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Jüdische Rundschau · 1936-11-06 · Heft 89 (6.11.1936) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 89 (6.11.1936)
Date
1936-11-06
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 JÜDISCHE RUNDS CH AD Nr. 89, 6. XI. 1936 Die Lage im Irak IN ALLER KURZE Wie die Polnische T e 1 e g r a ph e n A ge n t־u r aus London beneidet, hat der dortige polnische Botschafter Graf Raczynski am 2. November eine Unterredung mit dem l.'ntcrsfaats'.i'krctiir für Aeußeres Sir Robert Vansittart iibcr 1 ragen der jüdischen Auswanderung aus Polen nach Palästina gehabt. Der Botschafter schlug vor, daß die bisher noch nicht festgesetzte I; i n w a n d e - rungsqiiote für Polen nicht niedriger gehalten werden solle als in den früheren Jahren. Der Präsident der Jewish Agency und der Zionistischen Organisation, Dr. C.haitn Vi׳ e i z m a n n, wird sich nach einem kurzen Aufenthalt in der Schwei/, am 14. Oktober nach Palästina begeben. Wie ״Palcor“ meldet, wurde Dr. O0Mmann, der sich auf einer Reise durch Jugoslawien im Interesse des Mifal Bizraron befindet, in Belgrad vom Prinz regenten Paul zu emer längeren Audienz empfangen. Der Prinzregent gab seiner lebhaften S y m p a t h i e für den Zionismus Ausdruck. Außer dem New-Yorker Gouverneur Herbert H. Lehman Ist bei den Wahlen am 3. November auch der Gouverneur von Illinois, Henry Horner, der ebenfalls Jude ist, wieder* gewählt worden. Königin Wilhelmine von Holland ernannte den bisherigen Bezirksrichter I>r. II. II. Boas zum Oberrichter beim Appellationsgericht in Amsterdam. Dr. Boas ist bereits seit zwanzig Jahren Bczirksrichter. Königin W i 111 c! m i 11 e von Holland und Kronprinzessin Jülinrta haben dein Roiierdamer jüdischen Wohlfalirtsverband, der nächsten Monat sein 'injährigfs Bestehen feiert, in Anerkennung seiner hervorragenden Leistungen auf dem Gebiet der Wohlfahrtspflege eine namhafte Spende für die jüdischen Armen /nflicßen lassen. Anl.ißlk 1t des 10. Jahrestages der Verkündung der Baifuur־I)ek!arat;o;1 fand im Jüdischen Volk-hause ״Barascheum“ in Bukarest 1 me gn«!ie Kundgebung statt, bei der der Pi.isolcii! des Zloni-tisjicn Zentralkomitee■-, c )beirabbiner Dr. I. Niemirou er, der Präsident der l'nioii rum.01 Feiler Juden, Dr. Wilhelm I ildermaii, der fiuherc Abgeordnete Dr. Samuel Singer und audeie Redner Ansprachen hielten. Aid einer Tagung des jüdischen jugemjvcrb.indes ״Brit Ha!111:11 ״;" in boii wurde nach einem Referat von I ran Dr. Bodeiilu imer aus llaita beschlossen, eine Aktion zur Pflanzung eines Waldes in [’;1 1s t i n a auf den Namen der jiidischcn Jugend in der Schweiz em/uleitcn. Mit der Durchführting des Bc-chiii'-M.s wurde sofort begonnen. Der strtlvertretemU• Vorsitzende des Ziouktiselicn Aktions- Coinitcs, Dr. I. S, hwiirzburt, hat für den 12. November nach Warschau tune Konferenz, der in Polen ansässigen Mitglieder de s A k I i o n s . <; o m i t e s emhmifen. Gc- ■ Teppiche '/ Möbelstoffe / GardinerTlj BLUMEN FELD, Nürnberg, AdlerstraBe 36 [ genstand der Beratung sollen die Probleme sein, die durch das Luit reffen der Kgl. Ihitersucliungskommission in Palästina aktuell geworden sind. Der ״Westdeutsche Beobachter“ veröffentlicht einen Berieht über eine Rede von Gauleiter Julius Streicher in Bielefeld, der insbesondere das R a s s e 11 p r o b 1 e m nach Erlaß der Nürnberger Gesetze erörterte. Heute werde!eitler immc-r noch gegen diese (iesetz.e verstoßen, und die Gerichte verhängten gegen diese schwersten Verbrechen nur Gefängnisstiafen. Gauleiter Streicher teilte mit, daß neue Mannahmen in Vorbereitung־ seien, und wenn stich diese nicht helfen sollten, müsse für Rassen schände die Todes strafe eingeführt werden. Die ,,Fuldner Zeitung“ schreibt: ״lu Zusammenarbeit mit der Partei wird im kommenden Winter der jüdische Viehh a n del im I a n d k reis e 1־ t! I d a restlos airsgeschaltet werden. Ls darf auch hier gesagt werden: ,Wer nicht will, wird müssen!‘“ Der Jahrmarkt in 's o 11 n e n bürg (Neiiinark) ist, wie gemeldet und, judeufrta. Die Stadtverwaltung hatte den jmliM-ben 11 m.Uern emon abgesonderten Platz, zugewiesen, damit mc nicht zw Ischen den anderen Sunden ihre Buden aufb.v.iten. Die Juden sind darauf dem Jahrmarkt ferngeblichen. laut der ״Ptiein NW. 7, Front״', Saarbrücken, hat der Leiter de- I. a :1 d r ■י /!! c I! t v e r b a n d e s folgende Aimrdtltmjg c: 1.0-11■׳: I!er I uitMlf zu den von den anerkannten 1 mute-/׳,׳.. I1U (; h ,:!׳hm;!luj (jv1'0ssen>ehaiten eUirchgvfnhrtvn Ver k.utf - \ e: au-: 1hu:n;11!׳!-( n 1 e 11 t a r i s c 11 c 11 Händlern Verbote״.. I.!1 i.nlnr h;ft mit an, daß an den 1 ingäugen (in \'1־1׳;m-!.11tu!1 ..11■״ ohader angebracht werden: ״Juden ist der Pint; :1! na.;;t gl Mal!(." D Die Y>. b- und \\!,IK\arenfirma (iebr. (11 a i m (!1111; Leo Clias‘11), 11.״dz;״;! * n f, ist ab 1. Oktober in arische I f ,111 de uln 1 .a״.■ sin: an Das 'i 1 pp: '׳ o i! itf der Firma <iebr. Baehmami, Kassel, ist in נ ro e h 1■;1 I! c - i t / ubergegangcii. h; A :״ h; dr-1 I I folg es der Itl-nem/i■!! palästitun - im:■ 1 :! /! t; 1; v : r!1 c h t •י e 11 .1 11 c 11 in I 1 ״t d o n werdri! mit I;:!1 ׳ ■ :!!:/■;ag d< r Paia-tiii.iregienmg Vorbcrcitungeo für (im■ W׳.p 1 a! ,am:! der S hau getroffen. Sie soll am 20. J.!!war Rio in 1 ״idnii eröffnet Werden. 111 Warschau starb im Alter von ID Jahren Frau Henie Stab'. Sic wurde 1111;hweislicl) ISIS geh׳)reu und war bis /um letzb-ii AiigenbV k bei viriler Bc-inuung. Sie sagte, es sei s.hade, v״!! dimer Welt zu scheiden; sie hätte noch gern einige Jahrzehnte gelebt. -- Im Dürfe Vinegrud vorst,ז ו b, KT) Jahre;dt. I Irr-eh Anger. Fs wurde von ihm erzählt, daß er me in seinem Leben krank gewesen sei. Der ii 1 i s a b e t I! - B c r g 11 c r - F i I in ,.Wie es euch gefällt“ wurde vom (kU׳rrcid!isel1cn Bunde,niimsk'riuin für ,,kulturell wertvoll״ erklärt. Es ist dies die höchste Auszeichnung, die einem I ihn in Oesterreich verliehen werden kann. Die Universität Oxford hat den Wiener Hak- und Ohren- Spezialisten Prof. Heinrich Ritter von Neu mann, den Ar/t des Königs von England, eingeladen, Gastvorlesungen in Oxfort! zu halten. Zu den Unruhen im East-End. Im englischen Oberhaus kam am 3 Nov. I. o r d Sn c 11 in seiner Rede auch auf die Vorkmninn!•■sc im Londoner I: a s t - I: n d zu sprechen, wo* hei er der Aiwicht Ausdruck gab, daß die Regierung irgendeinen Weg hätte finden!missen, um die Unruhen sofort zu beenden Seiner Meinung nach könnten sich die Juden aus dieser Kontroverse hcrnii'dialtcn. Es *ei nicht ihre Lltre, die betroffen sei, sondern die Ehre der N'ichtjuden. Wenn die Moslev-Anhänger kämpfen wollten, dann sollte ihnen die Regierung die (lliaitre geben, des Königs Uniform nt tragen oder überhaupt keine. Sie aber zögen es vor, hilflose und harmlose Leute an /!!greifen. Anti-englischer Kurs? Die Berichte über die nach dem Umsturz im Irak geschaffenen Verhältnisse geben noch kein rechtes Bild von den politischen Folgen. Der Kairoer Korrespondent der Londoner ״Times“ schreibt, daß in allen arabischen Ländern die Vorgänge im Irak mit der größten Aufmerksamkeit verfolgt werden, weil dieses Land in der letzten Zeit von allen Arabern mit Stolz und mit Neid wegen seiner schnellen Entwicklung nt Unabhängigkeit und Wohlstand betrachtet worden ist. Die Ausschaltung von zwei früheren Minister- Präsidenten, nämlich General Yassim Haschimi und Nuri Said, wird in diesen arabischen Ländern allgemein als ein Unglück für Irak betrachtet, da beide hohes Ansehat in der arabischen. Welt genießen. Insbesondere habe ihr Abgang In Palästina große Verstimmung hervorgerufen, da man erwartet hatte, daß ihre Hille bei der englischen Regierung für die palästinensischen Araber von großem Wert sein würde. (Palästina befindet sich noch im ersten Stadium der itatiotiaien Bewegung, in dem gute Beziehungen zur britischen Macht für förderlich gehalten werden, um die erste Stufe der Unabhängigkeit zu erlangen; im nächsten Stadium pflegt sich dann die Front deutlicher gegen England zu kehren. — Anm. der ״J, R.“) Die ״Times gibt dann weiter der Meinung Ausdruck, daß die ausgeschriebene Neuwahl im Irak ein Parlament bringen werde, das sich als g e f ii g i g e r Diener der neuen Regierung erweist. Der neue Befehlshaber der Armee, General B e k r S i d k y, werde die Wehrpflicht rücksichtslos durchfuhren, auch hei den Beduinen, die bisher dieser neuen Maßnahme Widerstand leisteten. Sidky sei als unbeugsamer Tatmenseh bekannt, der die Revolte kn Euphratgcbict im Jahre 1035 rücksichtslos unterdrückte. Bei einer früheren Gelegenheit hat «r auf einem Auto einen transport a h! c n Galgen errichtet, den er immer mit sich führte, um die Hinrichtung zu beschleunigen. Obwohl die netten Machthaber (schreibt die ״Times“ weiter) keinen so engen Zusammenhang mit der pattarabisehen Bewegung haben wie Yassim tmil Nuri, dürften sie doch ebenso energische Vorkämpfer des irakischen, wenn nicht des arabischen Nationalismus sein (beide Führer der neuen Regierung sind bekanntlich Kurden. —• Anm. d. ״J. R.“). Die Art des Nationalismus dieser Männer ist besonders charakterisiert durch ihre Haltung gegenüber den Minderheiten, und daher muß der Regierungswechsel s o w o h I bei den Christen als au c h bei den J ti d e n K e f ii rc 111 u n g e ח erregen. I )er neue Ministorpräsident llikmat Snleiutan vvar Innenminister zur Zeit des Assyr i e r g e tu e t z. e I s im Jahre 1933 und hat damals die Aktion der Armee gegen die Assyrer energisch unterstützt, wie auch R. S. Stafford in seinem'Buch ״Die Tragödie der Assyrer“ betont. Hikmat Sulaiinan ist nach den Angaben des Kairoer Korrespondenten der ״Times“ ein Bruder des Marsehalls Mahmud Shevket, der 1900 an der türkischen Revolution teilnahm und 1913 in Konstantinopel ermordet wurde, ln ihm leben die Traditionen der türkischen Revolution. Auch ein Bericht der ״Frankfurter Zeitung“, der gleichfalls aus Kairo stammt, stellt fest, daß durch den Umsturz im Irak eint neue nationalistische Welle die ganze arabische Welt durchziehen werde. In dem Bericht heißt cs: ,,Da sämtliche bisher bekannt gewordenen Mitglieder des neuen Kabinetts dem panarabischen Lager angehören, rechnet man 1n nächster Zukunft mit einem neuerlichen Anwachsen der nationalistischen Welle in Arabien und infolgedessen mit neuen Unruhen. Alan befürchtet, daß sich auch die Arbeit der ״Königlichen Untersuchung*- Kommission“ in Palästina schwieriger gestalten wird und die Araber, durch die Vorgänge im Irak ermutigt, neue Forderungen geltend machen werden, an denen alle Einig u n g s vtrsuc h e scheitern könnten.“ Der Korrespondent der ״Frankfurter Zeitung‘* erwähnt auch, daß die Unzufriedenheit Regen die jetzt abgesetzte Regierung■ durch die Aktion Nuri Paschas Nahrung erhielt, ״dem man vorwerfe, die nationale Sache der A r :1 her i 11 P a!;1 s t i tt a nur lässig vertreten zu haiuti“. ״Es ist naheliegend“, schreibt der Korrespondent weiter, ״daß sieh diese Unzufriedenheit auch aut die Straße tibertrug und jene a ח t i j ii d i s c h e 11 Ausschreitungen zur Folge hatte, die bereits Opfer erforderten und immer noch andauern. Alter die wesentliche Ursache für den Putsch, wie besonders in Jerusalem verbreitet wird, b i I tl e n sie nie 111. Ein arabischer König prägte vor kurzem den Satz: ,Der Kampf der Araber richtet sich n i c!11 g c g e n d a s Judentum, sondern das Briten- ו uni!‘ Diese Auffassung, die schon mehrfach mit Bezug auf Palästina gehört wurde, daß nämlich zwischen Arabern und Juden (ebenso wie zwischen Arabern und Türken) die allen wirtschaftlichen und kulturellen Bedürfnisse Arabiens mißachtenden Interessenspären Englands eingebaut sind, gilt auch für den Irak.“ Die Exekutive der Jewish Agency in Jerusalem teilt mit, der Vorsitzende des Waad Leumi, Jizchak Ben Zwl, habe sich telephonisch mit den jüdischen Führern in Bagdad In Verbindung gesetzt, und diese haben ihm versichert, daß die Juden Fm Zusammenhang mit Wie viele Juden sind auf den höheren Schulen? Der vor kurzem erschienene ״Wegweiser durch das höhere Schulwesen des Deutschen Reiches“, der im Aufträge des Reichs- und Preußischen Erziehungsministers von der Rcichsatelle für Schulwesen bearbeitet ist, bringt eine Zu- *ammenstellung, aus der die Zahl der jüdischen Schüler und Schülerinnen 1111 vergangenen Jahr zu ersehen ist. In Preußen waren auf öffentlichen höheren Schulen unter 3351)(>8 Knaben und Mädchen 6852 jüdisch, und zwar 3914 auf Knallen- und 2938 auf Miidchenanstalten. Aut privaten holleren Schulen befanden *ich 709 jüdische Kinder in Knabenanstalten und 479 in Mädehenanstalten. Insgesamt gingen auf private und öffentliche höhere Schulen im vergangenen Schuljahr 8040 Juden, 1762 Kinder davon auf berechtigte j ü d i s c 11 e öffentliche und private höhere Schulen. Es befanden sich also im vergangenen Schuljahr 6287 Juden auf nichtjüdischen berechtigten öffentlichen und privaten höheren Schulen. Unter 395 759 Schüler und Schülerinnen sind das 1,6 0/0, dem Umsturz nicht zu leiden gehabt haben. Auch die Meldungen über einen antijUdischcn Boykott im Irak seien nicht richtig. Man glaube sogar, daß sich die Lage der Juden im Irak nach dem Umsturz verbessern werde. Für die Araber Palästinas Nach einem Bericht der Londoner ״Times“ vom 4. No vember aus Bagdad bringt die ״Irak Times“ eine offiziöse Verlautbarung, wonach die irakische Politik gegenüber Palästina die gleiche bleiben würde, was für ein Kabinett auch immer an der Macht sei, ״da die bisher verfolgte Politik nicht die irgendeines besonderen Kabinetts, sondern die Politik des Königs und seines Volkes gewesen ist. Diese Politik wurde ausdrücklich in der Botschaft der arabischen Fürsten an die palästinensischen Araber festgelegt.“ Die arabische Presse Palästinas berichtet (laut Palcor), daß der neue Ministerpräsident des Irak eine Erklärung abgegeben hat, wonach er sich an das Manifest des Königs ühazi an die Araber Palästinas halten werde, indem er jede mögliche Hilfe leisten wird. Die Zeitungen berichten ferner, daß die Regierung des Irak einen Vert r e t e r nach Palästina senden wird, um an den Diskussionen mit den Vertretern der anderen Staaten in der Angelegenheit der Vertretung der palästinensischen Araber vor der Kgl. Untersuchungs-Kommission teilzunehmen. Im Gegensatz hierzu veröffentlicht die ״Al Difaa“ einen Artikel, der Zweifel daran ausdrückt, ob dies wirklich in den Intentionen der Regierung des Irak Hegt, da die Majorität der neuen Minister gegen eine ■panarabische Politik eingestellt sei. Einem Bericht der JTA. aus Jerusalem entnehme« wir noch nachstehende Darstellung: L>1e aus Bagdad in Jerusalem eingetroffenen Nachrichten schildern die Lage der Juden unter dein nerieit Regime noch bedrohlicher als früher. Hinter diesem Regime scheinen die gleichen Kreise zu stehe«, die TürkisEttj! mm schon unter der früheren Regierung mit Hilfe der aus Palästina eingetroffenen Agitatoren eine hemmungslose antijüdische Agitation betrieben, die bekanntlich zu einer Reihe von Morden an Juden geführt fiat. Das Mitglied des Irakiselten Parlaments, Said Bev Sa hat, der in Bagdad ein Souderkomitee zur Verteidigung des arabischen Palästina gegründet hat, hängt der gleichen Richtung an. Dieses Komitee hat in den letzten Tagen vor dem Um- Sturz Aufrufe an die arabische Bevölkerung verbreitet, in denen die Juden in Palästina als die Feinde des arabischen Volkes hingestellt werden. Die Aufrufe werden in den Straßen Bagdads und der anderen irakischen Städte für je ein Mil verkauft. Der Erlös sollte zur Unterstützung der arabischen Banden in Palästina, deren Mitglieder z.utn größten Teil im Irak rekrutiert werden, Verwendung finden. An der Agitation beteiligen sielt hochstehende Regieriuigsbeamte, so z. B. der Gouverneur des Distrikts Basra, der ein Bankett zugunsten der Araber Palästinas arrangierte. Auf dem Bankett wurden 700 Pfund für den Palästina-Fonds aufgebracht, WOZU der Gouverneur selbst 110 Pfund beisteuerte. ״Die Saal des Oberst Lawrence“ Von unserem Pariser Berichterstatter K. Paris, im November Die französische Öffentlichkeit verfolgt mit Besorgnis die Entwicklung der arabischen Länder und sieht in dem irakanischcn Staatsstreich einen neuen Beweis für die Ausbreitung der panarabischeii Bewegung. Der ״T e tn p s“ schreibt u. a.: ״Der Staatsstreich ii11 Irak wird England zu der Einsicht bringen, daß es schwer ist, In ungenügend entwickelten Ländern das Mandat durch einen Allianzvertrag zu ersetzen. Der Staatsstreich im Irak erscheint als eine direkte Folge der palästinensischen Ereignisse und als Vorbote einer Neugruppierung der arabischen Mächte. Die neuen Männer im Irak stehen dem englischirakanischcn Bündnisvertrag feindlich gegenüber. Nach dem Allianzvertrag kam! England zwar in die inneren Verhältntsse des Irak nicht eingreifcn, aber es kann seine umnittclbaren Interessen im Irak schützen. Es ist wohl nicht notwendig, die Gründe der Umwälzung im Irak in auständischert Einflüssen zu suchen. Aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich um eine autonome Unternehmung arabischer Nationalisten, die die volle Unabhängigkeit ihres Landes erstreben und sich von der britischen Vormundschaft befreien wollen. Der einzige direkte Einfluß auf den Staatsstreich kommt von den palästinensischen Unruhen und zeigt die inneren Z u s a m in e n Ii ä n ge der arabischenweit. Die Saat des Obersten Lawrence beginnt ihre Früchte zu tragen. Es ist nicht sicher, daß es England gelingen wird, die arabische Natiotialbcwcgung stets in seinem Interesse zu lenken, Diese Bewegung stellt nicht nur England, sondern alle Staaten, die musclm,mische Untertanen haben, vor schwierige Probleme.“ Die Hochschul-Krawalle In Polen Der Stadtrat von Lemberg hat einstimmig eine Resolution gefaßt, in der ״die verbrecherischen Avsschreitungen an den Hochschulen“ aufs schärfste verurteilt werden und die Hoffnung ausgesprochen wird, daß die im Geiste christlicher Ethik und der ritterlichen polnischen Kultur erzogene polnische Jugend sich dieser ״verbrecherischen Anarchie“ mit Entschiedenheit enfgegenstellen werde. — Der Montag ist an den Lembcrger Hochschulen ruhig verlaufen. Der Professorenrat der Warschauer Handelshoch schule hat eine Kundgebung veröffentlicht, in der erklärt wird» dal! durch die letzten Vorfälle an der Hochschule der gute Ruf des polnischen Akademikers geschädigt werde. Derartige Exzesse müßten von allen polnischen Akademikern schärfsten* bekämpft werden. An der Wiinaer Universität ist es zu Unruhen gekommen, bei denen drei jüdische Studenten verwundet wurden. Dank dem energischen Eingreifen der Professoren konnte die Ruhe bald wiederhergestellt werden. Aeußerste Preis• fOr!1■IllllfUftlllllC IIIITBIIlfl Berlin Qi, Spandauer Streß«» reppiche . Sardinen - LSufer I E WT WT 1 % R H 01 V 91 wk E ■X I K 10 H an dar KSniastraBa

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