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Jüdische Rundschau · 1936-11-24 · Heft 94 (24.11.1936) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 94 (24.11.1936)
Date
1936-11-24
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 94, 24 XL 193Ö JÜDISCHE RUNDSCHAU Seife 7 Die geplante Anglo-Arabische Bank Jerusalem, 20. November. (JTA.) Ir» der arabischen Presse kommen weitgehende M ein 11 ngs verschiedenfl elfen über die geplante anglct-arabische Bank zum Ausdruck, zu deren Gründern angeblich der frühere High Commissioner Sir John Chancellor, andere hervorragende englische Araberfreunde und einige reiche Syrer gehören. Die von dem blinden Scheich El F'aronklii licrattsgegcbene ״El Dscbamca el Islamia“ wendet sich, scharf gegen jede weitere Einfuhr ausländischen Kapitals. Sie erklärt, dafl die Einlagen in den arabischen Banken Palasfirias 4 Millionen Pfund betragen, so daß weiteres Kapital nicht nötig sei. Im Zusammenhang damit wird auch der lyrische Araber Salim Bey Salaam angegriffen, der seinerzeit die Htilc-Konzcssion den Juden für 200 000 Pfund verkauft hat und jetzt Hauptaktionär der neuen Bank werden soll. Die Meldung, daß Lloyds Bank der neuen Bank einen Kredit von einer Million Pfund einräumen soll, wird von der ״El Islamia“ als Versuch der Juden gedeutet, sich entscheidenden Einfluß in der neuen Bank zu sichern; denn cs sei nicht an/ttnehmen, *laß ein solcher Kredit einer noch unerprobten Bank ohne verborgene _ Gründe eingeräumt werden sollte. Was die geplante Bestimmung betrifft, daß Juden keine Aktien erwerben dürfen, so würde eine solche Bestimmung illegal sein und dem Palästina- Mandat widerspreche n; und sollte die Bank in England registriert werden, dann würden die arabischen Aktionäre nicht in der Lage sein, den Generalversammlungen bei/uwohnen. Demgegenüber behauptet ״El Liwaa“, eiaß die Juden keinen Einfluß in der Lloyds Ban k besitzen. Die Araber würden 52 11 ״ der Aktien der neuen Bank erhalten. ״Felestin“ meldet, daß Suieimaii NofcL ein in London an- Sässiger Syrer, in Palästina eingetroffen ist, um hier arabische Kapitalisten für die Mitarbeit mit der englischen Gruppe zu gewinnen. _ Normale Verhältnisse in Tiberias In Tiberias, wo die Juden während der Unruhen Schreckenstage erlebt haben, herrschen wieder völlig normale Verhältnisse. Alle Werkstätten und Geschäfte sind wieder geöffnet, in den Straßen sieht man wieder ganz wie vor den Unruhen arabische Obst-, Gemüse-, Geflügellind Eierhändlcr. Allerdings malmen noch ausgebrannte Läden und Werkstätten und zerbrochene Fenster und Auslagen an die letzten Monate. Nur die jüdischen Wohnungen in den winkligen Gassen der Altstadt sind zum großen Teil noch nicht wiederbezogen worden. Viele Flüchtlinge aus der Alt- Stadt sind noch obdachlos. Nnrli dem Abzug des größten Teils der englischen Besatzung sind in Tiberias noch 400 Mann zurückgeblieben, die in den Hotels und in dem neuen jiidisehen Viertel cinquarticrt sind. Man hofft, daß sich auch die Badesaison normal entwickeln wird, nachdem durch den Abzug von Truppen wieder die Möglichkeit der Unterbringung von Gästen in den Hotels besteht, Zur Bürgermeister-Frage lieber die Haltung dar H. O. O. Im Novemberheft des Mitteilungsblattes der ״Hit achd 111 Oie Germania“ (Vereinigung vor! Einwanderern aus Deutschland) veröffentlicht Felix Rosenbltith, der auf die Liste der 11׳ Xi. in den Stadtrat gewählt worden ist, eine ztisanunenfassende Darstellung der Haltung der HOG. in der Frage der Bürgenneistenvahl. kascnhlüth wendet sich darin entschieden gegen die Amtsübernahme durch den von der Regierung ernannten Rokach. Er erklärt u. a.: ״Ich hin der Uebermigung, daß an der Spitze Tcl-Awiws nicht ein Mann stehen darf, für den es k e i n e I e b e n d i g e 11 7.!1 s a in m e 11 11 ä n g c mit der / i o 1! i s t 1 s c 11 e n B e w e - g 11 n g gibt, soweit sie durch die zionistische Organisation und ihre Instanzen verkörpert ist. Au der Spitze Tcl-Awiws kann auch niemand stehen, 7.11 dem 40 Prozent der Wähler, wie sic durch die Arbeiterorganisation repräsentiert werden, und darüber hinaus grolle Teile der Bürgerschaft bis i!1 das Lager der Rechten hinein, kein Vertrauen haben, lieber diese Bedenken könnte man nur hiiiwegkmnnieit, wenn Herr Rokach ein besonders qualifizierter Mttnizipalpoiitiker und Verwalttingsfachinann wäre. In Wirklichkeit aber haben sich während seiner Amtsführung als stellvertretender Bürgermeister auch schwere sachliche Unzuträglichk ei ten bei der Verwaltung der städtischen Angelegenheiten ergehen. . . . Es ist heute meine Ueher/ciicjtiiig, tirnl ich war von diesem Gefühl während der ganzen Vorverhaiullnngsperiotle beherrscht, daß das ״Provisorium‘• niemals eine ernste Chance hatte, von der Regierung akzeptiert zu werden. Das Provisorium stellt im Widerspruch zum Gesetz, das ansdrücklich _ vorschreibt, daß der High UniiiMiissioucr einen Bürgermeister ernennen muß. Im besten Falle konnte es also eine Vertagung der fntselieiihmg für eine kurze Ucberg.mgsperiodc bedeuten. Dennoch hätte man sich für einen solchen Vorschlag einsetzen können, obselion man heute sagen <101־ f, daß er wahrscheinlich zur Erneu innig von Herrn Rokach durch einen eigenmächtigen Venvaltimgsakt der Regierimg auch dann geführt hätte, wenn er von dem Stmltrat in breiter Front gestützt worden wäre. I >r Vorschlag war aber bekanntlich anfangs, als er von der Linken kam, von der Rechten brüsk ztiriickgewiesen worden. Als er im letzten Augenblick von der Rechten unterbreitet wurde, war eine psychologische Situation geschaffen worden, in der es nach meinem Gefühl nicht mehr möglich und moralisch berechtigt war, die Unke zu zwirnten, ihm ihre Zustimmung zu gehen. Der Ausgang der Wahl, der zur Ernennung von Herrn Rokach gegen den Willen einer Mehrheit geführt hat, ist tief zu beklagen. Er bedeutet eine schwere Erschütterung unserer Bestrebungen nach Seihst• egierung im eigenen jiidisehen Bezirk. Die Tatsache, daß dieser Ausgang dadurch möglich gemacht wurde, daß Herr Rokach und seine Freunde mit allen Mitteln bemüht gewesen sind, die Regierung zur M i ß a c 11111 n g des M e 11 r 11 c i t s w i 11 c n s des Stadlrates zu bewegen, ist eine nachträgliche Rechtfertigung — wenn cs einer solchen noch bedurft hätte — für diejenigen, die in diesem Wahlkampf sich vor allem durch die Erwägung bestimmen ließen, daß die Front gegen einen extremen P a r t e i k a n d i d a t e 11 gewählt werden mußte, der schon immer bewiesen hatte, eiaß ihm der Gedanke der Einordnung in die nationale Einheitsfront der zionistischen Gesamtheit und der verpflichtenden Gewalt einer höheren zionistischen I)is/ipli11 fern ist.“ Englische Pressestimmen In der ״E 11 g 1 i s 11 Review“ vom November schreibt Derek W a 1 k c r - S tu! t 11, daß die Beschwerden der Juden und Araber bekannt ■-eien und daß eine Untersuchungs-Komnüssion eigentlich 11!vr!h1-dg sei. Ls sei die Aufgabe Englands, so sehne!I wie möglich die Dinge zu ordnen. Die Untersuchungen der K׳ mmissi״!! müßten beschleunigt werde!!, damit die Siedlung keine Unterbrechung erleide. ״Dies muß n o t w e 11 d i ״ ei n 1■ B c sehr 11 ״ k 11 n g d r r j ü d i s c 11 c 11, E i n w andern״ g cin-chlicßen, und es ist klüger, (fies ohne weitere Verzog crung anziierkenneii. Line Siedlung mit einer Bevölkerung von •־Arabern und Juden würde wniirseiieitilieh die vernünftigen Vertreter beider Seiten befriedigen. Einige Fanatiker uünlen zweifellos ein Geschrei (•!׳!leben; aber die Stnatsfiihriing sollte keinen Handel mit dem Faiiatisnuis eingclicji.“ Im ״I:. co 11 o m i s t“ vom 14. November wird darauf Iiiiigcwiesen, driß die Entscheidung der Regierung bezüglich der Einwamlming von ihrer früheren Praxis abweiclie und wohl hauptsächlich dadureli beslinnnt gewesen sei, sich nicht zum dritten Male der anibiselR-11 Gewalt zit beugen. Die zwei Gründe, die ( )misbv-Ciore im Unterhaus für die Ent- Scheidung nannte, seien wahrscheinlich nicht haltbar: L die Eitisjeliniig der Eilt Wanderung .״ms ökomuniselien Gnindm wäre nicht zu rechtfertigen gewesen; 2. hätte sie eine Präjiuli/ierimg der Arbeit der Konenis-inii bedeutet. Es sei jetzt sicher, daß die Arbeiten der K01m!1i'--i(111 durch das Kompromiß der Regierung nicht ericiciitcrt wurden, während atulererseits die Juden dngegen proic-tieren, daß die iierriiigesetzte Quote dem palästinensischen l’,־a,!;1rf nicht entspreche. Zur Stlll-Legun^ der ״Tel Aviv“. Wie bereits berichtet (s. Umschau ״Toim-tik“ 1:1 N!. 01 der ״J. R.׳'), ist der Dampfer ״Tel Aviv ins auf weiteres stdlgcicpt worden. Hierzu wird uns;;(•schrieben: ״f He!,:destiiir Shipping Companv Ltd., I laifa, gibt bekannt, daß sie durch die im Mittrbnecr tun! in Pnl.ä-tinn selbst eiieelrwenni Veratidermigcn sich gezwungen gesellen hat, ihren Dampfer ״Tel Aviv“ zwecks Versuchs von R cor 11 1: ״ i s;11 i ״ ns in :1 f! ־ 11 a 11 111 e n auf/!liegen. I >:e P.dr-tiue '־deppmg ('oinp.uiv Ltd., Haifa, weist gleichzeitig darauf hin, daß -ie eine (ieseüsclnift nach palästinensischem Recht mit dem Sitz in Haifa ist, und daß sie in keinerlei direktem :!dir indirektem wirf-oliaftlichcii Zusammenhang mit den! sciiici/citigen Verkäufer des 1). ״Tel Aviv“, der Arnold Bern - fc i n M'liift’ahrts::1-K־!hch.1׳ft "•1יי ■י■- (Schluß des Palüstinn-Tclb) IN ALLER KÜRZE Die portugiesische Regierung 11 at dem Professor an der Pariser juridischen Fakultät und Vizepräsidenten der Alliance fsraeüfe Universelle, William O ti a I i 11, den Orden Sao Tiago da Espada, die höchste wissenschaftliche Auszeichnung Portugals, verliehen. Die Lissaboner Technische 'Universität hat ferner beschlossen, Prof. Oualkl ehrenhalber «Inert akademischen Grad zu verleihen. Die Insignien werden dem jüdische« Gelehrten Anfang 1Q37 überreicht werden. Bei seinein Aufenthalt in Wien konsultierte der italienische Außenminister C i a 11 o den bekannten Ohr- und Kehlkonf-Spez.ialisten Heinrich N c!1 m a n n, der auch König Eduard VIII. behandelt. Minister Ciano h!<l Prof. Neumann ein, an der Universität in Rom einige Oastvorfrägc?11 halten. Das Parlament in Uruguay ermächtigte die Regierung, Publikationen mul Rundfunksendungen in Sprachen, die nicht aut den öffentlichen Schulen gelehrt werden, zu verbieten. Von dieser Bestimmung sind die Juden in Uruguay am stärksten betroffen, weil Jiddisch im wesentlichen die einzige Sprache ist, die nicht zu dieser Kategorie gehört. In einer Konferenz der litauischen Juden* heit, an der 150 Delegierte als Vertreter aller Parteien und Gruppen der Juden Litauens teilnahmen, wurde die Aktion für den Mifal Bi/zaron IJwitaclion eröffnet, Es sprach als Bevollmächtigter der Jewisli Agency der jüdische I listoriker Dr. N. M. Gelber, Jerusalem. Den Vorsitz führte Dr, Gregori Wo fff und Dr, Garimikei. Die Aktion für den Mifal Biz.zaron u’witachon in Bulgarien wurde mit einer großen Konferenz in Sofia eingeleitet. Auf ifir waren der Präsident des ZentraLKonsisto* riums der Juden Bulgariens, Joseph Gucron, tind der Be-!nächtigte der Jcwish Agency, Moses Waiilinann, die Hauptredner, Die Gesellschaft ״American Pal es fine Oampaign, Ine“, das Instrument der Jewish Agency for Palestine zur Aufbringung von Mitteln für den Palästina-Aufbau in Amerika, hat ihren Namen in ״Palestine Foundation Lund (Keren Haycsod)“ mngeändert. ihre Ziele bleiben dieselben wie bisher. Der National Cotincii for Palestine der sich aus Füllrern des United Palcstinc Appeal in allen Teilen von USA. zusammensetzt, tritt am 2<). November zusammen, um zu der Lage in Palästina Stellung zu nehmen. An Bord des amerikanischen Dampfers ״Excalihur“ ist am 11. November in New York die erste im Hafen von T e I - A w i v verladene Sendung cingetroffen. _ Sie bestellt aus 500 Kisten Karmelwein und anderen Paiüsiiiiapmdukteii. Wie der Importeur mitteilt, sind aus vielen Gegenden Amerikas Vorbestellungen auf Waren eingetroffen, die im Hafen von Tel-Awiw verladen werden. Auf der Tagung des Parteitages der Zionistischen Organisation West-Polens und Schlesiens wurde beschlossen, in Paliistina eine Koloni c a u f *l e n Namen von i >r. O s i a * Thon zu gründen, sowie den Namen Thons in das Goldene Buch des KKL eimrageii zu lassen. Der Parteitag des M i s r a c 11 i in Polen hat den Rabbiner Jjzchak N i s s e n b a 11 m als Nachfolger des nach Antwerpen übergeslcdeltcn Rabbiners Samuel Brodt zum Vorsitzenden der Misrachi-Ürganisation in Polen gewählt. Anläßlich des (10. Geburtstages des bekannten jüdischen Soziologen und Statistikers Jacob Le s t s c 11 i n s k y fand in Warschau ein von der Zentrnlverwaftung des jiddischem Wissenschaftlicher! Instituts und der Gesellschaft der Freunde des!WO. veranstaltetes Fcstlmnkett statt. Zahlreiche Redner würdigten die Leistungen des Jubilars. Der ungarische Genealoge Biila von Rempelet! arbeitet zur Zeit an einem Werke, in dem sämtlich« jüdischen Familien, sowie adlige Familien jüdischer Herkunft Ungarns angeführt werden sollen. In der ״Berliner lifustrirten Zeitung׳* Nr. 44 ist ein schönes Bild von der Allcnby-Straße in Tel-Awiw wiedergegeben, mit dem Marsch der neu eingetrOffctten britischen Truppen. Schwere Ausschreitungen in Wilna Im Verlaufe einer ftidenfeindlichen Kundgebung sind am 22. November 20 Juden in Wilna verwundet worden. Ein öljähriger jüdischer Arzt wurde infolge der Aufregungen vom Schlag gerührt und starb. Oie Kundgebungen begannen am Morgen mit einem Aufmarsch der Schulkinder zum Zeichen der Sympathie mit den im Studentenheim In Hungerstieikgctretenen (s. S. 2) nationaldemokratisclien Studenten. Ihnen folgten die Angehörigen der verschiedenen nationaldemokratlschcn Organlsalionen und zum Schluß die Mütter der streikenden Studenten. Die Menge drang in die jüdischen Stadtviertel ein, zertrümmerte Fenster und mißhandelte jüdische Passanten. Die Polizei nahm zahlreiche Verhaftungen vor. Antisemitische Forderungen ungarischer Studenten Die nationalistischen Hörer der philosophischen Fakultät der Hudapester Universität nahmen einstimmig eine Denk- Schrift an, worin sic in vierzehn P unkten ihre Stellungnähme gegenüber dein ungarischen Judentum niedergelegt hatten, in der Denkschrift wird 11. a. die Einführung des n 11 in p r 11 s c I a 11 s 11 s f ü r Juden i!1 allen Z w e 1 g c 11 des ungarischen Wirtschaftslebens gefordert, die Festlegung des Begriffes der jüdischen Rasse, die Regelung des Verhältnisses der jüdischen Minderheit zum imgarischen Staat, die Abtrennung des jüdischen Kulturlebens vom allgemein ungarischen Kulturleben, die Ausrottung der freimaiirerisehen, liberalen und kommunistischen Organisationen und Parteien und deren Literatur, Presse, Film und Theater und ferner die Einstellung der jüdischen Einwanderung. Diese Denkschrift wurde den Fakultäten aller ungarischen Hochschulen übergeben. Sie soll auch dom Minlsterpräsidenteji Daranyi zugestellt werden. Depotzwang für ausländische Wertpapiere Durch die 7. Durchführungsverordnung zum Devisengesefz vom 10. November W3(> und die dazu ergangene erste!’.׳.•• kannlmachimg über die Verwertung ausländischer Wertpapiere vom 20. November 1V56 ist ein Dopotzwang für ausländische Arbitragewerte eingeführt worden. Dieser bezieht sich zunächst nur auf die Wertpapiere, die im einzelnen in der ersten Bekanntmachung nufgefiilirt sind. Die im Rahmen des Palästinatrn ti s fers erworbenen palästinensischen Anlagewerte fallen schon deshalb nicht unter diese Bestimmung, weil sie keine Arbitrage* wert« im Sinne von § 21 Abs, 2 des Dcvisongcsetzcs und auch demgemäß in der ersten Bekanntmachung nicht aufgeführt sind. Abwehr einer Beleidigung. Der ״Westdeutsche Be obachter“ veröffentlicht eine Entscheidung des Amtsgerichts Köln, ln einer Gastwirtschaft war es zwischen zwei Gästen zu einem Streit gekommen, in dessen Verlauf der eine den artderen einen ״J tt d c n! ti m m e!“ nannte und ihn der Rassen* schsitclc bezichtigte. Der Beleidigte, der Arier ist, versetzte daraufhin dem Beleidiger einen Schlag ins Gesicht. Der ficleidigfe, der deshalb wegen Körperverletzung verklagt worden War, wurde f r e i g es p r o c h e n. Der ״Westdeutsche Beoliachter“, der diesen Fall unter der Ueberschrift ״Die rechtmäßige Ohrfeige“ mitteilt, gibt ans dem Urteil einen Absatz wieder, wonach dieser unbegründete Vorwurf nach der heutigen nationalsozialistischen Auffassung von Ehre und Anstand zu den schwersten Angriffen auf die Ehre eines deutschen Menschen gehöre. Das Gericht sei der lieberzeugiing, daß der Beklagte zur Ahwclir des Angriffs a!1f seine Ehre dem Kläger Schläge ins Gesicht versetzen durfte. GeSchäftsverkäufc. Das Herrenbekleidung^-(!aus Gebrüder Weinberg, Euskirchen, ist in arischen Besitz iibergegangen. — Die Fa. J. Rawraway, Johanni*bürg, ist vor! einem arischeu Besitzer übernommen worden. Eine Betar-Tagung־ Bei eilten! Landestreffen des ״Betar“ (Abkürzung für ״Britli Trutliprldor“ revisionistische lugemlorganisation) in Berlin wurden am letzten Sonntag eine Reihe programntatischcr Referate gehalten, unter denen an erster Stelle das Referat von Dir. Georg Kareski über das Thema: ״Wo steht der Bctar?“ zu nennen ist. Kareski setzte Kid! 11. a. eingehend mit der Palästiuapolitik der Ziu11istUeh.cn WäTorgauisation auseinander und kritisierte scharf ihre englische Grien-, tiermig, Freilich wurde nicht deutlich, auf welche Grundlagen W! Anbetracht der gegebenen Tatsachen die zionistische Palästinapolitik sich stützen soll. Die allgemeinen I!;;!weise auf die Notwendigkeit einer energischen Durchdringung Palästinas׳ und Ausbreitung der Juden über die Grenzen nach Transjordnuien dürften wollt!loch keine atisreichemien politi-dien, Gesichtspunkt« darsteilen. Besonderen Wert legte Kareski in seinem Referat auf zwei Punkte, die eine Regelung des Verlialtnis-es d.׳s Staats- Zionismus zur Zionistischen (hgmii-ntion in I M!'w!!'and betreffen. Zunächst einmal Ut die Beziehung des Betar 7.11m Makkahi nach /ei t v. eil gen Svhw ie: igkc ten dahin geregelt worden, daß der Makknlti den P>,׳Ur zum u;׳:,.■!betrieb grundsätzlich wieder /״läßt und die Bet.mim im Sgetbctneb als gleichberechtigte Mitglieder erkl.nl. Kaied.i S.:1.1;Ut־׳ daran die Hoffnung, daß es dem Pi.'i-i litim de■- Mahi.ahi!1 ti! dieser Erklärung t׳r11st sei, — f erner ist eine R e g e 111 n 1; 11 her die 7. e r t i 1' i k a t s v e r t c i I 11;1 g m.t dem l’.d.i •iwi-Anit derart erfolgt, daß die ZVfl). alle Be-;)1« erd■■!! dcי Itelar auf ihre Berechtigung hin prüfen wiid 1ml ihnen (, :•!1er das gnnid-.äf/lidic' Recht auf Vertretung be! I>e-ti1!1:nv 1 11־'zum.eu der Zertifikat ions-KommU-ion /tigesieht, Kares!,i erld.irte seine Befriedigung über diese Bereit'( illigheif vier ZVti). zu einer Verständigung. Von den Referaten diese- T'.igr■; B: 11 >cf1 he;v!;[/!!heben das Referat von i)r. |, I r i cd über die Kultur,׳m!;1-■-',mg des Bctar, in dein er au-mhrbch die Stellung /um reü״ lösen Problem dar! egte und -ie -ialii 11 di finierfe. daß da-!'■ iiu.'ii e Ziel des St,ף ats/ioni-iiiudajh iliti-1 hc 7.n I der l.iuo Hing des Jtklciisla ats sei, daß a'״.r die ( ie-tali.ing die-׳■- S:a:g;(. Ichcns aus religiösen ׳ u ׳c-!-.1:/mi heranwudi’ <■ r!■ ׳!:,i’il müssen. Der Redner trat mr eine u citgciicnj,■ I hdirai-u! ung׳ ein und hezeielmete in 1'. in ivi!1 -tinniimg׳ mit v!H11׳..׳ an!׳•reit Rednern als (fas Ideal des itciarischen .M<-11 -i 11■! 1 1 I! foisnius und Hingabe an die Idee. W. Ne iß er erörfci (1• die Auffassmig des Bctar vom Wesen der Hachscharah. in der er eine harte Vorberoittings- Schule für Palästina picht. Das Ziel sei die [,iilguli Awoilah, während das ehalu/isclie Ideal des Kibbuz von ihm strikt abgefeimt wird, weil cs den menschlichen Lehen seiforder* nissen widerspreche. Fs sprachen ferner noch D. K i r s c 11 e n 11:111 111 über die Auffassung des Betar vom Verleidigungs-port und M. Fein Über Wesen und Grün,I-,ätze der bcian-chen Fr/ieluing; in diesem Referat wurde gezeigt, daß das betari-che Deal in die Begriffe Heroismus, boidatentimi, Disziplin, Selhstlosigkeit und Ablehnung aller K!as;cntdeologie ein/tinnlnen ist. Ganz in der Richtung dieser Vorstellungen lag auch der Inhalt eines hebräischen Transparentes im Sa :de, das in deutscher Ucbersetzung lautete: ״In Blut und Feuer wird Juda wieder atiferstelnn“. Am Abend vor der Tagung fand eine öffentliche Kundgebung statt, in deren Mittelpunkt gleichfalls eine Rede von Direktor Georg Kareski stand. Fr führte aus, der Bctar sei eine revolutionäre lugend, die ehi Ende!!11,״!ehe mit dem Sichbettßen unter Schicks,ilssclilägeii und die alle Kräfte auf die Idee von dem Judenstaat und die jüdische: Freiheit konzentriert. Sie wolle die Rückkehr zu einem Totaljudentum. Vor dieser Rede hielt der ».!!wesende Präsident der Gemeinde, Heinrich Stahl, eine Ansprache, in der er Sagte, die Gemeinde wolle die Jugend in ihren Bestrebungen unterstützen, auch wenn die Wege verschieden sind. Alle müßten in ■dieser Zeit nach Einigkeit streben. Herr Kareski bczeichnete diese Rede spater als einen ״Markstein in der jüdischen Entwicklung unserer Zeit“.

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