Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 91 (13.11.1936)
- Date
- 1936-11-13
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Sette 6 ו jnniscHf■ piiNrv^rMAi! Nr. 91 13. XI. 1936 Mohammedaner und Christen in Syrien Das Neueste in Kürze Die Spannungen zwischen Mohammedanern und Christen, die erst jüngst zu heftigen Ausbrüchen in Aleppo geführt haben, sind der Gegenstand einer ausführlichen Darstellung, die Awiwa T urowski im ״Dawar“ veröffentlicht. Wir entnehmen ihren Ausführungen folgendes: Als!in September 1936 der französisch-syrische Vertrag unterzeichnet wurde, waren ihm lange Verhandlungen vorausgegangen, in denen die Frage der Minderheiten eine große Rolle spielte. Die nationalcn Minderheiten in Syrien wie die Drusen leben in geschlossen«! Siedlungsgebieten, nicht so steht es mit aen Christen, die über ganz Syrien verstreut leben, wenn sie auch besonders in den Städten Damaskus und Aleppo konzentriert sind. Gerade ihr Problem schien also das schwierigste zu sein. Offiziell aber war von solchen Schwierigkeiten nichts zu spüren. Es schien, als ob die Mohammedaner volle Bereitwilligkeif hätten, die, Christen in ihren Rechten nicht zu verkürzen und die Christen volles Zutrauen zu den Mohammedanern. Die Presse und die Kirchen taten alles dazu, diesen Eindruck noch zu verstärken. Zur selben Zeit aber wurde in Aleppo eine (weiß uniformierte) christliche Partei zum Schutze der Minderheitsrechte gegründet. Schon diese Tatsache deutet auf Konfliktstoff hin. Audi die Bestimmung der syrischen Verfassung, daß das Staatsoberhaupt Mohammedaner sein muß, ist eine offenbare Benachteiligung der Christen und wird von diesen nicht vergessen. Der religiöse Fanatismus der Mohammedaner, der eine Begleiterscheinung der syrischen Nationalbewegung war, trug auch nicht dazu bei, die Christen zu beruhigen, ln Syrien, das jetzt seiner Selbständigkeit eutgegengeht, kommen alle diese Momente bei der Christliehen Minderheit begreiflicherweise wenig zum Ausdruck. Klarer stellt man, wenn nun die Verhältnisse in der benachbarten Republik Libanon betrachtet, deren gesonderte staatliche Existenz unter französischem Protektorat weiterdauert, so daß die Christen dort gefahrlos eine Politik für die Wahrung ihrer Interessen betreiben können. Anläßlich der Verhandlungen in Paris wollten dort vier tnohammedänische Bezirke ihre Abtrennung vom Libanon und ihren Anschluß an Syrien erzwingen. Es wurde in diesen Landesteilen eine starke mohammedanische Propaganda entfesselt und es kam häufig zu blutigen Unruhen. Die syrischen Mohammedaner, die in diesem Zustand eine Belastung für ihre Pariser Verhandlungen sahen, beschwichtigten ihre An- Hanger im 1 ihaiioa und versuchten auch die Christen dort zu beruhigen. Die Christen aber schenkten ihnen kein Vertrauen. Die zentrale Persönlichkeit des christlichen I ibanou, der 111 a r o n i t i s e 11 e I';111 i .1 r e 11, besteht auf einer gesonderten staatlichen Existenz des Libanon. Er vollzog eine politische Wendung und schloß sieh eng an die französische Regierung an, zu der er vorher in einem ge-paunten Verhaltnis gestanden hatte. Auel! der Präsident d e r sy rischen Republik betreibt die gleiche Politik. Der Führer der Anschlußpartei (an Syrien) und 40 seiner Anhäng er sind im (ief.uienis. Neben den Extremisten beider Lager gibt es im Libanon noch christliche Mittelparteien, die im Bewußtsein der Tatsache, daß auch im Libanon die Christen die Minderheit sind und der Gefahr, daß!Tankreich sich einmal von dort zurückziehen könnte, Wege des Ausgleiches suchen. Man schlägt eine Föderation zwischen Serien und dem Libanon vor. Ein anderer Vorschlag ist, dem Anschluß unter gewissen Rechtsgarantien für die Christen zuzustimmen. Fs solle eine gemeinsame Republik errichtet werden, in der der Staatspräsident abwechselnd einmal Mohammedaner, einmal Christ sein müsse und das Pariament zur Hälfte aus Christen und zur Hälfte aus Mohammedauern bestehen würde. Man droht den Mohammedanern, daß, wenn sie sich intransigent verhielten, die Franzosen die Rechte der Christen vorschützen würden, um im Libanon eine Art ״christliches Nationalheim“ zu errichten, als ob nicht das jüdische Nafionalheirn in Palästina der arabischen Nationalbewegung schon genug zu schaffen mache! Die Vermittlungsvorschtäge werden aber vorläufig von den Mohammedanern noch a limine abgelehnt. Um den Jaffaer Hafen Die jüdischen Kaufloute in Jerusalem wurden verständigt, daß die Verwaltung der ägyptischen Staatshahnen keine Waggon׳- für den Transport von Waren aus Port Said nach Pah'istin,-! zur Verfügung stellen will. Die ägyptische Fi-eiihaiinverw.-dtmig behauptet, cs Münden ihr nicht genügend Waggon-, zur Verfügung. In den Kreisen der jüdischen Knufmnnnssvliaft Jerusalems aber wird dies so ausgdegf, daß auf Veranlassung der Palästina- Regierung auf diese Weise ein Druck auf die jüdischen Kauf leide au-geubt werden soll, ihre Waren über den Hafen von Jaffa zu be/.ioheti. Dir Anordnung des Obersten Arabischen Komitees, wonach alle Araber ihre Waren über den Hafen von Jaffa exportieren müssen, führte nach einem bericht in ״Chadasenoth Aclinronotli“ zu ern-ten Reibungen zwischen den O r 3 n g e n e x p o r t e u r e n und dem ()bersten Komitee. Die meisten Exporteure weigern sich, dieser Forderung nachzukommen, weil der Versand über Jaffa mehr Ausgaben verursacht.!einer arabischen Pressemeldung zufolge beabsichtigt die Regierung zwischen Jaffa und Tel-Awiw einen neuen großen Hafen zu errichten und zwei Straßen zu bauen, die die beiden Städte mit dem Hafen verbinden. Eine Bestätigung dieser Nachricht steht noch aus. Die Lage im Irak Patcor meldet ans Bagdad: Trotz, der Erklärung der neuen Irak-Regierung, daß sie Maßnahmen z.ur Unterdrückung der a 111 i j!1 <1 i s c h e n Hetze ergreifen werde, wird die Agitation unbehindert fortgesetzt. Vorige Woche wurden in Bagdad Flugblätter verteilt, in denen eine Körperschaft, die sich ״Die Schwarze Handnennt, die arabische Bevölkerung aufruft, Juden zu töten. Ferner wird in den Flugblättern erklärt, daß ״Die Schwarze Hand“ aus 600 Mitgliedern besteht, die sich als Vorkämpfer in dem ״Krieg gegen die Juden“ im irak ansehen. Die Regierung hat bisher keine Schritte zur Ermittelung der Hintermänner dieser Organisation unternommen. Der Tel-Awiwer ,,Haare/." schreibt zu den Vorgängen in Bagdad u. a.: Aus eingeweihfen Kreisen berichtet man uns, daß Jassin Pascha, der bisherige Ministerpräsident des Irak, schwere Konflikte mit König F c i sa I über die Rechte des Königs hatte. Diese Konflikte seien jetzt wieder ausgebrochen. Die Oppositionsparteien benutzten diese Gelegenheit, um dem König zu raten, seinen Gegner abzuschütteln. Jassin Pascha und seine Parteigänger hielten die Königsfamilie für fremde Eindringlinge aus dem Hedschas, und nahmen die Rcgicrungsmacht für die einheimischen Iraker in Anspruch. Der jungt' König Gliazi durchschaute diese Absichten Jassins, zog die auswärtigen Elemente an sich und stutzte mit deren Hilfe die Krone. Der Konsul des Irak in Haifa wurde von seiner Regierung ersucht, sofort nach Bagdad zu kommen. Der High Commissioner wohnte am 8. d. M. der Eröffnung der Jagdsaison im Ramleh-Tal bei, wo er mit dem Bürgermeister von Rarnlch und verschiedenen Mukhiars zusammentraf. Danach begab sich der High Commissioner nach Jaffa, wo er beim arabischen Bürgermeister vorsprach. Zwei Araber, die der Ermordung der Familie Unger in Safed am 13. August angeklagt waren, sind von den englischen Richtern Manning und Evans in Safed wegen Mangels an Beweisen freigesprochen worden. Frau Unger, die einzige Zeugin für die Anklage, war krankheitshalber nicht erschienen. In Nablus sind zwei Araber von Terroristen erschossen worden, weil sie sich geweigert hatten, ihre Arbeit im Dienste des englischen Militärs einzustellen. Sie hatten Drohbriefe erhalten, in ’ denen ihnen der Tod für den Falt angekündigt worden war, daß sie diese Arbeit nicht aufgeben sollten. Die Geheimpolizei verhaftete in Haifa in einem Kaffeehaus auf dem Karmel eilte Gruppe junger syrischer Araber, die sich dort versammelt hatten, um eine Zweiggruppe des syrischen Nationalvcrbandcs in Palästina zu gründen. Bei der Durchsuchung wurden verschiedene Flugblätter gefunden. Gegen sie wird Anklage wegen Zugehörigkc:t zu einem illegalen Verein, wegen Abhaltung einer illegalen Versammlung und wegen Verbreitung der Flugschriften erhoben werden. In der Polizeiverwaltung verschiedener Bezirke werden in Kürze wichtige Aendertmgen erwartet, wodurch eine Reihe von jüdischen Dörfern, die bisher einer arabischen Polizeiverwaltung unterstanden haben, in das Verwaltungsbereich einer j ü d i s c h c n Polizeistation kommen würde. Von dieser Veränderung würden u. a. auch Rischon-le-Zion, Rechowoth, Bne Brak, Kamat Gan sowie verschiedene Orte im Emek und in der Gegend von Nazareth betroffen werden. Dem T sch echoslowakischen Pressebüro wird aus T e I - A w i w gemeldet: Ir» Libanon, Serien und an der Westgrenze des Irak hat ein lebhafter Waffenbandet eingesetzt. Die christlichen Minderheiten in diesen mohammedanischen Gegenden befürchten, das Schicksal der Armenier in der Türkei während des Weltkrieges zu erleiden und sind daher bestrebt, sich so weit als möglich mit Waffen zu versorgen. Aus dem Konzentrationslager Sarafend sind die letzten internierten arabischen Agitatoren entlassen xvorden. Die der Stadt Hebron am 11. Oktober auferlegte Kollektiv strafe von 1000 Pfund wurde erlassen. Einer Meldung des ״Haboker“ zufolge hat Distrikskommissar Campbell vier arabische Chauffeure für den Dienst beider Kgl. Kommission engagiert. Das Blatt bemängelt es, daß jüdische Chauffeure nicht einmal aufgefordert wurden, Bewerbungen einzureichen. Die jüdischen Mitglieder des Polizei - Musikkorps in Palästina waren bald nach dem Ausbruch der Unruhen mit dem Kapellmeister Polizeikonimissar Silvcra zum Wachdienst in die Altstadt von Jerusalem abkoinmandiert worden. Nach Wiederkehr normaler Verhältnisse hat das Polizei- Musikkorps nunmehr seinen früheren Dienst wiederausgenommen. Den Wachdienst i;1 der Altstadt übernahmen an Stelle der Musiker 20 jüdische, englische und arabische Polizisten. Die arabische Zeitung ״Al-Lhva“ meldet, daß die Regierung eine großzügige An Siedlung von Juden im Bezirke von Beerscheba plane. Laut diesem Plan, welcher der Kgl. Kommission vorgelegt werden soll, würde der Bodenbesitz der dortigen Araber auf 150 Dunam pro Familie begrenzt werden. Die Zeitung gibt ihrer Empörung über den Plan Ausdruck. Während der ersten acht Monate haben 61T6 Juden in. Palästina die Landesbürgerschaft erworben. Den großten Prozentsatz der Eingebürgerten stellen Juden aus Polen, Deutschland und Rumänien. Das letzte Flüchtlingslager in Tel-Awiw is! heute geschlossen worden, nachdem sämtliche Flüchtlinge teils in der Umgegend von Tel-Awiw in speziell für sie gebauten Häusern, teils in Tel-Awiw selbst untergebracht worden sind. Im Amtsgebäude der Jüdischen Gemeinde Jaffa-Tel-Awiw fand eine Sitzung von Vertretern der jüdischen Viertel der Stadt Jaffa statt. Oie Beratung war der Frage des Anschlusses dieser Stadtviertel an die Stadtgemcirsde Tel-Awiw gewidmet. Die Versammlung richtete an die jüdischen Institutionen und an die Stacitverwaltung von Tel-Awiw den Appell, alle Mittel anzuvvenden, um zur Verwirklichung dieser Forderung beizutragen. Die Kolonie H e r z I i ג hat beschlossen, den zu ihrem Gebiet gehörenden Strand nach dein Vorbild von Seekur orten auszugestalten. Zur Durchführung dieses Be- Schlusses wurde eine eigene Gesellschaft gegründet. In der jüdischen Kolonie Natania in der Scharon-Ebene Ist der Grundstein zu einem neuen Geschäftsviertel gelegt worden. Es wird von der vor einem Monat mit einem Kapital von 25 000 Pfund gegründeten ״Nathanya Commercial Centre Ltd.‘׳ durchgeführt. Die Baukosten für das jetzt in Angriff genommene erste Gebäude betragen 10 000 Pfund. Es wird zehn moderne Läden und dreißig Büroräume in den oberen Stockwerken enthalten. Von Beginn der diesjährigen Zitrusexport-Saison bis zum 31. Oktober sind aus Palästina 245 028 Kisten Zitrusfruchte (Apfelsinen, Zitronen und Grape Fruits) ausgeführt worden. 12018 Kisten wurden über Jaffa, 205 659 über Haifa, 26 577 über Part Said und 774 über Tel-Awiw ausgeführt. Die Tageszeitung ״Ei Liwaa“ berichtet, daß in lerusalern eine arabische In dustrie-Gescl!schalt mit einem Kapital von 10 000 Pfund gegründet wurde. Die Palest ine Potash Company ist im Begriff, den Umfang ihrer Arbeit am Toten Meer zu vergrößern. Ein großes neues Lagergebäude, das £ 6000 kosten wird, ist bereits im Bau. Die Geschwindigkeit der Eisenbahnen, die während der Unruhen stark herabgesetzt wurde, ist jetzt wieder auf das frühere Maß zurückgeführt worden. Während der Unruhen dauerte die Eisenbahnfahrt Jerusalem—Tel-Awiw 3 Stunden 20 Minuten, während sie jetzt 2 Stunden 40 Minuten dauert. Wie uns zu der in Nr. 80/81 der ״Jüdischen Rundschau“ abgedruckten Palcor-Meldung über eine Gas Konzession für Tel-Awiw an die Firma Close Bros., London, mitgeteilt wird, war diese Nachricht verfrüht. Es bestellt zwar Aussicht auf die Erteilung dieser Konzession, sie ist jedoch noch nicht erteilt worden. Kulturarbeit der Hltachduth Olej Germania. Aus Tel- Awiw wird uns berichtet: Im Laufe des vergangenen Sommers hat die HOG regelmäßige Vorträge, die sich mit allen Gebieten des politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens befaßten, »n Tel-Awiw veranstaltet. Der zahlreiche Besuch bewies das lebhafte Interesse für die behandelten Themen. Diese Arbeit soll im Winter in verstärktem Umfange fortgesetzt werden. Als Auftakt fand eine Veranstalhing im Hnbimah-Saal statt, %uf der Dr. Georg Landauer einen Ueberblick über die politische Lage gab. Vor überfülltem Saal zog der Referent eine vorläufige Bilanz aus der Entwicklung der letzten Monate und zeigte die großen Linien unserer Politik gegenüber der Royal Commission auf. Im Winterprogramm werden die •politisch-aktueilen Fragen, Darstellungen über die Lage des Judentums in der Galuth und Fragen der palästinensischen Wirklichkeit behandelt werden. In der hebräischen Arbeit sind schon im Sommer zusätzlich zu den bestehenden Sprachkursen, an denen sich oft bis zu 20 Teilnehmern beteiligen, kleine Kurse mit nicht mehr als 6 Teilnehmern zu sehr niedrigen Gebühren geschaffen worden, die auch in diesem Winter tortgeführt .und erweitert werden. Eine wertvolle Ergänzung sind die Chugim iwriim der HOO, in denen Forfgeschritteneu die Gelegenheit geboten wird, ihre Kenntnisse anzuwenden und zu erweitern. Interessenten für Kurse und Chugim iwriim werden gebeten, sich bei der HOG, Tel- Awiw, Rothschild Btvd. 37, zu melden. Kurse palästinensischer Papiere. Am 29. Oktober hatten die wichtigsten palästinensischen Wertpapiere in Tel-Awiw folgende Kurse: Allgemeine Hypothekenbank! 5°'oige Randbriete 1938 '55: Geld 95H, Brief 97; 60,״ige Pfandbriefe 193! 8: Geld 101. Brief 102; 6‘öige Pfandbriefe 1934/54: Geld 101:, Brief KU P.L.D.C.s Geld 93, Brief 94. Keren Kajemeth Lejtsrael: Geld 65i/4, Brief 661/4. Nir! 5׳ •ige Vorzugsaktien Geld 681/4, Briet 69'/'4; 40/oige Pfandbriefe Geld 731/2, Briet 74!/s. Mc1H4cJtefjdp10taM1kkak Wir bitten untere < leier, die benötigten Chanukkah - Seuhenke b«l unteren Inserenten zu kaufen und •ich hierbei auf die in der ,4(dlldtM1 Üundeettau" gesehenen Anteigen tu beziehen. Wie schon Immer veröffentlichen wir auch in diesen Jahr ein# Sonder-Rubrik unter ,dem Motto 1 Man •ch«nkf zu Chanukkah in den Ausgaben 95 (27. Nov.), 96 (1* מ®*.) und 97 (4. JUdUche Rundschau Antelgen• Verwaltung Berlin W IS Das Post-und Telegraphenwesen Modernisierung und Verkehrssteigerung Jerusalem, Anfang November. Der soeben er• schienene Bericht der palästinensischen Post- und Telegraphen-Verwaltung für das Jahr 1935 stellt eine andauernde Steigerung des Postverkehrs und eine erhebliehe Erhöhung der Einnahmen gegenüber dem vorangegangenen Jahr fest. Diese betrugen 1934 334 000, 1935 .409 00״ Pfund. Die Erhöhung macht somit 27,7 0״׳ aus. Die Ausgaben sind von 206 000 Pfund im Jahre 1934 um 40 »> auf 288 000 Pfund im Jahre 1935 gestiegen. Diese Erhöhung ist zum Teil darauf zurückzuführen, daß dem Erneuerungs־ fonds 20 000 Pfund gutgesehrieben wurden. Der Uebcrschnß betrug 121000 Pfund gegen 127 000 Pfund iin Jahre 1931; damals wurde jedoch keine Abschreibung für den Erneuerungsfonds vorgenommen. Der Postverkehr ist im ganzen Jahr regelmäßig aufrechterhalten worden, mit Ausnahme gelegentlicher kurzer Unterbrechungen durch schwere Wolkenbrüche, stürmische See im Jaffaer Hafen und zeitweilige Unpassierbarkeit von Wüstenstraßen. Aur denn Luftwege wurden 1934 Postsendungen im Gewicht von 14 100 kg, 1915 von 25 000 kg aus Palästina nach dem Ausland befördert. Die Steigerung beträgt hier 78 ״,b. Die Zahl der regelmäßig verkehrenden Postflugzeuge wurde erhöht. Viermal wöchentlich geht jetzt Flugpost nach Europa, zweimal wöchentlich nach dem irak und nach Indien ab. Auch nach Australien und Afrika ist der Luftverkehr verstärkt worden. Nach Aegypten gibt es täglich Luftpost, nach und von Cypern von August bis Mitte Oktober einmal wöchentlich. 508 000 Telegramme sind 1935 aus Palästina ahgesandt worden, um 109 (KM! mehr als 1934. Trotzdem sind die Einkünfte der Telegraphendirektion infolge Sinkens des Pfundkurses -um 1774 Pfund auf 26 196 Pfund zurückgegangen. Bemerkenswert ist die Feststeilung, daß die Anforderungen an den T elephondienst außerordentlich gestiegen sind und die Einrichtungen hierfür sowohl in den einzelnen Städten als auch im Uebcrlandverkehr keineswegs ausreichend sind. Die Einrichtung automatischer Telephonzen• traten in Tel-Awiw und in Jerusalem hat bereits zu einer wesentlichen Besserung der Lage geführt. Die Verzögerung der Fertigstellung des neuen Hauptpostamtes in Jerusalem, wo eine automatische Zentrale eingerichtet wird, hat andererseits den Aushau des Telephonwcsens gehemmt. Ende 1935 waren in Jerusalem noch 4SI, in Tel-Awiw 906, in Haifa 254 und in sonstigen Ortschaften 30 Gesuche um Anschlüsse uncrledigt. Die Ortsgespräche sind um eine Million auf 23 700 000 gestiegen, ■die Ueberlandgespräche um SO (!00 auf 1 590 000; darunter waren 5000 internationale Gespräche. Der Umbau des Kabelnetzes •ist mit größter Beschleunigung durchgefübrt worden. In dem Berichtsjahr wurde eine Uebcrlamltelcphonleitung zwischen Palästina und dem Irak begonnen, eine neue Leitung Tiberias—Damaskus der Benutzung übergeben, der Bau der Linie Haifa -Bagdad und der Umbau der Linie auf der Sinai-Halbinsel fertiggestellt. Auch ein kleiner Teil der Linie in El Arisch wurde umgebaut. Die Zahl der Briefe ist 1935 um 35 0',״, von 21 500 009 auf 29 Millionen gestiegen, die Zahl der Postkarten um 28«/0 von 2100000 auf 2 900 000. Die Zahl der Druck- Sachen und Muster um über 46 ";0 von 12 700 000 aut 18 500000. (Schluß des Palästina-Teils)