Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 93 (20.11.1936)
- Date
- 1936-11-20
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 JÜDISCHE RUNDSCHAt) Nr. 93. 20. XI. 1936 Keine Juden mehr im Beamtenreichsbund Nach den Wiener Wahlen Von unserem Berichterstatter J. R., Wien, IS. November Wer geglaubt hat, da fl mit dem Wahltag und seinen Ergebnissen auch der bedauerliche innerjiidisclic Hader und Kampf Minim׳hr aufixören werde, der muß leider erkennen, daß er sich einer schweren Täuschung hingegeben hat. Die Kreise tun die ״Union“ setzen ihre }gefährliche Politik aus der Wahlzeit fort und die zionistischen Parteien sehen sich gezwungen, wieder — ■wie schon wahrend der Wahlkampagne — eine ebenso sch a r fc Alnvcli r front zu beziehen. Venn nicht in letzter Stunde jene Kreise innerhalb des Wiener Judentums, die ein (iefuli 1 der Verantwortung gegenüber dein fiesamtwoh! der Wiener Jiirlensdiaft tragen, die Oberhand gewinnen, dann können diese Wahl - Nachklange zu schädlichen Konsequenzen für die gesamte jüdische Bevölkerung dieser Stadt führen. in einer am Montag im llotel Kontinental veranstalteten zionistischen A4 a s s e n v e r s a in m 1 ti n g sprachen die Parteiführer der in der ״Zionistischen Liste" vereinigten Yerbände lind (irnppen. Als erster Redner wandte sich der Präsident der Kultusgeineimle Staatsrat Dr. Desider I-riedmann in scharfen Ausführungen gegen die von der ״Union“ im Wahlkampfe geübten Methoden, die für die gesamte Juden* 11 eit gefährlich seien. Ls müsse endlich entschieden werden, ob es gestattet sei, d.־!fl in den iniicrjüdischen Kampf Schlag \v o r t e aus de tu Arsen a I d cs A n t i s e rn i - t i s in u s 111!!eingetragen werden. l)r. Lfiedmann wies u, a. die Behaupt urig der Union, als hätten die Zionisten nur mit Hilfe der ״ausländischen" Juden ihren Walilerfolg errungen, mit statist ist h cn Ziffern zu nick. Laut der letzten Volkszählung im Marz PU I seien in ganz Wien insgesamt 120 63I Ausläntler, vo!1 denen nur () ׳ , Juden sind, so (laß bei einer Schlagwort_ ״J ,atrioii-111!!*“^ werde Unfug^ getrieben. Die' Juden der \־ 1ul gor d c m S *;!;1! c dienern k ö nnc, I )r. I'ried mann suiloß ■ Teppiche / Möbelstoffe / Gardinen BLUMENFELD, Nürnberg, AdlerstraBe 36 mit dem Hinweis darauf, daß heute alle Kraft notwendig sei, uni all jene gegen die Juden anstiirmenden Angriffe abwehren zu können, ein aufgezwungctier i n ח e r j ü d i s c 11 e r Kampf innerhalb der Judenschaft sei Hochverrat. Kuttusvorstehcr Dr. Leopold P 1 a s c h k e s forderte 11. a. die Schnfiurig des vom Zionistenkongreß beschlossenen Territorial- Verbandes. In sehr warmen Worten gedachte Dr. Plaschkes des verstorbenen Osias Thon, worauf sich die ganze Ver- Sammlung von ihren Sitzen erhob. — Oberbanrat Robert Stricker wies darauf hin, daß die Jüdische Oemeinde als einzige öffentlich-rechtliche Körperschaft der Wiener Judenschaft die Position sei, von der aus gegen alle Kräfte, die auch heute auf Ausschaltung der Juden liinarbelten, mit Erfolg ״״gekämpft werden kö״m>'^ Ts sprachen noch der Vertreter mierten Bcxnr \ crle-.cn. 1 )iew Botschaft gipfelte zum Schluß Atilijüdische Publizistik In einem 11 1 ״ g e n d in tief ח h r“ befi'elfen Artikel führt das k;dholK.ire" ..W 1!11 ־ e r M o n t a g bl att" darüber Klage, tktl) ,c.änxtjc!) c fer die Jugend bestimmten Vorstellungen in I lieaterbri'.'f in der .. 111(10.Jiun^ Rimdsehau" besprochenen - Heriebferata;1׳'׳!■-',) Das Blatt weiß auch zti melden, daß Firner eigentlich! ixikler. oder gar f-'inkelstein hieß und der Sohn eines Rabbiners sei, den ״vor etwa drei Jahren eine gewisse Weile mit vielen anderen Rassegenossen aus Berlin nach Wien geschwemmt hat“. Pelsrigens sollten die Kreise des ״Montag-Blattcs“ bedenken: Wenn Direktor Rolf Jahn im I )entsdien Vdksthea'er, ein gediegener Theaterm 1!חג und ein reiner Arier, es für richtig findet, gerade Herrn Firner den Nachwuchs des Volkstlieatcrs anzu vertrauen, wird er schon wissen, warum. — Zum Schluß seiner vehementen Angriffe gc-״en derlei Auffahrungen in ״jüdischen“ Privattheatern wirft das Blatt die Frage auf, ״ob es länger erträglich sei, die Kinder und studierende Jugend ausschließlich fremdrassigen» Einfluß ausgcliefcrf zu sehen, oder, ob nicht die Unterricliisbchörden, die ״offenkundig auf diese erst in letzter Zeif sn kraß gewo! timen t 'eheistände noch nicht aufmerksam gemacht wurden, unverzüglich nach dem Rechten selten sollten“. Unter den״ Titel ״Fremde Klänge“ veröffentlicht das genannte Blatt eine Liste von ausschließlich jüdisch Dingender! Namen finiter I lin/iifügung der genauen Adressen), deren Träg( r wegen angeblicher Vergehen, wie 1 Vbeifretung der (icwrrbeonlnii ug, auf Linschreitcii der betreffenden Zünfte hestraft wurden. Dabei handelt es sich, wie aus den vom Blatt seihst angeführten Tatbeständen hervorgeht, größtenteils um greringfugige Delikte, wie 7. B. ״unrichtige Bezeichnung eines Geschäftes“ ״unterlassene Forthctricbsanzcige“, ,,unterlassene VerlegungMnzmige“ oder ״unbefugtes Betreiben des Medianikergewerhes11 (Reparatur von Nähmaschinen und Gramme!- phonen) oder ״unbefugte Ausübung des Fahrradhatidcls“, — Das ״Berliner Tageblatt“ meldet: Nachdem durch die Erste Verordnung zum Reichsbürgergesetz die jüdischen Beamten mit Ende des Jahres 1935 in den Ruhestand getreten sind, ist nunmehr die Beendigung der Mitgliedschaft von N i c h i a r i e r 11 im Reich sbund der Deutschen B e a in t e n mit Wirkung vom 31. Dezember 1936 geregelt worden. Gleichzeitig wird ati.c'1 bestimmt, daß Beamte, die nach § 4 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbcamtentmns wegen politischer Unzuverlässigkeit entlassen worden sind, nicht Mitglieder des Reichsbundes der Deutschen Beamten werden können; nach den Anweisungen des Reichswalters des RDB. sind sie bisher übrigens auch nicht als Mitglieder aiifgenotntnen worden. Beiden Gruppen wird aber die Möglichkeit gegeben, an der Sterbeg c! d e i n r i c h t u n g־ des RDB. weiter teilzunehmen. Die Sonderregelung bestimmt im einzelnen, daß Mitglieder im RDB. nicht sein können: ta) Juden im Sinne des Reichsbürgergesetzes; b) Riihestandsbeamte, die auf Grund des Geselzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 wegen niehtarischer Abdämmung in den Ruhestand versetzt worden wären, wenn sie sich am 8. April 1933 noch im Dienst befunden hätten; c) Beamte oder Ruhestandsbeamte, die nach dem 30. Juni 1933 entgegen dem Reichsgesetzt vom 30. Juni 1933 eine Ehe mit einer Person geschlossen haben h/w. schließen, die von jüdischen EIt e r 11 oder Großeltern a!־►stammt. Es genügt, wenn ein Großelternteil nichtarisch ist; 2a) Ruhestandsbcamte, die nach § 3 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 wegen niehtarischer Abstammung in den Ruhestand versetzt worden sind; b) Beamte, die nach § 4 des Gesetzes zur Wiederhersteilung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 (politische U!1- Zuverlässigkeit) entlassen worden sind. Delikte, die sicherlich aucli von anderen begangen werden, ohne daß ihre Namen die Auszeichnung erfahren, in den Spalten des ״Montag-Blattes“ vermerkt zu werden. Achnlieber .,Narnenslisten“ finden sich noch andere, z. B. von Hausverkaufen oder Anmeldung neuer Gewerbe. Das ist anscheinend eine psychologisch besonders erfolgversprechende Art der Propaganda. Die Handhabung der Rasseschutz'Bestimmungen In der vergangenen Woche fanden, wie der ״Völkische Beobachter“ berichtet, im R e i c h s j u s t i z m i n 1 s t e 1 i u m unter dem Vorsitz des Reichsministers der Justiz, Dr. Gürtner, Besprechungen wichtiger Fragen aus verschiedenen Aufgabengebieten der deutschen Rechtspflege zwischen Vertretern des Rcidisjustizininistcriums und der sonstigen beteiligten Zentralstellen, Richtern und Staatsanwälten statt. Dabei stand auch die Handhabung der Rasseschutz־ Bestimmungen der Nürnberger Gesetze zur Beratung. Reichsminister der Justiz: Dr. Gürtner erklärte in einer Begrüßungsansprache, es komme darauf an, das Problem des Rasseschutzes auch auf dem Gebiete der Rechtsprechung zu lösen. Staatssekretär Dr. Preisler legte im einzelnen die Grundgedanken des Rasseschutzes und ihre Durchführung auf Grund des Gesetzes zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre dar. Er wies darauf hin, daß die Verbrechen gegen dieses Gesetz, das für die Verwirklichung des nationalsozialistischer» Rassegedankens von entscheidender Bedeutung sei, als ein Angrift aut die Lcbcnsordnung des Volkes anzusehen sei und behandelte die Aufgaben, die die Strafverfolgungsbchörden auf diesem wichtigen Gebiete zu erfüllen hätten. Die Schwere der Verbrechen der Rasseschande verlange, daß die Strafverfolgungsbchörden sich mit allem Nachdruck für die unbedingte Durchsetzung des Gesetzes e i 11 s e t z t c n, wie es ihnen der Reichsminister der Justiz, schon wiederholt zur Pflicht gemacht habe. Staatssekretär Dr. Freisler erwähnte in diesem Zusammenhang, daß der Hundertsatz der gegen Juden wegen Rasse schände ergangenen Zuchthausurtcile in den letzten Monaten ständig gestiegen sei. Die Frankfurter Judaica - Sammlung* Die Frankfurter Stadtverwaltung hat, wie die ״Frankf. Ztg.“ vom 17. November berichtet, das Ansinnen, die einzigartige Sammlung von Werken aus ,allen Gebieten jüdischen Geisteslebens, die sogenannte Judaica-Sammlung, an das Reichsinstitut für Geschichte des neuen Deutschlands in München zu verkaufen oder ihr als Leihgabe zu überlassen, ans grundsätzlichen Erwägungen a b g e 1 c h n t. Diese vielfach auf Stiltungen beruhende Sammlung setzt sich aus 7. T. einmaligen und unersetzlichen Werten zusammen, die für die wissenschaftliche Forschung an der Universität Frankfurt a. M. unentbehrlich sind. Sie bildet einen organischen Bestandteil der Stadtbibliothek und kann daher daraus nicht ohne schwerste Schädigung ihres Gesamtaufbaues gelöst werden. Die Stadtverwaltung hat sich aber bereit erklärt, die unter der Leitung des Professors Fück stehende Sammlung der Forschung an Ort und Stelle ohne Einschränkung zur Verfügung zu stellen und hat sich sogar erboten, die Erriciitutig einer Zweigstelle des Reichs-Instituts in Frankfurt a. M. in jeder weise zu fördern und zu unterstützen. A1is der Thronrede König Carole Bukarest, 16. November. (JTA.) In der anläßlich der Eröffnung des rumänischen Parlaments gehaltenen Thronrede richtete König Carol H. an die Bürger Rumäniens den eindringlichen Appell, Einigkeit und Zusammenarbeit zu wahren. ln der in der heutigen Welt herrschenden Atmosphäre schwerer Sorge — erklärte der König — ist es meine Pflicht, PKr a nke n ־Ve r siche rung (IClCO BrandtmburglechrMoJJ■ 17 7441 M.sU'.G. eine Mahnung an das Verantwortnngsbewußtsein aller R11niänen zu richten. Mein Appell geht über augenblickliche Reibungen hinaus und fordert, daß angesichts von Kämpfen und Schwierigkeiten alle Seelen geeint sein sollen. In dieser ernsten Stunde dürfen die KräftederNation nicht durch H aß im Inneren vergeudet werden, sie dürfen nur zur Verteidigung der Rechte mobilisiert werden, die von unseren Vorfahren unter ungeheuren Opfern erworben und uns anvertraut worden sind. Ich verlange im Namen meines Volkes, daß meinem Wunsch Rechnung getragen Diese Bestimmungen sagen in der Praxis folgendes: Da es jüdische aktive Beamte nichl mehr gibt, bezieht sich die Bestimmung, daß Juden im Sinne des Reichsbürger, gesetzes nicht Mitglieder des RDB. sein können, . nur auf Ruhestandsbeamte, und zwar nicht nur auf diejenigen, die auf Grund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufs- Beamtentums in den Ruhestand versetzt worden sind, sondern auch einmal auf diejenigen, die sich am 7. April 1933 schon im Ruhestand befanden, und zum andern auf diejenigen, die auf Grund der Ersten Verordnung zum Rcichsbürgergesctz Ende 1933 in den Ruhestand versetzt worden sind. Das sind also diejenigen jüdischen Beamten, die bereits seit dem 1. August 1914 Beamte waren oder im Weltkrieg an der Front für das Deutsche Reich oder für seine Verbündeten gekämpft haben oder deren Väter oder Söhne im Weltkriege f' " ' ' . . " ־־ '־ ״ standsbeamten scheiden mit Schluß des Jahres also aus den! RDB. aus, mögen sie als aktive Beamte Mitglieder geworden oder ihm als Ruhestandsbeamte beigetreten sein. Bei den jüdischen Mischlingen, also bei denen, die von einem oder zwei der Rasse nach volljüdischen Großelternteilen ahstammen, ist die Regelung jedoch verschieden. Sind sie Vorkriegsbeamte oder Frontkämpfer «sw., so sind sie auch heute noch Beamte geblieben; sie können demnach auch noch weiter Mitglieder des RDB. sein. Diejenigen jiidischeu Mischlinge aber, die weder am 1. August 1914 Beamte waren, noch im Weltkriege an der Front gekämpft haben, noch Väter oder Söhne haben, die im Weltkrieg gefallen sind, dürfen nicht mehr Mitglieder sein, ganz, gleich, ob sie auf Grund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtenfums in den Ruhestand versetzt worden sind oder sich schon früher im Ruhestande befanden. Wieder Rechts ־Vorlesungen in Prag Nach vierwöchiger Unterbrechung sind die Vorlesungen an der Rechtsfakultät der Prager deutschen Universität, die wegen der völkischen Demonstrationen gegen den der Abstammung nach jüdischen Professor Kelsen staatlich geschlossen worden u׳ar, am Mittwoch wieder aufgenommen worden. Wie der ״V. B.“ meldet, veröffentlichte in diesem Zusammenhange der christlich-soziale Parteiführer Professor Hilgenrein er im der ״Deutschen Presse“ einen Artikel, worin er sich gegen die Auffassung wandte, ״daß die Demonstration der Prager deutschen Studenten gegen den jüdischen Etnigranteuprofessor Kelsen ein staatsfeindlicher Akt sei. Es gehe nicht an, jede antisemitische Einstellung von vornherein als antistaatlich zu bezeichnen. Die Demonstrationen der deutschen Studenten gegen Kelsen hätten lediglich bezweckt zu verhindern, daß der deutschen Universität reichsdeutsche jüdische Emigranten als Professoren aufgezwungei• werden.“ _ IN ALLER KURZE Das in Leipzig vor dem Gewandhaus stehende Denkmal des ehemaligen Dirigenten des Gewandhauses und bekannten Komponisten Felix Mendelssohn - B a r t h o I d y, ist kürzlicii entfernt worden. Felix Mendclssohn-Bar’tholdy war Gründer des Leipziger Konservatoriums. Wir haben vor einiger Zeit berichtet, daß in der Presse heftige Angriffe gegen den Fortbestand des Denkmals gerichtet wurden, wobei der Vorschlag gemacht wurde, das Denkmal dem J ü - dischen Kulturbund zur Verfügung zu stellen. Ein Wiener jüdischer Bildhauer, Egon Weiner, schuf mit Unterstützung der italienischen Regierung eine Kolossalstatue Mussolinis, die anläßlich des 14. Jahrestages des Marsches nach Rom bei einer Feier in Wien enthüllt wurde. Gräfin Ciano, die Tochter Mussolinis, die bei dieser Feier zugegen war, drückte dem jüdischen Bildhauer ihre besondere Anerkennung aus und lud ihn im Namen Mussolinis ein, als Gast des Duce einige Tage in Rom zu verweilen. Der Erzbischof von York, der Bischof von Croydon, der Dekan von Cantcrbury und der Dekan der St. Pauls Kathedrale, sowie Sir Norman Angell unterzeichneten eine von der Gesellschaft für Freundschaft zwisehen Christen und Juden erlassene Kundgebung gegen die judcnfcindlichc Propaganda in England. Der frühere Leiter des Krehsforschungsinstituts an der Berliner Charite, Professor Ferdinand ß 1 u m e n t h a I, der nach 1933 in Belgrad arbeitete, ist von der griechischen Regierung zum Leiter des Krebsforschungsinstituts in Athen ernannt worden. Der Assistent am ersten chemischen Laboratorium der Wiener Universität, Privatdozent Dr. Philipp Groß, wurde von der türkischen Regierung an die Universität Istanbul berufen, wo er Vorlesungen über physikalische und technische Chemie halten wird. Im Bundesgymnasium in Wien-Leopoldstadt wurde eine Gedenktafel für die im Kriege gefallenen Lehrer iinrf Schüler dieses Gymnasiums enthüllt.!Mehr als ein Drittel der Gefallenen waren Juden. Anläßlich dieser Denkmalen)• hullung fand auch im Leopoldstädter Tempel eine Feier statt. fn Karlsruhe ist 1t. ״Berliner Tageblatt“ vom 18. November eine Volksschulahteihmg für jüdische Kinder errichtet worden. Unter 14 878 Schulkindern befanden sich 212 jüdische Kinder, die nun in sieben Klassen zusammengefaßt sind und von jüdischen Lehrern unterrichtet werden. Auch elf auswärts wohn ende jüdische Kinder nehmen an dieser Schule teil. In Verfolg der Nürnberger Rassengesetze wurden nur Volljuden eingcschtilt, die jüdischen Mischlings־ kituier sind in der Normalschule verblieben. Die Jüdische Gemeinde in O!1 e s e n, zu der die Juden in dem Städtchen Rogow bisher gehörten, hat die Sy!!• agoge in Rogow verkauft, da dort nur noch ein einziger Jude lebt. Die New-Yorker Tageszeitung ״Sun“ veröffentlicht einen vicrspaltigen Artikel von Dr. Wcizmann, in dem der (unseren Lesern aus Wcizmanns Reden bekannte) jüdische Standpunkt anläßlich der Arbeit der K^F Kommission dargclcgt wird. Geschäfts-Verkäufe. Das Manufakturwarengeschäft _ A. Lew׳schinski, Inh. Frau Hedwig Lcwschinski in Rössel (Ostpreußen), ist nach 76jährigern Bestehen in arischen _ ßcsitz übergegangen. — Die seit SO Jahren bestehende f'irrna S. Engel, Widtninnen (Ostpreußen), ist in arischen Besitz übergegangen. — Die Firma B. H ö n i g s b er g- L i c s c r ist nach 42jät1rigem Bestehen aufgelöst worden. BRILLANTEN Juwelen Robert Bucho 6 Co. neR>«n Caf6 Berlin« an der Qedlchtnlskirche