Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 83 (16.10.1936)
- Date
- 1936-10-16
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Und während der Verhandlungen lasen die ״Times“ sogar den englischen — Militärsach verständigen die Leviten, die durch ihre Forderung nach ״hundertprozentiger militärischer Sicherheit des Suezkanals“ das Zustandekommen des Vertrages zu gefährden schienen. Man empfindet alles, was über das unvermeidliche Maß hinaus das Verhältnis zu den ״Anliegern“ der Empire-Straßen erschwert, als ״Ballast“, den man abwirft, sogar mit einem nicht unerheblichen Risiko. Daher die große Befriedigung in London über den Abschluß des anglo-ägyptischen Vertrages. Aber das Echo in Kairo zeigt, daß das Experiment nicht übermäßig gut gelungen ist, und wäre nicht die Angst vor Italien, so träte die ägyptische Unzufriedenheit noch weit stärker in Erscheinung. Und hier berührt das, was in Aegypten vor sich gellt, direkt und indirekt Palästina im stärksten Maße. Direkt; die militärischen Sicherer der Empire-Wege sind von Aegypten aus ״ein 1 laus weiter gegangen“ — und sind damit nach Erez Israel gelangt. Manche meinen, daß für den britischen Generalstab die palästinensischen Unruhen nicht unwillkommen kamen, denn sie geben einen Anlaß zur Vervielfachung der palästinensischen 99 Garnison, während die ägyptische reduziert werden muß und viel von ihrer Ikwegungsiiiöglichkeit verliert. Aber hinter dieser strategischen Verschiebung steht eine für uns viel wichtigere, politische Frage. Wird man in Palästina die Politik des ״B a 11 as t - A b w e r f e n s“ fortsetzen — und gehört das J ü d i s c h e Nationalheim zu diesem ״Ballast“ oder nicht? Ein geistvoller Engländer hat dieser Tage beschrieben, wie wundervoll es wäre, wenn die moderne Technik cs ermöglichte, die Britischen Inseln von ihrem Untergnuul in der Nordsee zu lösen und durcli Schlepper in den Indischen Ozean bringen zu lassen. Dort, halben Weges zwischen Indien und dem werdenden ostafrikanischeu Dominion verankert, wäre England mit einem Schläge fast alle seine politischer! Sorgen los: es brauchte sich nicht mehr um den europäischen Hexenkessel zu kümmern und hätte es nicht mehr nötig, auf die Dauer unhaltbare Empire-Straßen zu sichern. Daß dieser Traum eine Utopie ist, hat für uns Juden seine doppelte Bedeutung. Wäre die Utopie zu verwirklichen, so würde England ganz Palästina als ״Ballast" über Bord werfen — selbst das Mossuiöl würde dann nach Basrah fließen, statt nach Haifa. Da sie nicht realisierbar ist, gibt es für uns zwei Perspektiven. Entweder England ist entschlossen, in Palästina einen ״Sicherungs-Ersatz“ für Aegypten zu finden, und zwar Ersatz für jene ״hundertprozentige" Sicherheit, auf die es in Aegypten verzichtet hat. Dann muß es das Jüdische Nationalheim als einen wesentlichen Faktor dieser Sicherheit betrachten und sich ihm gegenüber entsprechend verhalten. Oder auch hier wird nur das unerläßliche Minimum der Sicherheit erstrebt — und dieses durch ״Abwerfen von Ballast“ zu erreichen gesucht. Vielleicht wird sich England in seiner Wahl erst entscheiden, nachdem man mehr Erfahrung gesammelt hat, ob das ״Abwerfen von Ballast“ wirklich ein Mittel zum ersehnten Ziel ist. Es wäre vorschnell, diese Frage schon heute bejahend oder verneinend zu beantworten. Aber sie kann das Schicksal des Jüdischen Nationalheims werden, und darum ist die Beobachtung dessen, was sich heute in Aegypten abspielt, für Palästina von der größten Bedeutung. Denn die politischen Möglichkeiten im voraus zu erkennen, ist die erste Voraussetzung dafür, daß man sich gegen sie wappnet. ,England und Aegypten“ Das Dilemma der Juden“ Zu den Krawallen in Ost-London Die Unruhen im Londoner East End am 4. Oktober, die sich. inzwischen am 11. Oktober wiederholt und zur Demolierung jüdischer Läden geführt haben, haben zu einer sehr ausgedehnten Diskussion in der Londoner Presse Anlaß gegeben. Fast allgemein wird die Meinung ausgesprochen, daß ein organisierter Marsch uniformierter Faschisten nach dem East End als vorsätzliche Ruhestörung betrachtet werden müsse. Besondere Aufmerksamkeit fand der Brief eines Augenzeugen, der von der ״Times“ an hervorragender Stelle abgedruckt wird. Dieser Augenzeuge weist darauf hin, daß der beabsichtigte Marsch der Faschisten schon darum Widerstand erwecken mußte, weil die Juden in Withcchapc! am Sonntag ihren traditionellen Markt ablialten und das üeschäftsleben, von dem die Existenz dieser Menschen abhängt, durch die Demonstrationen sehr gestört werden müßte. Aber man müsse direkt annehmen, daß die Faschisten gerade diesen Stadtteil nur aus dem Grunde gewählt haben, weil sie gewußt haben, daß sie dort Widerstand finden werden, und weil ihnen eben daran lag, öffentliche Unruhen zu erzeugen. Dieselbe Ansicht vertreten daain noch eine ganze Reihe anderer Einsender. Unter ihnen ist hervorzuheben Lady Margot Oxford, die Witwe des unter dem Namen Asquitb (später Lord Oxford) bekannten englischen Ministerpräsidenten, die in ihrem Briefe ausspricht, daß die englische Bevölkerung niemals eine Verfolgung der Juden zulassen werde. Der Leiter einer jüdischen sozialen Fürsorge-Institution in Whitechapel, Basil Henriques, drückt wohl in seiner Zuschrift an die ״Times“ die Stimmung der Juden am zutreffendsten aus. Die Juden, so schreibt er, sind in einem schweren Dilemma und wünschen dazu den Rat der übrigen englischen ״Oeffentlichkeit. Hättet! sie die Opposition gegen den faschistischen Marsch nicht mitgemacht, so wären sie in Ost-London als Feiglinge bcschimpft worden; wenn sie aber mitmachen, bezeichnet man sie als Gegner der demokratischen Redefreiheit. Halten sie sieh von den faschistischen Versammlungen fern, dann können die dort gegen die Juden ausgestreuten Verleumdungen uner* widert durchgehen; wenn sie aber zugegen sind, dann ist es selbstverständlich, daß sie darauf antworten, und so wird schließlich das. Ziel der Provokateure, Unruhe zu stiften, erreicht. Die einzige Partei, die sich mit den Faschisten io offenen Kampf einläßt, seien die Kommunisten, und da die Juden sich gegen die faschistischen Beschimpfungen verteidigen müssen, so geraten sie auf diese Weise, entgegen den politischen Ueberzcugungen der großen Mehrheit der Juden, unwillkürlich in die Gesellschaft der Kommunisten; dies wird aber dann als ein Argument benutzt, um wieder den Antisemitismus zu verstärken. Was sollen, so fragt der Schreiber schließlich, die Juden unter diesen Verhältnissen tun? Der Kirchenrat von Wombwall hat einstimmig eine Resolution gefaßt, in der die Judenhetze grundsätzlich verurteilt und die Regierung aufgefordert wird, der Judenhetze im Londoner East End sofort ein Ende zu machen. Eine ähnliehe Resolution hat die Diözesankonferenz von Chelmsford gefaßt. Der Präsident des Geheimen Staatsrats und stellvertretende Ministerpräsident Ramsay Mac Donald hat ebenfalls in einem Interview in Edinburgh gegen die antisemitische Propaganda der englischen Faschisten Stellung genommen. Sir Oswald M o s I e y hielt bei einer Schwarzhemden- Versammlung im Stadion von Liverpool eine Ansprache, in der er sich u. a. mit dem Judenproblem auseinandersetzte. Nach dem Bericht des ״Angriff“ erklärte er hierzu: ״Unsere Haltung gegenüber den Juden wird die sein, daß diejenigen Juden, die die Interessen der Judenschaft vor die Interessen unseres Vaterlandes stellen, aus dem Lande herausmüssen. Wir haben einst im Weltkriege gegen Deutschland gefochten. Damals handelte es sich um eine britische Angelegenheit. Wir werden Deutschland aber nie wieder bekämpfen, wenn es sieh um die Judenfrage handelt.“ Die Lage nach dem Streik-Abbruch Eia Vortrag von Proi. Brodotaky London, 12. Oktober. (JTA.) Zu Ehren von Frau I. M. Sieff und des Leiters der politischen Abteilung der Exekutive der Jewish Agency in London, Prof. Selig ßrodetsky, die von einer im Interesse des Keren Hajessod unternommenen Reise nach Südafrika zuriiekgekehrt sind, veranstalteten die English Zionist Federation und die Abteilung des Keren Hajessod für Großbritannien und Irland in London einen Empfang, bei dem Prot. Brodetsky im Anschluß an seinen Bericht über die Aktion in Südafrika zu der politischen Lage nach dem Abbruch des Araberstreiks in Palästina Stellung nahm. Der politische Kampf Für uns als Juden und Menschen, erklärte Prot. Brodetsky, kann nichts willkommener sein, als daß dem Blutvergießen und Terror im Heiligen Land eia Ende gemacht wird. Wir beklagen cs, daß so viele unschuldige Juden ihr Leben unter den Händen der Terroristen eingebiißt haben. Ebenso sehr beklagen wir den Tod der Menschen, die als Angehörige der Polizei und des Heeres gefallen sind sowie den Hunderter von Arabern, die gezwungenermaßen an den Unruhen teilgcnornmen haben. Aber das arabische Manifest enthält nichts, was die Hoffnung rechtfertigen könnte, daß der Abbruch des Streiks auch eine Beendigung des Terrors bedeutet. Es ist zwar zu hoffen, daß der Terror aufhören wird, aber selbst wenn wir annehmen, daß dies geschehen wird, bedeutet das noch nicht das Ende aller Sorgen. Denn der politische Kampf, der mit den Unruhen im April eingesetzt hat, wird weiter fortdauern. Es ist nicht übertrieben, zu behaupten, daß der politische Kampf in seiner vollen Schärfe erst beginnen wird, wenn der physische Kampf beendet ist. als eine freie, ein für allemal emanzipierte Nation; wir wollen dort nicht eine hilflose Minderheit sein, mii der Mehrheiten schalten und walten können, wie es ihnen beliebt. Zum Schluß betonte Dr. Brodetsky nochmals den Wunsch des jüdischen Volkes, Seite an Seite mit dem arabischen Volk zum gemeinsamen Wohl zu arbeiten. Das gute Einvernehmen zwischen den beiden Völkern sei nur durch Unheilstiftende Politiker gestört worden. Die jüdischen Führer seien bereif, mit den Arabern zusatumenzukommen und die Probleme Palästinas zu erörtern. Wir Juden, erklärte der Redner, haben so manches vergessen und sind bereit, auch die letzten sechs Monate zu vergessen. Wir wollen, daß man uns arbeiten läßt und sind bereit, mit dem arabischen Volk zusammenzuarbeiten, frei von den Unheilstiftern, die ihnen die Gedanken an Terror und Unruhen cingegeben haben. Sitzung des Kleinen A.-C« Jerusalem, 15, Oktober. Die erste Kleinen Aktions-Comitcs der Zionistischen Sitzung des Organisation, das bei der Sitzung in Zürich eingesetzt worden ist, fand Gegen Evakuierung■-Plan« Die B e 7, i e ji u 11 g e n zwischen Großbritannien und Aegtpten von 1*114 bis 19 36 sind der Gegenstand einer Broschüre, die das Royal Institute of International Atfairs in London aU Veröffentlichung Nr. 19 seiner Informations- Abteilung herausgegeben hat (״Great Britain and Egypt 1914 -193()“, Preis 2 Shilling). Dieser knappe und vorbildlich objektive Abriß beleuchtet eines der interessantesten Kapitel der modernen Geschichte, wichtig insbesondere zur Kenntni«־ der englischen politischen Psychologie und zur Würdigung des um seine Geltung ringenden und sich allmählich durchsetzenden Nationalismus orientalischer Völker, unter denen Aegypten zweifellos eines der fortgeschrittensten ist. Die Periode des Weltkrieges wird in der Broschüre nur kurz bchandelt, so daß der eigentliche Inhalt die englisch-ägyptischen Verhandlungen von 1920 bis 1936 umfaßt. Wir sehen hier deutlich, wie in der englischen Politik zwei Richtungen miteinander ringen, von denen die eine dem ägyptischen Nationalismus entgegenkommen und dadurch die Freundschaft dieses aufstrebenden Volkes für England erwerben will, während die andere sich mehr auf die Festigung der britischen Macht- Stellung verlassen möchte. In Aegypten wird inzwischen unter der Führung von Zaghlul die nationale Bewegung zu einer unüberwindlichen Kraft zusammengeschweißt. Die Unabhängigkcitserklärung vom Jahre 1922 befriedigt die ägyptischen wünsche nicht, da sie die bekannten Vorbehalte macht, die erst 1936 abgeschafft wurden. Zwischen diesen beiden Terminen liegen alle die Stadien der englisch-ägyptischen Verhandlangen und Vertragsentwürfe, die immer wieder mit Mißerfolgen endeten. Wer diese Broschüre durchliest und die Eigenart des ägyptischen Nationalismus, der in manchen Punkten Aehnlichkeit mit faschistischen Elementen aufweist, dabei neuerlich vor Augen bekommt, wird erkennen, daß auch die zukünftige Gestaltung des englisch-ägyptischen Verhlltnisses noch keineswegs ein gelöstes Problem ist. h. Nach einem Hinweis auf die Bewährung des Jischuw in moralischer und wirtschaftlicher Beziehung während der Unruhen stellte Prof. Brodetsky es als die eigentliche Gefahr für den Jischuw hin, daß er gewissermaßen in die politische Weltarena geworfen worden sei. Ratschläge kämen von verschiedenster Seite, von solchen, die die Verhältnisse kennen, und anderen, die sie nicht kennen. Ein edler Lord habe Uganda erwähnt, das den Juden angeboten und von ihnen abgclehnt worden ist, und das der Lord nun aufs neue anbietet. Ein anderer guter Freund habe Madagaskar genannt. Die größte Gefahr aber liege darin, daß manche auf den Gedanken gekommen sind, den Zionismus dazu zu benutzen, um ihre Juden los zu werden. Die polnische Presse erkläre jetzt, die Juden müßten nach Palästina gehen, nicht, weil es ihre Aufgäbe sei, Palästina aufzubauen, sondern weil Polen seine jüdische Bevölkerung los werden müsse. Dieses Unheil sei teilweise durch die Ausführungen bewirkt worden, die ein Zionist vor kurzem in Warschau gemacht habe. Ich bin kein Feind Jabotinskys, sagte Prof. Brodetsky, aber ich glaube, daß er dem jüdischen Volk einen traurigen Dienst erwiesen hat. Auch in Südafrika könne man offene und versteckte Angriffe gegen die Juden fcsfstcllcn, sogar im Parlament sei ein solcher schon erhoben worden. In England sei die Lage nicht ganz so, aber auch b1'“־ c'" der Tritt der Schwarzhemden zu vernehmen. in Jerusalem unter dem Vorsitz von Ussischkin statt. David Ben-Gurion gab einen ausführlichen Bericht über die politische Situation, wie sic sich nach der Beendigung des Streiks darstellt und über die gesamte politische Entwicklung der letzten Zeit. An der nachfolgenden Diskussion nahmen als erste Redner die Herren Suprasky, Jaari und Ussischkin teil. Der Präsident der Jewish Agency und der Zionistisehen Organisation, Dr. Chaim Weizmann, hat (nach einer JTA.-Meldung) an das ln Jerusalem^ tagende Kleine Aktions-Comitö ein Telegramm gerichtet, in dem er verlangt, daß die Tagung feste Beschlüsse zur Araberfrage faßt. Weizmann schlägt vor, daß das Kleine Aktions-Comitö eine Deklaration erlasse, in der es sich für den Grundsatz politischer Parität zwischen Juden und Arabern ausspricht und feststellt, daß dieser Grundsatz sowohl jetzt gelten solle, da die Juden in Minderheit sind, als auch für den Fall, daß die Juden einmal die Mehrheit bilden sollten. Die Tagung wurde nach einem Schlußwort von David Ben G u non, der den Rednern, die in der Debatte gesprochen hatten, antwortete, vom Vorsitzenden M. M. Ussischkin geschlossen. Es wurden zwei Kommissionen eingesetzt, die bis zur nächsten Tagung des Kleinen Aktions-Comites. die in acht bis zehn Tagen stattfinden soll, den Wortlaut der zu fassenden Resolutionen ausarbeiten werden. Amerika und Palästina Dar Sinn das NntionaUaainas Den Beziehungen zwischen Juden' und Arabern in Palästina sich zuwendend, erklärte Prof. Brodetsky, es handele sich nicht darum zu beweisen, daß dk Araber unter der zionistischen Arbeit nicht zu leiden hatten und durch sie nicht von ihrem Boden verdrängt wurden. Daß dies nicht der Fall war, sei allgemein bekannt. Wollt aber handele es sich darum, auf den RccFiten zu bestehen, die das jüdische Volk auf Palästina besitzt, in Palästina dürfe kein neues Ghetto entstehen, und das wäre der Fall, wenn die Einwanderung gesperrt werden würde. Auch die Einteilung des Landes in Kantone, von denen die einen von Juden, die anderen von Arabern bewohnt werden sollen, würde das Jüdische Nationalheim in seinem jetzigen Umfang erstarren lassen. Was jetzt in Palästina vorhanden ist, seien erst die ersten Grundlagen des J ü■; dischen Nationalheims. Unter einem solchen sei ein umfassendes, großes Nationallebcn in Palästina zu verstehen. Wir haben es ahgelchnt und werden es immer ab- Mönen, sagte Prof, Brodetsky, i& Palästina wenig« zu »ein New York, 12. Oktober. (JTA.) Nach Abschluß der Artikelserie des Senators Royal S. C o p e I a n d hat die Hearst-Presse nunmehr niit der Veröffentlichung einer zweiten Artikelserie über Palästina begonnen, deren Verfasser Senator Warren R. Austin aus Vermont, ebenfalls ein Teilnehmer an der Studienreise amerikanischer Senatoren nach Palästina, ist. Senator Austin weist in seinem ersten Aufsatz auf die 1924 zwischen England und den Vereinigten Staaten abgeschlossene Mandatskonvention als formelle Rechtsbasis für eine Untersuchung der Lage in Palästina durch den amerikanischen Senat hin. Auf Grund dieses Vertrages, schreibt der Verfasser, sind die Amerikaner offenkundig oerechfigt — wenn nicht verpflichtet —, Gesetzlosigkeit, bürgerliehen Ungehorsam und verbrecherisches Verhalten, wie es jetzt in Palästina herrscht, zu untersuchen und Beschwerden und Forderungen nach Abschaffung oder Aenderung des Mandats zu prüfen. Die ״Harburger Anzeigen und Nachrichten“ berichten von einer Kundgebung auf dem Kreishandwerkertag in Harbürg, auf dem Kreisleiter Drescher sprach. Er safte nach dein Bericht des Blattes: ״Wundern müsse man sich auch, daß noch immer jüdische Geschäfte existieren könnten. Wenn alle Frauen wahre Nationalsozialistinnen wären, dann hätten wir jüdische Geschäfte heute nicht mehr.“ Haaptichriftleiteri Dr. Robert Weltich, Berlin Charlottenburg 9 . (auch »«antwortlich für die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter: Kurt Loew enstein, Berlin W IS. Anreigenleiter und verantwortlieh für den Inhalt der Anzeigen; Hermann F i n n, Berlin W 15. Gültig Anzeigen Preisliste 6 vom 1, April 1938. Verlag und Anteigen vmwaltung: lüdhehe Rundschau, Berlin W 15, Meinekestr. 1h D.-A. September 35 112. — Druck: S, Schalem, Berlin ScWneberg. «