Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 87 (30.10.1936)
- Date
- 1936-10-30
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 87, 30. X. 1936 feschlossen. Die österreichischen Juden haben bisher noch eine geschlossene österreichische Kolonie, ln den letzten zwei Jahren sind Bemühungen im Gange, mittels des Kremenezkv-Fo n d s eine eigene osterr c i c h i s c b c K o I ״ n i e 'in Palästina ins Leben zu rufen. Wie aus Mitteilungen des österreichischen Generalkonsulates in Jerusalem bekannt ist, lassen auch die zahlreiche« Anfragen, die aus Oesterreich an das Konsulat nach Jerusalem gerichtet werden, ein steigendes Interesse der österreichischen Juilen für Palästina erkennen. Die ,,Olej Austria" hat in den letzten zwei Jahren außer in T e 1 ■׳ A w i w Zweigstellen auch in H a i f a und Jerusalem errichten können. Arbeit der zionistischen Fonds Auf recht beachtenswerte Ergebnisse können die Fonds der ״Keren Ka j e in e t h“ und ״K er cn H a jessod-* hinweisen, die beide ini ahgelaufe neu Jahre eine merkliche Steigerung ihrer E i n g ,i n g e gegenüber den vorangegangenen Jahren er/ieien konnte!). Rertickd htigt man, daß die soziale Kraft des jüdischen Bümc-ttni . des Mittel• Standes, ,!er inteHrktueUen Kreise, an; d, .׳.! TT ru einem beträchtlichen ivdedir I m״n 1!׳.׳•״־ (p;r |:n d 1elr:׳t: r•'׳, stark nachgelassen hat, so stellen! die wachsenden Eilig.l.ige einen um so hemerkeiisweiteren Erfolg dar. So erzielte der ״Keren Kajemeth“ im Berichtsjahre bis inklusive August die Summe von rund 232 000 Schilling. Allerdings ist in dem diesjährigen Ausweis auch das K r e in e 11 e z k y - L c g a t in der Höhe von 100 (HK) Schilling einbezogeu. Aber auch nach Ah/ug dieses Betrages, der zur Halite als Keren* Kajtmeth-I igat gilt, zur anderen Hälfte wohltätigen Zwecken gewidmet ist, dessen Zinseudienst der Keren Kajeineth 30 Jahre hindurch an die Kremene/ky-Er'iet! zu leisten hat, bedeuten die Eingänge v13213.311 11״ Schilling ebenfalls eine Steigerung um 33 0(!0 Schilling oder rund 3(1 '0. gegenüber den 07 000 Schilling des vorangegangeuen Jahres. In die Tätigkeit des Keren Kap״!׳rtli fiel dieses Jahr ilie erstmalig veranstaltete Haussaimiilniu! im Rühmen der Pcßach-Aktion, die gleichzeitig die erst«׳ hehöidlieli genehmigtc■ jüdische Haiissammiung in Vien war. Aber auch der ״Keren H a j e s s o d“ weist auf gesteigerte 1 um ah men des letzten Jahres hin. Er erzielte rund liHMHKj Schilling, d. i. um 10 00) Schilling mehr als im vo!angegangen j.ilne. Habei ist zu berücksichtigen, daß diese Ling.iiige t-rvielt wimien, ohne dal) die Keren-Hajessod-Kainpagne in diesem Jahre Snnderak!i< 111 en veranstaltet hatte. Im Knhnien der Eunf/t Im- |:d1re-f eiet des Fonds wirkte hier Hr. Sriinv (irniinimin einen Monat lang. Die Vorfiihrun. gen des Kere11-H״;e-'0d־i'ilms ״!.and der Verheißung“ zu Ih. ginn dieses Jahres haben einen außerordentlichen propapandisfisclien Erfolg gehabt und dem Keren Hajessod sowie dem l'a'istiiia-( 1״,י.3וו;1)'׳ו /■<h w«»i ■ Ereuudc und Anbanger zugeluhrt. Zionistisches Leben Die ertramheheii Ergelmisse in der zionistischen Sammet• tätigkeit könnt( 11 den .Schluß auf eine ebenso fruchtbare zionistisrhe Arbeit in urgamsatoiiseln r und jUdisch-kulturcIler Beziehung zulioseii. Leider wäre dies ein Trugschluß. Es ist vielmehr so, wie ein Betrachter der Dinge und Kenner der zionistischen Verhältnisse hier kürzlich sagte: ״Der Zionismus ist zu einer mechanisierten Sammeltätigkeit geworden“. Denn wenig Erfreuliches läßt sieh über das innerzionistische Leben in Wien auch im abgelaufenen Jahre berichten. Gewiß, es hat sich auch hier im Vergleiche zu den Verhältnissen früherer Jahre manches wesentlich geändert. Aber es haben sich — und das muß der objektive Chronist bei Betrachtung der inner/ionistischen Situation in Wien im Auge behalten — auch die äußeren Verhältnisse gewaltig geändert, die allgemeine Lage der Juden hat eine wesentliche Umwand-!urig erfahren, wodurch vielfache, früher nicht gegebene Vor• aus.Setzungen für eine E s pa nsion der zio• 11 i s t i s c 11 e 1t J d e e geschaffen wurden. Zieh! man aber diese Entwicklung gerade in den letzten zwei Jahren in Betracht, so laßt sich leider nur eine pessimistische Bilanz fcstsUllcn. Warum die Dinge diese Entwicklung genommen haben, gerade* in Wien, in der Stadt Theodor Herz.ls, soll in diesem Bericht nicht analysiert werden. Die Ursachen hierfür sind vielfältiger Art. Fine der Ursachen allerdings liegt nach allgemeiner Auffasst( 11g du in. daß es in Wien keine einheitliche zionistische <. > r g a n i s a t i n 11 gibt, die nach außen als der wirkliche Repräsentant des Zionismus in Oesterreich vor die jüdische Ocfi'ciitlichkeit treten und die Herzen der Juden für den Zioui-miis gewinnen könnte. Dagegen gibt cs hier gleich m c 11 r e 1״ e / i o!1 i s t i S c 11 e O r g a 11 i s a t ioju׳n, und!1׳(U; dieser mehr oder minder einflußreichen Gruppen hat mitindiui 1111 Prinzip (ins gleiche Recht und je nach ihrem Apparat die gleiche Möglichkeit, unter der nichtzioilistisehen Jmknxdiaft zionistisch zu werben; mir geschieht «lies natürlich stets unter der besonderen Berücksichtigung ihres spezilochni ( non bp.punkfrs. Dit'C־ kongreßpohtisdie Differui/uitlndt d! r linzehien Gruppen ist vielleicht für die eigenen Parteigänger inUress.-inf, für den neu zu gewinnenden Juden aber birgt sie eine Tülle von. Unklarheiten, die zu entwirren es 11111 so schwieriger wird, je mehr Gruppierungen zur Gewinnung neuer Menschen nufinarsehieren. Diese Mission vermag ab■ r mir eine, zumindest nach außen hin ein• h e 1 11 1 c h e zionistische Organisation zu erfüllen, ohne dabei der!ntci :len i ):fteren/iertheil in ideologischer Beziehung den Bodi n /;! nehmen. Man kann also sagen, daß eine wirklieh (i n r e 11 g r 1׳ i f e n d e z i o tt 1 s t i s c!1 e Arbeit vor all e m a n 11 c ni M a 11 g c I e i זו f s T e r r i t o r i a 1 verhau d e ז krankt, Diese f rage der Schaffung eines Territorial verbände־, in Oes (erreich, der aile zionistischen Kräfte, die hier vorhanden sind lind die sehr erweitert wer• den könnten, vereinigen konnte, rührt an eines der schwic• rigsten Kapitel zionistisch-organisatorischer Tätigkeit in Wien. Dabei muß festgehalu־;! werden, daR die meisten bestehenden zionistischer: Parteien in Wien für diesen vom Zionistcnkoflpreß beschlossenen Territorialvcrband sind, und dieser lediglieh durch die bisherige Haltung einer Gruppe und ihrer Bedenken wegen einer etwaigen ״Msjorisicning“ durch die anderen Gruppen bis jetzt nicht realisiert werden konnte. Juden Im Kino• and Photoweson Wir haben erst kürzlich an dieser Stelle von dem grollen Aufschwung der jungen österreichischen Filmproduktion bcrichtet, die durch einige in Wien hergesteilte Spitzenfilme, Einwanderung: nach Südafrika Demonstrationen bei der Ankunft Wie aus Kapstadt gern eklet wird, ist der Dampfer ,,Stuttgart“ des Norddeutschen Lloyd mit einem Transport jüdischer Auswanderer aus Deutschland in Kapstadt eingetroffen. 537 Personen sind an Land gegangen. Der H ilfsvercin der Juden in Deutschland teilt hierzu mit: ״Auf die Nachricht hin, da fl die südafrikanischen Einwariderungsbdiörden ab 1. November keine Garantien mehr an Stelle des erforderlichen Vorzeigegefdes anerkennen würden, entschloß sich der Hilfsverein der Juden in Deutschland, da sämtliche Sdiiffsplät/e auf den regulären Linien nach Siidafrika vergriffen waren, die Fahrt eines besonderen Schiffes zu veranlassen. Es gelang ihm, den 13000-t-Dampfer ״Stuftart“ für diesen Zweck zu gewönnen. Am 8. Oktober verließ as Schiff Bremen. Der größere Teil der Einwanderer wurde sofort nach den drei Wirtschaftszentren Johannesburg, Durban und Port Elisabetli wcitcrgeleitet, wahrend ein kleiner Teil in Kapstadt bleibt. Damit ist ein Werk /.um Abschluß gelangt, an dem außer dem Hilfsvereiu auch die Reichsvertrefimg der Juden in Deutschland hervorragenden Anteil hatte, da sie die Ueberwindung der Schwierigkeiten der Finanzierung eines so großen Unternehmen« ermöglichte.“ DNB. meldet aus Kapstadt vom 27. Oktober: ״Dem Aufruf der Südafrikanischen Nationalpartei zu einer Profestversammlung anläßlich der Ankunft des Dampfers ״Stuttgart“, der mit 540 jüdischen Einwanderern noch vor dem Inkrafttreten der neuen Einwanderungsgesetze erwartet wurde, folgten 2000 Menschen. Unter den Teilnehmern der Protestversammlung wurde ein Flugblatt verbreifet, in dein es u. a. heißt: ,Diese Juden kommen, um das Brot aus dem Mund der Söhne und Töchter Südafrikas zu nehmen! Denkt an die Tausende weißer Südafrikaner, die in Armut leben. Jedes Jahr senden die Juden dank des Schweißes der südafrikanischen Arbeiter 150 000 Pfund ins Ausland, um die jüdischen Pläne in aller Welt zu finan• zieren,‘ Der Aufruf schließt: ,Südafrika den Südafrikanern, südafrikanisches Geld dem südafrikanischen Volke.‘ Die Menge wartete jedoch vergebens auf die Ankunft der ,Stuttgart‘, deren Landung sicli infolge eines üewittersiurms uni neun Stunden verzögert hatte. Daher waren, als das Schiff einlief, nur mehrere hundert Menschen anwesend.“ Neue Devisen-Beslimmungen für Auswanderer Die devisenrechtlichen Vorschriften für die allgemeine Auswanderung aus Deutschland sind im Januar d. J. im RE 1 (3(1 der Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung und im April d. J,, hinsichtlich der Palästina-Wanderung, im RE 35 30 zusanimengefaßt worden. Diese Bestimmungen sind jetzt durch einen neuen RE Nr. 133,36 vom 26. 10. 1036 ergänzt und erweitert worden. Der neue Runderlaß befaßt sich mit einer Anzahl von Eiuzcllragen, die in der Praxis zu Zweifeln Anlaß gegeben haben. Von besonderer Bedeutung für die jüdische Aus- Wanderung ist die von der Reichsstelle gebilligte Bereit- Willigkeit der Deutschen Golddiskontbank, Auswanderer- Sperrguthaben mit einem Abschlag von 50 «;0 zu erwerben, eine Maßnahme, die insbesondere die Auswanderung Minderbemittelter erleichtern soll. Daher sind die auf diese Weise zu transferierenden Beträge in ihrer Höhe bcgrenzt (niav. 8000 RM.), um möglichst vielen Auswanderern die Möglichkeit dieses Transfers zu geben. Voraussetzung ist bei jüdischen Antragstellern, die nach anderen Ländern als Palästina auswandern wollen, die Beibringung einer Erkiärung des Hilfsvereins der Juden in Deutschland, ob und in welcher Weise dem Auswanderer durch Vermittlung dieser Stelle eine Hilfe bei der Gründung der neuen Existenz im Ausland gewährt wird. Der Runderlaß befaßt sich weiterhin mit der Behandlung des inländischen und ausländischen Wertpapier besitz.es von Auswanderern und schafft gewisse Erleichterungen für die Uebcrfülmmg von Fremdwälirungs-Vcrsicherungen ins Ausland. Schließlich werden auch die Grundstücks-Tauschgeschäfte, sowie der Erwerb ausländischer Grundstücke, gewissen beschränkenden Richtlinien unterworfen. Auf die Einzelheiten dieses Erlasses werden wir noch zurückkommen. Keine Einwanderungssperre in Brasilien Säo Paulo, 25. Oktober. (JTA.) Der JTA-Vertreter in S50 Paulo ist zu der Feststellung ermächtigt worden, daß die im Auslände verbreiteten Gerüchte über eine Sperre der Einwanderung nach Brasilien und über die Ausweisung von Personen, die in letzter Zeit nach Brasilien eingewandert sind, den Tatsachen nicht entsprechen. wie ״Maskerade“, ״Episode“ und ״Silhouetten“ ihres hohen künstlerischen Wertes wegen den Filmweltmarkt sich erobern konnte. Nun machen sich in letzter Zeit in weiten Kreisen der Filmschaffenden in Oesterreich Be- Strebungen geltend, hier eine unabhängige Film- Produktion zu schaffen, die künstlerische Unabhängigkeit der jungen österreichischen Filmindustrie zu wahren und sic auf neue Basis zu stellen, deren Prinzipien Freizügigkeit und Toleranz gegenüber alten am Film schaffenden Künstlern sein sollen. Diesen Bestrebungen, gleichermaßen von Bühnen- und Filmschauspielern, Regisseuren und Dramaturgen, Film- Produzenten, Verleihern und Kinobesitzern vertreten, wurde dieser Tage in einer Kundgebung des ״Oesterreichisehen Filmklubs“, der sich die Schaffung einer unabhängigen Filmproduktion in Oesterreich zur Aufgabe gemacht hat, Nachdruck verliehen. Eine Reihe öffentlicher Körperschäften, wie die Gewerkschaft der Filmschaffenden, die Handelskammer, die Vaterländische Front haben an diese erste Versammlung Begrüßungsschreiben gesandt, in denen diese Stellen die Bestrebungen des ״Filmklubs“ gutheißen und ihrer Arbeit Unterstützung in Aussicht stellen. Vom Standpunkt der Künstler und der Kunst aus sprach Fritz Grünbau!11, der es bedauerte, daß in vielen Fällen die Schauspieler selbst sich gegen Gastspiele und Engagements ausländischer Kollegen zur Wehr setzen, fn den verschiedenen Absperrungsmaßnahmen liege eine große Gefahr für die Schauspielkunst und die Kultur überhaupt, da diese ohne einen Austausch der künstlerischen Persönlichkeiten nur an Niveau verlieren müsse. Für die Bewertung eines Künstlers sollte nicht seine Abstammung, sondern nur seine Leistung das Entscheidende sein. Der Redner wies auf die Schwierigkeit der österreichischen Filmindustrie hin, die durch die Bestimmungen einzelner Länder in der Frage der Zu* sammonsetzung des Personals zur automatischen Ausschaltung von Hunderten von Künstlern gezwungen ist. Allein der Verlust der Arbcitsniöglichkeit drohe heute auch jenen österreichisehen Filmkimstlerii, die von diesen Bestimmungen nicht bctroffen werden, da einige Staaten selbst in den importierten Filmen die Beschäftigung ihres eigenen Personals verlangen. So kommt es, daß die österreichische Filmindustrie lediglich sieben Monate im Jahre hindurch beschäftigt ist. Aus all diesen Erwägungen wäre nach Meinung dieser Kreise die Gründung einer gut fundierten, unabhängigen österreichisehen Filmproduktion, die sämtlichen Interessenten Arbeitsmöglichkeit auf die Dauer sichert, auch in den Intentionen der österreichischen Wirtschaft gelegen. Für die Filmproduzenteil sprach Direktor Grünhut, der von den Verhandlungen berichtete, die bereits mit Frankreich, der Tschechoslowakei, Polen und Lettland zwecks Gewinnung dieser Länder als Absatzgebiete für die neue österreichische Filmproduktion geführt werden. Der Redner wies auf die Notwendigkeit finanzieller Unterstützung des neuen Unternehmens durch staatliche und kommunale Stellen hin, um, ähnlich wie dies in Italien und Ungarn geschieht, den Produzenten die Verbilligung ihrer Produktionskosten zu ermöglichen, und andererseits auch, um die Abwanderung österreichischer Film- Produzenten in andere Länder zu verhüten. Das Wiener ״Montag-Blatt“ beschäftigt sich mit dem Besitzanteil der Juden an den Wiener Kinos sowie am Photo wesen. Von den 170 Wiener Lichtspieltheatern, die täglich Vorstellungen abhalten, befinden sich nach diesen Ausführungen 50 3״ m jüdischem Besitz, respektive werden von Juden in leitender Stellung geführt. So haoen von den in Wien bestellenden 6 Großkinos mit je über 1000 Personen Fassungsraum fünf jüdische Besitzer, 27 Filmlichtspieltheater mit je 600 bis 1000 Personen Fassungsraum gehören zu mehr als zu zwei Dritteln Juden. Von den in Wien existierenden 24 sogenannten Premieren-Kiito« sind ebenfalls 16 rein jüdisch, drei dieser Kinos haben eine jüdische Teilhaberschaft, und fünf sind in rein arischen Händen. Ins•* gesamt bestehen nach dem ״Montag-Blatt“ in Wien 72 rein' jüdische Kinos und 12 Lichtspieltheater, an denen Arier und Juden gemeinsam teilhaben. Das Blatt weist auf das ״Mißverhältnis zwischen bodeuständigem und jüdischem Kinobesitz in den zentral gelegenen Bezirken Wiens“ hin. So zählt die Innere Stadt unter Ihren 11 Kinos 9 jüdische, im II. Bezirk und im Prater mit ihren 18 Kinos sind ebenfalls 9 in jüdischen Händen, im HI. gehören von den 13 Lichtspieltheatern 8 jüdischen Besitzern, im VII. sind 8 Kinos von insgesamt 10 in jüdischem Besitz. Der VIII. Bezirk mit seinen drei Kinos weist zwei jüdische Besitzer auf, im IX. Bezirk befinden sich unter insgesamt 10 Theatern 5 in jüdischem Besitz, 2 sind hier von luden teilweise geführt. Die Kleinkinos in den Wiener äußeren Bezirken gehören ihrer Mehrheit nach Ariern. Der XIX, Bezirk, der Villen bezirk Döbling also (insgesamt 4), hat durchweg arische Kinos. Ueber den Anteil der Juden am Wiener Photo* wesen weiß das Blatt folgendes mitzuteilen: ״Obwohl das .. Statistik im Verhältnis zur Gcsamtbev,ölkerung nur 1 T! Jiidische Tischler, 4 «0 Schlosser, 7 *« Anstreicher und 9 t>:0 Friscure — so wohnt ihm doch eine Vorliebe für die Bescliäfligiing mit Dingen der Photographie irme.“ Das Blatt weist darauf hin, daß, seitdem im Jahre 1928 die Photographie in die Kategorie der handwerksmäßigen Gewerbe ein gereiht wurde, die Vorliebe der Juden zum Photowesen auch auf diesem Gebiete zu einer Ueiierlremdung geführt hat. Insbesondere sei während des Krieges und dann nach dem Kriege ein nicht unbeträchtlicher Zuwachs an jüdisehen Photographen aus dem Osten in Wien zu verzeichnen. Im Jahre 1928 konnte man im Zusammenhang mit der damals erfolgten gesetzlichen Regelung des Pliotogra phengewerbos den zahlenmäßigen Zuwachs jüdischer Photographen feststellen. Heute sind unter den 710 Wiener Photographen (gegenüber 500 im Jahre 1928) insgesamt 221 Juden, oder etwa über 31 0/0. Im 1. Bezirk, also in der inneren Stadt, sind von 74 angeineldetert photographischen Betrieben 34 jüdisch, im II., dem judenreiciisten Wiener Gemcindebezirk, sind von 74 Betrieben 44 jüdisch, im IX. sind unter 41 bloß 19 jüdisch■ Hauptschriffleiter: Dr. Robert W c 11 s c h, Berlin Charlottenburg 9 (auch verantwortlich für die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter: Kurt Loewenstein, Berlin W 15. Anzeigenleiter and verantwortlieh für den Inhalt der Anreigen: Hermann Finn. Berlin W 15. Cültig Anzeigen Preisliste 8 vom 1. April 1936. Verlag und Anzeigenvetwahung: Jüdische Rundschau, Berlin W IS, Meinekejtr. 10. D.-A. September 35 112. — Druck: S. Scholern, Beilin ־ Schöneberg. f.WS. 130. 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