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Jüdische Rundschau · 1936-10-30 · Heft 87 (30.10.1936) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 87 (30.10.1936)
Date
1936-10-30
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 87, 30. X. 1?36 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seife 7 Harry Torczyner zum 50. Geburtstag (15. Marches diwan) Von J. El bogen Torczyner« Freunde, die diese Uebersclirift lesen, werden einen Irrtum im Kalender vermuten. Sie werden sich kaum vorstelien können, daß der jugendlich frische, oft bis zur Ausgelassenheit heitere Kamerad unter die Jubilare gehören soll. Wenn sie sich freilich den Wert und Umfang seiner wissenschaftlichen Leistung vergegenwärtigen, so werden sie verstehen, dali für diese Fülle der Arbeit geraume Zeit notwendig war. Das Geheimnis von Torczyners Wesen liegt in seinem impulsiven, leidenschaftlichen Temperament; in ihm wurzelt seine reiche vielseitige Begabung, die wissenschaftliche wie die künstlerische, in ihm seine stete I!ilfsbereiisehaft, in ihm seine Tatkraft, seine Ver• brmlcnheit mit dem Leben in seiner ganzen Fidle. Er ist ein echtes Wiener Kind — wenn auch seine Wiege nicht dort, sondern in Lemuerg gestanden hat — mit der sonnigheiteren Lebensauffassung und der tiefen Besinnlichkeit, mit der Auf■ gesclilossenheit für die Natur, für Wissenschaft und Kirnst. Von einem '\1tc-■ erzogen, der ein treuer Zögling der galizisehen Haskalah, ein bcgcislerter Freund und Förderer der hebräischen Sprache, ein Chov. e\v Zion von Jugend auf war, in dem Wiener jüdisch■akadcmischen ‘ ׳ u ' ־!־ des Jahrhunderts aufgewachsen, nahm der junge Torczvner das nationale Judentum als ein Stück seiner Natur in sich auf. Für ihn war und ist Zionismus kein Problem und keine Frage der Parteizugehörigkeit, sondern eine Selbstverstandlichkeit, ein Teil seines Wesens, und es war nur der natürliehe Ausdruck seines Wollcns, wenn er Achad Haams Essays durch eine Uebersctzung verbreitete. Archiv Er hat früh die Konsequenz daraus gezogen, er ging 1010, 711 einer Zeit, wo das Leben in Palästina noch wenig entwickelt war, als junger Doktor nach Jerusalem, um dort ein h c br ii is c h e s G y tn n a s i 11!11 aufzubaucn; aber die Zeit war noch nicht reif. Nach Wien ziiriickgekchrt, habilitierte er sich an der Universität, wirkte aber auch an der Gründung des Pädagogiums zur Ausbildung hebräischer Lehrer mit. 1019 folgte er einem Rufe als Dozent der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums in Berlin, wo er eine reiche, noch in aller Erinnerung befindliche Tätigkeit entwickelte, bis er HUI nach Jerusalem zuriiekkehrte und auf Empfehlung Bialiks auf den zu Ehren des Dichters an der Hebräischen Universität gestifteten Lehrstuhl als Professor berufen wurde. Torczy 11ers wissenschaftliche Arbeit ging von der Assyriologie aus, der er die Liebe der Jugend bis heute bewahrt hat. Sehr bald versuchte er von dort aus an die Wurzeln der Sprachbildung vorzudringen, und als Dreißigjähriger legte er ein grundgelehrtes, völlig neue Wege gebendes werk über ״Die Entstehung des semitischen Sprachtypus“ vor. Es hat großes Aufsehen erregt, aber nicht die Anerkennung gefunden, die er erwartet hatte. Er selbst hat die weitere Begründung seines Systems, die Vergleiche mit den anderen Sprachtypen, die ein zweiter Band bringen sollte, zurückgestellt, um sich anderen Aufgaben zuznwenden. Die letzten 20 Jahre hat er fast ausschließlich der Erforsch u ng der Bibel gewidmet. Von der großen Zahl der Einzeluntenintersuclnmgen zur Erklärung biblischer Stellen kann hier nicht die Rede sein, auch nicht von der Eigenart seines Iliobkonimeivtars, den seine Schiller und Freunde ilnn jetzt in zweiter Auflage herauszugeben ermöglichen wollen. Gewissermaßen abschließend ist seine deutsche Bearbeitung der ganzen Bibel, die er im Auftrag der Jüdischen Gemeinde Berlin unternommen hat. Weit über seinen Auftrag hinausgehend, hat er alles ihm vorgelegte Material von Grund auf umgearbeilet und ein völlig neues originales Werk geschaffen, dessen letzter Band sich jetzt im Druck befindet. ״Abschließend“ ist eine für Torczyners Arbeitsweise nicht zulässige Bezeichnung, denn sein reger Geist rastet nicht, er denkt die Probleme immer und immer wieder durch und scheut sich nicht, seine eigenen Ergebnisse umzustoßen und durch bessere zu ersetzen. Seine Fragestellungen sind immer originell, seine Lösungen oft radikal. Von Kritikern, die nicht durchzudenken gewohnt sind und an den ihnen liebgewordciicn Kenntnissen haften, ist er vielfach an gegriffen worden; er ist gegen persönliche Angriffe nicht unempfindlich, aber auch für sachliche Belehrung _ nicht unzugänglich, und niemand ist leichter als er geneigt, neuen besseren Erkenntnissen den Vorzug zu geben. Es war von Anfang an sein Streben, eine Bibe lauffass 11 ng im jüdischen Sinne, d. 11. eine im Zusammenhänge der lebendigen jüdischen geistigem Tradition begründete, zu schaffen. Er saii den Weg dazu nicht in der Widerlegung einzelner Positionen der verbreiteten Bibel Wissenschaft, sondern in vollständig neuer Anpackung der Probleme, und hat darum sowohl auf religioiisgeschichtlichem als auch auf literarhistorisch cm Gebiete versucht, neue Bahnen zu ebnen, die Forschung in neue Wege zu leiten. Diese Arbeit ist erst am Anfang, und die neue Inspiration, die Erez Israel ihm bietet, wird sicher ihre Früchte tragen. Vorerst haben wir von seiner Entzifferung der in Lacliisch ausgegrabenen Tafeln gehört, die unerwartete Einblicke in die Zeit des Propheten Jcremia eröffnen. Seine Hauptarbeit kommt heute dem Waad Halaschon zugute, dem er Vorsicht, in dessen Kommissionen er eine bewundernswerte Energie entfaltet, dessen Zeitschrift ״L’sclionenu“ er zum Range eines streiigwissenschaftlicheii Organs erhoben hat. Die Bereicherung und Behütung der hebräischen Sprache ist ihm Herzenssache. Viele Leser der ״Jüdischen Rundschau“ werden sich daran erinnern, wie er in einer Zeit, als weder Radio noch die licliräisclie Sprache liier sehr verbreitet waren, an dieser Stelle die hebräische T er 111 i n o ־ logie für den Rundfunk zu entwickeln begann (vgl. ״J. K.“ Nr. 4 2/13, 1925) und damit ebensoviel Weitblick wie Lebensnahe liewies. Die Benutzer seines Wörterbuchs ahnen es nicht, welche Ricsenaiistrcngung er darauf verwendet hat, in alle Gebiete des Lebens tief eiuztidringen, un! den adäquaten hebräischen Ausdruck für das deutsche Wort zu finden. Torczyner stellt auf der Höhe des Lebens, auf dem ihm angemessenen [,osten, er erfreut sich eines glücklichen Familienlebcns im künstlerischen, geselligen Hause. Möge sein Glück ihm erhalten bleiben, möge das Segenswort unserer Sidra sich an ihm erfüllen: כי בדך אברכך Slmchat Thora im Landschulheim Kristinehov. Wir erhalfen folgenden Bericht: In einem Landschulheim haben die Feste eine ganz andere Bedeutung als in jeder anderen Schule. Sie stellen die Höhepunkte des gemeinsamen Lebens dar, und in ihrer Stimmung und Ausgestaltung kommen für den geübten Beobachter wesentliche Einzelheiten des Schullebens zum Ausdruck. Das Niveau des Schnlgemeirschaftsgefiihls, des Sinns für Schönheit, des handwerklichen und sprachlichen Könnens, der Beherrschung des Körpers: das alles spiegelt sich in den Aufführungen, Aufzügen, sportliehen Veranstaltungen und dekorativen Ausschmückungen des Festes. Natürlich ist ein Fest kein pädagogisches Exerzitium, in dem sich die Schüler ihrer Fortschritte bewußt werden; iin Gegenteil: die Feier ist Selbstzweck, und ihr piidagogischer Wert liegt gerade darin, daß sie kein Unterricht ist. So verlieren die jüdischen Feste den trockenen Charakter des ״Religionsunterrichtes“ und werden wirklich als Feste in ihrer Eigenart erlebt. Zu Simehat Thora konnte man in Kristinehov nicht lange in der schönen Sukkah im Garten sein, weil der kalte schwedische Herbstwind bald ins Haus trieb. Hier fanden zahlreiche Aufführungen statt. So gab es heitere Improvisationen, dann einige englische Sketches, und zum Schluß ״Birkat Jaakow“ in hebräischer Sprache. Es war das erstemal, daß hier ein licbrüisches Stück aufgeführt wurde, und die Spannung bei aßen Nichtbeteiligten groß. Die alten Worte wurden sehr schön und edel gesprochen und klangen herrlich wie Musik. In Bern fand ein Konzertabend mit Kompositionen von Max Ettinger, dessen Oratorium ,,Moses׳‘ im Rahmen der Bialik-Woclie der BZV. in Berlin aufgeführt wurde, statt. Der Berner Abend brachte Vertonungen von Liedern und Gediehfen sowie die Uraufführung des Klaviersflickes ״A11 den Wassern Babels“ nach altjemenitisclien Weisen. Ferner wurde ein Gesang aus dem ״Lied von Moses“' und eine Arie aus der Oper ״Judith“ mit großem Erfolg aufgeführt. Bcatrice F r e 11 d e!11 h a I - W a g 11 a 11 e r wurde für Mitte November zu einem Gastspiel nach Luxe m b u r g verpflichtet. u mc, m dfr jüdischen Rundschau a Jüdisch-deutsches Nachtgebet für Frauen Alle lledilc Vorbehalten Nadidrudt verboten Ch. IVinawer ~׳g* g״ ־ Hl c)cJf he mein'/Seef in (jef-tes jCtand, 1 der fab ter . leib e/ee!sh mein FCefjer ttn ,-Pr: - sl<*nct t-*Sem* Spei■ ii'-geT . sne t* in e: er y.fn* <־ zfv-ZZ L Lj/a 1 1 J —j— •ff• ־־#י /fein irr־ Si. cfa-rnnq fal td) juj ch c)} mtfo .:־H' j1, ... . (jo?f ■' Jintss mtcj rriefjf nteren mein Fe! nd in /Spott , Jjtb v *fal - it'n dem fai h-$ts Crebebf deiit rmJjer iijj. keif- .Jv •3> —_ £Cnd—~ fiol—m Das Nachtgobet für Frauen in Jüdisch-Deutsch habe ich in meiner polnischen Heimat als Kind oft gehört. Die fromme jüdische Frau pflegte es als letztes der Nachtgebete, wenn das hebräische ״Sclinia“ und das ״Hamapii“ schon gesprochen waren, in einem eintönigen Singsang vor sich her- Zusagen. Und gerade dieses letzte Gebet spracli sie mit besonderer Inbrunst und Innigkeit, wohl eben darum, weil ihr sein Jüdisch-Deutsch eher verständlich war als das ״Loschen kojdesch“, das 11 eilige Hebräisch der Gebete. Als ich vor kurzer Zeit in Polen war, forschte ich in meiner ganzen Verwandtschaft nach dem vollständigen Text dieses Weibergebets, doch war nicht einer mehr da, der mir mehr als nur Bruchstücke hätte hersageu können. Ich war ebenso erfreut wie überrascht, als ich nutt diesem Gehet im Almanach des Schockeu-Verlages — :mitgeteilt von Herbert Löwenstein — begegnete, und beschloß sogleid], diesen Text mit der mir «och in der Erinnerung haftenden Melodie zu vereinigen und diese so der Vergessenheit zu ent״ reißen. Die Melodie, die zu allen Versen wiederkelirf, will in ihrer Monotonie schlicht lind doch innig gesungen werden, gleichsam halb im Lmsehlafen, C 11 e m j o W i 11 awcf —MAGISTER KIRSCH- Der gute Likör Magister-Likörfabrik, München VII SALMAIT SCHNEUR!Autorisierte Uebersctzung von Grete Fischer 18. Fortsetzung NachiJnuic verboten Dio Juden vom Untersberg sind »tili und gesund wie die Wälder, die ihnen ihren Harzgeruch schicken, und wie der See, der ihre Häuser spiegelt. Und die rote stoilc Bergwand wacht über ihr Leben und Treiben. Der Eindruck einer Festung wird noch erhöht durch die tiefen engen Löcher im Berg, hoch droben über den Häusern und Kaminen. Die Schwalben haben sie ausgehöhlt, so daß sie aussehen wie Schießscharlen in einer alten Burg. Don Schldower Sehwalben gefällt es aut dem Untersberg, weil er so nahe an See und Schilf liegt, wo es Schwärme von Mücken und Fliegen für sie gibt. Deshalb haben sie ihre Kolonie hierher verlegt, und ein Schwalbenkönigrcich gegründet. Hier ist olles, was sie brauchen — hier ist das Nest und hier ist Futter. Anstatt ihre Nester unsicher in die Judcnhiiuser zu bauen, haben sie lieber darüber gebohrt und gegraben, hoch im roten Lehm der Bergwand, und sie haben so tief gepickt, daß man den ganzen Arm hineinslccken kann und doch nicht den Grund erreicht. Buben, Eierräuber, Nestersucher, sind oft unter Lebensgefahr bis hinauf geklettert und haben versucht, ihre dünnen nackten Arme in die Nester zu stecken. Bis zur Schulter kamen sie hinein und langten nicht bis ans Nest. Die Schldower Schwalben sind praktisch. Die wußten im voraus, was für Streiche sich die Jugend von Schklow ausdenken würde — und sie bauten vor! e Bei den letzten Häusern vom Untersberg, dort, wo die Straße nach rechts gegen Franz.owska abgeht, steht eine Bretterbude, in der man Sodawasser verkauft. Die müden Bauern, die ihre Sicke im Somme* die Zlobiner Straße hinunterschleppe«, kehren hier ein und nehmen einen Schluck. Wenn sie dann nusflernkt *nd kfthl und behaglich sind, machen die Juden vom Untersberg gute Geschäfte mit ihnen und handeln Borsten von ihnen ein und Flachs und Körbe mit Eiern. Am Schahbat, wenn die Juden nicht bandeln, ist die Bude doch offen. Die Arbeiter, die mit ihren Mädeln in den Franzovvskower Wald gehen, treten vorher in die kühle Hütte ein und kaufen Selter auf Borg — eine Kopeke per Glas. Denn keiner rührt Geld an, weil Schabbat ist. Sie zahlen während der Woche. Aber nur die gesetzten jungen Leute haben Kredit. Die Lehrlinge müssen ihre Taschen umkehren und die Münzen in den Tischkasten kollern lassen. Ein kleiner Junge, noch nicht Bar nuzwah, paßt auf. Ein Junge mit schlauen Augen, Woivlio heißt er. Er redet wie ein Erwachsener. Er kennt jeden, und er weiß genau, wem er borgen darf und wem nicht. Weder Wowko noch ein Kunde würde Geld nnfassen am Schahbat, so müssen die Taschen direkt in den Tischkasten ausgcleert werden. Wenn Pandre frei war, in seiner Brüuligamszeit, pflegte er hier am Schahbat einzukehren. Ihm war heiß vom Weg in der Sonne, und heiß vor Liehe, und sein Schabhalrock war ihm unter den Armen z.u eng und machte ihm noch heißer. Wowko kannte ihn genau. Er war ein großer Trinker und ein guter, kreditwürdiger Kunde. Pandre sclilenderte zur Bude hinauf, er mußte seine mächtigen Schultern durch die enge Tür zwängen, von seinem Gcxvicht zitterten die Bretter und sein gewaltiger Tritt erschütterte die Bude, daß sie schaukelte. Pandro setzte sich jedesmal auf die einzige Bank, spreizte die Knie, seine Lackstiefel glänzten, und er sagte zu dem zwölf jährigen Verkäufer: ״Na, Wowko, nun gib mir mal ein wirklich starkes Selterwasser, es muß in die Nase steigen und es muß auf der Zunge tanzen und es muß im Bauch und in allen Gedlrmen rumoren.“ Wowko holte sein allergrößtes Glas, das für dio besten Kunden, und goß mehr hinein als für jeden andern. Das Sodawasser spritzte ans dem kupfernen Syphon, cliel--chel — chcl, mit einem Geräusch, wie ein Truthuhn macht, wenn er geschlachtet wird. Das reizte Fandres Durst noch mehr. Aber Pandre trank nicht gleich. Er genoß seine Vorfreude. Er rieb sich dis Hände und schaute zu, wie die Blüschen auf der Flüssigkeit hüpften und wie sie aufstiegen und appetitlieh tanzten. Dann endlich nahm er das Glas in beide Ilünde und zog seinen ganzen Inhalt mit den gespitzten Lippen ein, wie der Hengst Schmorwoz, wenn er Durst hatte. Ein — zwei Schluck und das Ganze war weg, obwohl es vor Kälte brannte. Die Juden vom Untersberg sparten nßmlich nicht mit Fis um den Syphon. Sie halfen den See bol der Hand und füllten jeden Winter ihre Keller mit blauen Eisvorrüten. Wenn jemand in der Stadt Eis für einen Kranken brauchte, schickte er darum immer auf den Untersberg. Aber weil das Getränk so kalt war, konnte Pandro nicht spüren, wie stark es war. Es krabbelte und prickelte nicht. Er verzog das Gesollt wie ein unzufriedener Säufer, dem man statt ÜOprozcnligein Alkohol 40prozentigen Bräuntwein gegeben hat. ״Aber, AVowko! Das war nicht gut! Gar nichts ist das! Das geht gar nicht los! Das kitzelt mich nicht im Bauch'. Gib mir ein anderes. Du hast vielleicht einen falschen Syphon genommen.“ Wowko füllte sorgsam ein neues Glas und Pandre schluckte wieder alles hinein, und war wieder enttäuscht! Mit dem letzten Schluck schüttelte er den Kopf. Nein, das war nicht, was er sieb gewünscht hatte! ״Ffff, Wowko! Ich weil! gar nicht, was mit dir los ist, heute. Es ist gar nichts wert, ganz ausgclabbert. Schlappes Zeug ist das, Gesöff, Waschwasser ist das. Kannst du einer Ziege zu saufen geben. Wo hast du das her? Sag dem Alten, er soll dort nicht mehr kaufen. Gib mir noch ein Glas, aber nimm eine andere Flasche!“ * Wowko drehte sieh verlegen und schaute eia bißchen dämlich drein. ״Vielleicht soll ich ein biss’l Brausepulver hineingebeu, damit es schäumt?“ ״Brausepulver!“ sagte Pandre. — ״Wer bin ich? Ich bin doch keine schwangere Fra«! Red' keinem Blödsinn, Wowko! Es muß sehfiumen ohne Brausepulver! Das Brausepulver; kannst du deiner Mutier geben! Mir gib ein richtiges, ordent• liehes Sodawasser. Quetscli den Syphon ein biss’l besser. Wenn du überhaupt was Anständiges in deinen Flitschen hast...“ Wowko quetschte den neuen Syphon aus Leibeskräften, und die Flüssigkeit schoß heraus, gurgelnd und brausend. Er w׳oll(e durchaus!’andre den Gefallen tun. Und Pandre schluckte es ein, und wieder war er unzufrieden — es krabbelte nicht! Schließlich wischte er sich dio Lippen mit dem zusanimengefalleten reinen Taschentuch und sagte gan» böse: ״Wowko, ich bin dir drei Kopeken schuldig für die drei Glos. Aber merk dir’s — es ist das letzte Mal, eiaß ich hergekommen hin, um bei dir zu trinken! Außer du kriegst richtiges Sodawasser in deine Bude bis nächsten Schabbe».״

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