Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 85 (23.10.1936)
- Date
- 1936-10-23
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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fe! 'H!' ׳#§ ,!! 1 £ i || Seite 16 JÜDISCH!'RUNDSCHAU Nr. 85. 23.X. 1963 neben B>r. R 3 h a 11 als Vizepräsidenten das gesamte alte Pi;tsniuun v,׳mlcn:e'.\ ahlt wurde, wurden RegrüRun^stekgram me an die Zionistische Weltorganisation, an den Makkabi in L're/ Israel und :1״ tlie Chalu/im und ChahiziüUi des /Makkabi in Frcz Israel gesandt. Nach einer 5-hhibaiisprache von l>r. F r i e d en t h a 1 wurde drr Kreistag geschlossen. Man hat den Eindruck, dali er eine ganze Rcil'e’ von schwebenden Fragen geklärt, die einlieitliclie I in!c 1le־s Makkabi zum Ausdruck gebracht und den Vereinen, die sehr zahlreich vertreten waren, viele Anregungen gegeben hat. |U׳-.׳.u1 lers interessant lind vielversprechend war, daiä n!an tmjer den Delegierten neben bekannten aktiven Zionisten die bekanntesten Sportler des Makkabi sah. Das unterstrich besonders die Verwirklichung der oft besprocheneu Verbindung zwischen der geistigen und sportlichen Arbeit im Makkabi. —t.—n. Was bringt der Sonntag? Fußball in Berlin Sportplatz am S c 11;1 f e r s e e, Platz I: 0 Uhr: JSK. 111 - Hakoah IV: 10.4(1 Uhr: Hagibor 111 - liakcah VI; 12.20 Uhr: JSK. II Hakoah III. Platz II: 10 Uhr: Hagibor I. Jgd. - Hakoah lii. Jgcb; 11/30 lIhr: Hagibor H. Jgd — Hakoah 1. Jgd.; 1 Uhr: |SK. Igd. Hakuili 4. fgd,; 2.40 Uhr: JSK. I. Schul. --!lakbah 111. Schul.; j.zU Uhr: Hagibor H. Schul. — Hakoah IV. Schul. Auf dem Sportplatz am Schafcrsee stellen sich uni 3 Uhr zwei kombinierte Mannschaften vorn Bar Kochba-Hakoah und JSK. gegenüber. Jüdischer Sport aus aller Welt Jüdischer Student erzielt im Stabhochsprung 3,10 m! Wieder komm! mm!ISA. eine Nachricht von einem neuen Talent. I)er bisher g urzlieh u11!>ek,1n׳>te judi-che 1 iochschüler U 1!1 > c h n! :1 11 n -!■lialftc hei einem Stüilentcnmceting in New Yoik im Stahhoriisrniiig '),<>!> m. .Makkabimensterscliaflen im!L11ifah:׳en. Der polnische Makkabikrcis veranstaltete 111 ilit!11: ■■».־ Jahre in Lodz seine Meistevsch.a: teil im Radtainen, ehe eine sehr starke Heteiügurig aus aileii '! c.lni des [..;indes .1 uivelesen. Dem bis hörigen .Misste!׳ Kols l<1, i «111z, gelang es nach hnrtem Kampf, seinen I'itel e: i'<':;;rcicl1 zu veiteidieen. Die nächsten Plätze beieetee, Ihm , ar.ie/, Warschau, und Sciiwarz. l.mlz. Die Ma:1״sclr.1fts!i11 i-a r.-chaft geu ann nbcrraseheiiderweise der Bar Kociiha I udz mit Witt; 11 heig, Sciiwarz und Ehrenreicli. Judith Deutsch, die ITialuige W.cHt jüdische Schwimmmeisten!!, hat zwei I 1 tuschve unmrcknrdc gebrochen, bei einem von der Hakoah atran-gii rtui Meeting legte sic 400 111 Crawl in 1:31,3 V1:n. zurück und unterbot dm bwiicrigen österreichischen Rekord um 7 Sekunden• Berner unterbot sie ihren eigenen Rekord über 3011 tu. Schwimmsport in Palästina. ,Maceabi Haifa schwamm neuen Rekord 4 mal 20dm Kraul in der Aufstellung: Arzi, M. Beigenhau 11t, Tmsdleinet und Y'agu; Zeit; 10:31,0 Min. Tinschemct verbesserte seinen Rekord über '200 111 Kraul auf 2:31,0 Mm. .Maceabi Haifa schlug die Wasserball-Mannschaft des englischen Schlachtschiffes ״Valiant“ 6:2. Aufstellung des Maceabi Haifa: Tor: it/äiak Digger; Verteidiger: l.azam, Bin;!; Mitte: Erzi; Sturm: Maggi, N'achman Bigger, Feigenbäum. Eröffnung des Blau-VVeiß-Platzes in Hamburg. Am Kornmeiulcn Sonntag eröffnet der Blau-Weilt Hamburg seinen ncuerhauten Sportplatz. Spiele in fast allen Sportarten, an denen ander den Hamburger Vereinen vor allem der Bar Kochba-Hakoah Benin mit mehrerer, Mannschaften beteiligt ist, bilden neben einigen leichtathletischen Wettbewerben das sportliche Programm. Die neiioegriindete Männer-Abteilung Ch.irloUenbutg des JTSC. Bar Kochba-Hakoah, die jeden Montag von 20 bis 22 Uhr 111 dtr Hiedit:etistr. 13 (nicht 20) turnt, erfreut sich 1 uteregen Zuspruchs und bestätigt die Notwendigkeit, 110111 eine .Mariner- 1 urnnbtulung in dieser (.legend gegründet zu haben. Neuaufnahmen werden auf dem Tliriiboilen selbst oder!m Büro des Bar Kochba-Hakoah, Mcmekeslr. 10 (J! i! 11b!) entgcgeugeiiommeu. »niEtwtiw m w«——■iw■■■'ll|l■———i Briefe an die Redaktion Herei und Adiad Ilaam Berlin» den 21. Oktober 1936 ReuDknuii der ,.lud. Kumlxhau“ Üe!r Kdiib. i)r. A. Sulde-inger ist völlig im Recht. wenn «er in Mdtncr /.H-uiu Ui v״m 12. t •klubti >1( h ״f|;t11׳ duwendet. d»ii Adutd ILiam lui das von ihm angestrt l׳־r ..<»1 is! im; /(/iii'tiiii" iu!,;ili-aina niebt. die judmhe Majuri'iJt ״ufoulett h!he. 111 irn inum Aul- 6-V.z .du׳l:-ul1-ar.1ij:.-elK־r Au•»״ *;IfieliV־‘ INr. B0-Bl der ״J. KZ) 11 ,he ich;111er von dem ..״cLB-!;ui /,uiilujin" und im /u-.ani- 11k1!!i.11i״c d.umt von der }־ordonnPjT lurli einer jüdischen Majüiitüt nur iu Hcziohuuj» aut die vorher von!mr erwähnte Alt kclmhe Aeiiad Haams ,.I >ie Wahrheit. all י Fal.ist mu“ £<־. sproehen. Leider mulUe ihi!>i״e RaummangcL ein Zitat aus ihc- 5cm Auldz Achad I laams wegfallen. IR lautete (׳.'״kürzt); ״l.)ie wah.e Antwort ist mithin: sow o 111 nach Amci tka als auch nach Fala-ima. J)1e ökonom i s e he Seite der Jmlenlra״* imill ihre Antwort in Amerika suchen; du* ideale Suite dap‘״cn, da יי Bcdü1inis. durch An- >ied:ut!|׳ eine:' frohen Masse un* M־u r Rnidur auf der (ru1!1dl,1״e der Hodenkuliur ein Rstcs /ent»um zu .-«־hallen ... dieses Be־ dii b;i> kann, wenn liheihaupt, nur iu 1'al.i-tina :-t ine Kriullung eiiuühn.'* Ich habe in meinem Aiil-atz In־ •ondei os ('»ewielit daraut öoqe, zu zeigen, wie ver- 1 at;;1 סן i' \ <) 11 die Be folg u 11״ dieser ,,ro;d| a >lit ׳‘יו') ton“ Änderung <ler I.t'lire v»>1!1 ..|4ui'!!^en Zionisnmd' in dun Na׳׳hkrie״.sj;tl11a־n ״uwu-en i-t. Ich behatnüe n «tiirlieh niulif. daß die 270 000 Jitden, die 1921-1921 nach Arner:ka mi-״evvandert ־•ind, statt nach Pahiifina zu gelten, die■‘ in!Di׳dgun״ von Banalen Aehad Ilaains aeUtn halxm. Der Kiiliker Achat! Ilaaru hat, wie in vielen anderen Funkten, mich mit dioser seiner D1:\״no-,0 von best imim ndon 1׳'! i<hk 1 .i Men in den jiitlwrhen Finzel men sohen recht huhaltfii. M an mi>״e aber diese fdkenntnis nicht als eine t i o n i .st i s e h e aus:;e!)1m. w:e das seit MerzF Tmle leider vieltaoh und h.mh״ in .יל e Ir r oftizieik׳r J'orin atjelt mit den anderen Lehren Aeh'rl Üearns innerhalh der ( •1 ״anisat ion des politRrhen Zi1!'׳is!m1.s ^esehelien;st. ln meinen im Vorjahre in die- M־r Zeinin״ ersel1'e!!on.;1 Auf- .-atz über Thoodo!' Fei/1;d- Denker habe ich den .Vidiw׳ izu uh! 1n״en ydi -m hi. da h die aR ,,Wunde!,1״auhe", ..Marchen", ..mr'd'msehe Tiaumc" iitv. verspotteten. a!-0 angele lieh voll'i^ ,.irr e a 1 e n‘* Lrkerintni-.sc Merls als die einzig realen Und .seine i)ia״uur-e ®]s die letzten!־Indes allein rieh« i!״c erwiesen haben. Bis iieutc 11,die ich auf meine damalige /\uü׳M den;!!״ keine An hvv;1 { or- Balten, daß die Vertreter der kn ItUfzmn!'-( i-chen R ichtun״ die I.rhu-n Aehad 1 Lun!, rnii <b־r En'wi! kiiiii״ der letzten Jahre kor!! tont irren mochten. Finr l;es>'׳ndue Ironie bedeut ul (u. d,!i'» -itdi in (hm ohi^en /.,tat A! I1.nl llaams aus ..Die W^ahrlndt aus i'eliisiina•’ dieser als der An- \u!lt der verständlichen bkunanti^hen Intcrrsen der Kinzeinrn 1<1«|׳.(sentiert, während er in seinen Schiiften nirht müde vMi'dc. |»ctade llctri einseitige Letücksiuhh^unk׳ des okonumisdieu WohlhoimdettÄ der einzeinem jüdi.s(־hen Men.vchen (der ..Juden 11 e i t") vorzuwulcu, .stau in erster Linie das Schicksal de* ״Judentums'■ im Auge zu haben. Line andere Frage ist cs, ob Achad Haams Leine vom ,.geh fctigen Zentrum“ sieh aucli ohne die Forderung nach jüdischer Majorität sehr gut vertreten liebe, w ie die! tatsä!!!lieh von mehreren Schülern Achad Ilamns geschehen ist. Mir selbst ist es Bisher nicht verständlich, iaw!e- U׳n die Losung der Juden- I u in s tiajjc im Sinne Adutd 1 hranis nicht er folgen konnte, wenn da.s jüdi •■-110 Volk in Fa- Ui-? Ina nur in einer (wenn au׳ h eihehlichcm) Muxu itar lehr. V’011 arabischer Sein, ist tihri- «;(יחי schon aU'״e-pro, hen wartlun. dah gegen ein bUibcs g *־ i- 5 1 i 3 י! י׳ Zen! um der Juden in Pa iüs, jna keine Fmwciiduninm c«1j oben werden, .sondern nur gegen die p <> 1 i tische n A - ן> i r a t i o n e n <!er Juden;uii Palästina. leli h:dte nFo das wuitvedireitcto Mihvti .-tändtus, ״ogeri da s I >r. Seide-i n״cr wieder ankäinpi!. jcdenlidU fiir JiieFt ganz unberechtigt. condein nt. K. mit der Ivonr.t p-!חסי Aehad llnams nn sieh vereinbar. Fs lit-gt in »1 auch fern, einem so he! voi ragend-m Kenner Aehad Ilaam-, wie e- Dr. Sehle-iin^cr i>t. ,,Aeliad- 1 laam-Fhilologie■‘ votzuw זס len, wie die-1 mir g(‘geniihor im ]‘alle von Ilerzl ״erhöhen i-t. B'h teile vielmehr tr׳Uz der o!xm erwäitnton Bedenken, .-einen Standpttnki, dalj es unz!tlii-־d^ ist, .'-ich auf Aehad Ilaam nL Zetif»on f» e ״ e n tlie Forderung der jü'lj-ehtm Nfajoiihi! zu berufen. Doch muh ich darauf himveh srit. dal-'1 die.os M iß vu! -t iindnis Aehatl I laanm auch 11111 ׳t im h uiitier nle-ten mit den hin 1 -tidlunpeil Und Mihdeutungen der Dedo.ikengiingi• 1 ie! zi> verplu hen wurden kann. v. ie sie im :S! ׳■<;i 11- «Kr Parteieji und Riehtuupm im Zi011i''1nns seit Jahren zur ta״- lu hen St hculemünze govvoidun sind, ich habe die*' in dein oben erwähnten [Tcrzl-Aufsatz an siuhthiircr Studie als ,.konvuntio־ rnllc Lü״en des Knltmzionis• inu-‘‘ hu zeit Imet. tT:;d ich muh 1a tu.׳; ding- .-;a״(,m. dal.'׳ jtniM'i'.s alle! ״pl1ilokj״i-chuh“ An-deutimpt ח und Inte!pn■■t..ti■ -r.en \on 1le;d- und vn!1 Aehad Maaios Seliiiilun eine eudliuli etfo!^ nde Klamng und autoiiiative h'e-tsie Ihm״ de! pumdsä'didi voneinander vrr-ehiodem u Stumi-!*tinkte inne halb de״- /Junktims heute uimhvei-bar eine he• b e 11 ־-frage geworden i-t. Ver. ah.-aumen wir wiederum, wie in dun letzten fünfzeim Jaluvii. in luiicn die ziunktbehc U1״ani-a* Bon zu einem!)lohen Leidsamiidungs- und Koämi>at.iuns-;!׳)parat ohne jeden tieferen gednukijehen lulailt heiabgcdrückt ^ufde, unseren geistigen Stand• nrt selbst zu erkennen, ihn zu ln ״!!inden und zu formulieren, d.!!m wi!d diese Entscheidung «•hon von andmm 1 nst.mzen getioihm werden, nämlieh im Zu- .s,i!n1n« nhnng mit der Frage des zionistischen Fudzades von F.ng- 1 .:nd und dem arabi-w,hen Volke• Kuhu,. u nd poliiiM'he Zionisten. Anhänger Arhad Haams und Heizb müssen leider in dem einen Funkte übereinstim* nieii. da6 der Weg der Zioin.siisehcn Organisation seit Kriegsende «Bes andere War als ein ״Weg des Leistes‘*. J h׳ehnri)t!1ng:,voll Dr. Siegnuind Kascnelsop Bonn, den 21. Oktober Reduktion der ״Jüd. KumKthau“ In Nr. 84 der ,Jüd. Rundschau“ macht Dr. Sehl, singer .Auöiuhtungen über Aclnd Ilantn. die allein .schon durch ihre Warme und innere Anl. ilmdciie wohltu nd wiiken. Inmu'ihin .«ehr int mir, als ob die Ilarnmni'ie ung zwischen Ilerzl und Aehad Ilaam, die er vur-miit, gerade dem Kernstück der Leine Aehad IJaanis nicht gerecht wird. Es ist richtig, daß auch Achad Ilaam sieh für eine Majoutät der Juden in Palästina gelegentlich a«*ge* 5prorhcn hat. Aber darin lieg! nicht der Schwerpunkt seines Systems. Interagiert hat Um vor allem das Verhältnis zwisrlicn Meli heit und Minderheit innerhalb des Judentums. Dnd da freilich läßt pich du eiicio 1 iciiaujH<•n, daß so״ar er srllx! dem 111H1 M-incn Elcen in Pub-Bna zu konzenn iurrnden Judentum eine — <j׳utviu- Bv gerne - wn — niüglidist. kleine, ,.geradezu winzige“ Au-- delmung zugeatehen wollte. Im 1. Band von ״Al pura״'h;ü derudiim“ lu־־ißt es wörtlich (S. 24 der liebt־. Au-gabc): .,Dle.-e Dnterscheidting fzwiselien livlb vi Imim und Liemeinsadiaft) hätte meinen Kritiker davor bewahrt, mit einer weiteren, geradezu zum Lachen zwingenden Behaujuung hervorzu treten; daß nämlich von der ganzen Menge der Juden nur ein Prozent ins Land kommen könne und 99 Dozent hier bleiben müßten. Denn er hätte sich dann von selher gesagt, daß wir gerade dieses eine Prozent suchen und in ihm die Antwort auf die Krage der Erhaltung der Gesamt heit erldicken, und nicht in jenen 99 Prozent ״Masse“, einer Masse von Individuen, die liier bleiben werden. Der Umfang des Kreises enthält in sich eine unendliche Masse von Funkten: al>er nur der eine Punkt in der Mitte ist die Seele, die alles belebt“. Man kann gewiß bei einem Autor, der ein ge$ h!cH.״-e11rs ,,Sv.-neia“‘ nirht Jnn!1־rl.1Y־:uu hat. mit 7A■ taten alles beweisen. Dennoch scheint es mir zweifellos, daß der O.■danke der ,.Minderheit“ in die־rm recht verstandenen Sinne ein wo-umt lieber und rharnktrrbBwhrr gerade für Achad Jlaam gewesen ist. Rabbiner Dr. Se Hg sohn *** Mit diesen beiden Zuschriften müssen wir /!!nächst die Diskussion über diesen Punkt schließen, in dem Bewußtsem, daß die (leider noch immer häufig unverstandenen) Gedanken Achad Ifaams, der unserer Generation, den jüdisclicn Rückkehrern und vor allem den Juden Palästinas noch viel /!! sagen hat, noch häufig aitgcrufen und erörtert werden werden.' (Red.) ANTWORTEN DER REDAKTION Hermann Markus, Dresden. Das Problem der Einhaltung des Religionsgcsctzcs im Zusammenhang mit den Institutionen des Iicclinliu ist bereits häufig erörtert worden. Es gibt auch KongrcfibeschUissc hierüber, mul wir stimmen Urnen zu, wenn Sie verlangen, ,,daß die C.haluzim ihr Tun mul Lassen so einriebten, daß nicht Gewissenskonflikte hinsichtlich ihrer Unterstützung bei den religiösen Juden entstehen“. Auf der anderen Seite müssen Sic berücksichtigen, daß der Prozeß der Rückkehr zum Judentum bei manchen bereits recht entfernten jüdischen Schichten ein allmählicher ist und durch Zwangsmaßnahmen nicht gefördert werden kann. י י' '•זי*/־, ’iZwr.Vm'm Au* orisiurte LYlierset/.uiig %u!1 G r e t o Fischer 16. FortM,t>ung Nachdruck wbotao Der Verdrießt, der über Siimhe hinr!, verdichtet« sich, nl* die Ycrsü hf1-111H:s׳:esel];!c')aft in Mololew, die die Versic!lei-uni; iür den Stall au.s/u/.ahlen halte, anfing, die Leute im Millioiüirshrtus aus/.ufragen. Es stellte sich heraus, daß Sinn he gedroht hatte, wütend, weil ihm die Kuh des Millioniii» emgiiiigen war -- die Kuh würde nicht leben bleiben. Und Simche hatte einen schlechten Huf. Die Iteamten in Mohilew nahmen das zur Kenntnis und schickten Gerkhtsdiener nach Schklow, Simche Ttiren zu verhalt«n. י Nun saßen sie also beide fest und warteten auf den Prozeß. Und es hieß, daß!*andre, der sein Leben eingesetzt hatte, um die Kuli aus dem Feuer zu retten, in größerer (״.•fahr war, nach Sibirien uerscliickt ZM werden, als Simche Tureru, der Iirandsl iltei! * Und zu allen diesen Sorgen bekam Sender auch noch einen Brief ion Pandre aus dein Gefängnis. Der Brief war iri einem verstümmelten Jiddisch-Russisch gesell rieben, von einem Mitgefangenen, denn!’andre konnte nicht russisch schreiben. Und Lei Sender konnte keiner russisch lesen. So ging Sender mit klopfendem Herzen zum neuen Millionär — sein Sohn, der in die Stadtschule ging, -sollte so gut sein und ihm den Brief vorlesen. Sender saß in der Küche des Millionärs wie ein Bettler und nahm jedes Wort hin wie ein armer Mann einen abgeriehenen Kreuzer,!’andre wehklagte um des Rabbi Tod. Sein Rabbi, der ihn vom Militär crTüet hatte, durch dessen Kraft er vom Schlachthaus losgekominen war — den «r auf den Armen ins Spital getragen kette! Nun war er verloren. Welcher Adcokat würde ihm helfen? Er würde nicht frei kommen! Die Worte waren schwer wie alte Groschen aus Katfiarir.as Zeiten, und Sender fühlte ihre Last unterm Gürtel. Als er aufstand, um wegzugehen, den zerknüllten Brief in der Iland, fühlte er sein alte» Leiden. Was sollte jetzt "erden? Wenn ein großer, starker Kerl wie!'andre den Mut verlor, was konnte Sonder tun, ein armer, ulter, kranker Mann? Am liebsten liütte er sich ins Uett gelegt, mit einem heißen Umschlag und dem I’salmenbuch. Und je näher dio Verhandlung kam, desto weiter rückten die angesehenen Leute in der Stadt von Sender ob. Ihre Lippen wurden stumm und ihre Augen verlegen. Sender fühlte und sah es. Jeder fürchtete für sich .selber. Keiner wollte beim äiadthauptmnnn schlecht angesehen sein. Also fiel die ganze Last der Verantwortung auf Sender, und sie drückte ihm don Hals au. Er ließ die Zügel aus den Händen. Lr konnte seinem Geschäft nicht mehr nachgehen, und Armut kroch ins Haus. Nun schaute er sich nach einem Käufer für seine Stute Djirka um und konnte keinen finden. Es war noch lange bis zur Sommermesse, wo Käufer aus anderen Orten nach Schklow kamen. Inzwischen riet ihm Kuschke Brand, sein Konkurrent, seine Pferde gegen halben Anteil an andere Fuhrleute zu verborgen. Seit Sender Fuhrmann war, hatte er 80 etwas noch nicht getan. Ein guter Fuhrmann kennt seine Pferde, und er weiß mich, wie fremde Hände an den Zügeln reißen, und wie fremde Peitschen schlagen. Alter Armut ist ein harter Lehrer. Schließlich vermietete er da und dort mul Sclunanvo/., mal Djirka. Aber nur an die ältesten und erfahrensten Fuhrleute. Aeltere Fuhrleute übertrumpfen eineinder nicht mit wildem Vorfahren und knallendem Galopp. Die schonen eine lebendige Sache. Nur Sc׳Innendrik vertraute er keinem an. Den hielt er wie ein eigen Kind. Lieber wollte er ihn Ileu fressen lassen, ohne daß er etwas dafür zu tun brauchte, als ihn in fremdem Gespann gehen z.u lassen. Aber einmal wurde Kuschke Brand dringlich. Er stand an Senders Krankenlager und bat ihn, ihm Schmendrik z.u borgen. Gerade Schmendrik. — Er paßte so gut zu seiner jungen Stute. Sie halten die gleiche Farbe; und er halle für morgen ganz früh eine Fuhre zu einer Hochzeit nach Kupiol, auf dem Zlobincr Weg, etwa dreißig Meilen hin und dreißig Meilen zurück. Er mochte nicht ein schwarzes und ein weißes Pferd zusammenspannen, oder ein braunes und ein geschecktes, eine junge Stute und einen schweren Hengst. Er würde sieh die ganze Fuhre verderben. Kuschke sagte, er würde zehn Silberrubel für die Fuhre bekommen und noch ein gutes Trinkgeld. Er bot Sender gerechte Teilung, sogar das halbe Trinkgeld, und den Hafer wollte er selber stellen. Sender hörte ihm zu, schaute dabei die ganze Zeit in sein Psahnenbvuh, und dann schob er die Drille auf die Stirn und starrte Kuschke lange an, seine sehlauen Augen und sein grobes Gesicht, die roten Backen, den kleinen saffrungelhen Bart — und dann sagte er still und fest: ״Schmendrik borg ich nicht her. Du kannst Schmarwoz haben, wenn du willst!“ Aber Kuschke Brand war nicht so leicht abzuschütleln, besonders wenn es um Geld ging. Er wußte, daß Sender fünf Rubel eben jetzt nicht hinauswerfen konnte. So kam er am Abend wieder. ״Seid nicht eigensinnig, Sender! Laßt mich was verdienen! Man kriegt nicht alle Tage eine reiche Hochzeit»- kutsche! Und Ihr braucht nichts z.u tun! Keinen Finger brnnciit Ihr naß zu machen! Ich spanne Schmendrik selber vor Eurem Stall ein und spanne ihn hier wieder aus. Da, fragt Eure Frau, fragt Meri!“ ״Kusclike", sagte Sender mit einem ängstlichen Blick auf seine Frau, ״bind mir keinen Ilafersack unters Kinn, ich bin nicht dein Gaul!“ Aber Kuschke hatte richtig gerechnet. Sender» Frau mischte sich ein. ״Sender“, sagte sie, ״was denkst du dir! Meri ist vor dem Kindbett, und es ist keine Windel im Haus, kein Huhn für die Suppe, kein Löffel Eingemachtes! Was sollen die Gäule im Stall stehen und uns arm fressen, wenn du selber nichts mit ihnen anfangen kannst!“ Sie siegte. Sie, nicht Sender, verborgte Schmendrik. Aber als Kuschke am anderen Morgen kam, um Schmendrik vor sein neues Phaeton zu spannen, war Sender schon aus dein Iiaus gegangen und schleppte sich durch dis kahlen Krautgürten. Er ging unter großen Schmerzen, über sein Bruchband gekrümmt. Fremde hielten seinen Schwiegersohn im Gefängnis, di« Stütze seines Alters. Fremde lasen seine Briefe. Fremde schirrten sein Pferd ein — und er selber schleppte »ich in einem fremden Halfter und hatte Angst vor der Peitsch«! SECHZEHNTES KAPITEL KNECHT BEI MEIER DF.M KNOTEN Aiu nächsten Morgen, als Kuschke Brand Schmendrik zurückbrachte, war Sender wieder nicht zu Haus«. Der Mob 1 lewer Anwalt hatte einen seiner jungen Leute geschickt und Sender zu sich bitten lassen. Er fragte ihn nach?andres früherem Leben und schrieb di« Antworten sorgfältig auf. Er fragte, ob Sender etwas davon wüßte, daß Pandre einmal die Gutsherrin gerettet hatte, als die Pferde vor ihrem Wagen scheu geworden waren. Sender fing an zu ' r ״ I I 1" '