Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 78-79 (30.9.1936)
- Date
- 1936-09-30
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 78/79 30. IX. 1936 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 5 Juden m HoUsrnd / Eine Artikelserie Mit dieser Veröffentlichung setzen wir die in Nr. 67 und 76 der Jüdischen Rundschau begonnene Serie fort Die Gemeinden Das holländische Judentum ist gekennzeichnet durch das Nebcneinanderbestchen einer scphardischcn Gemein- Schaft, die von großer historischer Bedeutung ist, und einer hochdeutschen Gemeinschaft, die heute die ausschlaggebendc Mehrheit der holländischen Juden umfaßt. Die seph,irdischen Juden — bei der letzten Volkszählung im Jahre 1931) nur noch 5194 — gehören dem selbständigen Portugiesisch - Israelitischen Kirchemcrband an, dessen Angelegenheiten durch eine Hauptkonimiss ton (Hoofdcommissie voor de zaken van het Portugecsch Israelitisch Kerkgenootschap in Nederland) unter Vorsitz von Prof. J. L. P a 1 a c 11 c — bekannt durch seine Arbeiten über die hebräische Literatur der talmudischen und nachtaimudischen Zeit — vvahrgenommen werden. Portugiesische Gemeinden gibt es in Amsterdam u11d Den Haag. Die überwiegende Zahl der holländischen Juden — 106'723 — ist im Niederländisch-Israelitischen Kirchen verband zusammengeschlosscu. Oberstes Organ der Niederländisch-Israelitischen Gemeinden ist die Zentrale Kommission (Centrale Commissic tot de Algcmeene zaken van het Nederlandsch Israelitisch Kerkgenootschap). Sie setzt sich zusammen aus den Delegierten der Distrikte, die int allgemeinen mit den holländischen Provinzen zusammcnfallen. Nur die Provinz Nord-Holland zerfällt in die Distrikte Haag und Rotterdam. Für die Provinz Nord-Holiand ist ebenfalls eine Teilung geplant, die Amsterdam zu einem selbständigen Distrikt machen soll. Das ausführeude Organ der Zentralen Kommission ist die Permanente Kommission, die die niederländischen Gemeinden nach außen, vor allem auch gegenüber der Regierung, vertritt. Vorsitzender beider Körperschaften ist der Diamantindustrielle A. Asse her, der zugleich Vorsitzender des Kirchenrats der Niederländisch-Israelitischen Hauptsynagoge in Amsterdam ist und eine führende Rolle jm jüdischen Leben Hollands im allgemeinen und Amsterdams im besonderen spielt. Die Mitglieder der Zentralen Kommission werden von den ressortalen Versammlungen der Provinzen gewählt. Die weitaus größte Gemeinde ist Amsterdam, dessen hochdeutsch-jüdische Gemeinde im vorigen Jahre ihr 30Gjähriges Bestehen feiern konnte. I>ort wohnen 65 523, d. h. mehr als die Hälfte aller Juden in Holland. Daneben gibt es in der Provinz Nord-Holland noch nennenswerte Gemeinden in Haarlern und Hilversum. In der Provinz Süd-Holland ist neben Haag noch Leiden und neben Rotterdam noch Dordrecht zu nennen, wo man jetzt das 80jährige Bestehen der Synagoge feiert. In der Provinz Zccland, deren Oberrabbiner I. van Gelder wir diese Angaben verdanken, gibt es außer Middclbürg keine nennenswerten Gemeinden. Nord-Brabant hat jüdische Gemeinden in ,s-Hertogcnbosch, in Oss mit großen Fabriken von Fleischkonserven und anderen tierischen Er- Zeugnissen, die vorwiegend in jüdischen Händen sind, in Breda, in Tilburg und in Eindhoven mit dem großen Komplex der Philips-Fabriken, deren Inhaber nicht mehr Juden sind, aber viele jüdische Angestellte beschäftigen. In Limbürg wohnen Juden außer in Maastricht in Roermond und Venlo. Utrecht und Amersfoort sind die wichtigsten Gemeinden der Provinz Utrecht. Hauptplatz in Gelderland ist Arnhem, dessen Oberrabbiner Vredenburg kürzlich zum Offizier im Orden von Oranje-Nassau ernannt wurde. Daneben sind noch Nymegen und Zutphen zu nennen. Auch gibt es dort eine Reihe kleiner Gemeinden mit regem jüdischem Leben. In der Provinz Overijsscl finden wir jüdische Gemeinden in Zwolle, Deventer, Alinelo, Enschede und sehr viele kleine Gemeinden. In Drente sind die Gemeinden Meppel, Assen und Hoogeveen zu nennen. In den nördlichen Provinzen üroningen und Friesland spielen nur die Hauptorte Groningen und Lecuwarden eine Rolle. Das religiöse Leben Der Haager Oberrabbiner I. Maarscn, der vor allem auch auf Grund seiner Wirksamkeit auf dem Gebiete der jüdisehen Wissenschaft (״Parshandata“, Kommentar des Raschi zu den Propheten und Hagiographen, ״Mensch und Moral“, ״Sprüche der Väter“, ״Die jüdische Reformbewegung" 11. a.) eine hervorragende Stellung cinnimmt, hatte die Freundlichkeit, mich zu empfangen und mir auf meine Fragen nach dem Typischen im religiösen Leben der holländischen Juden sowie nach dem Stande des jüdischen Vereins- und Schulwesens hier aufschlußreiche Mitteilungen zu machen, die im folgenden wiedergegeben werden. ״Das holländische Judentum ist in allen seinen Gemeinden g c s et 7. cs t r e u. Die Stellung der einzelnen Juden zu dieser strenggläubigen Einheitsgemeinde ist schwer zu bestimmen und Ikingt sehr von den lokalen Verhältnissen in den verschiedenen Gegenden des Landes ah. Der holländische Jude ist im Durchschnitt entweder gesetzestreu, oder aber er sieht, wem! er es aus Bequemlichkeit oder infolge Wirtschaftlieber Umstände nicht mehr ist, das gesetzestreue Judentum als die ideale Forderung im Hintergründe. Wenn ich mich fragen müßte, wer unter den nicht gesetzestreu lebenden Juden aus IJeberzeugting ein prinzipieller Gegner des strenggläubigen Judentums ist, so würde ich nur sehr wenige finden können. Es sind meist solche, die aus Laxheit, aus Bequemlichkeit oder durch äußere Umstände veranlaßt, die Befolgung der Gesetze aufgegeben haben. Ich bin aber davon überzeugt, dal) sie wieder zu uns zurückkommen würden, sobald diese Hindcrungsgründe fortfielen. Darum ist auch die Reform für die holländischen Juden etwas Fremdes, und wenn in der letzten Zeit in diese Kreise etwas Leben gekommen zu sein scheint, so kommt das von den Juden aus Deutschland, die zum großen Teile noch nicht gelernt haben, daß die Reform doch nicht die Glückseligkeit für das jüdische Volk bringen kann. In Deutschland hat man gesehen, daß die Reform nicht geeignet ist, die Ewigkeitswerte des Judentums zu sichern. Ich kenne unter den Juden aus Deutschland viele, die nicht zur Reform zurückgekehrt sind, sondern sich der Jüdischen Gemeinde hier angeschlossen haben. Die Reform steht im Widerspruch zur Landesart. Ucberall wo Juden wohnen, haben sie Eigentümlichkeiten der Umwelt angenommen. Der Deutsche ist seiner Veranlagung nach beschaulich und philosophisch. Etwas von dieser Psyche ist auch aut den Juden in D eutsc 11land übergegangen. Die Reform mit ihrer Einschränkung der Riten und symbolischen Handlungen kommt dem sehr entgegen. Die Franzosen wiederum sind in ihrem Wesen rationalistisch, zugleich aber auch von starker Lebhaftigkeit des Temperaments — Faktoren, die einer strengen Beobachtung des Gesetzes entgegenwirken. In England wiederum gehört es zum guten Ton, am Sonntag in die Kirche zu gehen. Auch das Vorbild der Heilsarmee, die sich die Arbeit unter der armen Bevölkerung zur Aufgabe macht, wirkte fördernd auf Entstehung und Ausbreitung des Progressive Judaism. Die Wirksamkeit der Mission, der in England eine große Bedeutung znkommt machte sich in ähnlicher Richtung geltend. In Amerika wiederum hat die Reform deswegen einen guten Nährboden gefunden, weil man dort ein völlig ungeordnetes gesetzestreues Judentum gehabt hat und das ״Stiibel“ der Väter den Söhnen nicht mehr standesgemäß, nicht modern erschien. Der Holländer nun ist nicht philosophisch veranlagt, auch nicht so beweglich und lebhaft wie der Franzose, sondern sehr konservativ und hängt am Althergebrachten. Etwas davon ist auf den holländischen Juden übergegangen. So stellt der holländische Jude eine besondere species Hollandia Judaica dar. Und es ist mehr als ein Scherz, wenn ein liberaler Jude auf die Frage, ob er zur Reform übergehen wolle, antwortete, wenn er seine Meinung ändern sollte, würde er ein guter Jude werden. Das ist bczeichnend für die jüdische Volksseele in Holland, der im Hintergründe immer das Bild des echten Judentums vorschwebt. Vereinswesen und Wohlfahrtspflege Auf Ihre Frage nach dem jüdischen Vereinswesen kann ich Ihnen sagen, daß es unter den holländischen Juden sehr ausgebildet ist. Die Agadah, der Misrachi und die Zionisten haben ihre Jugendvereitiiguiigen. Daneben gibt es neutrale J u g c n d v e r e i 11 i g 11|1 ge n, die in den letzten Jahren in einem Bund vereinigt würden und ein eigenes Organ herausgeben. Viele Vereinigungen piiegen das Thora- Studium. Es gibt beinahe keine Gemeinde von einiger Bedeutung ohne derartige Gruppen, in denen man einige Male in der Woche und auch am Schahbat znsammenkoinmt, um gemeinsam zu lernen. — Auch auf dem Gebiete der sozialen Wohlfahrtspflege wird viel getan. Die jüdische Blindenfürsorge hat die Aufgabe übernommen, die jüdischen Blinden in Amsterdam zu versorgen. Es handelt sich heute nur noch um die geringen!teste der von einer Trachomseuclie Betroffenen, die früher unter dem jüdischen Proletariat Amsterdams gewütet hat und seitdem durch die Tätigkeit von Prof. Straub und die ausgezeichnete Hilfe der jüdisehen Blindenfürsorge ganz erheblich zurückgegangen ist. Ein Delegierter hat auch einen Sitz in der Städtischen Blindenfürsorge-Kommission, und die Bünden, die bei den gemeindliehen Einrichtungen für Blinde angestellt sind, genießen alle Erleichterungen, die sieh auf ihr religiöses Leben beziehen. — Wichtig ist die Vereinigung Zentrale Israelitische Irrenanstalt in den Niederlanden, die die weit bekannte Anstalt ״Het Apeldooriische Bosch“ unterhält. Die S. A. Rudelsheim-Stiftung ist der Versorgung schwachsinniger Kinder gewidmet. Durch seine erfolgreichen Propagandamühle►• den ist ״De Joodsche Invalide“ bekannt. Eine Reihe von Vereinigungen dient der Unterhaltung von Ferienkolonien und Erholungsheimen. ״Israel“ hat sich die Unter- Stützung notleidender Juden im Auslande zur Aufgabe gemacht. Der Jüdische Frauen rat leistet kulturelle Arbeit und gibt ein eigenes Organ, ״Haischa“, heraus, das ein bemerkenswertes Niveau zeigt. Und so gibt es noch zahlreiche andere Vereine, und man kann wohl sagen, daß es kein Land in der Welt, wo Juden wohnen, gibt, das so klein ist und zugleich eine große Zahl von Vereinigungen und Wohlfalirts- Einrichtungen aufweist. Jüdische Schalen Sie fragen mich nach dem jüdischen Schulwesen. In allen Gemeinden von einiger Bedeutung gibt es jüdische Schulen, in denen auch am Sonntag- und am Mitivvochnachmittag Unterricht gegeben wird. Bemerkenswert ist vor allem das Unterrichtswesen in Amsterdam und Den Haag. — In Amsterdam hat man neben den gewöhnlichen jüdischen Gemeindeschulen, in denen ausschließlich jüdischer Unterrieht gegeben wird, jüdische Schulen, in denen allgemeiner und jüdischer Unterricht erteilt wird. Unter diesen Schulen sind zu nennen Talmud Thora, die die älteste ist, ferner die llerman Elte-Schule und die Palaciic-Schulc. Sie erhalte״ Zuschüsse vom Staat und unterstehen der Aufsicht der Staatsschulaufsicht, während die Lehrkräfte überwiegend Juden sind. Seit einigen Jahren besteht in Amsterdam neben einer Mittelschule eine jüdische höhere Bürgerschule. — Ueher Den Haag ist deswegen besonders zu sprechen, weil hier neben einzelnen Schulen, in denen von Gemeinde wegen jüdischer Unterricht gegeben wird und die vor allem in den Außenbezirken liegen, zwei sogenannte Haagsche System •Schulen bestehen. Das Kennzeichnende dieses Systems liegt in der Anordnung des Sturidcnplans. Danach liegen die jüdischen Fächer entweder vor oder nach den allgemeinen Fachern, so daß an einigen Tagen in der W'oche der Unterricht mit den jüdischem Fächern beginnt, während er an anderen Tagen mit ihnen schließt. Der Unterschied zu den Amsterdamer Schulen liegt darin, daß hier die jüdische Gemeinde keinen Einfluß mit die Ausgestaltung der allgemeinen Unterrichtsgegenstände hat. Es ist jedenfalls von großer Bedeutung, daß auf diese Weise die jüdisehen Kinder jüdischen Unterricht bekommen. Seif etwa fünf ahren haben wir einen Komplex von drei neu gebauten chulcn. Der jüdische Unterricht beschränkt sich dort etwa keineswegs, wie dies anderswo vielfach der Fall ist, auf eine oder zwei Wochenstundcn, sondern bat sechs bis acht Stunden in der Woche zur Verfügung, so daß hier wirklich die Möglichkeit bestellt, den Kindern jüdisches Wissen in einem angemessenen Umfange zu vermitteln. So kommt auch dem jüdischen Schulwesen ein wesentlicher Anteil an der Erhaltung und Ausgestaltung des jüdischen Lebens in Holland zu.“ Dr. Rudolf Lev 1, Den Haag Der durch seine umfassende Betätigung atrf jüdischöffentlichem Gebiet bekannte amerikanische Wirtschaftsführer Samuel M. Lamport ist in Warschau eingetroffen, um auf Grund von Empfehlungsschreiben des Präsidenten Roosevcit und anderer führender Persönlichkeiten eine Aktion zur Verstärkung des wirtschaftlichen Kontakts zwischen Polen und den Vereinigten Staaten von Amerika durchzuführen. Felix M. W arburg für Landon New York, 21. September. (JTA.) Der bekannte amerik,mische Finanzier und Philanthrop Felix M. Warburg hat eine Erklärung veröffentlicht, in der er sich für die Präsident- Schaftskandidatur des von der Republikanischen Partei aufgestellten Gouverneurs Alfred M. 1. a!1 d o 11 einsetzt, in seiner Erklärung weist Warburg darauf hin, daß Landon für die Grundsätze der Religionsfreiheit eintrete. Die Erklärung Warburgs wird allgemein als Antwort auf die viel verbreitete Behauptung aufgefaßt, daß der republikanische Kandidat l andon Antisemit sei. (Es war bekannt, daß Warburg und andere Vertreter der jüdischen Hochfinanz den republikanischen Kandidaten unterstützen und gegen Roosevelt sind; eine Tatsache, die an sich schon die von antisemitischen Gegnern Roosevclts verwendete Behauptung, Roosevelt sei der ,.Judenkandidat“, widerlegt. — A. d. R.) _ Eine Artikelserie Senators Copeland Senator Copelantl, einer der drei amerikanischen Senatoren, die vor kurzem Palästina besucht haben, hat den amerikanischen Außenminister Cordell Hüll in einem Schreiheu darauf aufmerksam gemacht, daß in Palästina 12 000 amerikanische Burger in Gefahr seien. Der Senator verlangt, daß die Regierung der Vereinigten Staaten bei der englischen Regierung interveniere, damit eine ״positive Aktion“ zur Beendigung der Unruhen durchgctührt werde. New York, 28. September. (JTA.) Senator Roval S. Copeland hat mit der Veröffentlichung einer Artikelseric in den Zeitungen der llearst Presse in ganz Amerika über die von ihm mul seinen beiden Kollegen auf ihrer Studienreise in Palästina gemachten Beobachtungen und Erfahrungen begonnen. 111 dem er-.lt!1 Artikel, der am Sonntag erschienen ist, hebt Senator Copeland die I ei-411ngen der Juden in Palästina hervor mul behandelt audnhrbcli die Bedeutung des Landes als Zuflucht-Matte l'nr jüdische Aus- Wanderer. Bezüglich der F i n w a 11 <1!■ r!1 11 g s 1a ״ g 1 i c!1 k e i t e 11 erklärt Senator (!opelami, daß da־ Aufnahmefähigkeit abhängig sei vor! der Ent wir klung von Handel und Industrie. In einem zweiten Artikel am Montag rühmt der Verfasser die tapfere I i a I t 11 n g 11 e r j 11 d e n in den gegenwärtigen Unruhen. Viele Soldaten seien erbittert über das allzu milde Vorgehen Englands. Man trage;•ich, oh denn England nicht genug Macht habe, um 1m Heiligen Lande, das von den Nationen der Welt seiner ( )1111111 all vertraut wurde, die Sicherheit des menschliche» Lebens zu gewähr• leisten. Gemeinsame Propagandaaktion des UFA und Joint New York, 25. September. (JTA.) Die Leitung des United P a 1 e s t i 11 e A p p e a 1 und des J 0 i n t haben beschlossen, eine Reihe gemeinsamer großer!י r o p a ־ g a n d n a k t i ח ס e 11 durch/ufulimi. Im Madisou Square Garden wird am 28. Oktehcr eine 1 estauffiiiiriing größten Stils stattfinden. Außerdem wird die Herausgabe eines Jahrbuchs ״Wiederaufbau 1936•■ geplant, in welchem die im letzten Jahre im Palästina-Aufbau und in der Hilfsakfiou für Juden in Ost- und Mitteleuropa erzielten Fortschritte dargclegt werden sollen. Man erwartet, daß durch diese beiden Unternehmungen eine Summe von KM) 000 Dollar aufgebracht werden wird. Für die Durchführung der Aktion haben sich u. a. 50 große Frauciiorgauisationcn zur Verfügung gestellt und ein besonderes Komitee zu diesem Zweck geschaffen. Aus dem J;1 lircsbcrich t d c s A m e r i c .1־ n Jew i s h Joint Distribution Com inittee geht her• vor, daß durch den Joint und die ihm ausgeschlossene American Joint Reconstruction Foundation im letzten Jahr 1 040 000 Dollar für Hilfe all Juden in Polen und anderen osteuropäischen Land er 11 aufgewendet worden sind. Insgesamt hat der Joint seit 1014 fiir Juden in Osteuropa über 27 Millionen!Dollar ausgegeben. Kleine Nachrichten Der Hauptschriftleit er des Tel-Awiwer ״Haarcz“, Dr. Glücksohn, der seit längerer Zeit in einem Wiener Sanatorimn krank darniederlieg!, mußte sich zum zweiten Mal einer Operation uiiter/ielu'ii. Der I ingriff ist gelungen, doch ist die Notwendigkeit einer neuerlichen Operation nicht ausgeschlossen. Der Polnische Ministerpräsident General S 1,1 v o j - S k 1 a dkowski hat den jugendlichen 1 lillel S 11 ß k i!1 4 aus Sosno״ w!tz, der sein Leber! aufs Spiel gew t/t hat, um zwei Christließe jungen vor dem Ertrinken zu reiten, durch Verleihung einer Medaille ausgezeichnet. Liner Meldung der ukrainischen I'agee/eitung ״Dtlo“ zufolge sind in R o \v!1 0 (Wolhvnieu) 200 Ukrainer unter der Beschuldigung, an judcnfeiinllichen Aus-rhreitungen tcilgenommen und Häuser von Juden ange/undet zu haben, verhaftet worden. Wie ״Felestin“' aus Bagdad meldet, hat die Regier u 11 g des Irak den bekannten jüdischen Advokaten Joseph A I k a 11 i r in Bagdad zu ihrem Vertreter in der Kommissiou des Völkerbundes, die über eine Reform des Volkerbiindsstntiits berät, ernannt. Alkabir hat sich bereits nach Genf begeben. Der Hauptvorsiand des Verbandes vier Polen in d er Freien St a dt D a n / i g hat 1t. ״Frank f. Ztg.“ vom 22. September auf seiner letzten Sit/tmg beschlossen, daß aus den Listen des Verbandes sämtliche Mitglieder und Mitgliederanwärter zu streichen sind, die nichtc h r 1 st 1 ichcn Bekenntnisses sind. Dieser Beschluß ist eine Folge der Vorwürfe, die von der!111 oppositionellen polnischen Lager stehenden ״Omina Polska“ gegen die Mitgliedschaft von Juden im Verbände der Polen erhoben wurde. Nach dieser Maßnahme hofft man eher eine Einigung im Dan/iger polnischen Lager erreichen zu können. Die lettische nationale Oper in Riga hat zehn ausländische Künstler für Konzerte und Gastspiele in dieser Saison verpflichtet, darunter einige Juden: Bronislaw Huberman, Isav Do br owe 11, Arthur Ru bin st ein, Efraim Z i m b a 1 i s t, Raia א a d lui s o w a, M. S t e i ni a n n und Otto K 1 c m p e r e r. Rabbiner Dr. Alexander Glitt m.111 11 ist rum Mitglied des Lehrerkollegiums der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums ernannt und auf den Lehrstuhl für Talmudwissen- Schaft und Dezisoren berufen worden. HANNOVER w XGroscher» MERKUR BRIEFMARKEN-HANDELSGES. M. B. H. BERLIN W15, Kurfürstendamm 26a / Ruf: 31 (Bismarck) 6966 Verlangen Sie kostenlos unser zweites Sonderangebot