Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 77 (25.9.1936)
- Date
- 1936-09-25
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Seife IR JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 77, 25. IX. 1936 Synagogen - Nachrichten Jüdische Gemeinde. Freitag abend! Kol Nldrti In allen Syn- I 17• -..*!0:1 : 17 Uhr. — Predigten in den Synagogen: Alt״ Sy n;pr aj 1 .11: , K b-rrK.tr .: Fr!•!.!; Kvkustr.: Landati; I’vs'.a- 1״ZZD! T,i!.V : Bn kuvit Muh, 11■ ani-r St:״ .Nolx-l; K<.>ttbu־־ur t'ftr: jak..!H״■! X dh• Synagoge : NuUiatmi; Liudetiatr.: Weyl; ].ul 7.1'ü - : .ז¬ \v .1! .< u 11« uer; Fi Kane״,tr.: S.üouioiutkii Ltvuttow- :-U;t r.r : ע/ 1: 1' ru Xu Nflll {H•!: ■! .f uki!vv 1! z; l’finzrrnrnft'nMtr.: Hacek: Sr hmary \׳>tl; U ml t׳r. — Predicten in den Bctiülen mit neuem Ritu«־ 1:.■ rh-aal 1 VV bc!;cr; Br rubiui-s-iic: Biiriski; Coricuidia-bale; We< b -,!**־i’j», : Ln. m: J v; ״! Hr, I - G t׳ Klei»!•!;.: Maybuum: Mu-ikersäle: Xim<׳r; ifrutierv« ■rein: May; F, .'N.sal BKHübinistbaler Sir: Ludwig; F e-.*M r! 11 .1Icn.su c: 11 aml.tiigur. Kultutbuiitl: Ur. Salier; i'lulharmüiiic: Swau-fRi Ty; Ln i!UM k• il־.״ VV!יו*: Grat; isiüg-Aka<k־nnE: liarlt; Artus hol Fink■ t i; : 0h|>i1ici1'.ilc : britdBniier; Jnhanti (Uuig-.Siiic; /.uuker, ־־ Predigtet 1 in den BetiSlen mit altem Ritus! Atluihoi: Stern: IRruima : Bmh h; ( ultbn-SuU:; Berger;!■'estsaa! Alt- VN im; Mi-j mcIi-s; M11-1 kr! U1 :׳ >u rg; Svn- Ru.x;11?-\u:ig: Johann ('׳«*arg -S: aU* : Wei :1. - ■ Sonnabem i (Jom Kippur): Sy 1ug״t;11-־ und Betsale mit a iu־!n K'tu- : 7.31) Uh: ■; Sviiug'igett umi Bcu-ile 1111' neuem Riiu-: 9 Uhr. Predigten in den Synagogen: Alle Synagoge: freier; 1 sUjlsi'T sfr.: Sin^uu 11111 nn: 1\ vk-.-sir,: Nubi'autu; losristr.: i n-rkn*. '|!j; Mull. Iiemri Str.: Aitmaim; Kuttbasbcr l’fcr: JakolxjVlL-,; Xcuc SV1K17 ׳Jv:r: Masb aum; Liiub.!Ls!!.: Sa!u1non-'ki; I.u stralk*: \v!c ne!; l־a .uaii-u.; S :Wat-*•!!"kv׳; Levcizuwar.: J.ewkowiu; Fi ifiiervden ,[.U: VV",״ s r b a u< ■ r; l' :i'inegi'iit. n .tr.: Dailiner: S.-״m«rgendarf: S ilbe ■j'5u!r! Hredij*tt*n in den Beisälen mit neuem Ritu»■ Bnch-va! Hank .; lie 'iOiln.i-O'alc : Suulraahfi; L'uiirordia-S.1I־;: Fabian; Leon: Zyl; I-Hh .* KUi 1 ״tr.:!״-: 'c; Mu ■!keretb1: Biiuski; Bnj׳l;•!verein: Sailer; 11•- ׳r-n.ll loa- 11 uu-nha]•- r ל ׳!י.: Mu.v; }־cstsajl! ialeiisee: Ludwig; Kulturbund : \\ Y hS Bin ThiHimniv: U:.tM׳h; Fi icblsüli.׳ des Wr-U-h■ : \\ 1'Ur:; 1 , H :!■׳.-; \;; : Wcvi; Ar!u-htjl: Karbnei; SuphieP.• M110: U!- i < ' l Prcdiölen in den .! ■ ׳; X : Sälen mit Item!״. Ritu s: Nr׳׳; ' •1 '' 7■ 1' ' ■:!!7;!! ■7!,י:“.־׳,',■; Kt:״;.״ hulz; ( K . ־! ■ ׳ ■ A'■ AN uh: ( .־ י י!: N! :;,!:■■Ab: -;״..21 .׳ 1 - i r.: k׳j«1 nzwt ,1! >h:11.r, t,״:״:g-Ka:e: Ul-!. Vereins - Synagogen. SwM|;u^cf!v ere?n VVeißensee, k ,;.;in- K■ ■I N!!׳.׳- V; l ' IS■; 1- ' K,:.; ״ l.hr; l'n.lyt. - - Synagogen-Verein Moabit und Hamahe.'lrk, Ir, 1‘1. 7 1 h' . I•':; ׳•• i ׳ ׳, Israel. Vereinigung Uchlenbcrg, I■':.:• k־ : »׳״1׳ . k : \ :!!־ I ׳ .. V: : 1.!,, :! K ...;;1.,<' ׳. j״rn Kii.jrir: 7.7 17 י;. I)r. K ..n! '!ul. :-7 : :,1;!<״ l.'hr; wml11 7 :,׳״!.*:;-!״!.,! tu l Agudaih Achim, l'.!.;k׳j«׳. M it!U-n- Mraic 77. k ,! \,!13 :•״ I!,:. l'r. :! ..;׳ : K.11.,1. H!..;7.; b,.1111.17,■mi: 8 I 1,1. I‘!. ׳.׳-״, K V,:,.;.. ״Ahawas Scholaum und Magen Dowid". k7. : ... A-tgu 1 1.1 .;»ו,1 .,.1 .!׳..־j l, ,a 1,. 11; , il'.:11.1.1. Kot Dr. .׳'.■ יי. k I >:!!.!. Uik::.1;,,; i.mil. R,■!,11:11,. ״Aluwalli z:״rr, -- 7 AI; 4 י. K ■! V! 1 < : 1!.! I ':, ״. Sonruihr■:.,): 7 1׳■■• U-. II, 1.1 vv. Wo, I •7' :.״,■.״ dir (.1 9 .27 וחי■ S'I ITrl 5(! :■;׳ I ',ir. ' Lew Jehurloh, 'U :י,.ןו,.ו!ז■ All31 ■״. k. I N .!! : 1;!.:, I k;; >; 7 : :; ־ l Religion*- gemeinde Chsrlottcnburg, '■.':,!;kl! ade 7. k11׳ \ ,!lic: 78 L'lir, Prf-rügt : Luch. N :1•■ n׳i 1 U l' i:r : i'! cd 11;:: 11 am Hu gcr. Jttdiicher Religiamvercin Neu - Tcmpclliof, Mu>-1 i!l!ti.ilW 22. Ko] .Volre: 1B l In. U־m K,j>:m 1 r: H Ub:1:־.1׳ן2י״17 ״: VYim-nm-ai. — ״Beth Zion", Bnin.icn.tr, 33. K׳j! N.dre: 1B L.kr. l'rniiu: Canti. Hebhur. Sonnabend: 7 Uhi. l’ic'igt: Dr. K. k.11111,111. ko111n.it>: 7,31) Uhr. <!1 ■׳ kt 11.-11;■: (45.׳ und 17.45 l'hr. — Matmiach JcichuaH, UiaKoner-!,tral'.« 34-35. K1\.!״d1c: 17,45 l'ln. jt.m Kippur: 7 Uhr. Wochentag7 :׳ und lfi.15 Flu. - - Syn. Gesundbrunnen, P:iuzennHee 87. Knl N'i'lie: 1B l'hr. I1■ ,117! ׳ : I > ׳. .\los.1;idf'r. Jom Kippur: 7.30 L’lir, 11011־:.! : Dr. Ahx iinltr. Belli Scholaum (Minjan Mendelsohn), Mark״! af-AlHro.-li׳ Wir. 11-12. Knl Ni.Ire: 1B l'hr. l'rcligl: Atu- 1׳ hi. jon! Kinpur: 7 Uhr. Pro ׳' i 1;!: . A m 1 ■ ׳ - k i. - Syn. Passaucr Str. 2. Ko! \U!r13 :״ U!,r. 17.Ui!1 :״ Ir. Ah.׳nan!1, S-unuhond! 0,45 l’hr. PnUi״!.: Kalb». Noliel, U'״.hc!:1.17 :.״ und 18 Uhr. — Uppmtnn Tamt-Synagoße, < '.o!ln־nv-1r. 12. Koi XU!18 :״ Uhr. I'teTgu Dr. Singerrr.aau, ]1.111 Kippur: (j,15 Uhr. WnCiom.ipp; 6.30 und 17.30 l.]!!״ .׳— Olud J i/chok, Lumeu.-ii. 3. Kol Nulle: lo Uhr. Jom Kippur: 7.30 L’lir.!,!olij;:; ln. 11.11!, Mi■;,■!, n .7,30 ״ .׳!!,־ t hr. \V7 :■-״,,1,1 .!•;<.׳ umi IS.30 Llu. - Hillsverein für die iüil. Taubstummen, C,tc.-div■n.-t und P!t’11igt in \ird. I ,■!...!;!:.ס!-• u, Kai -■■׳in Augu-ki-St!. 37. Kol Nidre:!ן ."רז״ססד,"" Kip:.!15 .י!1;■״ und 17 u'j,r. Bcth Haniidrascli, Wih-.ifTi'.nia■!■' o!r. ■I. W -■ h, 1-׳.a;■■: 7 und 18.15 l'hi; Ir'ru- 1.17: 18 Uhr; U;■.), 7.15 1!״-. Der Nordwcstcleutsche Zionistische Gruppenverbaru! hat folg ende Wranstaltiinxrn f tir du; Rösch Hasclianah- Aktion ange.set/t: 7. Septrinber:! lamlnirg, ״Jiulischt: Jur:7mi s>teht 211 f,a!::st 1n:1״; s11־־lr׳m'n..׳r: Kiel, Sohin!!.:) Ruch (Hamburg), ״Kumpf um! Ikv..1l!r!:11;; Fri׳/ Israel in iliisen Tagen“; 12. ScptinnlH■!■: Ki.Unrk, Max Weiner (Hannover), ״Im Kampf uni Uri■/ Israel UrfahriiiHion und Kehren einer Palästinareise“; 21. Septem 11■ r: Fmtlrii, Alexander Adler, ..Kampf und Be\<-a!!runs( K're/ K-rael in <iie׳sen Tagen“; 22. September: Atirirl!, AK-\:1mUr Adler, Kampf und Bewährtim* - Frez Israel in diesen Tiun-n“; 22. September: Harburg, Dr. L). Brodies (Hamburg), Kampf und Bewahrung ■ l.rez Israel in diesen Trigen": 21. September:!)Ulenburg, Alexander Adler, ״Kampf und Bewahrung!:re/ Israel in diesen Tagen"; 28. September: Lu neck, 1 ir, Max Mesch (Hamburg). ..Kampf und Bewahrung ■■ Hre/ Israel in. diesen Tagen“; 28. Septemher: Delmenhorst, 1 )r. I). Hrnr'nes, Kampf und Bewahrung --- Irre/ Israel iu die-111 T,1 ■ 2;"171׳h, September: Bremen, Dr. D. Bruches, ״Kampf und Bewahrung —- Irre/. Israel in die. c1־ Tagen". Der Londoner Bluibeschuldigungs-Prozeß ^9 O London, 21. September. (JTA.) ln dem Prozeß wegen ״Aufrührerischer Verleumdung“, der gegen den Herausgeber der Zeitschrift ״The Fascist‘׳, Arnold Spencer Leese, und den Drucker der Zeitschrift, Walter Wnitchead, geführt wurde, ist von dem Londoner Hauptstrafgericht unter denn Vorsitz von Justice Grcaves-Lord, wie bereits gemeldet, das Urteil gefällt worden. Leese wurde zu sechs Monaten Gefängnis, Whitehcad zu einer Geldstrafe von 20 Pfund verurteilt. Von den ihnen vorgelcgten sechs Anklagepunkten haben die Geschworenen die beiden letzten beiaht. Diese beiden Punkte lauteten dahin, daß Leese und whitehcad 1'n Verabredung mit anderen unbekannten Personen die Zeitschrift ״The Fascist“ mit einem Inhalt verschiedener verleumderischer Behauptungen gedruckt und veröffentlieht und die Zeitung gedruckt haben, um öffentliches Unheil zu erregen. Dagegen wurden die Angeklagten von der Anklage freigesprochen, verleumderische brkliirungen mit der Absicht, Miflsfimmung zwischen den jüdischen Untertanen Sr. Majestät und denjenigen, die nicht jüdischen Glaubens sind, zu erregen, veröffentlicht und gedruckt zu haben oder dasselbe in der Absicht getan zu haben, Gefühle der Feindschaft zu fördern, Unzufriedenheit hervorzurufen oder Abneigung zu verursachen. ZtngtB- und Angeklagtan Auslagen Im Laufe der Verhandlung wurde der Polizeiinspektor Kltchcncr vernommen, an den der Angeklagte Leese eine Reihe von Fragen richtete. Durch die Art seiner Frage- Stellung wollte Leese darlegen, daß in gleichen Fällen von den Behörden nicht eingeschritien worden sei. Als er behauptete, daß der inkriminierte Artikel wissenschaftlichen oder haltnvisscnschattlichcn Charakters gewesen sei und zeigen sollte, daß die unangenehmen Merkmale der Juden auf inre Zugehörigkeit zu einer bestimmten Rasse beruhten, erklärte der Richter, cs sei Aufgabe der Geschworenen, zu entscheiden, welche Wirkung der Artikel in einer Stadt, in der eine große jüdische Bevölkerung neben zahlreichen Christen wohnt, hätte haben können. Später fragte Leese den Zeugen, ob es ihm niemals eingefallen sei, daß es sich bei manchen unaufgedeckten Kindermorden um von Juden begangene Ri tual morde handeln könne. Dazu bemerkte der Richter, daß der Zeuge, wenn er dies getan hätte, ohne Beweis geurteilt hätte, wozu er nicht berechtigt gewesen wäre. Zu den Geschworenen gewendet, behauptete Leese so* dann, seine Motive seien rein politische gewesen. Er trete für die Absonderung von Menschen ein, die er für ein ״zerstörendes Ferment in unserer Mitte“ halte. Er, der sein Leben lang mit Tieren zugebracht habe, könne nicht glauben, daß die Menschen gleich seien, ebenso wie die Tiere nicht. Es handle sich hier nicht um einen Kriminalprozeß, sondern um einen politischen Prozeß, um einen Angriff auf die englische Redefreiheit. Es wurde sodann der auf Antrag des Angeklagten vorgeladene Zeuge Philip John Ridout vernommen, der seit Mai 1933 der Imperial Faseist! eague angehört, Ortsgruppen in den stark von Juden bewohnten Bezirken Shoreditch und Hackney gegründet, im Londoner East End viele Versamm* hingen abgenalten und eine organisierte Verkaufspropaganda für den ״Fascist“ geleitet hat. Nach einigen von dem Angeklagten an den Zeugen gerichteten Fragen wurde dieser von dem Vorsitzenden über die seiner Meinung nach von den Veröffentlichungen in dem ״Fascist“ ausgehende Wirkunz vernommen. Der Zeuge mußte zugebe״, daß mit der Absicht ״strenger“ Absonderung auch die der Vertreibung der Juden aus England verbunden sei. Die beiden anderen Alternativfälle der Tötung und der Steriüsicrung seien von den Anhängern der fascistisehen Liga nicht in Betracht gezogen worden. Hierauf ergriff nochmals Leese das Wort, 11m unter Vorlage von Büchern und Dokumenten den Nachweis zu versuchen, daß die gleichen Beschuldigungen, die er erhoben habe, schon früher gegen Juden gerichtet worden sind, ohne daß man darin etwas Strafwürdiges erblickte. Vom General- Staatsanwalt ins Kreuzverhör genommen, erklärte Leese, die von ihm vertretene Politik der Absonderung gehe darauf hinaus, daß die Juden der ganzen Welt auf einer Insei — Madagaskar sei hierzu geeignet — isoliert werden. Die Insei müRte von den Juden käuflich erworben und den Ein« geborenen, die entfernt werden, von den Juden reiche Ent« Schädigung gegeben werden. Auf weitere Fragen des Staats• anwalts gab Leese zu, daß er für die Todesstrafe für Juden «intrete, die nach einer gewissen Zeit außerhalb dieses ״Nationalheims“ angetroffen werden würden. Plaldoyar 4•■ Staatsanwalts Generalsfaatsanwalt Sir Donald Somervell wies in seinem Plakloyer darauf hin, daß dem Angeklagten mit Rücksicht darauf, daß er auf einen Anwalt verzichtet hatte, Ver« antwortungsmöglichkeit in größtem Umfange gewährt worden sei. Die Behauptung, daß es sich hier um einen politischen Prozeß handle, sei in jeder Hinsicht zu verneinen. Die Geschworenen hätten darüber zu entscheiden, ob die Wirkung der gebrauchten Worte einer aufrührerischen Verleumdung gleich komme und ob eine Kritik, wie sie von Leese geübt wurde, normalerweise von anständigen Menschen geübt werde. Schlußwort de■ Vorsitzenden Nachdem Whitehcad in seiner Ansprache an die Geschworenen die Absicht der Erregung von Mißstimmung oder Abneigung in Abrede gestellt hatte, resümierte der Vorsitzende, Justice Grcaves-Lord, die Ergebnisse des Verfahrens. Der Angeklagte habe behauptet, daß zwischen bestimmten Kategorien der Untertanen Sr. Majestät Mißstimmung bestehe, die nur durch Entfernung des jüdischen Teiles aus der Gemeinschaft beseitigt werden könne. Eine seltsame Lehre — kommentierte der Richter —, und eine Lehre, die sehr viel Beweismaterial zu ihrer Unterstützung erfordern würde; eine höchst seltsame Doktrin in einem Lande, das sich vollständiger Freiheit mul Gleichheit für alle Gruppen der Untertanen Sr. Majestät rühmt. Niemand dürfte behaupten, daß alle in jeder Hinsicht gleich sind, aber in diesem Lande sind alle Rassen und Menschen in dem Sinne gleich, daß alle den Gesetzen gehorsame Bürger, welcher Klasse oder Rasse sie angeboren mögen, vollständig gleich vor dem Gesetz sind, das ihnen gegenüber mit gleicher Kraft anewandt wird, und daß sie in gleicher Weise auf seinen ehutz Anspruch haben. Wenn Worte gebraucht werden, in denen die Bevölkerung gewarnt wird, zur Osterzeit auf die Kinder acht zu geben, so werde der gewöhnliche Mensch von durchschnittlicher Intelligenz darin eine gegen die Juden gerichtete Behauptung von sehr ernstem Charakter sehen. Wenn inan veröffentliche: ״Die Juden sind nirgends auf Erden erwünscht“ und dann: ״aber unglücklicherweise sind sie auf Erden“, könne dies freundschaftliche Empfindungen zwischen den jüdischen und nichtjüdischen Bürgern, die beide Untertanen Sr, Majestät sind, erwecken? Wenn man, fragte der Richter die Geschworenen, den Vorschlag zu töten, zu sterilisieren oder abzusondern, in bezug auf sie gemacht hätte, wäre nicht anzunehnien, daß dies zu Mißstimmung und Ab• ncigung zwischen ihnen und anderen Teilen der Bevölkerung führen würde? Neger und Juden in Harlesn Seit einiger Zeit mehren sich die Nachrichten über judenfeinaliclie Aktionen in der New-Yorker Negerstadt Har lern. Die Ursache des Judenhasses, der sich auch hier ausbreitet, dürfte vor allein in der Wirtschaftskrise zu suchen sein, unter der die Harlemer Neger besonders schwer zu leiden haben. Darüber hinaus ist aber hier eine geradezu paradoxe Abart des Rassenhasses fcstzustellen. Die Neger fühlen sich als Rasse im amerikanisehen l eben benachteiligt, reagieren vielfach mit blindem HaB gegen die Weißen und rechnen die Juden zu den Weißen. Obwohl Juden genug seit Jahrzehnten zwischen den Negern in liarlem leben, erhalten sich doch die phantastischsten Schauermärthen über die Juden am Leben. Das Seltsamste aber ist folgendes: Mitten zwischen den 230 0OÜ christlichen Negern leben in liarlem an TW) schwarze Juden, die in ebenso paradoxer Weise Opfer der RasscnfcinJschaft sind. Sie fühlen sich durchaus nicht zu ihren weißen Glaubensgenossen bingezogen, sie behaupten, sie werden von den weißen Juden als Stiefbrüder behandelt, ja diskriminiert, und das Resultat ist, daß sie sowohl als Schwarze wie als Juden zu leiden haben. Demi auf die andern Schwarzen haben diese Juden nicht den mindesten Einfluß. Die Neger-Zeitungen und -Zeitschriften treten offen gegen die Elemente auf, die die Schwarzen zum Rassenhaß aufhetzen, und besonders die schwarzen Intellektuellen versuchen, für Ruhe und Ordnung zu wirken. Aber ihr Einfluß ist zu schwach gegen die handgreiflichen Argumente der Demagogen, die allabendlich an den Straßenecken und Plätzen von Harlem aus der verzweifelten Wirtschaftslage der Neger für ihre Zwecke Kapital zu schlagen suchen. Man unterscheidet da zwei Arten von Negern, die in Amerika Geborenen, aus denen der Großteil der friedlichen Elemente sich rekrutiert, und die sogenannten ״Inder“, die meist aus Westindien kommen, die ״schwarzen Schafe in der amerikanischen Negersehaft“, die die Hanptanstifter des Rassenhasses und seiner tätlichen Ausbrüche in Harlem sind, keiner Organisation beitreten, aber jeden Betrieb tyrannisieren, in dem sie arbeiten, gleichviel, ob er einem Amerikaner, Italiener oder Juden gehört. Als kürzlich festgestellt wurde, daß in einer New-Yorker Mädchenschule die schwarzen Schülerinnen diskriminiert und zurückgesetzt wurden, griff der Gouverneur Lehmann sofort ein und sorgte für die Rehabilitierung der Negerkinder. Die Negerzeitungen feierten diesen Sieg ihrer Stelle und der Gerechtigkeit und besonders Gouverneur Lehmann als de« Vorkämpfer der Gleichberechtigung. Die ״westindischen“ Poli« liker aber nahmen den Anlaß zu einer eigenen Hetze wahr: Amerika werde von Juden regiert, die Neger wären Sklaven der Juden. Diese Hetze kann nicht leicht genommen werden, wenn man bedenkt, daß sie die Existenz der jüdischen Kauf«!eilte in Harlem untergräbt, ihnen die Negerkunclschaft abspenstig macht und den Wert der jüdischen Geschäfte dadurch bereits um die Hälfte verringert hat. ני3\ Vvf‘“* erstklassige Mittag- und Abendessen Verlangen Sie bitte Anzeigempreisiiste nr. 5 ■ TAFBLFERTiaii EISBOMBEN hygienisch IM KARTON verpacht Menne Neuheit D.R.G.M. SteU groSer Vorrat zum •ofort. Wiinehm. Ab 3 RM (einschl.Verpack.) tnEHHin tr.Hau• H•*• BALSAM-EIS CAFE UND KONDITOREI Brrkfl fk Schwank״ WICIANDSTR. 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