Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 92 (17.11.1936)
- Date
- 1936-11-17
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 92. 17. XI. 1936 Irak, Indien und Palästina den Erfordernissen des Klimas angepaßt sind, eigenhändig erbaut. Wenn man über die 4 Dunatn großen Höfe des Dorfes geht, bemerkt man nichts von all den Schwierigkeiten des Aufbaues. Aus diesem Stuck Boden haben die Siedler schon das herausgeholt, was herausniholen Ist. Nur die 13 Dunam Futter- und Ikiuniland liegen leider bis zu diesem Herbste noch unbestellt. Mit Recht hat die Siedlung bereits einen guten Namen im Lande. Sie steht erst am Anfang ihrer Entwicklung. Die Znkunftsprngnosc ist nicht ungünstig. Die Kinderkrankheiten dürften in Kurze überwunden werden. Bis hierher zu kommen ist keine!eichte Sache gewesen. Zwar haben die Siedler es, gemessen art den Pionieren der zionistischen Kolonisation, leicht gehabt, wenn auch sie unter Klima und Malaria gelitten haben. Die Siedler haben die Hingabe, den Elan, die Einsatzkraft und die Widerstandskraft, die man von ihnen erwarten durfte, in ihrer überaus großen Menge bewiesen. Möge es so bleiben, auch über die jetzige Pachtzeit von 20 Jahren hinaus, und auch wenn einmal stärkere Hindernisse im Wege liegen sollten. Von der Woche Der 20jährige Arbeiter Siegfried Oppenheimer wurde in einer Plantage bei Herzliah tot auf gefunden. Untersuchungen sind im Gange. Der 22jährige Angehörige des Brith Trumpcldor, Benzion Kat/cnclli-nbogen, ist in Jerusalem im Zusammenhang mit dem am 17. Oktober in Tel-Awiw auf zwei Araber verübten Anschlag verhaftet und dann gegen Kaution auf freien bull gesetzt worden. ,,hi iJ-duimca el Lslamia“, das Organ der Istiklal-Partei, berichtet, dal» die ,1 r a h i s c 11 e 11 0 e f a n g e n e 11 zum Prot est dag ege :1, dal! der High Coinmissinner das T-odcsurteil gegen zwei Ai atier bestätigt hat, die auf englische Truppen geschossen in he 11, in den Hungerstreik getreten sind. Nachdem nichrcre Tage lang Kühe geherrscht hat, kam es Freitag nacht wieder an verschiedenen Stellen in der Umgebung Von Pctach Tikwah zu Schießereien; auch im Hafikwah-V iertt I und aut einen vorüber'ahreiiden jüdischen Omnibus in Sclmron w!irden Schüsse abgegeben. Die für ilcn IT, November festgesetzte Hinrichtung der beiden zimi Tode verurteilten Araber ist auf Urund eines Gnadengesuches v e! > c h o b c n worden. f ).1- () b e r ■י t >׳ A r;1 b i s c 11 c K o m i t e e gab dem bisherigen Oberlichter von Palästina Mac!Tonne!, der in Kürze das band verla-scii und, ein Abschiedsbankett. Mac Donuel erwiderte auf eine Rede des Mufti. Die Kaufinaiin-gilden von Haifa und Tel-Awiw haben sich verpflichtet, 33 verschiedene Arten von Palästina- Produkten zu kaufen, die bisher aus dem Ausland importiert wurden, und /war im Werte von 500 000 Pfund jährlich. Aus einer (von Palcor übermittelten) Meldung in der arabischen Zeitung ״Al-Ltvva“ geht hervor, daß eine Gruppe pro-arabisch eingestellter englischer Aristok raten, 11. ,1. Lord Wimerton, Lord Lloyd 1md Lord Beaverbrook, beabsichtigen, mit einem Kapital von 250 00(4 Pfund eine Bank unter dem Namen ״Pan-Arab Corporation“ zu gründen, (ieiiiäll den Statuten dieses Unternehmens sollen Juden sich daran nicht beteiligen dürfen. Diese Meldung muß jedoch (laut Palcor) mit Vorsicht behandelt werden. Der von der Regierung festgestclltc Großhandelsi!1 d e \ für die Preise landwirtschaftlicher Produktc weist für den Monat September 1036 im Vergleich zu demselben Monat des vorangegangenen Jahres eine St eigerung von 5,7״״ auf. Die Preise für Getreide und Fleisch sind noch starker, nämlich um 9,6 »b, diejenigen für Früchte und andere Lebensmittel um 8,7 ״״ gestiegen. Dagegen sind die Preise anderer Produkte um 1 «;0 gefallen. Am zweiten Todestage von Baron Edmotul de Roths c 11 i I d (9. November) wurden in Pardess Hanna und Sichrem Jankow Gedenkgottesdienste abgchalten. in Kfar M a c 1111 g i m im Fmek Jcsreel ist ein Grabstein für den im vergangenen Jahr im Kampf mit den Banden des ScheThs Kasse!!! bei Bet Alpha gefallenen jüdischen P01i/eisergcaau׳n Mosche Rosonfeld enthüllt worden. Viele hunderte Siedler aus allen Kolonien des Eniek und der Polizeikomin issar des Kreises nahmen an der Feier teil. Dr. Josef Stein, der ehemalige Präsident des palästintnsisthen Mediziner-Verbandes, starb in Tel-Awiw im Alter von 73 Jahren. Der Waffenstillstandstag Der W n t f e ״ s t i! I s t a n <1 :> t a g ist am II. November eimlruc ks\ 1>!ler als jemals seit der Besetzung Palästinas durch Eiieiand gefeiert worden.! >ie Mitglieder der Kgl. Kommi-Mon nahtneit an dem (iedenkgottesdienst teil. Nach dem Gofti.-dienst fand ein Aufmarsch der jüdischen Kriegsteilnchnwr zu dein S>dJatenfriedhof auf dem Skopti&berg statt. An den (ir.ibcru der m den Kümpfen um die Befreiung Pal׳edmas gebullencu Juden wurden Gebete gesprochen. Ver- Inder der J e w 1 s h Agency und sämtlicher groben jüdischen ln<tmüionou des Landes nahmen att der Feier teil. Die Araber hatten keine Vertreter entsandt. Der Klub der ehemaligen jüdischen Legionäre ״Menora“ in Jerusalem veranstaltete anläßlich des Waffenstillstandstages einen Kamcradschaflsabcnd, an dem der Oberkommandant der euglischcn Truppen in Palästina, Generalleutnant J. G. Dill, mit seinem Adjutanten, sowie Abordnungen aller in Jerusalem stationierten Truppengattungen teilnahmen. Agudistische Broschüren. In einem kleinen Heft ,,Der Poel 1 iacharedi“ berichtet lsaac Breuer über die Zusam menarbeit zwischen dem f I a p o e I Hamisr a di i und der a g u d i s t i s c 11 e n Arbeiterorgan isation Palästinas. Er stellt nachdrücklich fest, daß es sich nicht um eine ״Verschmelzung beider Organisationen“ handle, sondern lediglich um einen wirtschaftlichen Zusammenschluß, um für die gesefzestreuen Arbeiter Palästinas bessere Arbeitsbedingungen zu schaffen. Die neugeschaffene Zweckenganisation soll allein berechtigt sein, ״die für den Kampf um Arbeit und Daseinshebung geeinten thoratreuen Poalim gegenüber der Histadruth zu vertreten". -- Die ״Hrez Jisroel-Briefc“ lsaac Breuers vom Tamtmis 5696 behandelt! im ersten Teil die Beendigung der Tel-Awiwer Messe, im zweiten Teil die Unruhen, tfer Verfasser sef/.t sich in scharfer Weise mit den religiös uninteressierten Juden auseinander und bezeichnet cs vor allem als Aufgabe der Golah, durch eine neue Erziehung in dieser Hinsicht Wandel zu schaffen. Auch die Auseinandersetzung mit den Arabern sieht er mehr unter einem theologischen als politischen Aspekt. — Ein Bericht des Beth-Sefer Chorcb in erusaiem erweist, daß jetzt etwa 150 Kinder die unter der citung von Dr. Jonas Cohn stehende Anstalt besuchen und dort eine Volksschulbildung erhalten. Der Bericht legt die Schwierigkeiten dieser Schule dar, die nicht nur in der Finanzierung, sondern auch in geistigen Ursachen begründet sind. (Alle drei Broschüren sind nerausgegeben von der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel, Frankfurt am Main.) Anfragen im Unterhaus London, 12. November. (JTA.) Im englischen Unterhause fragte der Abgeordnete Wedgwood den Minister für die Kolonien, ob er sich wegen der van der Irak-Regierung beabsichtigten Entsendung eines Beamten nach Palästina, der dort Beratungen mit dem Obersten Arabischen Komitee abhalten soll, mit der Irak-Regierung in Verbindung gesetzt habe, und ob der .Minister klarstellen werde, daß dieser Besuch unerwünscht sei und ver-!lindert werden würde. Kolonicnministcr Ormsby-Qote antwortete, der erste Teil der Trage sei zu verneinen. Es sei ihm über den Plan eines solchen Besuches nichts bekannt. Daher erübrige sich die Beantwortung des zweiteil Teils der Frage. An den Unterstaatssekretär für Indien, R. A. Butler, war von dem (kommunistischen) Abgeordneten Gallaeher die Frage gerichtet worden, ob es ihm bekannt sei, daß die öffentliche Meinung Indiens gegen die in Palästina gegen die Araber getroffenen Maßnahmen sei, daß in vielen Teilen Indiens ein Palästina-Tag abgehalten wurde, daß führende indische Mohammedaner an die englische Regierung den Appell gerichtet haben, das Mandat aufzuReben und eine der Bevölkerung verantwortliche Regicrung einzufetzen, daß die allindisebe Mohammedaner* Konferenz Kritik an der englischen Regierung übt, weil sie die Aspiration der Araber niederschlage und jüdische Einwanderung erzwinge. Werde man bei der Festlegung der künftigen Politik in Palästina auf die öffentliche Meinung in Indien in angemessener W'eise Rücksicht nehmen? Entlassung jüdischer Hilfspolizisten Die jüdischen Hilfspolizisten, die während der Unruhen eingestellt wurden, werden nunmehr entlassen. Im BerirU Jaffa sind von dun 403 Hilfspolizisten 300 bereits entlassen worden. Die hebräische Presse stellt fest, daß jüdlsehe Hilfspolizisten Palästina vor einer Katastrophe gerettet haben und daß die Stärkung des jüdischen Elementes Innerhalb der Polizei von größter Wichtigkeit für die Sicherheit des Jischuvv sei. Die Unruhen hätten den Beweis dafür geliefert, daß die Beschränkung der Polizei auf Angehörige eines bestimmten Teiles der Bevölkerung die Verwaltung erheblich schwäche. Die Passivität der Regierung Wie uns aus Tel-Awiw geschrieben wird, stellt die dortige?.citung ״Dawar“ in einem Leitartikel folgende Be- Pachtung an: Die Bezeichnung ״arabischer Aufstand“ für die letzten Unruhen ist irreführend; denn ein Aufstand setzt voraus, daß ein Staatsapparat vorhanden ist, der sich gegen die Erhebung verteidigt und um seine Existenz kämpft. Die palästinensischen Behörden ließen aber die Aufständischen einfach gewähren. Man kann diese Ersehe'!- nung besser als eine sich allmählich steigernde Zugellosigkeit bezeichnen. Das gleiche Verhalten der Behörden zeigt sich auch beim Abschluß der Unruhen. Die arabischen Fürsten läßt man aufbieten, um den Frieden wiederherzustellen; die Banden läßt man sich zerstreuen; den Terroristen werden ״vertragsgemäß“ die Watten belassen; den ״groBeti Unbekannten“ läßt man im Tritmtphzug abziehen; das ״Komitee der Notabein“ erhält von der Palästinaregierung seine ganze politische Rolle wieder; seine Mitgliedtr werden in den Aemtcrn belassen, für die die Regicrung verantwortlich ist. Ein solches Regime kann sich nicht selbst verteidigen. Die erste und dringlichste Aufgabe Englands wird sein: die Errichtung eines Regicrungsapparats, der imstande ist, jeden Angriff abzuwehren, das Leben und Eigentum der Juden zu schützen, unparteiisch Recht und Ordnung zu wahren — von welcher Seite auch immer Gefahr und Störung kommen mögen. 21 Engländer gefallen lm englischen Unterhaus fragte am 13. Nov. der Abg־, Major Despencer-Robertson den Kriegsminister unter Hinweis aut die in der letzten Woche veröffentlichte Liste der im Zusammenhang mit den Operationen in Palästina verliehenen Auszeichnungen, wie groß die Zahl der englischen Verluste in diesem Zeitraum gewesen sei und ob telegraphische Meldungen veröffentlicht werden würden. Die Anfrage wurde von dein Unterstaatssekretär für da* l.uftsehiffahrtswesen, Sir Philip Sassoon. beantwortet, weil sie sich auf den Zeitraum vor der Uebcriiahme des Kommandos von Generalleutnant Dill bezog, Der Unterstaatssekretiir teilte mit, daß die Zahl der englischen Verluste ohne Berücksichtigung der Polizei vom 15. April bis 14. Sepfernher 1936 121 Mann betrug, von denen 21 gefallen oder an Verletzungen gestorben sind. Was den zweiten Teil der Frage betreffe, so sei nicht beabsichtigt, in diesem Fall von der Hebung ahziifgeheo, keine telegraphischen Meldungen über lokale Operationen zu veröffentlichen. Ein Aufruf Kaukjis Die Palästina-Regierung hat nunmehr ihre Weisung an die Presse, den Namen des Rclnllcnführers Kaukji nicht zu erwähnen, zurückgezogen. Die arabische Presse veröffentlicht ein Schreiben Kaukjis, das einen Aufruf an die Araber Palästinas darstellt; in diesem Schreiben preist er in hochtrabenden Phrasen das Verhalten und die Leistunden der Terroristen und verspricht, jederzeit nach Palästina zurückzukehren, falls es sich notwendig erweisen sollte. Die Reglerungszuschüssc für das Jüdische Schul- und Gesundheltswesen, Wie der Wand Leumi in einem Kommunique mitteilt, (iahen zwischen den Mitgliedern seiner Exekutive Jizchak Ben Zw! und Dr. Katznelson einerseits um! dem Chefsekretär und dem Schatzmeister der Palästina-Regierung andererseits Verhandlungen über die Zuschüsse der Regierung für das jüdische Schul- und Gcsuridhcits* wesen stattgefunden. Die Vertreter des Waad Leumi verlangten Beiträge, die den Zuschüssen entsprechen, welche die" Regierung zu den Baukosten arabischer Schulgebäude sowie zu anderen Investitionszweeken geleistet hat. Ferner wurde die Frage eines Zuschusses für die Errichtung eines Wohngebäudes für das beim Krankenhaus der Kupat Cholim in Pctach-Tikwah beschäftigte Personal erörtert. Cheisekretär Hall und Schatzmeister Johnson versprachen, die Antwort der Regierung dem Waad Leumi in den nächsten Tagen zu übermitteln. Wlio-Abendschule In Tel-Awhv. Die Wizo-Abendschule in Tel-Awiw hat, wie der Wizo-Presscdienst meldet, ihren Betrieb wieder aufgenommen. Die 99 verfügbaren Plätze waren sofort besetzt. Neu ist, neben den Analphabetinnen und den Mädchen mit sehr geringer Schulbildung, die Anmeldung von Mädchen, die fünf Volkssschulklassm absolvierten und schon arbeiten, daneben sich aber fortbilden wollen. In schriftlicher Beantwortung dieser Anfrage erklärte Unterstaatssekretär Butler, der Staatssekretär für Indien, Marquess of Zetlaiul, werde über die Haltung der indischmohammedanischen öffentlichen Meinung gegenüber der Lage in Palästina ständig auf dem laufenden g e 11 a I - teil. Es sei ihm bekannt, daß nach einem von dem Rat der indisch-moliaininedanisclieii Liga erlassenen Aufruf der 19. Juni von Mohammedanern in einer Reihe großer Städte als ״Palästina-Tag“ begangen wurde, und daß von einer Versammlung mohammedanischer Führer in Sinila am 26. September eine Resolution gefaßt wurde, in der die Maßnahmen der englischen Regierung kritisiert werden. Zwei Tage darauf wurde vom Vizelcönig eine Abordnung empfangen, wobei der Vizekönig den mohammedanischen Führern die egenwärtige Palästinapolitik der englischen Regierung ausü h r I i c h auseinandersetzte. Die Regierung S. Majestät habe auf die mohammedanische öffentliche Meinung in Indien über •die englische Politik in Palästina in angemessener Weise Rücksicht genommen und werde dies weiter tun. Die Minderheiten im Irak Jerusalem, 12. November. (JTA.) Wie aus Bagdad gemeldet wird, hat der neue!Ministerpräsident des Irak, Hikmat Sulelman, die Oberhäupter aller Religionscemelnschäften, darunter auch der j ü dischen, besucht und Ihnen versprochen, daß die neue Regierung freundschaftliehe Beziehungen zu allen Religionsgemeinschaften und nationalen Minderheiten aufrecht erhalten werde Die Verteilung der neuen Zertifikate V011 den 1800 Zertifikaten der neuen Eiiuvandcrungsschedulc sind bekanntlich 300 für Einwanderer der Kapitalistcnkategoric aus Deutschland bestimmt, die das erforderliehe Mindcstkapital bisher noch nicht transferieren konnten. Von den restlichen 1500 Zertifikaten sollen, wie die JTA. erfährt, 200 als Reserve von der Regierung einbelialten werden. Die übrigen werden nach folgendem Schlüssel verteilt: 250 Zertifikate für landwirtschaftliche und 50 für industrieile Fachleute, 750 für Clialu/im und Handwerker und 250 für Angehörige von Palästina-Einwohnern. Die Hälfte der 1300 freien Zertifikate soll s 0 f ort, die übrigen 650 sollen im Januar ausgegeben werden. 70 0/0 dieser Zertifikate sind für unverheiratete Männer, 10 gfe für unverheiratete Frauen und 20״ ״ für Familien bestimmt. 6100 Siedler im Eirtek SebuEon Das Hauptbüro des Jüdischen Nationalfonds gibt bekannt, daß aut den Böden des Keren Kajemeth im Emek Sebidou (Haifa Bay) bereits 6100 Juden angesiedelt sind; davon entfallen 3500 aut Kirjath Chajiin, 1500 auf Kirjath Motzkiu, 800 auf Kirjath Bialik und 300 auf andere Siedlungen. Während der letzten Unruhen sind die Sanddünen zwischen der Eisenbahn und dem Meer eingeebnet worden, um den Bau einer Straße zwischen Kirjath Chajiin und der Küste zu ermöglichen. Die Anlage eines Strandes zwecks Gründung eines Badeortes wird geplant. In Kirjath Bialik sind HO Häuser neu errichtet worden. Bei Chederah soll demnächst auf Nationalfonds- Boden eine Siedlung angelegt werden, die nach Miß Henrietta Szold benannt werden wird. Diese Arbeit wird von Chaluzim aus Deutschland durchgeführt. Der Boden wurde zum Teil aus Mitteln erworben, die in Deutschland gesammelt wurden. In Kirjath G h a j i 111, bei der von Haifa nach Akko führenden Chaussee, sollen auf dem Boden des Keren Kajemeth Gemcinsehaftshiinser für die Arbeiter und Angestellten des Ruthenberg-Kraitwerkes in Haifa demnächst errichtet werden. Ferner wird in nächster Zeit mit dem Bau der ersten Häuser für eine Siedlung des liapoel Hamisrachi bei Kirjath Mot/kin begonnen werden. Das neue Wohnviertel soll nach dem verstorbenen Misrachiführer Samuel Landau ״Kirjath Samuel“ benannt werden. Kartelle gebildet Tel-Awiw, 13. November. (JTA.) Unter der Beteiligung des palästinensischen Industrielleuverbandes sind Vernandlungen über die Bildung von Kartellen innerhalb der palästinensischen Industrie abgeschlossen worden. Bisher ist ein Kartell in der Textilindustrie und für Nahrungsmittclbe triebe errichtet worden. Verhandlungen über die Errichtung eines Kartells der Erzeuger pharmazeutischer Produkte schwebe!1. Die Kartelle werden den Charakter von Preis- und Absatzkarteilen haben. Von den bisher geschaffenen Kartellen werden alle in Palästina vorhandenen Produzenten in der Textilwirtschaft und dem Nahrungsmittelgewerbe erfaßt. Außenseiter sind also nicht vorhanden. (Üb dabei jüdische und arabische Firmen zusammenarheiten, ist aus der Meldung nicht ersichtlich. — Anm. d. Red.) Araber graben gerne Fn einem sehr launigen Aufsatz über archäologische Arbeit im Nahen Osten legt Major C. S. Jarvis, der frühere Gouverneur der Sinaihalbinsel, die Freuden und Leiden eines Archäologen im Nohen Osten im Londoner ״OH־ Server“ dar. Idabei schildert er u. a. das eigentümliche Verhalten der Araber gegenüber den Archäologen. Er sagt, es sei eine der Anomalien des arabischen Volkes, daß die Araber, obwohl sie eine ausgesprochene Antipathie gegen schwere körperliche Arbeit haben, sich freudig zu Ausgrabungsarbeiten zur Verfügung stellen und mehr Begeisterung zeigen als der Fellache oder Bauer, der gewohnt ist, zehn Stunden am Tag mit der Hacke zu arbeiten. Der Grund hierfür liege ohne Zweifel darin, ■daß der Araber, dessen Wesen aus Neugier und Interesselosigkeit gemischt ist, fest überzeugt ist, daß der Archäologe nach einem großen Goldschatz gräbt. Mehr als 50 Jahre geht die Arbeit schon fort und kein Gold ist f' Ocbcinc und Töpfe das Ziel der Forschung sind. Aber der Araber, ein Meister der Selbsttäuschung, weiß genau, was er davon zu halten hat. Mit vollkommen ernstem Gesicht und der natürlichen Höflichkeit seines Wesens bezeigt er große Begeisterung für diese wertlosen Ausgrabungen in der Hoffnung, daß es gerade seine Hacke sein wird, die auf das vergrabene Gold stößt. Es ist ja klar, daß es Oold sein muß, hinter dem die Archäologen her sind. Die Europäer sind eme kluge Rasse, sie haben viel Vernunft und bauen unaufhörlich Straßen, Brücken. Eisenbahnen und andere nützliehe Dinge, so daß es absurd wäre anzunehmen, daß Mensehen dieser Art ihr Leben und ihr Geld an wertlose Ausgrabungen verschwenden, die keinen selbstbewußten Araber veranlassen würden, einen Sandhaufen anzurühren. (Schluß des Palästina-Teils)