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Jüdische Rundschau · 1936-11-20 · Heft 93 (20.11.1936) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 93 (20.11.1936)
Date
1936-11-20
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seife 2 ו JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr, 93, 20. XI. 1936 4000 neue jüdische Koloniearbeiter Der Landwirtschafts-Rat der Histadruth trat diese Woche, wie Palcor berichtet, zu einer Sitzung ׳.׳ii-nuune!!. der Vertreter sämtlicher Siedlungen beiwohnten. In dem einleitenden Referat wurde fest gestellt, daß 8000 jüdische und 1500 arabische Arbeiter gegenwärtig in den jüdischen Pilanzungssiedlungcn Beschäftigung finden. Seit Ausbruch der IJnrulien hat sich die Zahl der in den Plantagen beschäftigten Juden um 4000 erhöht; die Mehrzahl der jüdischen Arbeiter in den Siedlungen haben außer ihrer Tagesarbeit auch Wachtdienst. Während der Dauer des arabischen Streikes ist die Gem ü s e b a u f I ii c h e um das Dreifache vergrößert worden; die Milchproduktion der Siedlungen hat ausgereicht, um den gesamten Jischuw mit Milch zu versorgen. Die Jcwish Agency hat die Arbeiten zur Bewässerung von 30 Siedlungen in Angriff genommen, während 25 neue Siedlungspunkte demnächst auf Boden des Keren Kajemeth im Bezirke ßeisan sowie in den Zebulun- und Jordan-Ebenen entstehen werden. Vor Beginn der Verhandlungen wurde der 33 fandwirtschaftlichen Arbeiter gedacht, die In den Unruhen den Tod gefunden haben. Neuwahlen in Tel-Awiw? Tel-Awiw, 16. November, fn einer Sitzung des Stadtrates von Tel-Awiw׳ erklärte der von der Regierung ernannte Bürgermeister Rokach, er sei zur Zusammenarbeit mit allen Parteien bereit. Pr bestritt, daß er bei der Regierung tun seine Pmeiimms' nachgesucht habe. Wenn würden neue Wahlen' n11<־-.!usel1rielH-n werden.' K Rokach erklärte, da ft er die Ernennung Vorbehaltlos annimmt.!!je ArlmHr;:1nppe sowie' Felix Rosenb 1 ii t h und der gewählte Burgermei-ter Chclouche erklärten dar auflmi, daß sie nicht!:!■.stunde seiet!, ihm Vertrauen emgeirenzubrinpen. Ps wurde vorgcwhlagen, daß das Recht der f 1 n a n / 1 e 11 e n lי n 1 c r s c 11 r 1 f t im Namen der Stadtverwu'tuii;.; I lenn K’oka! 11 entzogen und daß er außerdem seines Amtes als Yor.dt/cmler ’ des Ausschusses für die Entwicklung des T el-Awiv. er Hafens enthoben werde. Diese Vorschläge werden der nächsten Sitzung des Stadt- Was der Mufti sagt Die Londoner Taires/cimiig ״I) a i I v T e 1 e 1r r a p ID verdem ü ro ft!!! u f t i von jg iioa'eni, Hadsch [ginn el Husseini, in dem du'Nir eikiart, die Araber wurden um zumedengestellt sein, wenn der Anten' der Juden an der < ie-amtbe\״!kertmg Palästinas so wie im Jahre■ l'HS wieder sieben bis zehn Prozent betragen wurde. Auf die!־rage, unter welchen Bedingungen die Araber den Boykott der Kgl. Kommission aufgelien und zur /:;-amimmarbeit mit ihr bereit sein würden, antwortete der Mufti, die Verweigerung der .Mitarbeit sei darauf zuriick/iifnhren, daß England keine aufrichtigen Absichten liege. Die jüdische P i tt w a n 11 e r u 11 g hätte eingestellt und die Entscheidung über die Einwanderung der Kgl. Kommission überlassen werden sollen. Die Einwanderung sei die Hauptursaehe für alle Aufstände und Unruhen. Als der Interviewer weiter fragte, ob die Araber es ablehnen wurden, sieh dem Beschluß der Kommission, Zeugen unter Strafandrohung vorzuladen, zu fügen, antwortete der Mufti: Jeder Araber wiiil wissen, was seine nationale Pflicht is!. Der Journalist fragte dann: Liegt es nicht in der Macht des Oberslun Arabischen Komitees, den Verkauf arabisehen Bodens an Juden zu verhindern? Der Mufti antwartete; Durch die jüdischen Methoden werden manche Grollgrundbcsit/cr und habgierige Personen in die Versuchung gebracht, zu verkaufen, aber cs ist die Pflicht der Regierung, unsere nationalen Rechte gegen solche Einzelpersonen zu schützen und den Y e r kauf von Boden an Fremde zu verbieten. Der Mufti erklärte weiter, er wolle darauf aufmerksam marken, daß von de״ jaden ein Druck auf die Englands und’ ■wiip Pred;:;e schwer _ geschädigt. Palästina sei Mohamiac.Emern unterstützt, zu denen England enge Vcrbin- Von der Woche Rüber nnb; ^tätigten Meldungen?״folg.■ soll der High (! ,!,!1 ■ ■י ■י >! I r I a 11 b a 111 r e t e n und Louis D. Ikainh is wurde anläßlieh seines cn. Geburtstages vom Stad;!■ at zum P I! r e .1 b ״ rger v o n T e 1 - A w i w gewählt, I ),•»s Ever uti\ inliglieil Ji/chak Grün bäum kehrte aus Der Vertrauensmann des Jmisa'emer Multi _ in Aegypten g i e r ti!1 :׳ uaier dam 1 infkis-e England-, begonnen habe, die Aaitati״:: /ngimMen der Palästina-Araber zu unterbinden; Pit,sc und Vorstände der Moscheen haben Wei* sungea erhalten, keine Propaganda in diesem Sinne zu entfalten. ln einem arabischen Boot, das sich in der Nähe der Anlegestelle in Tel-Awiw authielt, wurden von der Polizei 20 Bombe״ entdeckt. Der unter dem Einfluß des Mufti stehende Verband der moslemischen Geistlichen in Ga za beschloß, Rundschreiben rin die Prediger und Schullehrer zu versenden, in denen diese mifgeforderl werden, Boykott Propaganda gegen jüdische Waren zu betreiben. Der Gesetzgebende Rat in T r a n s j r»r d a n i e n hat den Erlaß eines Gesetzes bestätigt, wonach die Auflösung sämtlicher Organisationen im Falle künftiger Unruhen arigeordnet wird. Die Bootsleute von O ,ו, 7 ו haben dem High Commissloner. der vor kurzem die-wr Stadt einen Besuch absfattete, eine Bitte um A 11 s h a u des dortigen I I a f e n s vorgetragen. Der lligl! G'ommissioner versprach, diese Forderung wohlwollend zu erwägen. Oie zwei ersten in Palästina erbauten Leich ferbarkeil wurden heute au der Tel-Awiwer Mole vom Stapel gelassen. Die Barken haben 25 Toimengehalt. Die Behörden haben Genehmigung erteilt zum Ausladen von zusätzlichen Waren an der Tel-Awiwer .Mole, so daß jetzt dort fast sämtliche Arten von Frachtgütern gelöscht werden können. Im Hafen von Tel-Awiw wird die neue Baggerm a s c h i n e montiert. Sie hat ein Gewicht von 14 000 kg und eine Länge von 15 m. Die Einfuhr der ägyptischen Blätter ״Al Siassa״ und ״AI Mizri“ nach ״Palästina wurde ab 1. November für die Dauer einer Woche verboten. Blutige Unruhen in Beirut Mohammedaner gegen Christen Jerusalem, 17. November (Palcor) Aus Beirut wird gemeldet, daß es zwischen Christen und Mohammedanern zu einem ernsten Konflikt kam, in dessen Verlauf einschließlich zahlreicher Armenier etwa 50 Personen ver w 11 n d e t w 11 r d e n, von denen 15 ihren Ver- Ictzungen erlegen sind. Der Zusammenstoß ereignete sich nach tagclanger Spannung und Agitation, welche nach dem Unterzeichnen des Abkommens zwischen Frankreich und dein Libanon (vgl. ״J. R.“ Nr. 92, S. 2) ihren Höhepunkt erreichte, da sich heraussteüte, daß die Forderung der Mohammedaner nach Einschluß von Tyrus und Sidon in das Gebiet Syriens anstatt in dasjenige der libanesischen Republik nicht erfüllt worden war. Die Linruhen dauerten die ganze Nacht. Die Militärbehörden, die die Situation bereits in der Hand haben, errichteten zwischen den mohammedanischen und den christlichen Vierteln Barrikaden. Die libanesische Republik wird, wie bekannt, von Christen beherrscht; in der Hauptstadt Beirut bilden jedoch Mohammedaner die Mehrheit. Die christliche Bevölkerung in Beirut hat eine Selbstw e 11 r organisiert und in Telegrammen an L6011 Blum und an den Völkerbund um Schutz gebeten. In Beirut herrscht Ausnahme z ti s t a n d. Das libanesische Parlament trat in Beirut zusammen, um das Abkommen mit Syrien zu bestätigen. Die Spannung hat nicht nachgelassen. Die Nachrichten aus Beirut haben die christlichen Araber in Palästina stark beunruhigt. Die Maroniten in Jaffa haben in einem Rundschreiben das Vorgehen der libanesischen Mohammedaner scharf verurteilt. An einigen Stellen in Jaffa und Jerusalem kam es ebenfalls zu Reibereien zwischen Christen und Mohammedanern. Die Auffassung in Paris Dazu schreibt uns unser Pariser K.-Korrespondent: Die Vorfälle in Beirut werden in Frankreich als Folge der panarabischen Agitation angesehen, die gegen den neuen französisch-libanesischen Vertrag geführt wird. Die panarabischen Agitatoren stehen der Gründung eines Libanonstaates mit christlicher Mehrheit feindlich gegenüber, weil diese Gründung ihren weitreichenden Plänen eines großarabischen Reiches hinderlich ist. Der Hochkommissar de Martel hat einen Aufruf an die Bevölkerung erlassen, indem er sie auffordert, Ruhe zu bewahren und das Vertragswerk, daß die Unabhängigkeit der Levantestaaten sichert, nicht zu gefährden. Trotz der Unruhen! glaubt man an französischen zuständigen Stellen n i c 111, daß diesen Vorfällen vorläufig mehr als eine lokale Bedeutung zukommt. Der neue Vertrag mit dem Libanonstaat wird — wenn er auch von den panarabischen Nationalisten bekämpft wird — von der Mehrzahl der Bevölkerung freudig begrüßt und hat eine wesentliche Entspannung der Beziehungen zwischen Frankreich und den arabischen Nationalisten herbeigeführt. Die Verträge werden aller Wahrscheinlichkeit nach sowohl in Syrien wie im Libanon mit großer Mehrheit gutgeheißen werden. Die Kgl. Untersuchungs-Kommission in jeru salem wird gewiß an den alarmierenden Nachrichten aus Beirut nicht achtlos Vorbeigehen. Sie sind auch Stoff, der zum Bild gehört. Iin Libanon unter französischem Mandat gibt es kein Jüdisches Natioualheini, und trotzdem gab es seit der Schaffung des Systems der A-Mandate (zu denen praktisch nur Syrien und Palästina gehört) in Syrien mindestens cbensoviele blutige Aufstände wie in Palästina. Der zur Aktivität erwachte arabische Nationalismus fordert eben völlige Unabhängigkeit der arabischen Staaten. Das Minderheitenprohlem schafft überall größte Schwierigkeiten, zumal es auch religiös gefärbt ist. In Palästina hat nur die a׳׳,tijüdiscne Haltung das Band zwischen Mohammedanern und Christen hergestellt; gäbe es keine Juden, so wäre wahrscheinlich auch in Palästina die christliche Minorität, so wie cs vor dem Kriege schon der Fall war, in bedrohter Lage, in Syrien und im Libanon prallen diese Gegensätze aufeinander. Daraus ergibt sich, daß es ein Irrt u m wäre anzunehmen, durch eine Einschränkung der jüdisehen Betätigung in Palästina könnten die arabischen Extremisten befriedigt oder Unruhen schlechthin vermieden werden. Ebenso wie die Extremisten Syriens den ganzen französischen Einfluß abschütlcln wollen, so wollen die extremistischen Araber der englischen Interessengebiete England loswerden, und die Juden sind für sie oft nur ein vorgeschobener bequemer Prügelknabe. England will aber in Palästina bl eib e n, und auch die Juden werden ihr Werk fortsetzen. Die arabischen Unruhen sind Teil eines größeren, weit über das Jüdische hinausrciclicudcn Problems. Dies wird wohl die Untersuchungs-Kommission begreifen müssen, wenn sie sich nicht damit begnügen will, eine Scheinlösung vorzuschlagen, f Moses Beiiinson j Wie uns nach Schluß des Blattes Donnerstag abend aus TepAwiw telegraphiert wird, Ist dort Moses Beiiinson, Redakteur des ״Dawar“, Donnerstag plötzlich gestorben. Beiiinson war einer der bedeutendsten und angesehensten Publizisten Palästinas, dessen Ansehen, abgesehen von seiner Leistung, nicht zum wenigsten darauf beruhte, daß jeder wußte, daß hier ein Mann von größter persönlicher fntcgritat und Selbstlosigkeit am Werke ist. Er war ein glühender jüdischer Nationalst und zugleich, ein Idealist, der im Zionismus auch die Verwirklichung eines besseren menschlichen Gemeinschaftslebens und sozialer Gerechtigkeit finden wollte. Eine fast asketische Natur, und doch durchleuchtet von innerer Heilerkeit. Beiiinson, der früher in Italien lebte und dann als Arbeiter in eine Orangenplantage nach Palästina ging, ist mit der Tageszeitung ״Dawar“ seit deren Gründung verbunden. Er war geradezu das Rückgrat der Redaktion und viele seiner besonnenen und von Verantwortungsgefühl er״ füllten Leitartikel sind weithin beachtet worden. Beiiinson genoß Respekt in allen Kreisen der palästinensischen Judenheit. Der Jischuw hat in ihm einen seiner geistigen Führer verloren, die ganze zionistische Bewegung einen bewährten Mitarbeiter. _______ Arabische Propaganda in England. Aus Reading, England, wird uns geschrieben: Mr. Emil G h o r y, Mitglied der ״Palestine Arab Delegation“ hielt am 12. November in R e a d i n g (Berkshire) in einer Palästina-Debatte der ״Reading Parliamentary Debating Society“ einen Vortrag. Mr. Bakstansky von der Londoner Zionistischen Organisation entgegnete ihm in sachlicher Weise. Trotzdem wurde mit 23 gegen 16 Stimmen die Resolution angenommen, ,,daß die fortgesetzte Einwanderung von Juden nach Palästina eine Beeinträchtigung der arabischen Rechte darstelle“. Eine ähnliche Debatte Mr. Ghorys gegen Sir Robert Wailey-Cohen in Cambridge fiel zugunsten der Zionisten aus. S. Ellern Gleichberechtigung Im Außenhandel. Im englischen Unterhaus wies der Abgeordnete R. \V. Perritt am 16. November in einer Anfrage an den Kolonienminister darauf hin, daß der Vertreter der englischen Regierung am 19. August vor der Mandatskommission erklärt hat, nur Großbritannien selbst könne entscheiden, ob in Palästina besondere Zölle für Waren «ingeführt werden sollen, die aus Staaten importiert werden, die dem Völkerbund nicht mehr angehören. Der Abgeordnete fragte, ob das Kolonienministerium entsnreehende Maßnahmen gegenüber Nichtmitgliedslaaten des Völkerbundes plane. — Kolonienminister Ormsby-Gore antwort etc, die englische Regierung beabsichtige nicht, den Import aus Staaten, die dem Völkerbund nicht mehr angehören, nach Palästina zu stören. Sie habe keinen Grund zu der Annahme, daß eine solche Maßnahme im Interesse der Einwohner Palästinas gelegen wäre. PALÄSTINA IN LICHTBILDERN Die aktuellsten Bilder Juli —Oktober MH aufHÜ>1r!ioh«m Beg!eHvortr*g vofl Dr. E. M«chn»1% tül-AvIv Unruhen und Verteidigung — Aufbau In den Städten — Aufbau in den Siedlungen — Neue Anstrengungen Bildbericht Np. 5897/1. 50 Bilder RM 4.— Zu beziehen gegen iZoreimendung des Betrages durch den KEREN KAJEMETH LEJISRAEL Berlin W15, Melnekeetr. 10. Postschecks Berlin 28247 Wirtschaftliche Scheidung zwischen Juden und Arabern? Im ״Meschek Haschittufi“ kritisiert Z. Feiler die Ausfiihrungeii, die in derselben Zeitschrift und im ״Dawar“ jüngst zu der Frage der wirtschaftlichen Separierung gemacht wurden. (In diesen Artikeln wurde, wie in der ,,J.R.“ s. Zt. berichtet, gegen die Bildung separater WüGeiuutskörper Stellung genommen. — A. d. Red.) wenn'man hört, mit welchem Eifer bei uns für den ״Freihandel“ mit den Arabern eingetreten wird, so könnte 1!11n meinen, bisher habe eine scharfe Abgrenzung bestanden. Das Gegenteil aber ist richtig. Die jüdische Landwirtschaft beschäftigte viele arabische At beiter, die arabische aber keine Juden. Im Handel, ini wesen usw. bestanden lebhafte gegenseitige Beziehungen. Die lebenswichtigen Nahrungsmittel bezog der Jude vom Araber. Die Schwierigkeit, die uns dies System bereitete, war die, daß dadurch jüdisches Geld gerade in jene arabischen Wirtschaftszweige strömte, die den Juden verschlossen simL Daran kann man auch dadurch nichts ändern, daß inan freie Handelsbezichungeii predigt, denn bei den geringen Bedürfnissen der Araber wird der Großteil des Geldes in der arabischen Landwirtschaft verbleiben und für die Juden verloren sein. Man sagt min, man müsse eben versuchen, das Lebensn i v e a ii des Arabers zu heben. Aber das hängt nicht von uns ah. In den letzten Jahren haben die Araber sehr gut verdient. Trotzdem ist ihr Konsum mit dem unseren nicht im entferntesten zu vergleichen. Er ist eben eine Funktion der Zivilisationsstufe, die sich nicht so schnell ändert Man hat gegen die ״wirtschaftliche Kantonisierung“ eingevvaiidt, daß sie leicht zur politischen führen könne. Die Gefahr scheint aber eine ganz andere zu sein: politische Kantonisierimg ohne wirtschaftliche. Unser Plan muß sein, eine nationale Wirtschaft zu errichten nach dem Beispiel anderer Völker. Das bedeutet von vornherein etwas Positives und niciit eine Absonderung. Man will aus Fabrikation, Handel und Landwirtschaft einen gesunden Wirtschaftskörper schaffen. Oie jüdische Wirtschaft strebt natürlich nach organischer Entwicklung, und im Laufe der Zeit wird sie auch nach Austausch ihrer Güter streben wie jede andere gesunde Wirtschaft. Aber gerade die poiitischen Wirren machen es nötig, daß fürs erste die Basis der nationalen Wirtschaft gestärkt werden muß. Die Gewerbeschule der Histadruth Naschim Zionioth in Haifa hat ihre zweite Klasse eröffnet und ist in eine neue Wohnung cingezogen (Hadar Hakarmel, Rechow Achad Haam 8). Der zum Haus gehörige Garten erlaubt der Schule die Einführung von Gartenbauunterrieht. Die Anzahl der Schülerinnen ist auf dreißig gestiegen. Das Schulbudgct wird aufgebracht durch Beiträge der Wcltwizo, des Keren Hachscharah der HNZ,, Schulgelder und Spenden. — Zum erstenmal fanden Ende Oktober die Abschlußprüfungen der Hauswirtschaftsschule der Wizo in Nachlat Jizchak statt. Die zwölf Absolventinnen hatten sich vor einer Prüfungskommission über ihre theoretischen Kenntnisse aut den Gebieten der Emährungs-, Hauswirtschafts-, Gesundheitslchre und Diätetik, des Gartenbaus, der Gemüsezucht lind der Bienenzucht auszuweisen. Neue Siedlung, Man schreibt uns: Herr Schmuei Ziskind Powcmbrowski aus Tel-Awiw erwarb vor kurzem in der Nähe von Beer-Tuvijah 2300 Dun am Boden, um eine neue Siedlung für den Mittelstand unter dem Namen ״Kirjath S!1 m u e 1“ zu errichten. Der Boden befindet sich beiderseits der Chaussee Tel-Awiw—Gaza und grenzt an den _ Boden von Beer-Tuvijah. Eine Hilfschaussee, die Beer-Tuvijah mit der Hauptchaussee verbindet, durchquert die Siedlung Kirjatii Shmuel 1300 m lang. Alle Vorbereitungsarbeiten, wie Wasser- Versorgung, Parzellierung usw. sind beendet, und man heginnt demnächst mit der Errichtung von Wohnhäusern. Die einzelnen Parzellen sind 10—14 Diinam groß, versehen mit einen! Haus, bestehend aus 2, evtl. 3 Zimmern mit Küche und sonstigen Bequemlichkeiten, Hühner- und Kuhstall. E> sollen an 250 Familien angesiedclt werden, die darauf sog■ ״Gemischte Wirtschaften“ errichten sollen.

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