen, reichlicheres Wasser, zahlreicheres 11ml besseres Vieh. Und die Menschen? Wie stehen sie selbst zu dem, was sie tun und schaffen? Die Antwort kann nicht einheitlich sein. Auch dabei gibt es Gläubige und Skeptiker, ( )ptimisten und Pessimisten, mit der Gemeinschaft Verbundene und Isolierte. Die Arbeit, die hart ist, macht den Menschen selbst hart. Sie bildet keine sentimentalen Schwärmer, eher verleiht sie den Menschen den Zug der Bitterkeit. Und gewiß wirkt vieles, was gerade die besten Charaktere, die treuesten Juden und Zionisten hier erleben müssen, verbitternd und oft auch krankend. Man sieht den Fortschritt auch nicht immer so deutlich, wenn man mit der Materie ringt, und plagt sich viel mehr mit den Widerstanden. Dennoch ist eines der Unterteil fast aller Acußerimgcn, die laut werden: Ausharr e n i in Lande. I e s t h a I t e n a 11 d e r produktiven Arbeit! Die Menschen, die den Zugang zu ihr überhaupt gefunden haben, werden eine Verbindung mit der Erde des Landes nicht mehr missen, so hart ihre Schollen auch sein mögen, so sehr der Siedler mit der Natur und oft auch mit den Menschen ringen muß. Der Sprung ins Ungewisse, in eine nicht zu berechnende Zukunft, der Palästina für das jüdische Volk als ganzes bedeutet, und der im ländlichen Siedler seine konkreteste Form angenommen hat, er hält diesen Metisehentyp in seinem Bann, gibt ihm die Kraft zum Schaffen und macht ihn damit zum sichtbarsten Träger eines sich erst andcutcnden neuert Lebens im Lande.