Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 95 (27.11.1936)
- Date
- 1936-11-27
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 95 27. XI. 1936 luden in Wissenschaft und Literatur Von der Münchener Tagung des Reichsinstituts ״Ghetto - Bänke“ in Wilna Sieg der Hungerstreik - Studenten Warschau, 25. November. (JTA.) Die nationaldcmokratischen Studenten in Wilna, die, wie in der ״]. R.“ gemeldet, mehrere Tage lang einen sogenannten Hungerstreik durchfiihrtcn, um ihre Forderung nach Einführung von ״Ohctto-Biinken“ für jüdische Studenten dtircluusctzen, haben einen vollen Erfolg errungen. Nachdem die Univercitäts-Bihörden zugesichert haben, daß sic die Forderungen der Studenten erfüll c!1 werden, ist der Hungerstreik abgebrochen worden. Die Studenten haben das Universitäts-üebäude, das sie sieben Tage lang besetzt gehalten hatten, verlassen. Für die Forderungen der Studenten hatte sich am Sonntag der Erzbischof von Wilna, Jabri/ykowski, bei den Universitäts-Behörden eingesetzt. Nach Beendigung des Streiks durchzogen die Studenten die Straßen von Wilna und veranstalteten große DemonBtrationen. Am Montag wurde im Universitäts- Kloster unter Teilnahme einer großen Masse von Studenten ein Dankgottesdienst «!)gehalten, bei dem der Erzbischof von Wilna zelebrierte. Auf die Wohnung des Rektors der Universität Wilna, Prof. Jakovvski, haben nationaldcmokratische Studenten einen Ueberfall verübt. Der Senat der Universität hat einen Aufruf an die Studenten veröffentlicht und sie aufgefordert, diesen U e b c r f all / n mißbillig e n. Die jüdische Bevölkerung Wilnas ist durch die Ereignisse der letzten Tage stark beunruhigt, ln den Straßen Beachten Sie bitte die Anzeige in der linken unteren Ecke der letzten Seite dieser Ausgabe des J u d e 11 v i e r t e 1 ־ sind alle Ci e schäfte geschlossen. In der Stadt patrouillieren starke Polizei- Abteilungen. Fine Abordnung der kommissarischen (ieineitidevcrwalfung der Jüdischen (lemeinde Wilna hat eien Wilnaer Wojwodeu aiifgesucht und mit ihm die Geschehnisse der letzten Tage be^p!״eben. Der Wojwode hat versichert, daß er alle entsprechenden Anordnungen getroffen habe, um zu verhindern, daß es zu weiteren Zusammenstößen kommt. Der Rektor der Universität Wilna, Prof, jakowski, empfing eine Abordnung jüdischer Intdl e k t u e 11 e r aus Wilna und he sprach mit ihnen die Enge. IT erklärte, die Rcgier1!11g>i>ehürdcn seien entschieden gegen weitere Beschränkungen jüdischer Studenten. Man vccule es auch nicht zu neuen Ans-chreitungcn kommen lassen. Der Rektor erklärte aber, es würde gut sein, wenn die ganze Ange- Icgenlieit a u f g 11 t I 1 e 11 e in VF e g 0 g e I ö s ‘ «־erden könne. Die Mmlentesi sollten unter sich eine Verteilung der Plätze in den lloredcn vornehmen, und zwar m der Weise, daß ein gewisser 'I eil der suidciitui be-onders sitzt. Dabei sollten die jüdischen zusammen mit den polnisch-progressiven Studeuten und den anderen den Minderheiten angehöremieti Studenten Platze erhalten. Bleibt die Regierung lest? Warschauer Hochschulen geschlossen — Ultimatum an die Studenten — Keine antsjüdische Disbrimination V11 0 ׳ unserem Korrespondenten Warschau, 25. November In den letzten Jagen hat sich die Lage an den Hochsc lullen ungemein verschärft. Der Kampf der nationaldemokratischen Hoehschuler gegen ihre jüdische Kollegen und gegen die llochschiilbefiorden ist nicht nur nicht abgeflaut, wie die Regierung gehofft hatte, sondern hat noch an Schärfe und Verbissenheit zageiioinmen. Die Bedeutung der Ereignisse in Wilna besteht darin, daß hier /um e!-.tcimial neue K a 111 p f 111 et h o d e n angewandt wurden. Ander der Einführung von ״( ihetto-Bänken“ foniiTtcii die n a t nuund cm okrai Hellen Studenten auch die Beseiti ׳!mg d,r an der l d!ivcisii.d beschäftig;!,!! j 11!iischeri Profcssiucn (zwei W 1-i.eii-ella; 1ie r voll Weltruf). .Ms die U11ivL.rsit,,t>h1lK׳'rden nach Verständigung mit der Rvgiei'.uig in War,-!I!,m die Forderungen rumiweg abg e i 1!1 11 t hatten, mit der ['״■;;riindung, eine snfc’ne Ver- Ordnung w die a t i k <, 11 s t i 1111 i o 11 e! I, haben die national■ tle'iaokiab•!!!!■!! 1!11,״.-.! laber in Wilna, unterstützt von einem großen lei! du• poiiij.,; heil Bevölkerung und namhafter סין!■ nischer her-, ־!meid.! i;!m mul Presseorgane, sielt zu_ nun• dertcii in!Am .׳,k.Kleuii-eiieii Haus versammelt und drei Tage lau:׳ dort \ uv,׳: dt, ab״ eine gutwillige ״Blockade'‘ arran• giert. B<! otet wurde di!M,׳ Aktion von Demonstrationen uiid I \/c-.-!n ui (kn Strai»e־u Wilnas, an denen sich auch polnische .Mine!־ .I;uium) \ olkssehiiliupeiiil beteiligte und wobei \ ieie!11,!eil iii.׳״! (a'leii, beraubt mnl verwundet worden sind, i oe i-Vn/vioruanc haben eingegriflen, aller scheinen hilflos zu sein gesi auber den auIgehet/ieti Massen. Nun l״.ga-':i!1! DiiteniauiLiingen /wischen dem Rektor der l'niviTgtst sind der - jüdischen Jugend, der geraten wurde, den ilieito-Banken“ zwar nicht grundsätzlich, aber faktisch zu/׳u~״imn:e11. Die Vertreter der jüdischen Studenten,, unterstützt von dem cinmutigin Beschluß sämtlicher jüdischer Organisationen und Verbünde der Wilnaer Juikilheit, haben diese ZuniuUmg de:• Rektors a b g e le 11 n t. Kurt intervenierte der Bischof von Wilna heim Rektor und erwirkte ein Versprechen, daß die Postulate der polnischen Studenten indirekt angenommen werden wurden, d. h. ilall die ״Ghetto• Bänke“ ungefi'ihrt werden. Daraufhin haben die polnischen Hochschüler die von ihnen blockierte Universität verlassen und dabei wieder während eines Straßemim niges mehrere jüdische Geschäfte demoliert um! Juden überfallen. Was in Wilna jetzt geschieht, hat für den weiteren Gang der Entwicklung an *len 1 lochschulen in Polen und sogar für die nächste Zukunft der polnischen Judcnfragc eine ausschlaggebende Bedeutung. Gibt die Regierung jetzt in Wilna nach, daun werden an sämtlichen Hochschulen Polens die Natioiialdemokratcn die gleichen Forderungen stellen, und dies würde die Gefahr einer rechtlichen Diskriminierung der Juden im polnischen Staate näherbringen. Daher die große Spannung, mit der die polnischen Juden den Verlaut der Ereignisse in Wilna beobachten. Die Wilnaer Studenten haben «clion Nachahmung gefunden. Seit Dienstag wird von den natiorialdcmokratischcn Wir berichteten in der vorigen Nummer über den Beginn der akademischen Tagung der ״Forschungsabteilung Judenfrage“ des ״Reichsinstituts für die Geschichte des neuen Deutschland“ in München. Die Verhandlungen fanden ihre Fortsetzung, nachdem folgende Adresse von Prof. Len an), dem Heidelberger Physiker, verlesen worden war: Eine Adresse Pro{. Leaards ״Die Erkenntnis des jüdischen Einflusses sei in der Tat eine f rage der Geschichte des alten und des neuen Deutschlands, denn die Naturwissenschaft habe sich bei uns durch Jahrhunderte von Kcppler l)is Bunsen ganz ohne wesentliehen Judeneiufluß fruchtbar entwickelt. Erst in neuer Zeit sei der Judeneinfluß anfangs zögernd, dann aber in der Verfallszeit Wilhelms II. und der Nachkriegszeit stürmisch und herrschend zum Vorschein gekommen. Sein Zeichen sei die Unfruchtbarkeit, die den Juden in allem Feineren überhaupt anhaftet. Die Judengeister wüßten das selbst. Sie suchten daher Ergebnisse arisenen Geistes an sich zu nehmen und durch Verflechtung mit ihren unfruchtbaren ״Theorien“ als die ihrigen liinzustclTeii. Und wenn nun — wie in der genannten deutschen Verfallszeit — außerdem noch Deutschland jüdisch eingestellt war, so war es nur ein Zeichen allgemeinen Judensieges auf Erden, daß fast der Reihe nach Juden und jüdisch eingestellte Geister Nobel nreise für Physik c: hi eiten. Hochs leistenden von Lebewesen seien in jeder Beziehung nur unter unverfälschter Auswi. ״ung eigenen Mutgegebenen (leistes möglich. Wichtig sei die Beachtung des tatsächlich an den meisten Hochschulen norli starken fremdgeistigen Einflusses in der grundlegenden Naturwissenschaft, der Physik. Er wirke bis in alle Schulen und so auf die Jugend.. . Ueber den Unterschied zwischen arischer und jiidischer Natur auf fass ung sagte Prof. Lcnard; ״Der Arier wünsche mit Ernst wahres Wissen von der Natur. Der Judengcist s!5 i e I c Naturwissenschaft. Dein noch Unerforschten stehe der Arier demütig gegenüber, zögernd, ein mögliches Fehlgehen im Erraten fürchtend. Der jüdische Geist verfahre dagegen hochmütig, gewalttätig, dabei in Wirklichkeit unbeholfen. Und er rechne auf ebensolche Einstellung der durch seine eigenen Werke schon verwirrten Mehrheit der Empfänger seiner Gcistcsproduktc. Er wolle nicht Einsicht in Naturgei1eitnnis.se erringen, sondern er wolle Menschengel- (sing und Massensuggestion mittels unverständlicher Dinge, die möglichst bis in alle Schulen kommen sollten. Der arische Geist bekenne hei Dingen, zu deren Durchschau das vorhandene Wissen nicht ausreiche: Hier stehe ich, begrenzter Menschengeist, vielleicht tatsächlich Menschen Unbegreifliebem gegenüber. Der jüdische Geist schaffe io solchem Falle die ,Kausalität‘ ab.“ Jüdisch• RechlssuHassungsn Univcrsitiitsprofessor Dr. Hans Bogner (Freiburg i. Br.) sprach it. ״Frankt. Ztg.“ vom 21. Nov. über ״Die Judenfrage in der griechisch-römischen Welt“, Professor To- 111 ה s c h e k (Dresden) über ״Naturforschung — Weltanschauung“, Universitätsprofessor Dr. Max Wundt (Tübingen) über die Zusammenhänge von Aufklärung und Judentum, und Professor Dr. Johannes Deckel (München) über den ״Ein- Bruch des jüdischen Geistes in das deutsche Staats- und Kirclienreeht durch Friedrich Julius Stahl“. Er schilderte Stahl als einen der begabtesten und erfolgreichsten und gerade vom rassischen Staudminht wichtigsten jüdischen Professoren. Mit 17 Jahren sei Stahl, der früner Golson hieß, zu in Christentum übergetrden, halte seit 1840 in Berlin gewirkt und seinen politischen Hauptruhm durch ein Bündnis mit den preußiselten Konservativen begründet, die in ihm einen ausgczeichneten parlamentarischen Streitgenossen und vor allem ihren ״Theoretiker“ begrüßtem Seine ״Rechts- und Staatslehre auf der Grundlage der christlichen Weltanschauung“ sei in Wahrheit durch und durch jüdisch, so sehr sie im einzelnen frem* des Gedankengut aufgenommen Habe. Trotz der wiederholten Berufung auf die Reformation widerspreche seine Auffassung völlig der Lutlicrschen Erkenntnis. Stahl sei von dem ון o 1 i t i sch -religiösen Reichsbegriff des I u * dentums a 11 s ״egangen. Zu den( gleichen Ergebnis gelange eine Prüfung der kirchenrechtliclicn Arbeit Stahls. Schließlich sprach Universitätsprofessor Dr. Herbert M ey er (Güttingen) über das ״Jüdische lichterrecht“. Die Juden hätten die Anerkennung des naticna'-jüdlschen Rechts im christlichen Europa allgemein durchzusetzen gewußt: das 11 e h 1 e r r e ch t, das in Widerspruch zum germanischen und Studenten die Universität in Warschau blockiert, und zwar als Protest gegen die offiziellen Repräsentanten der polnischen Hochscliuljiigend, die an der — Staatsfeier der Ucbergabe des Marsehallstabes an General Rydz-Smigly am 11. November teilgenommen haben. Wie daraus ersichtlich, ist es ganz klar, daß man da mit einer ausgesprochen politischen Aktion, die gegen das heutige Regime in Polen gerichtet ist, zu tun hat und daß die Judenfrage nur ein Deckmantel ist, der die eigentlichen Tendenzen und Ziele der nationaldemokratischcn Opposition verhüllt. Die Blockierung der Warschauer Hochschule dauert zur Zeit, wo dies« Zeilen geschrieben werden, noch an. An samtliehen 1 loclisdiulen in Warschau wurden nie Vorlesungen sistiert. Die Universitätsbehörden haben den streikenden , Hochschulen! ein kurzbefristetes Ultimatum gestellt, mit der Schließung der Hochschulen und Anordnung neuer Inskription gedroht. Unter dem Eindruck der Ereignisse in Warschau hat die Regierung, die in Wilna anscheinend zum Nachgeben geneigt war, ihre Stellung geändert und ließ Mittwoch amtlich mitteilen, daß sie entschlossen Ist, mit aller Energie die Krawalle an den Hochschulen zu ersticken und keinesfalls irgendeine rechtliche Dlskrlminatlon der jüdischen Studenten dulden werde. Auf diese Haltung der Regierung haben wahrscheinlich auch die immer stärker in der polnischen ()Öffentlichkeit hörbaren Stimmen, die das Vorgehen der nationaldcmokrati• sehen Hochschüler schart veturte i 1 cn, Einfluß gehabt. Die namhafteste polnische Dichterin Maria Dombrowska veröffentlicht soeben eine länger* Enuntiation unter dem Titel ״Alljährlich beschämend“. Sie erhebt einen flammenden Protest gegen die ״moralische Entartung“, die in den letzten Ereignissen in Polen zum Vorschein komme, ״Diese Exzesse“, schreibt die Dichterin, ״erinnern an das römischen Recht stehe. Nach germanischem Recht müsse der Besitzer einer Sache, die sich als gestohlen herausstelle, den Gewährsmann angeben, von dem er sie erworben habe, wenn er nicht als Dieb bestraft werden wolle. Nach deutschein Recht büße er ferner das Geld, das er dafür gegeben habe, ein, wenn er sie öffentlich, z. B. auf dem Markt, erworben habe. Nach dem auf den Talmud-Kommen* taren beruhenden jüdischen Nationalrecht, das in Europa gegolten habe, müsse dagegen dem Erwerber nacligewicsen werden, daß er um den Diebstahl gewußt hätte, andernfalls könne er die Sache behalten. Auch Erwerb um einen Hcfilcrpreis schade ihm nicht. Klagen über Juden als Diebs* hohler seien während der ganzen Geltungsdauer dieses Rech* tes vom 11. bis zum 19. Jahrhundert nicht verstummt. Literaturwissenschaft und Judenfrage tm weiteren Verlauf der Tagung sprach Universitäts״ Professor Dr. Johannes Alt (Wiir/burg) über die ״Vor* aussetzungen und Grundlagen der wissenschaftlichen Bear* beitung der deutschsprachigen jüdischen Literatur“. Professor Alt beantwortete zunächst die Frage, warum wir uns überhaupt noch mit der deutschsprachigen jüdischen Literatur beschäftigen, dahin, daß gerade diese eine einzigartige wissenschaftlichc Möglichkeit biete, die nicht unausgentitzt bleiben dürfe. Sie stelle eine geradezu musterhafte Erprobung«־ grundiage für die Gültigkeit der Rassengesetze auf geistigem Gebiete dar. Bei einem Vergleich der deutschsprachigen jüdischen Literatur mit der deutschen Dichtung seien alle Bedingungen mit Ausnahme der rassischen auf Gleichheit gestellt. Zeigten sich also grundsätzlich Verschicdenhciten, so könnten sie nur auf rassische Ur* Sachen zurückgclien. Die Literaturwissenschaft sei also an Hand dieses Stoffes fällig, der Rassenforschung wertvolles und einwandfreies Material auf sonst nicht leicht Zugang* liebem Gebiet zu liefern. Dieses Ziel könne freilich nur erreicht werden, wenn es gelinge, die deutschsprachige jüdische Literatur als Ganzes aus der deutschen dichterischen Ent- Wicklung hcrauszu präparieren, denn die Gegenüberstellung von einzelnen Fällen könne dem Zufall Eingang in eine falsche Beweisführung geben. Universitätsprofessor Dr. Franz Koch (Berlin) sprach über ״Jakob Wassermann“. Wassermann werde für die Judenfrage dadurch zum typischen, zum symbolischen Fall, daß er in seinem Bucli ״Mein Weg als Deutscher und Jude“ sowie in einer Reihe anderer autobiographischer und sonstiger Bekenntnisschriften sich an den Beginn eines neuen Vorgangs gestellt sehe, in dem sich Deutschtum und Judenturn, deutsche und orientalische Welt verbänden und miteinander verschmölzen. Die Untersuchung gehe darauf aus, die innere Tragfähigkeit dieser Uebcrzcugung zu prüfen, und sie komme zu dem Ergebnis, daß von einer solchen Trag- Fähigkeit keine Rede sein könne angesichts des fortwährenden Wechsels der Standpunkte, der dialektischen Sprünge, durch die Wassermann vor allen! einer Erörterung des Rassebegriffes auszuweichen suche. Auch die Begegnung mit der Sprache erfolge rein von auflenher, ja, Wassermann werde, wo er versuche, sprachlich wirklich bildnerisch zu wirken, regelmäßig zum Plagiator am dichterischen Vermögen und Gute anderer. So breche seine Forderung, als Deutscher zu gelten, vor dem Forum seiner eigenen Logik und Beweisführung zusammen. Dr. Wilhelm Stapel (Hamburg) behandelte das Thema.־ ״Durch welche Mittel erreichte das Judentum seine litcrarische Vorherrschaft in Deutschland in der Zeit von 19M bis 1933?“ Die Einbrnchsstelle des Judentums in die Literatur sei die Kritik gewesen. Von der Literaturkritik aus sei der jüdische Geist vorgedrungen. Die Grenzen zwisehen echter Dichtung und bloßem Literatenwerk seien verwischt worden. Eine Zweckverbindung zwischen jüdischem Literatentum und jüdischem Ver* fagsinteresse sei entstanden. So sei es möglich geworden, eine bestimmte jüdische Kulturpoliiik zu verfolgen. Mit den Mitteln des Totschweigens und des Entwerten®, nicht zum wenigsten mit Hilfe einer formalistischen Aesthctik, habe man der jüdischen Produktion auf Kosten der deutschen Dichtung Raum geschafft. Hinzu seien internationale Verbindüngen gekommen, die es jüdischen Literaten von mäßigster Begabung, wie Emil Ludwig und Lion Feuchtwanger, erftiöglicht hätten, einen völlig unsubstanziierten ״Wettruhm“ zu gewinnen. Weil die Vorherrschaft des jüdischen Literatenttims nicht auf Leistungen, sondern auf Kulturpolitik ge• gründet gewesen sei, habe sie auch nur vom Politischen her f, . . ... , , . . "•י', י י , schwarze XVII. Jahrhundert, vor dem Untergang Polens.‘־ ״ ...Die Rechtsbegrenzung irgendeiner nationalen Minderheit wäre gleichbedeutend mit einer moralischen und politischen Niederlage des polnischen Staates ...“ Gestern und heute ist auch die polnische fortschritt• liebe und sozialistische Studentenschaft in Aktion getreten. Es kam zu blutigen Zusammenstößen innerhafb und außerhalb der Warschauer Hochschulen. Auf den Straßen wurden Juden überfallen und — verhaftet. Für internationale Erörterung der Judenfrage In Warschau fand eine Kundgebung der ״Polnischen Meeres- und Kolottial-Lig a“ statt. Der ehemalige Sejm-Marscliall Domski hielt ein großes Referat, in dem er den Zusammenhang zwischen dem für Polen notwendigen Rohstoff-Import und der Bekämpfung der Arbcitslosigkeit erörterte. Der Zustand der polnischen Wirt- Schaft jnaehc einen Mensche 11- Export erforderlich, was eine Schande sei. Denn dieser Mcnschen-Export sei erforderlich, weil Polen nicht die notwendigen eigenen Roh- Stoffe besitze. Der Redner sagte, Polen müsse auch einen zweiten Teil seines Bevölkerung.s-Uebcrschusses aus dem Lande schicken. Dies sei mit der Judenfrage verbunden. Die Judenfrage müsse vor einem internationalen Forum erörtert werden und dabei die polnischen Forderungen nach Kolonien berücksichtigt werden. Nur so würde die Judenfrage in Polen am leichtesten gelöst werden. Der Redner wandte sich dagegen, daß ein so großer Prozentsatz der Zertifikate für die Einwanderung nach Palästina für Juden aus Deutschland zur Verfügung gestellt werde. Die aut Polen entfallenden Zertifikate stiinuen in keinem Verhältnis zu der Zahl der Juden in Polen. MBDUIID 8*1 Wm M w M Briefmarkenhandelsges. m. b. H. B ® r I i n W 15, KurfUrstendamm 26 A Auswaftlsendungen — Kostenlos — -Illustrierte Sonderangebote