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Jüdische Rundschau · 1936-11-03 · Heft 88 (3.11.1936) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 88 (3.11.1936)
Date
1936-11-03
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 88, 3. XL 1936־ nalität hinweg, und glücklich, wer diese Erfahrung machen kann. Auf der anderen Seite ist es betrübend, wenn eine Geste der Unfreundlichkeit den Eimvandcrnden an dem Ort des neuen Aufenthalts empfangt. Die Nachrieht, dali in Südafrika das mit jüdischen Auswanderern aus Deulschland angefüllie Schiff ״Stuttgart“ zu einer einwandernngsfeindlichen Demonstration Anlaß gab, zeigt uns den Wandel der Begriffe. Denn in Südafrika gibt cs ja (außer den Schwarzen) nur Einwanderer, jeder ist einmal als Einwanderer gekommen und müßte wissen, wie Wanderlos schmeckt. Daß dieser Transport, um dessen Zustandekommen unter schwierigen äußeren Verhältnisscn und mit Uehenvindung großer technischer Hindernisse sich der Hilfsverein der Juden in Deutschland in Verbindung mit der Reichsvertretung verdient gemacht hat, glücklich eingetroffen ist, gereicht uns allen zur Genugtuung. Der jüdische Einwanderer muß darauf gefallt sein, wo immer er hinkommt, Unfreundlichkeiten zu begegnen, aber er findet auch überall die brüderliche Hand der jüdischen Gemeinschaft. Und auch die Bevölkerung des Einwandcrungslandes, in dessen Dienst der Jude von nun an seine Arbeitskraft steilen will, hat in der Regel Verständnis für seine Lage. Noch gibt es überall, und daran soll uns eine so unangenehme־ Nachricht wie über die (anscheinend übrigens nicht sehr bedeutende) Pemonstration in Kapstadt nicht irre machen, menschliches Fühlen. Aber die l äge ist schwer. * Der Umsturz i in Irak ist ein neuer Beweis für die gewaltige Spannung, die de!! gnn/eii Nahen Orient erfüllt. Will man die Geschichte des Irak verstehen, so muß mau bis in die Kriegs/eit znnickgelicn, als unter der Initiative des berühmten T. E. Lawrence von Kairo aus der ,,Aui.-tnad in der Wusle“ gegen die türkische!lerrwliat't organisiert wurde. Der damalige Führer des arabi.-cheti Atifdandcs, Emir Fei.-al, ein Sohn des Sclierit'en Hussein um Mekka, wurde später von den Engländern /um König von Irak gemacht, und die meisten der in Bagdad am Ruder befindlichen Personen gehörten diesem Kreise an. Der jetzt gestürzte Minister- Präsident Yassiin, der ehemalige Außenminister Nuri, von dem als Vermittler in! IHEistmakoniiikf so viel die Rede war, vor allem der ab: erschossen ,gemeldete Dschafar waren Kampfer tur die arabische Unabhängigkeit. Lawrence schildert in seinen ,,Sielten Säulen der Weisheit“, wie iKchafar als türkischer Offizier gefangen wurde, und wie er später die Wendung zur Gegenpartei vollzog, so daß er — gegen Husseins Willen — zum überkoniiiiandierenden von Eeisals Streitkratten ernannt wurde. Irak hat nach dem Krieg allmählich seine volle Unabhängigkeit erlangt. Obwohl es ursprünglich (wie Palästina und Syrien) unter die Mandate der Kategorie A fiel, ist das Mandat nie in Kraft getreten, sonder« wurde durch einen Vertrag ersetzt. Der Staat Irak hat sich in rapidem Tempo modernisiert (vgl. die Schilderung in Hans Kolms Buch ״Die Europiiisierung des Orients“), die Wehrpflicht eingeführt und ist auf dem Wege, sich wie die Türkei und Iran zu einem modernen .Militärstaat um/iiYv aruieln. Die U 11 ab Ir ä n g i g k e i t s ka m p f e r v o n einst s e h e i 11 e n d e 11 N a t i o 11 a 1 i s t e 11 von h tute 11 i c h t m (dir radikal g e n u g. Sie werden aus dem 1 and vertrieben, der Nationalismus wird immer extremer. Was divn-r l'insturz politisch bedeutet, ist itn Augenblick noch nicht ah/11 sehen. Insbesondere ist die Frage der ,iiilHwpoiitwduii Orientierung der neuen Machthaber migekkut. Die englische [Kesse betont, daß die alsgeset/ten Minister als Exponenten eines eiigiandfreundlichen Km>e>;׳;alten. Bei der nalien Verbindung, die in der letzten Zeit zwKchcp. Irak u 11 d Dal;» s t i n a entstanden im, können diese Vor;׳ä 11 •v nicht ohne Bedeutung für Palästina sein, besomhrs wenn man bedenkt, daß das Irak-Ovl durch die Röhrenleitung nach f iaifa läuft. Die pniiarabischt' natioiialisti-ihe Welte, die über den ganzen Orient hinweggelit, hat ohnedies Rückwirkungen der paLAtinensisdien Eta iguKw im Irak erzeugt; es herrschte in Bagdad eine antinidi-olm Stimmung, der auch jüdische Leben zum Opfer gefallen sind. Für England ist der Um stürz im Irak sicherlich eine neue Reinlichkeit. Eins aber wird hier deutlich: der arabische Nationalisitius ist noch, lange nicht auf seinem Höhepunkt a 11 g e I a n g t. Audi in Syrien sind die Nationalisten mit der von Frankreich vorgeschlagcmn, dem Muster des Irak folgenden Lösung nicht zufrieden. Was diese Staaten, die immer noch von den europäischen Westinächten als ״Interessensphäre“ betrachtet werden, verlangen, ist nichts weniger als vollständige Souveränität, ohne jeden Rest der früheren balbkolonialen Stellung. England, das eben den Vertrag mit Aegypten unter Dach gebracht hat, steht also im Irak vor einem neuen Problem, Und die Frage ist, welche Konseijucn/cn die englische Staatskunst in bezug auf Palästina aus diesen f:rfahrinigen ziehen wird. Das Bestreben, den palästinensischen" Arabern entgcgeimikommen, war ~ gewiß soweit der High Comniissioner ,Wauchope in Betracht kommt — oft begleitet von dem Gedanken, die Araber würden Konzessionen dankbar aufnchinen. Die Erfahrung zeigt aber, daß die Dynamik solcher Bewegungen nicht zu begrenzen ist und jede Konzession nur eine um so radikalere weitere Forderung nach sich zieht. Darum ist jetzt das Paiästinaproblem in ein ganz neues Dicht gestellt: Hier gibt es einen anderen Faktor, das Jüdische Nationalheim und die Judenheit, und mit der Ankunft der Königlichen Kommissiaiij die sicherlich weit mehr ist als eine *,Unter- Der Umsturz im Irak Die Rolle Nuri Paschas Nach Londoner Zcitungsnieldunsgcn kam es am letzten Freitag in I! a g d a d zu einem Militärputsch und zur Machtübernahme durch den Nationalisten liikmat Sulaiman. Der Kriegsmitiister des bisherigen Kabinetts, General Dschaafar Pascha, soll von den Aufständischen erschossen worden sein. Dschaafar Pascha war die bedeutendste Stütze der cnglandfreundlichen Richtung im Irak. Die vorstehenden Darstellungen besagen, daß die Revolte ausbrach, wahrend sich die Truppet! SO Meilen von Bagdad entfernt zu den diesjährigen Manövern befanden. Der Überbefehlshaber, General Taha a! Hascliimi, war zu militärischen Besprechungen nach London gereist. Flugzeuge warfen über Bagdad ein Ultimatum ab mit der Drohung, daß die Armee nach Bagdad marschieren werde, wenn die Regierung nicht zu rückt re teil würde. Die Flieger kehrten nach wenigen Stunden zurück und warfen vier Warmmgsbombvn auf die Umgehung der Regicrungsgebäudu ab. Dabei wurde ein Mann getötet, und 20 weitere Personen erlitten Verletzungen. Der frühere Außenminister Nuri Pascha, gegen den sich die Volkswut richtete, fluchtete in die britische G c - s a n d t s c h;1 f t, die er erst wieder verließ, nachdem ihm von der neuen Regierung bindende Garantien für seine pers&nliehe Sicherheit gegeben worden waren. Der Scherl-Dienst berichtet aus London: Der Staatsstreich im Irak beschäftigt die gesamte englische Oeffcntlichkeit auf das stärkste. Die Sonderberichterstatter der englischen Presse.weisen darauf hin, dali i!!1 Irak in Verbindung mit den Ereignissen in Palästina schon seit langem Unruhen bestanden. ״Morningpost“ hebt hervor, daß die Weltpresse sehr törichterweise die Rückwirkungen unterschätzt habe, die sich von Palästina auf den Irak ergeben mußten. Besonders die V' e r m i 111 u n g s a k t i o 11 des früheren A ti I» e n ini n i s t e r s Genera! Nuri Pascha in Ralästiua habe im Irak lebhafte Mißstimmung bervorgerufen. Im Gegensatz zu den Informationen, die mau von amtlicher Seite erhalt, zeigen die führenden Zeitungen, so besonders ״Dailv Telegraph" und ״Morningpost“, zwischen ihren Zeilen deutlich die Besorgnis, die in London hinsichtlich der weiteren Ent- Wicklung herrscht. Es wird festgestellt, daß Hikmnlh Snlniman und der Führer der Militärrevolte, der kurdische General Bekr Sidkv, Gegner des englandfreundlichen bisherigen Ministerpräsidenten Yasin! Pascha waren, und daß sie die Ziele des pan arabischen Nationalismus vertreten werden. Das neue Kabinett, so stellt ״Moniingpost‘‘ fest, bcdeute eint Auslese extremer Nationalisten, deren Vorbild K e m a 1 Atatürk sei und denen der junge König Gliazi. keinerlei Widerstand entgegensetzen werde. Nach einer Sonnabendabend in London eingetroffenen Meldung herrscht in Bagdad völlige Ruhe, Die neue Regierung hat (las Parlament aufgelöst und Neuwahlen angeordnet. Der gestürzte Ministerpräsident Y a s s I m P a s c b a, der Außenminister Nuri Pascha und der Innenminister Raschid Ali haben das Land verlassen. Der Eindruck in Palästina Jerusalem, 31. Oktober (Pakor) In arabischen Kreisen in Palästina ist man sehr beunruhigt darüber, daß sowohl.der Führer des Militärputsches im Irak Bakhri Sidkv, Befehlshaber der Armee ivic der neue Premier, Hikmath Sulai in an, Kurden sind, die für eine Politik einer arabischen Föderation kein Interesse haben. Der Mufti soll an den Kommandeur der irakischen Armee, der an der Spitze des Futsches steht, ein Telegramm gesandt haben mit der Bitte, der Politik der früheren irakischen Regicrungen entsprechend, die palästinensischen Araber auch weiterhin zu unterstützen. Die von Kairo durch Rundfunk verbreiteten Meldungen, daß bei dem Militärputsch in Bagdad mehrere Juden getötet wurden, werden von Bagdad dementiert; gleichzeitig wird erklärt, daß der Putsch keinerlei jüdi s c h e Opfer zur Folge gehabt habe und daß die Lage sich nunmehr beruhigt habe. Wie aus Meldungen in der arabischen Presse Palästinas hervorgeht, hat Nuri Pascha seine geplante Reise nach R i V a d, wo er mit König Ihn Saud über eine eventuelle Allianz der arabischen Staaten verhandeln wollte, nicht angetreten. Infolge des Militärputsches hat er Bagdad nicht verlassen können. (Inzwischen wurde er zum Verlassen des Landes genötigt. — A. d. R.) Zwei Bataillone britischer Truppen, die sich gegenwärtig in Palästina befinden, stehen bereit zur Abfahrt nach dem Irak, um die Sicherheit der Oellinie zu gewährleisten. Zu den anlijüdischen Ausschreitungen Von der Königlich-Irakischen L £ g a t i an in Berlin erhielten wir folgende Zuschrift: ״In der ,,Jiidbrhen Rundschau" Nr. 86 vorn 27. November 19315 werden unter der L'eber*1׳!uil1 ״Die Iletie im I r c k." a n meürereri Steilen Her ich te verdltentiiclit, welche nicht den Tatsachen ciU.Miierben. Su u. a. z. 1!.: dali die Iralc-Rcgierüug keine., ihrer \%:rsprechen in hcZUg auf die jüdbehen, natiiuialen und ktihurcllc« Belange gehalten habe; daß .seit. Jahren die jvidhehe kuhürelle T.1tigke1t eingeschränkt sei und .sogar religiöse Mürber in liebniiscliL-r Sprache nicht in das Land eingidiihrt werden dürfen; daß Juden keine Zeitung her an,;׳eben di! rfe'ti; dali die irakische Presstsich an der juikinftindlichen Hetze betcüigl; dali Jüdin iin Norden des Irak häufig von kurdischen Banditen au,;»e plündert wenden; dali die Kurilen jüdische Mädchen für iFire Harems einfangenj dali kurdische Juden als Freiwild gelten. £s 11a! den Anschein, als ob derartige Schilderungen als Resultat einer rüeksielildo,t!1 Hetze zu werten sind, welche ,■? als ihre Aufgälte lieiiat hte-l, mit deraitigen, nicht der Wahrheit ent sprechenden Schilderungen, die irakische Regierung in ein laUche, Licht zu setzen und dadurch nuch das Ansehen der arabischen Welt zu schädigen und 7,u ,1!111111 lern. Wir bitten daher, den Artikel d:n Tat-achen entsprechend zu b e r i c 111 i g e tu L Legatioiis.wkretär. gcz. M. II aha n da.“ Die vor! der irakischen Gesandtschaft angefochtenen Schilderungen waren einer (durch die JTA. übermittelten) aus Palästina stammenden Darstellung entnommen. Sie gehen offenbar auf Berichte zuruck, die in Palästina «ingetroffen sind und mögen, wie es bei solchen Berichten meist geschieht, in einem oder anderen Punkt übertrieben sein. Wir kommen dem Wunsch der irakischen Gesandtschaft gern nach, obwohl in ihrem Brief lediglich Behauptungen bestritten werden, nicht aber gesagt wird, wie die Dinge mm wirklich liegen. Es ist 11ns nicht bekannt geworden, ob offizielle Stellen des Irak gegen die Veröffentlichung soleher Behauptungen in englischen bzw. palästinensischen Zeitungen (woher wir sie übernommen haben) protestiert haben. Jedenfalls besteht bei der ״Jüdischen Rundschau‘‘ und den Juden Deutschlands (oder auch Palästinas) nicht der Wunsch, die ״irakische Regierung in ein falsches Licht zu setzen“ oder ״das Ansehen der arabischen Welt zu scha■׳ digen“. Wir haben vielmehr in vielen früheren Beiträgen unseren Respekt vor der großen niifbnucndcn Leistung der irakischen Nation unter ihrem König Feisal, nach dessen Tode sein junger Sohn das Werk fortsetzt, Ausdruck gegeben. Aller daß die hier angefochtenen Nachrichten, in denen wiederholt jüdische Todesopfer gemeldet wurden, sehr beunruhigend für uns Juden gewesen sind, kann niemanden wundern. Es würde gewiß von tms am meisten b e g r ü ß t werden, wenn diese Unglücks-Nachrichten aufhörten. suchungs“Kommission, rückt die Entscheidung näher. Das Jüdische Nationalheim ist schon darum ein gewaltiger Zukuuftsfaktor, weil nach den 50 Jahren, die im Zeichen der Statue of Liberty standen, den jüdischen Massen, die verzweifelt zur Auswanderung drängen, keine genügenden Einwanderungsländer zur Verfügung stehen und daher immer wieder Juden nach diesem ihnen völkerrechtlich versprochenen Nationalheim strömen werden. Die Juden wollen in Palästina mit den Arabern in Frieden leben, cs muß auch ein zulänglicher Ausweg gefunden werden, um die Ansprüche der beiden Völker gegeneinander abzugrenzen, aber vor dern Anprall des arabischen Nationalismus völlig zurückzuweichen, würde auch Englands Steilung auf diesem wichtigen Teil des Weges nach Indien immer schwieriger machen. In aller Stille begehen wir diese!' Tage den Jahrestag der Balfour-Deklaration. Sie tritt am 2. November in ihr 20. Lebensjahr, und nun wird sich zu zeigen haben, ob sie das erfüllt, was ihre Schöpfer von ihr erwartet haben, und als was das jüdische Volk sie dankbar aufgenommen hat. Warnung Skladkowskis Warschau, 30. Oktober. (JTA.) Die amtliche Polnische Telegraphen-Agentur (PAT.) verbreitet eine Erklärung des Ministerpräsidenten General Skladkowski, die eine scharfe Warnung an die Arrangeure und die Mit wirkendeti an den andauernden blutigen antijüdischen Ausschreiiungvn an den Warschauer Hochschulen enthält. Der Ministerpräsident erklärt, solche Ausschreitungen seien dazu angetan, Anarchie im ganzen Lande zu entfachen, es sei darum Pflicht der Regierung, sie mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln zu bekämpfen. Der Ministerpräsident gibt bekannt, daß er entschlossen sei, diesen Hochschulcxzcsscn ein Ende zu setzen, und daß dabei nicht nur gegen die direkten Teilnehmer der Ausschreitungen, sondern auch gegen ihre Inspiratoren mit der größten Strenge vorgegangen werden wird. in Lemberg warfen Nationaldemokraten eine Bombe in den Laden der Gina Erster. Die Eigentümerin und zwei Käufer wurden schwer verletzt. Die Warschauer Handelshochschule, an der sich neuerlich schwere judenfein d liehe Ausschreitungen zeigetragen haben, wurde auf unbestimmte Zeit geschlossen. Die judenieindlichen Kundgebungen im East End In der Unfcrhaussitzung vom 29. Oldober gab der Unter- Staatssekretär im Innenministerium Geoffrey Lloyd bekannt, daß die hauptstädtische Polizei entschlossen sei, den judenfeindlichen Kundgebungen im Last End ein Ende 1 u 111 a c h e 11. Auf eine Anfrage des Abgeordneten Vyvyaii Adams, wie weit die Unterdrückung Judenfeind lieber Kundgebungen fortgeschritten sei um! ob gesetzliche Maßnahmen gegen das Tragen politischer Uniformen getroffen werden würden, erklärte der IMerstaatssekretär, es sei ihm vom Polizeipräsideuten mitgcteilt worden, daß auf Grund besonderer Maßnahmen der Polizei ein wesentlicher Rückgang der antisemitischen Tätigkeit in ihren gröberen Formen im Londoner East End festzustellen sei, daß aber die Faschisten nicht in ihren Bemühungen nachgelassen hätten, durch Andeutungen und verhüllte Drohungen eine antisemitische Stimmung hervor/.urufen. Die PoIUei werde weiterhin alles, was in ihrer Macht steht, tun, um dieser unheilvollen Tätigkeit ein Ende zu setzen. Was den zweiten Teil der Frage betreffe, so könne er, der Unterstaalssekretär, der Bekanntgabe des legislativen Programms für die nächste Session nicht vorgreiien. Der Abgeordnete Louis Smith fragte, ob bei den Maßnahmen der Regierung zur Bekämpfung der Unruhen in East End auch Schritte vorgesehen seien, 11111 die Sprengung politischer Versammlungen durch Extremisten zu verhindern. Unterstaatssekretär Lloyd erwiderte, ■die Frage, ob es notwendig oder wünschenswert sei, das Gesetz in dieser Hinsicht zu ändern, gehöre z.u den Gegenständen, die jetzt vom Junenminister geprüft werden. Er bedauere, der Erklärung über die Gesetzes Vorschläge der Regierung zu diesem Gegenstand nicht vorgreifen zu können. Der im Auftrag des Keren Hajessod hcrgestelite Palästinafilm ״Land der Verheißung“ ist in Kopenhagen hervorragenden Persönlichkeiten des politischen und Wirtschaftliehen Lebens, unter ihnen dem Ministerpräsidenten T. A. M. Stauning, vorgeführt worden, HaupUchriftleiteri Dr. Robert W e 11 s c h, Berlin . Charlottenfcurg 9 (auch verantwortlich für die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter! Kurt Loewenstein, Berlin W 15. Ameijenleiter und verantwort• Uch für den Inhalt der Anzeigen: Hermann F i n n, Berlin W 15. Gültig Anzeigen Preisliste 6 vom 1. April 183a. Verlag und Anzeigenver waltung s Jüdische Rundschau, Berlin W 15, MeinekeWr. 10t D.-A, September 35 112. — Druck; S. Schclcm, Berlin - Schöneberg.

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