Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 88 (3.11.1936)
- Date
- 1936-11-03
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Sefte 6 jüdische Rundschau Nr. 88, 3, XI. 1936 Die Stiefspradie Klagelieder / 1. Wehe, wehe-wie Isf mein Herze allein) - - Schwarze Schotten schlagen den Bilde entzwei, Und nur des Jammers Brauch Hüllt noch den Hantel um mich. Irre, verfallen, lallen Lippen das Wort, Dali es Labe und Trßilung dem Schmerze sei. Aber das Wort erstarb vor der Fäulnis des Mundes. Mitten im Tempelhof düstert der Sünde Gesidif. Israeli Quelle und rastlos rauschender Strom, Grabmal und Gruft aller vergehenden Zelt, Senkst 1*1׳ dahin In Harm und Hader und Hohn?- Ach, dals nimmermehr das Volk die Liebe begreift! II. Immer sind unsere Tage gezählt, Immer wie blind schürfen Fflbe auf der Suche [nach einem Plad Immer ward unserem Hunger knapp nur das Mahl bereitet. Immer dem drohenden Schwert Stürzte das Volk auf der Flucht Nodi im weil offenen Raum Wuchsen uns Mauern empor. Barst das umfriedende Dach. Erstickte des Atems Verlangen, Immer (leien Sterne Jenseits unserer Blicke, Stieß wohl die Sonne aut. Wenn unser Schlaf begann. Ach, da wir sündigten, Werder! wir nun gerechtet. Von Ilse Blumenthal-Weiß Abgrund und Dunkel Rufen uns Heimat zu. UI. Einsamer Weg. Einsamste Wach!- Durch Jahr und Jahre kriecht der Fluch Und schleppt der Tränen Immer neue Frucht. Einsamer Tag Einsamste Nachl- Gram war des Mundes täglich Brot Und Bitternis des Durstes Trunk. Einsames Weh, Einsamstes Lied- Kein Lächeln schwingt noch seine leichte Kraft, ln Trümmern liegt das Heiligtum IV. Warte, warte mein Volk) Umgürle mit Geduld Deiner Verzweiflung Furcht Und tröste der Trübsal Tränen Mit dem Echo uralter Harfen. Warle, warte mein Volkl Sticke Edelsieine In den Gürtel der Schmach, Schmücke des Ewigen Joch MH der Demut deines Harrens. •'orte, warte mein Volkl Ueber Höhlen und Felsen Atmet des Himmels Fruchtbarkeit, Gipfelt der Sonnenball Der Gnade schimmerndes Gold. limiMiimiiitiiiiiMtiiiffrtMiiitiiiMiiiiiiiiiiiimmmiMiiMiitiisiiiiiitiiiiiiiiiiiiiitiiiMiiiiHiiiiiifiiiHiiiiiiiMiitiiRiHniniiniimiiiHin Neue jüdische Musik Chasskli*iti1e Tiin/.c von Jlcinridt Sdialil Die Origi11alf;i-'11ng dieses neuen Werkes von Heinrich Schabt ist für Streichorchester; der Komponist selber hat cs lur Violine und Klavier unißcset/t. Hs ist eine Suite, aus langsamen und raschen Melodien bestehend, aus mediiativen, mystischen, religiösen Weisen und echt chnssidischen Bcrauschungstan/eii, grotesk-lustigen, stauiphgen, bis zur Raserei sich verwirrenden. Den sechsten nennt Schallt den ,,Lobgesang des Basischem'‘, den siebenten den ״Aufstieg“, eine l'hase des verzückten chnssidischen Betens. Es ist das erstemal, daß einer diese Melodien für Streichorchester set/t, fnr einen relativ einfachen, homogenen Klangkörper, der mehr Feinheiten der Phrasierung als der Farbe hergeben kann. Schallt liefert keine symphonische Verarbeitung; er löst die Melodien nicht auf, er verwandelt sie nicht in Themen, er hißt sie, wie sie sind und färbt sie nur wie er sie versteht, durch den Strcichersat/. und die Harmonien, die äußerst schlicht sind, ja sich von selber ergeben. Er fugt keine schillernden Akkorde hinzu, wie es etwa Krein getan hatte. Er will nicht bearbeiten, er will nichts anderes als die Melodien selber geben. Schabt ist hauptsächlich Vokalkomponist; die eigenartige Herbheit und Erhabenheit seiner Jehuila Halcvi-Vcitonungcn sprechen nicht jeden unmittelbar an. Dies Werk nun ist eines seiner wenigen Instrumcntal-Konipositioncn, das einzige Jnstrumcntalwerk, soviel ich weiß, unter seinen jüdischen. Aber er hat sich nicht geändert; auch seine .,chnssidischen Tanze“ sind Melodien, sinnvoll geordnet und in einen geistigen Zusammenhang gestellt. Das Werk Sdialits erfährt in Düsseldorf von Erwin Palm und seinem Chor besondere Förderung. Dieser Chor hat Scha!it$ 50, Geburtstag damit geehrt, daß er die Mitte! für den Druck der ״Chassidischen Tänze“ (Bearbeitung für Violine und Klavier) aufbraebte. Das soll als hohes Beispiel jüdischer Kulturarbeit erwähnt werden. Lazare Saminsky Das Blich (erschienen hei Bloch Publishing Co., New York), ist eine Sammlung von Arbeiten fünf verschiedener Autoren, die, von jeweils anderer Themensteilung aus, das Werk und die Arbeit Lazare Saminskys zu umreißen versuchen. De Paoli, Mailand, gibt eine allgemeine Skizze. Henry, London, grenzt das Wesen Ernest Blocks und das Saminskys gegeneinander ab; er sielrt in Blochs Musik den traditiondlen jüdischen __Geist, bei Saminsky dagegen eine neue Vitalität. Die Studie ״Saminsky als Symphoniker“ von Yasser, New York, ist rein formal-analytischer Natur und nur dem nützlich, der sich ein ihm schon bekanntes Werk mehr beschreiben als kommentieren lassen will. Vallas, Paris, erzählt Saminskys Leben, seine emsige Tätigkeit als Dirigent in vielen Ländern, seinen Einsatz für junge russische; amerikanische und jüdische Komponisten. Der instruktivste Aufsatz ist der von Leonid Sabanejeff über ״Saminsky, der Zeitgenosse“. Der rnusikhistorische Hintergrund wird gezeichnet, vor dem Saminsky seine Ideen für eine nationaljüdische Musik entwickelte. Seine Musik sei ״national und gleichzeitig fortschrittlich“; er sei der Erste gewesen, der auf der. alten Tempelgesang als Quelle und Anregung für eine neue jüdische Musik hingewiesen und damit Krein, Gncssin, Achron u. a. beeinflußt habe. Er sei ein ״European- Hebrevv“, teils reiner Europäer, der sich für Ideen seiner Zeit einsetzt, teils bewußter Jude, der zuweilen ״die Sprache seiner Rasse spricht“. Aber Sabanejeff schreibt selber, daß Saminsky in seiner Musik ein Neo-Impressionist sei und sich von extremistischen Tendenzen fernhalte. Dr. H.N. Vorbemerkung der Redaktion: Die jiddische Sprache war stets heftig umkämpft. Sie ist auch in Rußland, ivo sie von Volksmassen gesprochen wurde, seitens des jüdischen Bürgertums (und gerade auch von den Hebraisten) geringschätzig behandelt worden, so daß man geradezu von einem ״Sprachenkamp/“ redete, ln Westeuropa und besonders im deutschen Sprachgebiet war nach der Emanzipation eine Anti, pathie gegen das jiddische hei Juden fast allgemein, und erst in der jüngsten Zeit hat man entdeckt, daß es sich hier uni eine Volkssprache handelt, die nicht unter den Begriff des ״Mauscheins“ fällt. Wenn unser Mitarbeiter nachstehend eine temperamentvolle Lanze für diese Sprache bricht und dabei als Beispiel füdisehe Aeußerungen der letzten '/.eil anführt, so geben unr um der Sache willen dieser Anmerkung Raum in der Ueberzeugung, daß es sich hier nicht um persön• liehe Angriffe handelt, sondern um einen wichtigen Hinweis, dem die Betroffenen selbst bei nochmaliger Ueberlegung die Zustimmung wohl nicht versagen werden. Ein junger Rabbiner hielt kürzlich «ine Rede gegen Jiddisch; es sei gar keine Sprache, sondern eine Art linguistischcs Mischgcmii.se upd habe keine Zukunft. Die Berliner jüdischen Berichterstatter referierten es treu und brav wie immer. Niemand lachte. Der eifrige Redner blieb die gleiche Autorität auf den unraMimischen Gebieten der Sprache, der Literatur, der Mischgemiise. So sehen wir aus. Aber wenn es schon bei uns so leicht angeht, gegen Jiddisch aufzutreten, obwohl es eine Sprache, ein millionenmündiges Leben, ein Element ist, tun wieviel effektvoller müßte es dann erst sein, gegen das Vorkommen von Quarzen oder gegen Regenschauer oder gegen linke Daumen redneriseh aufzutreten. Einer unserer deutschjüdisclien Dichter ״verreißt“ den Roman eines jiddischen Dichters. Die Uebersetzung des Romans ins Deutsche sei fehlerhaft und unordentlich, aber er, unser deutschjüdischer Autor, könne sich nicht vorstellen, daß das Original, das er nicht kenne, besser sei. Diese Acußerung erscheint, und niemand lacht. Woraus wir für künftige LiteraturbctnicJitungen lernen wollen: 1. Wenn ein Uebersetzer nicht deutsch kann, darf der von ihm Uebersetzte seine Originalsprache auch nicht können; 2. Originalwerke, die man nicht kennt, taugen nichts; 3. besonders wenn sie jiddisch geschrieben sind. Einer unserer Literaturhistoriker ״bespricht“ Perez: Die Perez-Uebersetzung von L, Strauß iibertreffe das Original. Sie wäre etwa, wie wenn R. A. Schroeder Fritz Reuter ins Hochdeutsche übersetzt hätte. Hier staunt der Fachmann, und der Lachmann wundert sich. Wenn die Uebersetzung besser ist als das Original, dann ist sie schlecht, dann ist sie keine Uebersetzung. Und warum der Vergleich Fritz Reuters mit Pete/? Weil Perez jiddische Lauschen un Rimels geschrieben hat oder weil Reuters Onkel Bräsig ein mecklenburgischer Wunderrabbi ist? Weil Plattdeutsch ״auch ein Dialekt“ ist? Der Vergleich ließe sich verbessern; wie, wenn etwa Stefan George den Frankfurter Mmulartdichter Stoltze oder Claire Waldoffs ״Warum soll a nich“ ins Hoch-, ins Höher-, ins Höchstdeutsche übertragen hätte? Und diesen Perez-Reuterscher! Chassidismus vergleicht unser Literaturbesprecher dann noch mit Spinoza. Das ist eine kleine Sammlung von Spritzern aus unseren» sogenannten kulturellen Leben. Man mag sagen, das Jiddische wäre eben immer noch schief angesehen Eier, seine angstliehen (oft unbewußten) Gegner schämten sich nur ihrer privater! Mutter- oder Großniuttersprache, die sie nicht für fein genug halten usw. Dümmer ist, daß auch die Urteile falsch sind. Und daß ste niemand schallend ausiacht. Leo Hirsch Dr. Simon Bernstein, New York, der schon durch viele Ausgaben mittelalterlicher hebräischer Poesie bekannt ist, veröffentlicht jetzt aus «irrem handschriftlichen Machsor des 14, Jahrhunderts zehn Pijutim bzw. Bruchstücke von Pijutim der bedeutendsten hebräischen mitteialterliehen Dichter, darunter solche von Jehuda Halevi, Ben Gabirol, Mosche Ibn Esra, Abraham Ibn Esra und anderen nebst textkritischen Bemerkungen und Kommentaren. Die Arbeit, die in den Blättern für Biographie und Geschichte des Judentums in Wien erschienen ist, ist jetzt auch in Form eines Sonderdrucks zugänglich. SALMAN^SCHNEUR Autorisierte Uebersetzung von Grete Fischer 19. Fortsetzung Nachdruck verboten Er hatte ein übel nussehendes Wesen eingespannt. Sender erkannte SiTnnendrik gar nicht. Das war doch nicht Schmcndrik? Sein Fell war voller Kratze, der Schweif struppig, ein Fuß schien hoher als der andere, der Körper war uusgemcrgelt, auf dem Rücken hatte er rohe rote Flecken, 111s hätte man ihn mit kochendem Wasser verbrüht — Spuren der Peitsche — und <11!s Fell hatte eine stumpfbraune Farbe angenommen, wie Gras, das von der Sommersonne versengt ist. Dieses armselige Geschöpf zerrte den schweren Karren, immer nach rechts, auf die Seite, wo cs sehen konnte. Und der Knoten hieb ihm regelmäßig mit dem umgekehrten Peitschenstiel eins auf den Kopf. Er lat das kalt, klotzig, gefühllos. Und Scliiitcndrik, das feinfühligste, launenhafteste Tier, nahm die Schläge hin, unterwürfig, geduldig, als hätte er sie verdient. F'.r schnaubte nicht einmal. Und so zerrte er Meiers Fuhre «len schmalen Pfad auf der Landenge entlang, ein beladenes (;«schöpf. Er zog im Zickzack, ein Schritt, nach rechts, dann ein Hieb, der ihn mich links brachte. Djirka, hinten an Senders Wagen angebunden, witterte den alten Stallkunicradcn sofort, warf den neugierigen Kopf auf zur Begrüßung urid wieherte hinter Senders Rücken: ״Da schau 11er! Da kommt ja Schmendrik!“ Aber der frühere Kavalier Schmcndrik gab kein Zeichen, wie ein höfliches Pferd, wenn die Stute grüßt. Er schleppte seine Last und sein Unglück weiter in Meiers des Knoten Joch. Man geht und schleppt, und zum Grab ist’s noch weit. Als Meier auf gleiche Höhe mit Sender kam, Hieb er stehen, hob die wehleidigen Augen und schaute den Aufzug stumpf an. Er wunderte sich, daß die Stute hinter dem Wagen hcrlief, und auch, daß Sender so früh am Morgen ausfuhr. Er sagte plötzlich einige halbe Worte; ״Gu Mo! Bai ga bli, dei Mähr! Bii!“ Das hieß: (Juten Morgen! Ist schon beinahe blind, deine billige Mahre! Sender wurde fast rasend. Da überanstrengte und mißhandelte dieses Vieh seinen armen Schmcndrik, und beklagte sich noch! Vor einem Jahr hätte er ihm für so ein Gutenmorgen mit der Peitsche geantwortet. Aber jetzt fühlte sich Sender gebrochen und erniedrigt, und er sprach kein Wort. Er krümmte sich nur auf seinem Sitz, und versteckte das Gesicht in seinem Bart, der nun fast weiß war. Eine Stelle aus der liihei kam ihm in den Sinn. Als Joseph seine Brüder verspottete und sich nicht zu ihnen bekennen wollte, sprach Rüben zu ihnen: Sagte ich euch nicht, ihr solltet euch nicht an diesem Knaben versündigen? Und ihr wolltet nicht auf mich hören? Seht, nun rächt sieh sein Iilut un uns! Hatte er seine Frau nicht gebeten, sie sollte den armen kranken, geliebten Schmendrik nicht in die Sklaverei Meiers des Knoten verkaufen? Aber er hatte ihn verkauft, und nun vcrlcugncte ihn Schmendrik, wie Joseph in der Bibel seine Brüder. Schmendrik hatte kein Zeichen des Erkennens gegeben! Mit geheimnisvollem Schrecken in dem nüchternen Herzen peitschte Sender Schmarwoz und trieb ihn zum Galopp, D.,irka tänzelte hinterdrein. Er strebte nur weg von dieser unseligen Begegnung, von diesem lebenden Vorwurf! Meier starrte mit blöden Augen hinter ihm drein und wunderte sich, was da los war. Sender war min schon nahe dem Untersberg, er fuhr rasch über den Stnudamm zwischen dem Se« und dem Dn.jepr. Links, wo sich der Fluß gegen Molülew krümmt, drangen schon goldene Strahlen durch die beleuchteten Molken; aber rechts, über dem See, hing noch milchiger Nebel. Durch den Nebel hört« Sender plötzlich den tiefen, klagender, Baß der Schklowcr Ochsenfrösche, die sieh aufblasen wie ein Dudelsack und laut und einförmig quaken. Ein merkwürdiger Fon — Bu—hu, Bu—hu — in sich hinein und aus sich heraus, wie aus der verschlammten Tiefe des Sees. Es machte Sender zittern. Es klang, als riefe jemand aus einer anderen Welt. Der Rabbi rief ihn! Plötzlich sah er die Augen des Rabbi, die schon erstorbenen Augen mit den blauen Iläuteben da Ti' e־, sie spalteten sich noch einmal, schwammen herauf wie brennende I.ichler. So hatte der Rabbi auf seinem Totenbette ihn angeschaut, ״Se—nderl“ ״Bu—hu!“ Sender zog Schmarwoz einen Schmitz (Iber den Rücken. Er mußte schnell weg von diesem verhexten Pfad zwischen den Wassern, wo im Morgendämmer so seltsame Sachen werteten. Die kleine Holzbrücke über dem Durchlaß im Damm schmierte unter den Rädern des leichten Wagens, und hoch oben rückte die große Mühle heran wie eine Wolke, mit vielen Fenstern und Türen. Beim Ileranfahren gegen den Untersherg glänzte diq Wasserfläche am schmalen See-Ende vor ihnen auf. Schmarwoz, der früh nicht gefüttert worden war, wendete sich zum Wasser und fand, er könnte wenigstens einen Trunk haben. Er kannte die Stelle gut. Sender erlaubte ihm oft, knietief ins Wasser zu waten, so daß er breit und ruhig saufen konnte. Aber diesmal war Sender gereizt, durch die Begegnung mit Schmendrik verstört und durch den traurigen Ruf des Öchsenfroschcs. Schmarwoz hätte überdies zu tief hineinwaten müssen, damit auch Djirka, die hinter dem Wagen angebunden war, Gelegenheit zum Trinken gehabt hätte. Also riß Sender böse an den Zügeln und wollte Schmarwoz nicht ins Wasser gehen lassen. Er zerrte so scharf an den Leinen, daß er schneidende Schmerzen im Leib bekam —- sein altes Leiden. Das machte ihn noch Brgerlkher, und er haute Schmarwoz die Peitsche scharf übers Fell. Das war nun heute das dritte Mal, daß er sein Pferd schlug! Sonst peitschte er seine Pferde nie. Schmarwoz mißfiel es, und er beantwortete den Schmitz mit einem Hufschlag gegen den Kutsclibock, gerade unter Senders Füßen, der Ließ: Was habt Ihr, Herr? Ich hab doch nichts getan? Sender verstand sofort und bereute, schwach im Herzen wie nach einem Fasttag. ״Ich hob heute euch noch nichts getrunken“, sagte er. ״Wir müssen beide warten, bis wir nach Hause kommen, aus und ich!“ NEUNZEHNTES KAPITEL / GRAB IM SEE Der Preis für Djirka war schon vorher abgemacht warden, so daß der Handel jetzt nicht lange dauerte. Sender nahm das Paketchen Fünf-Ilubelnoten mit schwerem Herzen. 60 Rubel für seine Stute! Neues Blutgeld für den Advokaten, und alles ging zum Teufel. Der würde noch reden, daß er sich mit armen Leuten nicht hätte einlassen sollen! Sender wickelte das Unglücksgeld sehr sorgfältig in ein Stück Oeltuch, steckte es in die tiefe Brusttasche im wollenen Futter und drückte ,en breiten Gurt darüber fest, um es sicher festzuhalten. Weil Pandres junce Jahre aus dem Gefängnis schrien.