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Jüdische Rundschau · 1936-09-25 · Heft 77 (25.9.1936) · page 15

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 77 (25.9.1936)
Date
1936-09-25
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 77, 25, )X. 1936 JÜDISCHE RUNDST HAU Seit« 15 Presseschau Die militärische Aufgabe der Truppen Im ״Daily Telegraph‘‘ vom 11. September schreibt Generalmajor Temperley, der militärische Mitarbeiter dieser Zeitung, einen Aufsatz, über die Aufgabe der brilischen Truppen in Palästina, in dem er ausführf, daß die Zerstreuung von Massenansammlungen eine leichte Sache sei, dal! dies aber nicht die eigentliche Aufgabe in Palästina sei. Die sogenannten Polizeiaktionen, die die Armee zusammen mit der Luft macht jetzt ausführt, sind tatsächlich gegen einen Guerillakrieg von höchst schwieriger Art gerichtet, der von bewaftneten Banden ausgeführt wird, die sich in die Nähe der Truppen schleichen und nju.i1 dem Verbergen ihrer Waffen als friedliche Dorfbewohner erscheinen. Die ״Wiederherstellung der Ordnung wird sowohl Festigkeit wie Voraussicht verlangen; einerseits sind die bewaffneten Unruhestifter niederzukämpfcri und andererseits die friedliche Bevölkerung zu beschützen und die für den Frieden arbeitenden Kräfte zu ermutigen, Zu diesem Zweck ist die Konzentration der militärisch e ri M a c 111 not w e n d i g. Wäll rend vor den Unruhen die Palästina-Garnison aus zwei Infanterie- Bataillonen und einem Luitgeschwader bestand, ist sie heute um ein Vielfaches erhöht worden. Die häufig gestellte Frage, warum Artillerie in diesem Guerillakrieg nicht eingesetzt werden kann, beantwortet der Sachverständige dadurch, daß I. die Artillerie in einem Bürgerkrieg eine höchst unangebrachte Waffe sei, und 2. das Terrain und auch die Taktik der Terroristen die Anwendung von Artillerie nicht zuläßt. Die Operationen müssen durch eine sehr bewegliche Infanterie ausgeführt werden, die vollen Gebrauch von den mechanischen Transportmitteln macht, von Panzerwagen und niedrig fliegenden Flugzeugen. Der neue Oberbefehlshaber Dill kann, wenn die Situation ernst genug ist, Maßnahmen für die Wiederherstellung des Friedens ergreifen und dafür nicht von den bürgerlichen Gerichten zur Rechenschaft gezogen werden, wie es das Oberste palästinensische Gericht mit dem High Commissioner oder seinen Untcrbeamtcn getan hat, deren Handlungen als ungesetzlich erklärt wurden. Wenn das K r i e g s r e c 11 t erklärt wird, wird das!.and wahrscheinlich in militärische Distrikte zum Zwecke der Verwaltung eingeteilt werden. Der Oberbefehlshaber befindet sich in einer nicht leichten Situation. Die Politik verlangt, daß er die Truppen auf alle Schlüssdpunkte und Städte und Dörfer verteilt, uin die Sicherheit aufrecht zu erhalten, während die Strategie eine Konzentration verlangt, um jederzeit schlagkräftig zu sein. Der Verfasser schildert dann die schwierige geographische Beschaffenheit des Landes, die die Operationen außerordentlieh erschwert. Er schließt seine Ausführungen mit der Bemerkung, dali der Frieden hauptsächlich von den politischen Erörterungen abliängt, aber andererseits sei die Vorsehung doch au( der Seite der stärkeren Bataillone, und die jetzt eingesetzten Streitkräfte würden nicht ihren Eindruck auf die Führer der Aufständischen verfehlen. Eine der vvesentlichsten Aufgaben nach Wicderlierstelhmg der Ruhe wird nach seiner Ansicht in der Entwaffnung der Juden und der Araber bestehen. Die Furcht der Araber Im Leitartikel des ״Daily Telegraph“ wird eine ״festere Hand in Palästina“ gefordert und den palästiiiensisehen Behörden der Vorwurf gemach(, den wahren Charakter der arabischen Agitation nicht erkannt zu haben. In einer solchen Lage — heißt cs in dem Artikel — ist von weiterem Verhandeln nur eine Vermehrung der Schwierigkeiten zu erwarten. Die Autorität muß in dem Lande wiederliergcstellt und die Herrschaft des Gesetzes wirksam gemacht werden. Die Kompliziertheit dieser Aufgabe darf in einem Lande, in dem das ruhestörende Element von dem friedlichen schwer zu unterscheiden ist, nicht unterschätzt werden; die Arbeit der Soldaten muß in der Hauptsache die einer bewaffneten Polizei sein. Zum Schluß wird in dem Artikel gefordert, die englische Regierung solle ihre Entschlossenheit zu erkennen geben, die Ursachen der den gegenwärtigen IJ11ruhen zugrunde liegenden Befürchtungen der Araher zu beseitigen. Man habe den Juden Versprechungen gegeben, aber England sei verpflichtet, die Enteignung eines Teiles der Bevölkerung durch den anderen nicht zuzulassen lind das Land im Sinne vollständiger Gleichheit der beiden Volksstämme zu verwalten. Durch die Balfour-Deklaration habe cs sich verpflichtet, nichts zu unternehmen, was die biirgerliehen und religiösen Rechte der vorhandenen nichtjüdischen Gemeinschaften in Palästina beeinträchtigen könne. Sobald der Frieden wiederliergcstellt ist, müsse die Furcht der Araher, daß dieses Versprechen nicht erfüllt werden wird, gegenstandslos gemacht werden. Die Baubewegung Jerusalem, 20. September. (JTA.) In den Monaten Juli und August wurde in Haifa mit der Errichtung von 9-t dreistöckigen Neubauten begonnen. Hierbei sind etwa 3000 Arbeiter beschäftigt. In Tel-Awiw sind zur Zeit 67 1־.weist(kkige Häuser im Bau. 2000 Arbeiter führen diese Bauarbeiten aus. Die Regierung hat 150000 Pfund für den Bau neuer Straßen, hauptsächlich solchen, die jüdische Siedlungen miteinander verbinden, bewilligt. Von besonderer Bedeutung ist die Chaussee Tel-Awiw- Haifa, die nur durch jüdisches Gebiet geführt wird. Außerdem wird jetzt eine Chaussee durch den Emek gebaut, so daß eine Verbindung mit Haifa ohne Berührung von Nazareth ermöglicht wird. Von der Jewish Agency werden Verhandlungen mit der Regierung über den Bau von Seitenstraßen mit einem Kostenaufwand von 100 000 Pfund geführt. Von der Regierung wird verlangt, daß sie sich an den Baukosten mit 50 bis 70 Prozent beteilige. ln einigen Siedlungen werden jetzt große Lagerhäuser für Zitrusfrüchte errichtet. Die Baukosten betragen etwa 100000 Pfund. Der Präsident der Exekutive der Jewish Agency, David Ben Gurion, und der Leiter des politischen Departments, Mosche Shertok, haben an einem Dinner mit High Commissioncr Sir Arthur Waucliope, dem übcrkoriimatidierenden der palästinensischen Strcitkräfte, Generalleutnant John G. Dill, und anderen hohen Militärs teilgcnommcn. Englisch-jüdisches Zwiegespräch Eine Zusammenkunft in Jerusalem Im Hause des Herrn Dr. Braun voii der Hebräischen Universität fand dieser Tage eine Zusammenkunft zwischen einer Anzahl jüdischer Journalisten und Politiker und Mr. Ncvillc Barbour, ALA., statt. Mr. Barbour, ein seit mehreren Jahren in Palästina lebender Privaigelehrter, ist einer der wenigen liier ansässigen Engländer, die sich bemüht haben, in den arabisch-jüdischen Disput vermittelnd einzug-reifen. Seit zehn Jahren seinen Studien in Marokko und Aegypten naehgehend, ist er ein ausgezeichneter Kenner des Arabischen, hat sich aber in Palästina auch weitgeiiende Kenntnisse des Hebräischen angeeignet, die ihn befähigten, Bialiks ״Sefer ha'agadah“ ins Englische zu übertragen. Es war für die jüdischen Teilnehmer ein ebenso angenehmes wie seltenes Erlebnis, mit Mr. Barbour die Diskussion zum großen Teil auf Hebräisch führen zu können. Mr. Barbour hat seinen vermittelnden Standpunkt im arabisch-jüdischen Gegensatz vor kurzem in einer kleinen Broschüre zusammengefaßt. Er ist dabei, wie er sagte, nicht von theoretischen Erwägungen und abstrakten Prinzipien ausgegangen, sondern bat den Versuch gemacht, aus dem Parallelogramm der sich widerstreitenden Kräfte die Diagonale ztt eliminieren, die sich ergibt ,,aus dem Minimum dessen, was die Juden verlangen müssen und dem Maximum dessen, was die Araber zuzugestehen in der Lage wären“, Auf Grund dieser Uebcriegung gelangt er zu einer Reihe praktischer Vorschläge, die, wie immer 111,•in sie auch auf jüdischer Seite beurteilen mag, als Versuche einer objektiven und gegen beide Seiten fairer Lösung gewertet werden müssen. (Wir haben den Bericht der ״Times“ über die Barbour-Vorschlägc in Nr. 73 der ״J. R.“ wiedergegeben. — A. d. Red.) Zu diesen Vorschlägen gehört in erster Linie die Schaffung einer ״A r a b Agency“ nach dem Muster und mit ähnlichen Befugnissen wie die ״Jewish Agency“. Das ist bekanntlicli kein neuer Plan, da bereits Herbert Samuel sich mit diesem Gedanken trug. Auf Befragen erklärte Mr. Barbour, daß die von ihm proponierte ״Arab Agency“ nicht nur eine Vertretung der palästinensischen Araber sein solle, sondern eine solche der gesamten arabischen Nation, wie ja auch die Jewish Agency eine Vertretung des ganzen jüdischen Volkes mul nicht nur des palästinensischen Jischuw ist. Die ״Jewish Agenev“ lind die ״Arab Agency“ würden dann durch ihr Zusamnientreten ■— unter Beteiligung■ von Vertretern der Regierung — die ״Gesetzgebende Versammlung“ bilden, gegen die sowohl Juden wie Araber bisher einen so heftigen Widerstand geleistet haben. Mr. Barbour hofft, daß beide Seiten diesen Widerstand an (geben werden angesichts der Tatsache, daß nach seinem Plan volle Parität i!1 der .,(leset/.gebenden Versammlung“ herrschen würde. Von diesem Geist ״ehrlicher Maklersciiaft“ sind auch die übrigen Vorschläge Mr, Barbours erfüllt. 111 der Frage des Landkaufs nimmt er eine Stellung ein, die, wie er glaubt, beiden Teilen gerecht wird und die gewisse Elemente des —MAGISTER KIRSCH—ן Der gute Ukdr Magiste י ■Likörfabrik, München VII ,,Kantonierungs-Projekls‘• autuimint. In der entscheidenden Frage der Immigration kommt er zu dem Vorschlag, die Juden zunächst einmal bis zu f ü 11 f 11 11 d a c 11 t z i g Prozent der Gesariitbevölkerung an wachsen zu lassen, dann aber dieses Verhältnis konstant zu erhalten; es sei denn, daß Juden und Araber gemeinsam eine großen- Immigration für wünsehetiswert erachten. Endlich hofft Mr. Baibour, durch obligatorischen Unterricht des Arabischen in jüdischen, des | febriiischen in arabischen Schulen und Maßnahmen ähnlicher Art eine intimere gegenseitige Kenntnis und daraus resultierende Toleranz herbeifuhren zu kommn. G. Z. Klötzel Umwertung der zionistischen Werte ln der Rösch Haschanah-Numnier des ״Halioker“ wirft Prof. Josef Klausner die Frage auf, welche ideologischen Folgerungen die zionistische Bewegung aus den schweren Ereignissen der letzten Monate ziehen müsse. Er kommt zum Resultate, daß eine radikale gedankliche Umstellung des Zionismus notwendig sein wird. Diese Umwertung der Werte muß nach ihm drei Grundgedanken umfassen. 1. Innerhalb des Zionismus muß die Politik wiederum jenen hohen Rang einnelinien, den sie in den Zeiten Herzls und Nordaus gehabt hat. Der Zionismus 11ml! aufhören, eine rein kolonisatorische Bewegung zu sein, wie er cs in den letzten Jahren war. In einer Hölle kann man kein Haus bauen. Eine politische Befreiungsbewegung kann es auch im Kriege geben, aber eine Siedlungsbcwcgung ist nur möglich, wenn die politischen Bedingungen geschaffen worden sind. Das politische Problem der jüdischen Existenz in der ganzen Welt muß von uns in seiner ganzen Furchtbarkeit aufgerollt werden. 2. Die arabische Frage muß im Vordergrund unseres Interesses stehen. Wir haben die Kenntnis des Arabertums vollständig vernachlässigt; wir haben zwar große Arabisten, aber ihre Forschung• ist der Vergangenheit /!!gewendet, dagegen haben wir niemanden, der uns das Verständnis des!leidigen arabischen Volkes und seiner Literatur erschließen wurde. Klausner glaubt nicht, daß eine arabisch geschriebene jüdische Zeitung die Einstellung der Araber zu uns ändern wird. Die Arbeit!11111! tiefer gehen. Wir brauchen eine arabisch und bebiaiseli geschriebene Geschichte der jüdisch-arabischen Beziehungen 111 Spanien, wir brauchen eine aiabisehe Darstellung des /.ionismus, unserer Einstellung zu Palästina und unserer Hoffnungen auf ein Zusammenleben mit den Arabern auch in einem Staate mit jüdischer ,Majorität. Wir müssen <1,in,ich streben, im arabischen Lager uns eine Gruppe wäre sie noch so klein zu schaffen, die unsere Bestrebungen verstehen und tmterstiit/en wird. Auf dem Gebiete der E r z i e 1! u 11 g 11 11 d Kultur ist eine radikale Umstellung notwendig. Der Geschichtsunterricht muß die national-patriotischen Gefühle starken, ohne deswegen chatlvinistisch zu werden. Wir müssen der jungen Generation Liebe zum Lande und zum Volke umpflanzen, sonst schaffen wir hier eine Generation wm/elloser Menschen. Die heroischen Teile unserer Geschichte, wie z. B. die Geschichte Davids oder Alexander Jannais, müssen im Unterricht in besonderer Weise hervorgehoben werden. In der Literatur soll fürderhin nicht das soziale, sondern das nationale Moment in den Vordergrund gestellt werden. Das Budget der Agency - Exekutive Jerusalem, 20. September. (JTA.) Die Exekutive der Jewish Agency hat ihr gemäß den Beschlüssen des Aktions- Comites und des Administrative Cominittee aufgestelltes Budget veröffentlicht. Als Einnahmen sind vorgesehen: 1. Allgemeine Sammlungen des Keren Hajcssod 260 000 Pf und; 2. Sondersanimlungen; Für Ansicdluug von Juden aus Deutsch-!and 30 000 Pfund, Einnahmen aus Sdiiiidenrückzahhmgen 12 000 Pfund, Einnahmen aus Boden verkauf 25 000 Pfund, Einnahmen der Alijali-Abteilung 30000 Pfund; Gesamthöhe der Einnahmen: 357 000 Pfund. Die A11 s gäbe n setzen sich aus folgenden Posten zusatnmen: Schuldeiivcrzmsutig und -tilgung 48 000 Pfund; Hauptbüro des Keren Ilajessod: 21 000 Pfund; Budget der Verwaltung: 1. Kolonisation: 02000 Pfund (Ansiedlung und Häuserbau 82 000 Pfund, Versuchsstation!0000 Pfund); 2. Eiinvanderungsdepartment: 4-1500 Pfund (Einwanderung 37 000 Pfund, Hachsehara 7500 Pfund); 3. Arbeitsdepartment: 34 000 Pfund (Arbeit 14 000 Pfund, Hilfswirtschaften, Gärtnerci, Unterkünfte usvv. 20 000 Pfund); 4. Politisches Department: 12 000 Pfund; 5. Wirtscliaftsangelegenheiten; 8000 Pfund (Abteilung für Handel 11ml Industrie 4500 Pfund, Institut für Wirtschaftsforschung 3500 Pfund); <1. Er/iehungs- und Kulturarbeit: 24 000 Pfund (Schulen 20 000 Pfund, Mussad Bialik 3000 Pfund, technische Erziehung 1000 Pfund; 7. Religiöse Bedürfnisse: 1500 Pfund; 8. Verwaltung: 12 OCX) Pfund; 0. Beteiligung am Budget des Londoner Büros: 8000 Pfund; 10. Pensionen und verschiedenes: 7000 Pfund; H. allgemeine Reserven: 15 000 Pfund; 12, Subvention für die Abteilung zur Ansiedlung deutscher Juden; 30 000 Pfund. Gesamtliöhe der Ausgaben: 357 000 Pfund. Das Budget der Regierung Jerusalem, 20. September. (JTA.) Laut dem Bericht der Palästinaregierung über das letzte Finanzjahr bis zum 31. März 1936 betrugen die allgemeinen Einkünfte 5 770 546 Pfund (davon 2751 214 Pfund aus Zolleingängen). die Ausgaben 4 286 201 Pfund, davon 3315 '330 Pfund für laufende Ausgaben. Her Verwalt ungs Überschuß betrug Ende März 6 267 810 Pfund. — Der Geldumlauf Palästinas Ende August betrug 6 041 134 Pfund. Die ״Official Gazette“ veröffentlicht die amtliche Statistik der Palästina« in Wanderung i m M onat August 1936. Danach sind in diesem Monat 2994 Ein- Wanderer nach Palästina gekommen, von denen 109 der Kategorie von Einwanderern mit eigenem Mindestkapital von 100t) Pfund angchörten. In einem gefährdeten Kibbuz Aus Tel-Awiw wird uns geschrieben: Ein Mitglied des Kibbuz Tel Josef veröffentlicht im ״Dawar“ einen Bericht über die Zustände im Kibbuz in diesen Tagen. Er schreibt u. a. folgendes: Erst jetzt bat man die Wichtigkeit der Betonbauten recht verstehen gelernt. Alle Berechnungen über die hohen Baukosten und über die Notwendigkeit von Einsparungen im Kibbuz sind angesichts der Ereignisse dieser Tage über den Haufen gewoifen, Was 1 <>•>() geschah, hat den Anstoß zu der Errichtung von Betonbauten in den Wirtschäften gegeben, um! die jetzigen Ereignis-״• müssen 11ns ein neuer Antrieb zur Sicherung unserer Siedlungen sein. Schlimm ist cs, <laß viele kleinere Wirtschaften noch nicht im Besitze sicherer Betonbauten sind. Die Ah.imlenmg dieses Zustandes müßte die Sorge des gesamten Jischuw sein. Auch der Regierung liegt es ob, für die- Sicherheii diewr [,linkte Sorge zu tragen, zum mindesten durch Beet vl hing von genügend Waffen für die jüdischen Verteidigungskräfte. Die Hilfe der Regierung war bisher durchaus ungenügend und die Siedler haben selbst mehr für ihre Verteidigung geleistet als die ausgebildelen Soldaten der Regierung, Sn schickt die Regierung ein l'htg/eug. Abend für Abend umfliegt es ein-, zweimal die Siedlung und seine ein dann weiter. Man muß zu seinen Gunsten sagen: es kommt jeden Abend, es bl ei 11t nie aus. Und auch in der Nacht erscheint es pünktlich, nämlich immer dann, wenn die Schüsse verstumm! sind und der Angriff abgeschlagen ist, daun kommt cs, leuchtet die (jegern! ab und sch wobt davon. Dis I lug/ctig hat se hon 111 der ganzen Gegend einen guten Ruf: wenn man es über der angegriffenen Siedlung ersehe inen sieht, so ist es ein Zeichen, daß der Ueberfall vorüber und der Angriff abgeschlagen ist. So sieht es in einer bedrohten Siedlung ans: Gegen Abend verstummt alles Leben. Man ißt eilig in der!);unmerung, löscht die Lichter irn llßraiim und in den Zimmern, Vorzeitig schickt man die Kinder zu Bett. Alles Lehen scheint erloschen. Aber dem ist nicht so. Man ruht und schlummert hier mellt in der Nacht. Viele, viele schlafen überhaupt nicht, sondern warten auf den Augenblick des Ueberfalls. Und besonders schwer ist die Wirkung auf die Kinder. Am Tage spielen sie una beschäftigen sich wie gewöhnlich, aber auch dabei sind sie ruhiger als sonst. Und wie schnell gehorchen sie am Abend, wenn man sie zu Bett schickt! Keines ist ungezogen, keines widersetzt sieh. Die Kleinen sprechen nicht über das, was für die Nacht befürchtet wird, aber größere Kinder kennen nur dieses eine Thema. Sammeln sic doch an jedem Tage die Patronenhülsen an der Umzäunung des Lagers auf. Das Sammeln ist eine Art Sport, ein Mettstreit, aber in! ganzen ist die Beziehung der Kinder zu den I'reignissen doch sehr ernst. Mer schlafen kann, wird in der Nacht, wenn nicht durch Schlisse, so durch den Lärm des Flugzeuges geweckt. Dessert-Obstweine, süß... Bo wlen-Weiß wein, Pfalz.. Deutscher Rotwein, Pfalz. Praias verstehen •Ich ohne *N, Brunneristraße 42 *N, Müllerstraße 144 *N. Chaimeestraße 76 *N, Schlvelkeiner Straße 6 *O, Petersburger Straße 42 1/1 Fl. Liter .,. von — 0.70 an . 0.54 0.75 . 0.54 0.75 Glse. *SO, Grünauer Straße 15 *SW, Bergmannstraße 11 *Moabit, Gotzkowskystraße 3t *Moabit, Wilsnacker Straße 25 *Lichtenberg. Wismarplatz 1 _ l/l Fl. Liter Tarragona, süß. Spanien.0.95 1.20 Malaga, süß. Spanien.1.10 1.35 Muskateller, süß, Griechenland.1.15 1.40 Deutscher Wermutwein. Zitronensirup. Kirschsirup Verkauf dir«kt vom fall ln allen mit * verschonen Stellen, *Neukölln. Hermannstraße 27 *Neukölln, Bergstraße 66 *Neukölln, Berliner Straße 12 *Oberschöneweide, Wllhelmlnenhofstraße 40 *Steglitz, Schloßstraße 121 Schmargendorf. Berkaer Sir. 5 Relnickendorf-Ost. Markstr. 45 *Weißensee, Berliner Allee 247 *Pankow, Wollankstraße 98 1/1 Fl. Liter 1/, Fl. Liter ,von 0.80 0.95 an Berliner Kümmel, Pfefferminz gesüßt 35 % 2.20 2.80 .... 1.00 1.25 Aquavit.35% 2.00 2.50 ..... 1.20 1.55 Deutscher Getreidekorn.40"3.20 2.50 ״ Fordern Sie unverbindlich meine Pro lei lato an. *Tempelhof, Berliner Straße 152 *Oranienburg, Berliner Straße 1 Potsdam, Charlottenstraße 69 *Brandenburg an der Havel, Steinstraße 8 *Spandau, Potsdamer Straße 23 *Charlottenburg, Wilmersdorfer Straße 157 *Lankwitz, Charlottenstraße 34 ^SchönebergjKolonnenslraße7

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