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Jüdische Rundschau · 1936-10-07 · Heft 80-81 (7.10.1936) · page 19

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 80-81 (7.10.1936)
Date
1936-10-07
Page
– (sequence 19)
Language
German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU NR. 80/81,7. OKTOBER 1936 war. Foto: Archiv Rabbiner Dr. Jacob Freimann 70 Jahre Am 8. Okfqber begeht der große Talmudist und hervorragende jüdische Gelehrte, der Berliner Gemeinderabbiner Dr. Jacob F r e i m a n n seinen 70. Geburtstag. Dr. Freimann entstammt einer alten, sehr angesehenen Rabbinerfamiiie, deren Ahnen sich bis in das 17. Jahrhundert verfolgen lassen, so daß Freimann schon durch seine Herkunft zum Studium der talmudischen Literatur prädestiniert Die erste Ausbildung erhielt er in Ostrowo (Posen), im Hause seines Onkels, des bekannten jüdischen Gelehrten und Rabbiners Dr. Israel Meier Freimann, des Schwiegersohnes des großen Gaon Rabbi Jacob Ettlinger, Oberrabbiners in Altona. I>ie Tochter des Rabbi Israel Meier Freintann, Reg i n a, hat der Jubilar spätcr geheiratet. Das Haus des Onkels war ein Mittelpunkt des jüdischen Geisteslebens der Provinz Posen, wo dein jungen Freintann eine tiefe Liebe zur Wissenschaft des Judenturns eingcpflanzt wurde. Ausgerüstet init einem großen jüdischen Wissen kam Freimann nach Berlin, wo er an der Universität und dem Rabbinerseminar studierte. Er bildete sich dort zu einem Rabbiner im Sinne des Gründers des Seminars, Rabbi Esriel Hildeshciiner, aus, indem er tiefstes talmudisches Wissen mit gründlichster Kenntnis der Wissenschaft des Judentums verband und zu einem der hervorragendsten Schüler des fnstitutes wurde. Nachdem er mit einer Dissertation ״Beiträge zur Geschichte der Bibclexcgcse des Gregorius Abulfarag Bar Hebraeus Scholien zum Buche Daniel“ (Brünn 1892) promoviert hatte, wurde er im Jahre 1890 zum Rabbiner in K a n i t z. (Mähren) gewählt. Im Jahre 1893 erhielt er einen Ruf als Rabbiner der altangcsehencn Gemeinde H o 11 csc 11 au (Mähren), wo im 17. Jahrhundert Rabbi Sabbatai Kochen (nach den Anfangsbuchstaben des Titels seines Werkes ״Schach“ genannt)" dieses Amt innegehabt hatte. Im Jahre 1916, nach dem Ableben des Rabbiners W. Feilcheufehl, wurde Dr. Freimann zum Oberrabbiner in Posen gewählt und erhielt am 1. Februar 1929 den Ruf als Gemeinderabbiner nach B e 11 ׳ i n. Die weiteren Arbeiten auf dem Gebiete der halachischcn und kulturhistorischen Literatur des Mittelalters haben Frei• inann in die erste Reihe der jüdischen Gelehrten der Gegenwart gestellt. Von seinen vortrefflichen Arbeiten auf diesem Gebiet sind zu nennen: Leket Joscher des Joseph ben Mose (2 Bände, Berlin 1903/4). — Maschkim von R. Nathan h. Jchuda, ein französischer Ritualkodex aus dem 13. Jheit. (Krakau 1909). Maase ha-üeonim, Ritualkodex aus dem 11. Jhdt. enthält Entscheidungen der Gelehrten von Speyer, Worms, Mainz und von Raschi (Berlin 1909). Skktur Raschi, aus dem Nachlaß von Salornon Buber, ergänzt und herausgegeben (2 Bände, Berlin 1910dl). Amarkel, deutscher Ritualkodex aus dem 13. Jhdt. (Berlin 1914). Ein Raschifragment zum Traktat Nedarim (Budapest 1928). Literaturhistorische Einleitung zum ״Sefer Chassidim“ (Berlin 1924) u. v. a. Diese Arbeiten Freimanns sind in meisterhafter hebräischer Sprache erschienen. Dr. Jacob Freimann ist gleich seinem Vetter und Schwager Prof. Dr. Aron Freimann in Frankfurt a. M. einer der größten Bibliographen der Gegenwart. Außer mehreren Arbeiten in wissenschaftlichen Zeitschriften und Fest- und Denkschriften veröffentlichte er eine Reihe von Geschichten der Juden in verschiedenen Gemeinden Mährens, wie Proßnitz, Holleschau, Prcrau wie auch eine Geschichte der Juden in Xanthen a. Rh. Dr. Freimann ist Komitee-Mitglied der ״Mekize Nirdamim“, Redakteur für rabbinische Literatur der ״Encyclo■ ״Maskenball“ im Kulturbund Die Kulturb 11 ndopeT beginnt ihre Winterarbeit mit einer schwierigen Aufgabe. Es heißt viel, ein so bekanntes Werk wie ״Ein Maskenball“ mit neuem Raum lind neuer Farbe zu versehen. Es heißt gegen Erinnerungen kämpfen, die plötzlich wach werden und sicli nicht mehr von dieser Musik trennen lassen. Es wäre Vermessenheit, sie ־zu nennen, Vergleiche zu beschwören, deren Nähe der mit bestem Wißen gebauten Aufführung des Kulturbundes gefährlich werden könnte. Der Schrift von ״Nabucco“ zu ,,Maskenball“ ist sichtbar. Nabucco ist voller Glut, Schlagkraft, springender Rhythmen, einfacher, strömender Melodien. Im ״Maskenball“ kehrt nicht nur all das in noch viel gereinigter, reicherer Form wieder, es kommen noch dazu menschliche Frlehnisf i'iiie, scelisehe Aus- und Weitblicke, erschlitternde Zeichcn (ich nenne nur den Abschied, den Richard und Amelia nehmen wollen, nicht können und doch niiissen), die der reife Verdi als eine eigene Weit tormen kann. Uin die richtige Einstellung zu dieser Musik zu bekommen, die sich äußerlich so leicht und eingängig gibt, muß man einen Blick in die Briefe Verdis tun. Dann wird man, schon vor aller eingehenden Beschäftigung mit dem Werk, hei der man von einer Entdeckung zur anderen zu fliegen scheint, sehen, wie der Meister an dem Gedanklichen, an dem Textbuch mitgearbeit hat, wie er die Situationen, Charaktere, den sprachlichen Ausdruck, ja das Versmaß bestimmt, wie er sieh ein bewundernswertes dramaturgisches Gebäude schafft, jede große und kleine Einzelheit vor jeder ,,Vertonung“ unikämpft. Dann wird man erst verstehen, daß der bürgerliche Verdi, dessen Melodien in so manchen Band etwa mit dem Titel ״Perlen der Opernmusik“ cingegangen sind (gibt es überhaupt ״Melodien“ in paedia Judaica“ und der hebräischen ״Fnzyclopeüija jisreelit“ und seit einigen Jahren Dozent für De/isoren (״Posekim“ un« Jüdische Geschichte) am Rabbinerseminar zu Berlin. Aber außer seinen großen Qualitäten als hervorragender Talmudisi und jüdischer Gelehrter besitzt er auch hervorragende Eigenschaften als Mensch. Wie in allen Gemeinden, in denen er als Rabbiner amtiert hatte, erfreut er sich auch in Berlin größter Beliebtheit und Anhänglichkeit in aßen Schichten der jüdischen Bevölkerung. Viel hat er zur Vertiefung des Thorastudiums beigetragen. Wegen seines liebevollen und gütigen Charakters erfreut er sich einer besonderen Liebe auch außerhalb der konservativen Kreise. Es ist eine wahre Freude zu sehen, wie in seinem gastfreundliehen Hause, in dem ihm seine Gattin zur Seite steht, neben jungen Rabbinerkandidaten und Gelehrten Chaluzim zu Gaste weilen. Eine besondere Liebe hegt der Jubilar ־/um Heiligen Lande, das er in diesem Jahre besucht hat und in dem sein außergewöhnlich begabter Sohn 1 )r. Alfred. Freimann wissenschaftlich tätig ist. Prof. Dr. Isaak Marken, Hamburg Richard (Ernst Krasso) und (Doris Wilamowsha) Amclia einer Oper?!), gar nichts zu tun hat mit dem eigentlichen Genius, der sich der Menschheit zuliebe verzehrt hat. Die besten Leistungen in der Kulturbund,־itiffiilmmg kamen von den Nebenpartieti. Die Träger der beiden Hauptrollen haben freilich auch Aufgaben, denen nur ganz erstkiassige Stimmen voll gewachsen sind. Ernst Krasso s Stimme hat Qualitäten, lyrischen Glanz, — er weiß sie aber nicht immer leicht und licht genug zu entfalten. Sein Bestes gab er in dem großen nächtlichen Duett mit Amelia. Schauspielerisch ist er nicht ganz die wichtige politische und durch persönliehen Charme bezaubernde Persönlichkeit, als die der Graf erscheinen muß. Was Krasso als Richard fehlte, das übersteigert Doris W i 1 a ni 0 iv s k a als Amclia. Durch Intensivieren am falschen Ort und im falschen Moment wird sie zu pathetisch. Anielia müßte mehr die stille, hebende Verhaltenheit, den Schmelz der vergehenden Augenblicke zu ilircm Recht kommen lassen. Sie forciert — vielleicht durch Uebereifer — ihre Stimme, so daß ihr Forte viel zu ungcdeckt und flach ist. Erst im Mez/oforte, auch 111 נ Piano, bepinnen Klang und Niiancen. Man erfährt, daß Frau Wilamowska auf der Bühnt1 eine Anfängerin ist. Ihr Dehnt läßt jedenfalls erkennen, daß sie über schönes Stimm,iteria! verfügt, das freilich noch sehr der dramatischen Schulung bedarf. Wilhelm (1 u 1 t in a n!1 s Rene ist hühncusichcr, mit put placierten Ausbrüchen. Die schnelle Verwandhing vom treuesten Freund /um mordgierigen Radier und Verschwörer, der seine Eine nur mit Blut zurückkaufen will, geschieht voll Leidenschaft und echtem Leben. (juttmann steht die Erfahrung und das Können zur Verfügung, aus einer ,,Partie“ eine ״Gestalt•• zu nucben. Die licnilinite große Arie der ״entschwundenen wonnevollen Stunden" hat Cr sehr geschmackvoll und ergreifend gesungen. Die Buhne ist sein eigentliches Feld. Rita Atlas / ist ein liebenswürdiger, hewegliclier Page, der seinen klaren leichten Sopran vorzüglich verwendet, Anna L. i p i 11 spielt die geheimnisvolle Seherin Ulrica, die bestimmt ist, Schreckliches zu verkünden, in einer günstigeren Büiinnialmospliün׳, mit einem adäquaten Widerspiel der sie umgehenden Menge, hätte sie ihre guten Tom (Kurl Rahmer), Ilenee (Wilhelm (Juttmarm), Samuel (Siegfried Lrias) J'oi״»: J. Abr.h.m Ansätze gewiß noch konsequenter entwickeln keimten. Walter Olit/ki ist als Mafioso Silvano ebenso rieitrig an .seinem Platz wie Siegfried Urins und Kurt Ra hm er als Verschwöre!׳. Ein Richier: Julius K ul 11;1 11: Diener Amclias: Adolf M c I nt a!1. Tanze: R. Gondel!, Neliv Hirsch, Sicdner, Silbermann. Die von BertlioUl Sander cinDudjerten Chöre, besonders der brillant gelungene Spottchor, verdienen besolideres Lol). Hans Wilhelm Steinberg Eiiete die Aufführung. Das Veranstaltungen der Bezirke und Gruppen der BZV Montag Cafe Rane, Kaiaerailee 47 Steglitt Schmargendorf 12 ■ Oktbr., 20.30 Uhr Dr. Leo Scherek: Palästina, August 1936 Ein Reisebericht Mittwoch BZV-Heim, Brüdkenstraß«! 9 Südoit 14. Oktbr., 20-30 Uhr Pr. Ernst Berent; Bericht von einer PallsHnareige_ Mittwoch Konditorei Hansa, Flensburger Str. 19 Hansa 14. Oktoh., 20.30 Uhr Dr. Werner Levie s Auf dem Wege tum jüd■ Kulturleben Donnerstag Obcrschoneweide. WilhHmine״hofstra8e 1 Qbtrsptat 15. Oktob., 20.30Uhr Dr. Werner Levie : Wege jüdischer Kulturarbeit Sonnabend, den 10. Oktober, 201/2 Uhr BZV-Heim, Landsberger Straße 87 ONEG SIMCHATHTHORA ״Tewje der Milchiker“ von Scholam Alejehern Jüd. Volkslieder Rezitationen Mit wir kan de: Salzmann, Fall, Reich, Neumann, Egra, Appel, Fichtenberg, Herz, Wind. Leitung: Haubenstock. Musik: J. Weite Regie: Salzmann Karten (Inkl. Gedeck) zu RM 0.80 und RM 1.20 im Vorverkauf bei M. Feig, Strausberger Straft» 24, und Apcrthtke Setmger, Heu© König-Straß» 74 BERLINER ZIONISTISCHE VEREINIGUNG Bezirk F r i d r i c h s h a i n Palästina-Tonfilm Wes in die Wirklichkeit Ein Film vom Schaffen der religiösen Arbeiterschaft in Erez Israel Uraufführung: Sonnabend, 10. Oktober, 20.30 Uhr Berlin, Bachsaal, Lfltzowstr. 76 Vorher tauft der Tontiin unserer Jugend, 8ru Hsnoar Karten zu RM 11 ■SO und 2.— In Hamburg: Dienstag, 13. Oktober, 20.30 Uhr, Conventgarten, Fuhlentwiete. Ansprache: Rabb Dr, A. Altmann. Unabhängige Misrachl-Landesorganlsation für Deutschland Srit Chaluzim Datiim Keren Tora Waawoda Verein für jüd. Geschichte u. Literatur n.v Einladung zum Vortrag von Rabbiner Dr. Max Wiener: Juden flit Amerika (Eindrücke einer Amerikareise) am Donnerstag, 4m 15״OktM 20 Uhr, im Logenhaus, Kleiststr.10 Eintritt nur »egen gültige Mitgliedskarte oder neue jjrüne R-Karte des Kultur- Hundes. Juhrrsbcitrag von RM 6, ־־, zahlbar nn (!חיי Schatzmeister mif Postscheckkonto Berlin 282 80 Martin Lewy, Spandnuer Straße 41 Sonnabend, den 10. Oktober, 201 י Uhr BZV-Hfiim, Rusonthaior Straße 44 ONEG SIMCHATH THORA Gesang » Rezitation » Klavier M. Witlelsohn, J. Rosenthal, Frl. Baum, Werner, Bukofzer Karten 7u RM 0.50 bar ti! Adlerstoin, Alt* Schönhaide־!' Grenacj.prstr. 30, Mfibnlhaus OoEDn, SparHauer Brücke 7, BERLINER ZIONISTISCHE VEREINIGUNG Gruppen Nordring, Wedding und Pankow Sonnabend, den 10. Oktober, 201:Uhr JoacHimsthaler Straße 13 (Jüd. Club) ONEG SIMCHATH THORA Ansprache: Rabb. Dr. Altred Jospe Mitwirkende: Kantor Holländer Herbert Grünbaum (vom Jüd. Kulturbund) BERLINER ZIONISTISCHE VEREINIGUNG Gruppe Stadtpark Kreischmer’s Restaurant Inh.: L Müllar / BERLIN SW 19 Niederwallstraße 25 / A 6 1665 empfiehlt ■eine Küche in bewährter Güte Monil RM 1.40 und RM 1.70 (vl.Haillg) Wurstverkauf erster Qualitäten Ihr Cafehaus und Restaurant ist C<afeWittelsbach,BayerischerPlatz2 Prinzeß-Caf6, Kurfürstendamm 214 Inhaber: Oscar Aberbach HOLLAND am Kurfürstendamm 6t Eingang Lelbnizstraße / C11636 Heue Stimmungs-Kapelle in der bekannten Tanzbar Frohe Siunden IM SCHLtTER-KRUG BIER-BAR Berlin-Charlottenburg, Schlüterstr. 67 xwitdtan Kant- und P«»talorzi«traße JOHN HEYNEMANN, G««d1äftsleitung »tl* frei•«, Barmusik,gemütli<h»r Aufenthalt, Stimmung כשר Diiiiag■ und mumm Kurfürstendurnm 22, Nn he Zoo Ausrichtung von Festlichkeiten. / J l Bi*m. 2245 Aufsicht Knschr.-Komm. Jüdische Gemeinde Berlin Konditorei Adler Wittenbergplatz Orig. Karlsbader Kaffee Orig. Wiener Kuchen Warme Köche. Uaber 100 inu, auellnd.Zeitungen B 2 Stegl, 1920 ■Jindd-'s■ 18 Pr I vaft-M Ittags- und Abendtlicl» zu zeitgemäßen Preisen Schönhauser Alles a <■. Schönh.Tor) Ausrichtung־ von Festlichkeiten ichft vergessen — oft vegetarisch und Fische esaen Vegetarisch«(! und Fisch-Restaurant am Zoo Eingang Kantstraße, Ecke Joaehimsthafer Straße, hoehptr. Verlangen Sie die Anzeigen ״Preisliste Nr. 5

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