Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 85 (23.10.1936)
- Date
- 1936-10-23
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 85. 23. X. 1936 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 3 Im Lande des Urwalds Drei jüdische Jungen aus Deutschland erzählen ihre Erlebnisse in Paraguay Pedro Jüan Caballero, Ende September 1936 Ankunft In Asuncion Am 6. Mai mittags kamen wir an unserem Ziel A s u n > eion, der Hauptstadt Paraguays, an. Am Hafen erwartete ein Abgesandter des Hilfsvereins die Ankommenden, führte uns auf sein Büro und notierte unsere Personalien. Das war die ganze Arbeit, die der dortige Hilfsverein für uns leistete; allerdings hatte der Sekretär noch für drei unserer Kämeraden ein Quartier besorgt, das diese aber schon nach zweitägigem Aufenthalt verliehen, weil es total verwanzt war. Nachdem wir mit Hilfe eines länger ansässigen Bekannten ein Zimmer gefunden hatten, erledigten wir die Zoll- und Meldeformalitäten, und waren nun bereit, das Leben in unserer neuen Heimat anzufangen. Asuncion ist eine Stadt mit gut 100 ODO Einwohnern. Die Straßen laufen rechtwinklich zueinander, die Hauptstraße ״Las Palmas“ ist di« einzige asphaltierte Hauptgeschäftsstraße. Die übrigen Straßen besitzen eiti so schlechtes Kopf- Steinpflaster, daß die Autos nur auf den Straßenhahnschienen fahren können. Die Häuser machen ebenfalls einen sehr vernachlässigten Eindruck, was wohl hauptsächlich den Nach- Wirkungen des Krieges mit Bolivien zu zuschreiben ist, der durch seine vierjährige Dauer das Land stark verarmen ließ. Es gibt überall Elektrizität, doch ist keine Kanalisation vorhandelt; in dieser Hinsicht hat die Stadt einen mehr dörflichen Charakter. Der Mensclientyp stellt eine Verbindung zwischen Türkische Indios und Spaniern dar, der dementsprechend auch romanische Wescnsmerktnale aufweist. Die Leute sind sehr gutmütig, höflich und bis zu gewissen Grenzen hilfsbereit; erregt allerdings irgend jemand ihren Haß, so steckt das Messer lose im Gürtel. Das Straffenbild ist beherrscht von. vielen Soldaten und Kriegsinvaiiden, denen meist ein Bein amputiert ist. Nach Erzählung der Soldaten hat dies seinen Grund in der Besonderheit der Kriegsführung im Chaco: Hauptwaffe war das Buschniesscr und nicht Gewehr oder Pistole. Wie stark der Nationalstolz ist, zeigte sich uns ganz besonders, als wir dem begeisterten Empfang frcigelassencr Paraguayischer Kriegsgefangener beiwohnten. Unter den Frauen —• diese bilden das Gros der Bevölkerung, gleichfalls eine Folge des Krieges — fielen uns die Marktweiber auf, die, dicke Zigarren rauchend, neben ihren Mandarinen oder Apfelsinen am Boden hocken oder auf ihren Eseln durch die Stadt reiten. Die ärmere Bevölkerung geht barfuß, Kinder werden schon früh zum Erwerb lierangezogcn, sie arbeiten in den Fabriken für ein Spottgcld und verkaufen Zeitungen; auch der kleine Sclnihputzerjunge gehört mit zum Straßenbild. Bei allen Arbeiten sind die Leute so anspruchslos, daß ein Europäer nicht mit ilinen konkurrieren kann. In ganz geringein Umfange sind Arbeitsmöglichkeiten hauptsächlich für fe 1 e r n t c Hand w e rker vorhanden. Wohlgemerkt, nur ie Möglichkeit der Arbeit ist da, jedoch verdient man in abhängiger Stellung kaum so viel, wie man zum Essen, Trinken und Wohnen nötig hat, und das bei bescheidensten Ansprüchen; an eine Scliuhbcsohlung oder gar an eine Neuanschaffung ist kaum zu denken. Erwerbsmöglichkelten Wer nach Paraguay mit Barmitteln von mindestens 5000 RM. einwandert, kann sich, nachdem er sich ein paar Monate mit Land, Leuten und Sprache vertraut gemacht hat und nicht auf scheinbar zu 100 "0 sichere Projekte hereingefallen ist, eine bescheidene Existenz gründen. Als Detaillist kann er sich einen Almachen (Lebensmittelgeschäft) oder ein sonstiges Ladengeschäft kaufen. Falls ein Fabrikbetrieb in Frage kommt, ist es unbedingt notwendig, Maschinen mitzubringen und so billig zu fabrizieren, daß die japanische Konkurrenz ausgchaltcn wird. Bei allen diesen Unternehnuingen haben nur kleinere Betriebe Aussicht auf Bestehen, da man nur auf Absatz im Lande selbst rechnen darf, dessen 1 (MW 000 Einwohner zählende Bevölkerung keine großen Ansprüche stellt. In den letzten Wochen sprach man von einer eventuellcn Drosselung der Neuerrichtung von Betrieben durch Ausländer; es bleibt alizuwarten, ob und welche Maßnahmen gesetzlich getroffen werden. An sich hatten wir die Absicht, aufs Land zu gehen und zu siedeln. Aber liier stellten sich «norme Hindernisse in den Weg. Erstens reichten die paar hundert Mark, die jeder von uns aus Deutschland transferieren konnte, bei weitem nicht aus, um ein kleines Stücken Land, rentabel durch die Nähe der Stadt, zu laufen, geschweige denn darauf eine Hütte zu bauen und sich die zum Lehen notwendigsten Bedarfsartikel an/uschaffeu und ein halbes Jahr bis zur ersten Ernte zu leben. Hat man wirklich diese Zeit überstanden, so kommt es darauf an, ob man sich an die äußerst primitive Lebenshaltung der Eingeborenen gewöhnt hat. Nur dann wird ein Betrieb denkbar sein, der das Lebensnotwendigste abwirft. Die Paraguavcr sind zufrieden, wenn sie nur ein Dach über dem Kopf haben in Gestalt einer rohgezimmerten Hütte (Rancho), die für unsere Begriffe einen völlig ungenügenden Schutz gegen Regen und Wind bietet. Das Essen, nur zweimal am Tage, besteht ohne jede Abwechslung aus Fleisch, Manjok, Bohnen oder Reis. Volksgetränk ist der hier gewonnene Mate, der als Tee aus einem Becher mit einem Röhrchen aus Silber gesogen wird. Jedem Gast bietet mau diesen an, der dann mit demselben Röhrchen die Runde macht. Irgendwelche sonstigen Ansprüche darf man nicht stellen. Wenn jedoch mit genügend Kapitalien ein Großbetrieb errichtet oder übernommen werden kann, der zur Voraussetzung die Nähe von Eisenbahn oder Wasserweg hat, ist dieser lohnend. Es ist dabei gleichgültig, ob es sich um eine Hühnerfarm, Vieh- und Milchwirtschaft, den Anbau von Zuckerrohr, Tabak, Baumwolle oder Yerba-Mate handelt. Zu beachten ist, daß die hiesigen Kühe im Durchschnitt nur 3 Liter Milch pro Tag gehen, was darauf zurückzuführen ist, daß das Vieh nicht in Ställen untergehracht werden kann, sondern jahraus, jahrein sich auf weiten Kamps sein Futter selber suchen muß. Die Regierung stellt jungen Einwanderern Land zur Verfügung, das nach zehn Jahren ihr Eigentum werden kann, falls das ganze Gebiet nach einem Jahr eingezäunt, ein vorgeschriebener Teil gerodet und bepflanzt ist und ein Rancho darauf errichtet ist. Abgesehen von den Unkosten, die Roden, Bebauen und Bepflanzen verursachen, ist für einen Europäer das Lehen unerträglich, falls er solches Freiland im Chaco angewiesen bekommt, Moskitos, die in den Sumpfgebieten gleichzeitig Malariaträg־er sind, quälen ihn Tag und Nacht. Unter den anderen massenhaft auftret enden Insekten und Ungeziefer erwähnen wir noch besonders eine Art von Engerlingett, die ihre Eier an die unzugänglichsten Stellen des Körpers legen. Aus diesen Eiern entschlüpfen nach wochenlangem Jucken kleine Würmer, die man herauszichcn muß und die eine erbsengroße Wunde!unterlassen. Quer durchs Land Die Bemühungen verschiedener länger in Asuncion ansässiger Familien, uns eine Arbeit zu verschaffen, die uns wenigstens unsere Lebenshaltungskosten einbriugen sollte, waren leider in den meist«! Fällen erfolglos geblieben. Wir faßten daher den Entschluß, nach Brasilien zu gehen. Nachdem wir uns verschiedene Papiere in Asuncion verschafft hatten, fuhren wir per Schiff nordwärts bis Coneepcion, einer kleineren Stadt Paraguays. Von dort nahm uns ein Camion (Lastauto) bis zur Grenze Pedro Juan Caballero mit. Diese Fahrt dauerte 2'3 Tage und war eine sehr große Strapaze für Mensch und Maschine. In Deutschland kann mau sich solch eine Fahrt kaum vorstellen. Man denkt vielleicht an einen Lieferwagen, in dem jeder geschützt auf Bänken sitzt. Wenn der Tag zur Neige geht, wird man vielleicht in einem Gasthaus übernachten und am nächsten Morgen geht die Fahrt auf guten Wegen weiter. Aber nein! Hier wird das Gepäck mit der Fracht zusammen zuerst aufgeladcn und dann können es sich die Passagiere hoch oben auf Kisten und Koffern ,,bequem“ machen. Dann geht die Fahrt los. Von unser liolien Warte hielten wir immer nach einem Weg Ausschau und mußten uns erst langsam daran gewöhnen, daß nur zwei ausgefahrene Wagenspuren diesen bildeten. Die Straße führte über Stock und Stein durch weite Schlaglöcher, durch Bäche, in denen der Wagen oft stecken bl ich, -so daß alles mit Hand anlegen mußte, um die Karre wieder in Schwung zu bringen, über Berge, die mitten im Urwald eine zirka -IU°(1ige Steigung aufwiesen und sich oft erst nach zehnmaligem Anlaufenlasscn des Motors erklimmen ließen. Jede Viertelstunde hielt der Wagen, weil das Wasser im Kubier verkocht war, das dann wieder aus mitgefiilirten Blechkanistern •erneuert wurde. Die ungeheure Beanspruchung des Wagens bewirkte natürlich mehrmals am Tage Reparaturen, die mitunter nur kurze Zeit, manchmal auch stundenlang dauerten. Wir hatten oben auf den Kisten auch nichts zu lachen. Oberstes Gesetz, war für uns: festlialten! Denn inan konnte leicht hertmtergeschlcudert werden oder auch herunterrutschen, da der Wagen mitunter minutenlang nach einer Seite hing. Eine Hand mußte immer frei bleiben, damit die sonst ins Gesicht schlagenden Zweige rechtzeitig abgewelirt werden konnten. Nachts wurde einfach irgendwo angehalten und jeder suchte sich in seine Decke cinhiillend ein Plätzchen und schlief. Der zweite Tag war besonders anstrengend, da wir von morgens 4 Uhr bis nachts!)•2 Uhr unterwegs waren. Die Nahrung während dieser Zeit bildeten Büchsen fleisch und Gallefas, das sind kleine hartgebackene Brötchen. Am nächsten Tage, um 9 Uhr abends, erreichten wir unser vorläufiges Ziel. Im ersten Hotel des Dorfes schlugen wir unser Quartier auf. Da in der ersten Nacht nicht genügend Betten freigemacht werden konnten, versuchten zwei von uns, auf den Ueherrestcn eines ehemaligen Schanktisches zu schlafen. Am anderen Morgen konnten wir uns den abends nur durch eine Petroleumlampe erleuchteten Raum ansehen, Ein großer, hoher Raum, von dessen Wänden der Kalk abgebröckelt war und Spinnweben herutiterhiiigen, Ausgestattet war dieses Zimmer mit einem gebrechlichen Tisch und ebensolchen Stühlen. Der Boden wurde jede Woche einmal gekehrt, unsere Betten wurden am Tage abgeschlagen, weil unser Sehlafraum am Tage als allgemeiner Eß- und Aufenthaltsraum diente. Das Essen war verhältnismäßig gut und reichlich, aber auf den nochmaligen Kostwcchscl reagierten naturgemäß unsere Körper negativ. Arbeit in der Hühnerzucht Der Unterschied zwischen dem reicheren Brasilien und Paraguay zeigte sich schon durch die Beleuchtung der beiden Grenzorte. Ponta Pora auf brasilianischer Seite hat elekfrisches Licht, Pedro Juan Caballero in Paraguay muß Petroicumbeleuchümg verwenden, dahei sind beide Ort'c nur durch eine Straße getrennt. Da der Kriegszustand in Brasilien die Einwanderung auch aus Nachbarländern ausschließt, erhielten wir unsere, zur Visierung eingereichten Papiere ohne Einwanderirngsgenchniigung zurück, was natiirlieh alle unsere Pläne über den Haufen warf. Ein großes Fragezeichen stand nun vor unsere Zukunft.' Nach Asuncion Die Jahreskonferenz der Hadassali Gouverneur von Pemssylvanien über Judennot und Zionismus New York, 19. Oktober. (JTA.) Am Sonntag abend wurde in Philadelphia in Anwesenheit von über 2000 Delegierten aus 43 Staaten die 32. Jahrcskonfcrcnz der Zionistischen Frauenorganisatioa Amerikas, H ad » ss a h, eröffnet. Die Vorsitzende der Fladassah, Mrs. Edward Jacobs, betonte in ihrer Begrüßungsansprache den historischen An- Spruch des jüdischen Volkes auf Palästina. Der Gouverneur des Staates Pennsylvaiiieti, George H. Earle, hielt eine Rede, die durch den amerikanischen Rundfunk übertragen wurde. Er erklärte, es sei zu verstehen, daß angesichts der tragischen Not vieler Juden, die er seihst beobachten konnte, der Zionismus von aufgeklärten .Menschen in der ganzen Welt gefördert wird. 111 einer Zeit, da den Juden vielfach das Recht auf Leben, Freiheit und Streben nach Glück bestritten werde, sei es der Zionismus, der die Hoffnung auf eine Freistatt eröffne. Der Gouverneur forderte Wachsamkeit zur Verhütung von Rassenkampf in den Vereinigten Staaten uni sprach zum Schluß seine tiefe Anerkennung für die Leistungen der Hadassah aus. Von zahlreichen Persönlichkeiten und Körperschaften waren Begrüßungsschreiben und Telegramme an die Tagung gesandt worden, darunter von der Gründerin der Hadassah. Miß Henrictta S z o 1 d, von dem High Omniissioner für Palästina, Sir Arthur Wau c ii o p e, von dem Präsidenten der Jcvvish Agency und der Zionistischen Organisation, Dr. Chaim Wtizmamt, von dem früheren Völkerbundsoberkammissar für Auswandererfürsorge, James G. MacDonald, von dem Gouverneur des Staates New York, Colonel Herbert H. Lehman, vor! dem Präsidenten der Hcbräischen Universität Jerusalem, Dr. Judah L. Magi! es, vom Präsidenten des Jüdischen Nationalfonds. M. M. Ussischkin, und von dem Vorsitzenden des Waad I.eumi, Jizchak Ben Zwi. Die Konferenz erhielt vom Präsidenten Roosevelt ein Begriißungstelegramm, in dem der Präsident erklärt, die Hadassah sei in gesunder und wirksamer Weise an die Lösung ihrer Probleme heraugetretea, indem sie auf Oesundheits- Sattheit »Du wirst essen und ersahen z Wahret eudi: leicht möchte betört werden euer Herz . , .' (5. B. M. 11,15 f.J. Er sprach zu Ihnen: Gebt acht, dab Ihr euch nicht empört gegen den Heiligen« gesegnet sei er. Denn einzig aus Sattheit empört sich der Mensch gegen den Heiligen, gesegnet sei er, wie gesagt ist: »Sonst möchte / wie du issest und ersattest 0 und gute Häuser haust und besitzest z und deine Rinder und deine Schafe sich mehren / und Silber und Gold sich dir mehrt z und alles was dein ist sidi mehrt / hochmölig werden dein Herz z und vergessen möchtest du IHN deinen Gott“ (5. B. M. 8,12 l). Sifre Deuteronomium zu 11,16־ Uebers. v, N. N. G/<!iztr zurück wäre kein Zurück gewesen. I)a sich keine Stellen für uns in dem kleinen Orte fanden, zogen wir in das Bauernhaus einer deutschen Familie in der Nähe des Dorfes, wo wir uns zunächst bemühten, durch Fabrikation von Wurst unseren liier äußerst bißigen I cbensunterhalt zu bestreiten. Diese Sache klappte aber nicht, weil durch die primitive Lebensweise der l inwohner der Absatz zu gering war. Nun trat der Gedanke auf, daß vielleicht die Errichtung einer Hühnerfarm einen besseren 1 '!-folg bringen könnte. Doch um jeden Ifehlschlag zu vermeiden, warteten wir noch kurze Zeit mit der Ausführung unseres Planes, um uns mit den hiesigen Veihältnissen noch iiwhr vertraut zu machen. Die paraguavische Bevölkerung dieser Grenze lebt nur von der nahen Verbindung mit ISia-iiien, die du־ Landc.-er/eugnisse wie Yi'rha-Mate, Fluchte, Mai- und Manjok rmfka 11 ft. I.dientbehrlieli ist für den auf dem Imnl I.ebenden das Pferd. Die Paraguayer reiten darauf 111 ihrer malerischen Tracht, deren charakteristisches Merkmal ein 1״ >׳ler wollener Poncho (Ueberhang) ist. Im Gürtel fehlt nicht Pistole und Manclietta (langes Haumesser), die zu jo lein mir denkbaren Zweck verwandt wird. Auch wir hai)eu das Reiten gelernt und erledigen unsere Besorgungen zu Pferde, Die von den Eingeborenen am meisten gebrauchte Sora, he ist nicht, wie man amiehmen sollte, Spanisch, sondern < 1 11;1 r a n i, ein Abkömmling; der Ursprache der Indios. Das Verhältnis zwischen den Geschlechtem ist für unsere Begriffe reiht eigenartig. Ein Alaun kann ein Mädchen nur unter du! Augen ihrer Litern kennenlernen und erst nach der I leimt mit ihr allein sein. Irgendwelche sonstige vorherige Annäherung bewirkt, daß Vater oder Bruder der Frau den jungen Mann zur Ehe zwingen, gegebenenfalls mit vorgchaltmer Pistole. Das Klima ist hier im Verhältnis zu anderen Fandstrichen recht gut mul für die־ Landwirtschaft sehr günstig. In den Winternionaten Juni August gibt cs Tage, die an die Novcmberstürme der gemäßigteu Zone erinnern; während der kühlen, feuchten Nächte hüllt man sich fröstelnd in seine Decken. An Regentagen, die hier der Südwind bringt, bleibt jede Arbeit liegen und alles kauert sich um ein Feuer, das auf dem Steinboden der Ranchos entzündet wird. An den meisten Tagen des Jahres (ca. 300) scheint eine glühende Sonne, deren Begleiterscheinung riesige Moskitoschwärnie sind. Die vielen Deutschen, Schweizer und Oestcrreieher (hier alle unter dem Namen Alcnians) haben sich meist auf Regierimgsland niedergelassen, das ihren I.ebensunterhalt gerade abwirft. Auch unsere AVirtsleute haben solch ein Stück Fand (7 ha), worauf sie sich ein nettes Holzhaus sehr zweckmäßig errichtet haben, das die Behaglichkeit eines deutschen Bauernhauses aufweist. Etwas Einzigartiges hi Id et eine Wasserleitung aus Bainbiisroln en, die von einer 200 Meter entfernten Quelle ständig frisches und ausgezeichnetes Wasser hcrbcifnhrt. Ueherbaupt ist das Bambusrohr hier das Hauptbauniaterial, das wir auch zur f in/ mmmg unseres l liilmer- Stalles benutzt haben. Mit Rat und Tat beiten uns die beiden Wirtslcute, aiigefangcn beim A F--11:1:־ gen und Spalten des Bambus bis zur Einführung in die tieferen Geheimnisse der I!!ilmer/ucht. hn Zusammenhang mit d׳׳m Aunserer I liiluiorzuclit werden auch 11 ie lue-igen V i e ח ח r e; s e interessieren. Ein Huhn Lostet 2g. .Mill e!-, ehe!!-■o\ :ä 1 eia I >!1t/em! Pier, ein Pferd je nach Güte und Ra--e 100!00 Mihcis, eine Kuh mit Kalb 80 130 Milici-, 1 Liter Milch .Mdreis, I kg Fleisch 1 Milreis (i Mdreis I i II PlgO. liier an der Grenze wird hauptsächlich mit der l'risiüanbvhen Wahrung gerechnete Kurt Adler, Frust Herz, Horst W 0 1 f f schütz, insbesondere auf vorbeugende Medizin, besonderen Nachdruck legte. Pia-ident Roosevelt gibt seiner Zuversicht Ausdruck, (lall neue Ucdankcn -ich auf der Tagung als 11111ztich für die von der Hadassah geleistete schöne humanitäre Arbeit der Linderung menschlichen I cids erweisen werden. Eine Ansprache hielt auch die Gattin Felix M. War* bürg s. Sie sprach der!lnd:1--;111 dafür insbesondere Aneckennung aus, daß diese Organisation ihre hervorragenden Finrieh* tungen in Palästina jedermann ohne Unterschied der nationalen oder konfessionellen Zugehörigkeit zur Verfügung stellt. Auf der Tagung wurde für die Errichtung des in e d i - z i n i s c 11 e n Z e ח t r 11 in s a 11 f d e in S k o p 11 s - B e r g in Jerusalem ein Betrag von 7 3 0 1)0 Dollar gezeichnet. Damit hat die Gesamtsumme der für diesen Zweck aufgebrachten Mittel «lie Höhe von 5 30 0 9 0 Dollar erreicht. Die Jahreskonferen/. . hat eine Entschließung gcfaßt, in der die Errichtung des medizinischen Zentrums auf dem Skopus-Berg als Symbol einer jüdischen Gabe für Pakistina und alle seine Linwohner, Araber sowohl als Juden gekennzeichnet wird. 111 der Resolution wird weiter erklärt, daß die Hadassah sich verpflichtet, im Laufe eines Jahres 130 000 Dollar für die Vollendung lies medizinischen Zentruniä, das gleichzeitig als Universitätsklinik dienen soll, aufzubringen. Die Jahreskonferrnz bewilligte außerdem einen Betrag von 500C) Dollar, der Miß Szold fiir die Arbeit der Ju■ gendalijah mul insbesondere für die berufliche Eingliederung jüdischer jugendlicher in Palästina zur Verfügung gestellt werden soll. Weiter wurde beschlossen, eine Aktion einziileitrn, durch die die Pflanzung neuer Bäume an Stelle der während der Unruhen vernichteten 40 000 Bäume ermöglicht werden soll. Das Joint Distribution Committee hat einer! Bericht über die Fürsorgearbeit dieser Organisation zugunsten der Berufsumschuhing. Weiterbeförderung und Seßhaftma« ehting aus Deutschland ausgewandcrter Juden veröffentlicht, Für diese Zwecke wurden vom Joint Distribution Committee außerhalb Deutschlands im Jahre 1933 208 500 Dollar ausgegeben,