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Jüdische Rundschau · 1936-09-25 · Heft 77 (25.9.1936) · page 19

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 77 (25.9.1936)
Date
1936-09-25
Page
– (sequence 19)
Language
German
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Nr. 77, 25. IX. 1936 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seils 19 Ein Kapitel Jugendfürsorge Zwei Jahre Beth sefer ianoar haoleh Ein Arbeitsbericht Wer am 1. September den Augenblick miterlebt hat, da der Zug hunderte jüdische Menschen nach Palästina hinaustrug, der hat unter denen, die vom fahrenden Zuge aus zurücfcwinkten, und den vielen Begleitern auf dem Bahnhof die großen Jungen und Mädel gesehen, die dort als Chawerim unserer Bewegung voneinander Abschied nehmen: Die Kinder der Jugendalijah. Und sicher hat sich ihm, da er sich zu seiner Tagesarbeit zurUekwandte, die Frage anfgedrängt: Sind solche jungen Menschen auf ihre Alijah vorbereitet? Dl• drei Bedingungen Jedes Kind, das von der Jüdischen Jugendhilfe E. V. hinausgeschickt wird, muß drei Bedingungen erfüllen; 1. körperliche und geistige Gesundheit; 2. Willen zion Ein leben in die Arbeit der Jugend* gemcinschafi; 3. ausreichende Kenntnisse auf den Gebieten der j fi d i sehen Geschichte und Kultur, der Palästinakünde und der hebräischen Sprache. Die erste Bedingung prüft, in immer wiederholten Untersuchungen, der Arzt. L>ie zweite und dritte Bedingung dagegen sind die Wegweiser für die Beurteilung des ICimies auf dem vierwöch entliehen Vorbereitungslager. Und dabei hat sich, namentlich bei den eben schulentlassenen 14jährigen, oft gezeigt, daß sie trotz bestem Willen den Anforderungen an einen jungen Oleli zunächst noch nicht ge- Wachsen sind. Dia QrQndung dar MiHlerensehule Um diesen Kindern zu helfen, um auch den anderen, an sich vielleicht schon Alijahfnhigen die unvermeidliche Wartezeit zwischen Vorbereitungslager und Alijah produktiv auszufüllen, beschloß die Jüdische Jugendhilfe E. V. im Herbst 1934 die Einrichtung von Schulungskursen. Die Arbeit begann zunächst mit einem nur provisorischen Stundenplan, bei einer zwischen 3 mul •10 Kindern schwankenden Tcilnchmerzahl. Aus den hierbei gesammelten Erfahrungen konnte iin Herbst 1935 ein fester Lehrplan zusaminengestellt werden, der mit unwesentlichen Abänderungen bis heute den Typus der nunmehr straff organisierten Schule bestimmte. Er'um* faßte wöchentlich als Pflichtstunden: Vormittags: 4 Stunden Hebräisch (Grammatische Sprechübungen). 1 Stunde hcbräiselier Aufsatz. 2 Stunden Tenach. 1 Stunde hebräische Musik. 2 Stunden allgemeine Geschichte. 2 Stunden jüdische Geschichte. 2 Stunden Literatur. 2 Stunden Palästinakunde. 1 Stunde allgemeine Erdkunde. 2 Stunden Biologie. 2 Stunden Physik und Chemie. 2 Stunden Rechnen. 1 Stunde Oncg. Nachmittags: 3 Stunden Sport. 6 Stunden Werkarbeit für Jungen. 6 Stunden Hausarbeit für Mädel. Dazu kamen, als freiwillige Arbeitskreise, Unterrichtsstunden in frei gesprochenem Hebräisch, in Englisch, zionistischer Geschichte, in Zeitungskunde, in Musik und in Elektrobasteln. Außerdem besteht eine Theatergruppe. Abendkurse Von den insgesamt an 1500 Jugendlichen, die bisher durch Kinder- oder Jiißcndalijah nach Palästina gegangen sind, haben nur knapp 500 das Beth sefer Ianoar haoleh durchmachen können. Denn ein großer Teil der ausvatulcrnden Kinder stammt aus dem Reich, wo ähnliche Schulen erst in der Entwicklung begriffen sind, und sehr viele Berliner Kinder lernen entweder noch in anderen Schulen oder sie müssen tagsüber arbeiten. Um auch die letztgenannte Gruppe mit der Bewegung zu verbinden, hat das Beth sefer Ianoar haoleh zu Anfang des Jahres 1936 Abendkurse eingerichtet, in denen dreimal wöchentlich, von 7—8.30 Uhr, hebräisch gelernt wird. Diese Kurse wurden bisher von etwa 250 Kindern besucht, so daß aiso insgesamt gut die Hälfte aller auswandernden Kinder durch diese Schule zur Alijah vorbereitet wurden. Organisation des Sctiullebens Die Zahl der Schulkinder ist durch den nie versiegenden Zustrom von Schulentlassenen oder Lehrstellen, durch die Einberufung der Kinder zum Vorbereitungslager und endlich durch Uebergang zur Mittlcrenhachscharah oder durch die Alijah andauernden Schwankungen ausgesetzt. Um ihnen im Rahmen der Schulmögliclikeiten einigermaßen zu begegnen und leichzeitig das äußerst verschiedene Bildungsmilicu der Kiner zu berücksichtigen, wurden parallelarbeitende Schulklassen gebildet, in denen die vermutlich gleichzeitig zum Vorbereitungslager und zur Alijah kommenden Kinder zusammengefaßt sind. Die Höchstzahl der Kinder einer Klasse übersteig-t niemals 35; Jungen und Mädel lernen zusammen, ln den Sprach stunden läßt sich, weil die Kinder ganz verschiedene Vorkenntnisse mitbringeii, der Klassennnterricht nicht durchführen. An seine Stelle treten k e n n t n i 8 m ä ß i g gestufte Kurse, in denen höchstens 20 Kinder lernen. Jede Schulstunde dauert 55 Minuten, es gibt keine ״Kurzstunden“. Pünktlichkeit und Regelmäßigkeit des Schulbesuches werden an Hand des Klassenbuches genau kontrolliert, grobe oder wiederholte Verfehlungen ziehen den Ausschluß aus der Jugendalijah nach sich. Zeugnisse werden nicht ausgegeben. Doch dienen zur Kontrolle der Leistungen neben den regelmäßigen Haus- und Klassenarbeiten vierteljährliche P r ü f 11 nen, von deren Ergebnis der Zertifikatsantrag absingt. Die Eltern erhalten auf Wunsch jederzeit Auskunft über den Stand ihrer Kinder in der Schule, sie dürfen auch als Gäste an einzelnen Stunden teilnehmen. ln allen Fragen, die das Innenleben der Schute betreffen — Lehrplan, Disziplin, Gestaltung von Feiern und Freizeit, Verbindung zur Bewegung und zur Alijah — entscheidet die Schulgemeinde. Sie bringt ihre Vorschläge durch einen W a a d ein, der aus der Schulleitung und zwei Vertretern jeder Klasse bestellt. Der Geist der Schule wird von der jüdisch en Jug e n d b e w e g u 11 g her bestimmt. Man sitzt zusammen mit den älteren, lehrenden Chawerim an großen Tischen, man teilt in der Schule und auf F־«hrt, Frühstück und Süßigkeiten, man geht als Helfer in das Haus des Kameraden, in das Krankheit oder Not eingekehrt sind, man vereinigt sich zu Sicha und Oneg, man besucht das nahe Beth Chaluz der Schulkameraden aus dem Reich. Man achtet das Hebräische nicht Zehn Jahre jüdisches Pflegewesen Im Hause der Synagogengemeimle Elberfeld arbeitet seit 10 Jahren die P f 1 e g e s t e 11 e n - und Adoptionszen ־ trale des J ii d. Frauenbundes in Deutschland. Die Zentrale war im Jahre 1922 als Adoplionsverinittlungsstelle von der inzwischen verstorbenen Frau Lina Mosheim, Barmen, gegründet worden, dehnte aber im Laufe der Zeit ihre Arbeit auch auf die Vermittlung von Pflegestellen ans, da bei weitem nicht jedes zur Adoption gemeldete Kind dafür geeignet war. Da die Interessen der Adoptiveltern in gleichem Maße zu berücksichtigen sind wie die des zu adoptierenden Kindes, konnte man häufig eine Adoption nicht verantworten. Nur ganz vereinzelt standen damals jüdische Pflegestellen zur Vertilgung, aber ein jüdisches Pflegewesen gab es in Deutsch- Land noch nicht. Frau Samuel, Elberfeld, suchte diese Lücke der jüdischen Sozialarbeit au szu füllen. Durch Vcrbiridung mit anderen Organisationen, besonders mit dem Lehrerverband, konnten die ersten ,Stellen gefunden werden, und heute nach 10 Jahren ist fast in allen Teilen Deutschlands eine große Anzahl jüdischer Pflegestellen zur Aufnahme von Kindern bereit. Der Zentrale stellen medizinische und juristische Sachverständige zur Verfügung, und ihrem Vorstand gehören Vcrtretcr aller in Frage kommenden jüdischen Verbände an. Laufende Kontrolle der Arbeit wird gewährleistet durch ununterbrochene Verbindung mit den Vcrtrauenspersoiien in Deutschland und im Auslände. Handelt cs sich um die Unterbringung eines Säuglings oder Kleinkindes, so wild in der Regel von der Zentrale die Unterbringung in einem H e i t11 empfohlen, da die hygienischen und pflegerischen Notwendigkeifen dort besser als in einem Privatliatfshalt erfüllt werden können. Bei schulpflichtigcnKindern wird beute besonderer Wert darauf gelegt,!laß sich am Ort eine jüdische Schule befindet. Auch für die schulentlassenen Schützlinge arbeitet die Zentrale weiter und bemüht sich bloß als wichtigen Unterrichtsstoff, sondern als künftige Lcbetisspraelie. Die Lehrer unter sich sprechen schon in der Schule mir Hebräisch. Man erarbeitet sich ein vertieftes jüdisches Wissen in ״Intensivwodien“ die, nach Herrh'nger Muster, in der Zeit der Herbstfeiertage oder der Peßacnzeit, an Stelle des regelmäßigen Stundenplanes treten. Palflstlnaunruhen und Schule In diesen stetigen Ausbau der Schule drangen die Nachrichten der Palästina-Unruhen. In Wissen und Traum mischten sich die Bilder brennender Felder und Wälder in der Nähe unserer Kwuzoth, Zeitung und Brief berichteten von Angriffen gegen sie. Als endlich die politische Krise sich bis zur drohenden Alijahsnerre zuspitzte und Massen von alteren, bisher führenden Menschen gleichzeitig mit sechs Jugendalijah-Gruppen innerhalb dreier Tage Berlin verließen, taten sich vor den zurückbleibendcn Chawerim der Schule die Fragen auf: 1. Was wird aus den Jugendlichen, die jetzt im 17. Lebensjahr stehend, nicht mehr rechtzeitig׳ vor Vollendung des 17. Lebensjahres ein Jugendzertifikat erhalten können? 2. wie kann für die 1!- und 15jährigen Kinder die vermutlieh verlängerte Schulzeit im Beth sefer Ianoar haoleh produktiv ausgenutz.t werden? 3. Wie kann mau dem Füiirermangel begegnen? Zur Lösung der ersten Frage wurde, im Einvernehmen mit dem I iechahiz beschlossen, alle diese Jugendlichen zu einem möglichst nahen Termin auf Mittlcrenhachscharah zu bringen. Dieser Entschluß legt aus Gründen menschlicher Gerechtigkeit sowohl wie vom Standpunkt der Bewegung gesehen die Verpflichtung auf, die Mittlere 11 hach sc 11a* r a 11 m i t d e r Jugendalijah tarhuthmäßig völlig gl ei c h zu s t e 11 e n. Die eingangs genannten Bedingungen gelten deshalb fortan nicht nur für Kinder, die zur Jugendalijah gehen wollen, sondern ihnen werden als einer Art ,,Eignungsprüfung für Palästina״ auch alle Jugendlichen unterworfen, die den Eintritt in die Mittleren* nachscii arah beabsichtigen. Die Schule bildet deswegen von jetzt ab die gemeinsame geistige Vorbereitung für diese beiden großen Gruppen jugendlicher Olim. Bei der Lösung der zweiten Frage ist davon auszugehen, daß die Zahl der 14—15jährigen Schulkinder natürlich viel | XHchsten Mittwoch: j i Iiin<lcr-I(11mi*cl1au I L*...*•■•■».«י.,.■■•..•■,««.»*... kleiner ist als die Gesamtzahl aller Schiller. Für sie können wir deshalb einen nach zweifacher Richtung erweiterten Leiirplan durchführen. Zunächst wird der oben genannte Lehrplan durch wöchentlich drei P f I i c h t s 111 ״ d e 11 i!1 E n g - lisch ergänzt. Dieser Stundenplan bildet den Lehrstoff der Unterstufe, in der die Kinder ein Jahr lernen. Bei ausreichenden Kenntnissen namentlich in Palästinakinide, jüdischer Geschichte und Hebräisch werden sie darin in die Oberstufe versetzt, in der, hei gleichbleibenclen Lclirgcbicten, der gesamte Unterricht ausnahmslos in hebräischer Sprache erteilt wird. In ihr lernen die Kinder weiter bis zur Alijah, so daß sie als Olim bereits mit einem beträchtlichen Tarbuthschatz ins Land kommen. Um endlich die dritte Frage zu lösen, wird ebenfalls vom Beginn des neuen Schuljahres ab die Schule neben den Klassen für die Kinder noch eine Seminarklasse für Erwachsen e errichten, die später als Führer einer Jugendgruppe der Mittleren!! a c h s c 1; a r a 11 oder J u g c 11 d - a 1 i j a 11 arbeiten wollen. Neben einer gründlichen Erlernung jüdischer Fächer werden wir von den künftigen Führern eigene Referate, handwerkliche Arbeit und L c h rmittel 11 erstell ung verlangen, sowie ihre pädagogische Eignung durch fortlaufende Probe-Unterric 11 tsstunden in den Schulklassen auch in der hebräischen Oberstufe prüfen. Der Anfang des netten Schuljahres trifft also das Beth sefer Ianoar haoleh trotz der Schwere der äußeren Bedingt!״- gen in innerer Verfestigung und äußerem Ausbau: erweiterter Lehrplan als gemeinsame Grundlage für Jugendalijah und Mittlerenliadischarah, vollhcbräischc Onerklasse für die Kinder, Führerseminar. F. O. ANTWORTEN DER REDAKTION Else Ephraim, Berlin. Die jüdische Zeitrechnung beginnt nach der Tradition mit der Erschaffung der Welt. um die Beschaffung geeigneter Lehrstellen, bei Eignung auc* uni Unterbringung in Hachscliaralistellen. In vielen Fällen wird Adoption des gemeldeten Kindes gewünscht, da oft der Meldende sieh von der Verantwortung für das Kind befreien möchte. Bei der Nachprüfung von Veranlagung, Herkunft und Gesundheit wird jedoch oft festgestellt, daß das Kind zur Adoption nicht geeignet ist, und die Unterbringung in Fauülieiipflege muß der meldenden Stelle empfohlen werden. Nachdem das Pflegestellenwesen geschaffen war, stellte sich die Zentrale die Aufgabe, die in christlichen Pflegestellen uiitergehrachteii Kinder wieder in jüdische Umgehung zu verpflanzen. So konnten in den 10 Jahren fast 100 Kinder wieder der jüdischen Gemeinschaft zugeführf werden. Das Entgelt für ehe Aufnahme eines Pflegekindes isi klein und deckt kaum den bloßen Lebensunterhalt des Kindes. Wirkliche Liebe zum Kinde muß daher ausschlaggebend sein. Nach zehnjähriger Beobachtung ist insbesondere bei den Kindern, die die Pflegestelle schon wegen Berufsausbildung verfassen haben, fest/ustcllen, daß ein 11 e r z i i c h e s Fam i I i e 11 v e r h ä 11 n i s zwischen Pflegeeltcrn und -Lind besteht. — Immer wieder werden unentgeltliche Pflegestellen gefordert. Wenn auch die Zahl der zur Aufnahme eines Kindes bereiten Pflcgestellon größer ist als die Zahl der gemeldeten Kinder, so kann heute kaum einer Pflcgefamilie die völlig entschädigiingslose Aufnahme eines Kindes zugemutet werden. Eine kleinere Anzahl Schützlinge der Zentrale sind in aus! ä 11 d i s c ii tu II e i m e n kostenlos aufgenommen worden: hier muß besumlt rer Dank dein Gert rt! (I e - J a c o b s o 11 n - O r p h n n a g e in G! ה s g o w und den \X׳ a i s e 11 11 ä 1! s e rn in l י * r e e 111, A!11 s t e r d 1 in und dem Haag »!!gestaltet werden, die sieh liebevoll dieser Kinder angenommen haben. GIcizher Dank aber gebührt den in und mit der Zentrale uiiaiiuid ich .Mitarhcitendcn. Die für die breitere Oeffenfiichkeit fast misiclithare Kindcrscluitzarbeil des jüdischen Frauenbundes, die immer wieder eine I. ösmig für traurige Kinders-, liicksa’e ste ht und auch den Müttern zur Seite stellt, sollte glehb ,anderen jüdischen Einrichtungen Anteilnahme um! I Lite: sditzii!!;!: finden. Hede Israel Das Preisausschreiben der Kulturbünde Für das Preisausschreiben ries Reiehsverbandes der Jü- «fischen Kulturbünde in Deutschland wird folgendes bekannt' gegeben: Besondere Anfragen werden durch das Büro des Reichsverhaildes, Staüsehreibcrstr. II, beantwortet. Die eingcreichtcn Kompositionen, die in g!1fgcsd1ricbcnc:n Manuskript vorliegcn müssen (Partitur oder Klavier,uis/tig), sollen die Auf« Schrift tragen: Büro des Reichsverbandes, Abteilung Preisasisschreiben. Die Einsendung muß eingeschrieben erfolgen und darf weder Namen noch Adresse des Absenders erkennen lassen. Es ist ein Kennwort zu wählen, das auf dem Manuskript und auf einem i!1 der Sendung liegenden vcrsclilossencn Briefumschlag siebt. Dieser verschlossene Brief- Umschlag soll Namen und Adresse des Komponisten enthalten. Das Preisausschreiben gliedert sich in vier Abteilungen: 1. Feierliches Vorspiel i!ir f)1d!1׳׳-H׳r (I loeli-! I!esrlzuniz: vollstiuiüDer eirnrreppar;!! mul sRppv־iu• l;U,cr). D.uur: 5 15 Min. 2. Ein Chorwerk fiir vier 1ח1:0!י ipt׳n gomi״h!ei1 <d!or mit Orebe.UMbepleitunp. auch eingerirhpp iiir kiavür oder Orpel, mit bibli-chcm oder jiidi.ihi 111 Siotf. I).nnr: inindeMcitr 20 Min. 3. Ein Chonvetk hi r zwei- oder mein״! immipru Chor für Schulen und Ju״r*1vl!1iin1le, evtl, mit ohhp.Urm 111 -,1 r 11111 ent. 4. Z\ Uti-1 voll I.I •dein iiir eine Sin״,! imine mit Klavier. 4.1. Zyklus von l'l> ,11:11011־ mr kleinen Chor a C3|xdla oder mit Einbeziehung voll! in!! u!1n 1:11 11׳. Es sind Preise von 100 - 250 Mark ausgesetzt. Für die Yoknlwerke ist die Verwendung der deutschen Und hebräischen Sprache zu!äs-ig. Letzter Termin vier Einsendung ist der 15. Januar 1037. Die Prüfung der Manuskripte erfolgt durch eine Jury, der folgende Persönlichkeiten angehören: Erwin Jnspe, Leo Kopf, Cheinjo Winawer, Bert hold Sander, Professor Julius Priiwer, Max Sin/heimer {Mannheim), i)r. Anneliese Landau, Paula Salomon (I. incUn tpA, Dr. Friedrich Brodnitz, L)r, Hermann Schildbürger, Dr. I Icinrich Levinger (Köln). Zu der entscheid enden |urv treten nach Sichtung des gesamten cingereiditeii Materials die Herren; I >r. Kl ul Singer, I laus Wilhelm Pteinheri:, Karl Adler (Stuttgart), - Die Bekanntgabe der preisgekiiinten Komponisten erfolgt in Gegenwart der Jurv durch die Herren Justizrute i)r, Ernst Schlesinger, Dr. Rosenberger. * Der Reichsverband der Jüdischen Kulturbünde In Deutschfand teilt mit; Ln Anschluß an die Kiilfurtagimg des Reichs- Verbandes der Jüdischen Kulturbünde in Deutschland hat das Präsidium des Reichsverb,׳!iides sofort seine Arbeit aufgenotnmen. Die Fragen der Einaii/iening vier Kulturbünde, sowie die methodische < le-daltung des Vortragswesens und der gesamten Organisation sind in Angriff genommen worden. Der Reichsvcrbandsvorsfand wird in Kürze Berichte über seine Arbeiten den einzelnen Kulturbünden zügelten lassen. Der Maler Takal. fm Oktober werden etwa hundert Blätter dieses aus Berlin stammenden jüdischen Malers (Takal: Pseudonym fiir Steinfeld) in Chicago, zusammen mit Werken von Picasso, zur Ausstellung gelangen, vielleicht auch demnächst in Berlin. Ich sah eine große Kollektion im Hause Weil und möchte die jüdische Oeffentlichkeit aut dieses bedeutende Talent naehdrücklichst aufmerksam machen, Takal ist 2§ Jahre alt und lebt seit sechs Jahren in Paris, wo er filmt, Musik macht, malt und darbt. In Berlin hatte e! sich seinerzeit als Schauspieler einen Namen gemacht. Alles ist er nebenbei, nur nicht - Maler. Als solcher ist er ein Besessener. Seine zarte Seele, von jedem noch so leisen Hauch des Schicksals und der Geheimnisse mirnosen- 11aft angehaucht, findet in zartesten Bildern ihren Ausdruck. Freilich spuken in diesem originellen Techniker viele Malgeistcr. Aber er selbst scheint immer einzigartig hervor. Ob er ganze Städtcbilder hin weht, Flüsse, Straßen, Menschentyncn, spielende Kinder, Babys und Tiere, mit erstem Aufblick, süßest belauschten Regungen, überall ist bewundemswerfe Treffsicherheit dieses Trautnwandlcrs zu spiiren. Jude ist er vor allem durch seine Neigung zum Expcriment und durch seine überall fühlbare Wehmut — nicht durch die Gegenstände seiner Kunst, sondern durch die zauberhafte Chemie seines Wesens. Ein Strich, ein Punkt genügt, ein Nichts, kann man sagen, um einen Vorgang oder ein Dasein klar in die Lüfte zu schreiben und festz.ubannen. Talente findet man unter uns Juden bald, aber selten solche von ausgesprochener Zielsicherheit, vereint mit Schwebung und Magie. Wer diesen Künstler begreift, weiß, daß er noch viel von sich wird reden machen. Arno Nadel

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