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Jüdische Rundschau · 1936-10-07 · Heft 80-81 (7.10.1936) · page 16

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 80-81 (7.10.1936)
Date
1936-10-07
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 15 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 80/81, 7. X. 1936 IsteineRoundTableKonferenzmöglich? stallen von Ibn Saud und der anderen arabischen Fürsten auch für die bewaffneten Kämpfer auf den Bergen mit Autor!־ tat ausgestattet — und zugleich zeigt sich hier eine Möglichkcit, die arabischen Lander in einer gemeinsamen Aktion nisamnunnifassen und der Judoihcit ein vereinigtes Arabien gegemiber/usteili'ii. Ls ist aber ebenso verstandlieh, daß diese gemeinsame Handlung der arabischen Fürsten nicht so einfach zu erlangen ist. Hier spielen mancherlei Gegensätze hinein, angefangen von der alten Animosität zwischen Ihn Saud und den in Irak und Transjordanien herrschenden Haschimitcn bis zu der Gegnerschaft zwischen dem Imam vom Yemen und dem Herrscher von Mekka und den Unabhängigkeitsgefühlen Aegyptens gegenüber der übrigen arabischen Welt. Zugleich spielen bei all diesen Herrschern die englischen Einflüsse eine große Rolle, und es ist kaum arminehmen, daß sie so schwerwiegende politische Schritte gegen den Willen des Imperiums unternehmen werden. Gerade dieses letzte Moment macht diesen Vermittlungsversuch besonders unklar. Eben erst sind die Verhandlungen von Nuri Pascha gescheitert oder vielleicht einfach von London desavouiert worden. Und kaum ist dieses Kapitel, das noch keineswegs in allen seinen Teilen aufgeklärt worden ist, beendet, so beginnt ein neues, viel bedeutsameres, das vielleicht noch schwerer zu deuten ist. Wann? Ls ist also unter diesen Umständen kein Wunder, daß man sich in Palästina und insbesondere unter den Juden wieder gründlich den Kopf über die englische Haltung zerbricht. Zugleich beginnt ein überall sowohl in der Presse wie in mündlichen Diskussionen geführtes Rätselraten, wann denn jetzt mm endlich die Unruhen wirklich liquidfert werden, sei es durch N'ach geben der Araber, sei es durch militärische Unterdrückung. Fast tiiglich werden neue Termine angegeben und immer für die allernächste Zukunft. Und wenn bisher auch alle diese Termine, and! wenn sie aus ,,bester (,׳!!eile“ stammten, getäuscht haben, so scheint es doch, als ob wir sehr bald, vielleicht noch in dieser Woche, mit dem ciitseliriiiriulrn Din-chwimg zu rechnet! haht.n1. Darauf deutet d!e militärische Vorbereitung ebenso, wie die fieberhafte politische Akt1vi1.it der arabischen Führung und die heftigen Requisitionen der arabisilten Banden in den arabischen Dörfern, die sich mehr als Irulier gegen die Terroristen zu verteidigen suchen. Jedenfalls hat man in diesen Tagen in Palästina mehr als je die Empfindung, vor der Ent- Scheidung zu stehen. Der arabische Aufruf Jerusalem, 5. Oktober. (JTA.) ״C h ad a schot Achcrnmif“ veröffentlichten den, angeblichen Wortlaut des Aufrufs, der von den Herrschern der arabischen Lander an die Araber Palästinas gerichtet werden soil. Das Blatt erklärt, seine Informationen von durchaus zuverlässiger arabischer Seite erhalten nt haben. Der Aufruf sei auf Grund der Verhandlungen /wischen den Vertretern der arabischen Staaten und dem Obersten Arabischen Komitee in Palästina nbgefaßt worden. Einleitend wird in dem Aufruf dem Redauern über die Terrorakte in Palästina und über die Fort- Setzung des Blutvergießens Ausdruck gegolten. 1111 Anschluß daran versprechen die arabischen Herrscher für die Zukunft der Araber Palästinas Sorge tragen zu wollen, und fordern die Bevölkerung auf, die Terrorakte zu beenden und sich auf den guten Willen Englands, das seinen Verpflichtungen treu bleiben werde, zu verlassen. Die arabischen Zeitungen weisen ausnahmslos darauf hin, daß die Vermittlungsaktion der arabischen Herrscher mit Zustimmung der englischer! Regierung unternommen werde. I:s wirr! der Erwartung Ausdruck gegeben, daß die endgültige LnUchekltmg über die Lage in Palästina mit der für die nächsten läge zu erwartenden Veröffentlichung des Aufrufs der arabischen Herrscher fallen wird. ״A D i f f a .1“ will erfahren haben, daß einer der ara״ bischen St,ו den England den Vorschlag gemacht habe, Pa!ästina und Trausiordauicii an einen bestellenden arabischen Staat an/uschließen. Preis auf General Dills Kopf Wie dem ״Daily H e r a I <!“ aus Palästina berichtet wird, hat der Führer der Aufständischen,!־' a u /i Rey ei K a u k i i, einen Preis von 500 Pfund für denjenigen ausge.-rtzt, der ihm den OberLominandic,־enden der britischen Streukrüfte in Palästina, Generalleutnant J. Ci. Dill, tot oder lebendig ausliefert. [>;e-.e | le!audon.h rung soll offenbar die Antwort auf die Aus>ehre1b11!1g eines Preises von 5 Ort Pfund für d e n K o p f des R e b e i 1 e n f ü 11 r e r s durch die Palastma-Regimmg sein. Streikführer im Konzentrationslager Jerusalem, 4. ()kfober, (JTA.) Anläßlich der Vermittlnngsverhamlliingen, die der Außenminister des Irak, Nuri Pascha es Said, 111 Jerusalem geführt hat, sind Führer der arabischen Streikbewegung aus dem Ko iizcntrations■ Lager in S a r a f e n d entlassen worden, um an den Beratungen des irakischen Außenministers mit dein Obersten Arabischen Komitee tell/11 nehmen. Jetzt, nach dem Scheitern dieser Verhandlungen, haben die Behörden, wie die arabische Tageszeitung ״EI L i w a a“ mitteilf, beschlossen, den Sekretär der arabischen Exekutive und Führer der radikalen Istiklal-Partei, Auni Bev Abdul Hadi, wieder ■für einen Monat in das Konzentrationslager Sarafend zt! schicken. Gleichzeitig wurde die Haft des Führers des arabischen Streikkomitecs, Hassan Sidkv Daiani, der zur Zeit in einem Krankenhaus in Jalta interniert ist, verlängert. 500 britische Soldaten sind in Amman eingetroffen und werden mit der transjordnnischen Grenzwache bei der Bewachung der palästinensischen (irenze Zusammenwirken. Die hebräische Tageszeitung ״Haarez“ wurde für zwei Tage verboten. In einer Pflanzung bei Hcrzlia wurde ein geheimes Lager von Munition und Explosivstoffen entdeckt. Drei Araher wurden im Zusammenhang damit verhaftet. Iin Hinblick aut wiederholte Zerstörungen im König-Georg-Juhilhuinswahi wurde in einem Beduinenlager bei Kfar Ilachoresch eine Durchsuchung vorgenoinmcn. Ein Araber wurde verhaltet. Der Jerusalemer Berichterstatter der Londoner ״Times* schreibt, er habe mehrere führende Araber über ihre Meinung bezüglich der in der ״Times“ von mehreren Ein- Sendern befürworteten Round Table Konferenz (Verhandlung am runden Tisch) zwischen Juden und Arabern befragt. Die extremer gerichteten Araber hätten erwidert, eine derartige Konferenz komme nicht in Frage, solange die Juden beanspruchen, in Palästina kraft Rechtens zu sein, was die Araber nicht zugeben werden; erst müßten die Juden auf die Balfour-Deklaration verzichten lind zu der Stellung zurückkehren, die sie vor dem Krieg innehatten. — Gemäßigtere Araber geben die M öglichkcit einer arabisch -jüdischen Konferenz im Prinzip zu, aber halten sie jetzt, wo die Leidenschaften auf beiden Seifen hochgehen, für undurchführbar. Wenn die Kgl. Kommission gearbeitet hat und wenigstens einige der arabischen Beschwerden von der Regierung berücksichtigt worden sind, dann, so glauben diese Araber, könnte eine Verhandlung mit Aussicht auf Erfolg versucht «׳erden. Eine Bedingung, die (laut ״Times“-Korrespondent) dabei sehr häufig erwähnt wird, ist die, daß die Juden ihren Anspruch, die Mehrheit in Palästina zu werden, aufgehen. Ein anderer Vorschlag gehe dahin, es möge zuerst durch informative Besprechungen zwischen Weizmann und nichtpalästinensischen Arabern (etwa Nuri Pascha) der Boden vorbereitet werden. ״In elfter Stunde“ Die ״P a I e s t i n c Post“ bringt unter dieser Lieber- Schrift neuerlich einen Brief von Kcv. W. Roß (dessen ersten Brief an dieselbe Zeitung die ״Jiid. Rundschau“ abgedruckt hat), in welchem er folgendes ausführt: Mir scheint, der einzige Weg der Versöhnung ist, daß jeder der Beteiligten, Engländer, Araber und Juden, offen die Irrtum er der V c rg a!1 g e n I! e i t bekennt. Ich beginne mit meinem eigenen Volke: die Araber werfen ■den Engländern vor, daß sie Versprechungen gemacht und Hoffnungen erweckt hätten, die sie später nicht erfüllt haben. Selbstverständlich ist keine Regierung verpflichtet, sich nach dem Bericht einer Karnmission zu richten, aber wenn mehrere aufeinanderfolgende Kommissionen ihr Urteil in derselben Richtung abgeben, ohne daß eine Konsequenz daraus gezogen wird, so darf man nicht überrascht sein, wenn schließlich eine Kommission als eine Erfindung befrachtet wird, um schwierigen Fragen atiszuweichen. Aber ein solches Ausweichen hat natürlich seine Grenze. Das englische Volk ist jetzt erwacht und wird sicher den Empfehlungen der Kgl. Kommission Geiiör sehenken. So besteht kein Grund dafür, Blutvergießen, Armut und Elend über Palästina zu bringen. Auch die Araber haben manches zu bereuen. Welche verbrecherische Torheit war es, Bäume zu zerstören, friedliche Passagiere in Automobilen und Eisenbahnen zu töten, Vieh umzubringen und die Feldfrucht an/u/iinden. Auch die Terrorisierung der Fellachen, die die Früchte ihrer Arbeit in die Stadt bringen, ist den Arabern als Schuld aimirechnen. Sicherlich lehnt das bessere Gewissen der Araber alle diese Schandtaten ab. Aber es wäre nötig, daß das arabische Nationalkoniitcc lind die arabische Presse klar und deutlich von jedem Akt der Unmenschlichkeit abrücken. — Aber auch die Juden trifft ein Teil der Schuld. Der Jude müßte sich in die Lage des Arabers versetzen und daran denken, wie er fühlen und reagieren würde, wenn er als Araber geboren wäre. Dasselbe sollte der Araber gegenüber den Juden tun. Drei Dinge möchte ich in aller Freundlichkeit den Juden sagen: Ist es nicht Tatsache, daß Dr. Weizmann im Februar 1010 erklärt hat, daß Palästina so jüdisch werden müßte wie Englana englisch? Ist cs nicht Tatsache, daß Dr. Eder _vor der Havcraft Commission erklärt hat, es könne nur eine nationale Heimstätte in Palästina geben, die jüdische, 1!nd Der Terror Im arabischen Dorfe J a ba bei Dschenin kam es zu einem Gefecht zwischen Truppen, unterstützt von Flugzeugen, und arabischen Terroristen, welches vom frühen Nachmittag bis in <lie Naciit andauerte. 22 Araber w u r d e n getötet, während ein englischer Offizier und zwei Gemeine verwumlet wurden. I!1 einem Dorfe bei Nazareth wurde «׳ährend einer Waffensuche ein Araber, der dem Befehl stilizusteiiei! nicht Folge leistete, durch Militär erschossen; ein anderer Araber wurde schwer verwundet. Am Donnerstagabend gerieten der Kommandant der 5. Di- Vision, General Howard, und der Kommandant der 15. Intaiitcricbrigadc, Brigadegeneral Beau man, in das _ Feuer arabischer Banden. 'Die'beiden Generäle befanden sich hei einer!"1atrouille der Scaforth Highlandcrs, die auf der Straße Akko Safed aus dem Hinterhalt beschossen wurde. Die Schlitzen wurden von den Truppen vertrieben, nachdem ihre Stellungen von Flugzeugen ausgekundschaftet worden waren. Aul der Chaussee zwischen Akko und Haifa schossen Araber auf einen Mietwagen, wobei eine Araberin verwundet wurde. Im Verlaufe einer Schießerei in Dschenin wurde ein englischer Soldat verwundet. Der arabischen Zeitung ״Islarnia“ zufolge wurde ein arabischer Notabel im Dorfe Aumalfaraj bei Akko von Terroristen ermordet. in der Nähe von Jericho zerstörte eine Araberbande drei Hütten, die zu der archäologischen Expedition von Prot. G a r s t a ת g gehörten. Die O e!1 e i t u 11 g der Iraq Petroleum Company wurde nochmals von Arabern beschädigt; das ausfließende Oel wurde in Brand gesteckt. Zum erstenmal seit 5U> Monaten hat Palästina am vergangencn Freitag einen ruhigen Tag erlebt. Aus keinem Teil des Landes sind Meldungen über Zwischenfälle von irgendwelcher Bedeutung eingetroffen. Dagegen flammten schon am Sonnabend die Unruhen wieder auf. Araberbamlcn griffen die Polizeistation in Belsa hei dem an der syrischen Grenze gelegenen Küstenort Ras cl Nakura an und töteten einer! arabischen Polizisten. Am Sonntag hat eine arabische Rande einen Angriff auf die heim 43. Kilometer an der Straße von Jerusalem nach Jaffa gelegene Polizcisfation unternommen. Die Mannschaft hielt die Angreifer durch andauerndes Feuern auf. Als die Munitionsvorräte zu Ende gingen, wurde radio- Es scheint jedoch klar, so schließt der ״Times“־Korrespond«t seinen Bericht, daß zunächst auf beiden Seiten gewisse theoretische Forderungen aufgegeben werden müssen, wenn nicht die Verhandlungen gleich bei Beginn Schitfbruch leiden sollen; so z, R. aut arabischer Seite die These, daß die Juden kein Recht haben, im Lande zu sein, und auf zionistischer Seite die These, daß Palästina nicht als arabisches Land betrachtet werden könne. * Zu dem Vorschlag einer Round Table Conferenz äußert sich auch in der Zeitschrift ״Great Britain and the East“ vom 1. Oktober der Araber Kamal Al-Din Ibrahim aus Gaza. Er erklärt, daß die Araber sich dem Plan m i t allen Kräften widersetzen würden, da sic eine Beteiligung an einer solchen Konferenz als eine Anerkennung des Ziels des Zionismus auffassen würden, Palästina von den Arabern zu evakuieren oder, wie cs die Auffassung der gemäßigten Zionisten sei, die Araber als Einwohner zu behandeln, die der jüdischen Kultur und Zivilisation unterlegen seien. Das Ziel dieser Konferenz könnte daher nur sein, sich über den Zeitpunkt der Evakuation und der jüdischen Herrschart zu einigen. Zum Beweise dieser Auffassung werden dann einige Zitate aus Schriften und Reden von Lord Mclcliett, Jabofinskv, Norman Bcntwich, Dr. Weizmann und Achad Haam gebracht, die das Bestehen der jüdischen Herrschaftsplane bezeugen sollen. es könne hierin keine Gleichheit zwischen Juden und Arabern bestehen? Ist es nicht Tatsache, daß sich die jüdische Bevölkerung in den wenigen letzten Jahren um 237 «/s ״/o vermehrt hat? Versetzt euch in die Lage der Araber, kann man überrascht sein über ihre fieberhafte Erregung? Mari nennt sic Terroristen, der Name kommt ihnen zu, aber sie selbst fühlen sich terrorisiert. Wir wissen, daß in vielen jüdischen Kolonien arabische Arbeit nicht zugclassen ist. Das ist ethisch, sozial und politisch ein gleich schwerer Fehler. Und welch «ine schöne Geste wäre es, wenn die Hebräische Universität einen arabischen Gelehrten für seine eigene Sprache berufen würde! Ich wende mich an das arabische Nationalkoniitcc. Der Schlüssel ist in ihren Händen. Wenn sie Handel und Wandel wieder erlauben, das Land von der Last befreien, so wird jeder sie segnen. Beilegung durch Vermittlung? Wird der Streik in Palästina aufhören? so fragt ״Great Britain and the East“ in der Ausgabe vom 1. Oktober. Sicher sei nur, daß die Mandatarniacht keine Konzessionen an die Araber als Preis für den Abbruch des Streiks machen wird. Dies sei eine wichtige Tatsache; Hoffnungen, die sich aut andere Voraussetzungen gründeten, seien illusorisch. Daher gebe es nur eine Lösung für das Problem. Das Oberste Arabische Komitee kann nicht von sich aus den Streik abblasen, ohne auf seine Stellung zu verzichten. Eine Lösung jedoch, die ״das Gesicht wahre“, sei möglich und werde von allen Freunden Palästinas herbeigewünscht: Die unabhängigen arabischen Fürsten müßten einen Aufruf zur Beendigung des Streiks erlassen und zum Vertrauen in die Kgl. Kommission auffordern, dann wäre das Hindernis überwunden. Geschehe dies nicht, so werde Palästina urfvermcidlich in blutigen Kampf, Zerstörung und Verwüstung hineingcraten. fm Zusammenhang mit der Uebertragung der Macht an General Dill bemerkt das Blatt, daß die Kosten des Unternehmens recht beträchtlich seien und den schönen Ueberschuß des palästinensischen Staatsschatzes auffräßen. Wichtiger aber sei noch, da(5 der gute Name Englands auf dem Spiele stehe und, da er jetzt i!1 manchen Teilen angegriffen werde, wiederhergestellt werden müßte. telegraphisch militärische Verstärkung angefordert. Die bald daraufhin cintreffenden Truppen zersprengten die Angreifer. In der Nacht vom Sonntag zum Montag wurden mehrere jüdische Siedlungen in der Umgebung von Tel-Awiw durch arabische Terroristen heftig■ beschossen. Das Feuer wurde überall von jüdischer Hilfspolizei erwidert. Die Schießereien hielten die ganze Nacht an. Die Angreifer •wurden überall von der jüdischen Hilfspolizei vertrieben. Ein sehr heftiger Angriff wurde auch auf das Viertel um die Agrarbank bei der Grenze von Tel-Awiw unternommen. Eine Polizeiabteilung, die in einem Ueberfallauto eintraf, wurde ebenfalls angegriffen, so daß es notwendig war, inilitärische Verstärkung hcranzuholcn. Am Montag wurde ein Araber hei Hcrzlia durch vorzeitige Explosion einer Bombe getütet. Ein zweiter Araber wurde hierbei schwer verwundet. Maßnahmen der Behörden Von den vier Arabern, die im Zusammenhang mit dem Ucberfail auf ein jüdisches Mädchen in der Siedlung Fiadar verhaftet wurden, sind drei freigelassen worden. Der vierte wurde von dem Mädchen wiedererkannt und dem Gericht überwiesen. Ein Araber, der wegen Besitzes von vier Bomben, die er in Mehlsäcke versteckt hatte, verhaltet wurde, ist zu 12 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der Polizeirichter von Jerusalem hat drei Araber, die der Ermordung des Bürgermeisters von Nab- 1 u s angeklagt werden, dem Gericht zur Verurteilung überwiesen. Ein Araber wurde verhaftet, nachdem er von einem der jüdischen Wächter des König-Georg-Waldes als _ einer der Täter des kürzlich dort begangenen Baumfrevels identifiziert worden war. Der Jaffaer Richter Bodilly, der die Untersuchung über die Ermordung des aus Deutschland cingewanderten Chauffeurs Hans Grünwald führte, 11at den des Mordes beschuldigten Araber dem Kreisgericht zur Durchführung des Prozesses übergeben. Der Oberste Gerichtshof Palästinas hat die über einen Juden namens Haupt mann wegen Waffenbesitzes verbängte 5 j ä 11 r! g e Gefängnisstrafe aufgehoben. Hauptmann war vom Erstgericht verurteilt worden, weil er auf dem Karmel mit einem Revolver und Munition angetroffen worden war. Es ist das erstemal während der gegenwärtigen Unruhen, daß ein Jude von der Anklage wegen verbotenen Waffenbesitzes freigesprochen wird. Solidarität mit Erez Jisrael heißt Opfer bringen Spenden für neuen Boden in Erez Jisrael an den Keren Kajemeth Leiisrael, Postscheckkonto Berlin 282 47 t t

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