Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 91 (13.11.1936)
- Date
- 1936-11-13
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2651273-2653922-2654007--29841-2691387- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. 21 KINDER.RUNDSCHAU Seite 3 Buntes Bilderbuch aus einer Hachlcharah Von ERNST ISAACSON 2. Fortsetzung Der II. Teil Benno auf Hachscharah Es war ein wunderschönes kleines, altes Städtchen mit vielen Türmen und Türmchen, alten ehrwürdigen Häusern und krummen, winkligen Gäßchen,in dessen Nähe der Bauern״ hof lag, auf dem Benno nun ein ganzes Jahr arbeiten wollte. Der Hof war ziemlich groß, 60 Morgen, davon waren 14 Morgen Wald. Alles lag schön zusammen. Vorn an der Landstraße lag das Haus mit den Ställen und Schuppen. Es war ein wunderschönes, kleines, altes Städtchen Vor dem Hause war der Gemüse״ garten, sauber und gepflegt, mit vielen Blumen und zwei schönen, schlanken Tannen. Hinter den Gebäuden lagen die Wiesen, dahinter die Felder und als Abschluß des Ganzen der Wald. * Die Obsternte ,-Dtvmo Viel Obst hatten sie, und Benno hatte in den ersten sechs Wochen fast nichts anderes zu tun, als Aepfel zu pflücken. Morgens gegen 10 Uhr, wenn der Tau weggetrocknet war, fing er an, und dann stand er den ganzen Tag auf der Leiter, bis es dunkel wurde. Er fand diese Arbeit sehr schön, nur wurde es allmählich immer kühler, es war ja schon Ende Ok״ tober, und oft konnte er es vor Kälte nicht mehr auf der Leiter aushalten. Dann aß er vor Verzweiflung einen Apfel nach dem anderen. Besonders Der Regen rieselte stetig herab I , :?kv&feäaiä auf den hohen Bäumen, bei denen er die 9 m hohe Leiter nehmen mußte, fror es ihn so, denn da konnte ihm der Wind ordentlich in die Kleider fahren, und die hohe Leiter schwang ständig hin und her. An den Regen״ tagen konnte kein Obst gepflückt werden. An solchen Tagen las man das Fallobst auf. 300 Bäume waren es,undsehr viel lag unter den Bäumen, Der Regen rieselte stetig herab, dann platschte mal wieder ein Schauer her״ nieder, aber das genierte nicht. Nur die Finger wurden ganz rot und steif, manchmal sprang Benno wie ein Füllen umher, seine Hände in der Luft wild Benno bekam fast nichts anderes zu tun, als Aepfel zu pflücken 1/ umherschwenkend. AnfangNovember waren sie mit der Obsternte fertig. Die Bäume wurden noch einmal gut durch״ geschüttelt, was Benno mit Vergnügen besorgte. Das war noch etwas, wie ein Affe in den Bäumen herum״ zuklettem! (Fortsctzun* folgt.)