Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 84 (20.10.1936)
- Date
- 1936-10-20
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 84 20. X. 1936 jüdische rundschad Seite 5 Zionistische Tagungen Tagung des Hechaluz Vom 10. bis 13. Oktober fand in Leipzig eine sächzische Landestagung des Hechaluz statt, an der Gäste aus dem ganzen Reich und die neu in die Arbeit des Hechaluz eingetretenen Palästinenser teilnahmen. Die Tagung beschäftigte sich mit drei Problcmkreisen: 1. mit der Begründung des chaluzisclieii Zionismus; 2. mit Fragen des Palästina-Aufhaus und der Situation im Lande; 3. mit den praktischen Fragen der Arbeit des Hechaluz in Deutschland, Der erste Tag brachte eine Analyse der ökonomi* sehen und rechtlichen Situation der J u d e n in der Welt und eine Abgrenzung des chaluzisehen Zionismus gegenüber anderen l.östmgsversuchen der Judenfrage. Es wurde als feststehend erachtet, daß kollcklive Planung und Emigration notwendig sind. Die Emigration in die nicht-palästinensischen Länder wurde in ihrem sozialen Wert trotz ihrer wirtschaftlichen und politischen Unbeständigkeit anerkannt. Die Durchdringung jeder Emigration mit national-jüdischen Oedanken wurde als der alleinige Versuch einer Lösung betrachtet, um die Auswanderer in den nicht-palästinciisischeu Ländern vor der Assimilation zu bewahren. Dabei wurden die Schwierigkeiten des Eindringens in einen schon bestellenden Wirtschaftssektor, in welchem Stadium der Ent- Wicklung er auch immer sein mag, näher beleuchtet. Die Abgrenzung gegenüber dem T e r r i t o r i a I i s m 11 s, dem heute kaum eine praktische Bedeutung zukommt, geschah durch den Beweis, da fl eine jüdische Kolonisation ohne überragende national-jüdische und soziale Ideen notwendigerweise zum Scheitern verurteilt ist. Die Auseinandersetzung über die Fragen Palästinas wurde durch ein Referat von Abraham Tarschisch (Ejn Charod) über die Konzeption des Palästina-Aufhaus eröffnet. Tarschisch erörterte zunächst die wirtschaftlichen Möglich- Leiten Palästinas, die Funktionen von Landwirtschaft, Industrie und öffentlichen Arbeiten. Er wandte sich im Hauptteil seiner Ausführungen dem englisch-jikliseh-nrabischen Verhältnis zu. Dabei verwies er 11. a. auf die immer stärker werdende Bindung Englands an Palästina. Der Redner warnte aber eindringlich vor unbedingter Anlehnung an den Willen des britischen Imperiums aus konjunkturellen Gründen. Was die Beziehungen zu den Arabern betrifft, so müsse die Kooperation beider Völker in allen gemeinsamen Interessengebieten, die Anknüpfung von Beziehungen zu außerpaliistuiensischen Arabern, soweit irgendeine gemeinsame Intercssengrundlage gegeben ist, mit aller Intensität betrieben werden. Schließlieh erklärte der Redner, der chaluziscbe Teil Palästinas, die Arbeiterschaft des Landes, sei in ihrer Ergebenheit gegenüber den nationalen Aufgaben gestärkt aus den Unruhen hervorgegangen. Auf die Ausführungen von Tarschisch erfolgte eine lebhafte Aussprache, in der besonders Einzelvorschläge als Beitrüge zur Lösung des jüdisch-arabischen Problems näher behandelt wurden. Den Rechenschaftsbericht Tiber die Situation des Hechaluz ן in Rahmen des Judentums in Deutschland gab Georg J o s e p h 111 a 1. Er sprach zunächst über die Außenarbeit des Hechaluz. Die Mobilisierung chaluzischer Kräfte und nationalen und privaten Kapitals für den Palästina-Aufbau sind die leitenden Richtlinien für die Arbeit des Hechaluz. Josephthn! befaßte sich eingehend mit den Versuchen, der Kolonisation Palästinas größere Kapitalien ans Deutschland zuzuführen. Die Arbeit der Gesellschaft ,.N i r“ und die neuen Versuche zur Aufbringung einer größeren Kolonisationsanleihe wurden eingehend behandelt. Nach einer Schilderung der Bedcutung der J u g e n d a 1 i j a 11 für die Arbeit des Hechaluz und für den Aufbau des Landes wandte sich Josephthal der Stellung des Hechaluz im Rahmen der Zionistischen Organisation zu. Die gemeinsame zionistische Anschauung und die Zusammenarbeit in der Erziehung der jüdischen Jugend in Deutschland zum national-jüdischen Gedankengut dürfen nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dal) der Hechaluz sich eigene Erziehungsformen zur Bildung eines eigenen Menschentypns erhalten müsse. Die weit über den zionistischpolitischen Faktor hinausführende Erziehung des Hechaluz zur Formung harmonischer und aufrechter Arbeiter macht das Erziehungsziel des Hechaluz umfassender als das aller anderen 'zionistischen Organisationen. Die Erziehungsarbeit innerhalb des Hechaluz kann immer nur durch Chaltizim geschehen, durch Menschen, die ihr Leben selbst der Arbeit und dem Aufbau des Landes widmen. Josephthal warnte vor allzu intensivem Einbau in die Zionistische Organisation und Ueberfragung ihrer erzieherischen oder gar propagandistischen Richtlinien auf die Arbeit des Hechaluz. fn der inneren Arbeit des Hechaluz sei neben einer wachsenden Konsolidierung der Hachscliarah nach der Alijah der letzten zwei Monate, die 1176 Menschen des Hechaluz in Deutschland ins Land brachte, eine besondere Situation in den S n i f i in entstanden. Die Unruhen in Palästina und die vorherige Wirtschaftskrise hätten zwar den Zustrom zur Hachscharah um nichts verringert, wohl aber den Zustrom in die Snifim verändert Die Chawerim, die heute neu in die Snifim kommen, kämen jenseits aller konjunkturellen Erwägungen und stellen ein besonders wertvolles Element dar. Jedoch sei zahlenmäßig besonders in den kleinen Snifim ein Schrumpfungs- Prozeß zu beobachten, der die Erhaltung dieser Snifim schwiefig und teilweise unmöglich mache. Das Schwergewicht sei in den nächsten Monaten auf die gesellschaftliche und geistige Arbeit in den Snifim und auf die Erfassung neuer Chawerim zu legen. Das Zahlenverhältuis der Hachscliarah zu den Snifim sei zur Zeit ein ungesundes, da die Hachscliarah ungefähr ebensoviel Chawerim umfasse wie die Snifim. Für die Ver- Stärkung der Snifarbeit wird eine Maclileketh Hasnifirn gegründet werden, in der einige Chawerim des Mcrkas Hechaluz arbeiten sollen. Die Einzelberatungen behandelten drei Themen: 1. Zur Frage der Hachseharah-Arbeit referierten Hans Sternberg und Schura Oschero witsch. Ver- Stärkung der landwirtschaftlichen Arbeit gegenüber der städtisehen, der größeren Kibbuzim gegenüber den kleineren, der Kibbuzim und Zentren gegenüber tier Hachscliarah Bodedeth (Einzelausbildung) wurden als gemeinsame Richtlinien für die künftige Arbeit aufgestellt. In eingehender Anssprache wurde die Frage der Fachausbildung, besonders auf landwirtschaftliebem Gebiet, behandelt. . 2. Zur Frage der Mittleren-Haehseharah refenerfe Senta Joscnhthal. Sie konnte ein erfreuliches Bild von der Mittleren-Haehseharah gegenüber dem Status vom Frühjahr 1036 rntwerfen. Die ländlichen Kibbuzim haben sich sowohl in arbeitsmäßiger als in gesellschaftlicher Hinsicht voll bewährt. In den 'städtischen Mathe Chaluz ist die Arbeit schwerer, sie kann jedoch im wesentlichen als konsolidiert angesehen werden. Die Mittleren-Haehseharah könne «rst dann ihre erzieherischen, chaluzischen und sozial-politisehen Funktionen im Rahmen des Judentums in Deutschland ganz erfüllen, wenn es ihr gelinge, jährlich ca. 2300 Schulentlassene aufzunehinen. — Zur Fortbildung der Führer wurden wertvolle Einzeivorsehläge gemacht. Alle I )iskussionsredner wiesen darauf hin, daß die Mittleren-Haehseharah, die der Hechaluz. sich erst vor kurzer Zeit zum Arbeitsgebiet gewählt hat, wohl der wertvollste Zweig der Gesamtarbeit ist. Die Verstärkung und Ausdehnung der Mittleren-Haehseharah irmß in Anbetracht des ungeheuren Andrangs, der in diesem Arbeitszweig bestellt, mit allen Kräften gefördert werden. 3. Ernst Bauer befaßte sich mit der Kulturarbeit in den Snifim und erklärte das neue Arbeitsprogramm des Mcrkas Hechaluz, das sich in seinem ersten Teil mit der Analyse der Judenfrage und ihrer Lösungsvcrsuche beschäftigt. Die Diskussion behandelte die Fragen der chaluzisehen Lebensformen, der gcsellschaftsbildendcn Kräfte in der Arbeit und in der Freizeitgestaltung. Sie brachte wertvolle Einzelvorschläge, die besonders von Julius Goldberg (Köln) auf dem Gebiet der Musikpflege näher ausgeführt wurden. Zum Schluß der Tagung, deren Kommission die Neu- Organisierung der Kultur- und hebräischen Arbeit sowie der beruflichen Hachscliarah-Arbcit behandelte, faßte Georg Josephthal das Ergebnis der Tagung in der Erklärung zusammen, daß der Hechaluz in ein Arbeitsstadium rücke, in dem er um jeden neuen Menschen mit der ganzen Kraft der chaluzisclieii Ueberzeugting kämpfen müsse, in dein die Organisationsarbeit gegenüber der Erziehungsarbeit wieder zurücktreten könne und die menschlichen und geistigen Komponenten in den Vordergrund träten. Nach einer Zeit oft un- Befriedigender Massenerziehung begrüßt der Hechaluz in Deutschland die wahre zionistische Arbeitsform, die getragen ist von den innersten und menschlichsten Motiven chaluzischer Arbeit zur Erziehung selbstbewußter und der Idee ergebener Arbeiter für Erez Israel. Im Rahmen der Tagung fand eine überfüllte öffentliche Kundgebung statt, auf der Mosche Zipp or- Vogl (Sarid), Schura Oscherowitsch und Georg Josepht h a 1 zu den Aufgaben der Gola im Kampf um eine große Alijah sprachen. Die Moezah des Bachad Am 5. und 6. Oktober fand in Leipzig eine Moezah des Bachad statt, zu der sich etwa 50 Chawerim aus dem ganzen Reich, Vertreter der Hachscharahzentren und der grüßeren Snifim, eingefunden hatten. Die Tagung war vor allein deshalb von großer Bedeutung für den Bund, weil sie das erste Zusammentreffen der Chawerim während der besonderen politischen Konstellation in Erez Israel und nach der großen Abwanderung führender Menschen mit der letzten Alijah war. Der Moezah war eine dreifache Aufgabe gestellt. Sie hatte den Versuch zu machen, den Chawerim des Bundes und den neu in die Führerschaft hineinwachsenden Menschen ein Bild zu vermitteln von dem politischen Kräftespiel, aus welchem heraus die Situation in Erez Israel im Augenblick zu verstehen ist. Neben den aus aktuellen Anlässen geborenen Konflikten war die Problematik des jiidisch-arabischen Problems darztistcllen, unter besonderer "Berücksichtignng der spezifisch-religiösen Grundhaltung des Bundes. Ferner war die Frage der Erziehung in der neuen .Situation zu klären, weil man sich klar sein mußte über die Möglichkeiten, den jetzt besonders starken Führermangel so gut wie irgend möglich durch Organisation mul technische Mittel zu ersetzen, und andererseits die Richtung, nach welcher die Erziehungsarbeit des Bundes zu leisten ist hei Berücksichtignng der veränderten Situation in Erez Israel. Diese mehr theoretischen Fragen mußten konfrontiert werden mit der Wirklichkeit Erez Israels, wie sie sich für die religiöse chaluziscbe Bewegung darstellt. Für die Chawerim der Moezah war es auch von besonderem Interesse, über die bisherige Einordnung der Olim, insbesondere in die Kibbuzim des Bachad, Genaueres zu erfahren und Klarheit über die Mögliebkeit zu bekommen, die das kolonisatorische Werk des Hapoel i lamisrachi zur Aufnahme weiterer Alijali bietet. Dr. Max Spangent 11 al hatte es übernommen, eine Darstellung der Entwicklung des jüdisch-arabischen Problems zu geben. Die Fülle des in diesem Referat zusamniengetrageneu Materials bot zahlreiche Ansatzpunkte für eine lebhafte Diskussion, in welcher vor allem die Frage eine Rolle spielte, oh die Zeit für oder gegen eine befriedigende Lösung in unserem Sinne arbeitet. Diese Erörterung führte zu einer anderen Frage hin, die über das Gebiet der Politik hinaus reicht und an das religiöse Problem der Existenz des jüdischen Volkes rührt. Es wurde gefragt, ob es einen Widerspruch gibt zwischen der religiösen Auffassung von der Ewigkeit des jüdischen Volkes lind der Sicherheit seiner endlichen Rück-!celir nach Erez Israel und einer Beurteilung der realen politischen Gegebenheiten mit ihren Gefahren für den Bestand der jüdischen Existenz und für das zionistische Werk, die zu einem Verhalten nöfjgen, als ob heute — und nur heute — der Bestand des Volkes gerettet werden kann. Mari kam zu dem Ergebnis, da() keine echte Alternative vorliege und daß der Glaube an den Ewigkeitscharakter des Volkes mir ein Ansporn sein kann, in jedem Augenblick des Volkslebens alles für die Sicherung seines Bestandes zu tun. in dein Erziehiingsrcferat, das Dr. Josef Burg hielt, stand ein Problem im Mittelpunkt, das den Nachwuchs des Bachad augenblicklich sehr stark beschäftigt. Der Mange! an Möglichkeiten, eine systematische, aut lange Sicht arbeitende Erziehung zu sichern, hat die Frage aufkomnien lassen: Welehern Gebiet haben wir das entscheidende Gewicht in der praktischen Erziehungsarbeit beizurnessen? Viele C.hawerim emplinden sehr stark, daß sic an jüdisdi-wissoiismäßigen Voraus- Setzungen den bisherigen Chawerim des Bachad unterlegen sind, und fühlen, daß sie bei einer mangelnden Fundierung durch jüdische Kultnrinhnlte nicht Träger eines Aufbauwerks sein können, dessen Eigenart in der Betonung und der Durch- Setzung gerade dieser Werte im Leben Erez Israels besteht. Sie sind bereit, sieh diese jüdische Fundierung zu erringen unter Verzicht auf die weltoffene, der allgemeinen Kultur!!(gewandte Haltung, die bisher die jungmisrachistische Betvegimg innerhalb des gesetzesfretien Judentums kennzeichnete. Hinter dieser Erziehungsfrage birgt sich die weitere der geistigen Produktivität des jüdischen Volkes überhaupt. Bei einem vergleich mit den geistigen Schöpf וווו gen der Völker der Weit auf allen Gebieten des Lebens Kann die hemmende Wirkung der anormalen Lage, in der das jüdische Volk sich seit zwei Jahrtausenden befindet, auf das geistige Schaffen der Juden nicht verborgen bleiben. Dieser Blick auf die iiidische Geisteslage in ihrer ganzen Schwere führt auch zu der Antwort auf die eben erwähnte Erziehungsfrage. So wenig das jüdische Volk mit einem Schlage aus seiner Erstarrung erwachen kann, so wenig kann heute eine befriedigende Lösung für das Problem einer jüdischen und zugleich weltzugewandten Erziehung gegeben werden. Aber auch der Unruhe, dem ständigen Ringen und Suchen, wohnt ein schöpferischer Wert iniie, Für die Verknüpfung der politischen und ideologischen Fragen mit der Wirklichkeit des täglichen Lebens in Erez Israel sorgte ein ausführliches Referat von Mosche Cohn, dem neuen Sehaliach des Brit Chalu/im Datiim. Er gab eine Darstellung der Lage der neuen Olim, die sich dem Jisduiw und insbesondere dem kibbu/ischeu Sektor der Bewegung einordnen. Der Referent legte• besonderen Wert auf eine wirklidikeitsnahe Schilderung her großen und der kleinen tagliehen Schwierigkeiten, die ein cm jeden das Hi 111 eben schwer machen und die in jedem Falle die ersten Jahre nach der Alijah zu einer Zeit der Krise und der Prüfung des ganzen Menschen machen. Die Aussprache wandte sieh vor allem cier Frage nach der Gestaltung der persönlichen Beziehungen zwischen den ״Alten“, der in sich geschlossenen Chcwrah des Kibbuz, und den ״Neuen“, den Olim, die sich zunächst vereinsamt und überflüssig, fast störend verkommen, zu. Es werden Maßnahmen besprochen, die zur Erleichterung der Linordmmg getroffen werden. Besonderes Interesse fand auch der Bericht über die Tarbutarheit und über das religiöse Leben im Kibbuz. Zum Abschluß der Moezah fand eine Veranstaltung statt, an der außer den Teilnehmern der Moezah der gesamte l.cipziger Bachad sich beteiligte. 1111 Mittelpunkt stand ein Referat von Rudi Herz über die Aufgabe des Bachad. Rudi __ Herz wies auf eine eigentümliche i >\ namik der Arbeit des Brit Chalu/ini Datiim hm. I lie < 1rö:ir!1.-1׳ Aufgabe, die sich der Bachad gestellt ha(, und 111! i 11 lie der Sdiwiciigkeiten, gegen die die Arbeit zur krieiehting des Zieles au/nkampfen hat, lassen das Miliveilüilims zwi-!in 1! den vorhandenen und den fiir den Ellderfolg notwendig1' ׳ Kiaften besonders deutlicii hervortreten. Aber die Große der Aufgabe hat die Wirkling, die vorhandenen M;iisehcn um! die vorhandenen Kiaifte zur stärksten Entfaltung zu bringen, so!laß sie es trotz aller Schwierigkeiten vermochten, einen si.'btbamj Anfang auf das erstrebte Ziel hin zu schaden, wie es -ich in dem lapdwirtschaffliehen Kolonisatiouswerk de Hapoel I lamisrachi in Erez Israel darstcllt. Kreista!riiiigdes Makkabi Am Samstagabend und Sonntag fand in Berlin die Kreistagung des Deutschen Makkabikreises statt, zu eicr sich eine stattliche Anzahl um!)elegierten und eine große Menge von Gästen eingcfmuleu hauen. Es wurden Referate von Dr. Hans F r i c d c n t h a I, Dr. Kurt Lew in lind Sieldv Lie! Id• Schmidt über die aktuellen i ragen des jüdischen Sports gehalten, woran sich eine Aussprache knüpfte. Ein besonderes Ereignis dieser Tagung war die (Jrau ffülirung des neuen M a k k a b i - E i i m s, der in eindrucksvoller Weise die Arbeit der Organisation veranschaulicht. In der. ״Sport-Rundschau“ unserer nächsten Ausgabe wird ein ausjährlicher Bericht über die Tagung gegeben werden. Ende des Frankfurter Gemeindekonflikts Aus Frankfurt am Main wird uns berichtet: Die Fraktion der Jüdischen Volkspartei in der Gemeinde Frankfurt a. M. hat dem in gemeinsamer Sitzung mit den Vertretrrii der anderen Fraktionen und der, Delegierten der Reiclisvertretung entworfenen K o n! p r o tu i IS v 0 r s c h 1 a g?!!gestimmt, Fine solche Regelung kann naturgemäß nicht alles das enthalten, was zu erreichen wünschenswert gewesen wäre. Gar keine Frage ah! r besteht darüber, daß die Zionistische Fraktion itn Anschluß an diese Regelung in eine Etappe der Arbeit hineingeht, die sieh von dem bisherigen Zustand sehr erheblich ‘!mierseheidet. Das. was erreicht worden ist, liegt durchaus im Zuge der Entwicklung, die innerhalb des Judentums in ncuüchlniui fe-tzu>tellen ist. Die Zugeständnisse, die insbesondere von liberaler Seite gemacht wurden, bedeuten eine Anerkennung der, auch ohne daß ein exaktes Wahlergebnis vorliegt, offenbaren Tatsache, daß ein erheblicher Teil der Juden in Deutschland gewillt ist, sieh zionistisch fuhren zu lassen. In _ den Verhandlungen war von zionistischer Seite besonderer Wert auf die b.iufiußgewinmmg in denjenigen Gebilden der Gemcindearbeit gelegt worden, die sich mit pädagogischen und sozialp o I i t i s c!1 e n Fragen befassen. Es kann festgestellt werden, daß die Diuvli-wi/nng dieses _ Gesichtspunktes im großen und ganzen gelungen ist. Die Zionisten, die bisher drei Sitze im Vorstand lialtcn, werden in Zukunft fünf haben, während sich zugleich außerdem noch die liberale Sitzzahl um einen vcrmimleit bat. Durch eins Schema 8:5:3 (bisher 0:3 :3) ist eine der I raiikfuricr Gemeimlekonstniktioit angepaßte Parität in cier Weise hergestellt, daß die alleinige liberale Majorität aufgehoben ist und der liberalen Hälfte eine verstärkte zionistische Vertrefer/ah! und die konservative Gruppe gegenübersteht. Die Zionisten werden in Zukunft einen stellvertretenden Vorsitzenden des Vorstandes stellen, ln den wichtigen Gremien der Gemeindeverwaltung ist die Analogie dieses Schemas durebgcfiihrt, so daß der zio* nistische Einfluß im Schulrat, in der Beratungsstelle für Wirtschaftshilfe, wo ein zionistischer Vorsitzender dem Libe* raleti gleichberechtigt zur Seite gestellt wird, sowie in der äußeren Vertretung der Jüdischen Gemeinde (in den über• lokalen Organisationen, d. 11. Reiclisvertretung usw.) entsprechend in die Erscheinung tritt. Selbstverständlich wird sich eine zionistisch aufgefaßte Genieindearbeit in der zweitgrößten Gemeinde Deutschlands bemühen, den verstärkten Einfluß, den sie in Zukunft geltend machen kann, entsprechend zum Wohle dieser Gemeinde ein• zusetzen. Sie wird dabei von der Ueberzeugting getragen sein, daß das große Werk jüdischer Konzentration in Palästina in einem wirklichen und lebendigen Sinne jede jüdische Gemcinschafts- und F.rzielumg's.irbcit zu beeinflussen hat. Sie wird zugleich jede sinnvolle Arbeit fördern, die auch in den Ländern der ualuth das Jmlcnsrhicksal zu lindern in der Lage ist. Sie kann damit rechnen, auch bei Menschen der anderen Fraktionen Verständnis zu finden. Im verfassungsrechtlichen Ausschuß des Prager Ahgcord* nctenhauscs wurde eine Gesetzesnovelle verabschiedet, durch welche die Organisation der jüdischen Religionsgemeinschaft in den böhmischen und mährisch-schlesischen Ländern ergänzt wird, Referent war Abgeordneter Dr. Angelo Goldstein.