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Jüdische Rundschau · 1936-11-27 · Heft 95 (27.11.1936) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 95 (27.11.1936)
Date
1936-11-27
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seife 2 JCJOISCHE RUNDSCHAU Nr 95, 27. XI. 193Ö neuen Deutschland sich mit dem Judentum auseinandersetzt, ist auch für uns \on größter Wichtigkeit als eine Bereicherung unserer Kenntnis der Judeufrage. Was aber haben wir selbst zu sagen? An einem für das jüdische Volk in unvergleichlicher Weise histerischen Punkt der Welt, in Jerusalem, hat vor den Mitgliedern der Kgl. Kommission der legitime Vertretet* des jüdischen Volkes, Chairn Weizmann, eine Rede gehalten, die in einer kurzen telegraphischen Ab- Schätzung als ״historische Rede“ bezeichnet wird. Seit 15 Jahren ist nicht Gelegenheit gewesen, in aller Oeffentliclikdt vor einer hierzu legitimierten Instanz darzulegen, was eigentlich die tiefere Ursache des Palästinadianges der Juden ist und warum das jüdische Volk in dieser Weltenwende vor der gesamten Kulturwelt seinen Anspruch erheben muß, in Palästina ein!lo'-mnles Volksleben für sich selbst aufbauen zu dürfen. Die Palästinafrage w urde von den Beamten als eine An ' t nheit der palästinensischen Routine aufgefaßt, der Zusammenhang mit der Judenfrage wurde nur zu häufig vergessen. Es ist eine Tat Pr. Wei/manns, diesen Zusammenhang wiederhergestcllt zu haben. Pas jüdische Volk will leben — ist das ein Unrecht? so könnte man Weizinanns Rede zusninntenfassen. Und mit großer Genugtuiing und voller Zustimmung wird das jüdische Volk Wei/manns Versicherung, daß unsere Hand zum Frieden au-gcstreckt ist, honorieren. Ls wird berichtet, daß alle Anwesenden von Weiz• inanns Worten tief ergriffen waren. Aber Pr. Weizinann selbst ist der erste, der weiß, daß mau aus einer Stunde der Rührung in die Wirklichkeit zurikkkehren muß. Die Wirklichkeit aber bedeutet die Frage: wie läßt sich der begründete Anspruch der Juden, der auch in Volkerrechtlichen Dokumenten anerkannt ist, mit der Tatsacbe in Einklang bringen, daß Palästina ein bevolkerte^ Land ist und daß die dort lebendem Araber nicht verdrängt werden können? Pie Jewisli Agencv als offi/ielle Vertretung des jüdischen Volkes hat ilire Meinung zu diesem Punkt auf die Formei gebracht, daß Juden und Araber in dem Lande auf Grund völliger (ileichberecluiguiig, d. 11. ״politischer Parität“ der beiden Völker, leben sollen. Pen Lesern der ,,JiidRchen Rundschau“ ist bekannt, was damit g<- meint Ft. Wir haben diese Frage häufig erörtert. Wer die Geschichte Palästinas seit 1020 keimt, weiß auch, daß die Haltung der Mandatarmacht (tuid die der MandaUkomntissjon des Völkerbundes) niemals über dieses Mall zugunsten der Juden hinausging, weil England auf die Befürchtungen der Araber Rücksicht nehmen zu müssen glaubte. Schon 1021 wurde in einem offiziellen englischen Dokument erklärt, das schwerste Hindernis des Jiidisehen Nationalhcims sei die Furcht der Araber vor Verdriingung. die sie immer wieder zu Aufständen treibt; darum sei es Pflicht der Mandatarmacht, diese Furcht zu beseitigen durch die Versicherung, daß die Araber nicht einem Judenstaat eingegliedert werden sollen. Diese Linie blieb die Grundlage der englischen Politik in Palästina, und nur dank der Tatsache, daß die offizielle zionistische Haltung diesen Gedanken akzeptierte, behielt der Zionismus die Unterstützung der öffeutliehen Meinung Englands. Es wäre selbstmörderisch, wollte die Jewisli Agency vor der Kgl. Kommission die Forderung eines Judenstaates erheben, denn die Folge wäre nur Stärkung derjenigen Kräfte, die behaupten, daß nun die Araber vor den Juden schützen müsse. Das von Weizmann für Palästina entwickelte politische Programm zeugt aFo nicht nur von klarer Erkenntnis der iri!,aiästina gegebenen Tatsachen, sondern auch von staaFiiiimnFchcr Klugheit und Verantwortungsgefühl. Mit um so gröberer Entschiedenheit muß sich das jüdi-che Volk zur Wehr setzen gegen Versuche, von innen her diese Politik zu stören. Die Art und Weise, wie sich die soeben in Wien abgeschlossene Revisioiiwtcn-Koiiferen/ zu diesen Fragen geäußert hat, muß mit allem Nachdruck zurückgewiesen werden. Pas Bestreben, die legitime Vertretung des jüdischen Volkes in ent-cheideiuler Stunde zu diskreditieren und das Volk sell)>t durch gi oß'prechei ische Proklamationen irrezuführen, Ft eine Methode, die geeignet ist, das Unglück des schwer leidenden und in seinem seelischen Gleichgewicht ohnedies nicht so festen Volkes noch zu vergroßem. Immer wieder hören wir von Erschwerungen der Einwanderung, sei cs in Südamerika, auf das so viele Juden ihre Hoffnungen gesetzt haben, sei es anderswo. Nur wenige Nachrichten, die zu uns dringen, enthalten Gutes. Pas jüdische Volk führt einen schweren Kampf um sein Pascinsrecht. Erkenntnis der Judenfrage genügt noch nicht, es kommt darauf an, die Kräfte zu einer aufbauenden Arbeit zusammenzufassen. Pie Rede Weiz.־ inanns in Jerusalem bedeutet zugleich einen Appell an die Völker, die verzweifelte Anstrengung des jüdischen Volkes, Kräfte des Aufbaus und nicht der Zerstörung als Frucht dieser Krise wirksam zu machen, zu fördern. Daß in dieser Stunde der Bedrängnis diese Rede gehalten wurde, das allein schon ist für die Juden der Welt ein Trost und eine Hoffnung, aber auch eine Mahnung an ihre Pflicht gegenüber dem Volke. Das Urteil im Przytyk-Prozeß Die Strafen der jüdischen Angeklagten erhöht Warschau, 24. November. (JTA.) Das Berufung*- gericht in Lublin hat in seinem Urteil in dein Verfahren wegen der bekannten Vorfälle in Przytyk die harten Strafen, die das Kreisgericht in Radom gegen die jüdischen H a 11 p t a n g ck I a g t e n am 26. Juni gefällt hat, bcstätigt. Die Strafen der übrigen jüdischen Angeklagten wurden ohne Ausnahme erhöht. Dagegen sind die in Radom freigcsprochcitcii nichtjüdischen Angeklagten, die des Mordes an dem Ehepaar Minkowski beschuldigt wurden, zu Gefängnisstrafen verurteilt worden. Die achtjährige Gefängnisstrafe des jüdischen Hauptaiigeklagten Schalom Jcchicl Lesko bleibt also bestehen, ebenso die über EF.'scr Kerscheuzweig verhängte Gefängnisstrafe von sechs j...1ren. Die Strafe für Jizchak Friedman, der in erster Instanz zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden war, ist auf fünfeinhalb Jahre erhöht worden. Es wurden weiter erhöht die Strafe für Abraham Haberberg von zehn Monaten auf anderthalb Jahre, für Eliescr Fcldberg von zehn Monaten auf anderthalb Jahre, für Isaak Banda von acht Monaten auf zwei Jahre, für Leib Lenga von acht Monaten aut anderthalb Jahre. Saul Krengel, der vom Kreisgcriclit in Radom sechs Monate Gefängnis erhalten hatte, wurde zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Die weiteren jüdischen Angeklagten Moses Ferszt, Raphael Honig־ und Leib 7.cide, die in Radom sechs Monate Gefängnis erhielten hatte, bekamen jetzt zehn Monate Gefängnis. Die des Mordes an dem jüdischen Ehepaar Minkowski beschuldigten vier nicht jüdischen Angeklagten Antony Fronczkicwicz, Stanislaw Fronczkiewicz, Gustav Iwonski und Franciszek Kwietniewski, in Radom freigesprochen, wurden zu je eineinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Das Gericht stellte in seiner Urteilsbegründung fest, daß die vier ander Stätte des Mordes waren, es konnte ihnen aber nicht nachgewiesen werden, daß sie den Mord tatsächlich . v e r - ü b t haben. Die Strafen verschiedener anderer nkhtjüdischer Angeklagter sind gleichfalls erhöht worden. Die Urteilsbegründung erörtert im einzelnen die Stimmung in Przytyk zur Zeit des Pogroms, dessen Verlauf und die Folgen, die daraus entstanden sind. Das Gericht verwirft den Einwand der Verteidigung, daß die Auge* klagten sich in Notwehr befunden haben. Bei den Juden habe eine solche Berechtigung zur Notwehr nicht Vorgelegen und erst recht nicht bei den Nichtjuden. Eine Notwehr bestehe nicht darin, daß man anderen Füße breche und Köpfe einschlage. Das Gericht hat die Schuld des jüdischen Hauptangekiagten Lesko, der den Polen Wicszriiak erschossen haben soll, für vollständig erwiesen. Das Gericht hat di« Strafe für Lesko nur deshalb nicht erhöht, weil es ihm zubüligt, daß er in Erregung gehandelt hat. Dagegen ist ihm ein Notwehrrecht n i c 111 zuerkannt worden. Das gleiche gilt für die jüdischen Angeklagten Kirschenberg und Friedman, Das Gericht hat die Strafen für die anderen jüdischen Angeklagten deshalb erhöht, weil sie bewaffnet gewesen waren. Dazu schreibt uns unser Warschauer Korrespondent: Das mit ungeheurer Spannung erwartete Urteil des Appellationsgerichts rief bei der ganzen jüdischen Bevölkerung bittere E n 11 ä u s c 11 u 11 g hervor. Es ist kaum zu beschreiben, welchen beklemmenden Eindruck auf die Juden die Veröffentlichung des Urteils machte, Die Dienstag abend gerade in Warschau ztisammengctreteue jüdische Gemeinder ep r ä s e 111 a n z hat durch die Führer sämtlicher Parteien den Gefühlen des Schmerzes und der Empörung beredtem Ausdruck gegeben. Die Sitzung wurde daraufhin vom anwesenden Regierungsvertreter aufgelöst. Die Verteidiger der Juden haben wiederum Berufung eingelegt. Der Prozeß kommt diesmal vor den Kassa ti onsh 0 f in Warschau. Weizmanns Aussage Fortsetzung von Seite 1 Eine wichtige Erklärung gab Dr. We’/marin über die Geltung der Balfour-Deklaration auf Transjordanien ab. Vom Erlaß tier Balfour-Deklaration im Jahre 1917 bis zum Jahre 1922, also ganze fünf Jahre, ist Transjordanien in die Baifour-Deklaralion einbezogen gewesen. Das ganze Land — Cisjordatiien und Transjordanien — ist uns als das Land zugesichert worden, das für eine kompakte jüdische Kolonisation, für den Aufbau des Jüdischen Nationalheims in Frage kommt. Lind nur aus Gründen, die Sir Herbert Samuel allein bekannt sind, ist Transjordanien von Palästina abgetrennt worden. Wir sagen, so schloß Dr, Weizmann diesen Teil seiner Erklärung, daß die Kgl. Kommission die vorhandenen Möglichkeiten für die W e i t e re n t w i c k - lung Trans jordaniens •erwägen muß. Dr. Wei/mann ging sodann auf di« Bedeutung der Balfour-Deklaration für das jüdische Volk ein. Ihre Bedeutung liegt darin, so sagte er, daß das jüdische Volk sie als eine Magna Charta betrachtet. Ihr Sinn Ist: Juda und das jüdische Volk sollen wieder aufgerichtet und erneuert werden. Das jüdische Volk hat das Gefühl, daß etsvas getan werden muß, um ihm ein Heim zu geben. Ais die Balfour-Dekiaration gegeben worden ist, hat man gesagt, sie betreffe — die armen Juden; dagegen würden die reichen Juden von Westeuropa sich schon selbst helfen. Diese reichen Juden sind auch die Gegner der Balfour-Deklaration gewesen. Als sie erlassen wurde, haben sie umfangreiche Memoranden dagegen geschrieben. Als der amerikanische Staatssekretär Lansing mich nach Erlaß der Balfour-Deklaration gefragt hat, was der jüdische Nationalismus und die jüdische Forderung auf Palästina besage, habe ich ihm, so sagte Dr. Weizmann, geantwortet: Palästina soll so jüdisch sein, wie England englisch. Das bedeutet aber!lieht, daß wir, in welcher Hinsicht auch immer, die Rechte der Nichtjuden in Palästina schädigen oder schmälern werden. Zu den Mitgliedern der Kommission gewendet, sagte Dr. Weizmann: Suchen Sie und forschen Sie nach, ob wir jemandem ein Unrecht g e t a n 11 a b c n, oder ob in Palästina etwas Schlechtes geschehen ist, das auf unser Schuldkonto gellt. Vor Gott und vor der ganzen Welt sage ich: Nein, wir haben keinem Einzigen ein Unrecht getan. Ich will noch mehr sagen, fuhr Dr. Weizmann fort: Die Juden haben auch den N i c 111 j u d e n in Palästina Gutes gc bracht. Wir bekennen freimütig, daß wir nicht gerade darum nach Palästina gekommen sind, um dieses Ziel zu erreichen. Wir haben aber indirekt viel für andere getan, insbesondere für die arabischen Bewohner des Laudes. Ich will, daß die Kgl. Kommission wissen soll, was wir für die Araber getan haben. Und was die armem Juden getan haben, die Juden, die ohne «inen Pfennig hierher gekommen sind. Das russische Judentum, das angefangen hat, hier den Aufbau zu leisten, ist zerbrochen gewesen. Die reichen Juden sind gegen uns und unsere Arbeit gewesen. Mit den Groschen, die wir von den armen Juden gesammelt haben, mit ihrem Blut und Schweiß, mit ihrer Mühe und mit ihrer Energie, haben wir dieses einstmals ruinierte und wüste Land aufgebaut. Mit einem reinen Gewissen können wir stolz sagen: Nach fünfzehn Jahren jüdischer Arbeit haben wir viel Gutes in diesem Lande getan und Gutes nicht nur für uns. Manche, so fuhr Dr. Wei/mann fort, behaupten, (laß die 400 000 Dunain, di« dem Keren Kajemeth jetzt gehören, schon genug seien. Weiteres Land sei für die Juden niöf vorhanden. Ein einziges Landgut in Kanada oder in einen, anderen Land ist aber viel größer als der ganze Boden• besitz, des Keren Kajemeth. Man hat mir gesagt, •daß alle guten Böden des Landes sieh schon in jüdischem Eigentum befinden, daß die Juden schon alle fruchtbaren Böden an sich gebracht haben. Ich sage aber: jetzt ist der Boden gut, er ist fruchtbar, seitdem er sich in jüdischen Händen befindet; früher ist er schlecht gewesen, genau so schlecht wie der Boden, der sich noch in den anderen Teilen des Landes befindet, genau so schlecht und ganz genau so unfruchtbar. Im Jahre 1919 haben mir die Beamten der Palästina-Regierung gesagt, daß es keinen Boden mehr im Lande gebe, der nutzbar gemacht werden könne. Es sei nur unfruchtbarer Boden vorhanden. Aber Tel-Awiw — und das wissen alle — ist auf solchem Sandboden gebaut worden. Schließlich verlangte Dr. Weizmann eine dynamische und aufbauende Politik der Regierung, die das Mandat dahin interpretieren solle, daß der jüdische Aufbau erleich ert werde. Er lehnte den Plan der Einfülmmg eines Legislative Council für den gegen• wärtigen Augenblick ab. Er schloß mit der Hoffnung, daß die Kgl. Kommission eine gerechte Lösung der Probleme des Landes finden werde. Die Ausführungen Weizmanns haben in Palästina einen außerordentlichen Eindruck gemacht. Seine Vertretung der jüdischen Sache wird in anerkennenden Worten gewürdigt. Dr. Weizmann setzte seine Darlegungen in nicht offen t* lieber Sitzung am Donnerstag fort. Als Vertreter der Agudas Jisroel werden Oberrabbiner Duschinsky, Rabbi Blau und Dr. Isaac Breuer vor der Kgl. Kommission aussagen. Das ״Paritatsprinzip“ Die Lage der jüdischen Studenten in Ungarn. Der Verband der jüdischen Universitätshörer veröffentlicht eine längere Erklärung, in der er u. a. folgende Daten mitteilt: Im Schuljahre 1932,33 gab es insgesamt 1970 jüdische Hörer an den ungarischen Universitäten, jetzt nur 1180; von den damals als Erstjährige inskribierten 538 Studenten hätten nur 356 das vierte Studienjahr erreicht, Not und Elend hätten jeden dritten am Weiter lernen verhindert. Dr. A. F« Sitzung des Kleinen A.-C. Jerusalem, 24. November. (JTA.) Das Prinzip der ״politischen Parität“ zwischen Arabern und Juden ln Palästina Ist von der Exekutive der Jewlsh Agency und von dem Kleinen Aktions-Com'.M gebilligt worden. In einer Sitzung der Exekutive ist das Parltätsorlmip e 1 n s 11 m - mip angenommen worden, in der darauffolgenden Tagung des Kiemen A.-C. mit 15 gegen 1 Stimme bei 4 Stimmenthaltungcn. ln der Sitzung des Kleinen A.-C. führte Usslschkin den Vorsitz. Er begrüßte Dr. Weizmann und dankte ihm für die Arbeit, die er bei den großen nolitischen Unterhandlungen in London geleistet hat. Dr. Weizmann komme nun nach Palästina, um dort den Kampf um die jüdischen Rechte vor der Kgl- Kommission fortzusetzen. In diesem Kampfe, so sagte Usslschkin, steht der ganze Jlschuw einig hinter Dr. Weizmann. Der Vorsitzende der Exekutive der Jewish Agency, Ben Gurion, brachte sodann den Antrag ein, daß das Kleine A.-C. den Grundsatz der politischen Parität zwischen Juden und Arabern in Palästina billige. Er gab eine eingehende Begründung dieses Antrages. Dr. Weizmann legte die Gründe dar, die für seine Politik sprechen. Er erklärte, daß die zionistische Bewegung die erste Etappe des Kampfes um die jüdischen Rechte ln Palästina siegreich überstanden habe. Dieser Kampf habe der ganzen Welt gezeigt, daß aufbauende Kräfte gegen destruktive Elemente stehen. Wir treten in die zweite Etappe des Kampfes ein, sagte Dr. Weizmann. Wir wollen hoffen, daß auch aus Ihr der Jischuw gestärkt und einig hervorgehen wird. Das Kleine A.-C. billigte auch die Grundsätze für die Bodenpolitik der Exekutive. Das neue französische Pressegesetz, im Zusammenhang mit der Kampagne, die zu dem Selbstmord des französischen Innenministers Salcngro geführt hat, bereitet bekanntlich die französische Regierung ein neues Pressegesetz vor, das einerseits die öffentliche Verleumdung unter strenge Strafen stellt und das sich damit der englischen Gesetzgebung nähert und das andererseits die!,resse verpflichtet, die Herkunft ihrer finanziellen Quellen klarzulegen. In jüdischen Kreisen Frankreichs wird, wie unser Pariser K-Korrespondent schreibt, diese Entscheidung der Regierung lebhaft begrüßt, da sie der jüdischen Oeffentlichkeit endlich Gelegenheit gibt, den dauernden Presseangriffen gejjen das Judentum und gegen einzelne jüdische Persönlichkeiten wirkungsvoll ent- Regenzutreten. Haupt•! hriHeiter: t>r. Robert W e 111 c h, Berlin * Charlottenburg * (auch verantwortlich für die Au• nähme von Bildern). Stellvertreter* Kart Loivemton, Berlin W IS Anzeigertleiter und verantwort• ä ■h für den Inhalt der Anzeigen! Hermann F1 n n, Berlin VV 1A Gültig Anzeigen - Preidüte 6 vom 1. April 1936. Verlag und Anzetgenveiwahung: faktische Rundschau, Berlin W 15, Meinekertr. D.-A. Oktober 35 06t. — Druck: Siegfried Scho lern, BIn.-Schön«berg•

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