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Jüdische Rundschau · 1936-10-20 · Heft 84 (20.10.1936) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 84 (20.10.1936)
Date
1936-10-20
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seife 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 84, 2a X. 1936 gibt, für die eine Lösung gefunden werden muß. Das Palästina-Mandat ist ein Versuch, mit einer solchen Lösung in einem gewissen Umfange zu beginnen. Kein Jude und Lein Zionist gibt sich der Meinung hin, daß nun in wenigen Jahren eine Liquidation des ganzen Judenproblems erfolgen könne. Dies ist ein Prozeß, der Jahr/efinte, vielleicht ein Jahrhundert in An- Spruch nehmen kann — eine Zeit, in der sicli vermutlieh die Lebensgrundlagen der europäischen Völker noch erheblich verändern werden. Wir Juden fühlen, daß für uns das Alte zu Ende geht und eine neue Epoche beginnt, aber wir wissen, daß bei der engen Verstrickung der Juden mit der Gesamtheit der europäischen Kultur und Wirtschaft auch die jüdische Entwicklung nur im Zusammenhänge mit der allgemeinen vor sich gehen kann. Niemand kann mit Bestimmtheit sagen, welchen Formenwamlcl wir noch durcloumachen haben. Aber das eine haben wir ein für allemal erkannt: daß unser zukünftiges Leben in die Kontinuität der jüdischen Entwicklung hineingehört und daß es daher für uns von unerläßlicher Wichtigkeit ist, uns wieder in den jüdischen Bezirk einzuglicdern und als jüdische Gesamtheit organisch empfinden zu lernen. Der Aufbau des jüdischen Nationalheims ist schon heute eine der stärksten gemeinschaftsbildenden Kräfte, die wir haben. Die Beratungen der Kgl. Kommission werden daher ganz tief in das gesamte jüdische Lehen ein ״reife״. Es kommt viel darauf an, den Mitgliedern der Kommission hiervon den richtigen Eindruck zu gehen. Denn es handelt sich bei diesen Verhandlungen in Jeitmalein um mehr als eine bloß richterliche Funktion. Ls handelt sich um die Ab- Schätzung geschichtlicher Kräfte und geschichtlicher Not- Wendigkeiten. Dabei kann der Umkreis des Gegen- Standes nicht weit genug gezogen werden. Es gehört dazu nicht nur Verständnis für die Tatsache Palästinas und der orientalischen Welt, sondern auch eine Erkenntnis der Juden frage Europas in allen ihren ErschciiiungTormt-n und letzten lindes eine Berücksichtigung der politischen, wirtschaftlichen und geistigen Entwicklungen, in deren Bereich die Juden zu leben haben, mit denen sie zu rechnen haben und von denen ans die!־'rage ihrer Zukunft als; ein objektives Problem ersten Ranges sich aufdrängt. Lady Reading zur jüdisch-arabischen Frage London, 15. Oktober. (JTA.) In einer Veranstaltung zionistischer I rauen in Maiicbe-uer lu-zeichnete I. a d v Reading «he Wiederherstellung des Lriedens in Palästina und den beginn des normalen Lehens int Lande als einen Markstein in der Geschichte der Juden. Manchen Arabern falle es schwer, zu glauben, dall die Juden sie nicht beherrschen wollen. Denn die Araber seien jahrhundertelang immer von verschiedenen Mächten beherrscht worden, und man müsse sie daher jetzt erst zu der neuen Auffassung erziehen. Diejenigen, die auf die Verhängung des uneingeschränkten Kriegszustände» in dein Land gedrungen hätten, seien sich vielleicht nicht darüber im klaren gewesen, was ein so drastischer Schritt bedeutet hätte. Ls sei klug gewesen, daß eine solche Entscheidung nicht getroffen wurde. Die Juilcn, erklärte die Rcduerin weiter, seien bereit, friedlieh mit den Arabern z. u s a m in e 11 z 11 k o m 111 e!1 und alle Differenzen zwischen den beiden Volksstämmen zu bcgraben, unter gegenseitiger Anerkennung des Grundsatzes, daß keiner den anderen beherrschen soll. Unter der arabisehen Intelligenz, gehe es zahlreiche Vertreter gemäßigter Anschauungen, die »!111 über die Entwicklung des Landes freuen und einwliei!, daß eohne jüdische» <11:111 und ohne jüdische Arbeit dazu nicht gekommen wäre. Auch sie seien für den Flieden, damit die arabische Bevölkerung aus dem Fort'dnitt des Lande» Nutzen ziehe. Mifal Bizzaron und Transferverhandlungen. in Polen \\ a r»r 11 a 11, 15. < )kiober. (JTA.) Die Aktion für den Mifal habiz/aron m.ulit in Polen sehr gute Fortschritte. Aus allen < iciuciihIcii w 11 den .»,hon jetzt a n»g' Imete Li gebnisse gemeldet. Die l.i'inbeigcr JudPcIie (iciinimli hat von sich aus «inen Beitrag von 5000 /lotv gelobtet, i )11־ Agudas Jisroel hat eine eigene Aktion ,,für die < )pf«׳r der Palästina- Unruhen" ciiigvlntct. Die Vei bandiungcii über einen P a II! s f i n n t r a n s f er sind vorläufig zu einem Stillstand gekommen. Trotz, der von fünf Vertretern der Jewi-h Agency und zv. ei Vertretern anderer jüdischer Organisationen imti riiommeiien Anstrengungen scheint es nicht möglich, eine sofortige Losung de» Transferproblems herbeizufuhrcu. Ausschreitungen an der Warschauer Universität Warschau, 14. Oktober. (JTA.) An der Warschauer Un iversität sind neuerlich j u d e n f e i n d i i c h e Ausschreitu 11 gen durch nationaldcmokratisihe Studenten hervorgerufen worden. An mehreren Fakultäten wurden die jüdischen Studenten aufgefordert, nur die Plätze aut der linken Seite der dorsale eiimmelmieii. Als die jüdischen Studenten dieser Aufforderung nicht entsprachen, stürzten sich die Nationahlcmokratcn unter iudc-iifeindlichen •Ausrufen auf sie. Ein jüdischer Student wurde bei diesen Zusammen- Stößen erheblich verletzt. Autonomie für polnische Juden? Die ״Berliner Börscn-Zcitung“ vom 12. Oktober meidet aus Warschau: Ende der vorigen Woche tauchten in den polnischen Blättern Nachrichten auf, nach welchen die Regierung die Absicht hätte, die Organisation der jüdischen Gemein• den in Polen um/ugcstalten und ihnen eine Autonomie auf breiter Grundlage zu gewähren. Das I laupthlatt des Judentums in Polen, ״N o w y Dziennik“, welches in Krakau erscheint, erhalt zti dieser Angelegenheit nunmehr von seinem Warschauer Berichterstatter die folgende Meldung, welche die ersten Nachrichten bestätigt: die polnische Regierurig gedenke tatsächlich, den jüdischen Gemeinden eine politische und soziale Selbstverwaltung zu geben, ln Warschau soll ein üencralrat aller jüdischen Gemeinden gebildet werden, dem die CicnicindeVorstände in den verschiedenen Gebieten Polens unterstehen würden. Jüdische Angestellte öffentlicher Betriebe Die ״Juristische Wochenschrift“ vom 17. Oktober veröf• fentlieht ein Urteil <les Landesarbeitsgerichts Breslau vom 2-1. Juli 1936, nach welchem jüdische Angestellte keinen Anspruch auf Weiterbeschäftigung in öffentlichen Betrieben haben. Die Entscheidung hebt eingangs hervor, daß gesetzliche Bestimmungen, die eine Weiterbeschäftigung jüdischer Angestcllter in öffentlichen Betrieben allgemein ausschließen, bis- 11 er nicht ergangen seien, daß cs einer besonderen gesetzlidien Regelung über die Behandlung der noch im Bcschäfti״ungsvcrhältnis zu einer öffentlichen Körperschaft stehendm jüdischen Angestellten aber auch gar nicht bedürfe, denn die in Frage kommenden Belange seien auch schon im Rahmen der bestehenden gesetzlichen Bestimmungen zu würdigen. In den Urteilsgründen heißt es sodann u. ,,Die Aufgaben de» Staates und die Tabaiiie, daß die von ihm ״c׳lei!e;en Hctik'lie den juivalen Hitiieben vorbildlich sein sollen, vedanaen t:-, daß be-ondcis in diesen Bcuießen die nutionakuzinlistiselicn örundsätie unbedingt durchgeführt weiden. Per § 4 BehAng.- T.irVcr. in der Passung vorn 22. November 1035 bestimmt deshalb im R.ihint-n die er I Jurchfülirung natinnaUnzialRtiacher Grundsätze, dniJ jeder AnaeUtT.k dein Dürrer des Deutschen Reiches Treue und (ichoisam sowie gewissenhafte und uncigennüttige Erfüllung seiner I )iciviiiiilicgenhi i!en zu gelolnm halte. Er verlangt also nicht nur treue und gewhsenhafte Erfüllung »einer Dienstobliegenheiten, sondem darüber hinaus das Gelöbnis der Treue und des Gehorsams gegenüber der Person des Führers. Es setzt also eine innere Ver- Bundenheit mit dem Führer und der von ihm vertretenen Weltanschauung voraus, die eine Jüdin nach ihrer innersten Ueberreugunj und Anschauung unmöglich besitzen kann. Die Klägerin kann daher das Treuegelübnis in dem umfassenden und tiefer, Sinne, wie es gemeint und verlangt wird, bei richtiger Auffassung nicht leisten, es kann ihr auch nicht zugemutet werden. Der Auffassung des Vorderrichten,, wonach et der Klägerin selbst überlassen bleiben müsse, ob sie das Trcuegclöbuis mit ihrer innersten Uebcraeugung vereinbaren könne, ist daher nicht beiaupflichten. Es kommt somit auch nicht darauf an, ob die Klägerin in ihier Stellung einen Einfluß auf staatliche Maßnahmen hat oder nicht und ob sie eine verhältnismäßig untcrgcmdiietc 1 ätigUät hat. Vielmehr folgt die Notwendigkeit ihrer Entlassung — im Interesse der Einheitlichkeit des Betriebes der Beklagten daraus, daß es ihr —. ohne Rücksicht darauf, ob sie zur Ablegung des Gefolgschaft!,gelöbniwes aufgefoidert worden und bereit Ist, oder nicht — auf Grund ihrer Kas»efrcnulheit nicht möglich isl, dem 1•!ihrer de» deutschen Volkes das Treuegelöbnis im wahren Sinne zu leisten. Bei den persönlichen Verhältnissen der Klägerin trifft sie ihre Entlassung zwar hart. Es wird auch wenige Falle geben, in denen die Kündigung nicht eine solche Härte für den Gekündigten enthält Uägt inan hier alter die hehler-eiligen Belange der Parteien ab. So werden nach den obigen Ausführungen die allgemeinen Belange der Beklagten die persönlichen Belange der Klägerin doch derart überwiegen, daß die Kündigung auch nicht als unbillig hart angesehen werden kann.“ Pariser Brief Von unserem Berichterstatter K. Paris, 17. Oktober Die syrische Streikbewegung Der Streik in Svrien, der vergangene Woche ausbrach, hält an, doch hat die Bewegung ruhigere Formen angenommen. An einzelnen Stellen ist auch bereits eine Wiederaufnahme der Arbeit festzustellcn. So sind in Aleppo die meisten Zigarettenarbeiter wieder in die Betriebe zurückgekehrt. Dagegen hat in Damaskus die Streikbewegung in vollem Umfange an. Die Verhandlungen mit den Vertretern der libanesischem Republik werden aller Wahrscheinlichkeit nach noch in diesem Jahre durchgeführt werden. Ziel dieser Verhandlungen ist bekanntlich die Gründung einer unabhängigen libanesischen Republik mit der Hauptstadt Beirut, die nach dem Vorbilde Syriens mit Frankreich durch einen Allianzvertrag verbunden sein wird. Justin Godarts koloniale Mission Der bekannte radikal-sozialistische Senator und frühere Minister G o d a r t, der vielfach als warmer Freund der zionistiseben Bewegung liervorgctretcn und u. a. auch Vorsitzender des französischen propalästincnsUchen Komitees ״France- Pnlcstine“ ist, ist von der französischen Regierung mit einer wichtigen Mission betraut worden, die nicht nur aus person eilen, sondern auch aus sachlichen Gründen von allgemeinem Interesse ist. Senator Godart hat von der Regierung den Auftrag erhalten, die französische Kolonialpolitik vom sozialen Standpunkt aus zu untersuchen. Das besonderc Ziel der Reise ist, die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Eingeborenen in .den französischen Kolonien zu verbessern. Die französische Regierung beabsichtigt das Werk der sozialen Reform, das sic in Frankreich durch die neuen Sozialgesctzc unternommen hat, auch auf die Kolonien auszudehnen. Godart soll an Ort und Steile untersuchen, in welcher Form die sozialen Gesetze am besten den kolonialen Bedingungen angepaßt werden können. Die Mission Senator Godarts fällt daher in den Rahmen der großen K o 1 on i a I c n q u e t e, die von der Regierung unternommen worden ist. Auch Kolonialminister Moutet hereist augenblicklich die französischen Kolonien, um sich an Ort und Steile von den Problemen Rechenschaft zu geben״ Senator Godart hat sich von Marseille aus nach F r a n z ös is c h -1 n d o c h i n a ciugeschifft. Er wird von dort aus nach Reunion und Madagaskar fahren und im April 1937 nach Frankreich zurückkehren. Die Wahl ustin Godarts für diese Mission wird von der französischen ,resse begrüßt, da Senator Godart als mehrfacher Arbeits- und Wolilfahrtsministcr, sowie infolge seiner Interessen für humanitäre Fragen, besonders gute Voraussetzungen für die Durchiülirung dieser schwierigen Aufgabe mitbringt, Mifal Bizzaron Die Kampagne für den Mifal Bizzaron hat in Frankreich am 15. Oktober begonnen. Die Zeichnungskampagne wird in den ersten Wochen vor allem in privaten Zirkeln durchgeführt werden, in denen prominente Zionisten über die zionistische Lage berichten werden. Eine besondere Note erhält die diesmalige Kampagne in Paris durch die aktive Teilnahme deT Sephardim, die in der letzten Zeit ein wachsendes Interesse für die Fragen des Palästina-Aufbaus bekundet haben. U. t. wurde auch in den letzten Monaten eine zionistische Organisation der Pariser Sephardim gegründet. In den ersten Noveniberwochen soll die Aktion dann in einer großen Pariser Massenversammlung ihren Höhepunkt finden, in der führende französische Zionisten und Ralästiiiafreunde sprechen werden. Durch ein Abkommen zwischen Keren Hajessod und Keren Kajemeth ist die reibungslose Durchführung der Arbeit für den Sonderfonds bis Anfang Dezember gesichert. Frankreich soll für den Mifal '/» Million Frcs. auftringen. Zum erstenmal werden auch in einigen Pariser Synagogen Versammlungen zugunsten des Mifal stattfinden. Eine Weltorganisation der jüdischen Jugend? Von Paris aus werden zur Zeit Versuche unternommen, eine Zusammenarbeit der führenden jüdischen Jugendorganisationen im Rahmen einer ״Weltorganisation der jüdischen Jugend“ zustande zu bringen. Im August fand bereits in Genf unter Leitung von Jacques J e f r o y k i n und O. T ecuciano eine vorbereitende Konferenz statt, in der die Gründung der ״Weltorganisation der jüdischen Jugend" beschlossen wurde. Die Durchführung der Vorarbeiten für diese Gründung ist jetzt Leon Kubowitzki (Brüssel) übertragen worden. Das Initiativkomitee hat einen Organisationsnlan für die geplante Organisation ausgearbeitet, der einem Referendum der intertssierten Kreise unterworfen werden soll, Es bleibt abzuwarten, in welchem Maße eine Verwirklichung dieser weitgehenden Pläne möglich sein wird. Mendelssohn-Renaissance in Frankreich Das Pariser Musikleben stellt seit einiger Zeit im Zeichen eines wachsenden Interesses für die Werke der romantischen Schule. Vor allem sind sowohl in zahlreichen Konzerten wie im französischen Rundfunk verschiedene Werke von Felix Mendelssohn aufgeführt worden. Neben der ״Sommernachtstraumsuite“ und der beliebten ״Fingalsgrotte“ wurden auch einige Mcndelssohnsche Syinnhonicn, z, B. die schottische Symphonie und die italienische Symphonie von Rabaud und Pierre Monteux vorgeführt. Auch verschiedene Jugendwerke des Komponisten kamen im Radio zu Wort. Unter diesen Umständen glaubt der Musikkritiker des ״Figaro“ von einer ״Rückkehr zu Mendelssohn“ sprechen zu können, die von ihm warm begrüßt wird. Palästinensisch« Wissenschaft in Frankreich Dr. Israel Reichert vom Landwirtschaftlichen Institut in Rechoboth hat vor einiger Zeit in Pariser wissenschaftlichen Gesellschaften verschiedene Vorträge über seine Wissenschaftliehen Arbeiten im Vorderen Orient gehalten. Als Folge dieses Besuches von Prof. Reichert ist eine regelmäßige Verbindung zwischen dem landwirtschaftlichen Institut in Rechoboth und den wissenschaftlichen Institutionen in Paris, insbesondere mit dem Institut Botanique, hcrgestellt worden. In Paris hat sich außerdem eine Gesellschaft der Freunde des Institutes in Rechoboth gebildet, die unter dem Vorsitz von Maitre Mirtil steht. Aufgabe dieser neuen Gesellschaft ist es, dem Institut in Rechoboth wissenschaftliche Instrumente sowie die einschlägigen französischen Publikationen zur Verfügung zu steilen. IN ALLER KURZE Auf dem Deutschen Rechtshistorikertag In Tübingen sprach laut ״Berliner Tageblatt“ Reichsminister Dr. Frank. Fr erklärte u. a.: ״Wenn man sagt, wir Nationalso/ialistei! seien gegen die Betätigung der Juden in der R c c h t s w i s s e n s c 11 a f t, es sei einer Kulturnation umvürdig, dem Antisemitismus zu huldigen, dann können wir nur sagen: Wir haben nichts gegen das jüdische Volk, es möge leben wie es will, wir wehren uns nur dagegen, daß aus jüdischem Denken heraus unser deutsches Wollen verfälscht werden soll.“ Auf der Tagung, die unter dem Leitgedanken ״Recht und Volkstum1‘ steht, referierte Prof, Herbert Meyer (Güttingen) über ״Volkstum, Rasse und Recht“. Wie Professor Walter Frank bei der Jahrcstagung des ״Reichsinstituts für tiesehiehte des neuen Deutschland“ mitteilte, hat Geheimrat Prof. Dr. Philipp Lcnard im Rahmen der ״Forschungsahteilung Judenfrage des Reichsinstituts für Geschichte des neuen Deutschland“ die Leitung des Referats ״Das Judentum in der Naturwissenschaft“ übernommen. Der Bürgermeister von Elf wangen hat laut ״Frankf. Zeitung“ vom 18. Oktober im Einvernehmen mit den Ratsherren beschlossen, daß in Zukunft Juden und solche Personen, die mit Juden Geschäfte tätigen, auch politisch Unzuverlässige und solch«, die sich gegen die Grundsätze der nationalsozialistischen Weltanschauung ablehnend verhalten, vom städtischen Orurulstückserwcrb sowie bei Verpachtungen ausgeschlossen bleiben. Der litauische Staatspräsident Smeforta hat Wladimir Jabotinsky empfangen. Am Abend hielt Jabotinsky im litauischen Rundfunk einen Vortrag über die Unruhen in Palästina und den Zionismus. Die neugewählte Repräsentanz der Warschauer J ü d i s c 11 e n G cmeinile hat die Wahl eines neuen Gemeinde- Vorstandes vorgeriom inen, le 15 Stimmen entfielen auf die Kandidaten des Bund und der Agudah, denen je 5 Vorstandsiitze eingeräumt wurden. Von den Zionisten wurden 3 Gemeindevorsteher mit 9 Stimmen gewählt. Auf die Misrachisten entfielen 5 Stimmen und ein Sitz, auf die Poale Zion 3 Stirnmen und ebenfalls ein Sitz im Oemeindevorstand. Wie die Jüdische Telegraphen-AgentiiT erfährt, ist von dem englischen Ministerrat eine U n t e r k om m i s s! o n eingesetzt worden, die über Maßnahmen zur Bekämpfung der judenfeindlichen Propaganda der englischen Faschisten beraten soll. Im Alter von 66 Jahren ist In Otwock bei Warschau der unter dem Namen ״Parissower Rabbi" bekannte ehassi■ dische Rabbiner Jehoschua Ascher Rabinowicz gestorben. Aus Saudis. Dieser Tage wurde hi Dschedda eine Vereinbarung der britischen Regierung mit der Regierung von Saudia abgeschlossen, in der die englische Regierung mit Rücksicht auf bestimmte von der Saudia-Regierung in• zwischen erlassene Gesetze auf ihr im Vertrag von 1927 zugesichertes Recht. Sklaven, die zur britischen Gesandt• schaft Zuflucht nennten, in Freiheit zu setzen, verzichtet. In den erwähnten Saudi-Gesetzen werden die Bestimmungen über die Sklaverei modifiziert, die Sklaverei eingeschränkt und die Freilassung erleichtert. Der Vertrag ist für um interessant, weil sich daraus ein Einblick in die Verhältnisse von Saudia-Arabien ergibt, das ein direkter Nachbar Palästinas ist. — In verschiedenen Zeitungen wird aus der letzten Zeit auch berichtet, daß die Beziehungen zwischen Saudia und Italien sich wieder enger gestaltet haben. In Kürze sollen, wie schon früher, wieder fünfzig arabische Offiziers• schüler in Rom als Flugzeugführer ausgebildet werden. Hauptachrift leiten Dr. Robert Welt ich, Berlin Charlottenburg (itieh verantwortlich für die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter! Kart Loewenitein, Berlin W 15. Anieigenleiter und verantwort- Uch für den Inhalt der Anteigen: Hermann Finn, Berlin W IS- Gültig Anteigen ־ Preidist« S vom 1. April 1834. Verlag und An- *eigenveiwaltungt füdiwhe Rundschau, Berlin W15. MeinekeaUr. 1& D.-A. September 35 118. — Drucks S. Scholem, Berlin - Schöneberg.

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