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Jüdische Rundschau · 1936-10-30 · Heft 87 (30.10.1936) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 87 (30.10.1936)
Date
1936-10-30
Page
– (sequence 1)
Language
German
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1 V'IS־1 י?'/ ־־״&*• Nr.117 / Jahrgang 41 Preis 25 RpL JÜDISCHE RUNDSCHAU Sd1riftleltung,Ve1׳Iag n. Anxeigenverwaltungr Berlin WSS, Melnekealr-tO Fernruf 1 Sammel- Naznmer J1 (Bismarck) 9031• — Bezugspreis einschließlich 3estel!gel(i je Monat RM 2,—, je Vierteljahr RM 5,75, bei Abholung RM1,88 bzw. RM 539. ־— Postscheck Konten der Vertriebs - Abteilung: Berlin 71573 (für Groß - Berlin), Berlin 17392 (für das übrige Reich). ln Fallen höherer Gewalt besteht kein Anspruch auf Nachlieferung oder Erstattung etwa schon gezahlter Bezugsgebühren. — Erachelnt jeden Dienstag und Freitag» BERLIN י״ר חשון תרצ״ז FREITAG, 30. OKTOBER 1936 G&itig: Anxei'g״,nprels!istc Nr. 5. Die 12 gespaltene mm - Zeile 20 Rpf., füf Familien Nachrichten 15 Rpf. Für die Aufnahme von Anzeigen in bestimmte» Ausgaben oder an bestimmten Plätzen wird keine Gewähr geleistet. Gelegenheit*• anzeigen nur gegen Vorauszahlung auf Postscheck « Konto Berlin 71618 oder bar Montag bis Freitag 9—18 Uhr. AnnahrneschluB für dia Dienstag - Ausgabe Montag 10 Uhr, für die Freitag - Aus gab« Mittwoch 13 Uhr. (Für Familien-Anzeigen am Tag vor Erscheinen 13 Uhr) Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina. (Baseler Programm) Juden in Oesterreich Einwanderung, Boden und Arbeit Rede Prof. Brodetskys auf der englischen KKL -Konferenz London, 26. Oktober. (JTA.) Auf der in London abgehaltenen J a 11 r e s k o ״ f e r e 11 7. d e s Keren K a j e m c t h für Großbritannien und Irland hielt der Leiter des politischen Departments der Jewisli Agency in London, Prof. Selig Brodetsky, eine Rede. Wir können uns kein Jüdisches Nationallleim vorstellen; sagte Prof. Brodetsky, ohne eine durch keinerlei künstliche Hindernisse gedrosselte Einw a n d e r 11 n g, ohne jüdische A 11 s i c d 11111 g auf dem Boden und ohne daß die Stellung des jüdischen Volkes in seinem Verhältnis zu Palästina den im Mandat verankerten Re eilten gemäß, die die eigentliche Grundlage des Zionismus bilden, sorgfältig gewahrt werden. Während in der Vergangenheit die genannten drei Probleme einzeln Gegenstand der Auseinandersetzung bildeten, sind jetzt alle drei zusammen von den arabischen Führern und denjenigen, die sich für sie cinsetzten, zur Diskussion gestellt worden. Prof. Brodetsky wies darauf hin, daß die jüdische Bevölkerung in Palästina jetzt über -100 000 Seelen stark ist und das ins Land gebrachte jüdische Kapital 70 bis 0t> Mil- 1 i o n e n Pf 1111 d beträgt. Ls sei jedoch ein unbefriedigender Zustand, daß der landwirtschaftliche Sektor des Nationalheims nur 150,» der jüdischen Bevölkerung umfaßt. Dieses Problem verlange eine sorgfältige und energische Lösung. Der Erwerb von Grund und Boden sei gegenüber anderen Aspekten des Aufbaus in den Hintergrund getreten und darum sei es notwendig, die Arbeit für den Jüdischen Nationalfonds zu verstärken. Zu der Frage jüdischer und arabischer Ar• beit in Palästina übergehend, betonte Prof. Brodetsky, daß die Juden cs ablehnen, Ausbeuter arabischer Arbeit zu sein. Wir Juden, erklärte er, haben die Bedeutung der physischen )Arbeit erkannt. Das Streben nach ihr ist in Palästina fast zu einer Sache religiöser Ueberzeugung geworden. Aber natiir- ,1ich ist es. wie immer wir es anstellen, schlecht. Verwenden wir arabische Arbeitskräfte, dann werden wir als Ausbeuter gebrandmarkt; tun wir es nicht, dann legt man es uns als Selbstsucht aus. Unter Ablehnung eines exklusiven Nationalisnuis bczcichnetc Prof. Brodetsky es als eine elementare Forderung der Gerechtigkeit, daß Arbeitsgelcgcn* heiten, die durch Juden unter ungeheuren Opfern geschaffen wurden, auch Juden zugän glich gemacht werden. In einer Welt, in der die Juden von der Arbeit auf dem Boden ferngehalten wurden, sei es kein Verbrechen zu verlangen, daß die Juden, die ihre Pfennige für den Erwerb und die Erlösung des Bodens hingegcben haben, auch allein das Recht besitzen sollen, diesen Boden zu bearbeiten. In schärfster Weise übte der Redner Kritik an einer Folge von Maßnalitneii der Regierung, durch die die Ent- Wicklung des Landes gehemmt wanden soll. Diese Maßnahmen würden sich auch als schädlich für die Araber erweisen. Die Regierung, sagte Prof. Brodetsky, sollte ihre Genf, 23. Oktober. Die Tagung der Permanenten Mandatskominission wurde infolge der Abwesenheit des Vorsitzenden der Kommission, des Italieners Theodoli, durch den Vizepräsidenten, den Belgier Orts, eröffnet. Der Vorsitzende erklärte, daß angesichts der anläßlich der Tagung des Völkerbundrates dargelegten Haltung Großbritanniens die Frage I* alästina nicht von der Kommission in ihrer gegenwärtigen Sitzung behandelt werden könne; er sei jedoch überzeugt, daß es möglich sein werde, dies bei der nächsten Tagung, die für Anfang 1937 in Aussicht genommen wird, zu tun. Die Mandatskommission hat beschlossen, erst nach dem Abschluß der Arbeiten der Kgl. Kommission, die jetzt zur Untersuchung der Ursachen der Palästina-Unruhen aus Eng- Lind abreisen soll, zu dem Bericht der Mandatarmacht für Palästina endgültig Stellung zu nehmen. Dagegen will die Mandatskommission schon jetzt die P r ii f 11 n g der P e t i - tionen vornehmen, die sich auf palästinensische Angelegenheiten beziehen. In diesem Zusammenhang wurde der Antrag angenommen, die britische Regierung als Mandatarmacht fiir Palästina zur L 111 s c n d u n g eines V c r - treters aufznfordern, der zu den in den Petitionen berührten Fragen Stellung nehmen soll, In seiner Eröffnungsansprache dankte Pierre Orts im Namen der Kommission dem englischen Vertreter Lord Lugard für die hingebungsvolle Arbeit, die er als Mitglied der Kommission neun Jahre lang geleistet habe. Der Völkerbund habe keinen würdigeren Nachfolger für ihn fiuden können als den jetzigen Vertreter Großbritanniens in der Mandatskommission, Lord H a i 1 c y. Nach einem kurzen Ucberblick über die Arbeit der Kommission in der Zeit zwischen ihrer XXIX. und XXX. Tagung wandte sich Orts der Besprechung der jetzigen Situation 1יי Palästina zu. Die Mandatskommission sei nicht in der Lage, eine Debatte über die Ereignisse in Palästina zu führen, da die Matulatarmacht erklärt habe, sie könne einen Bericht über die Unruhen und ihre Ursachen erst vorlegen, Politik der Behinderung des jüdischen Aufbauwerkes aufgehen und positive Maßnahmen zur Durchführung des Mandats treffen. Prof. Brodetsky wies auf die bevorstehende Abreise der Kgl. Unte r"s 1.1 c h 11 ngsk o rn m i s s i o 11 nach Paliistina hin und wandte sich in diesem Zusammenhang gegen die verschiedentlich aufgetauchteii Pläne einer territoria 1 e n Absender u n g v o n J u d e n und Ara b cm.! )iese Pläne seien undurchführbar, aber seihst wenn sie durchführbar wären, würden sie vom jüdischen Standpunkt unannehmbar sein. Eine Kantonisiertuig würde nicht nur die Aufteilung des Landes in arabische und in jüdische Gebiete, sondern gleichzeitig auch die Beschränkung der jüdischen Arbeit auf die jüdischen Gebiete bedeuten. Man brauche nicht eine Kantonisicrung, um das jüdisch-arabische Problem iri Palästina zu lösen. Die Erfahrung habe gezeigt, daß Juden und Araber, wenn nicht künstlich zwischen ihnen Zwietracht gesät wird, friedlich nebeneinander leben können. Der Redner schloß mit der Forderung, daß ein Land nicht zerschnitten und aufgeteilt werden dürfe, das nicht einigen Politikern gehöre, sondern der großen jüdischen Nation, die jahrhundertelang ein glückliches Leben in Palästina erstrebt hat. Der Vorsitzende der Konferenz, Captain Robert B. Soloin on, hatte in der Eröffnungsansprache die Vernichtung des Königshauincs im Jubiläumswald als Beweis dafür angeführt, daß die arabische Revolte weniger gegen jüdische Ein- Wanderung als gegen das englische Regime in Palästina gerichtet sei. Rev. M. 1. Perl zweig betonte, daß das Bodenprobicm voraussichtlich eine große Rolle in den Untersuchungen der Kgl. Koimnission spielen werde. Deshalb müsse schon jetzt festgestellt werden, daß die Behauptungen, die Juden hätten die Araber vom Boden verdrängt und Boden in einem im Vergleich zur jüdischen Bevölkerungszahl übertriebenen Ausmaß erworben, falsch sind. Der frühere Abgeordnete Barnctt Jänner befaßte sich mit der Notwendigkeit der Abwehr judenfcindüclter Angriffe und erklärte, die richtige Antwort auf die Kampagne gegen die Juden seien die konstruktiven Leistungen in Palästina. Frau f. M. Sieff erklärte, man müsse einsehen, daß die nationale arabische Bewegung; von starken Kräften getragen wird. Die Konferenz sollte sich im Hinblick darauf mit der Aenderung gewisser Bestimmungen in den Pachtvertragen des Nationalfonds befassen. Als Vertreter des Keren Hajcssod und der Palästina- Exekutive sprach Leo Herrin an 11. Er hob die heldenmütige Haltung des Jischuw während der Unruhen hervor und wies darauf hin, daß in diesem Jahre kein Fußbreit jüdischen Bodens aufgegeben wurde, während 1929 einige vorgeschobene Positionen geraumt werden mußten. Referate über die Arbeit des Nationalfonds in England wurden von Leopold Sehen über die Versidierungsabteihing, von Dr. O. II. Herzfeld und die Organisation der Sammhingen von Aron W r i g h t erstattet. wenn die Untersuchung durch die Kgl. Kommission beendet sein würde. Eine längere Aussprache entwickelte sich über Punkt 3 der Tagesordnung (Bericht der Mamidatarmacht für Palästina und Transjordauien für das Jahr 1Ü35). Der stellvertretende Vorsitzende Orts erklärte, viele Fragen, die die Verwaltung Palästinas betreffen, hätten während der XXIX. Tagung der Kommission nicht erörtert werden können, weil die Lage i!11 Lande, insbesondere die Unruhen, dabei mit in Betracht zu ziehen gewesen wären. Der Vertreter der Mandatarmacht habe jedoch abge'chnt, eine Erklärung über Ausmaß, Verlauf und Bedeutung der Unruhen abzugeben. Man habe damals geglaubt, daß es möglich sein würde, bei der nächsten Sitzung der Kommission die Lage in Palästina zu besprechen. Bedauerlicherweise habe es eien Anschein, daß sich diese inzwischen nur wenig verändert habe. Darum sei cs nicht möglich, den Bericht der Mandatarmacht zu besprechen. Nach kurzer Debatte wurde auf Antrag von Pierre Orts Punkt 3 der Tagesordnung gestrichen, Punkt 4 der Tagesordnung betrifft die dem Völkerbunds- Sekretariat eingereichten Petitionen über pa 1 ä s t i - ncnsischc und syrische Angelegenheiten. Hier wurde die Frage aufgeworfen, ob unter Berücksichtigung der Gründe, die gegen die Erörterung des Berichtes der Mandatarmaeht für Palästina sprechen, die Petitionen aus Palästina behandelt werden sollen oder nicht. Pierre Orts und einige andere Mitglieder der Kommission vertraten die Ansicht, daß der Prüfung der Petitionen nichts im Wege stehe, da sie nicht die Unruhen im Lande zum Gegenstand haben. Die Mandatskommission entschied in diesem Sinne. Unter den Palästina-Petitionen befinden sich mehrere revisionistische Eingaben über Legislative Council, Einwanderung und andere Fragen, sowie eine arabische Petition über den Legislative Council, Von Dr. Jakob Rosenthal, Wien Dl« Palästina-Wanderung Die schlechte wirtschaftliche Situation weiter Kreise der Wiener Judenschaft ist es vornehmlich, die die Atiswatidmmgs* tendenz der Wiener Juden im abgelaufenen jüdischen Kniender■• jahr erheblich gesteigert hat. Diese Erscheinung: ist hier von symptomatischer Bedeutung, weil inan sieb kaum ein seßhafteres Element unter den Juden denken kann, als es die Juden Wiens sind. Freilich geben die Ansvvandenings• Ziffern allein keinesfalls das richtige Bild der wirklichen Auswanderungs 111 s t wieder, da hier, wie heute überall in der Welt, dieser Tendenz die hermetisch verschlossene״ Türen fast sämtlicher EinwaiidiTiingsläiKtet■ gegemiber-teliei!. Auch ist es kein Wunder, daß die Auswanderung di r österreichischen Juden nach Palästina, das laut den periodischen AV 1ttcilimgen des österreichischen Wamfcrungsamtes in den letzten Jahren fast ständig an der Spitze der Lxbcrsi'el,ander marschiede, — im letzten Ausweis dieses Amtes fungiert Palästina allerdings an dritter Stelle hinter den amerikanischen Ländern .— trotz Steigerungen gegenüber den letzten Jahren noch immer eine sehr bescheidene ist. Allem auch die-er Umstand findet seine Erklärung in den allgemein bekannten recht engen Möglichkeiten der kontingentierten Palästina- Wanderung, da der größte Teil der österreichischen Palästina- Wanderer kapitalsarm ist und daher mir auf Grund des Zertifikatssystems die Wanderin! ״'■inüglichkdt erhält. So kann also keinesfalls aus den bloßen Ziffern die österreichische Wanderung in ihrer Intensität beleuchtet werden, dürfen aus diesen Ziffern keinerlei Schlüsse auf das Auswanderungsbedürft!is der österreichischen Juden gezogen werden. Dreitausend M u 11 s c 11 e!1 sind in den letzten Jahren ständig im Wiener [‘aliistina-Amt registriert, wobei in dieser Zahl nicht die Chaluzim einbezogen sind, die sich laufend auf Hachse harah befinden. Gegenwärtig sind nach den Mitteilungen des Palästina-Amtes an das Einwanderungs-LJepartement der Jewisli Agency 480 CUaluzim auf H a ch sc 11 a r a 11, die sich aus Mitgliedern der verschiedenen zionistischen Parteien znsammensetzen. 229 Chahiziin, oder fast die Hälfte, gehört der allgemeinen ״He cha* 1 u z“ - Organisation an. Wie aus einem Bericht des offizieller! Publikationsorgans des Einwanderungs-Departements der Jewish Agency über die Tätigkeit der Palästina-Aeinter hervorgellt, befindet sieh die 1 laebseharah in Oesterreich nicht auf besonderer Höbe. Allerdings wird hervorgehoben, daß die Gründe hierfür nicht etwa in dein Mangel der richtigen Einschätzung des Wertes der chaluzisdieii Arbeit als solcher, als vielmehr in den äußeren Bedingungen liegen, wie vor allem in der geringen Zahl der Hachscharnli-Pkitze bei jüdisehen Grundbesitzern, dem iiahf sehr entgegenkommenden Verhalten der Landbevölkerung usw. Auch die Knappheit der Geldmittel des ״I leebaluz." spielt hierbei eine Rolle. Das Jahr 1035 hat in Oesterreich den bisher höchsten Auswandcningsstand der letzten Jahre gebracht. Dieser kommt erst zur Geltung, wenn man die Ziffern der vor,angegangenen Jahre lieratizieht. Nach statistischen I)arstellungen sind durch das Wiener Palästina-Amt in den Jahren 1933: '289, 1934; ()04, 1935: 931 und 193(1 (Januar bis September) 391 Personell abgeiertigt worden. Dabei sind in dieser letzten Zahl allerdings auch 32 Touristen und 13 Heimkehrer inbegriffen. Andererseits enthält die Zahl von 9 34 Auswanderern nur die durch das Palästina-Amt auf Grund von Zertifikaten Abgefertigten und nicht auch alle MXXl-Pfiind-Auswancierer der sogenannten Kapitalisteiigruppe» deren Auswanderung nicht durch das Palästina-Amt ilurehgcfuhrt wird. Als interessante Details sind in diesem Ausweis zu vermerken, daß die Frauen in der Aus sv a 11 ei e r u n g ii b e r w i e g e n. So wanderten 405 Frauen gegen 391 Männer aus, dagegen sind die Knaben unter 19 J a 11 r e 11 mit 72 an Zahl um 9 mehr als die Mädchen des gleichen Alters. Ferner setzte sich der größte Teil der Auswanderer, nämlich 591, aus den Jahrgängen zwischen 18—35 zusammen, die nächstgroße Zahl, nämlich 314, aber enthielt Jugendliche unter 16 Jahren, und bloß 112 Personen im Alter von über 45 Jahren. Nach den Berufen waren 478 als ״ohne Beruf“, 330 als Arbeiter verschiedener Branchen verzeichnet. Bemerkenswert erscheint auch der Hinweis auf die Staatszugchörigkeit der Auswanderer, von denen 457 österreichische, 256 polnische Staatsbürger, 124 Staatenlose und 88 verschiedenen Staaten zugehörig waren. Für das Jahr 1936 liegen bisher lediglich statistische Berichte über die ersten neun Monate vor, so daß noch keine abschließenden Ziffern milgetcilt werden können, innerhalb dieser Zeit gingen durch das Wiener Palästina-Amt insgesamt 391 Personen, die sich aus fast allen Einwanderungskategorien zusammensetzten. Die Gesamtzahl der Aus- Wanderer in diesem Jahre dürfte aller Wahrscheinlichkeit nach hinter der des Jahres 1935 zurückstelien. Insgesamt leben gegenwärtig an 8000 Oesterreicher in Palästina. Unter ihnen nehmen einige auch bedeutende öffentliehe Positionen ein. So ist der jetzige Vizebürgcrnieistcr von Jerusalem, Dr. Auster, ein Oesterreieher, der an der Wiener Universität seine Rechts-Studien absolviert hat. Eine Reihe österreichischer Architekten hat im Laufe der letzten Jahre interessante Bauaufträge erhalten. Der Bau des Stadions in Haifa wurde bekanntlich einem österreichischen Baumeister übertragen. Die österreichischen Juden in Palästina haben sich nacli dem Muster der Einwanderer aus Deutsch-!and in der ״Hitachduth Ol ei Austria‘■ zusammen- Palästina und die Mandatskommission Vor der Prüfung der Petitionen r ) i י i I ׳ 1 i י / ¥ I ו ’ :x t

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