Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 89 (6.11.1936)
- Date
- 1936-11-06
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 3× ep/1047930
- Safed 1× ep/1046078
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Seite 12 J 0 D13 C H E RUNDSCHAÖ Nr. 89, 6. Xi. 1936 Eine englische Stimme ״D«• ••rindert« Oesicht Ktiropat schafft für das Palästina-Problem eine neue Lage1• In einem Artikel ״Palästina vor der Kommission“, den fi. T. (iarratt in der englisch«) Zeitschrift ״The New ר tat cs man and Nation" veröffentlicht, wird u. a. such das Problem einer verfassungsmäßig lest gelegten Uleichstcl• lun״ von Juden und Arabern in Palästina angeschnitten. Es i>t kaum die Aufgabe der Zionisten, schreibt der Verfasser, Vorschläge für verfassungsmäßige Aemkniiigeit zu machen; ich glaube, daß die Angelegenheit verwirrt werden kann, wenn inan über politische ,,Parität'' spricht; denn dieser Ausdruck ist ebenso zweideutig wie ״Dominions-Status'׳. Wohl aber können sie darauf bestehen, dal) eine politische Ent* Wicklung nach irgendeiner demokratischen Formel Vor sich gehen muß, und daß eine Erzichuiigsperiode notwendig ist für die mohammedanische Bevölkerung. Diese hat bisher merk• würdig wenig Eignung für lokale Selbstregicnmg gezeigt, aber es könnte ein gewisser Grad Von Autonomie einzelnen (Sei 111־, von denen die einen vorwiegend arabisch, einige jüdi*ci' und andere gemischt wären, gewährt werden. Sofort notwendig ist eine Vereinbarung für einige Jahre, die sich auf die Hauptfragen von Einwanderung und Boden erstreckt, Letzten Endes wird es unmöglich sein, Palästina d a « e Ib e Mal) v o n Autonomie zu verweigern, wie Syrien, Irak und Acgypten es besitzen. Gegenwärtig ist der Unterschied des kulturellen Niveaus bei den Mohammedanern Palästinas und denjenigen kviiens oder Aegyptens deutlich genug, tint auch dem flüchtigsten Beobachter »ufztifallcit. Es konnten wohl einige Jahre da tu verwendet werde«, diesen Unterschied zu verringern. Dann wird es vielleicht möglich »ein, die Zukunft Pal.1-.tmas und des Zionismus in einen! verhältnismäßig wieder gesundeten I iimp.i zu erörtern, i letite besieht die ernste Gefahr, daß die Bewegung .als ein zusätzliches irritierendes und komplizierender Moment in dem Mittelmecr-Problem angesehen wird. Aus diesem Grumt ziemt es den Zionisten, klug und dessen eingedenk zu sein, daß sie ihre Sache nicht eint 111 au׳-M'h!kTdich von (iefithlcn abstrakter Gerechtigkeit bewegten (iei ii lit-hof von Inn־rn,1׳l110!ali-ten unterbreiten. G,1rr,itt g-clit in seinem Artikel davon au-, daII die nachsten Monate entscheidend sein könnten fur die Zukunft des Zionismus. Die Gefahren, die ihm drohen, konnten von den!enigen atu besten gewürdigt Werden, die seine hohen Ideale und seine bemerkenswerten Erfolge seit dem Krieg am neusten bewundern. Diese ( iclaliren seien zum Teil aut ,Mangel an Voraussicht zurückzuführen, hauptsächlich aber auf die Ereignisse, die das Antlitz Europas In den letzten vier Jahren verändert haben, und auf die entsprechenden Aendmmgen der Betrachtung^- weise l'nglarKl«, beider sei Paläslirta in einem Augenblick in den Vordergrund getreten, da alle n a c 11 dem Krieg v o r g c n o m n! c n e n e ti rnpiiis c 11 e n Regelungen zerbröckeln timt England sieh einer neuen, sehr ttricrfrciiüchen läge anzupassni habe. Die Engländer stünden im großen ganzen dem Zionismus wohlwollend gegenüber, Wollen aber durch ihn nicht benörgelt werden oder sich mit komplizierten Argumenten über die Interpretierung von Doku m e n t e n befassen. Im weiteren Verlauf des Artikels erörtert der Autor die Probleme E i!! w ,ו n d c r u n g. B 0 d c n und Sei bst verw a 11 u n g. Der Gedanke, »laß die Einwanderung auf irgendein willkürliches z a 11 i e 11 m ä IS i g e s Verhältnis zwischen Juden, Mohammedanern und Chrislen beschränkt werden soll, sei weder durchführbar, noch für die meisten Engländer ansprechend. Zur Boden frage meint (iarratt, die Zionisten sollten ein gentleman's ngrwitient mit den Arabern in der Weise treffen, daß sie in dem von der Regierung als für 7.11 r ti s k ti I tu r geeignet erklärten Gebiet keinen Boden mehr kaufen, außer für industrielle Entwicklung, ihre Siedlungen nur noch durch B e - <> d e r f 11 f w 1 s s e r t! n g bisher u n kultivierten I a!1 d c s erweitern und dabei entsprechende Teile für die dort wolmcmle iriboclu׳ Bevölkerung zur Verfügen g stellen,;׳iKo r in I' cbereiiiknniiticii mit den Arnliern aut der Grundlage eines ״T;111-־׳־hes von!Eiden gegen Wasser“ sdiiidlrn. * In einem Artikel über Probleme, die dem englischen Parlament itt seiner neuen Session gestellt sind, erörtert ״Sr rutator“ in der ״S u n 11 a v Times׳־ ehe Bedeutung Palästmas fur die Sicherung des Wege» mich linlien, Ls sei noch nicht allgimein erkannt,!laß -eit d«״u Ah»ci1iufS des Vertiagis mg Aegypten die Frage der Sicherheit dieses Weges in erhöhtem Al,־die von Palästina abhängig geworden ist. Es Mein־ dort mehr auf d e 111 Spiel a 1 - der Kampf / w 1 s c 11 1• n J u d e n 11 1111 Ar a I» «־ r 11. Dabei sei es von!!״׳.listcr Wichtigkeit, daß Palästina nicht nur gedeihe und ho!, h rnhvicktU sei, sondern auch voll einer Bevölkerung bewohnt werilc, die an ihrem Hoden hangt und bereit ist, ihn bis /um Ict/ten Tropfen Blut zu verteidigen. I tu vorwiegend arnhi'cln Pal.iMina werde diese Probe tu«, hi bestehen; wohl ahei em indisches Palästina ebenso y,!!־ m der Vergangenheit. I!ns Ideal wäre gewiß em Zum!inmcn-eiiluß der beiden Voiksst ouiiie zu einer paSa-tintnsisv hen Nationalität, Keineswegaber werde die M.indatarmacht der Sache dadurch ge* reelit werden, daß sic: bloß den Schiedstichter spielt und zwischen den rivalisierenden Volksstäminen das Gleichgewicht halt. Die ״Deutsche Allgemein« Zeitung" berichtet aus K a i r o: . Es ist durchaus möglich, daß sich London nach mehr denn Mjährigcm Zaudern nun endlich dazu aufrafft, eine grundsätzliche Losung der p ,ו I ä s t i ne 11 5 i s c 11 e n Widersprüche zu finden. Die Tatsache, daß die Gruppe der jüdischen Bevölkerung in dieser! 14 Jahren auf Grund ihrer wirtschaftiiehcn Stärke und infernationalcn Beziehungen mehr an politischem Einfluß eroberte, als man in London vor nunmehr fast 20 Jahren bei Verkiindtuig der Balfour-Deklaration erwartete, erleichtert eine für London willkommene grundsätzliche Lösung der Palästinafrage, wie auch die Tatsache, daß sich England bereit fand, zur Beilegung: des arabischen Streiks eine größere Machtgruppe, nämlich die arabische, vertreten durch ihre Fürsten, in Anspruch zu nehmen. Damit wurde kaum verhüllt die Möglichkeit angedcutet, daß die Verständigung in Palästina zur Grundlage einer weit über den pafastinenslsehen kaum ins ü r o ß a r a b i s c 11 e hinetngreifenden Verständig urig werde!» soll. Unter diesem Oesichtswinkel wird das Bedenke n verständlich, mit dem man in jüdischen Kreisen dem Eintreffen der Kgl. Kommission entgegensiebt, weit nachdenklicher entgegensieht als In arabischen Kreisen, obsehon deren 11?tägiger Proteststreik scheinbar erfolglos blieb.“ Photograph Z. Loe wen heim (Haifa) ersucht uns mitrutcilen, daß das uns von der Agudat Fi *hi scht * I m u t übergebene, in Nr, 13 erschienen® Bild der Biblio• thek von ihm aufgenommen wurde. Das Neueste in Kürze Nach einer Meldung in der arabischen Zeitung ״Felestin״ beginnen die britischen Truppen mit der Aufgabe ihrer Position in Nablus und den umliegenden Bergen. Die englischen Panzerschiffe, die einige Monate lang sich in den palästinensischen Gewässern aufgehalten haben, verließen am 4. November den Hafen von Haifa. 3000 Reservisten, die seinerzeit cirtbcrufcn worden sind, um als Teil der Militärverstarkungen nach Palästina entsandt zu werden, werden am Sonnabend an Bord der ״Laurentic" nach England z u r ii c k k e h r e n. Wie Palcor meldet, sollen 15000 Mann Besatzung bis zum Abschluß der Untersuchungen der Royal Commission im Lande bleiben. Wie aus den von der Jcwish Agency veröffentlichten Ziffern hervorgellt, sind während des Monats Oktober H53 jüdische Einwanderer, darunter 217 Kapitalisten, nach Palästina gekommen. Der High Cotmnlssioner machte Dienstag in Begleitung von ״Mosche Schertok eine Tour durch den Emek; er besuchte Meschek Ftazafon und Tel Adascliiri und nahm sein Mittagessen in der Nähe des König Gcorg-Jubiläums-Wal* des ein. Zum ersten Male seit Ausbruch der Unruhen konnten am letzten Schabbat zahlreiche jüdische Andächtige an der Klagemauer ungestört ihre Gebete verrichten. Das Kriminalgericht verurteilte drei Araber zum Tode, und zwar zwei von ihnen wegen Schießens auf Militär und Mord eines Sergeanten am 21. Juni und den dritten wegen Schießens auf Polizei und Mord eines britischen Polizisten am 28. Juli. Das Kriminalgericlit in Haifa verurteilte einen Araber wegen Schießens aut Militär in Wad i Arra am 20. August zu lebenslänglichem Z11 c h t h a 11». Im Zusammenhang mit dem Mord des arabi- Sehen Polizei-Inspektors M a h 111 o u d H a b 1 b in Dschenin Wird jetzt bekannt, daß der Passant, der wie gemeldet, ebenfalls verletzt wurde, nunmehr seinen Verwun du n gen erlegen ist. Es handelt sich um den Haifaer Korrespondenten der arabischen Zeitung ״Ai Difaa“, der einer vornehmen Haifacr Familie entstammt. Auf Grund des Mordes wurde der Ausnahmezustand für die Dauer von 22 Stunden über die Stadt Dschenin vethängt, die ebenfalls von Militär umzingelt wurde. Im Laufe einer Schießerei in Mcschek Haozar hei Kfar Saba gelang es jüdischen Ghaffircn gestern nacht, den Sohn des Bürgermeisters von Kalkilieh fest/unelimcn, der sich mit einem Karabiner zu verbergen suchte. Fleute morgen und heute nachmittag wurde wiederum auf Mcschek Haozar geschlossen. Auch!11 Ness Ziona und in Lkron wurden gestern nacht Schüsse gehört. ln der Nähe von Anebta auf der Chaussee von Haifa nach Tel-Awivv wurden am Montag Schüsse auf jüdische Lastkraftwagen gefeuert, denen cs jedoch gelang, trotz der mit Steinen barrikadierten Chaussee unversehrt zu entk o rn m e 11. In Jerusalem explodierte in einem arabischen Haus eine Bombe. Eine arabische!•rau wurde hierbei verwundet. Es wurde eine polizeiliche Durchsuchung vorgenommen und ein Revolver samt Munition beschlagnahmt. Der Hauseigentümer wurde verhaftet. , 111 der H 1» i f a c r Vorstadt Ncwt Scliannan gab ein arabischer Terrorist mehrere Revolverschiisse ab. Polizei erwiderte das Feuer, verletzt wurde niemand. Eine Gruppe von vier jüdischen Arbeitern, die eine Wagenladung Sand nach Natania brachte, ist aut dein Wege dahin durch arabische Terroristen beschossen worden. Der Führer des Wagens, jizehak Käscher, wurde schwer verwundet. 111 der Nähe von Karkur wurden einige Schüsse auf einen jüdischen Hilfspolizisten gefeuert. Ein arabischer H a f e n hä n cfl er, der angeblich Boote nach Tel* Awiw verkauft haben sollte, wurde in der Nähe des Jaffaer Hafens von mehreren Arabern überfallen und durch Messerstiche schwer verletzt Ein ara - bischer Polizist, der zu seiner Rettung herbeieilt«, wurde ebenfalls schwer verletzt, und seinerseits von einem jüdischen Polizisten in Sicherheit gebracht. Nach dem Vorfall im Hafen von Jaffa ist die Pöfizcfwache verstärkt worden und Versammlungen der Boots« leutc sind verboten worden. Nach einer amtlichen Meldung wurde aut der Eisenbahnstrecke In der Nahe von Cliedera eine noch nicht explodierte Bombe gefunden. Im Hinblick auf die starken Schäden, die die Hitzeperiode des Vorjahres in den Zitruspflan/ungen an gerichtet hat, hat der High Commissioncr eine Senkung der Grund« steuern für das Verwaltungsjahr 1935 36 verfügt. 111 den arabischen Gebieten um Nablus, Safed und Beisan wird die Grundsteuer um 30 ׳״u gesenkt. Fiir andere Pflanzungen im Jordantal wurde die Steuer vollständig niedergeschlagen, Barclay’s Bank, London, die vor kurzem eine Anleihe von 100000 Pfund an die Stadtverwaltung Tel- Awiw gewährt hat, erwägt gegenwärtig den Vorschlag einer weiteren Anleihe, die für Wasserversorgung und Kanalisation verwendet werden würde. Die Tageszeitung ״Dawar“ meldet aus arabischer Quelle, daß die Palästinaregierung beabsichtige, den Gütertarif auf den palästinensischen Eisenbahnen um 300°/״ zu erhöhen. Durch diese Maßnahme sollen die Exporteure ge« zwtmgen werden, an Stelle des weiter entfernten Hafen« von Haifa den Hafen von Jaffa zu benutzen. Die im Verlaufe des arabischen Generalstreiks errfchtete arabische H andelskammer in Jerusalem hatte die Leiter der vier internationalen Banken in Jerusalem, der Barclavs Bank, Banco di Roma, Ottoman Bank und Bank der Tcmpcigcsellschaft, zur Mitarbeit eingeladen. De Vertreter der Barclavs Bank, Banco die Roma und Ottoman Bank haben abgelchnt, sich an den Arbeiten der Kammer zu beteiligen, weil sie ״nicht die wirtschaftlichen Interessen der Araber vertreten, sondern sich als ein Instrument des Boykotts gegen Juden erweisen“. Das Oesundheitsdcpartcment der P.ilästlna-Regierung bezeichnet in einem soeben herausgiegebenen Bericht für das Jahr 1935־ den Gesundheitszustand der Bevölkerung Palästinas als höchst zufriedenstellend. Im vergangenen Jahre seien größere Epidemien nicht vorgekomtnen. Fis habe nur die gewöhnlichen Saisonkrnnkheiten gegeben. Die Stcrbliehkeitsziffcr ist gesunken, dagegen ist die' Zahl der Geburten gestiegen. Die Bevölkerung Palästinas wird laut Bericlit des Ocsinulhcitsdepartemcnts der Regierung auf 1 194 520 Seelen am 30. Juni 1935 geschätzt. Sie setzt sich aus 103 371 Christen, 759 901 Araber und 320 009 Juden zusammen. Iler natürliche Bevölkerungszuwachs bei den Juden betrug 22,2 je 1000, bei den Nichtjuden 28,1 je 1000. Die Leitung des Palästina-Rundfunks beabsfehtigf, ht Tel-Awiw ein Rundfunk-Studio zu gründen, «as mit dem Sender von Ramalla hei Jerusalem in Verbindung stehen soll. Auf diese Weise soll den Künstlern und Rednern in Tel-Awiw die umständliche und kostspielige Reise zur Sendestation erspart werden. Wie Kaukji entkam Das Entkommen des Rebellenführers Fauzi Kaukji, der nach Transjordanicn gelangte, obwohl er mit seinen Banden von einer starken englischen Militärmacht umzingelt war, erregte in Palästina beträchtliches Aufsehen. Wie ״Palcor“ jetzt berichtet, hat sich die Sache wie folgt zugetragen: Kaukji war gezwungen, aus dem Lande zu fliehen, weil die Bürgermeister und Mukhtare der umgebenden arabischen Ortschäften dringend darauf bestanden. Die dort verborgenen Banden hatten begonnen, die arabischen Dörfer zu überfallen, Geld und Lebensmittel zu plündern, nachdem der Streik eingestellt war. Nach einer langen Untersuchung, hatte das Militär schließlich Kaukii umzingelt, dabei drei Banditen getötet und andere verwundet. Bei dem ersten Zusammentreffeii wurde außerdem vom Militär auch ein großer Vorrat an Munition atifgefaiigen. So schienen die Terroristen die letzte Hoffnung auf 1:11tkommen verloren m haben, da das Militär unaufhaltsam die Bande ein-chloß, ohne eine Lücke für die Flucht offen zu lassen. Plötzlich aber öffnete ״sich der Kreis, die Truppen zogen sieh in Richtung auf die Stadt Beisan zurück und ließen die Rebellen im hellen Tageslicht nach Transjordanicn e n t s e h 1 ü p - feil, wobei eine große Zahl bewaffneter Araber aus der Umgebung in feierlicher Versammlung von den Flüchtlingen Abschied nahm. Fs verlautet, daß ein arabischer Regier u 11 g s 1) e a m t e r, ׳ der zugegen war, die Araber, die sich zu dieser Zeremonie cingcfundcn hatten, anwies, auf einem Wege zurückzukehren, auf dem sie den Truppen nicht begegneii. Die arabische Zeitung ״Al-Liwa“ berichtet aus Bagd ad, daß die neue Regierung Kaukji und seinen Kameraden WER HAT DIESES LAND ERWORBEN? DEIN TÄGLICHES FÜNFPFENNIÖSTÜCK Erste Büchsen - Leerung 5697 KEREN KAJ EM ETH LEJISRAEL fistln W15, MetnskisTrafi« 10. Postsehtek: Berlin 282 4? die Rückkehr nach Irak unter der Bedingung gestattet hat, daß sie die Waffen ausliefern. * Eine Reihe deutscher Zeitungen brachte dieser Tage eine Schilderung, In der u. a. folgende Episode — für deren Richtigkeit die Quelle die Verantwortung trägt — er« Zählt wird: «Fauzi Kaukji, der arabische Rebelleniührer, dessen Name beinahe täglich in allen englischen Heeresberichten erwähnt wird, jener Mann, dessen legendäre Taten ihm den Beinamen die ״scharlachrote Blume der W i'1 s t c“ cintnigen, leistete sich in diesen Tagen den tollkühnsten Streich seines ganzen Lebens. Fauzi, auf dessen Ergreifung die Engländer eine hohe Prämie ausgesetzt haben, verbrachte eine volle Stunde lang bei angeregtem Geplauder im Hause eines braunen Beduinenscheichs und trank gemütlich seinen Mokka in Gesellschaft von pfeifenrauclicnden Offizieren des Dorsetsiiire-Regimcnts, die aut der Jagd nach ״Palästinas Staatsfeind Nr. 1“, die Tage und Nächte anhielt, in der gastlichen Behausung des Scheichs Rast gemacht hatten! Dann, nachdem der freundschaftliche Kaffeeklatsch zu Ende gegangen war, verbeugte ״sich Fauzi mit echt orientalischer Höflichkeit und verabschiedete sich von seinem Gastgeber,' Den englischen Offizieren aber sagte der Rebellen« häuptling unter aufrichtigstem Händeschütteln in vollendetem Oxfort-Akzent: ״Es war mir eine große F reude, Sie kennengelernt zu haben...“ Und während’ die Offiziere im Tropenheim sich wieder tief hi die Korbsessel zuriickichnten, fiele Züge aus den langen Shagpfeifen taten und dem Scheid! gegenüber mit ehrlichen Komplimenten über diesen ״dämned fine fellow“, gemeint war der unbekannte Eingeborene, nicht 7,urückhielteu, schwang sich Fauzi auf den breiten Rücken seines kleinen Berberhengstes und verschwand in der malerischen Orientnaclit... Am nächsten Tage waren die vier Offiziere vom Dorset* shire-Regiment zum britischen Polizeiinspektor in Jenin zur Berichterstattung Befohlen. Sie erzählten diesem von dem netten Abend heim Beduinenscheich. ״Ich möchte den Mann wieder einmal treffen; er war ein so verflucht Hebenswürdiger Bursche...“ sagte ein junger Leutnant. ״Er sah doch nicht etwa wie dieser hier aus?“ warf der Polizeiiiispektor ein, der gleichzeitig eine Photographie aus der Brusttasche seines Watfcnrockes hervorzog, ,,Ich fresse einen Besen!“ rief der erstaunte Leutnant aus. ״Ich wußte nicht! daß er ein Freund von Ihnen war!“ ״Ist er auch nicht“, erwiderte der Polizeioffizicr, ״aber ich möchte ihn dennoch gerne mal treffen. Wißt ihr was? Ihr Kerle habt Faftz.i Kaukji in Eurer Mitte gehabt!“ Die vier Dorsetshirc-OffPiere fielen bei der Nennung dieses Namens beinahe vom Stuhl herunter. Und irgendwo im Hügellande he! Nablus lacht sich ein schlanker Araber, der Englisch spricht wie ein Angelsachse, ins Fäustchen und freut sich auf Kosten dieser jungen Of־״ ziere, die er tnelsterhaft übertölpelt hat.» 1 1