Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 89 (6.11.1936)
- Date
- 1936-11-06
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 89 6 XL 1936 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 13 Palästina und Syrien-Libanon Jahr 1033: Jahr 1034: Jahr 1035: Januar—August 1036: Die Gefahren der Franken-Devalvation Von Dr. J. Adler, Tel-Awiw Die Abkehr Frankreichs vom bisherigen Gold-Standard des Franc (Ermäßigung des Feingold-Gehalts von bisher 651/2 auf nunmehr 43 bis 40 Milligramm) erweist sieh auch für das Wirtschaftsleben unseres Nachbarlandes im Norden von außerordentlicher Bedeutung. Im Mandatsgebiet Syrien- Libanon gilt als Währung das syro-iibancsisehe Pfund (I.I.S), das — analog׳ der Verknüpfung unseres LP mit dem Pfund Sterling — in fester gesetzlicher Relation an den französisehen Franc gebunden ist, und zwar auf dieser Basis: 1 US -.20 ־ Francs. Bei dieser Bindung wird es wohl voraussichtlich auch verbleiben, wenn demnächst auf Grund ihrer neuen Abmachungen mit Frankreich die Republiken Libanon und Syrien eine gewisse Selbständigkeit erhalten. Um so wichtiger ist es für uns, die wir mit der syro-libanesischen Volkswirt- Schaft in vielseitigen! Güteraustausch stehen, die Aus- Wirkungen der Franken-Devalvation im Zirkulatimisbereiehc des LLS, zumal im Hinblick auf den Außenhandel, zu beobachten. Da früher, nach der Londoner Durchschnitts-Notierung per August 1030, für ein Pfund Sterling 70,2S Francs zu zahlen waren, so ergab sich, bis zum 21. September 1036, für das LP ein Kurs von '3,81 LLS, b/.w. für das LLS ein Kurs von 202 palästinensischen Mils. Wird nunmehr künftig sich ein Kurs-IXircbsclinüt von etwa 101) Francs für ein Pfund Sterling herausbiklen, so wird automatisch unser LP auf rund 5 LLS steigen, dagegen das LLS auf rund 200 palästinensisclie Mils sinken. Vorausgeset/t, daß sich das allgemeine Warenpreisniveau in Syrien-Libanon nicht wesentlich erhöht (in der Tat haben sich dort Preissteigerungen bisher nur in einzelnen Wirtschaftszweigen und keineswegs generell gezeigt), darf man unserem Außenhandel mit Syrien-Libanon folgende Prognose stellen: 1. Alle aus Palästina (wie auch aus Großbritannien und anderen Ländern mit unverändertem Wäiinuigsstaml) kommenden Waren werden sich für den syro-libanesischen Importeur um etwa 30 Prozent verteuern; dies wird unseren Export nach Syrien-Libanon entsprechend erschweren. 2. Alle Waren, die aus Syrien-Libanon (wie auch aus Frankreich, Holland, der Schweiz, der Tschechoslowakei, Italien, Griechenland, Lettland) nach Palästina gehen, werden sich für den palästinensischen Importeur um etwa 30 Prozent veTbilligen, dies wird den syro-libanesischen Export nach Palästina entsprechend erleichtern. Infolgedessen wird sich unsere auch bisher schon stark passive Handelsbilanz mit S y r i e n - L i ־ banon noch ungünstiger gestalten. Wnrenpinfuhr!,nlnstinns Warenausfuhr Palästinas aus Svri<*n־I-ihanon: nach Syrien-Libanon: i*p rp 942 663 212 982 1 083 095 222 (>!3 1310 363 302 988 619 379 192 353 Bisher sland Syrien-Libanon unter unseren Lieferanten an 4. Stelle (7,3 0,״ unserer Einfuhr in 1935), unter unseren Abnehmern an 3. Stelle (7,2 11 ״ unserer Ausfuhr in 1935). Dieses Verhältnis wird sich fü! uns sehr verschlechtern, da Syrien-Libanon ganz sichtbar bereits heute dazu neigt, dank (es devalvierten LLS weniger von uns zu kaufen und mehr an uns zu verkaufen. Sehr interessant sieht die Sache aus, betrachtet man sie nun auch einmal vom syro-libanesischen Standpunkte her. Syrien-Libanons War»>neinfuhf: insgesamt: davon aus Palästina: LUS LLS!934: :36 832 «X» 825 OOO 1935 : 39 384 000 1 122 000 Palästina rangiert heute unter den Libanons erst an elfter Stelle! Syrien-Libanons Warenausfuhr: inspesamt: davon nach Palästina: LLS LUS 1934: 15 564 000 3 107(00 1935: 21 785 000 5 343 000 Palästina besetzt unter den Abnehmern Syrien-Libanons heute weitaus den ersten Platz! Da zwischen Palästina und Syrien-Libanon seit dem Jahre 1929 ein Handelsvertrag besteht, wonach beide Länder den beiderseitigen lokalen Erzeugnissen aller Art (mit Ausnähme von Sa!/, Alkohol, Tabak, Streichhölzern) zollfreie Einfuhr gewähren, so wird einer schweren S c 11 ä d i - g u n g unserer Volkswirtschaft durch die Auswirklingen der LLS-Devalvation mir dadurch zu begegnen sein, daß die Palästina-Regierung die schon längst geforderten und avisierten Verhandlungen mit der syro-libanesischen Mandatsverwaltung schleunigst aufnimrnt, die eine für die palästinensische Produktion lebensnotwendige Aenderung des Handelsvertrags 711m Ziele haben. Welche Gefahren das neue syro-libancsische Valuta-Dumping für wichtige Zweige unseres agrarischen und industriellen Schaffens mit sich bringt, zeigt ein kurzer Deberblick der größten Posten der syrolibanesischen Ausfuhr nach Palästina in den beiden letzten Jahren (in der Rangordnung von 1935). Syro-libnnesische Ausfuhr nach Palästina : Kunstseidenstot'fe Olivenöl: Eier: Gerste: Schuhwaren: Lebende Schafe: Bier: Weizen: Fertigwaren aus Baumwolle: Süßwaren: Mehl: Orientalische Ebenhol/möbel.־ Schals usw.: Fußhodcnpiaften: Diverse Kupferwaren: Die Verbilligung all dieser und noch vieler anderer syrolibanesischer Erzeugnisse ganz plötzlich um rund 30 Prozent wird für die Gersten- und Wei/enkulfur, die Geflügelzucht, die Olivenöl- und Mchiproduktion, die Bierbrauerei, die Süß- Warenindustrie, die Textil-, Bekleidungs- und Srbuhwaren- Industrie, die Möbelhersteilung, die Metallindustrie unseres Landes eine neue Verschärfung des Wettbewerbs auf ihrem eigenen Inlandsmarkte darstcilcn. <) 11 n e Zeitverlust m u ß dafür gesorgt w e r d e 11, 11 a ß d i e Z o 11 f r e i 11 c i t s v r o -1 i b a n e s i s c I! e I ’ rodukte mindestens Lieferanten Syrien- 1.1 ■S l.LS 3 10 613 4t11 509 72 224 351 13S 59 73S 319 963 74 444 229 593 124 689 226 677 14 48t 225 475 33 734 185 917 361 232 159 036 6(! 692 15S 750 71 143 136055 HK) 678 132 372 39 648 116 356 59 272 73 713 32 584 53 911 22 674 49 609 f t e i der Libanon. Dessen wichtigste Posten waren im letzten Jahr: Haushaltsseife (1 15 365 LLS), Trikotagen und Unterkleidung aus Baumwolle und Leinen (108 924 LLS), Wassermelonen (106 077 LLS), Erdnußöl (89 044 LLS), Sesamkörner (62 280 LLS), getrocknete Schaf- und Ziegenfelle (51387 LLS); ferner: getrocknete Großviclihäute, Därme und Tierblasen, Orangen und Mandarinen, Gurken, Linsen, Weizenmehl, Süßwaren, Zcment, Spiegel, Glasflaschen, Feinlederwaren, Krepp (Gcorgette und Satin) aus Naturseide, Fcrtigkleidung aus Kunstseide, aus Wolle und aus Baumwolle, Strümpfe und Socken aus Kunstseide und aus Baumwolle, Wäscliekonfcktion aus Baumwolle und aus Leinen. In sämtlichen soeln-n genannten Artikeln — nur mit Ausnahme von getrockneten Großviehhäuten, Linsen, Weizenmehl, Süßwaren, Zement, Spiegeln und Glasflaschen — war Palästina im letzten Jahre bereits der führende ausländische Lieferant des syro-libancsischcn Marktes (31,2 Millionen Konsumenten!) geworden und durfte auf einen -MAGISTER KIRSCH- Der gute Likör Magister-Likörfabrik, München VII weiteren Ausbau dieses Geschäftes rechnen. Um so bedauerlieber die Tatsache, daß jetzt die LLS-Devalvation unsere Waren für Syrien-Libanon plötzlich um rund 30 Prozent verfeuert hat, zum Vorteile des konkurrierenden Angeliots aus jenen Ländern, die am 2t. September 19% und in der Folgezeit ihre Valuten abwerteten. Unsere Exporteure werden dadurch vor die schwere Frage gestellt, inwieweit sie durch Preisermäßigungen ihre Absatzaussichten wiederherstellen können. Da die LLS-Devalvation, von Palästina aus gesehen, auch eine Verbilligung von Hafengebühren, Eisenbahn- und Lastauto-F'rachten, Kommissionär-Provisionen und sonstigen Kosten des 7 w i s c h e nhandels u nd T ransitverkehrs in Syrien-Libanon mit sich bringt, erscheint der Hinweis keineswegs überflüssig, daß eventuell auch wieder mit einer verstärkten Konkurrenz Beiruts gegenüber Haifa im Durchgangsverkehr nach und von Palästina zu rechnen ist. Im Jahre 1935 erreichte die Haifaer Dampfer-Frequenz 4 990 535 Tonnen, gegenüber bloß 2 410000 in Beirut. Die svro-libancsische Wiederausfuhr von Auslandswaren nach Pa- Ja st in a stellte siel) im Jahre!935 mir auf 211 (KM) LLS, der svro-iibancsische Transit von Ausiandswaren nach Palästina auf 731 OOO LLS. Also hatten wir uns schon in weitestem Maße vorn Umwege über Beirut emanzipiert. Daß nunmehr hierin keine Rückschläge zu unserem Nachteile eintritt, hängt vor allem von der künftigen Gebührenpoiitik der palästinensisehen Halen- und Bahnverwaihing ab. Strategische Verkehrswege Die von der Palästina-Regierung vor einigen Jahren in Angrift genommene Chaussee Gaza—Akaba ist in diesen Tagen fertiggestellt worden. Die 20 m breite Straße ist so stark gebaut, daß auf ihr ein lebhafter Verkehr von Militärkraft wagen und schwerer Artillerie vor sich gehen kann. Nunmehr hat die Regierung auch den Plan Tür den Bau einer Eisenbahnlinie von Gaza nach Akaba fertiggestcllt und bestätigt. Mit dem Bau der neuen Linie, die parallel zur Straße geliihrt werden soll, wird in der nächsten Zeit begonnen werden. Innerhalb eines Jahres soll die Bahnlinie fertiggestellt sein. Ein großer Heeresflughafen bei Akaba steht vor der Vollendung. _ Neue Industrie-Zölle Jerusalem, November. (JTA ) Der lligh Commissioner hat auf dem Verordmiugswege neue Schutzzölle für I nd u s t r i c w a r e 11 erlassen. Ein neuer Zollsatz wurde für Korken geschaffen; außerdem ein So!1der/oll für gußeiserne Etnaillebadcwannen und ein Spe/iaUoll für Ketten, Sprungfedern mul Haken für die Matrat/euerzeugung. Die Zollfreiheitsbest immun gen für den Rcgierungsbedarf w״rde11 erweitert und in neuer Fassung bekannt gemacht. Zollfreiheit genießen jetzt außer den für den Regierungsgcbrauch eingeführten Waren auch solche Gegenstände, die aus palästincnsischen Zollagern an die Regierung verkauft werden. Außerdem werden Nickelklammern und Silberlötplaften für die Kunstzahnerzeugung vom rinfuhr/oll befreit. Wirtschaftsforschung Das Ockonoin isclie 1 der Jewish Agency, in dem tu! 1 rc 11 mitarbeiten und das unter der o r -• k . - - Institut de Wirtschaftler Palästinas Leitung von Dr. Arthur R u p p i n stellt, hielt heute eine welcher die verzweigte Tätigkeit wurde, die sich in der I iauptsaciie Gesichtspunkten der Ausdchnui f ä h i g k e i t 1׳ a 1 ä s t 1 n :1 s 11, schm hat das Institut umfassendes Maler die Kgl. UntcrsUcl1ungs-Kt1111mi"ion Pressekonferenz ab, in des Instituts dargestellt mit allen wirtschaftlichen 1 g d t: r Aufnahmetu.;;, in der letzten Zeit lai zur Vorbereitung für bearbeitet. Barmizwah-Terniin. Die Awiw, findet nicht, am Baannzwah ries 21., sondern a Knallen 8 c h i; n b a 0 h, Teln 28. November statt,. Palästinensische Käufe in der Tschechoslowakei. Aus Prag wird berichtet: In der T-d1c׳c!1u>!<>\vake1 weiit seit einiger Zeit Generaldirektor Liter vom Zcntralvcrnaml vier p a 1 a s t! * 11 e n s i s c |ן e!1 K o op e r a t i v e 11, um Linkaiife von mehrereu H)O(K) Pfund zu tätigen. Ls wurden größere Mengen von Zucker (um mimlestcstens 10 000 Pfund), Papier, Metallwaren, Glas- und Porzeiianwaren angekauft. Ls handelt sich in der I Iauptsaciie um tschechoslowakische Zusatz« exp orte in Verbindung mit den zugunsten des jüdischen Nationalfonds (Keren Kajemcth) bewilligten Transfers für die Anleihe, die dieser Fonds in der Tschechoslowakei dem• nächst atiflcgen wird. Theater - Premieren Tel-Awiw, im Oktober ״Topaze“ von Pagnol Im Hapocl-Saal startet (Amboß), ein Kollektiv Daniel. Daniel ist keine weise suspendiert wird. Nicht minder bedenklich sind aber auch die Konsequenzen I I S-f)!■Valvation für unseren Export nach Syrienunter dem Namen ,,Saddan“ unter Führung von J. M. Neuerscheinung im palästinensisehen Theatericben. Bereits vor mehr als zehn Jahren leitete er als Regisseur einer dramatischen Gruppe ״Messachkej Hatai“' und später als Regisseur einer größeren Zahl der ersten ״Matate“-Programme, Pionierarbeit, während er die letzten Jahre iin Auslände zubrachte. Als Eröffnungsstiick wählt er ■Pagiiols ״Topaze“ (in Berlin mit Klopfer und mit Pallenberg in der Titelrolle aufgeführt). Pagnols Stück ist eine geschickt gebaute, fein-pointierte Satire mit dem Thema ״Korruption“. Die Aufführung ist sauber und beweist einen guten Blick des Regisseurs bezüglich der Rollenbesetzung. Der Schullehrer Topaze, der als Strohmann in einen kaufmännischen Betrieb zweifelhaften Charakters placiert wird, und der — aus seiner ehrlich-naiven Lethargie erwachend und seine moralischen Hemmungen überwindend — dann die Gauner übergaunert, ist bei Kaiman Konstantine^ einem früheren ״Obel“- Schauspieler gut aufgehoben. Allerdings bleibt er dem zweiten Teil der Rolle, in dem er sich zum Lebemann gewandelt hat, einiges schuldig. Eine svropatische Neuerscheinung auf der hebräischen Bühne ist Frau Schindler. Sie verstellt es, einen Dialog zu führen und bewegt sich mit Sicherheit und Giiarme auf der Szene. Man wird sie gern häufiger sehen. C h u r g a! — vom ״Matate“ herkommend, — ist konzentriert und einprägsam, vielleicht noch um eine Nuance zu laut und überbetont. Das gleiche gilt für den Roger des jungen begabfen Schauspielers Arieli (früher ״Palästinensische Komödie“.) Zu erwähnen noch Esther Taube, deren Rollenfach nach einer früheren Aufführung Ooctzschcr Einakter zu urteilen, eher das komische sein dürfte, sowie die ausgezeichnet versorgten Chargen von Heinz Sarnow (früher in Berlin, liier ein erfolgreicher Debütant), von Kogan, der seine feine komische Wirkung ganz aus der Bewegung holt, und von K a d a r i, als Direktor des Schüler-Pensionats, der in der Beurteilung der /׳öglingsleistungen stark durch die Zahlungsfälligkeit der Eltern beeindruckt wird. Der kleine Sarnow, als einer dieser hoffnungsvollen Knaben, machte seine Sache ausgezeichnet. Das hübsche Bühnenbild, das die an sich ungünstigen Biihnenvcrhältnisse vergessen ließ, besorgte Genia Berger, die hebräische Uebertragung Raffael Elias. ״Arm wie eine Kirchenmaus“ Im Jascha Haifez-Saal hat sich eine Gruppe von Schau- Spielern, die früher teils dem ״Theafron Ivri-Haifa“, teils der ״Palästinensischen Komödie“, teils dem ״Thcatron Chadasch“ angchörten, zusammcngefutiden, um eine hübsche, wenn auch nicht sehr belangvolle Komödie, auf/tifültrcn. Der Ungar Ladislaus Fodor gibt seinem Stück den Untertitel ״Legende aus der Welt des Kapitals“ und beseitigt solchermaßen den Verdacht, als verlange er ernsthaft von seinen Zuschauern Glauben an die Karriere dieser armen Kirchen tu,ins, der arbeitslosen Sekretärin Susi Sachs, die das Glück hat, die Privatsekretärin des berühmten Bankpräsideuten Dr. Thomas zu werden, und die ihren Posten nur wieder verliert, um ihn mit dem lebenslänglichen einer Gattin des von ihr geliebten ״Boß“ zu vertauschen. Die üblichen Komödien-Vcrwickiungcn (zwei andere Männer, die Susi gleichfalls lieben urtd eine Rivalin, die fast den Sieg davonträgt), beleben das Ganze weniger als der sehr hübsche Dialog. Die Aufführung unter Regie von Alfred Wolf zeichnet sich durch Gepflegtheit aus, die sich rein äußerlich doku• mentiert in der Wahl der Requisiten und Kleidung, die dem Milieu des Stückes entsprechen. Für das geiungene Bühne»• biid zeichnet Isa Hershkovits verantwortlich. VC-'olt gibt dein Dialog viel Tempo, jedoch wäre» einige Striche dem Ganzen noch förderlich. Den Dr. Thomas spielt Josef S c h a p i r a, eigentlich ״jugendlicher Charakterspieler“, verleiht er diesem Vierziger mit angegrauten Schläfenviel Charme, Liebenswürdigkeit und Elastizität. Abraham S k 1 a r s h hat mit einer kleineren Rolle nur geringe Spielmögliehkeiten, mit denen er jedoch aufs neue seine Begabung — nicht zuletzt für das Komische — beweist. Seine Maske war etwas zu deutlich. Die ״Kirchenmaus‘' ist Raeliei Markus. Ohne Frage ist sie ein Talent. Das wird auch an diesem Abend deutlich spürbar. ,Aber es wäre noch vieles zu verbessern. Insbesondere ist ihr Tori fast, durchweg zu ekstatisch und ein wenig arm an Nuancen, ihre Mimik wirkt häufig äußerlieh, statt vom momentanen I: zweite Frauenrolle, die Rivalin, betreut. Es wäre Sache der R׳. dämpfen. Eine beachtenswerte des Dr. Thomas, der unter leidet — der junge Michael S, treues Faktotum Selnm/1, der Firma seines Chefs verwach Charge, jedoch ohne die• ein/tidringeii, die die L'o Wolf läßt zu Beginn hang, von einzelnen oder vortragen, deren luib-d Jelnula H. Wohl besorgt Abstand /.wischen den er des Jaselra I laifcv-Saak’s, der! Darstellern die nofweiidu heit. Die Uebertragung in c׳!u Moshe Danber. Es soll nicht unerwähnt rieben Iiervorgo/aubert, Die wird von Antigone Bing •gie gewesen, hier vieles ZU Leistling bot — als Sohn der Prominenz des Vaters Wollt. Ahnron 1 reitag, als seit Jiihr/clmtcn mit der en ist, liefert eine brauchbare 111 licl inliaiH ■re Gefilde der Komik mai le be eines jeden Aktes, vor dem Vormelm! en Schauspielern Chansons e, sehr immika li-elie Vertonung, ׳. Li eilieh wirkt hier der geringe ten sei!!> <cttreiluai und (irr Buhne oreml, und es fehlte auch ■iehtigkeit und Unbefangen- iges I |t br.iisch stammt von Hebräischen bei einigen Schauspielern, im Lande sind, sich im Vergk um vieles gebessert hat. Die Sprachbciiandjung muß aller werden. bleiben, daß die Diktion des die noch nicht lange ■ich zu früheren Aufführungen Forderung nach einwandfreier u n vor mim! ert aufrechterbaltcn Friedrich Lobe kann in diesen Tagen auf eine dreißig• jährige Bühnenlaufbahn zuriickblicken. Seine Tätigkeit ala Schauspieler in Berlin und der deutschen Provinz ist hinreichend bekannt. In den letzten Jahren vor dem Umsturz standen die ״Hamburger Kammerspick■“ unter seiner Leitung. Im Jahre 1933 kam Lobe Marli Palästina und wurde von dem Arbeiter-Theater ,,Ohe!“ ais Regisseur verpflichtet. Er besorgte u, a. die Einstudierungen von ״Dantons Tod“, ״I iliont“, ״Stempelbrüder“ und ״Scliwejk'׳ und half so der Kühne, die sich variier und nebenher unter Regie ihres Leiters Moshe I lalevv last ausschließlich jüdischen Stoffen widmete, ihr Repertoire zu erweitern. Zur /eit arbeitet ״Olie!“ unter Lobe an Vorbereitungen für eine ״Kreide« k re i s“-Aufführung. Die 1 iitacliduth Oicj Germania lud zu einem Abend ein, an dem Lobe in diesem geschlossenen Kreis das Stück, das von ihm neu bearbeitet wurde, in detit« scher Sprache zur Vorlesung brachte. (! 's wäre auiierordent« lieh zu begrüßen, wenn eint׳ solche Veranstaltung zu einer ständigen Einrichtung vor jeder Premien■ wurde.) Es scheint uns aber zu weit gegangen, wenn die Behauptung auf« gestellt wurde, es liege hier eine ״neue“ Dichtung vor, die mir vom Original ״angeregt•‘ sei. Vielmehr handelt es sich um eine in ihrer Art sehr geschickte dramaturgische Be• arbeitung des Klabuiidscben Originals. Als neu war nur der Prolog zu erkennen. Manfred Geis (Schluß des Palästina-Teils)