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Jüdische Rundschau · 1936-11-03 · Heft 88 (3.11.1936) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 88 (3.11.1936)
Date
1936-11-03
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 88. 3. XI. 1936 JODISCHE RUNDSCHAU Seife 5 IN ALLER KURZE Auf einer in Leeds veranstalteten Kundgebung gegen die in letzter Zeit von Sir Oswald Mosley getriebene anti« semitische Propaganda sprachen der Präsident des Jewish Board of Dcputies, Nevillc Laski, der Vikar von Leeds, Domherr \V. T 11 o 111 p s o!1 E 11 i o 11, und eine Reihe anderer jüdischer und nichtjüdischer Persönlichkeiten. Für die Errichtung eines Denkmals zur Erinnerung an die bei den Kämpfen um Verdun gefallenen jüdischen Soldaten hat sieh ein französisches Komitee gebildet. Das Denkmal soll bei Fort Donau 111011t, das bekanntlich Mittelpunkt besonders erbitte! ler Kämpfe war, errichtet werden. U. a. hat auch der katholische Geistliche, Abbe Polimann, der zugleich Abgeordneter dieses Gebietes ist, dem Komitee ini Namen des Kriegervereins von Bar-lc-Duc eine Spende zukommen lassen. Das Mitglied des englischen Oberhauses, Lord ßuxton, Präsiden! des Kinderhilfswerks, und das Mitglied des englischen Unterhauses, k e 1 e y, befinden sich gegenwärtig in der Tschechoslowakei. Sie besuchten die Leiterin des Hicem- Werkes in der Tschechoslowakei, Frau Marie Schmolka, die sie iiber die Lage der jüdischen Au sw־ ander e r, ihre Beriifsumschieiitung und Berufsausbildung informierte, sowie ihnen das Chalu/im-KolIektiv und die' Wohnungen der Auswanderer zeigte. In New York fand die diesjährige Jahresversammlung des American Palest in e C a in p a i g n statt. Sie war verbunden mit einem Empfang fiir die palästinensischen Delefierten, Dr. ßen/ion Mossinsohn, Oerschon Agronsky und wi Hirsch Moslianskv. Oer United Palestine Appeal, in dem der American Palcsfine Campaign und der Jüdische Nationallonds zusammcngeschlosscn sind, hat seit Januar 1936 1779 454 Dollar aufgebracht. Es wurde beschlossen, 1937 eine Sammlung in verstärktem Umfang durclmifiihrcn. Die ״Untertürklieimcr Zeitung“ meldet aus Schramborg, daß der dortige stellvertretende Bürgermeister auf der letzten öffentlichen Beratung der Ratsherren bekanntgegeben habe, d iß ein ,,J 11 d e 11 m a r k f“ geschaffen werde, auf dem die Stände von den anderen Standinhabern getrennt sind, da die Märkte immer noch stark von landfremden Juden beschickt sind. Die ,,Potsdamer Tageszeitung“ berichtet von der Verurteil 11 n g eines jüdischen G e fl ii g c 1 s c h 1 ä c h - ters, der wegen Vergehens gegen das Verbot des Schlichtens von Tieren vor dem Moabiter F.in/elrichter angeklagt war. Er wurde zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Die Synagoge in Aßlar im Kreise Wetzlar ist zum Abbruch verkauft worden. In Aßlar wohnen nur noch drei jüdische Familien. Im Alter von 8S Jahren ist in Wien der jüdische Philanthrop Moses Hirsch Lauda u, eines der ersten Mitglieder der Chowcwe Zion, gestorben. Der Vorsitzende des Rabbinerkollegiums der Amsterdamer asehkenasischen Gemeinde, Rabbi L. H. Sarlouis, ist einstimmig als Nachfolger des vor zwei Jahren verstorbenen Oberrabbiners A. S. Onderwijser zum Oberrabbiner von Amsterdam gewählt worden. Der französische Zionist Dr. Henri Schümann hat in seinem Testament dem Keren Knjemeth 100 (XK1 Francs vermacht unter der Auflage, von den Zinsen dieser Stiftung eine Freistelle fiir einen Studenten an der Hebräischen Universität in Jerusalem zu schaffen. Schümann hat außerdem seine Kibliothek der Nationalbibliotlvek in Jerusalem und •einen Teil seiner Kunstsammlung dem Museum in Tel-Awiw vermacht. Der älteste Rabbiner i n Wien, der seit 40 Jahren sein Amt als Oberrabbiner der Wiener Orthodoxie in der Schiffsschul versieht, Rabbiner Jesaja Fürst, ist vor kurzem?0 Jahre alt geworden. Er entstammt einer berühmten jüdi-;chen Gelehrtenfamilie. Der falsche Messias Anläßlich der Aufführung von ״SabJ»atai Zvi“ im Kulturbund Aus der Warschauer Gemeinde Warschau, 29. Oktober. (JTA.) Gegen die vor kurzem vorgenommene Wahl des Vorstandes 11 er Warschauer Jüdischen Gemeinde ist «in Protest mit der Begründung cingchracht worden, daß die Listennurnmer auf einem der neun für den Nationalen Block abgegebenen Stimmzettel nicht deutlich geschrieben gewesen sei. Der Regierungskoimiiissar hat diesen Stimmzettel für ungültig erklärt, obwohl die neun Repräsentanten des Nationalen Blocks versichert hatten, daß sie ihre Stimmen geschlossen für die von dem Block aufgcstclltcn Vorstandskandidaten abgegeben hätten. Durch die Ungiiltigkeitserklärung verliert der Nationale Block einen Sitz im Vorstand. Das Mandat wird nunmehr entweder z.wisehen Misrachi und Agudah ausgelost oder der Agudah zugesprochen werden, die in diesem Fall den Senator Jacob Trockenheim zum Präsidenten der Gemeinde designieren Würde. Am Tage der Zerstörung Jerusalems — so berichtet der Midrasch — ward der Messias geboren. 111 dieser Fixierung schon zeigt es sich, worin das jüdische Volk das bestimmende Element der messianischen Sendung sah. Wie in dem ergreifenden Liede am Tischah he Aw all den Versen, die von der Austreibung aas Jerusalem in bittrer Klage künden, jubelnd in allem Leid der letzte Vers folgt, «ler von der Rückkehr nach Jerusalem spricht, so sali man in dem ״l icht unsrer Angen“, dem Messias ben David den einstigen Führer, der die Verstreuten aus der Golali in die verlorene Heimat, nach Jerusalem, zurückfiihren würde. Die I lolfnung aut Erlösung hat in einzelnen durch irgendwelche Eigenschaften über den Durchschnitt der leidenden Brüder herausrageiiden Menschen sich zuweilen zu der Ueherzeugung verdichtet, in sich selbst die Zeichen des Messias — oder zum mindesten — seines Vorläufers, des Propheten Elijahu, zu finden. Es ist kaum verwunderlich, daß es solchen Männern, denen zumeist das Charisma persönlicher Anziehungskraft in hohem Maße zu Gebote stand, in kurzer Zeit gelang, eine große Anzahl von erlösungsdurstigeil Anhängern um sich zu scharen — so sehr auch die Alten, die Verständigen warnten und predigten, daß man ,,die Zeit nicht drängen solle*‘. Es ist eine merkwürdige Gesellschaft, diese ״falschen Messiasse“, die im Laufe der Jahrhunderte unendliche Begeisferung, oft auch unendliches Unheil über unsre kämpfende und leidende Gemeinschaft heraufhesclnvomi haben: meist ist kein ״Falsch“ an ihnen, wenn auch die enttäuschte Nachweit sie mit diesem ״Pscudos“ belastete. Doppelte Sendung des Ersehnten verkörpern sie; danach lassen sich zwei Mensehen typen unter ihnen deutlich unterscheiden: Männer der Tat, die rasch zugreifen und sich vertrauen, das Ziel der Befreiung des Volkes mit Waffengewalt zu erreichen — und Männer des Gedankens, deren Sehnsucht vor allem der mcnschhcitliehen Erfüllung des Messias gilt. Durch Vertiefung der religiösen Inbrunst, durch Buße und Gebet glauben sie, sein Kommen herbeizwingen 711 können. Als reinste Ausprägung des ersten Typus erscheint 1ms der tapfere Aufrührer gegen die Weltmacht Roms, Simon Bar Kocliba. Sein Tod nach dem Falle der heldenmütig verteidigten Festung Betar läßt ihn im Dunkel verschwinden. Aber für die Suggestionskraft seines Wesens zeugt das Schicksal des Rabbi Akiha, der in ihm den Steruensohn, den Messias sieht unu willig den Tod auf sich nimmt, als sein Stern erblich. Hier schon zeigt sich die zweifelnde Haltung der andern Lehrer. ״Gras wird über dir wachsen, Akiha — und noch wird der Messias nicht gekommen sein!“ sagt man ihm. — ln Bar Kochbas Fußtapfen treten ähnliche junge Tatindischen der späteren Jahrhunderte: am bekanntesten unter ihnen wurde wohl David Alroy, der kriegerische Jude aus Kurdistan, der mit Hilfe der tapferen kaukasischen Bergjuden das Kalifat bekämpfte und bis nach Bagdad hin seine Anhänger zählte. Seine Gestalt war es, die nachmals dem englischen Juden Disraeli auf seiner Palästinareise so lebendig wurde, daß er sein Schicksal neu zu gestalten versuchte — in einem schlechten Romane, der uns heute vor allem durch die Selbstentdeckung Disraclis, die von diesem Thema ihren Anfang nimmt, kenneuswert erscheint. Unterdessen aber hatte sich auch die zweite Wurzel des Messias-Gedankens tief in die Seele des unglücklichen Volkes gesenkt. Zwar hatte kein Geringerer als Maiinonides in seinem ״Sendschreiben an die Juden in Jemen“ vor einem dieser verfriiliten Boten gewarnt und selbst ein rationalistisches Bild des •messianischen Zeitalters aiifgeslellt. Aber unterdes hatte die mystische Versenkung der Kabbalisten schon immer stärkeren Einfluß auf die jüdische Volksseele gewonnen; es häuften sich die Leiden des vertriebenen Volkes, Jerusalem, die ferne Heimat, wurde von den Sarazenen erobert. Aber ״Geburtswehen des Messias“ (Chcwle Maschinell) sahen die Gepeinigten in all diesem Leid. ״Nicht Durst nach dem Tranke, nicht!Junger nach der Speise — nein: Durst nach dem Messias ...“ erfüllt dies Geschlecht, wie cs in einem seltsamen Gedichte Bialiks heißt. Immer wieder berechnet man das Erscheinungsjahr des Messias; und ist der eine Termin verstrichen, so rechnet man ungebeugt weiter. Abraham Ahulafia, der Kabbalist, erwartet im Jahre 1290 das Messiasjahr; und das Volk schreckt nicht vor ihm zurück, wenn auch Rabbi Salomo ben Adereth, der Führer der spanischen Gelchrsamkeit, die Juden Siziliens vor ihm warnt. Selbst ein erfahrener Staatsmann wie Isaac Abarbanel, der die Qualen der Vertreibung aus Spanien mitcrlebt, gibt seinen unglücklichen Brüdern seine drei messianischen Bücher mit auf den Leidensweg. ln Feiertagskleidem waren sie damals hinunter an den Mcefesstrand gezogen — in der Erwartung, daß das Meer sich vor ihnen spalten würde wie einst das Sciiiifmeer... Ach, das Meer hat sich nicht gespalten; aber ihre Zuversicht ward nicht erschüttert — sie wußten den Grund. Noch war das Geschlecht nicht reif und nicht rein genug, den Messias m empfangen. Und mit glühender Inbrunst folgten sie den Weisungen eines unbekannten Mannes wie Ascher Lämmlein, der sie zur Buße und zum Sümienbekenntnis autrief. ... Zu den uns schon bekannten Erscheinungsformen des Messias, dem Manne der Tat und dem Manne der SchwärmereL tritt jetzt eine neue Gestalt. Das ist David Reuben i, ■der ״Politiker“ unter den Volksbotm —■ der erste, der scheinbar seine Sendling nicht au die Juden, sondern au die Großen unter den Völkern richtet — er vermeidet sogar ängstlich die Berührung mit seinen Glaubensgenossen, und weäst bewußt alle messianische Verklärung zurück. Daviel Retibcni, der Fürst der Juden, dessen Gestalt Max Brod aufs neue nachzuzeichnen unternahm, ist bis heute rätselhaft geblieben —• auch B1׳«d läßt sein Bild im Zwielicht versclnviiulcn — der Verbündete des Papstes, der Gesandte des jüdischen Königs von Chaibar, wie er sich nannte. Ungleich ergreifender noch als er ist die edle reine Gestalt des schönen jungen, portugiesischen Marannen Salomo M o I c!1 o, dessen Bild das Volk so lieble, daß es nicht müde ward, es mit Wundern zu umkiäu/eii. Nicht nur daß er vom Scheiterhaufen verschwand (was vielleicht auf einer historischen Begebenheit beruht), auch bis zum heutigen Tage ist er nicht gestorben: seiner Braut in Safeil erscheint er jeden Freitagabend und macht den Kiddtisch bei ihr.. ,. Und d.11111 häuft sich alle aufgespelchertc Sehnsucht und Moffenskraft und gießt sich in die Erscheinung des Mannes aus Ismir — Sabbatai Z w i, von dem uns eben «las Drama Bistri/kvs nach manchem andern dramatischen Versuche jüdischer Dichter wieder erzählte. Hier aber ist es nicht allein das jüdische Volk mehr, das auf den Messias harrt: die Eriüsiingssclinxucht der gan/en Weit blickt auf den Messias und beteiligt sieh an den Berechnungen und Deutungen. Mit dem Uebertritte .Sabbatais zum Islarn war aber die Sabbatiunisebe Bewegung durchaus nicht zu Ende — sehr deutlich zeigt sich hier, wie ein ewiger Gedanke sich neue Verkörperungen sucht, nachdem er die un/ureichende erste Verkörperung;!!!geschüttelt hat. (i. S c 11 o I e 111 hat kürzlich über die Geschichte der sahbatiunischen Sekten mul ihren Zusammenhang mit der Vorbereitung der Aufklärung einiges gesagt und uns noch mehr versprochen. E-- ist bekannt, daß der eigentliche Nachfahre des Sabbatai, Jakob krank, wohl der einzige unter diesen inessianisclieii Schwärmern ist, den man mit einiger Sicherheit als Abenteurer bez rieh nett kann und daß der Weg dieses vielgewandten Mannes bald aus dem Judentum heraus führte. Dennoch ist, wie Schalem andeutete, hier noch ein sehr wichtiges Kapitel aus der Geschichte des Messianismus 711 schreiben, das freilich dadurch erschwert wird, daß die Quellen hier oft absichtlich vernichtet worden sind. Zumal die grolle Umwandlung dieses ungcheuren messianischen Auftriebs nach der grenzenlosen Enttätisdiung der sahbatianisclu-u Bewegung in die halb nihilistische Geisteshaltung der jüdischen Aufklärung wird erst nach der Aufhellung dieser Zusammenhänge zwischen Sabbatianismus und Aufklärung völlig verständlich werden. Denn in dem Geiste der Aufklärung erstellt nun dem IS. und 19. Jahrhundert der Jmlenheit der neue ״falsche Messias“. Damals. beantwortete Moses Mendelssohn die Angriffe des Oöttingcr Theologen Michaelis mit dem Hinweis auf ,,den Verbot im Talmud“, an keine gewaltsame Rückkehr zu denken und legte wie die alten Lehrer vor ihm den Vers des Hohenliedes dahin aus, daß ,,Ihr nicht wecket — lind nicht rege machet — Die Lieb!■ —■ Bis es ihr gefällt.. .“ Die positive Seite dieses neuen .Messiasglaubens aber verteidigt noch Hermann Cohen, der nach Franz Rosenzweigs Zeugnis zu den ,,Gläubigen des falschen Messias des 19. Jahrhunderts“ gehörte und mit unverminderter Kraft auf die Bekehrung der Andersgläubigen zum reinen Monotheismus seines Judentums hoffte — ... ״bald, in unseren Tagen!“ Zu jener Zeit aber war schon seit mehr als einem Mensclicnalter jene altncue Strömung erwacht, die man einmal mit einem ,.säkularisierten Messianismus‘׳ verglichen hat ־־־ die Cliibbat Zion-Bewegung, die sich dann im Zionismus fort setzte. Fs ist, wenn inan an die Geschichte des falschen Messias denkt, sehr Bezeichnend zu hören, «laß I lerzl selbst, wie er Ruhen Bramin erzählte, als Kind laiiee Zeit den Traum vom Messias träumte, daß er aber als Mann in Palästina streng alles vermied, was in den Augen des Volkes an die herkömmliche Erscheinung des ,,Boten'• auch nur von fern hätte erinnern können. Für die Erscheinungsform des ״falschen Messias“ in der jüdischen Geschichte alter gelten noch immer — heut mehr als je ׳—• jene Worte Franz Rosenzweigs: ״Der falsche Mcs-das ist so alt wie die Hoffmmg des echten. Fr ist die wechselnde Form dieser bl eihendeii Hoffnung.“ Bertha Ha dt -Strauß Ein« Todesnachricht. Man erinnert sich eines angenehmen 'Nachmittags in einem Appartement-House im Central Park West in New York. Anwesend sind mehrere jüngere Rabbis Und jüdische Sozialarbeiter, und man spricht über die Förderung jüdischer Kulturarbeit in Amerika. Allen diesen Menschen liegt vor allem eines ain Herzen: die Zukunft der jüdischen Jugend und damit des Judentums in Amerika, Versuch der Erweckung geistiger und religiöser Bildungselemcnte, vor allem die Fliege des Zusammenhangs mit Erez Israel und der dortigen hebräischen Produktion, Schaffung von Arbeits- Gemeinschaften, Austausch gegenseitiger Erfahrungen z.wi sehen ähnlich gerichteten Menschen und Gruppen. Man wünscht solche Erfahrungen aus dem jüdischen Bildtittgswesen auch anderer Länder, 7.. B. Deutschlands, zu hören. Die Seele dieses ganzen Kreises ist der Hausherr, George M. Hvman, Direktor des Central Jewish Institute auf der Ostseite der 85. Straße New Yorks, im Stadtteil Yorkville. ln diesem Institut ist ein Kreis zusammcngeschlosscn, der für die jüdische Bevölkerung dieses Stadtviertels soziale Arbeit leistet, jüdischen Unterricht entrichtet, den sozial niederen Schichten ein Heim bietet. Hym.111 seihst, Schwager eines bekannten englischen Zionisten, war vor sechs Jahren eine Zeitlang in Jerusalem als Beamter der Universität tätig. — Nun erreicht uns plötzlich die Nachricht, daß dieser Mann itn Alter von Jahren in New York gestorben ist, einer der stillen, aber unermüdlich und hingebungsvollen, begeisterten Arbeiter für die jüdische Sache. Eine Familie ist verwaist, aber auch eine wichtige jüdische Arbeit hat ihren treuen Diener verlorcn, (Jeher den Ü7.ean hinweg empfinden wir Schmerz und tiefe Anteilnahme. W. Revisionistische Petition Von unserem Berichterstatter y Genf, 30. Oktober Die Revisionisten haben der M a 11 d a t s k 0 ווו m i s s i o n, ander einer Anzahl von anderen Petitionen, auch eine neue ״Judcnstaatspetition“ zugeschickt. Sie verlangen darin von der Kommission, noch einmal die im Jahre 1935 von ihnen cingcreichte Petition über die E r r i c 1111111 g c i n c s J 11 d 0 11 - Staates in Palästina 711 prüfen. Diese Petition wurde, wie bekannt, damals von der Mandatskommission geprüft und hatte die Folge, daß die Mandatskommission die revisionisfische Interpretation der Mandatsbestimmungen als ״mit dem Mandat unvereinbar“ erklärte und die Petition aus diesem Grunde zurückwies. Eine zweite derartige Petition «ler Revisionisten wurde dann unter Berufung auf die frühere Ent- Schließung wieder kurz zurückgewiesen. Nun haben die Revisionisten zum drittenmal die gleiche Petition eingereicht. Wie wir erfahren, hat der Vorsitzende der Kommission beantragt, diese Petition in die Kategorie der ״unannchmbaren“ (non receivable) Petitionen einzureihen. Solche Petitionen werden vom Vorsitzenden seihst in dar Papierkorb geworfen, ohne den Mitgliedern der Kommission unterbreitet zu werden. Es kann kaum daran gezweifen werden, daß dieser Antrag des Vorsitzenden von der Kommission angenommen werden wird. Damit wäre der Sache, der die Revisionisten dienen wollen, ein schlechter Dienst erwiesen. Drohbriefe in Rumänien Führende Männer des öffentlichen Lehens Rumäniens, unter ihnen der Historiker und frühere Ministerpräsident Prof. N'icolae Jorga, haben — wie die JTA. aus ßuka״ rest berichtet — aus Kni-en der extremen Rechten Briefe erhallen, in (lenen sie mit Ermordung bedroht werden. Die ״Eiserne Garde“, die unter dein Deckmantel einer neuen politischen Partei Total penfri! Tcara“ (Alles fürs Vaterland) ihre verbotene Tätigkeit fortsetzt, veröffentlicht eine Frklärung, wonach die Verfasser dieser Drohbriefe nicht Angehörige der ״Eisernen Garde׳‘ seien. Die Polizei hat Maßnahmen getroffen, um durch schärfste Ueherwaclmng der der ״Eisernen Garde“ nahestehenden Kreise die Sicherheit dei bedrohten Persönlichkeiten zu gewährleisten. C, Z. Codreanu, der Führer der .,Eisernen Garde“, ließ unter der Ueberschrift ״Unsere Legionäre“ soeben ein Buch erscheinen, in dem er u. a. von einem vor mehreren Jahren gefaßten Plan spricht, _ die höchsten Rabbiner Rumäiiicns, eine Reihe jüdischer Wirtschaftsfiihrer und den Präsideuten der ״Union rumänischer Juden“, Dr. Wilhelm Fildermanu, zu ermorden. Allerdings schreibt Codreanu: ״Hätte ich nur noch eine Kugel in meiner Pistole und mich zu entscheiden, ob ich einen Juden oder einen Christen, der ein Verräter an der nationalen Sache ist, erschießen soll, so würde ich keine Sekunde zögern und den Christen töten.“ Josef Mülbauer ist der Herausgeber einer Anthologie jid d ischcr Lyrik,<Iic in französischer Sprache demnächst in Brüssel erscheint. palestine express gmbh . friedriohstrasse 100 . berlin nw 7 visumsperre widerrufen palexreisen beginnen 10 november I 1 ׳ ( ׳’G t! f 1 t I f I * .

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