Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 78-79 (30.9.1936)
- Date
- 1936-09-30
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit« 8 ו JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 78/79, 30. IX. 1936 Die militärische Aktion Für eine Round Table-Konferenz Wie erinnerlich, halte am 28. August Israel Sie ft in der ״Times“ eine Zuschrift veröffentlicht, in der er für die baldige Aufnahme von Verhandlungen zwischen Juden und Arabern eintrat. Diese Zuschrift hatte in der englischen Oeffen'liclikeit, und zwar gerade auch bei den englischen Arabcrfreimdcn, ein sehr sympathisches Echo gefunden. Wie bekannt, hat Dr. Weizmann in der ״Times“ die Bereitschaft der Jewish Agency zu Verhandlungen ausgesprachen. In der ״Times“ vom 26. September faßt nun Israel Sieff noch einmal zusammen, welches Echo seine Anregung hafte. Er erinnert an die Zustimmung (des Araberfreundes) Lord Winterton und Lord Lugards und berichtet, der Imam der Londoner Moschee habe ihm geschrieben, daß der Islam eine Religion des Friedens sei und die Araber deshalb als Moslems nicht verfehlen sollten zu zeigen, daß sie nicht weniger den Frieden wünschen als die englischen Behörden, andernfalls sie die Sympathien sowohl der britischen Oeffent* lichkcit als auch ihrer Glaubensgenossen verlieren könnten. Ebenso sind Lord Lamington, der Bischof von Rachester und Prof. Garstang für die Verständigung eingetreten. EM« Haltung des Zionismus ist durch die Veröffentlichung Dr. Weizminns festgeiegt. Leider, so schreibt Israel Sieff, hat weder der aufrichtige Rat der Freunde der Araber noch die Haltung der Jewish Agency irgendeine Art von Antwort seitens der arabischen Führer in Palästina hetvorgerofen. Früher oder später müßten aber die Araber erkennen, daß sie und die Juden, die zwei Völker, die die Geschichte für Palästina bestimmt hat, Zusammenkommen müssen im Interesse ihres gemeinsamen Vaterlandes und ihrer Kinder, die es bewohnen sollen. Und deswegen ist ein gioßer Teil der Juden der Hoffnung, daß die gemäßigten Elemente der arabischen Bevölkerung den Mut und die Voraussicht haben werden, die Zusammenarbeit mit den Juden zum Aufbau ihres gemeinsamen Landes zu suchen. Auf den Brief von Israel Sieff äußert sich in der ״Times“ vom 28. September Lord Winterton, um Mr. Sieff lind allen denen zu danken, die seine Verständigungsversuche unterstützten. Im Augenblick, so sagt er, seien die Vcrständigungsbeimiluingen zwar ־)״scheitert, aber das Ziel sei nicht mir die Beendigung der augenblicklichen Unruhen und auch nicht nur die Prüfung der Ursachen durch die Kommission, sondern ein U e b e r t i n k o m ni e n zwischen Z i onisten und palästinensischen Arabern, in dem beide Teile substanzielle Konzessionen zu machen haben werd< n, um ihr Leben gegenseitig erträglich zu gestalten. Wahrscheinheh würde eine Round Tablc-Konferenz unter d>־r Acgide der Britischen Regierung die beste Aussicht bieten, dieses Ziel zu erreichen. Lord Winterte« erinnert daran, daß während der schlimmsie« Zeit der Unruhen in Indien niemals mehr als 68 (XX) englische Soldaten waren, die eine Bevölkerung von 280 Mitüoneu rn Schach zu halten hatten, während in Palästina heute unter einer Million Einwohnern fast 25 (XX) englische Soldaten sich befinden. Dies sei eine unerträgliche Situation, die eine große Gefahr in sich enthalte, die man nicht aufkommen lassen durfte, die aber nur verhindert werden könne durch das Verlangen der verantwortlichen britischen öffentliehen Meinung, daß die beiden Partner Zusammenkommen und daß keine von beiden von der englischen Regierung und dem Parlament 2um Schaden des ander«! begünstigt werden wird. Wer stützt den arabischen Kampf? In der ״T intes“ vom 24. September gibt der Jerusalemer Korrespondent des Blattes an leitender Stelle einen Ueberblick über die Kräfte, die die Araber zu ihrem Kampf gegen die Engländer befähigen. Fast alle Araber sind stimmungsmäßig an den Ereignissen beteiligt; die Mehrheit der Geschäftsleute und Arbeiter beteiligt sich am Streik, aber mir relativ wenige haben sich an den Terrorakten beteiligt. Eine verhältnismäßig kleine Gruppe kann als ständig ״in den Bergen“ betrachtot werden, aber eine nicht feststellbare Zahl fast ausschließlieh von Bauern haben sich an den Sabotageakten beteiligt (oder sind dazu bereit) und kämpfen von Zeit ru Zeit. Ihe kleinen Banden sind sehr gut mit Waffen ausgerüstet, obgleich manchmal Munifionsniangel auffritt. Ein großer Teil der Waffen stammt ans der Vorkriegszeit. Eine andere Quelle, aus der der Waffenbedatf ergänzt werden kam!, ist die offene üresue nach T 1 a ns jo r d a u i c n, wo fast jedermann em (iewchr hat und oft mit sich fuhrt, fcs ist jetzt die Regel, daß die Trausjordanicr ihre Waffen hei der Polizei deponieren müssen, wenn sie eine Stadt betreten, und die allgemeine Sicherheit hat das Waffentragen etwas seltener gemacht, aber 1111־ V'erbot bestellt nicht. So haben die Palästinenser es leicht gehabt, sich von den transjordanischrn Arabern mit Waffen und Munition zu versorgen, ln einigen Tailen sollen ihnen Waffen nicht verkauft, wohl aller geborgt worden sein. Andere .Möglichkeiten der Waffenbeschaffung bestehen auch noch von der Seescite, wo ia kleinen Boeder! Waffen haangebracht werden. Der Berichterstatter ist der Ansicht, daß die Benutzung hochwertiger Waffen und Explosivstoffe nur durch fremde Einflüsse c! klärt werden kann. Flugzeuge, Panzerwagen und moderne Verständigungsmittcl besitzen die Araber nicht. Man signalisiert mit Hilfe elektrischer Signale oder anderer einfacher Kunst griffe. Die militärische Erfahrung der Araber kt sehr gering, obgleich viele von ihnen in der türkischen Armee gedient 1 laben und eine große Anzahl mit der Taktik des Guerillakrieges vertraut ist. Aber die Araber haben gezeigt, daß sie gelehrige Schüler sind umi sehr schnell von den Truppen, mit denen sie zusammengi troffen sind, gelernt haben, wie sie sich zu sichern haben und dm Feind täuschen können. Sie haben auch die Furcht vor den Flugzeugen verlorrn, weil sie herausgefunden haben, wie sie sich am zweckmäßigsten verbergen können. Was die G « I d f r a g e »nbelsngt, so scheinen die Araber in der Lage gewesen zu sein, genügende Unterstützung für die notwendigen Waffen zu finden. Man hat viel von dem Geld gesprochen, das von gewissen europäischen Mächten im Anfang gekommen sein soll. Aber selbst die Regierung hat wenig mehr als Verdacht und Wahrscheinlichkeit dafür, und viele waren bereit zuzugeben, dal! das ganze Geld, mit Ausnahme der kleinen Summen, die ans dem Irak, aus Svrien umi Aegypten für allgemeine Zwecke beigesteuert wurden, im Lande selbst aufgebracht worden ist. Jetzt besteht neuer Geldbedarf, und zwar stärker als er von den verarmten Arabern selbst unter Drohungen aufgebracht werden kann, und es ist daher wahrscheinlich, daß manche ausländische Quelle wirklich angezapft worden ist Diese vier Faktoren — bessere Ausrüstung, bessere Organisation und Führung, die Anwesenheit von Fremden und neue Unter- Stützung — haben die Aufgabe der Befriedung des Landes wirklich dringend gemacht. Der Verfasser schildert dann, daß der Kampf der englischen Truppen infolge des schwierigen Geländes und der Taktik der Araber nicht leicht sein wird. Vor allem ist die Bevölkerung־ gegen die Truppen, und Jede Stadt ist eine mögliche Zuflucht für die Flüchtlinge. Niemand wird verraten, wer die Rebellen sind. Aus Furcht vor der Sippenrache verleugnen selbst Mütter ihre Söhne, die im Kampf gefallen sind. Die alten Regeln der Blutrache sind hier noch gültig, so daß selbst die friedfertigen Personen ihre Nachbarn nicht verraten wurden. Zeugen sollen oft fürchten, Vor Verkündung des Kriegsrechts London, 29. September. Das Londoner Amtsblatt veröffen'.Ucht heute abend die ״Defense Order b! Council 1936“ befr. die Verkündung des Kriegsrechts in Palästina. Das Kriegsrecht, so heißt es darin, tritt 11» Kraft nach Verkflndung durch den High Commlssioner. Ei ermlchtigt Ihn, alle, oder einen Teil seiner Vollmachten dem Oberkommandierenden der Streitkräfte in Palästina zu übertragen. Der High Commissloner wird ermächtigt, schärfste Verordnungen zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit zu erlassen. Demolierungen in Nablus Auf Grund von in der arabischen Presse veröffentlichter Berichte stellt sich heraus, daß die Demolierung von 45 Häusern in Nablus, in deren Verlauf das britische Militär den Bürgermeister von Nablus in Haft nahm, mit Zusammenstößen in Verbindung steht, die am Freitag abend zwischen den englischen Truppen und arabischen Banden stattfanden, die, in sieben Gruppen eingeteilt, auf das zentrale Militärlager eine Feuerattacke riehteten. Das Militär erwiderte mit Feuer aus Maschinengewehren und leichten Marinegeschützen. Der schwere Geschoßregen, der über die Stadt Nablus ging, stürzte die Bevölkerung in große Panik. Während des Gefechts führte der Inspektor der lokalen Polizei in Begleitung von Militär den Bürgermeister Suleiman Touqan aus seinem Hause und hielt ihn bis 5 Uhr morgens auf dem Dache fest, von dem das Militär auf Schüsse antwortete. Das Oberste Arabische Komitee hat beschlossen, an die Regierung in London einen Protest gegen die Demolierung von Häusern in Nablus sowie gegen die Handlungsweise des Militärs gegen den Bürgermeister von Nablus zu richten. Der englische Kommandant Brigadier Evetts hatte Suleiman Touqan ״eingeladen“, mit ihm auf dem Dache des Hotels, in welchem das Hauptquartier untergebracht ist, zu blejben und von dort die Aktion der Truppen gegen die arabischen Freischärler zu beobachten. Der Bürgermeister habe die ganze Nacht dort zubringen müssen und es sei ihm ein Bett zur Verfügung gestellt worden. Sobald der Bürgermeister auf dem Dach erschien, habe die Beschießung der Stadt seitens der Freischärler aulgehört. Suleiman Touqan hat sein Amt niedergelegt und den ihm von der englischen Regierung seinerzeit verliehenen Orden an den Bezirkskommissar ausgehändigt. Nach einem Bericht der ״Times" laufen bei der Regierung in Jerusalem zahlreiche Protesttelegramme der arabischen Lokal-Komitees gegen die Behandlung des Nabluser Bürgermeisters ein. Schwere Gefechte Auf die Meldung hin, daß arabische Freischärler sich kn Dorfe Ja b a ln der Nähe von Nablus zusammenziehen, wurden je zwei Abteilungen des Royal Scots und des Linzolnshire Regimentes, sowie eine Anzahl von Ftugzeugen dorthin entsandt. Ein Flugzeug stürzte ab, wobei der Flieger verletzt wurde. Die Verluste der Araber durch Flugzeuguna Truppenaktion belaufen sich auf 41 bzw. 13 Mann. Von den Truppen wurde niemand verletzt. Das Dorf Juba ist durch Gewehrfeuer fast vollkommen zerstört worden. In der Nähe von Hebron kam es zu einem Zusammenstoß zwischen Polizei- und Militärpatrouillen und einer arabischen Bande. Das Gefecht, an dem bedeutende Verstärkungen, die aus Jerusalem herbeigeeilt waren, tellnahmen, dauerte den ganzen Nachmittag und ging erst um 16 Uhr abends zu Ende. Drei Araber wurden getötet nebst einer Anzahl von anderen Arabern, die durch Ihre Genossen weggetragen wurden. Außer einem britischen Offizier wurde bei dem Zusammenstoß noch ein englischer Soldat verwundet, während zwei andere Soldaten Verwundungen erlitten, als eine Ambulanz umstürzte. Eia Soldat wurde getötet. Eine Militiirtruppc stieß mit einer 10 Mann starken arabischen Bande bei T u b a s, einem Dorfe in der Nähe von Nablus, zusammen. In dem Gefecht wurden zwei der Freischärler getötet. Eine militärische Autopatrouille stieß in den frühen Morgenstunden mit einer bewaffneten Araberbande zwischen Hebron und Bethlehem zusammen. Ein Araber wurde getötet. Die Patrouille hatte keine Verluste zu beklagen. Während eines Ucberfalls kurz vor Mitternacht in der Nähe der Ncscher -Fabrik bet Haifa wurde ein Araber durch Militär getötet und zwei andere mit den Waffen in der Hand verhaftet. ln einem arabischen Dorfe im Norden des Landes kam es zu einem Kugclwechsel zwischen Truppen und Arabern, wobei ein Mitglied einer Bande und ein arabischer Bauer verwundet wurden. Verbannung arabischer Führer? Der Londoner ״Daily Telegraph“ veröffentlicht einen Bericht aus Jerusalem, wobei mit Verbannung von 18 arabischen Führern nach der für Dienstag- Abend erwarteten Proklamiereng des Kriegsrechts für gewisse Teile Palästinas zu rechnen ist. Als Versammlungsort kommen drei Inseln, und zwar Malta, St. Helena und das im Roten Meer gelegene Peritn in Betracht. Man glaubt, daß die Wahl auf Peritn fallen wird. Eine der ersten Zonen, in denen das Kriegsrecht verkündet werden wird, dürfte das Gebiet um Nablus sein. Nach allgemeiner Ansicht wird die Verkündung des Kriegsrechts, ja selbst eine etwaige Proklamierung der Streikbeend igung durch das Oberste arabische Komitee keineswegs fegen einen bekannten Verbrecher auszusagen, damit nicht er Mann im Gefängnis stirbt und sie verantwortlich gemacht werden. . ״ Die Taktik1 dev Araber geht darauf aus, den Gegner einzuschüchtern; sie beschießen das Militär a!» sicherer Entfernung und fliehen, wenn der Kampf gefährlich wird. Bei diesem Kampf sind Flugzeuge oft von großer Bedeutung. Das Hereinbrechen der Nacht macht der Aktion 01t ein Ende, bevor viel erreicht worden ist, und am nächsten Tag sind die Bauern in ihren Dörfern wieder zurück. Der richtige Name für diese Aufrührer ist nicht ״Rebellen“ und erst recht nicht ״Banditen“, obgleich oftmals Banditen unter ihnen sind. Sie sind Fellachen, die grlegentÜeh in diesem Guerillakrieg kämpfen, unabhängige Banden, die einen irregu- Liren Kampf führen. Sie selbst betrachten sich als Patrioten und gehen als solche kt den Auge« ihrer Landsleute, und sie werden getragen von dem Enthusiasmus all« derjenigen, die bereit sind, für ihr. Land zu sterben. ein Ende des Terrors bedeuten. Der Korrespondent will vot* folgendem Aktionsplan der Rebellen nach Abbruch des Streiks Kenntnis erhalten haben: Man wird zunächst durch Rückkehr zur Arbeit den Anschein erwecken, daß Ruhe und Ordnung wieder hergcsteilt sind. Dann aber werden bewaffnete Mörder in den Städten ihr Unwesen treiben; durch vereinzelte UcberfiiHe auf Passanten, Läden und Wagen soll eine Atmosphäre der Unruhe und U n s ic h er hei< geschaffen werden. Auf dem flachen Lande soll die terroristische Tätigkeit offen fortgesetzt werden. Um Zusammenstöße mH geschlossenen englischen Truppen- »Heilungen zu vermeiden, wollen die Terroristen in kleinen Gruppen die jüdischen Siedlungen und die Verkehrslinien systematisch beunruhigen. Die Rebellen haben Mitteilungen über beabsichtigte militärische Bewegungen erhalten. Man führt dies darauf zurück, daß im Regierungsapparat Spione uni Ver rät er am Werke sind. Ein Schreiben General Dills Die hebräische Presse veröffentlicht die Antwort des General Dill auf das Begrüßungsschreiben, das der verstorbene Bürgermeister Di z eng off an ihn am Tage seiner Ankunft gerichtet hatte und in dem auf die dringende Not- Wendigkeit hingewiesen wurde, dem bestehenden Zustande der Anarchie im Lande ein Ende zu bereifen. In seinem Dankschreiben weist General Dill darauf hin, dab er nach Palästina gekommen sei, um die Ordnung wiederheiTustellen, dab er aber nicht befugt sei, sich mit den politischen Ffßgea der verschiedenen Bevölkerungsteile zu befassen. Wieder ein «lüde getötet Der 25jährige Viktor D w e k wurde angeschossen and tödlich verletzt, als er im Begriff war, Waren aus einem Laden in der Jerusalemer Altstadt auf einen Karren zu laden. Der 25jährige Aharoti Tsallg wurde beim Verlassen der Mikwah in der Jerusalemer Altstadt von Arabern überfallen und durch Stockhiebe am Kopf verletzt. Sein Zustand ist nicht besorgniserregend. Bei der Siedlung Hadar (in der Scharon-Ebene) wurde ein jüdisches Mädchen, das nach dem Geflügelhol unterwegs war, von vier Arabern überfallen und schwer verletzt. Vier Araber aus einem anliegenden Dorfe wurden verhaftet. Zwei Bomben wurden auf eine jüdische Bäckerei auf der Grenze zwischen Tel-Awiw und Jaffa geschleudert, wobei ein jüdischer Angestellter, der 28jähr.ige Jizchak Cohen, schwer verwundet wurde. Auf dem Jerusalemer Bahnhof wurde eine primi* tive Bombeauf eine Gruppe jüdischer Arbeiter geschleudert, von denen einer leicht verletzt wurde. In Tel-Awiw wurde unweit der Grenze Jaffas ein Araber festgenommen, der sich anschickte, auf ein jüdisches Caf£ eine Bombe zu schleudern. Aut das Militärlager in Kalkilieh ist ein Bombenanschlag verübt worden. Ein englischer Unteroffizier wurde verwundet. An ein Jüdisches Holzlager an der Grenze zwischen Tel-Awiw und Jaffa wurde von Arabern Feuer gelegt. Der Schaden wird auf £ 5000 geschätzt. י Die Oel leitung der Irak Petroleum-Leitung wurde bei Beisan zum 36. Male beschädigt. Innerer arabischer Terror Der 55jährige Haj Khalil Taha, der Führer der Opposition gegen den Mufti ln Halla und einer der reichsten Araber In Palästina, ist einem Attentat zum Opfer gefallen. Belm Eintritt ln den Moslem Club in Haifa näherte sich ihm ein ungebildeter Araber, der Ihn bat, einen Brief für ihn zu schreiben. Taha hatte kaum mit dem Schreibe!» begonnen, als ein zweiter Araber herankam und aus einen» Revolver zwei Schüsse abfeuerts, die Taha auf der Stelle töteten. Es gelang dem Täter, in der Menge zu verschwinden. Wie verlautet, hat Taha erst kürzlich einen Betrag von -CP 5000 für die Terroristen gestiftet. Ein arabisciier Notabler wurde in einem Dorfe bei Jerusalem in seinem Hause erstochen, da er sich geweigert hatte, den Terroristen Geld zu geben. Auf der Straße nach Ratnleh wurde ein Araber voü einer Bande überfallen und seiner Barschaft beraubt. Wie ein amtliches Communique berichtet, hat eine Bande arabischer Terroristen im Dorfe Ca na bei Nazareth eine Anzahl vbit Einwohnern überfallen und ihnen unter Drohungen Geld erpreßt. F.ine Durchsuchung der Gegend durett Truppen führte zu der Festnahme von 15 Terroristen. Arabische Terroristen brachen bei hellichtcm Tage ia das Haus eines Arabers in Safed ein, schossen in die Luft» rauhten 5üQ Pfund in Bargeid sowie eine Anzahl von Ju« welea und entkamen. Auch die deutschen Kolonien gefährdet? London, 29. September. Der palästinensische Sonder- Berichterstatter der ״Daily Telegraph“ meldet, daß auch in den deutschen Kolonien, die bisher unter den Araber-Unruhen nicht zu leiden hatten, dio wachsende eurepäerfeindliche Einstellung der Araber Besorgnis erregt. Es sei notwendig geworden, den deutschen Kolonien! denselben Schutz zu gewähren wie den jüdischen. Der Berichterstatt er des ״Daily Telegraph“ hatte Unterredungen mit deutschen Siedlern, die ihm versicherten, daß nach ihrer Ucbcrzcugung die palästinensischen Araber nicht aus freiem Entschluß in dieser Weise Vorgehen. Ausländisches Geld sei ins Land gekommen, mit den» Munition und Waffen gekauft und bet Beginn der Unruh« nach Palästina gebracht wurden. Aktion indischer Mohammedaner Der Vizekönig von Indien empfing eine Depotstion der indischen Mohammedaner, die bei lh״i Vorstellungen wegen der Lage in Palästina erhoben. Der Vizekönig wies daraut hin, daß Großbritannien dort vertragliehe Verpflichtungen habe, denen es in loyaler Weise nachzukomtnen trachte. _ Die vor kurzem errichtete arabische Handel»•» kam m er in Jcrsualcm, deren Mitglieder der arabisch-jüdisch«! Handelskammer In Jerusalem angehört hatten, hat die Leiter der vier internationalen Banken in Jerusalem (Barclay» Bank, Banco di Roma, Ottoman Bank und Bank der Tempelgesell' *chaft) zur Mitarbeit aufgefordert. Die Kammer ist dabet. einen Bericht über die Lage der arabischen Kaufmann* hai« für die )Kgl. Kommission auszuarbeiten״ 1 f