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Jüdische Rundschau · 1936-10-20 · Heft 84 (20.10.1936) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 84 (20.10.1936)
Date
1936-10-20
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Regelmäßige Vorträge über alle das Judentu tu bewegenden Themen, sowie gesellschaftliche Vcranstaltungen und besonders Gottesdienste nach •dem in Synagogen in Deutschland üblichen Ritus tragen dazu bei, das Gemein- Schaftsgefühl zu wecken und zu vertiefen. Erfreulicherweise macht sich in letzter Zeit ein reges zionistisches Interesse der Mitglieder bemerkbar, und bei allen Keren Kajemeth-und Keren Hajessod-Aktionen wirken Juden aus Deutsch'and aktiv mit. Eine ganze Anzahl weiblicher Mitglieder wurden der ״Wizo“ zugeführt. Die Mitgliederzahl des Gcmcindetmndcs beträgt über 100. Man läßt sich von dem Bestreben leiten, mit allen jüdischen Organisationen des Landes im besten Einvernehmen ztisammenzuarbeiten. Die Gruppe der scphardischen Juden hat dem Oemeindebund ihre Räume zur Verfügung gestellt. Der Gemeindebund hat Vertreter in das Zentralkomitee der luden Chiles entsandt, welches geschaffen wurde, um die Tätigkeit aller jüdischen Vereine zu überwachen. Damit ist Gewähr dafür gegeben, daß der Gemvi'idvlnind im ständigen Kontakt mit allen jüdischen ( »rganbationrn des l.:indes bleibt. Einen großen Raum in seinem Arbcit-gebiet nimmt im Gerneindeburul die I rage der Betreuung der ins Land eingewanderten Juden aus Deutschland ein, und cs muß gesagt werden, daß der Gemeindebund diese Aufgabe in Zusammenarbeit mit den alteingesessenen Juden aus Ikrutscliland und dem Komitee der Hiceni in vorbildlicher Weise löst. Große Verdienste in der Betreuung dir ins Land eingewanderten Juden haben sid-, die alteingesessenen Juden aus Deutschland erworben, die ein eigenes Komitee zur Unterstützung jüdischer Einwanderer Mitte ]0J3 gründeten, das in den letzten Monaten von! Genicindebuud übernommen wurde. Die Arbeitsbeschaffung, die mit zu den Aufgaben des Geraeindebundes gehört, stöbt oft auf Widerstände, weil leider sehr viele Juden einwandt-rii, die Berufe haben, mit denen man in Chile nicht viel anfangen kann. H. G. Die Lage der Juden in Spanien Von unserem Berichterstatter Barcelona, Mitte Oktober Die Kämpfe der letzten Wochen haben Toledo in den Brennpunkt des internationalen Interesses gerückt. Für uns Juden ist der Name dieser Stadt mit hundertfältigen Erinnerungen verknüpft. Hier lebte bis zur Vertreibung die größte Judtngrmeinde Spaniens, 72000 Seelen. Hier stand die Geburtsstätte der Philosophen Abraham Ibn l.sra und Abraham Ihn Datid und des Sängers der Zionslieder, Jehuda Halevi, dessen 850. Geburtstag wir in diesem Jahr feiern können. Heute sind nur noch einige in Kirchen umgewandelte Synagogen stumme Zeugen jüdischen Lebens, kein Jude hat sich in der Neuzeit in der Stadt niedergelassen, die heute erheblich weniger Einwohner als im Mittelalter zählt. Es ist bemerkenswert, daß sich das Verhältnis zwischen der! Juden und den Arabern und Rifkabvlen in Snaitisch-Marokko durch die Ereignisse der letzten Wochen verbessert hat. Obwohl die Juden in Spaniseh-Marokko bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts faktisch unter der Gewalt der Araber standen und das Geldgeschäft, (las damals ihren einzigen Erwerbszweig bildete, genügend Reihungsflachen bot, hat sich doch in den letzten Jahrzehnten die Spannung etwas gemildert. Blutige Zusammenstöße wie in Französisrh-Mnrokko und Algier waren nicht zu verzeichnen, die Agenten der Araber aus' Palästina, die in den letzten Monaten hetzten und Geld sammeln wollten, fanden sehr kuhie Aufnahme. W. A. Stockholmer Brief Von unserem Berichterstatter S t o c k 11 0 1 m, 12. Oktober ,.Jüdischen Klubs" wurde mit einem :igsahend von N 0 t a r i e F. Arn- 11 über das Tficma ״Die jüdische Die Wintcrarbcit des , überaus gelungenen Vorti heim eröffnet. I.r spr.sc Jugend am Scheidewege“, Der schwedisch-jüdische Ar/t Dr. Arthur Fürstenberg erhielt die seliene Auszeichnung der Trafvenhelt- Medaille in Gold von der schwedischen .\erzte-( 11 Seilschaft zugetcilt. Seit 3i Jahre 11 hat sich Dr. Fürstenberg für das Wohl der schwedischen Aer/te-Gesell-chaft eingesetzt; bei seinem kürzlich erfolgt( 70 יו, Geburtstag wurden ihm große Ehrungen zuteil, Dr. Furstenberg gehört seit einigen Jahren dem Vorstand der Stockholmer jüdischen Gemeinde an. Ztim Kantor der Stockholmer Jüdischen Gemeinde wurde J. Born stein, Frankfurt a. M,, gewählt. Herr Bornstein ist seit drei Jahren hier tätig. Schon am Anfang der Stockholmer Konzert-Saison ließen *Ich hier bedeutende jüdische Künstler hören. Fritz Kreisler hatte in der schwedischen Hauptstadt lange Jahre nicht gespielt, die Presse bezeichnet ihn als den irnrnct noch grollen Magiker unter den Violioriisten. Nach Schluß des Konzerts erhoben sich alle Zuhörer des großen Saales der ״Konsertförenigen“, unter denen sich König Gustav befand, wie ein Mann, um dem preisen Künstler ihre Ehrerbietung darzubringen. Des gleichen uneingeschränkten Enthusiasmus bei Publikum und Presse konnte sich Bruno Walter erfreuen. Walter dirigierte vor ausverkauftem Ftausc — mit verschiedenen Mitgliedern des schwedischen Königshauses an der Spitze — zwei Konzerte im ״Konscrtförcnigcn“. Immer wieder mußte Walter die nicht endenwollendcn Huldigungen des Publikums entgegennehmen. Die Königliche Oper verpflichtete Walter, je eine Vorstellung von ״Figaros LI och zeit“ und ״Aida“ zu dirigieren. — Kaum hatten sich die Wogen der Begeisterung gelegt, als zwei Tage später der bekannte Pianist Arthur Rubin stein sich an gleicher Stelle einen großen Erfolg mit dein meisterlich vorgetrageuen Brahms’schen Pianokonzert Nr, 2, B-Dur, errang. Auch Joseph Szigetti konnte sich «ines großen künstlerischen Sieges erfreuen, und das bekannte und Hier hochgeschätzte Lcner-Quarlett mußte auf vielfachen Wunsch einen zweiten Konzertabend veranstalten. — Die leichtere Muse vertrat Grete Keller, die in der ״Berinoff-Kevue“ auftrat und deren distinguierte Vortragskunst bei Publikum und Presse höchste Bewunderung" auslöste. Im Augenblick sind es di« Geschwister Li ly und Ewy Schwarz, die es den Stockholmern ״angetan“ haben. JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 84, 20. X. 1936 Juden und Recht Die deutsche Rechtswissenschaft im Kampf gegendea jüdischen Geist Unter dieser Ueberschrift veröffentlicht die ״Deutsche Juristen-Zcitung“ vom 15. Oktober das Schlußwort von Staatsrat Prof. Carl Schmitt auf der Tagung der Reichsgnippe Hochschullehrer des NSRB. vom 3. und 4. Oktober 1936. Durch alle Referate habe sich, wie Prof. Schmitt in dem Schlußwort bemerkt, die Erkenntnis hindurchgezogen, wie stark das jüdische Gesetzesdenken auf sämtlichen Gebieten des Rechtslebens zur Herrschaft gelangte und wie wenig dieses Gesetzesdenken mit dem Rechts- und Gesetzesgefühl des deutschen Menschen auch nur vergleichsweise in Beziehung gebracht werden kann. In diesem Zusammenhang heißt es u. a. weiter: ״Das jüdische Gesetz erscheint, wie alle Vorträge gezeigt haben, •1s die Krliisung aus einem Chaos. Die merkwürdige Polarität von jüdischem Chaos und jüdischer Gesetzli! hkeit, von anarchistischem Nihilismus und positivistischem Normativisimis, von grob sensunlistischem Materialismus und abstraktestem Moralismus steht jetzt so Idar und plastisch vor tinseien Augen, daß w r diese Tatsache als eine wissenschaftliche, auch für die Rassenscclenkumle entscheidende Erkenntnis unserer Tagung der weiteren rechts» issenst haftlidien Arheit zugrunde legen können. — — —“ An späterer Stelle der Rede wird als das wichtigste Ergebnis der Tagung ״die klare und endgültige Erkenntnis“ angeführt, daß ״jüdische Meinungen in ihrem gedanklichen Inhalt nicht mit Meinungen deutscher oder sonstiger nichtjüdischer Autoren auf eine Ebene gestellt werden können“. Im Anschluß hieran heißt es in den Ausführungen von Prof. Schmitt u. a.: ״Mit giülücr Klarheit ist uns allen bewußt geworden, daß nur ein« gibt, di• uns allen bewußt geworden, 111115 es scheinbare Schwierigkeit bedeutet, wenn es auch luden staat-betonte und |1atrlnlische Ansichten geäußert haben, wie der beriilmiH’ Stahl-JoDon. Immer wieder ist in unserer Tagung die Erkenntnis dimbgeiltungen, daß der Jude für die deutsche Art des Geistes unproduktiv und steril ist. Er hat uns nichts zu sagen, mag er noch so srh.itf.innig kombinieren oder sich noch so eifrig assimilieren. Kr kann wohl seine enorme Ilärnller- und Vermittlerhegnhung spielen lassen, in der Sache schafft er nichts. Ks ist ein Zeichen mangelnder Schulung in der Kassenkunde und inlolgcdc.sen auch im natiunalsozialisliscben Denken, das nicht zu sehen und zu glauben, csteeke ein riefcs Problem darin, daß manche Juden rationalistisch, andere intcrnatlonali-tiseh reden und .schreiben, daß zie bald konservative, bald hlx-rale, bald subjektive, bald a!>er objektive Theorien vertreten. »Auch die viel gerühmte kritische Begabung des Juden ergibt sich nur aus seinem Mißverhältnis zu allem, was wesentlich und arteigen ist. Das ist aber ein völlig anderer Begriff von Kritik, als wenn sich deutsche Rechtslcluer in echter Gemein- «chaftsarheit gegenseitig kritisieren und fördern. Auch ist es nicht licluig, den Jarlen als besonders logisch, besonders begrifflich, konstruktiv oder rationalistisch zu bezeichnen. Keine ״onbekürmnerte logische Schürfe‘‘ ist nicht so sehr das', was wir mit Logik meinen, sondern eine gegen uns gerichtete Waffe; sie kommt aus dem Miß- Verhältnis zur Sache und zürn Gegenstand.“ Die Beziehung des jüdischen Denkens ztim deutschen Geistesgut sei eine parasitäre, eine taktische und eine händlerische Beziehung. Es sei ferner notwendig zu erkennen, w i e s c!1 r s i c 11 die .1 u d e n in verschiede- 11 e n Stadien der Geschichte verschieden verhalten haben. Besonders kennzeichnende Wendepunkte jüdischen Verhaltens für das letzte Jahrhundert seien die Jahre 1815, 1830, 1848, 1871, 1S90, 1918, 1933. Mit jedem Wechsel der Gesamtsituation, mit jedem neuen Geschiclitsabsehnitt erfolge so schnell, daß man es nur bei größter Aufmerksamkeit erfassen könne, auch eine Aenderung des jüdischen üesamtverhaitens, ein Maskenwechsel von dämonischer Hintergründigkeit, demgegenüber die Frage nach der subjektiven Gutgläubigkeit des einzelnen beteiligten jüdisehen Individuums ganz uninteressant ist. ״Die große Anpassungsfähigkeit des Juden“ — so fährt die Rede Prof. Schmitts hier fort — ״ist eben durch seine mehrtausendjährige Geschichte auf Grund bestimmter Rassenanlagen ins Ungeheure gesteigert und die Virtuosität der Mimikry durch lange Ucbung noch gefördert. Wir können sie in ihren Folgen erkennen, aber wir können sie nicht begreifen. Doch' dürfen wir nicht aus dem Auge verlieren, daß es diesa Virtuosität des Juden gibt.“ Judentum und Kriminalität Die ״Juristische Wochenschrift“ bringt Unter der Ueberschrift ״Befreiung vom Judentum‘‘ einige Auszüge aus den Vorträgen, die die in Berlin am 3. und 4. Oktober versammelten Mitglieder der Reichsgruppe Hochschullehrer des NS ■ Kecliiswahrerbundes auf der Tagung über ״Das Judentum in der Rechtswissenschaft“ angehört haben. Danach hat Dr. von Leers in seinem Referat über ״J11 d e 111 ittn und Krirainalit ä t“, dessen für die ganze Tagung richtungweisende Bedeutung der Vorsitzende, Staatsrat f.arl Schmitt, besonders unterstrichen hatte, 11. a. erklärt: Die Geschichte des Judentums auf deutschem Boden und übrigens auch in anderen europäischen Ländern sei auf das engste mit dein Verbrechertum verbunden. Den eigentlieben Höhepunkt habe die jüdische Kriminalität um 1800 in den bewaffneten Räuberbanden erfahren, die, oft beritten zu fünfzig und mehr, das Rheinland unsicher gemacht hätten. Erst die verbesserten Polizeiverhältnisse nach dem Befreiungskriege und die größeren Gcwiiinmüglichkeitcn in der kapttallstisclien Gesellschaft hätten das jüdische Verbrechertum veranlaßt, sielt auf unauffälligere und einträglichere Methoden der Gaunerei umzustellen. Die nächste Generation des Judentums habe sich in der Gründerzeit als Spekulanten und Betriiger betätigt oder die Verbindung mit dem Verbrechertum im Marxismus auf erweiterter Ebene fortgesetzt. Der jüdische ״Baalmassematte“, der Finbruchsleiter um 1800, sei der Vorlaufer des späteren bolschewistischen Agitationsjuden und Kommissars, der lediglich das ״Schränken“ seines Ahns am Eigentum der Nichtjuden in vergrößertem Maßsfabe fortsetze. Fs werde die Aufgabe der Fantiiicnforscluing sein, festzustellen, was aus der zahlreichen Nachkommenschaft der aiten jüdischen Verbretlierbatulc geworden sei. Es werde zugleich festzustellen sein, daß alle von Juden in die Strafreclitswissen- Schaft hineingetragenen Tendenzen zum Schutz des Verbreclters nichts anderes als die alte Fortsetzung der Einheit von Judentum und Verbrechertum darstellten: cs werde ferner die jüdische Tradition, vor allem des Alten Testamentes, in ihrer grundsätzlich verbrecherischen Grundh a 11 tt n g oline taktische Rücksichten herauszustellen sein. Erst wenn man das Judentum als volkgewordene Kriminalität und seinen Jahwe als himmlischen Baalmassematte ohne Scheu erkenne, löse sich das Rätsel dieses Volks, * Die ״Deutsche Juristenzcitung“ teilt Im Zusammenhang mit der Hochschullehrertagung über das ״Judentum >’״_ »lt־r Rechtswissenschaft“ mit, daß auf Veranlass urig des Reichsreclitsfiihrcrs, Reicbsleiter Dr. Frank, das Amt für Rechts* Schrifttum im Reichsrechtsamt der NSDAP, ein Vcrzeichi nis jüdischer Rechtsautoren in Angriff genommen, habe. Unlauterer Wettbewerb durch Tarnung eines jüdischen Geschäfts Nach § 4 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb wird bestraft, wer in der Absicht, den Anschein eines besonders günstigen Angebots hervorzurufen, in Mitteilungen, die für einen größeren Kreis von Personen bestimmt sind, über geschäftliche Verhältnisse wissentlich unwahre und zur Irreführung geeignete Angaben macht. Wegen Vergehens gegen diese Bestimmung wurde von einem Schöffengericht ein jüdischer Angeklagter verurteilt, der sein Radiogeschäft zum Schein an seine arische Angestellte X. übertragen und unter deren Namen wcitergcfiihrt hatte. Der Name der X. war auch an dem Laden angebracht. Das alles geschah zu^ dem Zweck, dem Boykott jüdischer Geschäfte entgegenzuwirken. Die Revision des Angeklagten gegen diese Entscheidung wurde durch ein itn ״Archiv für Wettbewerbsrecht“ vom Oktober 1936 veröffentlichtes Urteil des Kammergerichts vom 31. Juli 1936 zurückgcwiesen. Darin ist ausgesprochen, daß die Tarnung eines jüdischen Geschäfts durch Scheinverkauf an einen arischen Angestellten geeignet ist, die Verbraucher irrezuführeu und nach § 4 U111WG. strafbar ist. In den Entscheidungsgrüiiden des Kammergerichts beißt es u. a.: ״... Dus Merkmal des ״besonders günstigen“ Angel xits bedeutet nicht, daß ein besonders hohe- Maß von Vorteilen gelrotcn wird, es will vielmelit• bloß den Gegensatz zu den sonst üblichen und allge• meinen Angeboten zum Ausdruck bringen. Solche Angclrote können Vorteile jeder Art betreffen; so auch die Güte der Leistung und die damit wieder im Zusammenhang stellend!־ Frage der Zuverlässigkeil des (les< haftsunlernehmers (vgl. RGSt. Hd. 40 S. 127 h; Baumhach, Wctibewerbsgej. 3. Auflage. Antn. 3 zu § 3 lnlWG.). Wenn das Schöffengericht meint, das Angebot eines arischen Geschältes eiK'heine dem l)ur<-ti.chniu-kiiul'cr günstiger als das Angebot eines jüdischen Händlers, so i-t diese Annahme, die wesentlich tat suchlidier Art ist, namentlich in Rücksicht auf die politische und geschahliehe Entwicklung, rechtlich unliedcnkln h. Durch die Tarnung ab arische Firma wollte nun der Angeklagte, wie fc'tgpstellt und von der Revision nicht bestritten ist, der Boykotilrcwegung seinerseits entgrgenwirken, mithin k.uillu-tige Personen nun Aufsnohen seines — nach wie vor jüdischen und deshalb von vielen Volksgenossen gemiedenen — Geschäfts veranlassen. Na־׳h clor im Gegensatz zu der ähc-ren Rechtsprechung in bezug auf den snbjektiven Tatbestand »־ ei t er gebenden Rechtsauliassiing wird der Anschein eines besonders günstigen Angebots alter regelmäßig schon dann hervorgerufen, wenn jemand aus Wett be wff rbsgrii nden solche zur Täuschung geeigneten unwahren Angaben — so hier über die nach der! derzeitigen Verluilt ni.-'-on wirb!ige Frage der Tnbaberseliaft — macht. Denn ״ein besonders günstiges Angebot ist günstiger, als wenn die Wal״heit gesagt würde“ oder wenn es in den Augen eines größeren Kreise» von Personen höher «ingesrhiitzt wird, als ״uhne die falsrtre An• gab«“ (zu vgl. RGSt. lld. 40, S. 127, 128, 130: sieb« übrigens mich JW, 1630, S. 282. in der Kritik zu KG. vom 30. September 1929, Urteil des 2. Strafwnats des KG. vorn 16. März 1933 .— 2. S. 66/36) Danach ist der Hinweis der Revision darauf, daß der Ar.geklagte höchstens den Anschein habe erwecken wollen, als verkaufe er ebensogut wie der arische Geschiftstreibende, verfehlt.“ Juden im Außenhandel ln der Eröffnungsfeier des dritten Arbeitsjahres der Außenhandelsschule Hamburg sprach der Leiter der Koinmissiort für Wirtschaftspolitik der NSDAP., Bernhard Ko eh ler. Er sagte nach einem Bericht der ״Frankfurter Zeitung“, der Kaufmann müsse selbst in die Welt hinausgehen, denn nur so könnten die Interessen eines Unternehmens am besten wahrgenommen werden. Jüdische Vertreter hätten nur ein Interesse daran, Geschäfte schnell zum Abschluß zu bringen und dabei die Preise völlig außer acht zu lassen; ferner würden jüdische Vertreter ohne weiteres von ausländischen Angeboten Gebrauch machen, wenn diese Preise billiger seien, und die deutschen Angebote nicht mehr beachten. Der deutsche Kaufmann dagegen werde immer bestrebt sein, seinem Lande am besten zu dienen. Fünfzig Jahre Esperanto Der 29. Internationale Kongreß der Esperantisten wird mit Rücksicht darauf, daß im Jahre 1937 50 Jahre nach der Schaffung der Esperanto-Weltsprache und 20 Jahre nach dein Tode des Begründers der Esperanto-Bewegung, Dr. Lud־ wig Z a 111 c n hoi, verflossen sein w׳erden, in Warschau abgehalten. Den Delegierten des Kongresses soll dadurch Gelegenheit geboten werden, an der Gedenkfeier am ü r a b e Zamcnhofs teilzunehmcn. Zu dem Kongreß sind schon jetzt zahlreiche Delegierte und über 4000 Gäste aus dem Ausland angerticldet. Am 20. Todestag Dr, Zamenhof* werden die Kongreßteilnehmer den jüdischen Friedhof in Warschau, auf dem Zamenhof beerdigt ist, besuchen, später werden sie an der feierlichen Enthüllung eines Denkmals für Zamenhof in seiner Geburt-sstadt Bialvstok tcilnehmen. Zionistisches Leben in Oslo Von unserem Berichterstatter J.S. Oslo, 13. Oktober Als Auftakt zu seiner diesjährigen skandinavischen Vor* tragstournee sprach Dr. W. W. Kaplun-Kogan, Kopenhagen, am 12. Oktober hier über das Thema ״Der jüdische Mensch“. Zu dem Vortrag, der von der ״Norsk Zionistforcning“ und dem Jüdischen Jugendverein in Gemeinschaft veranstaltet wurde, hatte sich ein ansehnliches Publikum eingefunden, das dem Vortrag dankbaren Beifall zollte und sein Interesse in einer regen Diskussion bekundete. — Anfangs hielt der Vorsitzende des Zionistischen Verbände* für Norwegen einen Nachruf für Meir Dizengoff. Mit dein erwachten Verständnis bei der jüdischen Jugend Norwegens für den Zionismus und seine Bedeutung für das Judentum hat sich der Jüdische Jugendverein dazu entschlossen, einen Studienzirkel über den Zionismus einzurichten, zu dessen Leiter ein junger Chaluz auserseheu wurde, der hier seine Hachscharah durchmacht,

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