Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 82 (13.10.1936)
- Date
- 1936-10-13
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 82, IX X. 1936 Für jüdischen Aufbau und nationalen Ausgleich PaläetinaresoinUon der Laboar Party Der in Edinburgh tagende Kongreß der British Labour Party (Arbeiter-Partei) hat in seiner Sitzung vom 8. Oktober die Stellungnahme der Partei zum Pa- I ä s t i n a p r o b I e m in einer Entschließung festgelegt. Die einstimmig angenommene Entschließung hat folgenden Wortlaut: ״Der Kongreß bringt die fortdauernde Unterstützung fn Erinnerung, die die britische Arbeiterbewegung der Errichtung eines National lie! ms für das jüdische Volk in Palästina gewährt hat; in der Erkenntnis, daß den Interessen sowohl der jüdischen wie der arabischen Arbeiter nur durch herzliche Kooperation gedient werden kann, bedauert sie tief den Ausbruch eines Rassen- und Religions- Itampfcs, der dieses grolle menschenfreundliche Projekt zu zerstören und das jüdische Volk der Möglichkeit zu berauben droht, seine eigenen politischen, sozialen und kulturellen Einliditungen zu entwickeln. In Anerkennung des ungeheuren Fortschrittes, die in der Förderung der Wohlfahrt des jüdischen Volkes in Palästina unter dem Einfluß der bei den jüdischen Arbeitern aufgebauten starken gewerkschaftlichen Organisationen bereits erzielt wurde, hofft der Kongreß ernstlich, daß die Britische Regierung gemäß den Bestimmungen ihres Mandats in Palästina und den ihr aufcrlcgten Verpflichtungen, das Land irn Interesse von Juden und Arabern zu entwickeln, alle notwendigen Maßnahmen treffen w i r d, u m die g e g e n w artige n U 11 r u 11 c n zu b e - e 11 d c n, Der Kongreß vertraut darauf, daß nach Wiederherstellung der Urdnung durch Methoden des Ausgleichs alle Schritte werden getan werden, um die friedliche und geordnete Entwicklung Palästinas zu sichern. In Erkenntnis der Tatoache, daß Palästina infolge seiner Lage ein Punkt höchster strategischer Bedeutung und als solcher ein Gegenstand rivalisierender imperialistischer Ambitionen ist, erklärt der Kongreß, daß das land im Interesse des Weltfriedens unter internationaler Kontrolle stehen soll; er hält daher dem (irmulsatz der Re-gicrungsform des bestellenden eitglischeu .Mandats unter dem Völkerbund zwecks Sicherung gleicher wirtschaftlicher Möglichkeiten für alle i ander und eines angemessenen Minderheitenschutzes aufrecht.'* Zur Begründung des Entschließungsantrags führte die Berichterstatterin Miss Susan Lawrence, Mitglied der Reichsexekutive, u. a. aus: Die Verfolgung der Juden hat in der ganzen Welt niemals aufgehört. Sie alle kennen die Verfolgung der Juden im Londoner East End, aber das ist nichts im Vergleich zu den Leiden, die die Juden anderwärts zu erdulden haben. Darum ist es unbedingt notwendig, daß etwas getan werde, um es diesen verfolgten Menschen zu ermöglichen, irgendwo friedlich und glücklich zu leben. Dies wird dadurch angestrebt, daß den Juden in Palästina eine Heimstätte gegeben wird. Die Rednerin schilderte sodann ihre Eindrücke von «!nein Besuch der jüdischen Siedlung in Pa• la stina. Sie sei erstaunt gewesen zu sehen, was hier geleistet worden sei. Sie habe etwas vorgrfunden, das dem Utopia ähnlich war, an das die englischen Sozialisten dachten. Zwar hätten die Araber Beschwerden, diesen Beschwerden aber könne abgeholfen werden. Durchaus richtig sei es dagegen, daß die Lage des arabischen Bauern in Palästina Bedeutend besser ist als in Aegypten oder Syrien. Dadurch erkläre sich auch die Einwanderung sovielcr Araber nach Palästina. Der arabische Bauer war vom Großgrundbesitzer und vom Wucherer niedergetreten, er war orientalischer Austwitung in ihrer vollen Schärfe ausgeliefert. Der Regierung machte Miss l.awrenee den Vorwurf, daß sie nicht entsprechend der Politik für die Juden auch eine solche für die Araber festgelegt habe. Es sei zu wünschen, daß Araber und Juden in Frieden leben und mit Hille landwirtschädlicher Kredite auf dem Boden angesiedelt werden. Die British Labour Partv wolle, daß die Regierung den Arabern dieselben Bedingungen biete, wie die Juden sie haben. Palästina sei der Schlüssel des Vorderen Orients und es sei d.irum notwendig, daß seine Einwohner zufrieden«, glückliche «Menschen seien. Die jetzige Bewegung in Palästina, fuhr die Rednerin fort, werde von außen geschürt. Zwei Strömungen machen sh 11 hier geltend: die Einmischung der außcrpalästin e io i ג c h e n M oha in 111 edancr und die Intrigen der westlichen Mächte zur Erreichung selbstsüchtiger Ziele. Zum Schluß wies Miss Lawrence auf die Grundsätze der wirtschaftlichen Gleichberechtigung und des durch den Völ* kerbsmd gewährleisteten Minderheitenschutzes im Mlandatssystem hin und forderte den Kongreß auf, für die Aufrechtcrhaltung der internationalen Kontrolle in Palästina eiiszutreten. Die Rundfrage des ״Daily Express“ Die Londoner Tageszeitung ,,Daily Express“ hat, wie unser Londoner Korrespondent ln Nr. 80/81 berichtete, eine Rundfrage tiber das Palästinaproblem veranstaltet. Die Fragen wurden von über 40 IKK) Lesern beantwortet. Die erste Frage: ״Sind Sie für •die Sache der Juden?“ wurde von 20 412 Lesern bejaht; auf die zweite Frage: ״Sind Sie für die Araber?“ antworteten 10155 Leser;zustimmend; die dritte frage, ob der Betreffende weder für Juden noch für Araber, sondern für die Aufgabe des Mandats durch England sei, wurde von 10 009 Lesern bejaht. Das Blatt gibt bekannt, daß außerdem viele Leser für «Ine in den zur Abstimmung vorgelegten Fragen nicht berücksichtigte vierte Politik eingetreten seien, nämlich für «ine V er* s <i 11 n u 11 g von Juden und Arabern auf der Basis der weiteren Erschließung Palästinas. Andere Leser hätten daraut hingewiesen, daß es in England viel mehr Juden als Araber gibt und die Abstimmung somit ein einseitiges Bild geben würde. Demgegenüber stellt die Zeitung fest, da8 es ihr darum zu tun war, die Meinung englischer Bürger in England festzustellen. Das Abstimmungsverhältnis sei in dm einzelnen Teilen des Landes, in Südengland und Wales, in Nordengland und in Schottland ungefähr «las gleiche gewesen. Der Sekretär im norwegischen Außenministerium und bekannte Reiseschriftsteller Harald Juell hält am 15. Oktober in der bedeutenden Osloer Handclstandsvereinigung einen Vortrag über Palästina. Sekretär Juell ist zur Zeit auch mit den Vorarbeiten für ein Palästinabuch beschäftigt. Er widmet den Problemen des Zionismus ein warmes Interesse. Völkerbund und Judenfrage Palästina- und Auawanderungafragen Genf, 11. Oktober. (JTA.) In der Sechsten (Politischen) Kommission der Völkerbundsversammlung; kamen am 6. Oktober Fragen der Palästinapolitik und der jüdischen Auswanderung aus Mittel- und Osteuropa zur Sprache. Der norwegische Delegierte Lunde übte scharfe Kritik an dem Verhalten der Mandatarmacht für Palästina, die es verabsäumt habe, den Unruhen in Palästina schnell ein Ende zu machen. Er sprach sein Bedauern darüber aus, daß die Politik der Errichtung eines Jüdischen Nationallieims in Palästina nicht verwirklicht wurde, und verlangte, daß in naher Zukunft eine außerordentliche Sitzung der Mandatskommission elnberuten werde, die sich aus• schließlich mit der Lage in Palästina zu befassen haben würde. Von dem polnischen Delegierte« Tytus Komarnicki wurden die schou in der Vollversammlung des Völkerbundes und in der Wirtschaftskommission geäußerten Wünsche Polens im Zusammenhang mit der jüdischen Auswanderung nach Palästina und anderen Überseeischen Ländern neuerlich vorgebracht. Komarnicki verlangte, daß der Völkerbund Aufnahmeländer für die überschüssige jüdische Bevölkerung Mittel- und Osteuropas erschließe. Die polnische Regierung sei bereit, Vorschläge zur Lösung des Problems der aus wirtschaftlichen Gründen notwendig gewordenen Auswandcrung von Juden aus Polen zu machen. Was die Lage In Palästina betreffe, so vertraue Polen darauf, daß England eine Gefährdung der Durchführung des Mandats zu verhindern wissen werde. Die Entwicklung des Jüdischen Nationallieims, die von der polnischen Regierung mit Sympathie verfolgt werde, dürfe nicht durch eine Unterbrechung der Einwanderung behindert werden. N achdcm der tschechoslowakische D e 1 c - gierte das Interesse der Länder der kleinen Entente an dein jüdischen Aufbauwerk in Palästina betont hatte, versuchte der türkische Außenminister RUschdü Aras die Ansprüche der mohammedanischen Staaten auf Becin* flussung der Mandatspolitik dadurch geltend zu machen, daß er den Antrag Polens aut Erweiterung der Mandatskommission aufnahm und die Entsendung von Vertretern der Nachbarländer und der durch Vertragsrechte an, dein Mamlatsiand interessierten Staaten in die Mandatskommission empfahl. Den Debattcredncrn antwortete Lord Cranbournc. Er erklärte, England beabsichtige mit seiner Paiästinanoütik die im Mandat vorgesehenen Rechte der Juden und Araber in gleicher Weise zu berücksichtigen. Es sei jedoch der Mandatannacht, wie dies Außenminister Eden in seiner Ende September itn Völkerbundsrat abgegebenen Erklärung bereits dargelegt habe, nicht möglich, ihren Standpunkt zu der Lage in Palästina zu äußern, bevor die Verhältnisse nicht von der Kgl. Kommission untersucht wurden. Die Resolution In ihrer am 10. Oktober abgehaltenen Schluß- Sitzung hat die Völkerbundsversammiung auch den Teil des Berichtes der Sechsten (Politischen) Kommission angenommen, der sich auf das Palästina 111 a 11 d a t bezieht. In einer Resolution bringt die Völkerbundsversammlung ihre Zustimmung zu dem Bericht zum Ausdruck und erklärt, daß ״zahlreiche Delegationen den Bericht als Kundgebung des einmütigen Willens der Kommission interpretiert naben, daß Ruhe und Ordnung In dem Lande wiederhergestellt werden sollen. Die polnische Delegation betonte das Interesse, das Polen an der Entwicklung des Jüdischen Nationallieims i!1 Palästina nimmt. Sie verlangte ferner, daß neue Gebiete für die Ansiedlung von Juden aus Ost- und Mitteleuropa ausfindig gemacht werden sollen. Andere Delegationen, so heißt es in der Entschließung weiter, haben di« Bedeutung der zionistischen Aus- Wanderungsbewegung für ihre Länder hervorgehoben. Andererseits verlangten einige Delegation en, daß die Mandatarmacht den Grundsatz der Dualität fn ihrer Palästinapolitik streng wahre; daß sie einerseits die Prinzipien einhalte, die die Entwicklung des Jüdischen Nationalheims betreffen, und andererseits diejenigen, welche die Rechte der arabischen Bevölkerung gewährleisten,“ Fn der Resolution wird sodann darauf hingewiesen, daß der Vertreter Großbritanniens auf die Erklärungen Bezug genommen hat, die in der Sitzung des Völkerbund»• rate» vom 26. September 1936 im Namen der Mandatarmacht abgegeben worden sind. Diesen Erklärungen zufolge erlaube es die gegenwärtige Lage in Palästina der Mandatarmacht noch nicht, der Mandatskommission Material über die jetzigen Unruhen vorzulegen; erst nach Abschluß des Berichtes der Kgl. Kommission werde die Mandatarmacht in der Lage sein, alles erforderliche Material über die Lage zu Unterbreiten. Itn Hinblick darauf, daß die notwendigen Dokumente noch nicht zur Verfügung stehen, erachte daher der Vertreter de» Vereinigten Königreichs die Einberufung einer außerordentlichen Tagung der Mandatskommis• sion als verfrüht. Die Aussprache Ueber die Formulierung des von der Völkerbundsversamm״!ung angenommenen Palästinaberichts hatte vorher eine Ausspräche in der Politischen Kommlsiion stattcfunden. Als Berichterstatter fungierte in der Kommission er Iettländische Vertreter M u n t e r s, der dann auch zum Berichterstatter für die Völkerbundsversammlung gewählt wurde. Nach Verlesung des Enfschließungscntwurfes nahm der Vertreter des Königreichs Irak, Sabih N a j i b, das Wort. Er erklärte, der Irak wisse die von den französischen und syrischen Behörden ergriffenen Maßnahmen zur Beendigung des syrischen Mandats in vollem Maße zu schätzen. Dem türkischen Außenminister Rüsclulü Aras dankte der irakische Vertreter für seine in der letzten Sitzung der Politischen Kommission geäußerte Stellungnahme zu den Problemen im Vorderen Orient, ebenso dem persischen Delegierten Sedahbodi, der erklärt hatte, seine Delegation hoffe, daß die ln* teressen und Rechte der verschiedenen Teile der Bevölkerung Palästinas in Einklang gebracht werden würden und freu« sich, von dem für Syrien geplanten Unabliangigkeitsvertrag zu hören; sie hoffe, daß die Rechte und Interessen der in diesem Gebiet lebenden Ausländer in angemessener Weise geschützt werden würden. Sabih Najib wandte sich sodann dem Problem der jüdi* sehen Einwanderung in die L 8 n d e r d e s Nahen Ostens zu. Er sei der Meinung, daß Anstrengungen gemacht werden sollten, um nicht nur die Juden, sondern auch die eiltgeborene Bevölkerung der betreffenden Territorien zufriedenzustellen. Jedermann hoffe, daß eine vernünftige Lösung gefunden werden könne, die alle zufriedenstellen und die verschieden« 11 Gesichtspunkte miteinander in Einklang bringen werde. Dem polnischen Vorschlag, daß eine allgemeine Lösung für das Problem der überschüssigen Bevölkerung und insbesondere für die Frage der jüdischen Auswanderung gefunden werden müsse, schließe er sich an. Zum Schluß beglückwünschte der Vertreter des Irak die •englische Regierung und die ägyptischen Führer zu dem kürzlich geschaffcnen Ausgleich; er erwarte, daß Aegypten demnächst in den Völkerbund aufgenommen werden würde. Alle diese Ereignisse seien Vorzeichen für eine glückliche und gedeihliehe Zukunft der Länder des Nahen Ostens. Aut den Bericht der Kgl. Kommission für Palästina warte man mit großem Interesse. Man könne überzeugt sein, daß die Untersuchung vollständig unparteiisch durchgeführt werden wird. Dep■ englische Delegierte, Lord C r a n b o rn e, dankte dem Vertreter des Irak für das Vertrauen, das er bezüglich-1» ׳er Lösung der Fragen geäußert habe, die die Untersuchung^- kommission in Palästina studieren und über die sie berichteil soll. Auf Wunsch des polnischen Delegierten Komarnicki wurde dann fn den Bericht der Passus aufgenommen, in dem das besondere Interesse Polens an der Entwicklung des Jüdisehen Nationalheims und an jüdischer Auswanderung auch nach anderen Ländern betont wird. Weitere Zusatzantrage betrafen die wirtschaftliche Gleichberechtigung in den Mandatsgebieten (offene Tür) und den Schutz der türkischen Minderheit im Gebiet von Alexandretto. Der Vorsitzende, Bundesrat Motta, erklärte, der zweite Teil des polnischen Zusatzantrages betreffe zwar nicht direkt die Frage der Mandate, könne aber in den Bericht eingefügt werden, weil der Sinn der polnischen Intervention dadurch zum Ausdruck komme. Der Zusatz spiegele den polnischen Standpunkt wieder, ohne natürlich andere Delegierte darauf zu verpflichten. Senator Copelands Palästina •Berichte New York, 10. Oktober. (JTA.) In der Aüfsatzreihe über die Lage in Palästina, die der amerikanische Senator Royal S. Copei and durch die Hearst-Presse verbreitet, ist ein weiterer Artikel erschienen, in dem die englische Palästinapoiitik scharf angegriffen wird und die jüdischen Leistungen hervorgehoben werden. Der palastinensischen Justiz macht Senator Copeland den Vorwurf, daß sie die Aktion des Militärs sabotiere, indem sie die Terroristen verhätschelt, den Juden gegenüber aber mit äußerster Schärfe vorgeht. Wie kann der Terror in Palästina ausgerottet werden, fragt der Verfasser, wenn die bürgerliche Verwaltung durch ihr Verhalten zu bürgerlichem Ungehorsam ansporntr Es gebe heute in Palästina eigentlich zwei Streiks; der zweite sei der, der von der Mandatarmacht ״gegen die richtige Handhabung der Justiz“ geführt werde. Auch in diesem Artikel fordert Senator CopeJand ein Eingreifen Amerikas, da die Mandatarmacht MIß- Wirtschaft treibe und das Land nachlässig verwalte. Er fuhrt einen Fall an, in dem ein amerikanischer Pflanzer Polizeischütz für seine Pflanzungen angefordert hatte, dieser jedoch von den Behörden verweigert wurde. Bald darauf wurden die Pflanzungen von Arabern verwüstet. Die Organisation der amerikanischen Juden in Palästina habe um Einschreiten Amerikas gebeten, weil der jüdische Selbstschutz behindert worden sei. Ein anderer Aufsatz befaßt sich mit der Hebrä- Ischen Universität. Diese wird als eine ״unvergleich* liehe Leistung“ und ihr Präsident, Dr. Judah L. Maine8. als ein ״Prophet in Israel“ bezeichnet, Senator Copeland sieht voraus, daß Palästina, wenn man das Nationalheim sich entwickeln läßt, bald zum Weltzentruin jüdischer Erziehung werden wird. In dem nächsten Artikel hebt Senator Copeland als ehemaliger Gesundheitskommissar der Stadt New York die Errungenschaften der Juden in Palästina auf dem Gebiet der öffentlichen Gesundheitsfürsorge hervor, wobei er auf die geringe Sterblichkeit bei den Juden Palästinas hinweist. Die letzten Artikel befassen sich mit der Entwicklang der Stadt Tel-Awiw und der Bevölkerung»- und Einwanderungs-Statistik. Am Sonnabend hat die Hearst-Presse den letzten Artikel der Aufsatzreihe veröffentlicht. In diesem Artikel erklärt Copeland, Balfour habe mit »einer Deklaration recht gehabt. Für den gesamten Mittleren Osten und für Palästina wäre ea besser, wenn das Mandat Amerika anvertraut würde, Amerika, schreibt der Verfasser, könne sich den Verpflichtungen, die es gegenüber Palästina auf Grund der Verträge hat, nicht entziehen. Es ist unsere Pflicht, so wird in dem Artikel ausgeführt, zu ergründen, warum die Mandatarmacht nichts unternimmt, um die arabischen und die jüdischen Führer zusammenzubringen und keine Anstrengun« gen macht, einen dauernden Frieden zu fördern. Amerikanisches Interesse am jüdischen Nationalheim New York, 10. Oktober. (Palcor.) Anläßlich der Ver* öffentlichung des United Palestine Appeal-Jahrbuches hat der amerikanische Konsul in Jerusalem, Wads worth, ein Schreiben an Nathan Straus gerichtet, in dem er sich mit dem jüdischen Werk in Palästina befaßt. Die Glückwunschschreiben, die Präsident Roosevelt und Gouverneur Lehmann vor einiger Zeit an den United Palestine Appeal gerichtet haben, erklärt Wadsworth, ״widerspiegeln mit Autorität dal unentrinnbare Interesse der christlichen Welt nicht nur an dem Land, in dem ihre Religion entstand, sondern auch an dem Nachkriegsdrama des Aufbaues einer nationalen Heim- Stätte für das jüdische Volle im Heiligen Lande. Von den 400 000 Juden, die den Jischuw bilden, sind 10000 atnerikanischc Bürger. Und von den 300000000 Dollar, auf die, Wie ich höre, die Zionistische ,Weltorganisation die Investitionen Palästina und die für die Förderung der zionistischen Sache gespendeten Beiträge schätzt, kamen nach Berechnung unseres Amtes 33 000 000 Dollar amerikanischen Kapitals nach Palästina. Ich brauche Ihnen nicht erst zu versichern, daß diese neuen und bedeutenden amerikanischen Interessen in sehr hohem Maße, insbesondere während der Überaus schwierigen Zeiten, die Palästina jetzt durchmacht, zum Interesse unserer Arbeit im Jerusalemer Konsulat beitragen.״ In Rom ist Ali Pascha F a h m 1, ein Vertreter der ara* bischen Unabhängigkeitsbewegung, der auch im palästinensiechen Aufstand von 1029 eine Rolle spielte, gestorben. Hauptschriftleiter! Dr. Robert W 91C * c h, Berlin - Charlottenburg (auch verantwortlich für di« Aufnahme von Bildern). Stell Vertreter! Kurt Loiwtoitiin, Berlin W15. Anaeigenleiter und verantwortlieh für den Inhalt dei Anzeigen: Hermann F i n n, Berlin W 16. Gültig Anreigen Preisliste 5 vom 1. April 1938. Verlag und Anzeigenveiwaltung: lüdische Rundschau, Berlin W15, Meloelceatr. 101 D.-A. September 35113. — Druck! S. Scholcm, Berlin - Schänebarg. 1