Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 93 (20.11.1936)
- Date
- 1936-11-20
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Ht.?3, 20. 1936 .מ JÜDISCHE RUNDSCHAU SSffe W* EIN KÖLNER KIND :• 'ד-.*" 1,1.!1׳ Freundin unse• res Blattes in Köln sendet uns ein aus Palästina eingetro]- fenes Amateurhild. Es zeigt ein 12/ähri■ ges Mädchen, das etiva vor einem Jahre mit seinen Eltern von Köln nach Raanana ausgewandert ist und sich dort anscheinend in der Gesellschaft des kleinen Esels sehr wohl fühlt. Vorschläge für eine Verfassung Von justizrat J. Schachtel (Haifa) Zu dem in Nr. 86 vom 27, Oktober der ״J. R.“ wiedergegebenen Auszug aus der Londoner Zeitschrift ״Palcstinc“ sendet uns der Verfasser eine längere Acußcrung, die gegen die Meinung von ״Palcstinc“, daß ״politische Parität" nicht möglich sei, polemisiert. Der Grundsatz politischer Parität sei sogar die einzige sich bietende Lösung. Der Einsender skizziert dann eine Verfassung, die auf dem sogen, ״Personalitätsprinzip“ (im Gegensatz zum tarntorialenj beruht. Wir gehen diese Acußcrung, als einen Beitrag zur Diskussion dieses Themas wieder. Nach Begründung des Paritätsgedankens fährt der Verfasser fort: Wesentlich wäre nur die Ausgestaltung des Pariiätsgedankens. Für diese mochte icli eine m. W. noch nicht vorgeschlagene Lösung anregen, die für beide Teile annclimbar sein dürfte. Ich gebe daher nachstehend kurz skizziert die Grund zu ge einer Verfassung für Palästina wieder. 1. Die jüdische und die arabisciie Bevölkerung des Landes werden, ohne Rücksicht auf eine etwaige fremde Staatsangehörigkeit, in zwei getrennte Kataster zusammengefaßt, die nicht räumlich, sondern nur national abgegrenzt werden. Jeder Jude gehört kraft seiner Geburt dem jüdischen, jeder Araber ebenso dem arabischen Kataster an. Die Möglichkeit der Ausweisung von Personen, die sich illegal im Lande aufhalten oder sich politisch illegal betätigen, wird dadurch nicht berührt. 2. Jede Gruppe wählt nach allgemeinem, gleichem und direktem Wahlrecht sein eigenes Parlament. Beide Pariamente erhalten die gleiche Zahl von Abgeordneten. Jedes Parlament wählt seine eigene Regierung, die der Bestätigung durch die Mandatsregicrung bedarf. 3. Die übrige Bevölkerung des Landes (englische, deutsche Nichtjuden usw.) kann, soweit sie die palästinensische Staatsangehörigkeit besitzt, wählen, und zwar jeder Ehemann zu- •Asich für seine Ehefrau und Kinder, ob und welchem 1 Kitaster sie sich anschließcn oder ob sie außerhalb beider 1 .־ •;iben will. I 4. Jede Gruppe erhält das Recht der Besteuerung ihrer I Mitglieder und der selbständigen gesetzlichen Regelung toif getider Aufgabenkreise: a) aller Angelegenheiten des Religionswesens, soweit nicht religiöse Vorschriften entgegenstehen; b) des Schulwesens einschließlich der höheren Schüler, und Universitäten; c) aller Kulturfragen; d) des Sanitätswesens; e) des Armen- und Unterstützungswesens; f) des Versicherungswesens, insbesondere der Sozialversicherung; g) der Zivilgerichtsbarkeit unter seinen Mitgliedern; h) des Ackerbaus, des Handels und der Industrie; i) des Polizeiwesens, soweit es für die Aufgaben der Gruppe erforderlich ist, z. B. der Gewerbepolizei, und der Sicherheitspolizei in den zu mindestens 80 ״׳.<׳ von Kantonsrnitgl ledern bewohnter« Ortschäften; k) des Familien- und Erbrechts; 1) der eigenen Finanzen. 5. Gemeinschaftlich bleiben und werden von der Mandatsregierung und den beiden Parlamenten in gemeinschädlicher Beratung geregelt: a) die Steuern, soweit sie im üesamfinteresse des Landes erforderlich sind; b) das Zollwesen und der Abschluß von Handelsverträgen; c) Verkehrswesen und Straßenbau; d) allgemeine Sicherheitspolizei und Landesverteidigung; e) Strafrecht und Zivilrecht mit Ausnahme des Familien- und Erbrechts; f) Strafgerichtsbarkeit und die Zhv'ilgerichtsbarkeit in Fällen der keinem Kanton angeiiörigen Bevölkerung und in ״gemischten“ Fällen; g) überhaupt alles, was nicht unter die Kompetenz der Kantone fällt. 6. Die Landesgesetze bedürfen der Zustimmung beider Parlamente, die gemeinschaftlich beraten, aber getrennt abstimmen, und der Mandalsrcgicrunß. 7. Die Mandatsregierung kann durch Zwangsetatisierung und andere Mittel eingrcifen, wenn eine Regierung ihre Aufgaben nicht ordnungsmäßig erfüllt, 8. Die Mandatsregicrung hat die Aufsicht über das gef samte Schulwesen, insbesondere insofern, als durch den Unterricht nicht eine dem Lande, der Mandatsregicrung oder der anderen Gruppe feindliche Gesinnung unter den Schülern verbreitet werden darf, diese vielmehr zu einer *U&c, *kauf dleJjBJ' Erste Büchsen-Leerung 5697 KI KEN JvAJOlETH LEJISRAEL Erste Büchsen-Leerung 5697 täuflicha. > *‘■f 7)ilck*eMJfuu<da. 'feizt oüu< CK.CK.J2. Berlin W 15, Mcinekestr. 10 Postscheck: Berlin 282 47 Palästina-Orchester im Werden Ein Vormittag im Büro Tel-Awiw, Anfang November 1936 In der Parterrewohnung eines für Tel-Auiwer Verhältnisse ״alten“, d. h. vor der Zeit der ״Prosperity“ erbauten Hauses am Anfang der Ben-Jehuda-Straße, unweit des Mograbi- Theaters, befinden sich die Büros der ״Palästinensischen ürchester-Vcreinigung“. Beim Betreten der Räume empfängt uns sofort eine Atmosphäre stärkster Aktivität, cs ״dampft vor Arbeit“. — Es sollen hier Eindrücke wiedergegeben werden, die der Berichterstatter während eines kurzen Besuches im Büro empfing. Im Sekretariat klingelt das Telephon: Gespräch aus Haifa. Das dortige Zweigbüro, welches ebenso wie das in Jernsalem fieberhaft an dem Arrangement und der Publikums- Werbung für die in diesen Städten vorgesehenen Konzerte arbeitet, meldet die Ankunft von zwanzig Musikern, die, aus Deutschland kommend, dar Schiff soeben verlassen. Am Nachmittag treffen sie in T cl-Awiw mit einem Sonder-Autobus ein. Sofort wird für in re zunächst provisorische Unterkunft in Hotels gesorgt, von wo aus man sich bereits in den ersten Tagen, nach einer Beratung im Büro, auf die Wohnungssuche begeben wird, deren Schwierigkeifen heute in Tel-Awiw herabgemindert sind. Abonnenten -Werbung Während telephonischer Umfragen bei den Hotels, wäli• renci des unermüdlichen Arbeitens der Schreibmaschinen, wollen zahlreiche Interessenten abgefertigt werden. Die immer wiederkehreude Frage ist: Was kosten che Karten zum Toscanini-Konzert? Darauf die Antwort: Ein Kartenverkauf für einzelne Konzerte ist noch nicht eröffnet. Es gibt einstweilen mir die Möglichkeit, ein Abonnement für die vorgesehenen Konzerte der Saison zu erwerben, deren erstes von Toscanini dirigiert wird, während die Leitung der weiteren neun Konzerte in Händen der Dirigenten Issav Dobrowen, H. W. Steinberg und Michael Taube sich befindet. Die Preise für die Abonnements hegen, je nach der Platzkategorie, zwischen 10—50 Piaster (ca. 1,25 bis 6,25 RM.) pro Konzert, während die Preise der Plätze, die für den freihändigen Verkauf etwa verfügbar bleiben sollten, naturgemäß höher sein werden. Um heute schon ein Abonnement erhalten zu können, muß man Mitglied der Vereinigung werden. Der Mitgliedsbeitrag beträgt mindestens LP 1 pro Jahr, und herechtigt zur Inanspruchnahme von Rabatten beim Erwerb von Abonnements oder Karten. Die Höhe solcher Rabatte ist in vier Gruppen, im Verhältnis der Höhe der Beiträge, gestaffelt, hier überwiegende Teil der Bürobesucher meldet durch Ausfüllung einer ״Application“ sofort seinen Beitritt an. Mit berechtigtem Stolz wird darauf hingewiesen, daß der Vereinigung im Lande bereits jetzt fast 2000 Mitglieder — identisch mit Abonnenten — angehören (eine Zahl, die beim Erscheinen dieser Zeilen sicher sich wesentlich vergrößert haben wird). Während hier das Publikum abgeferiigt wird, schauen wir uns in den anderen Räumen um. In einem Zimmer arbeitet man gerade die letzten Verträge aus. In wenigen Tagen wird jedes der siebenzig Orchestermitgliedcr seinen Kontrakt in der Tasche haben. Es würde zu weit führen, Rang und Namen jedes Einzelnen hier aufzuzählen. Hubermans Ausspruch vorn ״Orchester der Konzertmeister und Solisten“ hat sich verwirklicht. Die Besetzung der Konzertmeister ist folgende: Die Geiger: Rudolf Bergmann (früher Wiesbaden) und Andreas Weißgerber, der Cellist Jacob (Jascha) Bernstein (Kowno), der Bratschist Harry Blumberg und der bisherige Konzertmeister der Warschauer Philharmoniker Jacob Surowitsch. Fünfundzwanzig Prozent des Klangkörpers stellen bisher schon in Palästina tätig gewesene Musiker, während der Rest aus den Ländern Tschechoslowakei, Litauen, Oesterreich, vorwiegend jedoch aus Polen und Deutschland (zum Teil ehemalige Mitglieder der Berliner und Frankfurter Kulturbund- Orchester) neu ins Land kamen. fn einem anderen Raum wird mit viel Ueberlegung an der Rcdigierimg des ersten Programmheftes und dessen Druckanordnung gearbeitet. Sämtliche Drucksachen tragen das Signet der Vereinigung: Kombination von Stimmgabel und Mcnorah. Das Programm des Toscanini-Konzertes, das endgültig für Tel-Awiw auf den 26. Dezember fesfgelcgt wurde, ist folgendes: Weber: Oberon-Ouvertüre. Brahms: Zweite Symphonie. Schubert: Die Unvollendete. Mendelssohn: Nocturno und Scherzo aus dem ״Sommernachtstraum“, Beethoven: Lconorc III. Das Werk eines zeitgenössischen jüdischen Komponisten wird den Anfang der zweiten Program infolge bilden, die Steinberg dirigiert. Unter seiner Leitung wird mit den Vorproben für das Toscanini-Konzert begonnen, sowie mit den Proben seines eigenen Repertoire, auf dem sich u. a. noch die erste Symphonie von Brahms und das Beethovensche Violinenkoiizert mit Adolf Busch als Solist befinden. Beim Orgwiisationsleifer Alle Fäden jedoch fuhren zu dem Organisationsleiter S. B. Lcwcrtof f, dem ״Mann hinter den Kulissen“, über dessen Schreibtisch das Bild Hubermans hängt. Lewertoff war der Gründer eines nach dem Krieg entstandenen Kammer- Orchesters in Westdeutschland, das sich durch Erst- und Urauffiihrungcn moderner Werke in kurzer Zeit einen Namen schuf. Gleichzeitig betätigte er sich als Organisationsleiter der ״Gesellschaft für neue Musik“ (Köln) und in derselben Eigenschaft beim ״Kulturbund Ri1ein-Kul1r“. Seine eifrigste Mitarbeiterin in Deutschland war die Musikwissenschaftler Dr. Else T h a 111 ei 111 e r, Spezialistin für zeitgenössische Musik und Programiiilieratung, die als jetzige I rau Lewertotf eine unentbehrliche Stutze für das palästinensische Orchester bedeutet. Im Zimmer Lcwcrtoffs herrscht Hochbetrieb. Hier wer• den Verträge unterzeichnet, Droben angesetzt, Anweisungen erteilt, Künstler hcraten, auch — über Vorschuß verhandelt. Zu erwähnen ist, daß man nicht nur für Palästina zu sorgen hat. Alexandrien und Kairo haben bereits Abschlüsse mit dem Orchester getätigt und erwarten dessen Besuch, mit 1 oscanini an der Spitze, sofort nach den ersten hiesigen Aufführungen, Weitere Verhandlungen sind mit dem Ausland im Gange. Man hat also nebenher noch richtiggehende Impresario- Tätigkeit zu bewältigen. Diese Bemühungen haben insofern bereits Erfolge gezeitigt, als es gelungen ist, für die. gastweise aus dem Ausland kommenden berühmten Solisten in den Ländern, die sie auf der Reise passieren, zahlreiche Gastspiele zu veranstalten. Wir kehren wieder in den Raum, in dein die Publikums• abfertigurig stattfindet, zurück. Angehörige von Arbcitervcr• einen wollen für die A r b e i f e r - K o n z e r t e Karten er• werben. (Die Arbeiter-Konzerte laufen mit der gleichen Be- Setzung von Orchester und Dirigenten, sowie riut dem gleichen Programm den anderen zehn öffentlielu'n Konzerten parallel.) Man verweist die Interessenten an das im Belli Brenner eingerichtete Sonderham. Den Mi!gliedern aller Arbeiter- Richtung steht der Besuch ihm Konzerte oben. Die Mitglicdsbciträge für Arbeiter siial je nach 1 löiie des Littkommens gestalt dt. der Karleiiprcix liegt S 1t r den Abonnenten pro Konzert zwischen 5 und 11 Piastern (also maximal etwa 1,35 RM.). Uebcr den Etat werden wir folgendermaBen informiert: Die Gesamtausgaben des erxiui Jahres w eiden auf t;P 17 500 (LI1 Sieb/chiitaiisciiuHinihundert) geschnf/t. [ )ie. Einnahmen aus Konzerten werden lur di- ״hohe Periode mit LP 00(it) \״n^ ״ ץM ^l> 1 xu!1 •ו I Is I \ I I I' U ' 1 11111 erste Jahr zu bringen. Der Rest von '.'1* 35110 muß vom nielkr' dieser Orchesteggnmiiuug ixt, g!׳deckt werden'. Zu diesem wurde die ״Palcxtinc ( Hche-tra Ax-oci,nion" ins Leben gerufen und deshalb spielen die Mitglicdxleiu.ige für die Balancierung des Etats eine so an-xi lilaggcheiule Rolle. Schon jetzt jedoch ist der materielle Bwtaml . bei der vorerwähnten starken Beteiligung — als a lo11!!״ gesichert an zu• sehen. Das Ordiesier konstituiert sich Für den nächsten auf diesen Bürobe-aidi folgenden Vor* mittag war die konstituierende Vcrsain m 1 u 11 g ries Orchesters auf dem Messe!,;elamle anberaumt, denn hier befindet sich der neue Saal, in dem die Konzerte stattfinden werden. Direkt von der Straße aus, rechts vom I laupteingang zur Messe gelegen, fuhrt ein breites neu durchgebrochencs Portal in den ehemaligen italienischen Pavillon, liier werden Garderoben, Buffets, Waschräume usw. untergebracht,_ Von dem Foyer ans führen mehrere breite Eingänge in den cigentliehen Konzertsaal, den ehemaligen internationalen Pavillon, der sich uns gleichfalls in der letzten Phase des Umbaus darbietet. Für die Planung zeichnet Professor Oscar Kaufmann verantwortlich, der als Erbauer mehrerer Berliner Theaterbauteri bekannt ist. In dem nach rückwärts in die Flöhe gestuften Saal werden mehr als 2000 Besucher Platz finden. An diesem Vormittag befinden sieh im Saale einige 50 Menschen, fast at1ssehlie(liich Mitglieder des Orchesters, ferner der Dirigent Michael T a 11 1! e und der Komponist Sternberg. Nachdem zwischen den neu eingetroffenen Musikern und ihren Kollegen der K!>!:ia!.t herge-teuf und die Saalbesichligung beendet war, verxmnmche man sich in einem anderen Raum. Herr Ecvertof: girr■: 111 emmr Ansprache auf ideelle und praktische 1 ragen ׳ein und crkRoe, daß mit dieser Veixanunlun >, an!0, , -• g . M 1! dd der Orchesters sichtbaren Au-drycl-. genmdei! h!110. An 1!überman, der zum Eröffiiungskoii/crt!1:1.h 1:0.7, Israel kommen wird, wurde folgendes Telegramm geiidiiet: I ״Aus Anlaß der konsfiltiieremlen ■Versammlung des Gründer voller Vereinung und mit Trendv über beginnende Arbeit.“ Wolilj jeder hatte das ^Gefühl, Zeture eines wichfigcn die ersten Takte erklingen werden, unter dem Stab des berühmfesten Dirigenten unxercr Tage, de-sen Lr-olic-inen gewertet werden darf als eine Geste der Ilochachtung. vor einem Volk, das — selbst aufschwende bedr.111 gt ■■ in diesen mit Kampfesgeist gcladeivn Zeiten daran ging, ein fiied־. liches Werk der künstlerischen und kulturcdeii Arbeit auf-! zurichten. M a n f r e d Geig einheitlichen Staatsgesinnun g erzogen werden sollen. Auf die Begründung meiner Vorschläge im einzelnen möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen. Sie ergibt sich für jeden denkenden Leser wohl auch von seihst. Vielleicht werden die Araber bei dem intransigenten Verhalten der Mehrzahl ihrer Führer von vornherein nicht geneigt sein, darauf cinztigehcn; wenn man aber diese Vorschläge der Kgl. Kommission unterbreitet und sie, wie ich. annchmcn möchte, bei dieser Anklang und Unterstützung finden, hat die Mandatsregierung wohl auch die Möglichkeit, die Araber zur Annahme zu bestimmen. Von der Durchführung der Vorschlage kann man sich ׳— davon bi:1 ich überzeugt — in verhältnismäßig kurzer Zeit Frieden im Lande versprechen, darüber hinaus aber, ganz allmählich und in Jahrzehnten, die Entstehung der palästinensischen Staatsbürgergesinnung und des palästinensischen Patriotismus, den ״Palcstinc“ als ihr Ziel betrachtet, der sich aber heute und morgen sicher nicht schaffen Saßt. Das Hebräische Seminar der Hitachduth Olej Germania, Tel-Awiw, eröffnet sein viertes Semester in der ersten l>ezeniber-Woche. Das Institut erstrebt die Vervollkommnung der Kenntnisse von Land, Volk und Sprache sowie die kulturelle Gemeinschaftsarbeit der deutschen Olim mit anderen Schichten des Jisclmw. Ls stellt, wie bisher, unter der Leitung von J. Sandbank.!Vir das Wintersemester, das auf drei Monate berechnet ist, sind folgende Kurse vorgesehen (je einmal wöchentlich): J. Sandbank, Geschichte Israels (Epoche des zweiten Tempels und ihre Literatur); M alkin. Neuere Literatur und hebräisches Theater; N’acluim Lew in. Hebräische Stilistik; Lazarus■ Barth, Die mündliche Lehre; Braslawski, Landesmul Volkskunde Palästinas; A s s a f,| Palästinas Nachbarländer (2.: Syrien und Libanon). Außerdem! sollen in kleinerem Kreise intensivere Arbeitsgemeinschaften, über folgende Themen veranstaltet werden: Tetiach (Sand-I bank), Die Propheten (Dr, laiulati), die Agndnh (Dr. l’crcikowitz). Stundenplan, Gebühren und sonstige Einzelheiten: werden rechtzeitig öffentlich bckaimfgegeben. 1 Zur Wiederwahl Prof. Bergmanns als Rektor der Universität gibt die Tageszeitung ״Uhadasehot achronot“ im Leitartikel ihrer Befriedigung Ausdruck. Prof. Bergmann habe die in ihn geset/ten Hoffnungen in vollem Umfange gerechtfertigt. Die Entwicklung der Universität im ablaulenden Jahre sei sehr befriedigend gewesen. Bedauerlich ist nur die immer noch sehr kleine Anzahl der Studenten. Etwa lunidert wissenschaftlichen Arbeitern stehen einige hundert (50(1) Studenten gegenüber, gewiß kein ganz normales Verhältnis. Die Grün de dieses Miß• Standes sind bekannt; cs sind nicht genug Gebäude da,! die Vortragssäle und Laboratorien sind nicht groß genug.’ Ls fehlen die n ö t i g e 11 G e I d m i t f c 1 zur Lrweilerung der Tätigkeit. Es wäre dringend nötig, hier Abhilfe zu schaffen. Auch wäre es xuiiixcheiisw eit, zu ermöglichen, daß die Universität sich die 1 extausgabc jüdischer Quellenwerke zur Aufgabe machte,