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Jüdische Rundschau · 1936-10-27 · Heft 86 (27.10.1936) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 86 (27.10.1936)
Date
1936-10-27
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 86 27. X. 1936 dis׳; ■4' I 1' |V;'/;•ווי 4* #יי! Das Neueste in Kürze Presseschau Wie soll die Judenfrage gelöst werden? ״Wenn ה וזז n noch in der Vergangenheit die Existenz der | u d e ״ f r;1 g e Ie11em׳n konnte, so ist heilte ein solcher Vcr* such nicht mehr niügdkli", so beginnt ״Great B r i t 3 i 11 and 4 h c East" seinen!.eitaulsnu in der Nummer vom 22. Ok- (ober. In den sieh atihahnemlcii neuen Su&tsgebildcn, 80 wird aust:cfuhrt, habe tlie individualistische Funktion der Juden im ilaiulei keinen!,lat׳ mehr. So werden sie in Armut hinchiei'tricben. Dies <ei eine Tiagödie, eine Wclttragüdie — Und wie soll sie;:einst werden? I de An(u ori hange v11״ der Vertrautheit mit dem (י a 1 a s t i 1k 11 ־• i s v h c 11 1* r 1 ו! ס e in ab. Die Zeitschrift erörtert die bekannten Schritte Polens, das seine überschiissigen JiitJei! nach l’alasuna senden mochte und daher jede Be- Schränkung der l'alastiua-l.iiiwaiHleruug bekämpft. l>och in der Meinung vieler, duurteilsfähig seien, sei eine solche li e s e I! r ä u k n 11 g fast u 11 v e r 111 e i d 1 i c!1. Es wäre töricht, die Entscheidungen der Kommission vor• weg/mii'lumm; aller es sei jedenfalls gewiß, daß sie den britischen i ebrn-interessen ebenso viel Aufnierksamkcit?11/11wenden habe wie humaiiituren Erwägungen, Der Streik und die Form seiner Beeuds1:1mg haben die Aufgabe Englands in Palästina in neuem 1 iclit erscheinen lassen. Alan könne voraussagen, daß P a 1 a s t 1 11 a n i c b t dazu b e s t i m m t sei, das Heim aller Juden /u werden, die mit ihrem Los in Europa Unzufrieden sind. Was alur dann? Die Antwort — sie ist freilich mir theorefisch — sei, Jalf -de in Ergänzung zu Palästina in anderen Ländern •1!1fer,whr,'iclit werden müßten, die im Gegensatz zu Palästina zuerst l> 1ז ׳ r a g t werden und ihre Bereitschaft für eine -ukh. /,invandermi.: zeig,.11 uni Ilten. Zugegeben, daß für eine große Zahl von Juden jedes andere Land, verß'icile 11 uni ha!•tiua, /1v1׳.t|..la■•- g er,elieiueu milß: aller ein Z'Wv ükl'is : e- I :und, sn';!:!;:e es I r׳. iheit und Sicherheit verhurug sn!.״,.״•er;d< Konflikte und Dusiciw-rUeit. Es scheine, :!aß jede D״u;:l׳;uw T 1• i! I!1 s 1111 e n bestellen müsse; daß cs ei:!f.׳!■c!1 das < 1ei 11 et nicht gehe, das •den Juden die Sicher- :teil und I’׳!:; 11:10׳.1.1.11: ״wahren könne, ehe sie veilangen. I ui-•;iah,־.di müsse betont werden. Das Britische R e i e 11 K a 1: n nicht (und inan soll es auch nicht von ihm cru alten) :1 u! e e 1 11 e!1 S 1; 11 11 1 t e r t! d i e a n / e L a s t :1 1׳ r I!'• s;; 1; ,, ,ן a j n d c n p r o!1 1 e 111 s trag e n. Wenn en e ah•.׳ sie t rw 1 •uiice:׳, •den \ ,»rang hätten, so nnil'ite sich der Buck /!::י:׳: aut du V c 1 r i n i s: t e 11 Staaten richten, die schon 4 Miiit׳״o;n Juden in iiei bergen, aber keine ,Miene in :leben, die i oi r t'ur eine weitere Ei ii’.vantlenm g 711 öffnen. Docli 1ki maw;liemaiuieni zu, zu .sagen, [lab dieser und jener Staat, der :,nli! r sein.׳ eigenen Verhältnisse am bestell kennt, mehr Juden .■!::!nehmen wüte, uni m> die europäischen Staatsaiaimer von ihn n י־! u11 zu erleichtern. Man dürfe bei Eng- .and vor n'.k;0 11! In \ ergiwsen, dal) Cs — z.ahlciunäibg ge-;prix'hcii --• ent 11111 s!!1! ׳! i., c h e s Reich sei. Man sollte auch nie ht \e! ges-r:1, da h das Versprechen, die Errichtung des Jüdischen \a!!<maiiu ,!im /;! 1 rlcieiiteni, em bedingtes V׳ersprechen war -- und England habe erklärt, dal! es diesen Bedingung[!1;:!ei, In.י < um 1, ht beilege wie den Faktoren, die ein judi-ches Nation,ו1!ד.׳![1ו iiiitbcemilnsseii. Mi'eder über die unmittelbare noch über die spätere Zukunft Pni.istinas könne ctivus vurausgesagt werden. Aber wenn etwas sicher i-1, so schließt der Aufsatz, so ist es dies, daß das Ikiüge l and niemals eins endgültige Heim der Tausende, ja Millionen überschüssiger Juden in Europa werden könne. 1 Jas Problem ist also nicht nur ein englisches, sondern ein W e! t p r 0 b 1 c m. Antizionistische Propaganda Im Oktoberheft der 1״; n g I i s h Review“ findet sich unter dem Titel ,,1 las England Eailed in Palestine? (Hat England in Palästina versagt 2)•• ein scharf aiiti/ionistischer Aufsatz von E..M.E. Blyt 11, in dem der Verfasser u. a. dar■ legt, daß die Araber nicht aiitijiidi-ch sehui, weil sie ja derselben Pa.-se angeboren wie die Juden. Sie seien auch nicht antibritiscii. Die l 'r-aclu‘ der arabischen Uii/lifriedenheit sei die Tat'• '< v h t‘, da 15 die AlUibr ■ihrer Re ׳, :hie und ihre s Eigenturns bei raubt V. V־ u .uu 11 :!li r ule, eher a: IS 1 'alä-thu hinausgedrangt 1 nkr /;!r Mi in jntut lier.ibgedr iiekt : «er.len. Dieser Vorgang '-ui bri w;1 1 n u;uii .■[■ f in« am lei'img uiivermeiilHrh. Durch c! ü-, Ru iin■ v Dj) / I l-ttull sucht der Aut ■ >r (l.ir/uh: gen, daß das Z i e! d u r 7 1 f ) ־] i יי t r ü d׳!•׳ Jude! isla; it in Palä: tina sei, und er f: ׳aut, f i 3 ,ih ׳ ,) I r t > 1. f i׳e! sehe Staat;!ttch -Ziel der Van יו;!! ilatarin:!:■ ht Mi; f ■ h ■U'j (H׳;!1 Willen v '111 7;t Prozent der Be- V, i'lkcl u:: a 4 \.! HUtf u: ■;־ ui t!s::h.׳r Su at es-rhat'f[ u׳: werden s.die? 1 ׳ M!!:.;tu 1 11!!A!!r enrh'chc kV;.; 1vn111'!:;1׳ \ •.T'äumt, das Mai ahu; ׳ h i:t . ׳;! intu rpi eticren. 1 Kn!׳»;'/ 11 -׳!׳ - 1 Ul 1 Mt!irr W!,!--er du!־ 1 Vorwurf, sie hatteil iin .,Munuruni 'U■. י iw-’‘ ״eh :■ iS׳! :1 nt: U-. Element i ns La! ml i!1׳hf;1cljt , UM! uh■ -t ■H־i1:1 1' ׳ die ' 1 hi ז! it 71! en־e:1T!e!1. Der Aufs:![/ K f < >[ 1; ין n r ׳711■ luden an, d־H י \\i!t׳•׳■]! attsh beit .׳11:011!:/ ־'( Vu ,:־ rt . un. .1 v.'U : iilh't da‘ Ar,iii er;:!:.:eil! J •11 Vorw ׳.!;!, k 1;׳■!: ' iu -ViJ ״■MH. r Sehe aus Arh. in- 1׳?•!׳• ׳ r. י ־" ׳ י 1 :. > :t 1 hr V, . 1 II/ [־>•■'!.:!-:! In.:'.![ nur :ein Ein-! ‘׳i, י \ u :1 i 1n־\־־a u!h muu u! Hi 111;;!' und I : 1.' t :1!: \\ 1r 1 .1 u ׳, d fl י die' Olt \v i Gerl e g t -anii ו! e /V1!k: i- V; . ' j t I; U Sn׳:,' u wu'-itT a! 1 kn wärillt we: 1K n, um ■;!׳,. 1 r!: 1 - V׳ . a י 'Ui!!!:׳:!!/; 11 4 ׳:in W1״ 'ibi'uches bngla;:gs!:! ,!;!׳ I'.i: .1.!וחיn1׳litik zil beeiiiilir-sei!. ״Konflikt z.weiur Kulturen.“ Zum Abschluß der Konfroverse zwischen Sir Robert Widey Cohen und Prof. Hancni'k antwortet Sir Rohci t in ׳der ״Times“ vom 23. Okt., daß IlaiKocks Hinweis auf die australischen Eingeborenen zum Vergleich mit den palästinensischen Arabern offensichtlich ein Irrtum sei. Die Buren in Südafrika hätten der ״neuen < )rdiuntg" einen heuigen Widerstand entgegengesetzt, und niemand wird aiiiiehmen, daß sic zu einer ״dekadenten Rasse“ gehören oder .,[!ein Aussterbeti Hube sind“. Auch werde niemand die großen Vorteile leugnen, die sich für Südafrika ergaben. Wenn erst in Palästina der Friede wiederbergestellt und gesichert und der Weg frei sei für Juden und Araber, ihren Beitrag für die Entwicklung des Landes zu leisten, so werde nichts diesen Vorgang aufhalten, der durch den Idealismus der jüdischen Einwanderer gefördert werde und ein neuer Triumph der Kultur sei. Die entstandenen Degens,ätze seien meist künstlich, und unter normalen Bedingtingiii werde nichts diejenigen trennen, deren gemeinsnnics Interesse ist, daß Armut und Elend einer Aera des Friedens, Fortschritts und des Wohlstands Platz machen, ([!as Problem selbst scheint uns mit diesen wohlgemeinten Ausführungen noch keineswegs erschöpft. — A. d. R.) Neue Industrieschutzzölle? Jerusalem, 22. Oktober. (JTA.) Wie es heißt, beabsichtig! die Palästina-Regierung demnächst neue Schutzz o 1 l'e für I 1! d 11 s t r i e ק r o d 11 k t e und Zollbefreiungen für industrielle Rohstoffe cinniführen. Jüdische Industriellenkrcise haben wiederholt derartige Maßnahmen gefordert. Vor kurzem halte auch die Tagung des Verbandes der jüdischen IndustriclUii eine eufspra Iiomk.■ Aufforderung nach einer zollpolitischen Industrieförderung durch Schutzzölle an die Regierting gerichtet. In diesem Jahr sind bereits einmal für eine Reihe von Industriezweigen Schutzzoll malinah men erfolgt. Die Juden, die während der Unruhen die alte Stadt ln Jerusalem haften verlassen müssen, sind in Ihre Häuser zu rück gekehrt. Ebenso hat eine Anzahl von Juden Geschäfte, die während der Unruhen In der alten Stadt schließen mußten, wieder geöffnet mit Ausnahme iencr, die mitten in arabischen Straßen gelegen sind und zufolge arabischer Drohungen und arabischer Boykottposten nicht geöffnet werden können. Das Oberste Gericht in Jerusalem erließ eine Verfiigung, Wonach der B il r g e r tu e i s t e r von J e r 11 s a 1 e m, Khaldi, nachzuweisen hätte, daß er nicht verpflichtet ist, vier arabische Stadfr.ite, die seit dem 25. Mai sich an den Sitzungen des Stadtrafes nicht beteiligt haben und deswegen von der Teilnahme an den Sitzungen ausgeschlossen sind, aus ihrem Amt zu entlassen. Zwei dieser Stadträte sind die jüngst aus_ dem Konzentrationslager in Sarafeud entlassenen Hassan Dajani und Ibrahim Derwisch. . Nach Wiederaufnahme seiner Amtstätigkeit hat der Jerusa-!einer Bürgermeister Dr. Khaldi die arabischen Unternehnier, die seinerzeit s t ä d t i s c 11 e Arbeiten übernommen hatten, diese aber während des Streiks ruhen ließen, aufgefordert, die öffentlichen Arbeiten nunmehr, da der Streik beendet sei, mit größter Beschleunigung durchzuführen. Das Berufungsgericht in Jerusalem, dem zum erstenmal Richter Copland präsidierte an Stelle von Sir Michael McDonneli. bestätigte das Todesurteil über zwei Araber, die im j’uli Schüsse aufs Militär abgegeben hatten. Die Regierung hat weitere 36 Araber aus dem Konzentratitionslager in Sarafend entlassen. Das deutet darauf hin, daß die Regierung das Konzentrationslager überh a 11 p t a u t z u i ö s e 11 gedenkt. Abdul Kader Husscini, Nefie des Multi von Jerusalem, der am 7. Oktober von einer Miiitärstreife verwuiulet und verhaftet wurde, als er in Begleitung des Baiuleriführers Eiasi and drei weiterer Araber dem Militär bewaffneten Widerstand leistete, ist vor Gericht erschienen und wurde gegen Hinterlegung einer Kaution von Je 250 aut freien F u I! gesetzt. Der High Commissioner besuchte Tulkcrem und nachher die jüdischen Sied hingen Nathania, Sichron Jakob und Chedera. Er nahm dann eine Besichtigung der im Bau begriffenen Straße zwischen Tel-Awiw und Chedera vor. Bei seinem Besuch in den jüdischen Siedlungen erkundigte er sieh bei den Siedlern, welche Verluste sie im Zusammenhang mit den Unruhen erlitten haben. Am Rosclicbodesdi Chcschwan begaben sich einige Juden aus der Chorba-Synagoge zur Klagemauer, um dort gemeinsam das Mussaf-G'ebct zu verrichten. Es wurde ihnen jedoch, als sic auf dem Platze vor der Mauer eintrafen, von zwei arabischen Polizisten mitgeteilt, daß das Beten an der Klagemauer verboten sei. Tags zuvor hatte ein einzelner Jude sein Gebet an der Westmauer verrichten wollen. Er wurde von Arabern mit Steinen beworfen. Unter dem Eindruck des über sie vom Oberrabbinat verbängten Cherems haben die sechs Fleischer in Tel- Avvivv, denen die Stadtverwaltung untersagt hatte, auf nicht- Suche nach Fauzy DNB. meldet aus Jerusalem vom 2-5. Oktober: ״Ein zweites Kesseltreiben größerer englischermilit ä r i s c h e r V e r b ä!1 d e, um des Führers der arabischen Frcischaren, Fauzy, habhaft zu werden, wurde in der Nacht zum Freitag ausgeführt. Die ״Treibjagd“ fand östlich der Straße von Nablus nach Yennin statt. Es nahm daran eine ganze Reihe von englischen Truppen mit einer Abteilung Tanks teil. D a s G e 11 e i in n i s um den Aufenthaltsort Fauzys ist immer noch nicht gelüftet. Der Emir Abdullah hat erklärt, daß Fauzy i!11 Irak wäre. Nach einer anderen Meldung soll er sich nach dem Hodschas begeben haben, wogegen die englischen Zivilbchörden annehmen, daß er sich nach wie vor in Palästina befindet.“ Folgen des Streiks Jerusalem, 21. Oktober. (JTA■) Die arabische K a 11 f 111 a ח n schaff beginnt jetzt die Folgen des langen Streiks empfindlich zu spüren. Das Gcscliäftslcheii will nicht in Gang kommen, und auch die arabischen Autobusgesellschäften klagen über einen etwa 50° eigen Rückgang des Verkehrs. Besonders haben die früher stark von Juden benutzten Linien zu leiden. Die arabischen Kaufieute von Jaffa haben sich genötigt gesehen, die Stadtgemeinde um Erlaß der seit sechs Monaten rückständigen Steuern zu bitten. Trotz: der schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse herrscht Zufriedenheit über die Beendigung des Streiks. Unzufrieden sind nur die Gemüsehändler und Arbeiter in Jaffa, die bisher aus öffentlichen Mitteln unterstützt worden waren. Der Hafen in Tel-Awiw Die' Konkurrenz der Anlegestelle in Tel-Awiw für den Hafen in Jaffa bildet den dauernden Gegenstand von Beratungen des Obersten Arabischen Komitees. Es wird erklärt, daß der Bau des Hafens in Tel-Awiw als einer der Beschwerde* punkte der Araber vor der Kgl. Kommission figurieren wird. Inzwischen werden die Arbeiten im Hafen von Tel-Awiw mit f i e b e r h a 11 c m Eifer fortgesetzt. Der Wellenbrecher im Norden ist bereits fertiggestellt. Das erste in Tel-Awiw gebaute Boot wurde vom Stapel gelassen. In den ersten fünf Monaten des Bestehens der Anlegestelle ankerten im Hafen von Tel-Awiw *17 Damnfer und 20 große Segelschiffe. Es wurden 10 904 t Güter in dieser Zeit gelöscht und 641 t verladen, Die während der Unruhen entlassenen Beamten des Jaffaer Hafens haben zu der Hafendirektion eine Ab- Ordnung entsandt, die die Bitte aussprach, diese Beamten wieder in Dienst zu stellen. Der Hafenkommandant erwiderte, diese Bitte könne nicht erfüllt werden. Es werde voraussichtlich in der kommenden Saison nur sehr wenig Arbeit im Jaffaer Hafen geben. Eine Bnei Brith-Kolonie New York, 22. Oktober. (Palcor.) Die Bnei Brith haben heute eine Spende von 100003 Dollar an den Keren Kajcmeth angekündigt zur Gründung einer Kolonie in Palästina, die nach Alfred Flohen, dem Präsidenten der Bnei Brith, benannt werden soll. Die Palästinaregierung begann mit dem Bau eines Flughafens bei L y d da, der der größte im Nahen Osten sein wird. Die Baukosten betragen 250 000 Pfund. Automatisch sich öffnende Hangars aus Stahl von solcher Größe, daß sie die größten Flugzeuge aufnehmen können, sollen errichtet werden. Ferner wird der Flughafen mit einer eigenen Funkstation, einem großen Hotel, Wohngebäuden für die Beamten und Arbeiter, Tennis- und Kricket-Spielplätzen sowie einem großen Schwimmbassin ausgestattet. rituelle Art zu schlachten, ihre deshalb gegen die Stadtverwaltung angestrengte Klage zurückgezogen. Mitglieder des Verbandes ״SchomreSchabbat“haben vor einem Cafehaus in dem Jerusalemer jüdischen Stadtviertel Rechawia, das ain Sdiabbat offen liäll, eine stille Demonstration veranstaltet. Ein langer Zug von Rabbinern, Akademikern und Studenten, an ihrer Spitze Rabbi Teitelbaum, Rabbi Spector, Dr. Schlesinger, Dr. I. Breuer und andere führende _ Persönlichkeiten, zog dreimal stumm an dem Cafdhaus vorüber. Bein! dritten Vorbeimarsch wurden die Demonsfranten von einer Polizistenkette aufgehalten, die sie aufforderte, sich zu zerstreuen. Der Aufforderung wurde in voller Ruhe Folge geleistet. Ein arabischer Hilfspolizist wurde in Jaffa von einer Schar von arabischen Bursdien angegriffen und verwundete, ais er sich zur Wehr setzte, einen arabischen Jungen. Der Angriff auf ihn findet seine Erklärung darin, daß er der Hauptzeiige für die Anklage in dem Prozeß ist, der gegen Araber durchgeführt werden soll, die im vorigen Monat eine Höllenmaschine an einen Juden in Tel-Awiw abgeschickt haben. Ein jüdischer Stall in der Nähe von R a a n a n a wurde durch Araber nachts vernichtet. Mehrere Stück Vieh, die sich im Stall befanden, gingen im Feuer zugrunde. Nachts wurden Schüsse gegen jüdische Pflanzungen bei P e t a c h T i k w a 11 und bei Beer Jakob abgegeben. Zwei englische Soldaten, die dem Regiment der Royal Ingenieurs angehören, erlitten bei einer zufälligen Explosion aut der Straße Jaffa—Jerusalem ernste Verwundungen. Bei Wadi Sarar fand ein Zusammenstoß zwischen eng-![schein Militär und einer bewaffneten Araberbande statt. Ein englischer Soldat wurde getötet, z.wei wurden verwundet. Mehrere Mitglieder der Bande wurden gefangengenommen. An verschiedenen Teilen des Landes ist es zu kleineren Zwischenfällen gekommen. In der Nacht sind auf Petach Tikwah und auf Pflanzungen bei Beer Jaakob Schiisse abgegeben worden. Die Zahl der jetzt in Tel-Awiw lebenden aus Jaffa geflüchteten Juden verringert sich von Tag zu Tag. Es halten sich gegenwärtig nur noch 1000 Flüchtlinge in Tel-Awiw auf, die iin Laufe des Monats November in der Umgebung der Stadt Unterkunft finden werden. Wie die Palcor erfährt, sind nach dem Rücktritt von Ober- Tichter McDonneli weitere wichtige Veränderungen im Justizwesen in Aussicht genommen. Die Richter des Obersten Oerichts, M a n n i n g, P! u 11 k e 11 und Evans weiden in Kürze versetzt werden. Die Kallia, Seaside and Health Resort Ltd. in Jerusalem beabsichtigt, am Nordende des Toten Meeres ein Hotel zu errichten. Der Kau soll 27 000 Pfund kosten. Das Hotel wird 35 Zimmer und 60 Betten haben. Im Alter von 75 Jahren ist in Tel-Awiw der hebräische Schriftsteller Jetlüel Josef Lcvontin gestorben. Levontin, der gemeinsam mit Ussischkin und dem verstorbenen zionistischen Führer Jccliiel Tschlenow in Moskau den zionistisehen Studentenbund Brie Zion gegründet hatte, gehörte zu den ersten Chowewe Zion. 150000$ für die Universitätsklinik New-York, 22. Oktober (JTA.) Die Nachricht von dem Beginn des Baues der Universitätsklinik in Jerusalem wurde auf der in Philadelphia stattfindeiulen Jahreskonferenz der Zionistischen Fraueuorgaiii ation Amerikas, ״H a d a s s a h“, mit großer Begeisterung aufgeiionimen. Die Konferenz beschloß, im kommenden Jahre einen Beitrag von 1 50 000 Dollar für die Klinik zu leisten. Während der Tagung traf eine radiofelenhoiilsche Mitteilung von dem bekannten Schauspieler mul Philanthropen Eddie Cantor aus Hollywood ein, wonach die von ihm dort eingeleitete Aktion für die J u g e 11 d a I i j a h einen großen Erfolg erwarten lasse. Eddie Cantor, der bereits für eine Reihe jiidischer Wohlfahrtszwccke große Sammlungen organisiert und sich an ihnen selbst iii großzügiger Weise beteiligt hat, hofft, daß cs ihm bis zum Jahresende gelingen wird, 1SOOOO Dollar für die Jngcndaliiali aufzubringen. In der Schlußsitzung der Jahreskonferenz wurde eine Resolution gefaßt, in der England aufgefordert wird, die jüdische Einwanderung nach Palästina nicht zu unterbrechen, ln der Resolution werden zusätzliche Ei 11 wanderungs- Zertifikate, für Jugendliche aus! )eutschland und Polen verlangt. Die Hadassah gibt in der Entschließung ihrem festen Wilien Ausdruck, die Aufbauarbeit im Geiste der verwandtschaftlichen Empfindung gegenüber den Arabern fortzuset/en. Einem weiteren Beschluß zufolge sollen zur Feier des 80. Geburtstages von Richter Louis I). Brand eis 10 000 Bäume in Palästina durch die I ladassah gepflanzt werden. ln dem von der Jahresversammlung angenommenen Etat sind 200 000 Dollar für hygienisch-medizinische Arbeit, 100000 Dollar für Alijnli, 60000 Dollar für den Jüdischen Kation,alfomis und 46 000 Dollar für Kiniicrliirsorgc vorgesehen. Mrs. Edward Jacobs wurde zum fünftenma! zur Präsidentin des Verbandes Hadassah wietiergewählt. Verlustabschluß der Palestine Potash Die Palestine Potash Company, die eine der größten und wichtigsten Industrieunternehmen Palästinas ist, veröffentlicht ihren Geschäftsbericht für das Jahr 1935, Die Roheinuahmen der Gesellschaft betrugen danach 22 416 Pfund gegenüber 23 170 Pfund im Jahre 1934. Nach Abzug verschiedener Verwaltungsgebühren, Zinsunkosten usw. schließt das Geschäftsjahr mit einem Verlust von 10450 Pfund ab, so daß der Verlust einschließlich dem des Vorj,ihres 25064 Pfund betragt. Die Gesellschaft hofft, daß sie das Defizit in naher Zukunft abbauen kann. Die Lage auf den internationalen Märkten macht eine erhöhte Produktion möglich und lohnend. Gegenwärtig werden am Südufer des Toten Meeres peuc Produktionsanlagen errichtet, die die bisherige Kapazität von 25—30 000 t um das Doppelte und noch mehr steigern sollen. Zur Finanzierung dieser Produktionsanlagen sind 5y*prozentigc Vorzugsaktien in Höhe von 400 000 Pfund ausgegeben worden. Das autorisierte Aktienkapital der Gesellschaft betrug nach einer im Laufe des Jahres 1935 vorgenommenen Kapitalerhöhung 800 00Q Pfund, von denen rund 746 000 Pfund gezeichnet sind. Der Kali-Export belief sich im Jahre 1935 auf 10000 t. Die Preise waren in den ersten Monaten sehr niedrig, hoben sich aber im Zuge der internationalen Preis- «ntwicklung. Dies zeigt sich besonders an der Ausfuhr im ersten halben Jahr 193(1. Während sich die Ausfuhrmenge von 10 840 t im ersten Halbjahr 1935 auf 12 709 t erhöhte, stieg der Exportwert von 46 172 auf 62 591 Pfund. Die gleiche Entwicklung zeigt sich beim Brom-Export. Die Ge- Samtwertsteigerung des Kali- und Brom-Exports zusammen betrug im ersten Halbjahr 1936 rund 40 0/0 gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres,

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