Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 91 (13.11.1936)
- Date
- 1936-11-13
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seife 2 JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 9!, 13. XI. 1936 Mitglied des Obersten Buiulcsgerichts der USA. Er gehört zu der kleinen Minderheit int Obersten Bundesgericiit, die für Roosevelts neue Politik cintratcn. Die Mehrheitsbeschlüsse des Oericlitshofs pflegen gegen seine Stimme (und oft auch die des anderen jüdischen Oberrichters Cardozo) gefallt zu werden, so daß man ihn den ״widersprechenden Richter“ (״the opposing judge“) nennt. Er stellt auf dem Standpunkt, datä die Haltung des Obersten Gerichtes gegen Roosevelt vielleicht dem Buchstaben, aber nicht dem Geist der amerikanischen Konstitution entspricht. In der heutigen Zeit, deren soziale Zustande vor 150 Jahren nicht vorhergesehen werden konnten, hat die Regierung andere Aufgaben: über alles das Wohl des Volkes zu sichern und nicht die Privilegien der Mächtigen, gegen deren Machtmißbrauch Brandeis sein ganzes leben gekämpft hat. in der Bostoner Zeit isl Branden a'־« Jude nicht 11er\orgetreten und wurde weder von der jiid. 51׳n noch von der nichtjiidischeu Oef.ci.llichkei. als. Jude he rac! tet. In der ״Jüdischen Rundschau“ wurde kürzlich (am 17. Juli (I. J.) darüber berichtet, wie Brandeis selbst in einer Unterhaltung in Boston (mit dem Schriftleiter der ״Jüdischen Rundschau“) seine erste Berührung׳ mit der Judenfrage schilderte: Gelegentlich eines Schiedsgeeichtes bei einem Arbeiterkonflikt in der New-Yorker Klcidcriiulustrie wurde sein scharfer Blick auf die Besonder!»■ iten jüdischen Wesens gelenkt. Bald darauf wurde er mit dem Zionismus vertraut, und damit begann ein neuer Abschnitt seines Lebens. Brandeis hatte sich Fit 1 offiziell der zionistischen Bewegung angeschlossen. 10U brach der Weltkrieg aus, und die Vereinigten Staaten von Amerika, als das größte neutrale Land, erlangten eine neue Position in der Welt. Auch für die zionistische Bewegung, deren Arbeitsmöglichkeiten in Europa sehr eingeschränkt waren, wurde Amerika mit einem Schlage ein Zentrum. Diese Situation erfalife Br.iruleis. Euter seiner Führung wurde eine ״provisorische zionistische Exekutive“ geschaffen, die die Kräfte der amerikanischen Juden zur Hilfe für die palästinensische Judenheit organisierte. Abgesehen von der materiellen Unterstützung, die Palästina hierdurch erhielt - neben den 1 .ebensmitleltransportcn ist vor allem das auf die Initiative von Brandeis zurückgehende grolle medizinische Hilfswerk der Hadassah zu nennen galt es aber auch die Zukunft vorzubereiten. Brandeis verstand, dall die amerikanische Judenheit berufen sein wird, bei dem bevorstehenden Friedenskongreß entscheidend an der künftigen Gestaltung des jüdischen Schicksals mitzuwirken; er faßte den Plan, die gänzlich unorganisierte Judenheit Amerikas in einem Kongreß zusammenzufassen. Gegen viele Widerstände führte er den Kongreßgedanken zum Siege. Zugleich gelang es ihm, die jüdischen Forderungen in bezug auf! Palästina bei der amerikanischen Regierung durchzu setzen. Brandeis stand in ständiger Fühlung piit den Männern, die in London bemüht waren, die englische Regierung m einer Stellungnahme für den Zionismus zu bewegen. Die englische Regierung hat vor der Erteilung der Balfour-Dcklaration die Meinung der amerikanischen Regierung erkundet. Das Eingreifen Wilsons, von Brandeis bewirkt, gab vielleicht den Ausschlag. Den I löhepunkt und Wendepunkt von Brandeis’Wirksamkeit innerhalb des Zionismus bildet die Jahreskonfercii/ von 10g() in London. Brandeis brachte damals eine Reihe \on Planen mit, die in der zionistischen Welt keine■ Resonanz fanden. Sein Gedanke war, nach der briang'iing des Palästina-Mandats die Zionistische Organisation von Grund auf uin/uändern, ihr ein lockereres Gefüge zu geben, andere Kreise, die vorher außerhalt) standen, in die Arbeit hincin/uziehen und alle Kräfte auf den ökonomischen Aufbau Palästinas zu konzenirieren. I.r gm״ davon aus, daß durch die Erlangung der völkerrechtlichen Anerkennung der Sieg des Zionismus enthchii ilen sei und daß für die Zeiten des Aufbaues ändert: Gesetze des Verhaltens gelten müssen als für die Zeit des. Kampfes um die Durchsetzung einer Idee. Seine Anschauungen wurden von den europäischen (besonders osuuropaKcheii) Zionisten, die bis dahin die fLu1ptmn>M> ihr Bewegung bildeten, a!)gelehnt, Und Brandeis zog sich bald daran[ vom jüdischen öffentlichen Leben zurück. Ls ist ein Gebot der Gerechtigkeit, heute aus/uspitclien, daß im Lichte der späteren Entvvicklung - auch der Entwicklung innerhalb der Zionistischen Organisation . sich in vielen Punkten (nicht in allen) die Richtigkeit der Ansicht von Brandeis erwiesen hat. Ls war ein t r a g i s che s Mißverstand 11 i s, aber eines, das psychologisch tief begründet war. Brandeis lebte in Wilsons idealistischem Glauben an eine Neu- Ordnung der Menschheit, aber auch er war nicht frei von einer etwas vereinfachenden und schematisierenden Auffassung der unendlich komplizierten Gewebe europäischer nationaler Realitäten. Diese Anschauung setzte sich leicht hinweg über die psychologischen Gegebenbeiten und Traditionen der Menschen und Völker, die ein vermmftmäßig noch so richtig erdachtes Programm zunichte machen. So scheiterte, verblutete Wilson. Und der Rationalismus führte auch Brandeis weg von der jüdischen Wirklichkeit. Diese Wirklichkeit war ein brodebitier Hevenkessel, erfüllt von einem Gewirr von Strömutigen und unausgegorenen Gedanken, die in den Qualen der Kricgszeit, der Revolutionen, der Pogrome aufgeschossen waren, ebenso wie ja diese Zeit die abenteuerlichsten und abstrusesten Ideen und Vorsteihingen auch innerhalb der andern, normal fundierten Völker wuchern ließ. Man hatte alle Maßstäbe verloren, hielt alles für möglich, fragte nicht nach Ursache und Wirkung und glaubte an Wunder, an Umsturz, an Ueberraschungen aller Art. Die jüdische Welt hatte die Stetigreit der Entwicklung und den inneren Halt verloren, Italiens Außenpolitik Die italienisch-englischen Beziehungen — Antisemitische Presseäußerungen Von unserem Berichterstatter Kr, Rom, 7. November Der anglo-ilal ienischc Konflikt im Mit• t e I iti e e r wird voraussichtlich noch lange die (.)Öffentlichkeit und die Diplomatie beschädigen. Heute sind wir noch am Beginn dieser Kontroverse, die durch die Eroberung des großen italienischen Kolonialreiches in Ostafrika und die Maclitverlagerung im östlichen Mittelmeer überhaupt erst akut geworden ist, Inzwischen wurde die Aufmerksamkeit auf die Vorgänge im Irak gelenkt, deren ״antiengiische Tendenz“ in hiesigen Blättcrmcldungcn hervorgehoben wird. Die ,,Az io ne Coloniale“ bringt in ihrer letzten Nummer einen aufschlußreichen Artikel darüber und bemerkt zum Schluß: ״Angesichts dieser Vorgänge im Irak und des unaufhaltsamen Vordringens der pan arabischen Be• wegung sollten die Worte, die Mussolini in Mailand an Großbritannien gerichtet hat, in London genau gewürdigt und berücksichtigt werden. Bevor die Araber einmal Ernst machten und es dann vielleicht zu spät sei.“ Der Zusammenhang, der hier zwischen der Rede Mussolinis in Mailand, dem V erstä ndigungsangebot an England zur Bereinigung des Miltdmeerkonfliktes und der Revolution im Irak angedeutet wird, ist bezeichnend dafür, wie man hier in Italien heute alles daransetzt, um England zur Anerkennung des neuen Kolonialimpcriums in Ostafrika zu bewegen und es auch sonst in den aktuellen Mittelmeerfragen wenn nicht zum Nachgeben, so doch mindestens zum Einlenken zu veranlassen. Was die jüdischen Interessen betrifft, so hatten wir an dieser Stelle schon darauf liiiigewiesen, daß der neue außenpolitische Kurs in Italien, der Mittelmccrkonflikt, das entschiedene Abrücken von Genf und die gemeinsam mit Berlin gezogene Abwehrstellung gegen der! Bolschewismus Italien in eine gewisse antisemitische Linie drängt, die ursprünglich nicht beabsichtigt war und die grundsätzlieh mit dem Faschismus und seiner Haltung in der jüdischen Frage nichts zu tun hat. Nichtsdestoweniger müssen wir mit Bedauern feststellen, daß die antisemitischen Aeußerungen in der italienischen Presse, die ursprünglich nur auf wenige Außenseiter-Blätter beschränkt waren, in letzter Zeit erheblieh /!!genommen haben. Man beschuldigt das ausländische Judentum antifaschistischer und anti-italienischer Tendenzen und schildert es als den Erzfeind, den überall im politischen Leben unterirdisch wühlenden Maulwurf, der die Freimaurerei und den Kommunismus geschaffen habe und alle jene zerstörenden Kräfte, die heute die europäische Zivilisation bedrohen. Das ist etwa der Gedankengang eines Leitartikels, den man eben hier in der weitverbreiteten ״T ribu na“ lesen konnte. Es heißt darin u. a.: ״Der kommunistische Gruß mit der geschlossenen Faust, der über Deutschland nach Frankreich gekommen ist, ist eine Erfindung jüdischer Agitatoren. Scheinbar wird dieses Zeichen mit der geschlossenen Faust auch bei gewissen Anlässen in den Synagogen gemacht.“ (!) — Der Verfasser des Artikels, Francesco Scardaon i, ist vermutlich niemals in einer Synagoge gewesen. Jedenfalls hat er nicht die geringste Ahnung von jüdischen Dingen, und es ist seltsam, daß eine so abstruse Behauptung den Lesern vorgesetzt werden kann. Man verfolgt jetzt hier die Taktik, die einheimischen Juden zu schonen, ihre Zuverlässigkeit und erprobt nationale Haltung zu rühmen, wahrend man um so schärfer gegen die ausländischen Juden polemisiert. Aus der Tatsache, daß heute in verschiedencn Ländern, mit denen Italien zur Zeit keine guten Beziehungen unterhält, Juden in hohe!! und höchsten Staats- Stellungen sind, folgert man eine Antipathie oder gar feindselige Haltung des ausländischen Judentums gegen den Faschismus und das heutige Italien. Mau übersieht, daß Juden in allen politischen Lagern anziitreffcn sind und daß sie zum Teil sehr konservativ eingestellt sind. ' Es ist sehr zu bedauern, daß sich angesehene italienische Zeitungen, die bisher nicht die geringste antisemitische Tendenz hatten, heute zu solchen antijüdischen Artikeln versteigen, die in einem Lande wie Italien, in dem es keine jüdische Frage gibt, nicht verstanden werden und keinerlei Resonanz finden. Es muß auch immer wieder darauf hingewiesen werden, daß die Behandlung der Juden in Italien von seiten der amtlichen Stellen und Behörden nichts zu wünschen übrig; läßt und daß die Juden hier als Staatsbürger, insoweit sic ihre vaterländischen Pflichten erfüllen, volle Gleichberechtigung genießen. Die gegenwärtige antisemitische Tendenz, in der italienischen Presse — ünd das ist das Merkwürdige and Charakteristische zugleich — hat einen rein außenpolitischen Ursprung und entspricht außenpolitisehen Zielsetzungen. Dr. Osias Thon Wie uns nach Schluß des Blattes gemeldet wird, Ist In Krakau Dr. Osias (Jehoschua) Thon Im Alter von 66 Jahren gestorben. Mit i!1!n ist eine universelle jüdische Persönlichkeit daliingegangen, die sich die größten Verdienste um das polnische Judentum und 11m die zionistische Bewegung erworben hat. Thon gehörte zu dem Kreise, der in Lemberg zusammen mit Ehrenpreis, 'Brande u. a. die Keimzelle des Zionismus in Galizien bildete. Diese junger!’ Rabbiner, die eine Synthese jüdisch-hebräischer Bildung und europäischen Wissens anstrebten, wurden zu Pionieren eines modernen nationalen Judentums, zugleich Bahnbrecher der hebräischen Sprachbewegung. Thon war ein brillanter hebräischer Schriftsteiler, er meisterte auch die deutsche und polnische Sprache in Wort und Schrift, war ein mitreißender Redner und ein klüger politischer Kopf. Seit dem Auftreten Herzls stand er in der vordersten Reihe der zionistischen Kämpfer, und in den Nachkriegsjahren wurde er auch im polnischen Sejm ein jüdisch-politischer Führer und tapferer Vertreter der jüdischen Interessen. Er war unermüdlich tätig, bis er durch seine schwere Krankheit gezwungen wurde, sich auf Schriftsteilcrischc Arbeit zu beschränken. In Wahrheit war dies auch seine eigentliche Liebhaberei. Als Schreiber dieser Zeilen ihn in Krakau im März dieses Jahres besuchte, waren ihm die Spuren der Krankheit deutlich ins Gesicht geschrieben; aber trotz körperlicher Erschöpfung war sein Geist rege, sein Verständnis für die Dinge der Zeitgeschichte schärfer und klarer als bei manchem Jungen. Nun ist er dahingegangen, einer aus der alten Garde. Ueber seine Verdienste wird noch z.u sprechen sein. __ W, ״V er ständig: ungs - Bereitschaft ‘ ‘ Rade Brodelakye in London Auf einem Bankett, mit dein die 17. Jalireskonfercnz des Verbandes zionistischer Frauen Großbritanniens und Irlands ihren Abschluß fand, hielt der Leiter des politischen Departments der Jevvish Agency, Prof. Brodetsky, eine Rede, in der er einen Ueberbiick über die politische Lage in Palästina gab, die Verständigungsbereitschaft der Juden gegenüber den Arabern betonte, gleichzeitig aber erklärte, daß damit keine Aufgabe der Grundprinzipien des Jüdischen N a t i 0 n a 111 e i ni s verbunden sei. Mrs. Siet'f erklärte, der Zionismus sei in dem Leben der jüdischen Frauenschaft Englands zu einem lebendigen Bestandteil geworden. Dr. Celina Sokolow begrüßte im Namen des Tarbut-Vcrbandes. bevor sie noch den Ucbergang von der Ghetto-Romantik zur Gestaltung eines realen Lebens hatte vollziehen können. Mau mag diese Welt, in der doch ungeheure Kräfte schlummern, beurteilen, wie rrsati will, aber so war sie eben, und Sache des Politikers ist es, nicht nur Programme zu entwerfen, sondern auch mit dem Material seiner Politik zu rechnen. Als Brandeis im Jahre 1920 auf der Londoner Jahreskonferenz mit dieser jüdischen Welt zusaininentraf, standen sich die beiden völlig fremd gegenüber, und es ist nicht gelungen, die Brücke zu schlagen ״von Pinsle nach Washington“, um ein damals viel zitiertes, aber nicht sehr glückliches Weizmann-Wort zu gebrauchen. Man saß drei qualvolle Wochen, dann fuhr der eine nach Osten, der andere nach Westen; beide Teile waren deprimiert und hatten die Ueberzeugung, von dem andern vergewaltigt worden zu sein. Für Brandeis bedeutete die Londoner Konferenz, deren Präsident und zentrale Figur er war, auch das Ende seines Wirkens in der Weltorganisation. Nicht nur die bekannten Differenzen und Konflikte waren die Ursache von Brandeis’ Ausscheiden. Vielmehr scheint es uns, daß die veränderte Weltlage viel dazu beitrug, Brandeis die große Betätigungsmöglichkeit zu rauben, die er in einer bestimmten eigenartigen historischen Konstellation gehabt hätte. Die Welt nach dem Zusammenbruchc der Wilsonschen Ideen war nicht mehr seine Welt. Er wurde wieder der ״große Schweiger“. Auf der Rückfahrt von der Jahreskonferenz entwarf er sein bekanntes Memorandum, das —־ nach dem Namen seines Dampfers — das ״Seeland-Programm“ genannt wurde. Aus dieser Denkschrift spricht noch heute ein bewundernswerter konstruktiver Geist. Aber der anhebende Kampf um den Keren Hajessod drängte alle sachliehen Fragen in den Hintergrund. Brandeis war der Ansicht, daß eine Fortsetzung der Geldsammlungen in Amerika unmöglich sei; Palästina konnte aber nicht warten, und so mußte der Keren Hajessod in Amerika gegen Brandeis errichtet werden. Der Versuch seiner Gruppe, auf ״geschäftlicher Basis“ Geld in größerem Maßstab aufzubringen, seheiterte. Die Betrachtung des innerzionistischen Konflikts mit Brandeis hat heute nur noch historischen Wert. Die Fragen selbst haben ihre Aktualität verloren, da wir vor ganz neuen Verhältnissen stehen. Die Entfremdung zwisehen Brandeis und der zionistischen Führung blieb bestehen, aber im übrigen hat er sich mit seinen Gegnern von damals innerlich versöhnt. Er bewundert die Leistungen der Chaluz-Generation und anerkennt die Fähigkeiten der Jüngeren, die jetzt die Geschäfte des Zionismus führen- Er ist bereit, mit Rat und Tat zu helfen, wo er kann. Er ist überzeugt, daß Palästina die einzige Rettung des jüdischen Volkes ist. Ein Mann, der selbst völlig verwurzelt ist im amerikanischen Leben, blickt für die Zukunft auf Palästina. Seine Lebensgeschichte ist das merkwürdige und großartige Epos einer Rückkehr zum Judentum, und zwar nicht, wie wir das in manchen europäischen Ländern eriebt haben, eine unfreiwillige Rückkehr unter dem Drucke des Antisemitismus, sondern aus freier Entscheidung und sittlicher Notwendigkeit, als freier Mann in einem Lande, das thu mit einem der höchsten Ehrenämter betraut hat und ihn stolz zu den Seinen zählt. Brandeis ist der Typus eines bescheidenen, in strenger — fast wäre man versucht zu sagen: ״puritanischer“ — Einfachheit lebenden Menschen. Er ist dem Pomp äußerer Ehningen abhold. Aber die Glück w ü n s c h e des jüdischen Volkes, die ihm zu seinem 80. Gcburtstage aus allen Teilen der Welt zukomtnen werden, sind eine Botschaft der Verehrung; ein aufrichtiger Tribut für ein im Dienste des Rechtes und der Wahrheit geführtes Leben, das zugleich ein voller Einsatz für die Ehre und die Zukunft des jüdischen Volkes ist. H*upt*chriltleit־«rs Dr. Robert Weltsch, Berlin - Charlottenburg 8 (auch verantwortlich für die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter! Kurt Loewe natein. Betlin W 15 Anreigenlciter und verantwortlieh für den Inhalt der Anieigent Hermann F i n n, Berlin W )5• Gültig Anzeigen Preisliste S vom 1. April 1938. Verlag und Anteigen vei wallung: Jüdische Rundtrhiu, Berlin W15, Meinet« estr. 1& D.-A. Oktober 35 064. — Druck: Siegfried Scholcm, Bln.-Schöneberg.