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Jüdische Rundschau · 1936-11-13 · Heft 91 (13.11.1936) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 91 (13.11.1936)
Date
1936-11-13
Page
– (sequence 12)
Language
German
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So'ü* 14 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 91, 13. XI. 1936 ״Mit Fahnen und Liedern“ Die Verherrlichung der Insurgenten und des Schaffens, der die ganze Bewegung durchpulst, durchpulst in besonderer Weise diese Universität, die berufen ist, in einer entscheidenden Epoche des Volkes diesem seine geistige Bahn vorzuzeichnen. Eine schwere und verantwnrtimgsvnllc Aufgabe innerhalb der jüdischen Freiheit.•;- Bewegung M, Stndcri t>!1, auf eure Schultern geladen worden: ihr sollt in Lehre mul Forschung die große Synthese zwischen westlicher Bildung und Judentum schaffen. Wir wollen und können nicht auf einen dieser beiden Faktoren verzichten, wir wollen aber auch nicht, daß sie in der Seele des Volkes in! Widerstreit liegen. Bis heute ist diese Synthese nicht vollzogen worden. Wir haben grobe Männer, voll von europäischer Bildung, denen die geistigen Schätze ihres Volkes fremd gelllieben sind; und wir haben umgekehrt große Talmidc Chacbamim, denen die europäische Wissenschaft und Kultur fremd geblichen sind. Nur ganz wenigen ist es gelungen, in ihrem Lehen die harmonische Verbindung dieser Elemente her/usteileti, nach der wir streben. Diese Verbindung zu schaffen ist die besondere Aufgabe der Studentenschaft der Hebräischen Universität. Sie verlangt eine große Anstrengung und unaufhörliche Arbeit an sich selbst. Es ist nicht genug (i a ran, <1 a ß i 11 r hebräisch sprechet. I )ie Sprache ist nur die erste Sprosse. Die Sprache saugt ihre Kräfte aus dem Worte, das in ihr gesprochen worden ist. Wer da glaubt, es sei genug, hebräisch zu sprechen, der wird bald fühlen, daß ohne jene lebendigen Kräfte, die der Sprache au* der! Quellen zufließen, die Sprache wie ein dürres Blatt verdorren muß. Eure!,flicht als Studenten der Hebräischen Universität ist es, euch den Quellen zu nahem, damit sie euch jenen vollen Segen spenden, der in ihnen beschlossen ist. Es gibt keinen Ort in der Weit, wo Os so leicht wäre, zu den Quellen zurüekzukehren wie diesen hier. Nützt die Möglichkeiten, die euch hier in so din/igarfit:t r Weise geboten werden! Auch jene unter euch, welche Lädier gewählt haben, die weit entfernt sind von der VLc-m nscluift des Judentums, sollen es sich zur Regel machen, Vorlesungen judaistischen Inhalts zu besuchen, sollen sich in Zirkeln organisieren, um die jüdischen Quellen zu studieren, sollen jeden freien Augenblick ausn ihren, um ihre indischen Kenntnisse zu vervollständigen. Möge min eure Wrilan-rbamiiig religiös ,sein oder nicht, dies eine müßt ihr wissen und iti eurem!.eben, jeder einzelne in seinem Leben, verwirklichen: l;s gibt keine Auferstehung für Israel, wenn es uns nicht gelingen wird, unseren Entschlafenen die Sprache zurückzuqeben, unsere Zukunft mit unserer Vergangenheit zu verbinden, aus unserer Vergangenheit die Zukunft neu zu erbauen. Die Ankunft der Kommission (Fortsetzung von Seite 1) Jerusalem, 11. November. (JTA.) Die Kgl. Untersuchungskomrnission für Palästina ist am 11. November um 6.30 Uhr in Lydda eingetroffen. Von besonderen Empfangsfeierliclikeiten ist völlig abgesehen worden (wahrschemlich mit Rücksicht auf die Araber, die sich infolge ihres Boykott-Beschlusses nicht hätten beteiligen können. — A. d. R. ״J. R.“). Zum Empfang hatten sich nur der Adjutant des High Commissioner und eine große Zahl von Journalisten «nd Photographen eingefunden. Lord Peel und die übrigen Mitglieder der Kommission bestiegen sofort die bereitgestellten Autos, denen zwei Polizisten beigegeben waren, und bei strahlend sonnigem Wetter ging die Fahrt zum King David Hotel in Jerusalem. Weder beim Eintreffen in Lydda, noch auf der Fahrt nach Jerusalem ist es zu irgendwelchen Zwisehenfällen gekommen. Das Oberste Arabische Komitee hat abermals eine Sitzung ahgehalten, in der beschlossen wurde, von dem gefaßten Beschluß, die Zusammenarbeit mit der Kgl. Kommission abztilehnen, nicht abzugehen- Auf Veranlassung der Herrscher der arabischen Staaten hat sich das Komitee jedoch bereit gefunden, eine schriftliche Begrüßung an die Kgl. Kommission zu richten, ferner soll dieser eine Denkschritt überreicht werden, die den Standpunkt der palästincnsischen Araber darlegt. In einer Sonderausgabe der ״Palestine Gazette“ ist eine Verordnung veröffentlicht worden, durch die der Kgl. Kommission richterliche Befugnisse eingeräumt werden, indem ifir das Recht zugestanden wird, Zeugen unter Strafandrohung v o r 7. u I a d e n. Der A n g 1 1 k ,ו n ist h e B i s c 11 o f von Palästina, (äeorg Francis, lut einen Atifru! veröffentlicht, in dein er betont, daß die l QbcrwiiKliing der Sel'-wiiTigkeiten auf einer geistigen Linindhcp־ erfolgen müsse, die 11111־ in einer Atmosphäre von Frieden, < irrerht’gki it und Bereitwilligkeit erreicht werden kann. Auch die Agnd.1t Israel veroifentlicht eine F.rk13r 1!11 g, vorm cs heißt, es sollen Gebete gesagt werden fvir eine erfolgreiche 1. ösnng der Aufgabe der Kommission, d ie darin besteht, ,,den Frieden im linde des Friedens wifderberzii-tellcn“ Der M 11 f t i von Jerusalem war aufgefordert worden, eitle ähnliche Botschaft an die Moslems zu erla-srii, ה her de r Boykottlicsdilulj beb ihn dies als undiirchtuli: bar ln ti ne Ilten, Lntgmvm den Mehlungen der übrigen arabischen Presse pcbrubt ״I :na■, tin״, daß die Vertreter der arabischen Könige vor der Kgl. Kommission nicht erscheinen, sondern ,sieh direkt mit der britischen Regierung verstaudigeu werden, der nach Berichterstattung der Kgl. Kommission die letzte Entscheidung zufällt. Wie die Tageszeitung ״liaboker“ meldet, will Prinz Talal, ein Sohn Emir Abdul las, Bekundungen vor der Kgl. Kommission machen, wenn diese Transjordanien besucht. Das Blatt meldet weiter, Emir Abdulla sei dagegen, daß sein Sohn vor der Kommission erscheint. Die arabische Non-Cooperation Die arabischen Zeitungen geben ihrer Genug• tuung über den Beschluß des Obersten Arabischen Komitees, die Kgl. Kommission zu boykottieren, Ausdruck, und sagen dem Obersten Komitee ihre volle Unterstützung zu. Dabei wird die Drohung ausgesprochen, daß die Ai aber die Ein- Stellung der jüdischen Einwanderung mit Gewalt erzwingen werden, wenn die Regierung nicht von sich aus die Einstellung der Einwanderung verfügt. Das Arabische Komitee haf Vertreter in die Dörfer entsandt, die zur Propagierung des Beschlusses des Komitccs betreffend Boykott der Kgl. Kommission Versa mm- Inn gen veranstalten sollen, um der Bevölkerung Oe-!«genheit zu gelten, ihre Solidarität mit diesem Be- Schluß durch Telegramme an das Komitee kundzutun. Ungeachtet des Boykottbeschlusses des Obersten Komifees werden auf arabischer Seite die Vorbereitungen für die Vertretung des arabischen Standpunktes bei der Kam- Mission fortgesetzt. Aus Tcl-Awiw wird uns berichtet: Der ״Dawar'‘ schreibt in einem Leitartikel über die militärischen Führer des arabischen Aufstands: Ein Insurgent kann mitunter behender sein als Polizei und Militär und ihnen entwischen. Berechnungeft politischer Natur, wenn wir sie auch für kurzsichtig halten, können den Verfolger dazu bringen, auf die Auslieferung des Insurgenten zu verzichten, wenn er sich über die Firenze jenes Landes geflüchtet hat, das ein Teil des Palästinamandals bildet. Gar nicht aber ist zu begreifen, daß der arabischen Presse erlaubt ist, den Auszug ihres Führers als ein Helden-Epos in Breite zu erzählen, wobei dieses Epos voll von Spott gegen die Regierung und voll von Verherrlichung der Taten des Insurgenten ist. Dazu kommt noch eine seltsame Einzelheit: das Verbot, den Namen des ״großen Anführers“ in der Presse zu erwähnen. Eine jüdische Zeitung, die ihn einmal nebenbei bei Namen nannte — sicher nicht in der Absicht, ihn z.u verherrlichen — wurde sofort verboten. Dies Kuriosum ist ein neuer Beweis für die völlige Blindheit der Regierung. Wenn man durch das Verbot ״Reklame“ verhindern wollte, so hat man das Gegenteil des Gewollten erreicht. Auch einen anderen Namen.darf keine Zeitung bringen, den Namen des Mannes, der bei Bethlehem fiel. Aber im ganzen Lande darf zur Bezahlung seiner Schulden und zur Erziehung seiner Tochter Geld gesammelt werden, im ganzen Lande werden Jugendausschtisse zur Ehre und zum Andenken des Gefallenen gegründet. Die erste Aufgabe dieser Ausschüsse ist: für die Uebcrführung des Gefallenen und für seine Bestattung in Jerusalem zu sorgen. Wer weiß, vielleicht bleibt uns auch das nicht erspart. Die zurückkehrenden Verschickten aus Sarafend werden am Eingang ihrer Städte und Dörfer mit Fahnen, Liedern und Reden begrüßt. — Niemand weiß, wo Beschränkte Einwanderung? Ein angeblicher Plan der Beamtenschaft New York, 9. November (Palcor) Die ״New York Times“ veröffentlicht einen Bericht ihres Londoner Korrespondenten, wonach die britische Beamtenschaft in London und in Jerusalem einen Plan formuliert hat, der die dauernde Festsetzung der jüdischen Immigrationsquote nach Palästina in einer solchen Weise Vorsicht, daß gegen die Schaffung einer jüdischen Majorität Sicherungen getroffen werden. Der Korrespondent erklärt, daß hinter dem Platt der allgemeine Grundsatz steht, daß die Höchstzahl der Immiration in irgendeinem Jahr nicht die Spanne überschreitet, ie zwischen dem natürlichen Zuwachs der arabischen Bevölkerung und dem der jüdischen Bevölkerung in dem betreffenden Jahr besteht. Das würde bedeuten, daß die Höchstzahl der jüdischen Immigranten in einen! Jahr, in dem der natiirliehe Zuwachs der Araber 25 000 und der der Juden 7000 beträgt, 18 000 sein wird. Die Bevölkerungs-Experten schätzen, daß ohne jüdische Immigration der Zuwachs der Araber den der Juden im nächsten Jahr um!8 500 'fibersteigen würde und im Jahre 1941 würde der Uebcrschulf auf etwas mehr als 17 001), im Jahre 1016 auf ungefähr 11)000 fallen. Wenn der Plan angenommen würde, fährt der Korrespondent der ״Ne,v York Times“ fort, und wenn die jüdische Immigration in dle en Grenzen gehalten wird, würde die Gesamtzahl der Juden in Palästina 111 zehn Jahren 36 0/0 der Gesamtzahl der Araber betragen, verglichen mit den gegenwärtigen 28 ״«, und die Araber wären von der sie verfolgenden Furcht befreit, zahlenmäßig in die Minorität zu geraten. Der Korrespondent weist darauf hin, daß das Kolonialamt darauf bestanden hat, daß es keine Politik auf lange Sicht annehmen wird, bevor die Kgl. Kommission ihren Bcrieht erstattet hat. Er unterstreicht aber, daß die Autoren des beschriebenen Plans die Fachmänner sind, auf die sich die Regierung als Berater stützt, und die Untersuchungs• Kommission werde notwendigerweise ihren Vorschlägen die größte Beachtung schenken müssen. Der Korrespondent fügt hinzu, daß es natürlich starke Einwendungen gegen jeden Plan geben wird, der vorschlägt, Immigration auf Grund politischer Erwägungen einzuschränken. Jede solche Einschränkung wird von den Zionisten als eine Ver- Setzung des Mandats hingestellt werden und in der Festsetzung der Befugnisse für die Untersuchungs-Kommission ist ausdrücklich vorgesehen, daß die Grundlage des Mandats nicht in Frage gezogen werden darf. Vertreter des Jischuw beraten Eine Konferenz von Vertretern des Jischuw, in der über Vorbereitungen zur Kgl. Kommission beraten werden soll, wurde am 10. d. M. im Büro der Jewish Agency unter Vorsitz von Ben-Gurion eröffnet. Anwesend waren rund 150 Vertreter der jüdischen Bevölkerung Palästinas, darunter Mitglieder der Exekutive der Jewish Agency und des Waad Leumi, sowie Delegierte der Histadruth, des Landwirtverbandes, des Industriellcnverbandcs, der Agudath Israel, der Rabbinste, ferner jüdische Mitglieder der Munizipalitätcn und andere führende Persönlichkeiten. Bcn-Gurion erklärte, die Vertreter des jüdischen Volkes werden vor der Kommission die Sache der Juden in allen ihren Aspekten darlegen, ihre historischen und politischen Rechte in Palästina, sowie ihre Forderungen an England, die auf drei Grundsätzen beruhen: 1. Auf der historischen Verbundenheit des jüdischen Volkes mit Palästina, 2, auf der unhaltbaren Lage der Juden in der Diaspora, 3. dem trostlosen Zustand des Landes und seiner Armut vor der Kolonisation durch die Juden und seiner Wiedererweckung durch die Juden. Ben-Gurion verlangte, daß der ganze Jischuw in den fundamentalen Forderungen eine geschlossene Ein- 11 c It s f r o n t bilde. An die Ausführungen Ben-Ourions schloß sich eine lebhafte Aussprache an. Der arabische Dichter und Philosoph E m i n al Rih a n i stattete der Hebräischen Universität Jcrusalcm einen längeren Besuch ab. Rihani, der lange in Amerika lebte und mehrere Bücher in englischer Sprache über arabische Themen veröffentlichte, wohnt jetzt in Syrien. Er hatte, wie wir berichteten, in Jerusalem auch eine Unterredung mit Wauchope. sich die Waffen der Insurgenten befinden. In Transjordanien, in den Bergen oder in den Dörfern? Nur eines ist klar: nicht in den Händen der Regierung! Die arabische Presse schreibt von einer ״Abmachung mit der Regier un g“, nach der die Insurgenten ihre Waffen behalten dürfen. Das mag in dieser Form nicht richtig sein. Tatsache aber bleibt, daß die Regierung sich nicht b c rn ii h t, die Aufstiindi• sehen zu entwaffnen. Wenn wir alle Tatsachen zusammennehmen: den geglückten Rückzug des Anführers, das Fehlen jeder Anstrengung von seiten der Regierung, seiner jenseits der transjordanischen Grenze habhaft zu werden, die öffentliche ungestörte Verherrlichung der Insurgenten, den Beschluß der Regierung von einer Entwaffnung Abstand zu nehmen, dann können wir uns nicht wundern, daß der Mufti sich jetzt rühmt, erreicht zu haben, daß ״das J!1dische Nationalheim bald außerhalb Palästinas sein wird“. Der High Commissioner hoffte in seiner Radio-Ansprache auf einen ״wahren, tiefwurzelnden Frieden“. Man muß sich wundern, woher er in einer solchen Atmosphäre diese Hott• nung nimmt, * Die arabische Presse Palästinas fährt fort, täglich über das Eintreffen Kaukjis in Bagdad zu berichten, wo ihm ein begeisterter Empfang zuteil geworden sein soll. Es heißt ferner, daß Kaukji von König Ghazi sowie von den Mitgliedern des neuen Kabinetts empfangen worden sei, die ihre volle Unterstützung der'Sache der palästinensischen Araber in Aussicht stellten. * In der Londoner ״Times“ wird scharfe Kritik daran geübt, daß der aus Palästina geflohene Rcbdlenführer Eauzi el Kaukadyi als Gast der Regierung im Irak sei und dort als Held gefeiert wird. ״Keine Lösung in Sicht“ Bedenken der ״Times“ Eine redaktionelle Stellungnahme der Londoner ״Times“ vom 10. Nov. zum Beschluß der Araber, an den Arbeiten der Kommission nicht teilzunehmen, bemerkt, daß die Führer der Araber Palästinas immer eine negative einer positiven Politik vorge/.ogen hätten; sie mögen sich getäuscht haben, wie sie auch sicher ihre Anhänger getäuscht haben, wenn sie glaubten, daß die britische Regierung wirklich in der Frage der jüdischen Einwanderung ganz nachgeben wird und daß die Intervention der arabischen Könige dein Kolonialministerium einen Vorwand hierfür liefern sollte. Der Mufti und seine Kollegen vom Obersten Arabischen Komitee haben sich eines taktischen Irrtums schuldig gemacht und die Interessen der arabischen Arbeiter und kleinen Bauern verraten. Auch in anderer Hinsicht habe sich die Situation in Pa* lästina nicht so gebessert, wie man es noch vor einem Monat gehofft habe. Zwar haben die Gewaltakte und der Streik aufgehört, aber es sei noch keine Verständigung zwischen den beiden Gemeinschaften erzielt worden. Die Araber organisieren einen Boykott jüdischer Geschäfte und wollen etwas vorschnell einen Konkurrenzkampf mit den Juden; die Juden treffen ihre Gegenvorbercitungen; beide Seiten scheinen den letzten Konflikt als eine ״erste Runde“ zu betrachten. Es sei noch kein Zeichen eines Kompromisses sichtbar und so sei cs möglich, daß die Kgl. Kommission keine Lösung entdecken wird, die für beide Teile annehmbar ist. Nach einem Bericht der ״Times“ geht unter den Arabern das Gerücht um, daß vielleicht die arabische n Herrscher, die ebenso wie die Araber Palästinas mit den! Ent- Schluß der Regierung, die jüdische Einwanderung weiter zu gestatten, unzufrieden sind, diplomatische Schritte in dieser Sache unternehmen werden. Die arabische Aktion, so fügt der Berichterstatter hinzu, spiegelt die tiefe und vveitverbrei* tete Verstimmung der Araber über das wider, was sie als eine neue Konzession an den klugen und beharrlichen jüdischen Druck auf die britische Regierung anselien. Man könne sagen, daß die meisten Araber illusorische Hoffnungen über das Aufhören der zionistischen Einwanderung gehegt haben und jetzt enttäuscht sind. Die konservative Londoner ״Morn in g Post" richtet an die Araber den Appell, ihren Beschluß, die Kgl. Korn* mission zu boykottieren, einer Revision zu unterziehen. Das Blatt weist darauf hin, daß die Einwanderung!'•- quote utn etwa 25 °0 gekürzt wurde und erklärt, daß sich ein für die arabische Sache schädlicherer Schritt kaum vorstellen lasse als diese Boykotterklärung. Der neue Oberrichter Zur Ernennung des neuen Chief Justice, Trusted, des bisherigen üeneralstaatsanwalts, schreibt ״Haarez“: Diese Ernennung wird zweifellos von der jüdischen Bevölkerung Palästinas mit großer Befriedigung aufgenommen werden. Das Amt des Obersten Richters ist das höchste Amt im Lande nach dem des High Commissioner«, Die hohe Stellung des Richters in den angelsächsischen Ländern gibt diesem das außerordentliche Reeht, die Tätigkeit der Ver- Wallungsbehörden zu kritisieren. Eine der wesentlichsten Aufgaben der Justiz ist es, über den Zwistigkeiten zu stehen und sich von jedem Verdacht der Parteilichkeit ferrmihaltcn. Zu unserem Bedauern hat die Justiz im Lande während der 18 Jahre der britischen Verwaltung diese Höhe noch nicht erreicht. Unter Sir Michael McDoncIl kämpfte die jöTische Anwaltschaft vergebens gegen die Ernennung von Gerichts* Schreibern zu Richtern. Erinnerlich ist auch noch der lang* wierige Kampf um die Ernennung eines jüdischen Richters beim Distriktsgericht in Haifa. Der neue Oberrichter wird als wichtigste Aufgabe die Reorganisation der Justizverwaltung und der Aufsicht über die Gerichte vorfinden. Mr. Trusted kennt aus seiner fünfjährigen Dienst* zeit im Lande die Mängel des hiesigen Justizwesens. Die angesehene Stellung, die er sich hier durch seine Unparteilichkeit, sein Wissen und seine Korrektheit erworben hat, bieten eine Gewähr dafür, daß er die Neuorganisation des Gerichtswesens auf gesunder Grundlage durchführen und die bisherigen Mängel beseitigen wird. Linoleum für Treppen, Laden, Zimmer und Küchen Anschläge kostenlos la Refer. / Gegr. 1891 OroBes Lager in Cocos-, BoucIC-u. VelourlBufem Friti Stoehr Memhardstr.1l{ Irühare MOiWStr.H El Barollnel*•®*••׳,

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