Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 78-79 (30.9.1936)
- Date
- 1936-09-30
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 78/79 30 IX. 1936 JÖDISCHP RIlNnSGHAM Seife 3 Politik und Strategie (Von unserem palästinensischen fcorrespondenten) gl. T e 1 ־ A w i w, 20. September 1936 Meiie Verhandlungen Nach der ausführlichen und sehr klaren Erklärung des Londoner Kabinetts über die zukünftige Politik in Palästina und dem nach längstem Zögern akzeptierten Entschluß, Gewalt mit Gewalt niederzuschlagen, war man allgemein in Palästina der Ansicht, daß von jetzt an sich der komplizierte Zickzack-Kurs der englischen Politik in eine glatte Linie der direkten Aktion verwandeln werde und die Zeit der Geduld gegenüber den arabischen Aufständischen endgültig vorüber sei. Man machte im Lande Berechnungen lind streute Gerüchte aus, wann der Kriegszustand erklärt werden sollte, und das späteste Datum, das für diesen entscheidenden Akt angegeben wurde, fiel mit der Ankunft der aus England herühergescliafften Truppen zusammen. Man setzte also den Beginn der Liquidation der Unruhen Ende September, spätestens Anfang Oktober, an. Statt strategischer Maßnahmen und militärischer Verordnttngen begann jedoch kurz nach dem Londoner Statement eine neue Periode der Verhandlungen zwischen Oberkommissariat und arabischer Führung. Sir Arthur Wauchope verhandelte —■ wie man schließlich annehmen darf — zum allerletzten Male mit dem Obersten arabischen Rat. Wer die Haltung Sir Arthurs während der letzten fünf Monate verfolgt hat, konnte diesen zuerst überraschenden Schritt mit einigem Verständnis kommentieren. Die Londoner Deklaration hatte ihm als Hintergrund für seine politische Aktion eine klare L. i n i e, der Transport von Truppen seinen Argumenten eine überaus machtvolle Rückendeckung gegeben. So gesichert und gestärkt versuchte er noch in letzter Minute den Kriegszustand, der ja für alle Beteiligten und für das Land als Ganzes genommen einen überaus folgenschweren Schritt bedeutet, abzuwenden. Palästina, aufs äußerste ermüdet durch die vergangenen fünf schweren Monate, ließ sich nur allzu gern von der Hoffnung umfangen, daß diese letzten Verhandlungsversuche Erfolg haben würden. Und wieder wartete man von Tag zu Tag. Diese und jene Sitzung des arabischen Rates, eine Audienz mit dem High Commissioner, schließlich die angekiindigte Zusammenkunft der lokalen Streikkomitees wurden als entscheidend für den Verlauf der Ereignisse genannt. Parallel mit den Verhandlungen des Oberkommissars in Jerusalem gingen Besprechungen der Distriktskommissäre mit den fokalen Führern in den größeren Städten. Nicht nur die Ankündigung ^fer Gewaltpolitik von englischer Seite schien diesmal auf arabisches Nachgeben zu deuten, sondern auch weitere Momente. Das politische Spiel war mit bedeutsamen ökonomischen Interessen verquickt. Wir stehen dicht vor der Exportsaison der Orangen, es ist allerhöchste Zeit, die Häfen für den Export vorzubereiten (Oeffnung von Jaffa!), die derangierten Eisenbahnen müssen für den Fruchtfransport instand gesetzt werden — kurz, wenn -nicht der Streik abgeblasen wird, so stoßen zwar die jiidisehen Exporteure auf verschiedene technische Schwierigkeiten, die jedoch mit einiger Energie zu einem gewissen Grade behoben werden können, die arabischen Pflanzer und Händler haben jedoch mit dem Ausfall einer Saison, also mit schwersten Verlusten, zu rechnen. Alles, was mit dem Orangenbau auf arabischer Seite verbunden ist, muß also, wenn die Ruhe jetzt nicht hergestellt wird, mit schwerer finanzieller Einbuße rechnen. Die Kreise, um die es sich dabei handelt, haben großes ökonomisches Gewicht, ungleich größeres als die Mclonenzüchter und die Gemüse bauenden Fellachen, die in den letzten fünf Monaten mit schweren Opfern für die Streikpolitik bezahlt haben. Trotz dieser Verbindung von politisch-strategischen lind ökonomischen Gründen für die Annahme der Bedingungen des Ober-Kommissariats hat sich der arabische Rat zu einem Abblasen des Streiks nicht entschließen können. Er hat, wie schon eimuai in der Geschichte der Unruhen, versucht, die Verantwortung mit den lokalen Streikkomitees zu teilen, die er zu einer Konferenz in Jerusalem zusammenrief. Die verbotene Konferenz Nach den Aeußerungen der arabischen Presse und einer Reihe innerer Informationen zu schließen, war man sich im arabischen Rat nicht gleich über diesen Schritt, wie überhaupt über die Frage des Nachgebens der Regierung gegenüber, einig geworden. Die Fraktion von Naschaschibi stimmte für Nach geben (ein interessanter Umschwung, da Naschaschibi mitten in den Unruhen eine Zeitlang radikaler als die Radikalen gewesen war), während der Mufti und seine Anhänger den Forderungen von Wauchope ein glattes Nein entgegenstellten. Der Mufti war es auch insbesondere, der auf die Einberufung der Konferenz der lokalen Streikkomitees drückte. Diese ist zu einem bedeutenden Teil aus Anhängern des Mufti, also der Familie Husseinis, zusammengesetzt und enthält überdies kaum Vertreter des Handels und der Pflanzer, die gegenüber den Politikern Spezialinteressen 7u vertreten haben. Die Regierung hat im letzten Moment diese Konferenz der Komitees verboten. Dieser Schritt hat wie kaum ein anderer Kopfzerbrechen lUid Rätselraten in der palästinensischen Öffentlichkeit verursaclvt. Da man gegen alles Erwarten noch einmal von der Regierung aus angefangen hatte, zu verhandeln, schien es eine überraschende Konsequenz, gerade die Konferenz zu verbieten, die die entscheidende Antwort geben sollte. Vielfach hat man diese neuerliche Schwenkung der Politik einem Einspruch aus London zugeschi ieben oder dem Wunsch der Engländer, jetzt die Gewalt, die sie in ihren Händen konzenfriert haben, auch wirklich zu benutzen, oder auch dem Suchen nach einer Entschuldigung für bedeutende dauernde Truppenkonzentrationen im Lande, fn allen diesen Erklärungen liegt viel von Spekulation, zum Teil von ganz unbegründeter. Ver- MUtlich wird sich das Oberkommissariat darüber klar gewesen sein, daß die Antwort der Konferenz eine negative sein würde, besonders da die Regierung den Arabern im Moment überhaupt keine Zugeständnisse macht, sondern zuerst und vor allem Liquidation des Streiks und Terrors verlangt. Und es ist schwer für die arabische Führerschaft, diese Bedingungen und damit zugleich ihren politischen Fehlsehlag anzuerkennen. Der Mufti versucht, unter diesen Umständen noch in letzter Stunde dadurch einen Ausweg zu schaffen, daß er die V'errnittlung von Ihn Saud zu gewinnen sucht und zu diesem Zwecke in Mekka und bei der Saudischen Delegation in Aegypten Schritte unternimmt. Bisher ohne Erfolg. Terror geht weiter Die große Frage ist bei dieser politischen Lage: Wird jetzt trotz dieser Friedensversuche der Engländer der Kriegszustand verkündet und warm, und welche Formen wird er annehmen? Ein Gerücht spricht von einer letzten Warnung des neuen militärischen Chefs an die Araber. Aber es ist letzten Endes schwer cinziiselien, warum die Warnung von dieser Seite mehr wirken sollte als die des Londoner Kabinetts oder des High Comniissioners. Während diese Verhandlungen laufen, hat sich in der allgemeinen Situation des Landes wenig oder nichts verändert. Die Terrorakte halten an, und wenn sie in den letzten Tagen kaum Opfer gefordert haben, so ist dies vielleicht eher ein Zufall und die Folge sehr genauer Wache und Verteidigung als auch nur einer zcitwei.seu oder teilweisen Beruhigung. Das jüdische Palästina erlebte den Uebergang ins neue Jahr mit verstärkter Wachsamkeit: an allen Posten, mit Bereitschaft der Polizei und der Wächter, ohne Gottesdienst an der Klagemauer 111 der alten Stadt, was seit imdenklichen Zeiten nicht mehr vorgekoinmen ist, und in dem Gefühl, daß wir wohl wieder an einer Wendung der Ereignisse, aber immer noch nicht an ihrem Ende stehen. Besonders in T i b e r i a s, wo ein jüdisches Kind einer Bombe zum Opfer fiel, ist die Stimmung erregt, und in allen Städten und Siedlungen hat auch das Fest die schwere Spannung, die über dem Land liegt, nicht zu brechen vermocht. Die militärischen Vorbereitungen Dill, der neue Oberkommandierende, ist jetzt seit einer Woche im Lande und in vollem Umfange mit den Vorbcreitungen der militärischen Aktionen beschäftigt. In einer Reihe von Flügen hat er sich über die strategische Lage des Landes orientiert, die Vorbereitungen für die Einquartierungen der erwarteten Truppen begonnen, sich in Jerusalem ein Hauptquartier eingerichtet, mit dem High Coinmissioner zusammen die Hauptstadt von Transjordanien besucht. Zugleich ist die Koordination der verschiedenen Truppengattungen, insbesondere der Luftstreitkräfte mit den übrigen, durch verschiedene Konferenzen vorbereitet worden. Bei diesen verschiedenen Maßnahmen erhält man den Eindruck, daß die Engländer sich jetzt in Palästina auf eine konzentrierte ־militärische Aktion vorbereiten, die den Kleinkrieg der letzten fünf Monate ablösen soll- Die Art, in der sich das Militär orientiert und einrichtet, deutet darauf hin, daß jener englische Parlamentarier, der von einer ״zweiten Eroberung Palästinas“ durch die Engländer sprach, nicht so unrecht hatte. Noch vor kurzem konnte man in Palästina allgemein die Meinung hören, daß nach Erklärung des Kriegszustandes die Rückkehr normaler Bedingungen eitfc Auswandererfürsorge vor dem Völkerbund Genf, 25. September. (JTA.) Die sechste (politische) Kommission der Völkerbundsversammlung hat eine Unterkommission für Probleme der Auswandererfürsorge unter dem Vorsitz des schweizerischen Bundesrates Moita eingesetzt. Der Präsident des Verwaltungsrats des Nansenamtes, Hansson, und der Oberkommissar für Auswandererfiirsorge, Sir Neil! Malcolm, legten der Konimission Berichte über die Arbeit ihrer Acmter vor. ln dieser Denkschrift wird der Plan entwickelt, die aus Deutschland Ausgewanderten bis Ende 1938 so untei'/ubringen, daß das Kommissariat gleichzeitig mit der Nansenkommission aufgelöst werden kann. Die Zahl der bisher Atisgewanderten wird auf 115 000, davon 100 000 Juden, geschätzt. 30 000 Juden gingen direkt nach P a! ä s t i!1 a oder liebers e e, 60 000 sind so weit untergebracht, daß sie der Fürsorge entbehren können. Dieses Ergebnis wurde durch die Arbeit der jüdischen Organisationen ermöglicht. Das Oberkommissariat hat sich jetzt noch mit dem Schicksal von 25 000 Ausgewanderten, davon 15 000 Juden, zu befassen. Man rechne» ferner mit einem weiteren monatlichen Zuzug von etwa 200 Personen. In der Denkschrift berichtet der Oberkomtnissar über seine Verhandlungen mit den Regierungen. Für sein Büro beansprucht er .C 4850 jährlich. Oie Unterkommission hat die provisorischen Maßnahmen für die Neuregelung der Auswandererfürsorge, die aut Veranlassung des Völkcrbundsrates getroffen worden sind, zur Kenntnis genommen und die Ergebnisse der Zwischenstaatliehen Regieriingskonfcrenz vom Juli d. J., die sich auf die Festlegung des Rechtsstatuts Ausgewanderter beziehen, erörtert. Der französische Delegierte in der Konferenz, Gr umhach, gab bekannt, daß die französische Regierung durch eine Verordnung drei bedeutsame Maßnahmen zur Regelung des Rechtsstatuts der in Frankreich lebenden Ausgewanderten getroffen habe; ihre Rechtslage wurde geordnet, eine gemischte beratende Kommission zur Behandlung der übrigen Auswandercrprobleme wurde eingesetzt und die Ausgabe von Arbeitskarten an Personen, die aus politischen Gründen ausgewandert sind, beschlossen. Parallel mit diesen Beratungen fand auch eine Konferenz von Vertretern verschiedener Privat- Organisationen für Auswandererfiirsorge statt. Die Konferenz. war von dem Council f o r German J e w r y einberufen. Es wurden Vorschläge über eine Reorganisation des Oberkommissariats für Auswandererfürsorge unterbreitet. In allen Punkten wurde Ucbcrcinstiinmung erzielt. Ein dreigliedriges Komitee, bestehend aus Professor Norman Bentwich, Dr. Gold mann und M. Lambert (Paris) wurde Die Zwecke und der Sinn .IHN euren Golf zu lieben5) ״. B. M. 11, 13): Dab du nicht sagst: Ich lerne Tora, damit idh ein Reicher werde, damit ich Rabbi genannt werde, damit ich Lohn empfange, darum lehrt die Schritt: ״IHN euren Gott zu lieben': alles, was ihr tut, sollt ihr nicht anders, als aus Liebe tun. Sifre Deuteronomium zu i 1,13 Uebers. p. N. N, Glaörr Angelegenheit kürzester Zeit sein würde. Heute wird diese Meinung bereits wankend. Die Vorbereitungen des Militärs erscheinen für eine leichte Kampagne zu umfangreich. Andererseits leuchtet es ein, daß die Operationen um s» rascher verlaufen müssen, wenn sie mit aller Sorgfalt vorbereitet und ünnölige Fehler dabei vermieden werden. Die 1111geduld, die sich neuerdings gegen die Politik der Regierung in jüdischen Kreisen von neuem bemerkbar macht, gilt jedoch nicht so sehr der Länge der militärischen Vorbereitungen als den etwas undurchsichtigen und re.sultatlosen polit i-vhen Verhandlungen. Daß diese jedoch der wirklich letzte Versuch dieser Art sind, kann heute als ziemlich sicher gelten. Palästina in der Imperial ־ Politik in Palästina ist!!um in den letzten Monaten außerordentlieh egozentrisch geworden. Die Ln igni-M׳ int Lande selbst haben alle Aufmerksamkeit au! sich konzentriert, alle Kräfte lind alles Denken in Anspruch genommen. Auch die Beurteilimg der palästinensischen Si;ualn>11 tun! der damit verbimdciieii politischen Probleme erfolgte i!1 der Rege! im palästinensischen Rahmen, wahrem! die :׳roheren Zus 1 111 111 e n h .׳1 ״ 11 וי mit der allgemeinen läge des englischen Imperiums nicht iinnier genügend beacht( 1 tun den. In den letzten Wochen hat sich hierin manches geändert. Die Tat- Sache, daß sielt das e 11 g 1 i s c!1 e K ,1 b 1 11 e t t mehrmals ausfsihrlich mit Palästina beialiie, und zwar im Zusammenhang mit eien großen internalionaiett Prägen, die heute auf der Tagesordnung sieben, das große Interesse, ׳das verschiedene Dominions an der pai.Mineii-ischeti Trage gezeigt haben, und zwar gerade vom Standpunkt der englischen Außenpolitik ans, die heute ja 1111 MnUaicr ist ab je, haben klarer als finiter gezeigt, daß tiir politische Lni.-clicidtmgcn nicht nur die arabiscn-jiKlisch-cngibclicii lie/iehmigeit ausschlaggebend sind, sondern daß hier Dinge der großen Weltpolitik hineinspielen. Mein־ als zu aiidercn Zeilen wirken sieh in Palästina heute Kräfte aus, die mit seiner geographischen Lage und seiner Bedeutung für daeugli-ehe Weltreich zu tun haben. Ist doch Palä.-tina der vielleicht wichtigste Stützpunkt in dem heute unikumpften östlichen Mittelinccr, zugleich eine entscheidende Station des neu zu sichernden Weges nach Indien. Die Erkenntnis dieser Zusammenhänge wird auch weiteren Kreisen int Lande heute klarer, und man verfolgt daher die Ereignisse der internationalen Politik wieder mit höchstem Interesse. Zugleich verstärkt sich damit die Empfindting, nicht mir dem Wirbel der palästinensischen Unruhen fiiugegeheit zu sein, .sondern zugleich ein Glied zu bilden in jenem komplizierten Netz internationaler Verflechtungen, d;1s man unter dem liegriff der I m p e r i a I - P o I it i k zusammenfalit. bevollmächtigt, die Best lihb-w der Konferenz in einer Denk- Schrift nssammeu/ufasseii. Diese! lenkschrift soll dem Ober- Kommissar für Ati-waikh :n Im-orge, Sir Null Malcolm, und der zuständigen l uiicrla m 11! i - - i::! t der politischen Kommission der Yöikerbtimlsversani!nlung ־wirgek'gt werden. Die ״l'rankf. Zeit img" vom 27. Septbr. berichtet tl. a. aus Genf: Aus (!!•!1 llericlileit geht unter anderem hervor, daß mau versucht lut. die :י a :1 rh nii gr ג nt c 11, die sich fast alle in Lrankieich beten!־׳!!, nach l’araguia v auswandern zu lassen. I E1>u-״n i-t der Meinung, daß sich das Problem losen ließe, wem man T><1 Lamilieu dorthin schicken könne, doch sei es hi>her!:ehmecii, 2ח Per-oiK״ au־wv,indern zu lassen und für die Au-wamlertiug von weiteren 22 Sorge zu tragen. P r a g, 25. Septem her. (JTA.) I )er (’nufer Korrespondent des ״Prager Tagblatt־' liebt die laDaUie hervor, daß der englische Generalsekretär de- Maiisenamfes, Johnson, der bisher die Ausdclimm1׳ der 1 ur-orge des Amtes auch auf Auswanderer aus I )c11t־'cl1laiul 1 ei hiedert habe, gestürzt wurde. I\׳r Präsident des Amu-, der Norweger Hansson, trete für die i.l i n g 1 i e d e 1 11 11 u 1׳ ei־ I 11 r s o r g e für Ausvva n derer aus Deut - c 11 1 a 11 d i n d a s \ a n s e 11 a m f eilt. Sollte dies gesell eh eit, so wurden die Auswanderer aus Deutschland Na11se11|>;i\-e bekommen. Tschechoslowakei und Zionismus Lemberg, 23. .September. (JTA.) In der Leinbcrger jüdischen Zeitung ״Glivila“ werden Erklärungen verüffentlieht, die der tschechoslowakische Ministerpräsident Dr. Milan Llodza und der Außenminister Dr. Kamil K 1־ o f t a itt Gesprächen bei einem Empfang in Bratislava über Juden frage und Zionismus abgegeben haben. ״In der Tschechoslowakei‘', sagte Ministerpräsident Llodza, ״kennen wir keine j u d e!1 f r a g e. Die!־'rage ist so gelöst worden, (lall sich die Juden in (her Tsehecltoslovvtkei der vollsten Durgerrechie erfreuen. Wir kennen in dieser Hinsicht überhaupt keinen Unterschied. Was tum den Zionismus anbelangt, kann ich mir sagen, daß unsere politische Einstellung zu ihm immer dieselbe bleibt, d. 11.: wohlwollend im vollsten Sinne des Wortes. Das hatte ich auch dem Abgeordneten Dr. Goldsfein, der mich diesbezüglieh interpellierte, ntistlrttcklielt erklärt. Die lbitersttitzusig des Zionismus ist nicht nur eine Ehrensache der TsehecltoslowaJdsclicn Republik, sondern auch Sache der Gerechtigkeit.“ Auch Außenminister Dr. Krofka äußerte sieh in ährtliebem Sinne: ״Ich bin“, sagte er, ..Schiller von Masaryk und Rcrtesch und kenne genau die Einstellung meiner Meister dem Zionismus gegenüber. Sie können versichert sein, daß die tschechoslowakische Regierung immer und hei jeder Gelegenheit, auch vor dem Völkerbund, sich für die Sache des Zionismus einsetzen wird.“ Solidarität mit Erez Jisrael heißt Opfer bringen Spenden für neuert Boden in Erez Jisrael an den _ Keren Kafemeth Leiisrael, Postscheckkonto Berlin ZSZ 47 f