Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 78-79 (30.9.1936)
- Date
- 1936-09-30
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 20 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 78/79, 30. IX. 1936 Presseschau Das ״Geheimnis" der Regierung Die Zeitschrift ,,Great Britain and the East“ beschäftigt sich am 24. September in einen Leitartikel ausführliti! mit Palästina. Die Mandatarmacht, so schreibt das Blatt, werde zwar keine Konzessionen vor Wiederherstellung der Ordnung machen, da die Regierung nicht von ihrer vorgezeichneten Politik abgehen könne. Wenn andererseits wenigstens der Streik beendet wäre und die Unruhen auf die Berge beschränkt wären, würde man sich auf den Standpunkt stellen können, daß die Ruhe soweit hergestellt sei, um die Anwesenheit der Kgl, Kommission in Palästina zu rechtfertigen. Wenn es so weit ist, könnte wohl die Konzession einer zeitweiligen Einstellung der jüdischen E 1 n w a n d e r ti 11 g aus Gründen der Politik gemacht werden, eine Konzession, die dann nicht ״unter dem Druck der Unruhen“ gemacht wäre. Das sei aber ein Geh e i m n i s in den Pliinen der Regierung, über das freilich viele G erhellte gehört werden, für eine solche Politik würden in jedem Fall reichlich Präzedenzfälle vorhanden sein. Man ist in englischen Regierungskreisen entschlossen, dem Palästiriaproblem auf den Grund zu gehen. Klarer als je zuvor erkennt man, daß England sich nicht ein zweites Irland schaffen kann — die Empire-Interessen würden eine solche Belastung verbieten. Aber ebenso unbeugsam ist die Regierung entschlossen, sich nicht der Gewalt zu fügen, mul wenn der Streik nicht bald abgeblasen wird, wird er unvermeidlich zu Blutvergießen führen und 711 einer Verbitterung, wie sie der Vordere Orient seit der Mongolen/eit nicht gekannt hat. Nichts ist leichter als zu sagen, daß hei dem Beginn der Unruhen int April entweder diplomatische Methoden (Konzessionen an die Araber unter allen f iuiständen) oder tnilitiiii'che Kräfte hätten eingesetzt werden sollen. Solche Vorschläge seien übrigens von mehreren Beobachtern, darunter auch manchen Beamten der Palästinn-Regienmg, damals gemacht worden. Bedauern über verlorene Gelegenbeiten ändert nichts. Die Lehensnotwendigkeit ist jetzt, die Ordnung wiederhcr/ustellen. Prophezeiungen über Palästina sind getuhrlidi, denn niemand kann sagen, wie lange der nicht kämpfende Teil der palästinensische» Araber noch initniachen wird und wie die Kämpfer in den Bergen sich bis aufs letzte auf einen Kampf entlassen werden. Aber die Meinung wird vertreten, daß noch vor dem Ende des nächsten Monats” Earl Peel und seine Kollegen sich für zwei oder drei Monate — vielleicht sogar vier — geduldig im Lande nicderlassrn werden, um die Ansichten zu hören. Wenn sich diese Hoffnung verwirklicht, wird der April 1QJ7 für Palästina einen ganz anderen Charakter haben als der tragische und verhängnisvolle April dieses Jahres. Der Führer der Aufständischen soll erklärt haben, daß er keinesfalls mit den Engländern verhandeln will, so daß es nur einen Weg, mit ihm zu verfahren, gibt. Dennoch werden die Beborden sich absolute Gewißheit über seine Haltung verschaffen, bevor sic die äußersten Maßnahmen ergreifen. Die Zeitschrift erinnert daran, daß Kanal Atatürk in den Augen der britischen Regierung auch einmal ein ״Bandit“ war und daß beide Teile inzwischen ihre Ansicht gewandelt haben. Die Grenze zwischen Banditen und Märtyrern ist im Osten nur sehr schmal. ln der Zwischenzeit, so schreibt das Blatt weiter, gehen die wildesten Gerüchte über die endgültige Lösung des Palästinaproblems um. So heißt es 1, B., es solle der Teil des Landes, in dem die üelleitung liegt, in eine Krottkolonie um gewandelt werden. Dies sei eine törichte Artnähme. Es gäbe keine Maschinerie auf der Weit für die Umwandlung eines Mandatsgebiets in eine Kronkolonie. Mögiicherweise entstammten solche Gerüchte einer mißverstandenen Auslegung des Kantonisicrungsplans. Alle ernsthaften Kenner wissen, daß im Fall der Realisierung• dieses Planes außer den Gebieten, wo Araber und Juden ihre jeweilige Autonomie ausiiben würden, andere Gebiete (einschließlich Haifas und Jerusalems) der direkten Vervvaltung der Mandatarmacht unterstehen würden. Aber solch ein Gebiet würde gewiß nicht die Verfassung einer Kronkolonie halten. Hingegen sei die Kantonisierung einer der Vorschlag e, die die Kgl. Kommission und später die Regierunp zu prüfen haben werden. Aber vorher müsse die Grdmmg wiederhergestellt sein. Und wenn die Mandatarmacht nach der Brnihigniig der AuMändischcn nicht in der Lage wäre, die I eben-fragen des Heiligen Landes zu lösen, dann würde in der Tat irgend etwas ernstlich falsch sein arn Britischen Ltnpirc. Angst vor der Verantwortung Ih'e ״Franu. Ztg.“ vom 20. Sept. veröffentlicht einem Berieht ihres Kairoer Korrespondenten, in dem u. a. gesagt wird: Zum Verständnis der jiiiig.-ten Vorgänge unter den Ara• bern Palästinas scheint es notig, fest/ustelleu, daß die hinter dem ober-ten Streikkomitee stehenden Massen bisher durchaus nicht sämtlich dem großarabKehei; Lager angeliörten, sondem sich auf mehrere Parteien verteilten, die sieh bis vor kurzem noch heftig befehdeten. Für den lanmührigen Beobachtcr der Uiiahhängigkcitshcwcguugen in den verschiedenen Ländern ergibt sich dabei von selbst eine Parallele mit d e 11 V o r g ä n g c n i n S y r 1 e n in den Jahren 1923 26. Auch damals war die Bevölkerung, noch kurz bevor sie die Waffen streckte, in Parteien gespalten, die zum Teil von genau entgegengesetzten politischen Grundsätzen beherrscht und nicht einmal über die an die französische Mandatsmacht zu stellenden Forderungen einer Meinung waren. Nicht die gemeinsamen Kämpfe, sondern eigentlich erst der Entschluß, die Waffen zu strecken, der nach vollkommener Erschöpfung aller Kräfte in einer ersten Zusammenkunft der syrischen Parteiiührer gefaßt wurde, war eine Tat, die einer das ganze Volk umfassenden Willenskundgebung gleichkam. Nicht viel anders liegen die Dinge in Palästina, wenn auch die führenden Köpfe seif dem syrischen Aufstand etwas gelernt haben. Die palästinensischen 'Parteiführer haben sich in einem gemeinsamen Ausschuß zusammengefunden und wissen wenigstens nach außen hi nden Eindruck einer geschlossenen Volkseinheit zu wahren. Dazu mag allerdings der Umstand beitragen, daß seit wenigen Jahren alle nationalen Bewegungen in Arabien und im arabischen Nordafrika von den im staatlichen Rahmen konsolidierten Nationalbewegungen des Irak und Saudi-Arabiens genährt und zweckentsprechend unterstützt werden. Das hilft den Parteiführern, eine Autor{- tat zu wahren, die sonst infolge ihrer parteipolitischen Eigensucht, längst dahingeschwunden wäre. Das allein erklärt aber auch die Hartnäckigkeit des gegenwärtigen Aufstandes, dessen Kräfte andernfalls und wenn die Parteiführer sich nicht ununterbrochen von den unabhängigen Araberreichen ha־ beobachtet fühlen würden, längst in parteipolitischen Streitigkeiten verzettelt worden wären. Der Vorteil, sich an den pan arabischen Hintergrund anlehnen zu können, den das panama bi sehe Programm in der hohen Politik bietet, verliert aber an Gewicht, sobald der Parteiführer sich auf seine vermeintliche Anhänger- Schaft besinnt. Die Erklärungen der einzelnen Parteihäupter im Holien Komitee zu der frage des Streikabbruches zeigen denn auch deutlich die Angst, eine Vera at wortnag za Die Aufgaben der Stunde ln den letzten fünf Monaten haben wir viel Leben und Gut verloren, das in den letzten Jahren von uns geschaffen wurde. Zchntauscndc von Bäumen sind ausgerissen, große Flächen mit Weinbergen und Pardcssim und viele andere Werte sind durch die Araberbauden vernichtet worden. Vor uns erhebt sich die Aufgabe zu erkennen, wie einerseits das weitere Vordringen dieser Banden gegen unsere Siedlungen, die wir Tag und Nacht bewachen, abzuwehren ist; andererseits müssen wir versuchen, die Wirtschaft Palästinas Weiter aufzubauen und zu festigen. Wir müssen die lebe 11swichtigen Produkte in genügender Menge erzeugen, damit der städtische Markt von der arabischen Produktion unabhängig wird. Die letzten Monate 11al>en bcwiesen, daß die objektive Möglichkeit bestellt, unsere Wirtschatten in dieser Hinsicht aufzubauen, um auf diese Weise nicht mehr auf den arabischen Markt angewiesen zu sein. So haben wir die Gernüscanbauflachen in den auf KKL-Boden befindlichen Siedlungen vervielfacht, ohne auf die Verluste zu achten, die durch die schnelle Anlage entstanden sind. Aber die gesicherte Versorgung mit Lebensmitteln ist mit vielen Investitionen, wie Vorbereitungen für Wasseranlagen u5w. verbunden, um den Boden genügend ausnutzen zu können. Das erfordert eine Aufwendung von mindestens 12—15 Pfund pro Dun am, und wenn unser Plan, der der Jewisli Agency vorgelegt wurde, sich verwirklicht, werden wir diesen Wirtschaftszweig durch eine Vergrößerung der Anbaufläche um 10 000 bis 12 000 Dunam «weitern. ״Strategische" Notwendigkeiten Außerdem steht eine Reihe anderer Bedürfnisse vor uns, die in diesem Augenblick besonderen Wert haben und von großer Wichtigkeit sind, vvie z. B. Steinhäuser in den Siedlungen zu errichten oder Chausseen und Wege anziilegen, um die Siedlungen untereinander und mit der Stadt zu verbinden. Die unumgängliche Durchführung beider Pläne wird sich in doppelter Hinsicht auswirken: in der Wirtschaft selbst und besonders bei der Verteidigung unserer Siedlungen. Wie durch ein Wunder haben wir Ueberfälle auf die verschiedencii landwirtschaftlichen Punkte mit ganz kleinen Verlüsten abgewehrt, so z. B. in Atarot bei Jerusalem und Ramat Hakowesch bei Kfar Saba. Wir sollen die Arbeit auf unseren Siedlungspunkten in voller Ruhe fortsetzen können. Eine besondere Rolle spielt in diesen Tagen die Frage der Eroberung der Arbeit für den jüdischen Arbeiter. Wir haben in den letzten Monaten die Zahl der Arbeiter in den Kolonien mehr als verdoppelt und zählen jetzt zirka 8300 jüdische Arbeiter in' den Kolonien. Aber auch in den anderen Wirtschaftszweigen des Landes hat sich die Situation geändert, und es wird nur jüdische Arbeit verlangt, z. B. auch i11 manchen Regierungs- und öffentlichen Arbeiten. Das alles!nacht es uns zur heiligen Pflicht, diese Positionen zu festigen, soweit wir es vermögen. Die Erriehtung von Häusern und Hilfswirtschaften für die Arbeiter ist eine Lebensfrage, und wir müssen es jetzt tun, um nachher nicht bereuen zu müssen, daß wir es nicht rechtzeitig getan haben. Große Summen sind zu diesem Zweck erforderlich. Das alles genügt noch nicht, um das zweite Ziel zu erreichen, das wir uns gerade heute setzen müssen. Vielmehr müssen wir als unser Hauptziel die verstärkte kon» struktive An Siedlung auf dem Lande betrachten. Dl« neue Siedlung Der letzte Kongreß hat einen Plan zur An Siedlung von 2300 Familien bestätigt, der mehr als eine halbe Million Pfund an Ausgaben für Wasseranlagen, Bau von Häusern und Ställen und die erste Bearbeitung des Bodens und das notwendige Inventar erfordert. Der Plan umfaßt verschiedene Gruppen und Schichten, die schon lange in Erez Israel in der Landwirtschaft tätig sind, wie z. B. Mittelstand, Arbeitcrsiedler, darunter auch Mitglieder des Misrachi und Jemeniten. Dieser Plan steht im Mittelpunkt unserer Tätigkeit im Lande. 111 den letzten zwei Jahren sind schon etwa £P 125 000 in diesen Siedlungen investiert worden. Sie sind aber noch jung und wenig ausgebaut. Es ist für sie viel schwerer, einen Uebcrfall auszuhaiten — er gefährdet ihre Existenz und ihre Behauptung auf ihrem Boden. Die letzten Ereignisse brachten es mit sich, daß Dinge, die vorher für uns in zweiter Linie oder gar erst in weiter Zukunft wichtig waren, heute lebensnotwendig geworden sind im Aufbau unserer Wirtschaft. Daher besteht kein Zweifel, daß wir die vorher angesetzte Summe um 20 bis 25 ס/יי erhöhen müssen. Der Schwerpunkt wird auf die Intensivierung der Wirtschaft verlegt, Es wird sich zeigen, daß jetzt (nach bereits erfolgter Investierung von £P 12500Ö) noch eine halbe Million Piund erforderlich ist, um alle 40 Kolonien aufzubauen, die durch den Kongreß bestätigt wurden. Selbst unter den heutigen Umständen ist — trotz der er• folgreichen Arbeit des Keren HajessocI in den letzten beiden Jahren — keine Möglichkeit abzusehen, um dieses Werk früher als in acht Jahren zu beenden, vielleicht sogar noch später. In dem jetzigen Augenblick ist aber eine so lange Dauer des Aufbaus untragbar, und darum muß die Durchführung des Planes im Laufe von zwei Jahren und nicht mehr erfolgen. Wie entscheidend wird es gerade in der jetzigen Lage sein, wenn die Arbeit in unseren I )örfern einen solchen Aufschwung erhält! Wieviel Leben, Mut, Energie und Zuversicht werden in die umliegenden Dörfer und Städte im ganzen Land, sogar bis in die Gola, ausstrahlen, wenn sie die Resultate dieses Aufschwungs sehen, der in so kurzer Zeit geschaffen wurde! Das wird sich auch allgemein in der Politik auswirken und nicht zuletzt in dem Kampf um neue Einwanderung. Gleichzeitig aber entsteht das Problem der Mittelbe• Schaffung für neue Siedler, die an die Reihe kommen und mit aller Kraft (ordern: Bringt uns auf den Boden, den wir schon erworben haben! Der KKL hat heute bereits dem Keren Haiessod und der Agency große Bodenflächen in Beth Schean, Zemaeh und Emek Zewulon übergeben. Mau kann auf diesen Flächen mindestens fünfzehn neue Siedlungen errichten. Ist es nicht schmählich, wenn wir vor• "jetzt, wo der Jischuw und wir Juden in der ganzes! Weit auf eine Probe gestellt werden — gilt es alle Kräfte für aufbauende Arbeit einzusetzen. Nur auf diesen beiden Wegen, m der einen Hand das Schwert, in der anderen den Pflug, werden wir zu unserem Ziel gelangen, neues jüdisches Leben für ein glücklicheres Volk aufzubauen. A. Harzfela (Palästina) übernehmen oder einen F.ntschluß zu fassen, der jene An-!länger veranlassen könnte, etwa von den Istaklalistefl, der Parlei der gemäßigten Mitte, zu der Partei des anationalen ortliodoxen Islams, der Mufti-Partei, überzugehen. Dieser engherzigen Wahrung kleinlicher Parteiinteressen ist es zuzuschretben, wenn sich heute bereits Stimmen erheben, die aus dem Verhalten der Männer im Komitee den immerhin gewagten Schluß ziehen, daß ״ein Teil des arabischen Volkes in Palästina eine Intervention der arabischen Fürsten gar nicht wünsche“. Denn tatsächlich einig ist sich das Komitee nur darin, daß der Streik abgebrochen werden muß. Als einziger besteht Auni Bey Abdul Hadi, der Nationalist, auf dem panarabischen Schein und verlangt nicht nur eine Proklamation der arabischen Fürsten für die Beendigung des Streiks, sondern auch eine feste Zusage, daß die Könige die arabische, Sache in England verteidigen dürfen. Aber schon Hilrni Pascha, der Direktor der ״Arab-Bank“, rückt von diesem Standpunkt ab. Ihm genügt die Fürstenproklamation. Auf die Verteidigung verzichtet er. Auch Naschaschibi möchte gerne die Verantwortung de» Fürsten überlassen. Aber er nerücksichtigt den linken, national gemäßigten Flügel seiner Partei und erklärt sich ebenfalls einverstanden, wenn der Streik ohne eine solche Proklamation abgeblasen wird. Der Mufti endlich äußert sich zu dem Eingreifen der Fürsten überhaupt nicht, ist ebenfalls mit dem Abbruch des Streiks einverstanden und scheint seiner ganzen vorsichtigen Haltung zufolge abzuwarten, welche der beiden Richtungen — die panarabisch denkenden Anhänger einer Fürstenintervent km oder die' Lokalpatrioten — schließlich siegt.... Das Kriegsrecht, das bereits an gedroht ist... würde dem Aufstand mit den von England eingesetzten neuen Streitkräften wahrscheinlich bald ein Ende bereiten. Dieses Ende könnte aber nur ein Ende der vollkommenen Erschöpfung im arabischen Volk sein, wäre aber zugleich auch das Ende aller Parteien, die bisher die Interessen des arabischen Volkes mehr schlecht als recht vertraten. Damit kann jedoch England kaum gedient sein. Dem! bei einem führerlos gewordenen Volk, das init Waffengewalt niedergerungen worden ist, werden auch jene Maßnahmen wirkungslos sein, die beruhigend wirken müßten. Die zeitliche Einstellung der Ein wan* der ung, die nach den! Eintreffen der Königlichen Kommission nun doch ins Auge gefaßt sein soll, wird außerdem in einem Volke wenig Widerhall finden, das in seinen Füllrern keinen Halt mehr hat und, wie das auch in Syrien der Fall war, infolgedessen den unaufhörlichen Werbungen des Nationalismus im Osten keinen Widerstand mehr entgegensetzt. Ob aber England imstande ist, mit militärischen Mitteln allein diese Entwicklung zu verhindern, ist angesichts dessen, daß Frankreich in Syrien mit einer Truppen- und Polizeimacht von über siebzigtausend Mann ihrer nicht Herr werden konnte, eine Frage,... _ Von der Kupath Cholim wird uns hn Nachtrag zu den Veröffentlichungen des Vormonats betr. die Beziehungen zwischen Kupath Cholim und Freier Aerzteschaft in einer längeren Zuschrift mitgeteHt, daß seitens der Kupath Cholim schon vor dem Protest der Aerzteorganisation die Be- Stimmung getroffen worden war, daß entsprechend den Statuten der Kupath Cholim uw Werktätige und mit diesen vergleichbare Berufskategorien mit einem Höchsteinkommen von £P 20 monatlich als Mitglieder der Kupath Cholim Aufnähme finden können. Famfliennachrichten. Frau Lina Kaufmann, Weißensee, Berliner Alke 236, begeht am S. Oktober den 50. Geburtstag. Attentat in Bagdad Ein Jude getötet Jerusalem, 23. September. (Palcor.) Am vergangene« Mittwochabend wurde in Bagdad der jüdische Kaufmann Sasson Zubeida, der in Begleitung eines Freundes aus einem jüdischen Club heimkehrte, durch Schüsse tödlich getroffen; sein Freund, ebenfalls ein Jude, wurde verwundet. Der Täter feuerte mit dem Ruf: ״Rache für die Araber in Palästina.“ - Am gleichen Tage wurde in Bagdad eine Geldsammelaktion zugunsten der strei kenden Araber in Palästina durchgeführt. Waffenschmuggel Tel-Awiw, 24. September. (Palcor.) Der Berichterstatter des ״Dawar“ meldet, daß die syrischen Behörden täglich Schmuggler anhaiten, die sich anschicken, Waffen über die palästinensische Grenze zu schaffen; die Waffen werden beschlagnahmt. An einem einzigen Tage dieser Woche sollen 20 Schmuggler an der Benoth-Jaakow-Brücke verhaftet worden sein. Die Grenzwache wird verstärkt. Die Waffen* preise in Syrien sind im Steigen begriffen. Strafmaßnahmen ln dem arabischen Dorf Asdud wurden wegen fortgesetzten Baumfrevels in anliegenden jüdischen Plantagen vom Militär drei Häuser demoliert.; ferner wurden in der Nähe von Ruhama mehrere Beduinenhütten, von denen aus auf Truppen geschossen worden war, niedergerissen. Die Militärbehörden haben die Bewohner des Dorfes Agar bei Ekron verwarnt und mit Demolierungen gedroht, falls die Schießereien nicht aufhören. In K a 1 k i I i c h und im Dorfe A j a r sind zwei Häuser, aus denen auf Truppen geschossen worden war, niedergerissen worden. Nachdem Schüsse auf Militär auf der Tulkerem-Chaussee abgegeben worden •waren, wurden in zwei Dörfern je zwei Häuser demoliert. Eine arabische Frau, die zusammen mit einer Anzahl von Freischärlern in Tulkerem verhaftet wurde, ist wegen Waffenbesitzes zu 5 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Auni Abdul Had i und S i d k y Da j a n i sind wieder im Konzentrationslager in Sarafend interniert worden. Distriktskommissar Campbell hat die Mitglieder des Stadtrats von Hebron aufgefordert, sofort zur Arbeit zurückzukehren, anderenfalls würden neue Stadträte ernannt werden. Im Laufe des Montag ist es in Palästina in verschiedenen Gegenden zu kleineren Zwischenfällen gekommen. Wegen Waffenbesitzes und Ueberfällen auf jüdische Sied- Jungen und Truppen wurden zwölf Araber verhaftet. Ein offizielles Dementi erklärt in Umlauf gesetzte Ge- Tuchte für unbegründet, daß die Regierung beabsichtige, nach Beendigung des Streiks ein Moratorium zu verkünden. Die arabische Tageszeitung ״EI Liwaa“ berichtet, daß die englische Regierung Emir Abdullah von Trans- Jordanien zur feierlichen Krönung König Eduards VIII. nach London ehtgeladea habe.