Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 80-81 (7.10.1936)
- Date
- 1936-10-07
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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S»if« 18 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 80/81, 7. X 1936 Die Aussichten der Zitrus Saison Das Neueste in Kürze Von Dr. J. Adler, Te!-Awiw Der diesjährige Versand von Etrogim aus Palästina wurde im wesentlichen im August durchgeführt und in der ersten Septemhcrhalftc zum AbschhiB gebracht. Rein vvirtscliaftlich hedeutet er nicht viel. Es ist aber ideell sehr wichtig, dal! alle Juden in der Welt mehr und mehr auf den (iehrauch von ״Toz«rctl1 F.rez Israel“ zukomincn. In früheren Jahren wurde der Etrogiin-Wcltmarkt fast ausschlicßlieh mit griechischer Ware (besonders aus Korfu) via Triest versorgt. Heute erweitert pich der Absatz palästinensischer Etrogim von Jahr zu Jahr. Nächst den Etrogim wurde der Export der Zitronen eröffnet, und zwar mit der ersten Sendung ah Haifa am '3. September (im Vorjahr am 6. Sepfernher), lin Laufe des Oktober wird die Ausfuhr der Grapefruits einset/en, und Mitte November werden ihnen wie alljährlich, die ersten Orangen folgen. Obwohl also die neue Zitrus-Saison 1936 37 tatsächlich bereits begonnen hat, hält es immer noch äußerst schwer, ihren Aussichten eine auch nur leidlich sichere Prognose zu stellen. Drei Momente bewirken diese Ungewißheit: die Lage in Palästina, der spanische Bürgerkrieg, das int c r n a t i o n a I e V;1 1 u t a p r o b I e 1». Vor ihrer näheren Betrachtung sei zuerst etwas über das Zitrus- Quantum überhaupt gesagt, das in den kommenden Monaten aus Palästina exportiert werden soll. Die Exportmenge Vor zwei Jahren, 193!" 1 1־, haben wir 7 283 605 Kisten Zitrusfrüchte exportiert. 1111 letzten Jahr, 1035 ";6, hätten es normaler weise, nach dem I 'mtaiige der ertragsfähigen Pftanzungen, rund Sw Million ui Kisten werden müssen; infolge der^ uiigewidmh.TiCn (11!;• iii'in-Wcile jedoch, die im April 1035 das leim! hcimgesiii'!!( hatte, wurden in Wirkiiclikeit für den Export nur 5 397 31(1 Kisten (davon 4 007 1)2 Kisten Orangen. 8 0) 130 Kisten <■ rapeiruits, 40015 Kisten Zitronen und 201) Kisten sonstige Zitrusfrüchte) verfügbar, also gut .׳ Millionen weniger als erwartet. Da in diesem Jahre die Lntw k'kliing der I riichte stoningsl'rei verlaufen ist, und da sich in /w ist In•!! auch der Pmt’aiig der erstmals ertraoslähigen I’fktn/!mge 11 bciientend erwmtert hat, so gehen die Exportsch.itznn!.׳eil iur PM0 u Fix an die elf Millionen Kisten heran, was nahezu eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjalir d.ir-tcllcn wurde mul fast eine Vcr/elinfuclmiig innerhah) der letzten funf/elm Jahre (Zitrus - Export 102122: 1 106 620 Kisten)! Förderungs-Maßnahmen Ihn zu verhüten, d di -der Segen zum Fluche wird, daß die phit/liehe Expansion der Aiisl'ulirmenge den Anstoß zu einer 1.rsehntterung der Absat/m.ärkte und des Preisnivmiis gibt, hat die Ikilastina-Rcgierung zwei bedeutsame Maßnahmen eigrilfen. Die eine ist positiver Natur und hesteht im verstärkten Aushau der in den wichtigs t e 11 K ti n d e n I a 1t d e r 11 d 1! r c 11 g e f ü 11 r t c!1 Z i t r ti s - P r o p a ga n d a. Zu diesem Zweck ist ehe Propaganda-Exportahgabe von 2 Mils pro Kiste in 1031 35 und 3 Mils in 1*135 30 auf nunmehr 31;. Müs erhöht worden. Die andere Maßregel hat negativen Charakter und besteht darin, daß die M 111 d 1׳ s t 7 a 11 1 von Orangen pro Kiste auf 120 Stuck festgesetzt wurde, wodurch die ganz großen Früchte, die bisher in Hundert-Packung hinausgingen, künftig vom Export ausgcschaltct werden — was sowohl eine schärfere Selektion der Qualität als auch schon eine gewisse Hestriktion der Quantität enthält. Was die Palästina-Regierung sonst noeii zugunsten der Zitrnswirtschaff unternommen hat, ist leider nicht viel. Sie hat den W a g g o n b e s t a n d der Eisenbahn neuerdings etwas vermehrt, wobei daran zu erinnern ist, daß von 02634 Tonnen Gütern, die die Palästinn-Bahiiea im Januar ]0)6, dem Hauptmonat <ler letzten Zitriis-SaKon. beförderten, nicht weniger als 23 16( auf Zitrusfruchte cntlielen. Audi ist soeben in Eile noch damit begönnen worden, die 7.11 f u b r w e g e ans den Pflanzlingsbezirken zu den Vcrlatlcbannhofcn, insbesondere aus dem Scharon nneli (Ihcdera, zu verbcs'irn. Aber damit 11 af sich die Akiidt.it der M.nnl.itaiVerwaltung!eitler im wesentlichen auch erschöpft. Das ־•eit!.,ingem \on den Pflanzern geforderte ״Gitrus Shipping Boaid" tmeli sütiafrikanisdieiii Vorbild, das im 1 )ii'ii-l e 1 Dior sv^trinatisehen Marktpolitik von Staats wetten den Umfang, den Zeitpunkt und das Ziel der ein- /einen I \p*!:t:1 h,>.!nt‘ 111111 1<י1וו11זויז--1ו Dt0, ist aiieh diesmal noch nicht verwirklicht worden, und nicht minder hat sich die Pal.i'tina-Peeii-nm!; je.-h.'edcr handelspolitischen Vorhereitung der neuen Saison wiederum Völlig enthalten. Die Märkte So ist es dabei geblieben, daß die rein handelspolitischen Aspekte der neuen Saison im ganzen nicht günstiger sin׳. aN 1111 Vorjahr. In G r ״ II 1) r i t a n n i e n selbst, unserem wichtigsten Al!s:1!/]and, dom aller \'oraussicht nach mindestetis 80׳ - der kommenden Ausfuhr werden zu geleitet worden n!11~M't1, wird uns die zoMkv'nnisrhe Vor/tigsbehandiuiig als Mitglied <1(״;-־Hritish Empire“, die mail den afrikanisclten Mandatsgebieten seit langem gewährt, imnicr noch vorentliallen: auch i-t der abnorm hohe englische Grapefruits-Zoll Fisher not. 11 nicht ermiißi'gt worden. Auch auf den anderen großen Absatzmärkten trifft die palästinensische Zitrusfrucht wiederum die gleichen Schwierigkeiten an wie im Vorjahr, gewaltige Zollinaucrn, restriktiv wirkende Importquoten, verlustbringende Devisenkomplikationeri. Die erfreuliehe Tatsache, daß soeben der Grapefruits-Zoll in der T s c h c ch o s 1 o w a k ei stark reduziert und in Belgien gänzlich aufgehoben wurde, steht leider recht vereinzelt da. Mit ihr kontrastiert das sehr ernste Faktum, daß seit Schluß der letzten Saison nun auch Polen, unser drittgrößter Kunde in 1935 '36, zur Devisenbewirtschaftung übergegangen ist. irreguläre Faktoren Nadi alledem könnte man schon der neuen Saison ln gewissem Grade das Horoskop stellen und zu dem Schlüsse kommen, daß bei fast verdoppelter Exportmenge einerseits und keineswegs verbesserten Absatzbedingungen andererseits ein sehr empfindlicher Preisdruck zu erwarten wäre — ständen neben dieser sozusagen ״regulären Kalkulation“ nicht noch jene drei unberechenbaren Momente, auf die schon eingangs liingcwiescn worden ist. Die Situation in Palästina: Hält der Araberstreik weiter an oder setzen sich trotz offizieller Streik- Die Jewlsli Agencjz teilt mit, daß im Laufe des Septemher über ♦000 jüdische Einwanderer nach Palistina gekommen sind. Im Amtsblatt wurden die Gesamteinnahmen und Ausgaben der Palästina-Regierung für die Zeit von April bis Juni cinschl., d. h. für das erste Quartal während der Unruhen, veröffentlicht. Die Einnahmen betragen CP 932 060 und die Ausgaben •CP 877 000; der Oes a m t ii b e r 8 c h u ß bis zum E Juli beläuft sich auf £P 6'322 Ott); seit dem E Juli 1935 ist also der Ueberschuß um CP 1 800 000 angcwachsen. Im letzten Bulletin des Regierungsdcpartcinents für Statistik werden Mitteilungen über Bodcntransaktionen in den Monaten Januar bis Mai 1036 gemacht. In diesem Zeitraum wurden 34 153 Dun am von Juden erworben; sic hatten hierfür ,£ 2 104 684 zu bezahlen. Von Arabern wurden in derselben Zeit 14 778 Dunam für insgesamt £ 93 873 gekauft. Ein ägyptischer Bauunternehmer hat von der Palästina• regierung den Auftrag erhalten, für £ 50 000 ein Militär• I a g c r bei N a t a n i a und Militärbaracken in Je• r u s a I e in, Haifa und T u 1 k c r e m für £ 10 000 zu errichten. Die Arbeiten wurden an jüdische Bauunternehmer untervergeben. Sie müssen innerhalb von zwei Monaten fertiggestellt sein. Der im vorigen Jahre errichtete Bau des Verkehrs• flughafens Lydda soll erweitert werden, nachdem vor• erst diese Ausbauarbeiten mit Rücksicht auf Einsparungen im Regicrungsliaushalt noch zurückgestellt werden sollten. Der Bau der Flughalle wurde einem englischen Unternehmer aus Aegypten übertragen, der die Arbeiten innerhalb von drei Monaten zu beenden hat. Die Halle soll £ 20 000 kosten. Anläßlich des Todes von Meir Dizengoff hat die Tel- Awiwer Stadtverwaltung durch den High Commissioncr folgendes Beileidsschreiben von O r m s b y G o r e erhalten: ״ich hatte die Ehre. Herrn Dizengoff zu kennen und zu schätzen. Mit ihm ist eine große Persönlichkeit in der romantischen Entstehungsgeschichte Tel-Awiws dahingegangen. Sein Werk wird nach ihm weiterleben.“ Meir Dizertgoffs Testament, das das Datum des 1. Januar 1935 trägt, wurde dem Tcl-Awiwcr Rabbinat zur Gültigkeit*;- erklärung übergehen. Der Inhalt des Testaments ist noch nicht veröffentlicht worden; es verlautet jedoch, daß er ein bescheidenes Vermögen hinterlassen hat, das zum größten Teil dem Tcl-Awiwer Museum, dem er schon bei Lebzeiten sein Privathaus zur Verfügung gestellt hatte, vermacht ist. Die arabische Zeitung ״Al-Eiwa“ protestierte gegen die von der Regierung gestattete Radio-Verbreitung der Reuter- Meldung über den Tod Dizengoffs und die Beilcidskundgebung der Regierung. Die Zeitung regt an, daß die Araber sowohl Reuter wie den Rundfunf boykottieren sollen. In Aielet Haschachar sind 50 neue jüdische Hilfs- Polizisten, die für den Dienst in den Kolonien Obergalikias bestimmt sind, vereidigt worden. Reuter beziffert die Verluste der britischen Armee in Palästina seit Ausbruch der Unruhen auf ahsagc die Terrorakte seitens intransigenter arabischer Nationalistcn, zumal die Verkehrs-Sabotagen, fort, so erscheint das Schicksal der annähernd fünf Millionen Kisten, die aus arabischen Pflanzungen zum Export kommen würden, recht zweifelhaft. Scho״ das würde dem Markt ein wesentlich anderes Gesicht geben. Was die reichlich sechs Millionen Kisten der jüdischen Produktion betrifft, so hängt ihr Export hauptsächlich von möglichst glattem Verlaufe des Binnentransports und der Verschiffung ab, also vom sicherheitspolizeiliche״ Schutz der Autostraßen und Bahnlinien, von! Ausbau noch fohlender Zuluhrwege und — ״last not least“ — von der Betriebsleistung des Tcl-Awiwcr Hafens, der sich mit Haifa in den Versand iener jüdischen Zitrusmcngen teilen wird, die ohne die Dazwischenkunft der Unruhen über Jaffa gegangen wären. Von jüdischer Seite tut man alles Menschenmögliche, besonders hinsichtlich des Hafens in Tel- Awiw, um den reibungslosen Saisonverlauf zu sichern. Das allein genügt aber nicht, und vieles Wichtige hängt auch von der Mandatarverwaltung ab. Die spanischen Winren: fr! der Saison 1936/37 könnte Spanien, unser mächtigster Rivale auf detn Orang.cn- Weltmarkt, etwa das Dreifache der palästinensischen Produktion auf den Markt bringen. Der spanische Export setzt stets erst gegen Ende des Kalenderjahres ein. Wird bis dahin der Bürgerkrieg schon beendet sein, und falls nicht, wie würde es sich auswirken, wenn die spanischen f ruchte^ ganz oder teilweise dem internationalen Markt fernbiteben? Bemerkt sei, daß nach dem heutigen Stande der krönten die Ornngen-Ausfuhrhäfen am Mittclinecr sich in der Hand der Madrider Regierung befinden. Schließlich, das internationale Deviscnproblem: Die engüscli-amerikanisch-französischc Deviscnverständigung vom 25. September kann auf das Preisniveau und die Modalitäten des Welthandels ganz allgemein umgestaltend wirken und eventuell auch in verschiedenen Ländern, die sich dem neuen Währungsblock anschlicßcn, zu einer Lockerung der Devisenbewirtschaftung führen. All das kann dem Absatz der palästinensischen Zitrusfrüchte wesentliehe Hilfe leisten, in Gestalt besserer Preise und bequemeren Inkassos — wenn es nur schon soweit wäre! So ist denn selbst heute noch der Verlauf unserer Zitrus- Saison 1936 37 kaum auch nur in einfachsten Umrissen voraus- Zusagen, und es ist dafür symptomatisch, daß der sonst übliche Vorverkauf ״ab Baum“ diesmal viel geringeren Utnfang annalm als in den letzten Jahren. Verbesserung von Verkehrswegen. Infolge von Vorsteilungen der Jewish Agency bei der Palästina,Rcgierung. hat das Kolonialamt den sofortigen Bau einer Brücke über den f s kanderune (Alexander-Fluß) im Ernek Cbefer genehmigt. Diese Maßnahme wird die Aufrechterhaltung des Verkehrs zwischen Tcl-Awiw und Chcdcra auch im Winter, sowie den Transport von Zitrus unter Umgehung von Tulkerem ermöglichen. zwei Offiziere und 13 Mann an Toten; 16 Offiziere und 87 Mann wurden verwundet, 10 andere durch Unfall verletzt. Die Kinos in Jerusalem, die infolge der Ausnahmebestimmungen geschlossen waren, sind für Vormittags-Vor- Stellungen geöffnet worden. Die arabischen Zeitungen melden, daß der Bezirkskommissar von Nablus eine Sitzung der Stadträte von Nablus cinberief und sein Bedauern über den Zwischenfall mit dem Bürgermeister, der verhaftet worden war, zum Ausdruck brachte. ln Jerusalem sind das Diskinsclie Waisenhaus una das Hebräische Lehrerseminar für Militär• zwecke requiriert worden. Die letzten beiden der sieben Schiffe mit Truppen trafen in Haifa ein. Die Scots Guards wurden in Jerusalem stationiert. Einer Meldung der ״Chadaschot Achronot“ zufolge haben an einen! Fest, das die jüdische Kolonie Nataniah anläßlich Rasch Haschanah veranstaltete, neben den dort ansässigen englischen Beamten und ihrem Angehörigen auch die Honoratioren der arabischen Dörfer in der Umgebung der Kolonie tcilgenommen. Aus Jaffa wird gemeldet, daß arabische Zitrus• Exporteur« bei Abschluß von Kaufverträgen mit arabischen Zitrus-Züchtern sich das Recht Vorbehalten, im Falle eines Andauern des Streiks vom Vertrag zurückzutreten. Die Zitrus-Züchter sind überzeugt, daß die Exportsaison wie vorgesehen ihren Anfang nehmen wird. Die Zitrus-Export-Saisun hat in vergangener Woche eingesetzt; die Verschiffung von Grapefruit findet ab Haifa statt. Die ersten Orangen werden am 15. November von Haifa und Tcl-Awiw zum Versand gelangen. Die arabische Zeitung ״I s 1 a m i a“ ruft zu antijüdischen Pogromen im Irak und Jemen auf und appelliert an die Araber dieser Länder, sich nicht länger auf einen rein wirtschaftlichen Boykott der Juden zu beschränken. In einigen Wochen wird in Rischon le Zion eine Fabrik für Streichhölzer errichtet. Bisher gibt es in Palästina nur eine derartige Fabrik in Akko. Bei K f a r € h a s s i d i m, wo seit einiger Zeit im Auftrage der Jewish Agency Bohrarbeiten durchgeführt wurden, ist ein reichl icher W asserb estan d entdeckt worden, wodurch eine beträchtliche Vergrößerung der jüdischen Siedlerzahl in dieser Gegend möglich wird. Die Palästinaregierung hat durch den Rundfunk, durch amtliche Veröffentlichungen und Unlcrstützungsinaßnahmen in letzter Zeit sehr den Kartoffelanbau propagiert. In der Nähe von Ludd fand ein Zusammenstoß zwischen einem leeren l’assagierzug und einem Oüterzug statt, wobei der Lokomotivführer des letzteren, sein Gehilfe und ein Eiscnbalinbcatntcr leicht verletzt wurden. Der Verkehr wurde für einige Stunden unterbrochen. Vier Tischler- und eine Klempner-Werkstätte in Tel- Awiw brannten ab, als infolge von Funken, die vor. einer Maschine fielen, ein großes Feuer entstand. Der Schaden wird aut £ 15 000 geschätzt. Der Tel-Awiwer Hafen Bei einer in Tel-Awiw abgehaltenen Beratung von Vertretern der Jewish Agency, der Stadtverwaltung, des Hafen- Ausschusses, sowie der jüdischen Zitrus-Exportcure und anderer Körperschaften wurde beschlossen, die Arbeit am Hafen zu intensivieren, um den Export großer Ladüngen von Zitrus unter Umgehung des Hafens in Jaffa zu ermöglichen. Der Boykott des Jaffaer Hafens soll nach seiner Wiedereröffnung fortgesetzt werden, es sei denn, daß gewisse Bedingungen geschaffen werden, mit denen sich die jüdischen nationalen Institutionen einverstanden erklären können. Gas-Konzession für Tel-Awiw Die Stadtverwaltung von Tel-Awiw hat an die britische Firma Clofe Brothers eine Konzession für die Einführung von Gas bewilligt. Die Firma, die £ 500000 für diesen Zweck in Tel-Awiw investiert hat, bemüht sich um die Erlangung ähnlicher Konzessionen für andere Städte in Palästina. Die ״Zionistisch-Akademische Gesellschaft“ in Tel-Awiw teilt uns mit, daß von ihr eine Resolution einstimmig gefaßt wurde, die zur Einigung der Zionistischen Organisation mit der ״Neuen Zionistischen Organisation“ (Revisionisten) aufruft. Die genannte Gesellschaft betont, daß in ihren Reihen Mitglieder beider Organisationen vorhanden sind und daß von einer derartigen Steile die Initiative leichter ausgehen könne als von den bestehenden Gruppen und Parteien. Es müsse eine Plattform gefunden werden, der alle Zionisten zustimmen. — Der Einheitswunsch, der dieser Resolution zugrunde liegt, ist gewiß in dieser Zeit des Kampfes nach außen begrüßenswert. Andererseits muß darauf hingewiesen werden, daß die Zionistische Organisation jedem Juden offen steht, der den Schekel bezahlt und das Basler Pro• gramm anerkennt, so daß formal eine besondere Einigung®■ aktion gar nicht erforderlich ist. Die Belgo Palestine Bank Tel-Awiw-Jerusalem hat sieh eine Spezial-Abteilung für Transfer-Beratung, Wertpapier• anlage und Hypothekar-Vermittlung an gegliedert. Die Leitung dieser neuen Abteilung hat Herr Hans Bchrend, bisher Direktor der Bayerischen Hypotheken- und Wechsel-Bank Aschaffcnburg, übernommen. Bar Mizwah - Termine Am 8. Oktober (22. Tisdiri): Zwi Sec»־ (Peter) Bernstein, Sohn des verstorbenen Fritz 1!ernstem und Meta Bernstein, geh Ncumann, Haila-lladar, Cat,'• Noam. (Schluß des Palästina-Teils) Zentrale für Deutschland. Berlin W 15/ Meinekestraße 10 / Postscheck: Berlin 104951